052 Аллод Var 11571 An Karl von Rotteck, geschildert nach seinen Schriften und nach seiner politischen Wirksamkeit; nebst einem Umriß seiner vorzüglichsten Lebensmomente und Andeutungen zur Geschichte des öffentlichen Geistes in Süd- Teutschland. Von Dr. Ernst Münch. 3ugleich Supplementband zu Rottecks Allgemeiner Geschichte und politischen Schriften. Ha a g, Verlag von Gebrüder Hartmann. 1831. 1952 m. 333, 3371 052 A 1102 Weber Man Des von un lers und S bekenntnis, Lendesbibliothek Karlsruhe 25. ftandig uni zwar in d eine Schilt gers, zuma ihrer ganz dürfte, be cher Leide Theilnehm chem nicht tathlich f *) As der Stizze I. B. fein vi Darstel nu Vorwort. Ueber Männer von einer Wirksamkeit, wie jene des von uns hier zu behandelnden Schriftstellers und Publizisten, und von einem Glaubensbekenntniß, wie dasjenige Ebendesselben, vollständig und unbefangen zu urtheilen, kommt zwar in der Regel erst der Nachwelt zu; und eine Schilderung des Menschen und des Bürgers, zumal, wenn ihre Eigenthümlichkeiten in ihrer ganzen Stärke, wie hier, hervortreten, dürfte, bei der Menge politischer oder persönlicher Leidenschaften, deren, oft unwillkührliche, Theilnehmer, Leiter oder Opfer sie sind, Manchem nicht nur unmöglich, sondern selbst unråthlich scheinen*). *) Als der Verf. diese Periode zum erstenmal in der biogr. Skizze( Beitgenossen, bei Brockhaus. Leipzig. Neue Folge I. B. 1stes Heft.) niederschrieb, that er es im Bewußt 399 sein vielfacher Ungnade, welche auf dem Helden seiner Darstellung lastete. 1 2 Gleichwohl haben gerade die letzt angedeuteten Umstände, welche Mittheilungen dieser Art etwas mißlich machen, zwischen jenen Männern und dem Publikum eine Art vertraulichen Verhältnisses herbeigeführt, in welchem jede nåhere Notiz von eigenthümlichen Zügen und Gefühlsweisen, von Denkmanier und Charakter, und von persönlichen und öffentlichen Schicksalen der Verehrten nicht ohne dankbare Theilnahme aufgegriffen, und das vor dem geistigen Auge nur flüchtig und unbestimmt schwebende Bild in klarere und festere Umrisse gebracht wird. Das menschliche Herz ist nun einmal, selbst in seiner edlern Richtung, von solch aristokratischer Natur, daß es gewisse Individualitäten als Höhenpunkte zu betrachten sich angewöhnt hat, von denen aus es das Leben und alle seine Erscheinungen mißt und beurtheilt. Es wählt gern unter der großen Zahl von Guten, Weisen und Starkmüthigen diejenigen zu vertrautern Lieblingen sich aus, welche zu ihm auf eine mit seiner Neigung am meisten übereinstimmende Weise gesprochen. Gelingt es ihm, ihr näheres Wesen und Treiben noch während der Periode ihres physischen Daseins kennen zu lernen, so knüpft sich das Familienhand gleichsam inniger, und das Publikum wird in den Stand gesetzt, ein ben die Mit ift, men ben wac bom ab Un wa ma ein all an Di fol WC M Be m to 3 geden er Art nnern Ber mähere fühls und en der e auf e nur fla felbft ofra n als hat, feine wählt Sei traus eine mende jeres riode , fo fest, einen Theil seiner Schuld noch an den Lebenden abtragen zu können, welchem zwar auch » die Unsterblichkeit ein großer Gedanke und des Schweißes werth,« aber die Anerkennung der Mitwelt nichts weniger als völlig gleichgültig ist, besonders da es an widerstreitenden Ele= menten darin nicht fehlt, die dafür gesorgt haben, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Man wende daher nicht ein: Biographien von lebenden, oder gar von markirten Personen, abgesehen von ihrem moralischen Werth oder Unwerth, sind unpassend und unzulässig; man warte, bis die Leute gestorben sind. Das Leben mancher Personen bildet, nach gewissen Perioden, ein für sich geschlossenes Ganze, und gehört allerdings den Zeitgenossen an, wie wir schon an einem andern Orte dargethan haben. Ueberdies gehen mehrere bedeutende Vortheile aus solcher Biographie eines Lebenden hervor, sowohl für ihn selbst, als für das Publikum. Manches schiefe Urtheil erhält, während es noch Zeit ist, dasselbe zu verbessern, gehörige Ermáßigung, und der Vorwurf desselben sieht sich bisweilen im Stande, noch in eigener Person und mit den, oft nur ihm allein bekannten Beweggrunden seine eigene Sache und die des 1* 4 allgemeinen Besten zugleich, vor dem Forum der öffentlichen Meinung zu verfechten, oder Fehler und Irrthümer gut zu machen, auf welche die vereinigte Stimme vieler Zeitgenossen vielleicht zum erstenmal ihn recht aufmerksam macht. Es dürfte daher gewiß für geschichtliche Wahrheit von unzuberechnendem Vortheil seyn, wenn jeder ausgezeichnete Mann, welcher unter seinen Zeitgenossen eine Rolle gespielt, und denselben zur Bewunderung oder zum Marterholze gedient hat, zweimal beschrieben würde, einmal während seiner Lebzeit, nämlich, sobald er einen gewissen Höhepunkt seines Strebens erreicht hat, von welchem aus dasselbe sich in einer harmonischen Einheit und mit einem ausgesprochenen Charakter darstellt, und das anderemal, in einem etwas entferntern Zeitraum nach seinem Tode, wenn nämlich die Leidenschaften der Liebe und des Hasses schweigen, die Störungen der Persönlichkeit und der Dertlichkeit aufgehört, und unparteiischer Auffas= sung des zu Schildernden freien Raum verstattet haben. Wenn der Verfasser vorliegender Schrift, von welcher er schon früher einen gedrängtern Versuch gegeben, zu einer solchen Aufgabe sich en als beft fid Ro einc yor her ein un aut ma ge зи de 1 de ter da et I m Forum oder , auf tgenof fmerkchtliche il feyn, unter d den Carter würde, fobald ebens ch in aus San Fraum eiden eigen, Dert uffaf ftat 臺 亭亭 進 chrift, atern 5 entschlossen hat, so glaubt er dem teutschen Publikum einen Dienst zu erzeigen, dadurch, daß er die Züge eines hellgebildeten und vielseitig wirksamen Schriftstellers, welcher zugleich als mannhafter und freimüthiger Anwalt oft bestrittener Theorien in verschiedenen Lebenslagen sich erwährte, ihm vorüberführt. Die Schriften Rottecks gehen seit mehrern Jahrzehnden in einer für Teutschland ungewöhnlichen Masse von Exemplaren bei Lesern aus allen Stånden herum; seine Ideen und Grundsätze haben auf einen bedeutenden Theil des Volkes mächtig, und seine Vorträge und Doktrinen insbesondere auf die Jugend begeisternd eingewirkt; endlich machten ihn die auf der vaterländischen Tribüne gehaltenen Reden und versuchten Anstrengungen zu einem der Männer des Tages und Beweger des Zeitgeistes in Teutschland. Wie, wodurch, und wozu er solches geworden? dürfte demnach den Gegenstand einer nicht uninteressanten Untersuchung bilden, zumal in einer Periode, wo das Wirken und Treiben der Einzelnen auf das öffentliche Leben und Weben im Allgemeinen einen bedeutsamen Einfluß übt, ja vielleicht einen bedeutsamern, als zu dessen eigenem Frommen nöthig und nüßlich ist. Bei Ausführung dieses Unternehmens stellen 6 sich dem Verfasser zwei Hauptschwierigkeiten in den Weg, davon die eine in seiner Person, die andere in der Zeit selber liegt. Der Verfasser gehört zur Zahl der ehemaligen Schüler und der nachmaligen vertrautern Freunde des Trefflichen; desselben eigenes, wiederholtes Zeugniß allein macht ihn so stolz, dieses Titels sich zu berühmen. Sodann hat Rottecks Auftreten als Politiker und Publizist eine Menge Leidenschaften wider ihn erweckt, welche, im Verfolge, seiner Lebens- und Geistesschilderung gefährlich seyn könnte: gefährlich für den zu Schildernden, da der vorübergehende Haß des Augenblicks durch die Schrift gleichsam firirt und dem, welchem die rasch wechselnden Umstände Bedeutung und Ermäßigung gegeben, gleichsam ein bleibender Charakter aufgedrückt wird und gefährlich für den Schildernden, da mitten im Gewühl mächtiger Partei- Interessen leicht ein Mißverständniß über die Sache Statt finden kann. Ebenso erfodert unsere Zeit ein solch zartes Berühren der Wunden und Gebrechen der Vergangenheit, daß es Leichtsinn an der guten Sache, d. h. an der Sache der Måßigung, scheint, verklungene Schmerzenslaute aufzuwecken, zum Signal neuer schmerzhafter Berührungen; Berührungen, welche die thatenSchme Leight Berha noffen Stell Befam allein feinem auf chemm theil ten, weife Den und Bea gem fterm chen deru Fre Tre fche fonn Ham erig feiner liegt. mali utern wie die Rot eine welche, hilde den Бар fam den ben, cüct ba effen tatt ein Sre an Rá ute fter en7 schwere Periode der letzten Monate seither vielleicht vernarbt, wenn auch nicht ganz vergessen gemacht hat. Was den ersten, persönlichen Punkt der Verhältnisse des Biographen zu seinem Zeitge= nossen betrifft, so mag dieß allerdings seine Stellung etwas kritischer und die Ansicht von Befangenheit des Urtheils gewichtiger machen; allein theils beruft jener sich in allem dem, was seinen Mann und seine Beurtheilung anbelangt, auf das Gutachten des Publikums selbst, welchem über solche Dinge ein Urtheil zusteht; theils auch hofft er, in der Analyse der Schriften, Meinungen und Systeme Rottecks zu be= weisen, daß er mit Selbstständigkeit des Geistes den Ideengang des Freundes jederzeit verfolgt, und nicht selten Ansichten von geschichtlichen Begebenheiten und gesellschaftlichen Doktrinen gewonnen hat, welche von denen des erstern beträchtlich abweichen, ohne der persönlichen Freundschaft, oder der geistigen Verbrüderung Abbruch zu thun. Die Frage: ob ein Freund berechtigt seyn kann, das Leben und Treiben eines andern Freundes zu beurtheilen, scheint uns nicht so schwer zu lösen. Feinde können wohl niemals unsere Gefühle, Ideen und Handlungen mit Unbefangenheit schildern, außer 8 etwa in der Hinsicht, daß sie über die Schwåchen unserer innern, im Wechselverhältniß zu Undern sich klarer offenbarenden Natur uns, wenn auch bitter genug oft, belehren und auf manche Einseitigkeit unserer Hauptrichtung uns aufmerksam machen. Somit theilt sich das Recht zwischen Dreien: dem zu Schildernden selbst, als Auto- Biographen, zwischen dem Freunde, und zwischen den Fremden, in welch letzterer Reihe die Feinde und die unbefangenen Dritten gemeinsam begriffen sind. Dem Wesen der Biographie nach ist der Erstere wohl allen Uebrigen vorzuziehn. Niemand, als wir allein, sind im Stande, die geheimen Revolutionen, welche das Innere unseres Wesens bewegt haben, getreu zu zeichnen, und den Zusammenhang derselben mit manchen Erscheinungen im äußern Leben gehörig zu erklären. Es giebt viele tiefere Naturen, welche ein zweites, von ihrem bekannten Leben verschiedenes, oft doppelt reiches und schönes Leben, ein Leben, welches oft der Sarg den Hinterbliebenen zu groBem Nachtheil für immer verschließt, wie ihr Gemůth es während ihres Hierseyns den Mitlebenden sorglich verschlossen, leben; je klarer manches Individuum mit sich selbst sich fühlt, desto schneidender findet es sich oft im Widerspruch mit der Außenbe jam al den lang durch ein gehrende frieden liert pi Einzeln aber de gende barerm durch Lumu worden 北 Unde In 3ufa mit But to als 2 Der und tern Felbi Natu Schwa: iß zu uns, auf uns Recht den dem unbe in der Nie ge unfe und chei dren. wei enes, ben, gro Ge ben ches nei der 9 Außenwelt; aber Trostlosigkeit oder Entsagung lehren es, das Juwel der bessern Erkenntniß in jenem allein sichern Schrein fest verwahren, und den langen 3wist des Herzens mit der Welt durch einen selbstverläugnenden, nichts mehr begehrenden und nichts mehr hoffenden Gottesfrieden beendigen. Die Mit- und Nachwelt verliert viel durch solche großartige Verzichtleistung Einzelner auf ihren Ruhm und ihren Beifall; aber der heilige, in sich dennoch zusammenhangende Bund der Geister hat einen desto kostbarern Schaz mehr gewonnen, als von ihm, durch die Mittheilung an die große Welt im Tumulte der Leidenschaften, nichts verschleudert worden ist. Nichts desto weniger hat auch das Urtheil Anderer eine neue Seite für die Biographie. In vielen Dingen, besonders aber, was den Zusammenhang unserer eigenen Individualität mit dem Außenleben betrifft, sind wir uns selbst zu würdigen oft nicht halb so gut im Stande, als Undere, welche nicht unmittelbar im Drange der Handlung selbst begriffen, sondern über uns und diese Handlungen auf einen etwas entferntern Standpunkt gestellt sind, und weil uns selbst, vermöge des Wesens unserer gebrechlichen Natur, Liebe und Haß, Selbsttäuschung und 10 Ungerechtigkeit allzu sichtbar die Farben zum Gemåhlde darreichen. Der Selbstbiograph sieht sein eigenes Leben in einem etwas magischen Spiegel, und selbst der Irrthum, mit dem Interesse des Geschichtlichen ausgeschmückt, hat etwas Verführerisches, weil er seine schmerzhaften oder demüthigenden Folgen ausgelebt hat. Alle Züge und Gestalten nehmen größere Umrisse und lebhaftere Dinten an, und die Gleichfarbigkeit des einen langen Traumes, als welcher das ganze Leben selbst ja wohl sich darstellt, läßt uns die Verschiedenartigkeit der vielen einzelnen Traume weniger deutlich erkennen. Aus der Autobiographie wird also immer mehr der innere psychologische Theil vom Wesen des Schreibers, und seine Manier, die äußern Begebenheiten anzuschauen und aufzufassen, hervorgehn, als das treue Bild der Wahrheit an und für sich selbst. Doch ist dies selbst wiederum ein neues Faktum, und auf jeden Fall die erste Grundlage der Gesammtschilderung. Zu dem Selbstbiographen tritt somit als nåchster Ergänzer der Freund; dieser dringt in das Wesen des Andern weiter vor, enthüllt die schönern Seiten seiner Persönlichkeit, welche derselbe aus Bescheidenheit, Ueberzeugung oder Koketterie verdeckt gehalten hat, oder er macht ihn auf die geheimen Falten seines Herzens achtsamer; er weit in melde mentreffen melde im cuch fo menfchlid in der theilt er jen jeden weife em Erschein glanzen Wahr Di und da gegen Gegen gemo Grun aufgef Der vo oder t famme nicht fchen und 真愛 fieht gifchen Sn-hat Saften - Alle e und Digkeit ganze s die raume ogra holofeine Jauen Bild dies jeden zung. mách bas ſchōfelbe etterie auf mer; 11 er weis't den gemeinschaftlichen Brennpunkt nach, in welchem alle Strahlen seines Geistes zusammentreffen, und zugleich zeigt er die Flecken, welche in der geistigen Lebenssonne, sie strahle auch so hell, als nur immer denkbar, durch die menschliche Leidenschaft erzeugt, eben so gut, als in der großen irdischen, sich zeigen; zugleich zertheilt er den Flor, welcher auf das innere Wesen jeder kräftigern Individualität nothwendigerweise endlich kommen muß, sobald sie eine Reihe Erscheinungen durchgewandelt, und bei vielen glänzenden Irrthümern eine kleine Dosis trüber Wahrheit herausgefunden hat. Die Dritten, die Fremden, d. h. die Feinde und das größere Publikum zusammen, sitzen dagegen zu Gericht über die Handlungen, welche Gegenstand der öffentlichen Anschauung und Kritik geworden sind; sie richten, theils nach den eigenen Grundsätzen, die der betreffende Charakter selbst aufgestellt hat, oder nach der Parteiansicht, oder der vorherrschenden Meinung, dem Vorurtheil, oder der Ueberzeugung des Tages. Alle drei zusammen nur erschöpfen die Aufgabe der Biographie. Inzwischen tritt, wo der erste Fall noch nicht zugetroffen, der Freund vermittelnd zwischen das Stillschweigen des zu Schildernden und das laut gewordene Urtheil der Zeitgenos 12 sen; er zeigt den innern Zusammenhang seiner Individualität mit der Außenwelt, so gut als er vermag, aus den bisher vorhandenen Akten, und das Verhältniß des Menschen zum Bürger und Schriftsteller und Parteimann an; er be= richtigt oder ergänzt das Urtheil, oder reicht wenigstens demselben einen Maaßstab mehr, und eine sichrere Grundlage für die Gesammtansicht dar. In dieser Beziehung sind die Biographien von Zeitgenossen wichtig und lehrreich, und von diesem Gesichtspunkt ausgehend, hat der Verfasser der vorliegenden an seine Arbeit sich gemacht. Ihre eigenthümliche Natur, so wie die be= denkliche Zeitstimmung bringen es also sachgemåß schon mit sich, daß zarte Umstände und Persönlichkeiten, obwohl mehrere derselben vielleicht der Oeffentlichkeit bereits verfallen sind und zur Vollständigkeit des Gemähldes gehören, berücksichtigt, und blos solche Dinge gesagt wer= den, welche einerseits ein Freund vom andern sagen darf, ohne in den Verdacht der Schmeichelei, oder in den Vorwurf der Lobhudelei zu fallen, anderseits aber die Ansicht nicht Raum gewinne, dasjenige, was blos Leidenschaften und Vorurtheile zerstreuen sollte, sey zu ihrer Verstår= kung oder zu Erzeugung derselben niedergeschrieben wor dem Ve grinde Triebfede lichen Be einen M Land er gleichfam noch Le gelte e abzuleg freund Angefi die ge teigeift verfchie Adorat Den 2 Menja fühle, Mit d Sentin Panegy andern liegent nen; nadh t ng feiner gut als en Akten, Bürger ; be et tight wehr, und ntansicht Biogra hrreich, b, hat Arbeit ie beachge und viel find hören, wer bern mei Lei zu Raum n und chrie 13 ben worden. Beide Voraussetzungen können bei dem Verf. nicht Statt finden, weil die Beweggründe hiezu wegfallen, und nur rein- objektive Triebfedern das Ganze bestimmen. Der personlichen Berührung entzogen, dem Vaterlande durch einen Machtspruch des Geschickes in ein fremdes Land entrückt, also den frühern Verhältnissen gleichsam abgestorben, entwirft er das Bild des noch Lebenden wie auf dessen Grabe, und als gelte es, ein Zeugniß für einen geliebten Todten abzulegen, ein Zeugniß, bei welchem weder der freundliche Dank, noch der zürnende Unwille im Angesicht der unmittelbar vor uns Stehenden die geistige Anschauung mehr stört. Der Parteigeist, der Neid, der Tadel, die Meinungsverschiedenheit können mit dem Vorwurf der Adoration vor den Biographen treten; aber in den Annalen der Freundschaft und der bessern Menschheit wird die Rechtfertigung seines Gefühls, vielleicht auch seiner Gesinnung, liegen. Mit dem Modespott über die vorherrschende Sentimentalität des Teutschen, dargestellt in Panegyriken des einen Freundes zu Gunsten des andern, mag man ein öffentliches Zeugniß vorliegender Art wohl bei Vielen verdächtigen kön= nen; aber es werden Tage kommen, wo man nach dieser Sentimentalität, wie nach einem 14 - und verlornen theuren Gute, zurückschauen wird: dann nämlich, wenn die gegenwärtig drohende Anarchie aller Gefühle und Begriffe sich erst ganz entwickelt und ein Sansculottismus von neuester Façon seine Herrschaft ausgebreitet, die Treue rar, das Vertrauen verschwunden seyn alles Vorhandene in ein leeres Spiel flüchtig vorüberschwindender Theorien und Traumbilder verwandelt haben wird. Vielleicht mag diese Ahnung auf viele Freunde des zu Schildernden und seines Biographen selbst eine nur allzutraurige Anwendung erleben. Immerhin; der, welcher den Muth gehabt hat, den Anspielungen leidenschaftlicher Liberalen zum Troh, der Geschichtschreiber fürstlicher Häuser zu seyn, wird mit demselben Muth auch, den Verdächtigungen unverbesserlicher Absolutisten gegenüber, der Biograph eines Liberalen seyn, dessen Leben und Wirken wenigstens bis zur Periode gegenwär tiger Schrift nichts darbietet, was vor einer unparteiischen Jury der Edleren aller Parteien nicht vertheidigt werden könnte. Rari zu Freib R. R. fdmabi einer au fleidete medizi viele S Borlan adtuna fanntem eigte fentli mani wußt nicht Der off Fennum Stand. der barte wohlt faltige ird: dann de Xnar erit gang nenester Die Trene und flüchtig mbilber g diefe Deraben allzu in; det, pielun , der wird ungen Bio und nwar einer Par = = Karl von Rotted ward den 18. Julius 1775 zu Freiburg im Breisgau, damals dem Hauptsitz der K. K. Border Desterreichischen Regierung in den schwäbischen Besitzungen, geboren. Sein Vater gehörte einer angesehenen Bürgerfamilie daselbst an, und be= kleidete die Stelle eines Professors und Direktors der medizinischen Fakultät an der Hochschule, so wie auch viele Jahre lang diejenige eines Proto- Medikus der Vorlande. Er war als Mensch und Bürger gleich achtungswerth, und genoß auch bei Allen, die ihn kannten, großer Achtung. In Grundsatz und Thun zeigte er sich strenge, im Berufe unermüdlich, im öf= fentlichen und Privatleben voll Rechtlichkeit und Hus manitát. Der damals herrschende Monarch, Joseph II., wußte solche Vorzüge zu würdigen; er verlieh ihm, nicht so fast, um sie dadurch zu belohnen, als um der öffentlichen Meinung einen Ausdruck ihrer Anerkennung in den höhern Kreisen zu geben, den Adelstand. Aber der wahre Adel war in seinem Herzen. - Jene Gefühle wurden getheilt von seiner Gattin, der Mutter unseres Rotted. Französin von Geburt ihr Familienname war Perier- Dogeron offen= barte sie in jedem Lebensverhältnisse die edelsten und wohlthätigsten Vorzüge ihres Geschlechtes. Ihrer sorgfältigen Erziehung verdankten die Kinder um so mehr, 16 als sie nach des Vaters frühem Tode noch unmündig ihrer alleinigen Pflege und Leitung heimfielen. Die Milde, der Zartsinn, die Ordnungsliebe, der Eifer für Pflicht und Ehre, endlich die unendliche Fülle mütterlicher Liebe, so die treffliche Frau ausgezeichnet, übten auf das Gemüth ihrer Kinder den glücklichsten Einfluß, und das gemeinschaftliche Leben im mütterlichen Hause dauerte auch nach Rottecks Verehelichung bis zum Jahre 1808 fort, in welchem Jahre sie sodann gestorben ist. Der junge Rotteck machte alle seine Studien in seiner Vaterstadt. Damals wehete noch über den Unterrichtsanstalten der Geist der Regierung Josephs II. Nach dem Tode des großen Kaisers blies zwar ein anderer Wind, jedoch ohne die vorhandenen Saaten gänzlich zerstören zu können. Ein neues Geschlecht war unmerklich und in wenig Jahren herangereift, welches die Behauptungen mancher spåtern Schriftsteller, von der Spurlosigkeit alles Josephinischen Wirkens, in mehr als einer Beziehung zu Schanden gemacht hat. Es ist eine Ehrenschuld des teutschen Patriotismus, durch genaue und vollständige Schilderung der Verdienste der Männer, welche durch jene Periode ihre Bildung, Anregung und Richtung erhielten, den Manen des edelsten und unglücklichsten Reformators auf dem Throne eine so glänzende als heilige Sühne dereinst zu bringen.idual sma Im 23. Jahre( 1798) erhielt Rotteck die juristische Doktorwürde*), und bald auch die Stelle eines *) Die damals pro gradu geschriebene Abhandlung» Ueber die Verbindlichkeit des Nachfolgers eines ReAffeffors& cher damal dentlichen fitat. Du Novokaten fänglich ſe bies batter gefunden, berechnet m in den G als Gefet fdiebene fubite, Schließlich Sehnjudy der Recht Sabren a doch no ihm fo f und des verfitat Re und It Schwur gen gefe reich fonde Bielle Saty bas In unmindig len. Die ber Eifer che Fülle sgezeich men glüc Leben im eds Ver welchem ubien in ben Un Jephs II. war ein Gaaten efchlecht gereift, Schrift Wir handen 3 teut anbige He burch ichtung lichsten be als Die juri lle eines leber es Re: 17 Assessors bei dem Magistrate der Stadt Freiburg, welcher damals noch zugleich die Justiz in erster Instanz übte; einige Seit darauf ernannte man ihn zum or= dentlichen Professor der Weltgeschichte an der Univerfitát. Durch diese akademische Würde war er dem Advokatenstand entzogen, nach welchem Beruf an= fänglich seine Absicht vorzugsweise gegangen. Ueber= dies hatten von Wien aus allerlei Maaßregeln Statt gefunden, welche auf Beschränkung jenes Standes berechnet waren, und die bedeutende Sinnesänderung in den Entschlüssen eines Fürsten beurkundeten, der als Gesetzgeber und Reformator Toskana's ganz verschiedene Erwartungen einst von sich erregt. Rotted fühlte, wiewohl er dem Gelehrtenstande fortan ausschließlich sich widmete, noch lange Beit eine tiefe Sehnsucht nach der entrissenen Braut seiner Jugend, der Rechtswissenschaft, und es gelang ihm in spåtern Jahren gleichwohl, sie heimzuführen, d. h. er sah sich doch noch als Lehrer derselben, besonders was die von ihm so sorgfältig gepflegte Abtheilung des öffentlichen und des Vernunftrechtes betraf, bei der nåmlichen Universität angestellt. Reisen nach Wien und Paris, nach der Schweiz und Italien, gaben seinem regen Geist einen neuen Schwung, und füllten seine Phantasie mit Bildern an, genten zur Haltung der von seinem Vorfahr geschlossenen Vertråge« ein ominoses, inhalt: reiches Kapitel ist nicht in den Buchhandel gekommen, sondern blos als Geschenk an Freunde vertheilt worden. Vielleicht würde ihr, als bewußtloser oder absichtlicher Satyre auf den Systemwechsel Leopolds II., die Censur bas Imprimatur verweigert haben. 2 18 welche niemals ganz sich verloren haben; manche Vorstellungen von dem Thun und Treiben der Menschen und von den Leiden und Bedürfnissen der Völker und Staaten wurden in ihm berichtigt, und die ihm so eigene scharfe Beobachtungsgabe wurde in hohem Grade gestärkt. Die großen Månner der alten und neuen Zeiten waren ihm bereits vertrauter geworden, und lieferten die Ideale, denen er nachstrebte. Tacitus und Gibbon, Voltaire und Müller, Montesquieu und Rousseau, Filangieri und Kant, Bolingbroke und Franklin standen lebendig vor seiner Seele, und ihr reiches geistiges Leben schloß dem jungen Manne, in welchem der Ankampf für die edelsten Ziele der Humanität zur herrschenden Leidenschaft wurde, die ungeahneten und unversieglichen Schäße auf. Jest trat auch das in sein Leben, was allein es zu verschönern und zu würzen im Stande ist: die Liebe; sein Herz wendete sich einem blühenden und tugendsamen Mädchen, Katharina Mors von Donaueschingen zu, deren Hand er( 1804) erhielt, und mit welcher er die glücklichste Ehe führte, und die ihn zum Vater einer zahlreichen Familie machte, wovon weiter unten die Rede seyn wird. Rotted genoß alle süßen Vergnügen eines durch Phantasie und Verstand, wissenschaftliche Forschung, freies Auffassen der äußern Begebenheiten und natur getreues Gefühl veredelten Privatlebens. Er hatte eine Reihe wackerer Lehrer gehabt, und trat nun, selbst einer der wackersten, und als Freund der meisten seiner Kollegen, in ihre Mitte. Unter ihnen glänzte vor allen hervor durch literarischen Ruhm und persönliche Liebenswürdigkeit Joh. Georg Jakobi, der erste Prote Sod neuen Bewo siglich Theol thige mithi Der m fer; ger: ber body der bas repub als Ste Ridere zu alle Die che Bor Menschen Slfer und fo eigene abe ge en Zei liefer us und eu und fe und und ihr ne, in Der Hu die unein es : bie n und Do , und und die , wo burch hung, maturte eine felbft en fei te vor Onliche erfte 19 Protestant, welcher an diese bisher rein- katholische Hochschule gerufen ward, und welcher auch in dem neuen Vaterlande eine Aufnahme fand, würdig der Bewohner jener schönen Gegend, wo jesuitisches Getriebe niemals recht hat wurzeln mögen*). Die vorzüglichsten übrigen Lehrer waren: der hochgefeierte Theolog und Orientalist I. L. Hug; der freimůthige Kanonist Sauter; der Herausgeber des Freimüthigen und der Freiburger- Beiträge, J. K. Ruef; der milde und menschlich fühlende Moralist F. Wan= ker; der unerschrockene Kirchenhistoriker Schinzin ger; der gründliche Kriminalrechtslehrer Pezzeck; der trotz mancher Schwächen als Lehrer und Arzt hochverdiente, so wie als Mensch liebenswürdige Ecker; der edle Menschenfreund Schmiderer, an welchen das restaurirte Frankreich noch spåt die Schuld des republikanischen abgetragen; der nicht minder humane als gelehrte Mertens; der aufgeklärte Erjefuit Steinmeyer; der scharfsinnige und populåre Th. Rinderle, beide letztern Mathematiker von Verdienst. Es gereicht dem Verfasser dieser Biographie zu besonderer Lust, die Namen von Männern hier anführen zu können, welche er, mit Ausnahme zweier Einziger, alle von Person noch kennen und achten gelernt hat. Die Universitat Freiburg war um jene Zeit nicht reich *) Die Beharrlichkeit, womit Freiburgs Universität und Stadt die Unsiedelung der Jünger Loyola's zu hintertreiben gesucht, bis ein Machtwort Erzherzogs Albrecht je: den fernern Widerstand niederschlug, bleibt ein ruhmvol= les Zeugniß von Aufklärung unter den Katholiken jener Gegend. 2* 20 an eigentlichen Illustrationen in der gewöhnlichen Bedeutung, oder vielmehr die meisten ihrer gründlichen und kenntnißreichen Lehrer zogen stillschweigendes Wals ten den Unbequemlichkeiten geräuschvollen Ruhmes vor; aber das ist ein bleibender Ruhm der Anstalt selbst auch in dieser Periode gewesen, daß sie in ihrer Gesammtheit stets für ein helles Prinzip aufgetreten ist, und daß sie dem katholischen Süden eine Menge herrlicher Blüthen der Kultur treu bewahrt hat. Damit glaubte sie am besten den Geist des Stifters zu ehren. Das glückliche Ereigniß, welches Freiburg mit dem übrigen Breisgau u. s. w. unter die Herrschaft des Hauses 3åhringen brachte, wirkte wohlthätig auch auf die Universität, welche durch die Bedrängnisse des französischen Revolutionskrieges, durch den Einzug des größern Theils ihrer Gefälle jenseit des Rheins, finanziell in große Berrüttung gekommen war. Sie erhielt einen Karl Friedrich zum Regenten, und einen Mann, wie Joseph von Ittner, zum Kurator. Ein Geistbefreundeter trat in der Person dieses Letztern zu den Hellgesinnten der Hochschule. Die Albertina erholte sich nur schwer und allmählig von ihrer Sieche, welche in mancher Hinsicht auch geistig auf sie eingewirkt. Aber die unverwüstliche Lebenskraft in ihr gab reiche Hoffnungen des Bessern. Der Napoleonische Geistesdruck brachte höchst unangenehme Störungen hervor, welchen die Bessern mit Macht und zugleich mit Klugheit entgegenarbeiten mußten. Nichts desto weniger kamen mehrere kostbare Erzeugnisse wissenschaftlichen Fleißes selbst während dieses Zeitraums zu Stande. Unaufhörlich thatig blieb auch die liebliche Muse Jakobi's, und seine Person, wie fein figer biel man Berlefun lautertem oder da Sdrift den, Reicht pel de freuer nad n mith neng ange gemin ชิน entf an. tion Leider auffo Dette muß friede Offent trübte Der F idhen B rundlichen des Wals mes vor; alt felbft brer Ge reten ist, ge herr Damit u efren. urg mit schaft ig aud iffe bes Finzug heins, Sie und Kus diefes Die g von giftig fraft un effern beiten bare renb blieb τήση, 21 wie seine Fris, wurden die Vermittlungspunkte geiftiger Berührung für Männer gleicher Gesinnung und für Freunde geistigen Aufschwungs. Ihn, der Allen viel war und Alle herzlich liebte, liebten Alle. Seine Vorlesungen über Aesthetik regten außerordentlich wohlthätig mehr als einen Jüngling an, bildeten und läuterten den Geschmack Mancher, nachmals berühmt oder doch bekannt gewordener Männer, und seine Schriften auch den von sinnigen Frauen und Mádchen, davon das liebliche Breisgau einen besondern Reichthum hat. Das Haus Jakobi's ward ein Tempel des Schönen und Humanen; in sein Taschenbuch steuerten die Freunde redlich, und auch von der be= nachbarten Schweiz her wurde mit den lieben Leuten zu Freiburg thätiger Verkehr unterhalten. Der gemüthvolle Hebel war ebenfalls in dem Bunde. Das literarische Freiburg bot freilich damals keinen glänzenden Anblick nach Außen wie wir schon angedeutet- aber desto reicher wurde nach Innen gewirkt. Man flüchtete vor dem politischen Sturm zu den sicheren Laren des Hauses, und zündete den entflohenen Göttern darin fortwährend freundliche Opfer an. Der gemeinsame Schmerz über die Lage der Nation und die Leiden des Vaterlandes hatte viele jener Leidenschaften und Meinungsverschiedenheiten noch nicht aufkommen lassen, welche nachmals, in Folge veránderter Umstände und Beitlagen, nothwendig eintreten mußten. Wohl wäre auch ein solch allgemeiner Burgfriede ein glücklicher Zustand zu nennen, wenn es ohne öffentliche Wohlfahrt für bessere Menschen ein ungetrübtes Privatglück gåbe. Aber mit der Kraft kommt der Kampf, mit dem Geiste der Widerspruch, mit 22 dem entschiedenen Willen die( oft) zerstörende That. Also will es das Geschick der Sterblichen und die Bestimmung der Menschheit. In stiller Wirksamkeit, auf die akademischen Vortråge in Geschichte und vergleichender Geographie und auf kleinere Erzeugnisse im Interesse eines größern Publikums beschränkt, sah Rotteck das Jahr 1811 heranbrechen, und die trübe Aussicht in die Zukunft, welche auch nach der Vermählung des Eroberers mit der Tochter des alten Kaiserhauses nicht heller ge= worden, erfüllte ihn fortwährend mit mannigfachen Gefühlen, die auch auf seine Studien bedeutenden Einfluß üben mußten. Bei den Parallelen insbesondere, die er zwischen alter und neuer Zeit zu machen liebte, und welche oftmals in letzterer nur Wiederholungen der erstern ihm zeigten, kam er auf die Idee, ein Handbuch der Geschichte in anderer Weise zu schreiben, als bisher von den Meisten geschehn. Dieses Handbuch sollte sowohl für die eigenen Vorträge, gehalten an reifere Jünglinge, als für philosophische Beobachter der Geschichte, zum Selbststudium derselben überhaupt, berechnet seyn. Welche Grundsätze dabei ihn beseelt, giebt er in der Vorrede zur ersten Auflage felbst zu erkennen: " Auch das beste Lehrbuch kann nicht gleich brauchbar für jede Schule seyn. Es kommt hier Vieles auf den Grad der Vorbereitung, womit die Schüler eintreten, auf 3weck und Methode des Lehrers, auf die Zeit, die er dem Unterricht zu widmen hat, endlich auch auf den 3usammenhang und das gegenseitige Ineinandergreifen verwandter Lehrkanzeln an. Ton und Inhalt des Vortrags müssen nach jenen Rückfichten Lehrbu Shnet Die bef mfiger Sem G hwung Beiter Wert, nahme bereid den S gebum trad Mi ohne flücht ift, Nad aus dur und eig anfi nde That die Be ichen Vor raphie und es größern 1811 Bukunft, Serers mit beller ge nigfachen meutenden nsbeson machen ieberho Jbee, ife zu Dieses me, ge wobifche erfelben babei uflage rauch 6 auf er einmuf bie endlich feitige Ton Rúd 23 sichten bestimmt, und, wo kein ihnen entsprechendes Lehrbuch vorhanden ist, muß ein neues verfaßt werden. Ohnedies schreitet die Wissenschaft unaufhörlich weiter; die besten Lehrbücher können, nach dem Verlauf einer mäßigen Zahl von Jahren, den 3dgling nicht mehr zu dem Standpunkt erheben, welchen jene indessen erschwungen; und wenn ein Nachfolger auch nichts Weiteres thate, als daß er ein früheres vorzügliches Werk, welches er zur Grundlage seiner neuen Arbeit nahme, durch die Ausbeute der spätern Forschungen bereicherte, und dabei Ton und Behandlung nach den Bedürfnissen seiner Zeit und seiner nåhern Umgebungen( wer verkennt, daß beide hier sehr in Be= trachtung zu ziehen sind!) abånderte, so würde seine Mühe gewiß nicht unverdienstlich und das Werk nicht ohne Werth seyn, vorausgesetzt, daß es nicht blos flüchtige Kompilazion, wie gleichwohl meist der Fall ist, sondern die Frucht eigner Forschung und reifen Nachdenkens wäre, und sich, sey auch Vieles davon aus den Werken der Vorgänger entnommen, dennoch) durch den innern Zusammenhang und durch Einheit und Eigenthümlichkeit des Tones und Geistes, als ein eignes, dem Verfasser in der That zugehöriges Werk anfundete.<<*) *) Leider ist dieser Wunsch noch sehr wenig, oder sehr schlecht in Erfüllung gegangen. Von den meisten neuern Handbüchern der Geschichte sieht eines dem andern so ähnlich, wie ein Tropfen Wasser dem andern. Ueber die wenige Selbstverläugnung zu Ueberarbeitung und Fortsetzung einst anerkannt trefflicher Werke wird nur mit allzu vielem Rechte geklagt. Oft bedürfte es nur verbesserter Orthographie und Wegräumung allzu gehäuften literarischen 24 Diese Betrachtung ermuthigte Rotteck, trotz der vorhandenen Anzahl von trefflichen Lehrbüchern, worun ter er besonders Gatterer, Remer, Schlozer, Beck, Heeren und Breyer anführt, an die Ausarbeitung eines neuen Lehrbuches sich zu machen. Die nähern Beweggründe hierzu giebt er in folgenden Worten an: Jeder Lehrer, der mit Liebe und Eifer sich seinem Amte widmet, fühlt eine Art von Bedürfniß, von Verpflichtung, möchte ich sagen, die Grundsätze seines Unterrichts, Geist und Ton seines Vortrages öffentlich bekannt zu machen. Hierdurch werden die 3dglinge, oder wer für sie den Studienplan bestimmt, im voraus mit dem bekannt, was sie da zu erwarten oder nicht zu erwarten haben; der Lehrer rechtfertigt seinen Beruf vor den Augen des größern Publikums, erweitert, wenn er so glücklich ist, Leser auch außer dem Kreise seiner Schule zu erhalten, die Grenzen seines nůßlichen Wirkens, und freut sich dessen, als des schönsten Lohnes seiner einsamen Arbeit. Ich gestehe, daß ich nach diesem Lohn mit allen Kräften meiner Seele strebe. Borzüglich habe ich jedoch hers anreifende Jünglinge im Auge, welche schon vorbereitet sind durch früher genossenen historischen und philoso= phischen Unterricht, und deren Geist, empfänglich ist und voll des Lebens. - ebeln ju Sie erh Gemit für die fchopfte Baterlam fpornen Meine figung den Re Gefühl ten M Die mi des, feitber Hoffn Glorie ift nic immer fille und den Grun Euch, meine Sifter pertin dhes Fojes deren Gefühl R Schuttes, oder der Zusäße, welche die Ergebnisse neuerer Forschung in Anmerkungen enthielten. Wir nennen beispielshalber nur den einzigen Mascov. Die» Geschichte des åltern Teutschlands und die» Kommentarien des selben, in die neudeutsche Sprache einfach übersetzt, würs den zwei klassische Merke darbieten. Epft fundi neuen Bu m , tro ber rn, worun ger, Bed sarbeitung Die nabern Worten Fer fich fei Bedürfniß, Grundlage Bortrages werden die eftimmt, erwarten chtfertigt likums, außer en fei 13 bes geftehe, meiner her bereitet bilofo Befühl meine euerer en bei chichte defs wür 25 edeln jungen Freunde, möchte ich die großen Lehren, die erhebenden Bilder der Geschichte in das offene Gemüth legen, euch Liebe und Bewunderung geben für die herrlichen Charaktere der Vorzeit, eure unerschöpfte Wärme entzünden für Recht, Freiheit und Vaterland, eure Kräfte nähren, eure Nacheiferung spornen durch die Vorhaltung geschehener Großthat. Meine eigene Jugendzeit scheint mir bei dieser Beschäf= tigung wiederzukehren, die Begeisterung, mit der ich den Reichthum der Geschichte aufnahm, das erhebende Gefühl, womit ich in die Galerie der großen und gus ten Menschen trat, der Dank, den ich denjenigen zollte, die mich einführten in diesen ehrwürdigen Kreis. Manches, was ich damals mit Enthusiasmus umfaßte, ist seitdem mir anders erschienen; manches Gefühl, manche Hoffnung hat die Erfahrung kålter gemacht; aber die Glorie, in welcher ich zuerst meine Lieblingshelden sah, ist nicht verglommen, und während die Gegenwart immer bedrångter, die Zukunft trüber wurde, hat die stille Vergangenheit mir unablässig Trost, Aufschluß und Erhebung gebracht.<< Rotted legte bei Abfassung seines Werkes, was den äußern Rahmen betraf, das Remer'sche zum Grunde, gegen die Gewohnheit vieler unserer neuesten Historiker, welche gewöhnlich mit unerträglicher Impertinenz gegen frühere verdienstvolle Männer des Fa= ches debutiren und, durch großes Gepolter und burschifoses Busammentreten aller vor ihnen angewendeten Systeme, das innere Feuer und die höhere Kraft ankündigen. Die Grundsätze, welche der Verfasser eines neuen Lehrbuchs der allgemeinen Geschichte aufstellen zu müssen glaubte, sind die edelsten, welche einen " 26 Schriftsteller mit einer Aufgabe, wie die seinige, be= seelen können: den religiösen und den politischen Standpunkt, Klippen, woran so viele Talente und Bestrebungen scheitern, hat er mit Vorsicht und Würde berührt. Ein Katholik, wie der Verfasser ist, hatte vazu doppelte Gründe. Von diesem Standpunkte aus war jedoch freilich vom Verf. niemals etwas zu besorgen, wie weiter unten gezeigt werden wird. Die Zeit aber, in der das Buch geschrieben wurde, und das Land, in welchem er seine Vorträge hielt, mußten durchaus mit berücksichtigt werden. Wahr sagt der Verfasser: Selbst die großen Alten schrieben mit parteiischer Vorliebe für ihr Vaterland und ihre Verfassungen.<< Die romantischen und epischen Geschichtschreiber, denn auch solche giebt es heut zu Tage, läugnen zwar solches; aber so lange die Geschichte von Menschen geschrieben wird und den Menschen zu etwas nůßen soll, so lange wird stets auch der subjektive Standpunkt mit dem objektiven gleich berücksichtigt werden müssen, und das Ideal einer von aller Nebenrücksicht und aller Leidenschaft freien Geschichtschreibung wird von Menschen hienieden eben so wenig jemals erreicht, als die Wahrheit selbst aufgefunden. Dies ist gerade der Punkt, welcher hinsichtlich des Rotted'schen Geschichtswerkes vielfach besprochen worden ist. Die Gegner von der dürren, tiefgelehrten, und jene von der romantisch= epischen Abtheilung haben weder die Idee, noch die Tendenz beachtet, über die Rotteck schon in der Vorrede zur ersten Auflage bestimmt sich aussprach. Rotted betrachtete in feiner Stellung als Lehrer und Schriftsteller die Geschichte allerdings als eine reiche Quelle von Kenntnissen; aber hierdurch wird nur die » Hälfte i Gefühl Kraft e 醬 fters geben 23 Fan Birfande Seren bringliche Curade fort, b fahrung in eine Sorgf chen unter D fabit, der 2 Anme teutic lebr eigne fich bem Schrei gelt an uns gera Gor Gin Coppe feinige, be fchen Stand und Bef Burde be batte baja fte aus war zu befergen mie Beit aber das Land, en durchaus Berfaffer: parteicher affungen. iber, benn zivar fol ichen ge en foll, ndpunkt = mufen, cht und wird von icht, als rabe ber ſchichtsner von antisch Toch bie er Bor 5. Rot rer und ne reiche nur die 27 Hälfte ihres Werthes bestimmt. Sie soll auch aufs Gefühl und auf den Willen wirken, die moralische Kraft erhöhen, Liebe zur Tugend und Haß des Lasters geben und Begeisterung zur großen That. Dies Alles kann sie nur dann, wenn sie nicht blos zum Verstande, sondern auch zur Imagination und zum Herzen redet; ja selbst die bloße Belehrung wird eindringlicher und dauernder, wenn sie in etwas belebter Sprache ertheilt wird. Aus diesen Gründen,« fährt er fort,» von deren Richtigkeit mich eine vielfältige Erfahrung überzeugte, habe ich mich nicht gescheut, selbst in einem Lehrbuche auf Einkleidung und Styl eine Sorgfalt zu verwenden, welche die Verfasser von solchen Büchern, wenigstens in Deutschland, gewöhnlich unter ihrer Würde halten.<< Dies ist eine Wahrheit, die Jeder nur zu gut fühlt, welcher jemals mit den bessern Geisteswerken der Alten und der Neuern sich befreundet hat. Ihre Anwendung erklärt uns, weshalb ein großer Theil von teutschen Schriftstellern, trotz allem Aufwand von Ge= lehrsamkeit, Scharfsinn und Kritik, weder auf die eigne Nation selbst den Einfluß ausübt, welchen man sich doch versprechen sollte, noch andern Nationen in dem Grade imponirt, wie selbst mittelmäßige Geschichtschreiber und Produkte unter diesen letztern. Es mangelt gar zu Vielen an Geschmack, und ihren Werken an Harmonie und Schönheit der Form. Man hålt uns Neuern fortwährend die Alten vor Augen, und gerade diese haben auf das Aeußere sehr bedeutende Sorgfalt verwendet. Wenn die Wahrheit zu den Sinnen und zu dem Geiste zugleich spricht, wirkt sie Doppelt. Der größte Theil des Werthes einer Frau 28 ist freilich der moralische; wenn aber diese Frau auch mit äußerlichen Reizen ausgeschmückt ist, und dieselben durch zwar einfach- edle aber geschmackvoll- würdige Toilette erhöht, so steht sie in doppelter Grazie vor uns. Man sagt: die Wahrheit, oder deren Berkúnderin, die Geschichte, wirke einfach durch sich selbst und bedürfe keiner Kokettenkúnste. Dies ist an und für sich wohl wahr, aber das von uns Angedeutete kann nicht in letztere Reihe gerechnet werden. Vernachlässigung und Schmuh im Aeußern, oder geschmackloser Anzug ist nicht das Korrelatum von Koketterie. So verhält es sich denn auch mit Geschichte und Geschichtschreibung*). Nach dieser Abschweifung, welche durch die Urtheile über Rotteck und seine Art, Geschichte zu behandeln, nicht ganz überflüssig scheinen mochte, kehren wir zu ihm selbst zurück. In dem Zeitraum, welcher von Erscheinung des ersten Bandes bis zur Herausgabe des neunten verstrich, hatte sich auf der politischen Bühne so Manches begeben, was auf Ton und Geist des Ganzen großen Einfluß üben mußte. Das Werk selbst war eine Macht in der Geschichte der öffentlichen Meinung Teutschlands, und der Verfasser muß den Männern angereiht werden, welche geistig mit zur Emanzipation *) unter Allen, die darüber sich ausgesprochen, hat Wolt: mann in seinem, gleich berüchtigten als geistreichen, Libell über Joh. v. Müller die trefflichsten Ansichten nie: dergelegt und den feinsten Schönheitssinn verrathen, welcher auch einen Geschichtschreiber zu Belebung seines Kunstwerkes beleben soll. Wir reden übrigens hier auch nur von Geschichtschreibern, nicht von Geschichtsorschern. berfelben Es geht mals, as wurden, f den find. fis, und Theilnahm Baterland Farbe ma ganz eige zu finden am flar D fchrieb, Es wa Die dr bereits als Mc Rechts ten. Ter S Schre frafer brachte politic fdicht Der nicht mocht wart überge jenes fe Frau und diefelben würdige zie vor uns underin, die und beburfe nd für i Fann nicht chlaffigung ofer Anzug So verhält hichtschrei die Ur behan febren ing des en vers Man: Ganzen bft war inung innern pation Bolt en, Li ten nie: rathen, feines er auch hern. 29 derselben und zur Befreiung des Vaterlandes wirkten." Es gehörte Muth und Selbstverläugnung dazu, das mals, als die ersten Bånde dem Publikum mitgetheilt wurden, so zu schreiben, wie dieselben geschrieben wor den sind. Dies ist das eine Hauptverdienst des Werkes, und dies erklärt zugleich sowohl die zahlreiche Theilnahme der Edelsten und Besten des teutschen Vaterlandes an dem Unternehmen, als auch Ton und Farbe mancher Schilderungen und Gemahlde, die darin ganz eigenthümlich und verschieden von vielen andern zu finden sind. Der Verf. spricht sich hierüber selbst am klarsten in der Vorrede zur zweiten Auflage aus: Die Zeit, worin ich sie( die ersten drei Bånde) schrieb, hatte darauf einen verherrschenden Einfluß. Es war die Zeit der Napoleonischen Gewaltherrschaft. Die drei ersten Bånde waren geschrieben, der erste bereits auch ausgegeben, bevor die Flammen Moskau's als Morgenröthe einer möglichen Wiederherstellung des Rechtszustandes über die europäischen Länder leuchte= ten. In den Tagen der völligen Erdrückung al= ler Rechte der Völker und der Einzelnen, durch die Schreckensmacht des Einen, wo, von der Gegenwart strafend, wie sie es verdiente, zu reden, Verderben brachte und jede der Freiheit holde philosophische oder politische Lehre geachtet war, erkannte ich in der Ges schichte noch ein einzig übriges Organ zur Verkündung der Wahrheit. Die alte Geschichte hatte man noch nicht gewagt, schweigen zu heißen, und ihre Gemahlde mochten durch leise Andeutung zu Bildern der Gegenwart gemacht werden; in dem Urtheil über långst vorübergegangene Begebenheiten und Charaktere mochte jenes über die Schicksale und Machthaber des Tages 30 erklingen. Von diesem Standpunkte aus müssen die drei ersten Bånde gewürdigt werden.<< Sie wurden, wie wir bereits bemerkt, von Tiefersehenden und Besserdenkenden gewürdigt, wenn gleich nicht ohne mannigfache Vorurtheile und verunglimpfende Beschuldigungen gegen den Verfasser zu erre= gen. Diese Vorurtheile und Beschuldigungen kamen nicht sowohl von Seiten der Gewalt, als von einer Abtheilung des Publikums selbst. In Baden waltete damals der milde Geist eines Enfels von Karl Friedrich, desselben Fürsten, welcher dem Lande nach einer Anzahl Jahren das Geschenk einer freisinnigen Ver fassung aus eignem Antrieb dargereicht hat; aber unter dem Volke zeigten sich hier und da bereitwillige Sendlinge des Despotismus und blinde Seiden ultramontanischen Kirchenthums genug, welche den Verfasser mannigfach in gehässigem Lichte hinzustellen bemüht waren. Auch Baiern hatte, troh Montgelas, Ja= kobi und Weiler, noch viele solcher Leute. Die Zeloten einer katholischen Literaturzeitung zu Landshut, deren Redaktoren, Felder und Mastiaur, die Vorgänger der Herren Kerz und Besnard, von der öffentlichen Meinung ihrer aufgeklärten Glaubensgenossen selbst schon långst mit verdienter Verachtung gebrandmarkt wor den sind, überschütteten Rotteck mit jeder Art inquifitorischen Giftes, und die ganze zahlreiche Partei, welche ihren Ansichten huldigte, suchte den Verf. der » Allgemeinen Geschichte« nicht nur als Unkatholiken und Sozinianer, sondern selbst als Freigeist und Jugendverführer darzustellen und unter dem Publikum herumzubringen. Man sette das Buch natürlicherweise also gleich in den Inder, und verbot es unter Undrohum Schen Jin noch etwan Binhi Bidofs miigter und in wiffenfcha 1812 g ften 26 mit Un fridtha gungem Lebran Rotted zum E Der Un Sante gabl ftren des lung welche Sing Schreit Ober bes E δε 31 muffen die von Tie wenn gleich erunglim zu erre: en famen von einer nwaltete arl Fried madh einer Jen Ber ber unter ge Send tramon Berfaffer bemüht , Ja Beloten deren nger ber n Metfichon wor inquiPartei, rf. ber tholiken b Ju tum licher unter Androhung schwerer geistlicher Zensuren allen katholischen Jünglingen, welchen an der Religion ihrer Våter noch etwas gelegen sey. Der Verf. gegenwärtiger Biographie gedenkt noch mit Vergnügen der vergebe= nen Mühe, welche der Offizial und Generalvikar des Bischofs von Basel, ein im Uebrigen redlicher, ge= måßigter Mann und Freund seines väterlichen Hauses, und in früherer Zeit von großem Einfluß auf seine wissenschaftliche Bildung, sich im Jahre 1811 und 1812 gab, um gegen Rottecks Grundsätze den tief= sten Abscheu ihm einzuflößen. Er gedenkt auch noch mit Unwillen der cause célèbre, welche in seiner frickthal'schen Heimath durch die fanatischen Anstren= gungen eines åltern Priesters gegen eine aufblühende Lehranstalt sich ergab, blos aus dem Grunde, weil Rottecks Lehrbuch beim Unterricht der Geschichte darin zum Grunde gelegt und die Lecture der» Stunden der Andacht empfohlen wurde. Die Regierung des Kantons Aargau, damals noch in entschiedener Mehrzahl von freisinnigen Ideen geleitet*), stellte eine strenge Untersuchung gegen den verleumderischen Störer des Burgfriedens an, und sie endigte sich mit Einstel= lung der Amtsverrichtungen des Pfarrers. Der Mann, welcher den Verf. dieser Biographie und eine Anzahl Jünglinge mit den Ansichten des trefflichen Geschicht= schreibers bekannt machte, hieß Fischinger, noch jetzt Oberamtmann des Bezirkes Rheinfelden und Mitglied des souveränen Rathes, ein Beamter von vielfachem 31 *) Selbst den kongregationsfreundlichen Zensor von R. aus den Jahren 1821- 29 mit eingeschlossen. Doch, die Todten mögen ruhen!. 32 Verdienst. Der Verf. muß jedoch gestehen, daß er schon früher aus den Hånden eines katholischen Priesters, welcher mit ihm verwandt war, wenn auch nicht ohne einiges Bittern desselben, das hartbeschuldigte Buch erhalten hatte. Er fand aber damals Manches noch zu schwer darin, und empfing erst durch den mündlichen Vortrag jenes Beamten, welcher auf einem provisorisch errichteten Gymnasium unentgeltlich lehrte, die nöthigen Erklärungen. Man führt diese an und für sich unbedeutenden Einzelnheiten blos deßhalb an, weil sie einen Beweis dafür liefern, wie schwer den von ultramontanischem Alp gedrückten Katholiken in manchen Gegenden oft jeder Schritt zur Emanzipation gemacht wird, wie man planmåßig die Jugend, durch Erweckung alter grober Vorurtheile und heftiger Leidenschaften, zu bearbeiten suchte, und wie man dies Alles zur größern Ehre Gottes auch jetzt wieder thut. Am meisten hatten die apostolische Partei Rottecks Urtheile über religiöse Materien geschmerzt; diese waren es, welche dem Verf. ganz besonders den Namen eines Sozinianers, das stärkste Schimpfwort, welches ein nicht an Rom glaubender Katholik von den Ue= berspannten jener Partei erhalten kann, zugezogen. Die Art und Weise, wie er die Sündfluth, den Uebergang der Israeliten durch das rothe Meer, die Sendung Mosis*), den Charakter Samuels und das Leben Davids beschrieb, wurde, als frommen Ohren ganz unerträglich, hervorgehoben. Bei vielen dieser Angriffe, welche mit schonungsloser Wuth bald offen, bald anonym gewagt wurden, konnte man sich *) Meist nach Müllers Ansicht. an bas fcher Gall des Geidhin ten geführt hrige Ge ten, di frommend Brute fam unter Re der Stra daft mu wahre diger E ungehe hatte; bei der gabe e gegen Philo darin Dyna zufamm geiflo Lich, feine fchent fo wie grub, wiffen en, daß er fchen Prie auch night efchuldigte Manches murch den auf einem ich lehrte, an und alb an, wer den lifen in zipation d, durch ger Lei an dies thut. otteds waren Namen weldes en le ogen. , den , die Sund mmen vielen balb fich 33 1 an das naive Verfahren protestantischer und katholischer Sorbonnen gegen Bayle und Voltaire erinnern. Eine andere Art von Krieg ward gegen den Verf. des Geschichtswerkes von Seite derjenigen Fachgelehrten geführt, deren literarischen Pedantismus oder mattherzige Gesinnung er durch vielerlei Urtheile und Ansichten, oder durch gleichgültige Uebergehung nichtsfrommenden Schulframes, sehr beleidigt hatte. Dieser Leute fanden sich unter Protestanten eben so wohl, als unter Katholiken; doch wagten sich nur wenige mit der Sprache heraus; die meisten äußerten ihre Leidenschaft nur in Ausfällen auf dem Katheder. Von da aus wurde dem Verfasser nicht selten die wahre Gelehrsamkeit abgesprochen, weil sein selbststän= diger Geist die Lastwagen literarischer Ostentation, die ungeheuern Eitate, dem Werke beizufügen verschmäht hatte; man vergaß völlig, von welcher Idee Notteck bei dem Ganzen ausgegangen war, und welche Aufgabe er gleich anfangs sich gestellt hatte; Andere da= gegen behaupteten, merkwürdig genug, es sey zu viel Philosophie darin: als wenn das Wesen der Geschichte darin bestånde, die Begebenheiten blos nach Namen, Dynastien und Begebenheiten in mühsamer Mosaik zusammen zu stellen, und das Ganze so langweilig, geistlos und innerlich unzusammenhängend, als möglich, zu schildern. Rotteck fand in der Anerkennung der Bessern für seine Arbeit überschwenglichen Lohn, und in dem rauschenden Beifall des größern gebildeten Publikums, so wie in der begeisterungsvollen Theilnahme der Jus gend, für Verunglimpfungen der Ignoranz und Unwissenheit hinreichenden Ersatz. Bald ånderte sich 3 34 auch die Szene auf dem politischen Schauplatz; die politischen Ketten des Auslandes fielen, und die aufgewachte Nation sah einer schönern Zukunft entgegen; da mochte auch unser Geschichtschreiber dem vollen, reichen Zuge seines Herzens folgen. Es wurden in dem Werke von Zeit zu Zeit Worte gesprochen, welche, feurigen Sungen gleich, auf Begeisterung, wie auf Ueberzeugung der Leser wirkten, und die akademischen Vorträge, welche er zuerst als Lehrer der Geschichte, sodann des Rechtes, in reichgefüllten Hörsålen gehalten, dienten, wenn solches je noch nöthig gewesen wåre, als lebendiger Kommentar dazu. Doch es werde der Schilderung von den Verdiensten in letzterer Hinsicht dermal noch nicht vorgegriffen. « Mehrere Jahre hindurch erlitt die» Allgemeine Geschichte eine vom Publikum unbehaglich aufge= nommene Unterbrechung. Mehrfache Krankheiten, ge= häufte Dienstgeschäfte, ökonomische Anstrengungen und schwere Familienſorgen trugen hieran Schuld. Endlich im Jahre 1826 erschien der letzte Band, oder vielmehr die beiden legtern( der VIII. und IX.) wurden, aus verschiedenen Gründen, zusammen ausgegeben. Die politischen Störungen während der Restaurationsperiode, so wie die inzwischen gespielte Rolle des Verfassers, als Abgeordneter der Universität in der ersten Kammer der badischen Landstände und als publizistischer Schriftsteller( namentlich im Gebiete des konstitutionellen Staatsrechtes) hatten den Reiz des Werkes nur noch erhöht; die drei letzten Fortsetzungen, welche die Weltereignisse von der Reformation bis zur Restauration beschrieben, die Zahl der Abnehmer auf mehr denn 10,000, und die Reihe der Auflagen auf fieben Schluß men, an der gebill Steigtei Die ichung rungen Statt eine Kr Infimum unfer Som terlan Wort chelba Theo griff Des 933e buch **) play; bie die auf entgegen; mvollen, wurden in n, welde, wie auf bemischen Sefchichte, gehal gewefen Doch es lepterer gemeine aufge n, ges en und Endlich Er viel twurden, egeben. ations Ver 35 sieben gebracht. Man brannte vor Ungeduld, den Schluß des Ganzen einmal in die Hände zu bekommen, und bereits die Aushängebogen der letzten Bånde gingen in bekanntern Kreisen herum; die Mehrzahl der gebildeten Masse verschlang sie als die interessanteste Neuigkeit. Die Theilnahme war außerordentlich, und in Beziehung zu dem 3wange, der über manchen Neuße= rungen des öffentlichen Lebens damals zum Theil noch Statt hatte, bedeutungsvoll. Sie konnte als eine Art von Antwort gelten auf gewisse Maaßregeln, Infinuationen und Bezüchtigungen, deren Opfer unser Freund zu verschiedenen Zeiten geworden ist. Vom Norden wie vom Süden des teutschen Va= terlandes, und selbst von der Fremde her ertönten Worte des Beifalls*) und kamen Briefe des schmei= chelhaftesten Inhalts dem Verfasser des Geschichtwerkes zu, merkwürdig genug selbst von Männern, deren Theorien oder Interessen nicht selten darin hart angegriffen worden. Trotz der philosophischen Behandlung des Ganzen und des bilderreichen Styles, welcher das Werk Rottecks auszeichnet, wurde dasselbe sogar Volksbuch im eigentlichen Sinne**); und mehr als eine erften lizifti konfti Wer ungen, is zur er auf en auf *)» Ich kann zwar nichts alles darin verstehn,« erklärte einst ein Landmann darüber,» aber ich meine doch, ich verstehe alles;' s ist gerade, wie wenn der Pfarrer die Messe lies't; ich hab' eine Andacht dabei, ohne daß ich weiß, was sein Latein bedeutet.<< **) Ein französisches Journal äußerte sich, nach Erscheinung des siebenten Bandes, auf nachstehende Weise:>> Si on jugeait la disposition des esprits en Allemagne d'après 3* 36 Hütte des Schwarzwaldes kann besucht werden, wo man die» Allgemeine Geschichte die» Stunden der Andacht« und» Hebels allemanische Gedichte« zusammen antrifft; ein Umstand sicherlich, der von dem Kulturgrade dieser Gegend, der allgemeinen Richtung des Volkes und der Sorgfalt der Regierung für Bildung und Unterricht vortheilhaft zeugen muß. Die Kritik auf den ausgezeichneten literarischen Richterstühlen, in der Mehrzahl ehrenvolle Urtheile, einige sogar mit sichtbarer Liebe und innerer Herzensla force de penser et la hardiesse d'expression avec lesquelles l'auteur de cette histoire juge les événemens et les institutions des siècles précédens, on pourrait croire ce pays appelé à de grandes modifications sociales dans son existence actuelle; mais on sait assez généralement que le mouvement des esprits se concentre en Allemagne dans la sphère intellectuelle et morale: partout ailleurs l'ouvrage de M. Charles de Rotteck pourrait être considéré comme un événement, mais en Allemagne ce n'est qu'un livre. Les ténèbres du moyen âge, ce mélange de barbarie et de la générosité, de la féodalité et de la chevalerie; les immenses résultats matériels de la découverte des deux Indes, et intellectuels de la réforme religieuse du seizième siècle, enfin, l'influence puissante qu'ont sur la possibilité d'une réforme politique dans les institutions Européennes, l'établissement de l'équilibre quoique imparfait de la paix de Westphalie, sont dépeints avec des aperçus nouveaux et aussi ingénieux que remarquables. Les passages d'un pareil livre ne peuvent se détacher utilement; il faut le lire en entier pour l'apprécier, et nous pouvons assurer qu'aucun ami des études historiques et philosophiques ne le lira sans fruit ni sans plaisir."( Bulletin universel, Févr 1824. p. 120.) warme gefinnum ner, jener S Sheen bit all if natu gereister gefestem fich ve in fein ted m R » It S Parti Staa bas f Kam Part man Wac wir tingf aner ten men gro denz Beit rben, no nden der fammen Kultur ng bes Bildung rarischen Urtheile, Derzens on avec nemens pourrait ons soassez conelle et harles n évé-' livre. arbarie valerie; te des gieuse qu'ont s les ilibre at déénieux re ne entier aucun e lira Févr 37 wärme, nicht so fast für die Person, als die Gesammt= gesinnung des Verfassers, ausgesprochen; selbst Månner, die in der streng- wissenschaftlichen Richtung von jener Rottecks verschieden sich bewegt, hatten seinen Ideen Gerechtigkeit widerfahren lassen und seine Arbeit als ein kostbares Nationaldenkmal betrachtet. Es ist natürlich, daß anderseits auch beleidigte Eitelkeit, gereizter Kastenstolz und politischer Haß in entgegengesetztem Sinn, bisweilen selbst auf unwürdige Weise, sich vernehmen ließen. Doch trat hier der Fall wohl in seinem ganzen Umfange und Werth ein, den Rotteck mehrfach mit den Worten zu bezeichnen pflegte: » Ich würde mich schamen, keine Feinde zu haben.«< Noch mehr ließ sich vermuthen, daß die letzte Partie des Rotteck'schen Geschichtwerkes nicht allen Staatsmännern gefiel. Viele Stellen hatten durch das frühere Auftreten des Verfassers in der badischen Kammer eine eigene Bedeutung erhalten, die der Parteigeist über Gebühr noch ausdehnte; doch benahm man sich im Ganzen würdig, und die Ruhe des wackern Mannes ward, trok der Abneigungen in gewissen höhern Kreisen, und trotz des damals machtig wirkenden Einflusses von Außen, auch nicht im ge= ringsten getrübt. Diesen Umstand muß man dankbar anerkennen, wiewohl er in gebildeten Seiten und Staa= ten sich von selbst versteht; aber er beweis't doch, daß, wenn auch in Theorien und Systemen vielfacher und grober Irrthum die Regierenden verführt, keine Tendenz zu unmittelbarer feindseliger Mißhandlung des Seitgeistes bestand, und daß der Herr, troß andrer Ansicht, nicht geneigt war, dasjenige stets eintreten zu lassen, was der sophistisch- geschäftige Haß des 38 Servilismus, durch den Mund gewisser Diener, als gebietrische Nothwendigkeit hinzustellen sich bemühte. Der badische Hof, unter dem Großherzoge Karl, hatte durch Ertheilung des Prädikates als Hofrath dem verdienstvollen Geschichtlehrer schon früher ein Zeichen von Achtung ertheilt; warum es später bei diesem geblieben, während andern Gelehrten Auszeich= nungen üppig zuflossen, wagen wir, aus Liebe zum Burgfrieden und um alte Empfindlichkeiten nicht wieder zu wecken, hier nicht auseinander zu setzen, ob= gleich uns alle Verhältnisse genau bekannt sind, und manche Einzelnheiten reichen Stoff für Memoiren zur Geschichte der Entwickelung des konstitutionellen Lebens in Teutschland darböten. Wir bemerken daher blos, daß, bei Anlaß neuer Würden- und Ordenvertheilung, ein Bürger zu Freiburg das Bildniß Nottecs mit Blumen bekränzte, und darunter die Worte schrieb: כל Ihn zeichnet kein Kaiser, kein König aus, Ihn zeichnet die Freiheit, das Vaterland aus.< Wenn der verstorbene Großherzog, ein gestrenger Herr, von vielem Verstand und mehrseitigen Regentenverdienst, auch in mehrern Perioden den Verfasser der» Allgemeinen Geschichte« von dem allzu scharfen Anwalt der Volksrechte in der Kammer nicht zu scheiden wußte, so war doch das verbreitete Gerücht von der Ungnade, in die der letztere gefallen, irrig; verschiedene ehrenvolle Handschreiben, welche, nach Gewohnheit in kleinen teutschen Staaten, immer zur Kunde des Publikums gelangen, beweisen das Gegentheil. Auch waren die Staatsmånner, welche damals am Ruder des Gr fenfche Theom burdhau Meinum berfag auffte fchrie zufüh Schl blof übe tete foga eige dat ftem S de Wo Sei Bi Da fa Ga gel Ge GI let ener, ds emühte. me Karl, Sofrath her ein mater bei luszeich= ebe zum micht wie en, ob d, und iren gur en Le baher denver Not Worte renger egen faffer Xneiben on der iebene eit in bes Xuch uber 39 des Großherzogthums saßen, zu geistvoll und zu wissenschaftlich gebildet, als daß sie nicht zum mindesten das Talent geehrt hätten, selbst da, wo sie mit der Theorie, ihrer eigenthümlichen Stellung zufolge, durchaus sich nicht befreunden konnten. Wir haben bereits erzählt, daß selbst entschiedene Meinungsgegner ihre Hochachtung dem Manne nicht versagen konnten, welcher so furchtlos seine Grundsätze aufstellte, und so klar und harmonisch in allem, was er schrieb und lehrte, sie entwickelte und verfocht, u. sie durchzuführen wußte. Verschiedene derselben von besserm Schlage, völlig anerkennend, daß es Rotteck wohl nicht bloß um leere Spielerei mit Systemen und um vorübergehende Gunst des Publikums zu thun sey, trachteten ihn deßhalb auf ihre Seite herüberzuziehen, und sogar ihm zu beweisen, daß sie in der Grundrichtung ihm weit näher stånden, als der erste Anschein und seine eigene Ansicht wohl ihn annehmen ließen. Wir theilen daher einen interessanten Brief des geistreichen Publizisten Adam Müller hier mit, welcher damals als K. K. Defstr. Gen. Konsul in Leipzig sich aufhielt, und dessen politisches Glaubensbekenntniß in Teutschland wohl hinreichend bekannt ist. Dieser Brief lief um jene Zeit unter mehrern Freunden herum, und der Verf. der Biographie, welcher für eine politische Zeitschilderung in Teutschland sammelte, nahm sich eine Abschrift, da das Ding als ein Kuriosum betrachtet wurde. Der Berf. kann nicht umhin, wenn er die Ansicht A. Müllers im Ganzen auch jetzt noch verwerfen muß, mit manchen einzelnen Gefühlen sich einverstanden zu erklären, da diese Gefühle von einem Manne kamen, welchem es um das Glück der Gesellschaft Ernst schien. Die Ereignisse der legten Zeit haben vieles vom Inhalte des Briefes be= 40 stätigt. Håtten jedoch die Politiker des erhaltenden Systemes ihren Theorien eine weniger feindselige Anwendung in der Praxis gegeben, hätten sie geheiligte Versprechen gehalten und gut begründete Interessen geschont, durch deren Verlegung sie eine Reihe der edelsten und gemäßigtsten Männer tief verwundet, so dürften manche der neuesten Erscheinungen in der grellen Weise nicht Statt gefunden haben, welche leider nun auch durch einen Theil von Teutschland in rascher Folge sich eingestellt. Man befördert den Frieden niemals durch Gewaltthat. Diese Lehre gilt aber auch den Demokraten so gut, als den Absolutisten. Der fragliche Brief lautete wie folgt: » Hochwohlgeborner, k 30 Hochgeehrtester Herr! Wie entgegengesetzt die in der beifolgenden Schrift ( von der Nothwendigkeit einer theol. Grundlage der gefammten Staatswissenschaft zc. v. A. Müller. Leipzig, 1819.) entwickelten Grundsätze den Ihrigen seyn mögen, so nehme ich dennoch keinen Anstand, Ihnen mit deren Uebersendung meine Hochachtung zu beweisen. Gerade weil ich Sie für einen der stärksten Gegner meiner Sache halte, rechne ich um so zuversichtlicher auf Sie. -Bei einer Gründlichkeit der Absicht, wie solche aus jeder Seite Ihres Archivs und aus jedem Worte Ihrer Feder erhellet, läßt man sich durch die Erfolge der ersten Scharmüßel nicht berauschen; und wenn alle Ihre Meinungsgenossen in der ersten Sihung der badenfchen Kammer Großes erreicht zu haben glauben follten, so lese ich in Ihrem Herzen nichts destoweniger das Geständniß, daß für den großen Zweck der gänzlichen Niederlage aller Geburts- und hergebrachten Rechte keineswegs etwas Wesentliches erreicht sey.<< Bis jetzt haben die Vertheidiger derjenigen Rechte, welche Beitym dener auch jE auf S risch bas fennem denke San ficht schem find pien, an fi thre Ge Inf Schw nung plot Fre geb Thr Bei tions mit tenben E ge Anwen Ligte Ber gefchont, ften und manche eise nicht durch ei ingestellt ewaltthat. gut, als ie folgt: Schrift der ge eipzig mögen, t beren Serade meiner Sie. he aus Ihrer erften Thre adenfoll eniger Rechte Rechte, - - 41 welche, als von außen und oben gegeben, von aller Zeitpolitik und allen Deliberationen mündig gewordener Völker schlechthin unabhängig gedacht werden müssen, wenn in dem dermaligen Bau von Europa auch nur Ein Stein auf dem Andern bleiben soll,- bis jetzt haben die Wortführer der alten Ordnung ( die--) Ihnen die Gefälligkeit erwiesen, sich auf Ihr Terrain hinüber zu begeben, und pråliminarisch den Zeitgeist, den souveränen Volkswillen und das neuerfundene repräsentative Staatsrecht anzuerkennen. Euer Hochwohlgeboren, wie ich Sie mir denke, müssen Siege, die so leichten Kaufs in Thre Hånde gegeben wurden, eher mißtrauisch, als zuversichtlich gemacht haben. Anmaßung der bloßen Herrscherwillkühr und der trocknen Legitimität übrigens find unter den Pråmissen und philosophischen Prinzipien, von denen Ew. Hochwohlgeboren ausgehen, schon an sich so sinn und werthlose Dinge, daß sie nach ihrer Niederlage kaum als Trophäen dienen können. Gewiß irre ich mich nicht: Ihnen verlangt nach Gegnern aus einer andern Region und mit andern Waffen. Es wäre doch möglich, daß die verachteten Institutionen der früheren Jahrhunderte, und die schwergeprüften Enkel derjenigen, welche die alte Ordnung mit Besik und Macht und Glanz bekleidete, plötzlich nicht als Gegner, sondern im Bunde wahrer Freiheit und Aufklärung erschienen; es wäre eine Lehre gedenkbar, nach der nicht nur die Erhaltung der Thronen, sondern auch des gesammten, anderweiten Besitzstandes und jener Verjährungs- und Substitutions- Ordnungen, gegen welche Ew. Hochwohlgeboren mit so unerhörter Kühnheit aufgetreten sind- gerade 42 als conditio sine qua non jener Freiheit erschienen, nach welcher sich die Wohldenkenden dieses und aller Jahrhunderte sehnen.<< » Möchten die anliegenden Blåtter in dieser Hinsicht bei Ew. Hochwohlgeboren einiges Interesse finden, und Sie überzeugen, daß die Gegner ihrer Sache nicht můßig sind.<< » Verläugnen kann ich Ihnen jedoch nicht, daß Sie, gleich in dem ersten Vorworte Ihres Archivs ( I. S. 6.) von der Gewalt der Wahrheit und von Ihrer eigenen höheren Natur überwältigt, uns Alles einräumen, was Sie nur Preis geben können, indem Sie Bonaparten Schuld geben: er habe die Einzelnen niedergedrückt, damit das phantastische We= sen einer blos intellektuellen Gesammtheit hervorblühe; alle Persönlichkeit der Bürger habe in der Idee des Staates an sich zu Grunde gehen sollen.« » Mit dieser Aeußerung, die an Sinn und Wortlaut mit der Hauptproposition meiner anliegenden Druckschrift übereinkommt, legen Sie gleich im Anbeginn des Kampfes Ihre Hauptwaffe nieder, nämlich eben jene politische Vernunft, die in alle Ewigkeit nichts Höheres erschwingen wird, als die armselige Idee des Staates an sich und der Gesammtheit aller Einzelnen in der Vernunft, und von welcher nichtsdestoweniger, mein verehrter Herr, alle Ihre sinnreichen Konstruktionen von einem unveräußerlichen Menschenrechte der diskretionåren Rechtsverletzung, und alle Ihre kunstvollen Versuche, die Grenzlinie zwischen dem verletzbaren und dem unverlegbaren Rechte zu bestimmen, ausgegangen sind.< tung cher id es mir mithig gebe, b Bateria Sweden te, fi den mu ften G Gar Fritife wird wie gni dura Der borzu wenic gen mut meir Geft Der Seite it erschienen, und aller dieser Hin effe finden, ter Sache micht, daß es Archies t und von uns Xlles en, indem Einzel che We mtheit 43 " Möchte ich Ihnen dessenungeachtet die Hochachtung und Bescheidenheit ausdrücken können, mit welcher ich mich an Sie wende. Unmöglich können Sie es mir zur Ungunst deuten, wenn ich Ihnen freimüthig und unumwunden meine Klage zu vernehmen gebe, daß so große Talente, als Sie dem teutschen Vaterlande bewiesen haben, so höchst unangemessenen 3wecken gewidmet sind und daß die einzige Partei, für deren gebornen Alliirten Sie angesehen werden müssen, Sie gerade in den Reihen ihrer erbittertsten Gegner findet. - Euer Hochwohlgeboren Carlsbad, den 17. August 1819. gehorsamster Adam Müller.<< ger habe Grunde Wort iegenden im Xnnámlich Ewigkeit mfelige it aller nichts finnrein Men Bund wilden zu be Ueber die Allgemeine Weltgeschichte Rottecks eine kritische Analyse zu geben, ist nicht unsere Absicht; würdigere und kräftigere Stimmen haben darüber- wie schon bemerkt sich vernehmen lassen. Wir begnügen uns daher blos damit, den Grundton, der durch das Ganze herrscht, näher zu bezeichnen, einige der anziehendsten Bilder aus der reichen Galerie hervorzuheben, und Partien oder Urtheile, mit denen wir weniger uns einverstanden erklären müssen, unbefangen anzudeuten, da wir den Freund durch solche Freimüthigkeit besser zu ehren glauben, als durch allge= mein lobhudelnde Bemerkungen, welche sowohl dem Gefühl, das uns zu seiner Persönlichkeit hinzieht, als der wahren Würde des Geschichtschreibers, auf beiden Seiten betrachtet, widerstreiten würde. = Der hervorstechende 3ug in dem historischen Werke, 44 von dem hier die Rede, ist das tiefe Gefühl der Freiheit, des Rechtes und der Humanität, womit es alle Erscheinungen auffaßt und an sich vorübergehen läßt; die unerschütterliche Liebe für eine edlere, selbstkräftige Entwickelung der Menschheit; der unverstellte Schmerz über alle die Thaten und Lehren, welche zur Erniedrigung derselben, in politischer Richtung von Despoten, Aristokraten, Demagogen und Kriegeshäuptern, in religiöser von Pricstern, Mönchen, Heuchlern und Sophisten geltend gemacht worden sind. Mit unerbittlicher Schärfe, auch vom glänzendsten Firniß des Talents, von der Großartigkeit persönlicher Vorzüge, und der Summe zufällig- glücklicher Folgen unbestochen, und durchaus unabhängig von jeder Art Autorität, schaut Rotteck in den großen Spiegel, welcher leider auch dem klarsten und feinsten Auge in der Mehrzahl nur matte Umrisse, nur unvollkommene 3ůge, nur trügerische Kontouren darweist. Die Bånde, in welchen die alte Geschichte be= schrieben ist, verrathen nicht selten eine allzu große Verachtung dessen, was dem Kreise politischer Ideen und praktischer Anwendung nichts zubringt; und wie scharfsinnig auch der durch klassische Studien genährte und durch reiche Kenntniß gelungener Vorarbeiten und glücklicher Vorgänger genährte Geist manche Perioden behandelt, so blickt doch aus dem Ganzen eine parteiische Vorliebe für die zwei Mustervolker des Alterthums hervor, welche freilich demi menschlichen Verstande und dem poetischen Gemüthe mehr gewähren, als alle übrigen zusammen. Blos bei den Phoniziern, und bei Karthago insbesondere, verweilt er ebenfalls m fizion das Entart G in geger barin abung melder als ph glaubt pitel SISE Perio weifum Staat mehr fid) fx fo a inder weise für m Stage Die e beri florife wenn maßu vertra ben 6 Verei Gefühl der Sumanitit, an fich w Liebe fi delung du über alle be rigung de , Arifah in religie b Sophifa unerbittlife des Talent ge, und der ftochen, und ritat, schaut leider auch lehrzahl nur nur trige chichte be gu große her Joven und wie genährte ten und Perioden ine par es Alter en Ber dbren, Phoni er eben 45 falls mit Gunst; denn Phönizien bildete die Oppo= fizion gegen die Despotien des Orients, Karthago das Bollwerk gegen die Universaldiktatur des der Entartung zueilenden Roms. Es ist anziehend, und für den Leser des Buches in gegenwärtigem Zeitmoment, wo so manche der darin angezogenen Dinge auf's neue ihre Anwendung erleiden, die Manier kennen zu lernen, in welcher Rotteck die verschiedenen Regierungsformen als Philosoph und Historiker zeichnen zu müssen glaubt: » Wenn die Philosophie- heißt es im I. Ka= pitel der Allgemeinen Betrachtungen über die erste Periode den Ursprung der Staaten ohne Nachweisung der Geschichte( weil die Entstehung der Staaten in vor- historische Zeiten fållt) oder vielmehr gegen dieselbe( in Ansehung derjenigen, die sich später bildeten) einem Vertrage zuschreibt; so geschieht dies aus einem Rechtsbedürfniß, indem sich aus der zufälligen faktischen Entstehungsweise eines Staats keine allgemeine Grundsäte für alle Staaten ableiten lassen. Dagegen ist die Frage, welche Verfassung oder Regierungsform die erste gewesen, und wie nach und nach die verschiedenen Verfassungen entstanden, rein- historisch, und es darf uns dabei nicht befremden, wenn die darüber aufgestellten philosophischen Muthmaßungen, als aus der bloßen Idee( des Staatsvertrages) entsproffen, mit den geschichtlichen Angaben der Wirklichkeit nicht übereinstimmen.« » Bei der ersten Gründung eines bürgerlichen Vereins- so sagt der Philosoph haben sichtlich - - 46 Aber die Paziszenten nur so viel von ihrem kostbaren der Freiheit und Gleichnatürlichen Besitzthum heit aufgeopfert, als unumgänglich nöthig zur Erreichung des Endzweckes war. Sonach war die rein- demokratische Form die erste; weil in derselben jeder Bürger zu allen Beschlüssen, die das Allgemeine und das Besondere betreffen, seine Stimme mitgiebt, und daher mehr nur sich selbst, als Andern zu gehorchen scheint. Der stete Tumult bei Volksversammlungen, ihre Langsamkeit in der Be schlußfassung, ihre Unbehülflichkeit in der Ausfüh= rung, endlich der verderbliche Einfluß der Verführung und Leidenschaft auf eine unwissende Menge, mochten das Volk bewegen, die höchste Gewalt einem Ausschuß der Weisen und Bessern anzuvertrauen, und sonach die Aristokratie zu gründen. die Wahl konnte leicht mißlingen, und die Ari= sten, besonders wenn sie die Macht erblich besaßen, setzten meistens ihr Familien- und Standes- Interesse jenem des Volkes entgegen, und es mußte dieses abwechselnd den Druck ihrer Vereinigung und die Zerrüttungen ihrer 3wietracht empfinden. Daher es endlich zur Regierung eines Einzigen seine Zuflucht nahm, welcher, weil sein wahres Interesse mit jenem des Volkes innig vereinbart schien, eine mehr väterliche, als herrische Gewalt üben, und die vereinte Nationalkraft zur Erreichung des ei= nen Zieles, der allgemeinen Wohlfahrt, energisch leiten sollte. Sogar hielt man für zuträglich, durch die vom Gesetz bestimmte erbliche Thronfolge den Stürmen entgegen zu kommen, welche sonst bei jeder Erledigung das Volk bedrohen mochten.< eine len, Dem der e Rona an. T Führun Einric ordnew Anla wurt Geb fens die E war rende ften ten ibnem Lette Lyram tif ridte Schiet fulta Klin die Wien Mang mfotbaren und Glei möthig zu mach war bi weil in de en, bie b feine Stin felbst, Tumult bei in der Be ber Ausfi Der Verfil nde Meng walt einem wvertrauen, n. Aber die Ariz befaßen, Intereffe ste diefes und die Daber es feine Bu Intereffe en, eine Jen, und des ei energifch lich, durch infolge den ft bei je 47 » Mit diesen Muthmaßungen, wiewohl sie durch eine natürliche Verknüpfung der Ideen sich empfeh= len, stimmen die Data der Geschichte nicht überein. Denn wir treffen fast allenthalben, sobald eigentlicher Staatsverband erscheint, sonach mit Aus- schluß gesetzloser Jåger- und Nomadenhorden- die Monarchie als die erste und älteste Verfassung an. Die Vertheidigung gegen Feindesgewalt, die Führung eines wandernden Stammes, die erste Einrichtung einer Kolonie u. s. w. erheischten die ordnende Leitung eines Einzelnen, und wo solche Anlässe zur freiwilligen Unterwerfung fehlten, da wurden die Menschen durch starke Nimrode zum Gehorsam gezwungen, oder durch kluge Priester dazu beschwatt( in welch letzterm Fall dann mei= stens Aristokratien entstanden). Aber noch blieb die Erinnerung der ursprünglichen Freiheit, noch war der Volkswille kräftig; und nur durch fortwäh= rende Gewalt und fortwährende List mochten Für sten und Priester ihre Macht bis zum festgegründeten Despotismus treiben. Der Kampf zwischen ihnen und dem Volke ward oftmals zu Gunsten des Lehten entschieden, und auf den Trümmern der Tyrannei eine Republik, hier unter aristokratischen, dort unter demokratischen Formen errichtet. Dies Alles geschah unter so vielfältig verschiedenen Umständen, daß die Ungleichheit der Resultate uns nicht befremden kann. Wo ein heißes Klima zur Weichlichkeit und Trägheit führte; wo die Lage des Landes wie die großen Flächen Asiens Eroberung leichter machten; wo zum Mangel an Selbstgefühl auch Armuth an politischen - - 48 Ideen sich gesellte: da mußten despotische und weit ausgedehnte, nach dem Kriegsrechte beherrschte Staaten entstehen. Wo klimatische und andere günstige Einwirkungen die moralischen, wie die physischen, Kräfte erhöhten; wo die Länder, wie Griechenland, vielgetheilt durch natürliche Grenzmarken waren, wo politische Aufklärung herrschte, und große Gesetzgeber, die, wie Solon, liberale Gesinnungen mit tiefer Weisheit vereinten, die Verfassungen bauten: da konnten Freistaaten aufblühen, klein an Umfang, aber selbständig und voll des Lebens. Es scheint auch nicht, daß anderswo, als in kleinen Staaten, politische Freiheit gedeihen könne. Der Begriff des Gemeinwesens schwindet und die Vaterlandsliebe erkaltet, wo die Theilnahme in weite Fernen wirken soll. Hier ist der Ausdruck des allgemeinen Willens kaum noch durch Repräsentanten möglich; und die Leitung der großen Maschine, das Zuſam= menhalten der ungleichartigen Bestandtheile erfodert eine energische Zentralgewalt. Gehorsam wird als= dann die erste der politischen Tugenden, und Vaterland eine Idee, die nur Wenige mehr deutlich zu erfassen, und noch Wenigere mit voller Wärme zu umfangen vermögen. Dafür sind aber große Reiche wenn sie nur nicht Weltreiche werden wohlthätiger in kosmopolitischer Rücksicht. - uns a unde recht D und du Human jebes re benen night c Dinge des 2 geiftoo fich übert berge Gefell getheil meinem Werbe neide fen, len unter leiten faum um so Die ins Große gehenden Verschönerungen des Erdbodens, die befint für. weitreichenden Anstalten für Kunst und Wissenschaft, Kanale, Heerstraßen, und was den Verkehr der Völker wahrhaft allgemein und sicher macht manch anderes Schöne und Gute ist nur durch großer Staaten Kräfte möglich. Diese Ansicht mag Lugem - und Sorte public einma fche und weit errichte S bere gunfig Die phyfiche Griechenlan arfen wa mb große nnungen mit ngen bout an Umfang Geſchi inen Sta Der Begrif Baterlands ite Fernen gemeinen möglich; Bufam e erfodert wird als und Ba Deutlich zu Bárme zu e Reiche um fo Die ins bens, die enfchaft fehr ber t- und ur durch icht mag 49 uns aussöhnen mit ihrer meist autokratischen Form, und es vergessen machen, daß sie fast alle durch Unrecht und durch Gewalt entstanden. 食- Diesen Burgfrieden zwischen dem historischen und dem Vernunftrecht, im höhern Interesse der Humanitát, herbeizuführen, ist dermal die Pflicht jedes redlichen Mannes, und zumal der Teutschen, benen die blinkenden Phrasen ihrer Nachbarn noch nicht alle freie Beurtheilung der wahren Lage der Dinge benommen. Die unfelige Manie, Ansprüche des Alterthums, welche selbst durch die Praris der geistvollsten und lebenskraftigsten Völker unstatthaft sich erwiesen, auf Verhältnisse der Gegenwart zu übertragen, ist es, welche so viel edle Kräfte nuhlos vergeuden und die Verwirrung in der bürgerlichen Gesellschaft unheilbar macht. Möchten die hier mitgetheilten goldenen Worte des Verfassers der Allge= meinen Geschichte doch von allen denen beherzigt werden, welche, um ihren Theorien den nicht beneidenswerthen Sieg eines Augenblickes zu verschaf fen, das Staatsschiff ohne Skrupel Wind und Wellen Preis gegeben, und mit Kinderhånden, mitten unter drohenden Stürmen der Zeit, ein Steuer zu leiten sich anmaßen, dem auch ein Riesenarm kaum gewachsen ist. Europa ist zur Republik nicht so fast mehr unreif, als bereits zu verdorben. Es besitzt in seinem Innern zu viel und zu wenig da= für. Dies ist mehr als Phrase, wofür es in Bieler Augen gewöhnlich gilt. Man täuscht sich mit leeren Worten und schimmernden Einbildungen. Die Res publica der Alten selbst bedeutete dasjenige nicht einmal, was die modernen Begriffe damit verbanden, 50 und es gab Monarchien, welche auf demokratischern Unterlagen ruhten, als Republiken, welche den Namen davon geltend machten. So kann es auch heut zu Tage wieder der Fall seyn. Die Monarchie schließt die Freiheit nicht aus; ja sie nåhrt in ihrem Schooße mächtigere Wurzeln derselben, besonders für die allgemeine, rein- menschheitliche Entwickelung, als in einer Republik nur jemals möglich ist. Die Republik besteht nur durch soldatische Gewalt und durch die Zentralität der wilden Volkskraft in zerstörerischen Unternehmungen nach innen und außen, auf Kosten der Individualität und der moralischen Bildung. Das Volk ist wie große Republikaner und ruhmbekränzte Häuptlinge selbst gestanden habender unerweichlichste Tyrann. In der Monarchie mag das verletzte Recht zum väterlichen Herzen des Alleinherrschers zuletzt immer seine Zuflucht nehmen, dessen Interesse mehr oder minder doch die Glückseligkeit der Nation ist. Der kategorisch- ausgesprochene, und durch die Organe oft um so hårter sich kundgebende Gesammtwille, weil er als Orakel Gottes sich betrachtet, kennt keine sentimentalen Ge= fühle. Die Macht der Tribunen sinkt und steigt mit dem Einfluß und der Schwäche der Parteien, und die Macht des Gesetzes zugleich damit. Die den Monarchen delegirte Autorität aber erhält die Einheit und Kraft dieses Gesetzes långer und frischer, und mit mindern Gefahren. Die Person des Monarchen ist eine geheiligte Fiktion, erzeugt durch die Ansicht der Jahrhunderte von der Unhaltbarkeit aller andern Systeme; man ehrt in ihr sich, das Gesetz und die Nation selber. Ihre Tugenden und Sch auf Dere beme mer gegen hen disch nut polit nich Sab be fell Fel trad anla Gef unt Sig ftelle Beg Das Mar eige wer Bir bei alle aller emokratischem welche den Me es auch hat mie Monardi mährt in ihren befonders f Entwiddlan glich ist. Di Gewalt und fraft in und auße moralin Republikan eftanden he In der Me lichen Her me Buflucht r doch die prisch- aus fo härter als Orakel ntalen Ge und steigt Parteien, it. Die erhalt bie und fri Perfon bes eugt burd haltbarkeit fich, das nben und 51 Schwächen kommen nicht in Betracht, wenn nur auf Vernunft und Recht gegründete Formen gegen deren verderbliche Rückwirkungen sichern. Dies zu bewerkstelligen ist der Könige und der freien Månner gemeinsame Aufgabe und Pflicht. Der Kampf gegen despotische Willkühr ist die erste der politischen Tugenden; aber die Untergrabung des monar chischen Prinzipes selbst, sobald seine Anwendung nur irgend einige Bürgschaft gewähret, das erste der politischen Verbrechen. Die Monarchie ist freilich nicht das Ideal des möglich Erstrebbaren; aber dies Jahrhundert ist für das Ideal nicht reif, und so verschmäht es der Arzt nicht, der allein helfen kann, selbst wenn die Kunst oft hundert Sprünge und Fehler macht. Nach dieser Abschweifung, welche Rotteds Betrachtungen über die Staatsformen des Alterthums veranlaßt, kehren wir zu ihm und seinem Werke zurück. Höchst gelungen sind dem Verf. der Allgemeinent Geschichte überall die Charakterzeichnungen, und in der Klarheit und dem Zusammentreffen der. Züge spiegelt sich eben so sehr die Kunst des darstellenden Meisters, als in der Wärme und in der Begeisterung, womit er die Lieblingshelden umfaßt, das Herz und die Gesinnung des Bildners ab. Man erkennt schnell die Muster, nach denen seine eigene Seele sich mühet, und welche seinen Lebenswerken den Hauch der Weihe und die Kraft des Wirkens zugeweht. Es ist schwer, eine Auswahl da= bei zu treffen; aber alle Freunde des Guten und alle Verehrer des Adels der Menschheit müssen vor allen andern durch die Porträte des Aristides, 4* 52 Simon und Perikles in der griechischen, und der Gracchen, des Scipio Afrikanus, Cato und M. Brutus*) sich angezogen fühlen. Nur wenige Geschichtschreiber der Neueren haben diese ewig großen Männer in wenig Pinselstrichen so richtig und erschöpfend hingestellt. Weniger ist dies bei Demosthenes der Fall, beffen reiches Leben und großartige Bedeutsamkeit ge= nauer håtte hervorgehoben, und dessen politische Unschuld gegen die mehr als erwiesenen Verleumdungen seiner einheimischen und fremden Feinde vollständiger håtte dargethan werden können. Der Verfasser stellt ihn, Phocion gegenüber, etwas in Schatten. Defto mehr hat er dem bewunderten Weltverwüster Aleran= der sein Recht angethan, über welchen auch ein eige= ner Aufsatz nachmals Ausführlicheres mitgetheilt. In der Beurtheilung dieses Helden des Alterthums trat Rotteck, vielleicht mit Ansichten und Gefühlen gefeierter Historiker und Politiker, bisweilen allzuschneidend in die Schranken; denn das glänzende Unrecht hat leider noch immer allzuviele Bewunderer und Panes gyristen, nicht stets in Folge von Grundsäßen, aber von überraschenden Gefühlen gefunden, welche in * Diese einzig- herrliche Männergestalt des Alterthums, das personifizirte Ideal der Tugend, trok des großartigen Vera brechens vom L Jdus des Märzen gegen den Unterdrüs cker seines Vaterlandes, kann man nicht ohne tiefste Rühs rung dargestellt lesen. Der wackere Gelehrte, Franz Weißgerber, hat ihm dafür in der gründlichen Abs handlung über Cicero( Schriften der histor. Gesellschaft zu Freiburg, B. I.) ein würdiges Denkmal der Dankbar. keit und der Pietät gesezt. der fcho lief fichm den Freih 03 gern allzu tigte Beit bie fan fah un Au: che tei tu me bur Gef Den auf R new en, und , Gato en diele fo rid er Fall, feit ge niguld feiner hätte ibm, Defto zan: eige In trat erter end bat Danes aber in баз Ber ιδιώτ 53 der moralischen Ohnmacht der Mehrzahl unseres Ge= schlechts ihren Grund haben. Als Gegenstück dazu liefert Rotteck in der Römischen Geschichte seine Ansicht von Gåsar*). Hinsichtlich dieser Beiden wer den selbst aufrichtige Freunde des Rechts und der Freiheit nicht immer mit ihm einer Meinung seyn, da der dritte Held, welchen er in den Vorgän= gern bekämpft, in mancher Stelle seines Urtheils allzusichtbar hervortritt, und das historische Gerech= tigkeitsgefühl, durch die Hinübertragung der alten Zeit in die neuere, und der frühern Geschichte auf die moderne Politik, zu stören scheint. Die Urtheile über Charakter und Werth, Wirksamkeit und Bedeutung der griechischen und römis schen Geschichte enthalten eine Reihe der schlagendsten und nützlichsten Bemerkungen, und man erkennt bald aus der Weise, wie der Verf. einerseits die herrlichen Musterbilder hinstellt, anderseits aber vor parteiischer Abgötterei von Zeiträumen, deren Rückfüh= rung einem weitergeschrittenen Geschlechte weder mehr möglich, noch weniger nützlich scheint, die weltbürgerliche Tendenz und das allgemeine HumanitätsGefühl Rottecks, welcher, obgleich er an Sinn und Denkart jenen Alten nåher steht, als den Neueren, auf eine freie und selbständige Entwickelung der Kräfte der Menschheit auf neuen Bahnen und nach neuen Zielen unaufhörlich hindringt. Also, theils antik, theils Kosmopolit, von den 26 haft bar *) Die Stelle bei Joh. Müller:» Und auch mein Gåsar!* hat Rottecks Herz stets nicht wenig verwundet. 54 klassischen Meistern des neuen Englands und Frankreichs vorzugsweise getrieben, tritt der philosophische Darsteller zu den unübersehbaren Strömen der Geschichte des Mittelalters, und hier finden wir ihn den Foderungen seines Berufes oftmals weniger ge= nügend, als da, wo er die ältere und die neuere Zeit zu beschreiben unternahm. Die Rechtstheorie, der er ausschließlich gehuldigt, begleitet ihn ununterbrochen durch alle Erscheinungen dieser verwor renen, wunderbaren, und an Größen und Schwåchen so überreichen Jahrhunderte; sie läßt ihn kalt bei den glänzendsten und riesenhaftesten Bildern, welche die Brust so manches Andern mit Wärme und Begeisterung erfüllen. Der Fanatismus macht ihn nicht selten ungerecht gegen das Christenthum, die Verirrungen und Auswüchse des historischen Rechtes gegen die naturgemåße Entwickelung der Völker und die Foderungen der Nothwendigkeit. Nur einzelne Charaktere und Thaten söhnen ihn bisweilen mit dem Mittelalter im Ganzen aus; aber auch da, wo er den Tribut der Bewunderung zollt, geschieht es nicht ohne einigen 3wang und ohne Selbstüberwindung, gleichsam als befürchte er, seinem Ideale etwas zu vergeben. So nur müssen wir uns seine Aussprüche über Karl den Großen und manche Helden der teutschen Nation erklären. Auch die hohe Bedeutung der glorreichen Hohen= staufen wie trefflich er edle Charaktere und Begebenheiten in ihrer Geschichte schildert hat in ihm nicht immer die patriotischen Anklånge erregt, welche jedes teutsche Herz immer mehr und mehr mit Stolz und Bewunderung erfüllen, nachdem ihre - Bi ler un terl Frem der gro all we ALT D 11. de m m be da δε he nd Funk, ofopbide der Ge wir ih iger ge e neuere theorie, ha un berwor Edd falt ilbern, Barme macht thum, chen der feit. bis aber rung und er, fen en ren. en: Be in egt, mehr ihre 55 Bilder, in Folge der Bemühungen wackerer Sammler und geistvoller Geschichtschreiber, nunmehr klarer und bestimmter vor uns getreten sind. Die Ursache ist leicht aufzufinden; der unerschütterliche Kampfer für Vernunftrecht und politische Freiheit fand in den gewaltsamen Einzelnheiten mancher Erscheinungen und Charaktere, welche jenes große National- Epos liefert, scheinbar oft nur allzu ähnliche Epochen derjenigen in neuester Zeit, welche Notteck mit Geistesmacht zu bekämpfen sich angeschickt. Er sah in den italienischen Freistaaten nur das konstitutionelle, in den Heldenkaisern nur das imperatorisch- soldatische, oder absolut- monarchische Prinzip; darum wendet sich seine Sympathie mehr den Erstern zu. Dagegen sind viele einzelne Portråte berühmter Könige, Staatsmänner, Volksführer und Reformatoren des Mittelalters gleichwohl ihm treffend gelungen, und wir begnügen uns, auf Dieterich, Alfred, die Heinriche, die Ottone, Suger u. U. zu verweisen. Daß überall das Papstthum, die Aristokratie, der Militär- Despotismus und der Absolutismus mit den scharfsten Tinten gemahlt, und alle bessern Elemente der Kultur, und alle reinern 3üge der Humanität mit Sorgfalt und Eifer hervorgehoben sind, bedarf wohl nicht erst unserer Bemerkung; eben so, daß überall der Dualismus des geschriebenen und des Vernunftrechtes hervortritt. Wenn Rotteck bei Karl dem Großen und den Hohenstaufen vom Gefühl der Nationalität minder durchwärmt sich zeiget, als seine Gesinnung in Rede und Schrift sonst immer ausgeht, so muß zugestan= 56 den werden, daß er dem Separatismus einzelner abgeriffener Reichsglieder auch nicht immer die glänzendsten Lobreden hålt. Die Darstellung der Thaten der Eidgenossen, oder vielmehr der Motive dieser Thaten, beurkundet diese Behauptung, und das Rechtsgefühl und der Nationalunwille über die allzu selbstsüchtige Trennung der Schweiz von der Gesammtnation, welcher dadurch die erste todbringende Wunde geschlagen worden, verlehen nicht selten die historische Gerechtigkeit gegen jenes Bolf. 3war haben einsichtsvollere Eidgenossen in neuester Zeit selbst den Abgang großer Ideen in dem politischen System ihrer Båter wahrgenommen, ein Abgang, welcher nachmals bitter genug sich geråcht hat, da der junge Einzelstaat nach der fatalen Trennung bei sich selbst nicht hinreichende Lebensnahrung fand, um der Emanzipation nach verflogener Flitterperiode der Freiheitsbegeisterung gehörigen Bestand und vollkommene Entwickelung zu geben. Aber gleichwohl tragen einige Urtheile zu sehr die Farbe der Indignation teutscher Patrioten aus der Zeit napoleonischer Gewaltherrschaft, einer Indignation, welche auf die schlechtverwahrte Unparteisamkeit und auf die allzu bereitwillige Schmiegsamkeit unter den Willen des Mediators einseitig hinsah, ohne die Kräfte des kleinen Volkes zu ermessen, und die großen, demselben durch die Vermittlung zwischen den ertremen Parteien erzeigten Wohlthaten mit in die Schaale zu legen. Die Glanzpartie des Rotteckschen Werkes, wo es der neuern Geschichte zueilt, ist wohl die Beich nung der Reformation, ihres Hauptlenkers, ihres Charakters, ihrer Ursachen, Aufgabe und Folgen. 2 th lner abge glanzend Thate ive difer as Rechts felb Befammt bringente lten bie wat ba it felbft Syftem melder junge felbft ber der voll wohl big eoni auf ll Me nen mird eien gen. wo mids res gen. 57 Die Protestanten, wie die aufgeklärten Katholiken, empfingen dieselbe mit ganz besonderm Enthusiasmus, und merkwürdig genug war diese Partie zu eben jenen Tagen niedergeschrieben worden, wo Rotteck das Prinzip mit Feuer vertheidigte: daß die Universität Freiburg eine katholische Lehranstalt verbleiben, d. h. die Mehrzahl der Lehrer immer aus Katholiken bestehen sollte. Dieser Umstand hatte den freisinnigen und hellbenkenden Mann, bei wel: chem in jener Krisis ohnehin von Intoleranz und Konfessionshaß nicht im Geringsten die Rede seyn fonnte, mannigfachen Mißdeutungen und Verunglimpfungen ausgeseht, welche auch, bei der Unkennt niß lokaler Bedürfnisse und persönlicher Leidenschaften, in gedachtem Streite besonders wirksam, auf die Freunde und Verehrer im Auslande störend und unangenehm wirkten. Es hatte aber mehr um materielle Interessen, deren Bewahrung der Stiftungsurkunde Buchstabe und Geist dem Körper jener Anstalt anvertraut worden, als um religiöse Gefühle und kirchliche Prinzipien sich gehandelt. Der unermüdliche Kämpfer für Licht und Bildung, E. 3immermann zu Darmstadt, begleitete den in der Kirchenzeitung mitgetheilten Auszug mit anziehenden Noten, welche wir nicht umhin können, hier mitzutheilen. »> » Der Verf. der Allg. Geschichte beginnt die Geschichte der Reformation mit folgenden Betrachtungen, S. 137: Mit erhebendem Gefühle betreten wir das große Feld der weltverändernden Umwålzung, den höhern Schauplatz eines unermeßlich weit nach Beit und Raum verbreiteten, unerhört gemalti 58. gen, an Wundern der Charakterstärke, der genialen Kraft, der Heldenkühnheit überreichen Kampfes der mannigfaltigsten, nationalen und persönlichen, allererst moralischen, aber von ihnen bewegt, auch politischen Kräfte, ein mächtiges Reich unüberwindlich waltender Ideen. Aber wir betreten es auch mit Schüchternheit und wohlbegründeter Besorgniß; nicht nur, weil so große Dinge würdig darzustellen schwer, und nach vielen trefflichen Vorgängern es mit Beifall zu thun noch schwerer ist, sondern auch, und vorzüglich darum, weil noch immer die theologische Polemik dieses Feld als ihr angehörig behauptet, worauf der Geschichte mehr nicht zukomme, als die Rolle der Dienstmagd eines Kirchenglaubens. Wer dieser Geschichte die ihr als Wissenschaft, als Weltgericht allein geziemende Sprache der Freimüthigkeit, Wahrheit und strenger Parteilosigkeit giebt, dem droht von beiden Seiten Mißverständniß und Anfeindung; ja, leicht erscheint, wer, der unbefangenen Ansicht folgend, treu und behutsam die Mittelstraße wandelt, der eignen Partei als Abtrůnniger, der Gegenpartei als Eiferer. Mag auch uns dieses Loos fallen, wofern nur Diejenigen uns nicht verwerfen, deren Standpunkt der rein- wissenschaftliche und weltbürgerliche ist.«( f » In der Schilderung der damaligen påpstlichen Macht heißt es S. 142: Wie war es möglich, daß diese Macht erschüttert, gebeugt, überwunden wurde? Bon wannen kam die Gewalt, welche stärker war als die weltgebietende? Wer vermochte zu vollbringen, was Kaisern und Königen, was Nationen und Konzilien mißlungen war? Es wurde solches vollbr di b 11 genialen pfes be n, aller ch poli vindlich mit nicht schwer, t Bei ogische uptet, 13 bie Ber Welt feit, dem An= enen Trage der Diefes ber: idhe hen bag rbe? wat rin und oll59 bracht ohne irdische Waffen und Hoheit, nur durch die unsichtbare Gewalt der Ideen und der Wahrheit, unter der Begünstigung einiger von der Vorsehung bereiteten Umstände, und durch die geniale Kraft einiger wenigen, jener Ideen und Umstände sich be= meisternden Menschen. Also wollte es das Schicksal; oder vielmehr: also ward das große Gesetz der Natur erfüllt, wonach die Idee stärker ist als die äußere Gewalt, und wonach Uebertreibung und Mißbrauch der Macht ihr selbst zum Verderben werden, und wonach jede Macht, welche dem Geiste der Zeit widerstrebt, auf hohlem Grunde ruht, ja, durch ihr Widerstreben ihren Fall beschleunigt. Hierin also liegt der erste und allgemeinste Grund der Reformation, in der immer lebendigen Kraft der Menschenvernunft, welche zwar durch ihr ursprünglich feindselige, oder im Laufe der Zeit verderbte Institutionen mag vorübergehend niedergedrückt, doch nicht bleibend erstickt werden.< » S. 144: Raum hatten die ersten Strahlen der wiederkehrenden Aufklärung der abendländischen Welt einiges Selbstbewußtseyn ihres kirchlichen Zustandes gegeben, als das Gefühl der Unerträglichkeit desselben sich in die zuerst leise, dann lauter und lauter, und endlich allgemein ertönende Foderung: Reform der Kirche in Haupt und Gliedern, ergoß. Der göttliche Geist des Christenthums, theils durch veraltetes Formenwerk erstickt, theils von dem künstlich hervorgebrachten Priesterreiche verdrängt, drohete vollends zu entfliehen: ein Umschwung mußte Statt finden, wenn nicht bleibende Versunkenheit in Lamaismus und Bonzenthum das Loos seyn sollte.< מ 60 Von dem Zustande des Klerus unmittelbar vor der Reformation heißt es S. 147: Welche Geistliche nicht durch Verbrechen oder Tyrannei der Gesellschaft schwer fielen, dieselben årgerten sie wenigstens durch grenzenlose Ausschweifung und alle Scham verhöhnende Sittenlosigkeit. Fast einstimmig tönt hierüber bei den Geschichtschreibern jener Zeit die bitterste Klage; selbst der heftigste Feind der Reformation und eifrigste Vertheidiger des Papstthums, der Jesuit und Kardinal Bellarmin, gesteht ein, daß » einige Jahre vor Luthers und Calvins Keßerei, laut einmüthigen Zeugnisses aller Zeitgenossen, keine Strenge bei den geistlichen Gerichten, keine Sittlichkeit bei dem Klerus, keine Kenntniß der heiligen Dinge, keine Achtung vor Gottes Gebot, überhaupt fast keine Religion mehr gewesen sey.*) Der Verf. schließt diesen Abschnitt mit folgender Bemerkung, S. 148: Wo noch einige Funken des natürlichen Verstandes und des rein- christlichen oder auch des patriotischen Sinnes übrig geblieben waren, da mußte so auffallendes Verderbniß der Kirche und so schmähliche Bedrückung des Staates Indignation erregen und heiße Sehnsucht nach Abhülfe.< *) Diesen doch gewiß unverdächtigen Zeugnissen zum Troge und aller Geschichte zum Hohne, hat man gleichwohl in unserer Zeit die Unverschämtheit so weit getrieben, zu be: haupten, daß» die Läuterung des Katholizismus zur Zeit Luthers nicht nothwendig« gewesen sey. Man lese Robelot's Schrift über den Einfluß der Reformation Luthers ( ins Deutsche übersezt von Räß und Weis, Mainz 1823), S. 5, und staune über die Frechheit, mit welcher dieser Franzose alle historische Wahrheit mit Füßen tritt. E. 3. b telbar ber he Geif der Ge wenig nd alle timmig mer Beit der Re thums, ein, daß Regerei, feine Sittlich Seiligen rhaupt Berf Fung, ichent des , da e und nation Troge wohl in zu be ur Beit efe Bo uthers 1823), biefer .3. " 61 Nach Erwähnung mehrer die Reformation vora bereitenden und herbeiführenden Ereignisse fährt der Verf. S. 150 fort: Nach allen diesen Vorbereitun gen ist auch in dem allernächsten oder unmittelbaren Anlaß zur Reformation, so wie in allen Umständen, die sie begleiteten und begünstigend auf ihren Fortgang wirkten, der Finger der Vorsehung erkennbar, deren Rathschlüssen die Menschen von beiden Par teien, ihnen selbst unbewußt, wunderbar dienten. Der römische Hof selbst, durch allzu kühnes Verhöhnen des neuen Beitgeistes, durch allzu große Uebertreibung seiner Gewalt, gab den Anstoß zur Umwälzung. Die selbst in den finstersten Zeiten den Bessern ärgerliche Lehre von dem mit Geld zu er= kaufenden Sündenerlaß( welche den Papst als Ausspender der überschwenglichen Verdienste Jesus und der Heiligen, das ihm bezahlte Geld aber als Stellvertretung der Kirchenbuße und der Herzensbesserung, demnach auch als Befreiungsmittel von Schuld und göttlicher Strafe darstellte) wurde nie rücksichtsloser verkündet, der Ablaßhandel nie ausschweifender be= trieben, als in den Tagen der wiedererwachenden Vernunft unter Papst Leo X. und durch ihn.<< » S. 153: Mit Entrüstung hörten die Verständigen und Frommen solchen Unsinn und solchen Frevel predigen, und mit Betrübniß saben sie den Zulauf des zahlreichen Pobels aller Stånde zu dem schnöden Kram. Viele würdige Stimmen eiferten da= gegen, keine nachdrücklicher, als Martin Luthers Stimme.*) *) Der erbärmlichen Unklage, als habe der Augustinermönch 62 » S. 154: Der Inhalt dieser( 95 von Luther aufgestellten) Såße, ja selbst der Inhalt der meisten spåtern Lehren Luthers ist von der Art, daß heutzutage alle verständige Katholiken theils laut, theils wenigstens im Stillen sich gleichfalls dazu bekennen, und es würde, falls die Anmaßungen Roms und das Verderbniß der Kirche heutzutage noch dieselben wären, wie sie zu Luthers Zeit gewesen, ein in seinem Geiste heute auftretender Reformator( angenommen, daß, jenes Verderbnisses ungeachtet, die Aufklärung auf den Punkt, worauf wir sie gegenwärtig erblicken, gelangt ware) des Beifalls von 9 Zehntheilen der Katholiken versichert seyn. Gleichwol hat das Brandmal der Keßerei, womit die herrschende Kirche Luther und seine Anhänger bezeichnete, und, davon abgeleitet, Sektengeist, Vorurtheil, Gewohnheit, in der neuesten Seit endlich noch Haß einer mächtigen Partei gegen alles Freisinnige, und ängstliche Ahnung eines politischen wie kirchlichen Revolutionen inwohnenden gemeinschaftlichen Prinzipes, den Standpunkt der Würdigung des groLuther blos aus Ordensneid gegen die Dominikaner über deren Gewinn aus dem Ablaßhandel, und sonach aus ge= heimen Auftrage seines Provinzials geeifert, wollen wir blos in einer Note erwähnen. Sie ist kaum der ernsthaften und gründlichen Widerlegung werth, die ihr in vielen Schriften zu Theil geworden. Auf die Beurtheilung der Sache ist die Behauptung ohnehin von ganz und gar keinem Einflusse; aber verächtlich erscheint, wer zur Erklärung von Luthers Eifer noch einen weitern Grund als die Schändlichkeit seines Gegenstandes sucht. v. M. fe on Luther mer meita beuty t, theils efennen, ms und Diefelben in fei ( ange tet, die gegen 3 von 9 Gleid mit bie mer be Bor noch anige, Eirchli 63 ßen Reformators und seines wunderähnlichen Werkes verrückt; in den Ansichten über beide herrscht meist nur Leidenschaft, Engherzigkeit, Unduldung, einseitiges Vergöttern und Verwerfen; man sucht vergebens nach Ruhe und Klarheit. Gleichwohl liegt der Spiegel von Luthers Charakter, der Schlüssel all seines Thuns, der achte Maaßstab der Würdigung deutlich vor uns in seinen Schriften und in jenen seiner Feinde, in der damaligen Weltlage und in dem Zusammenhange aller Umstände. Nicht als Stürmer der Kirche oder des Staates trat Luther auf; nicht erhob er das Panier einer hoffårtigen, das Heilige verachtenden Vernunftelei, wie zumal aus Denjenigen, welche vor dem Geiste der neuern Zeit sich entsetzen, Viele mit Bitterkeit und mit der Verschärfung ihm zur Last legen, daß Er den Samen alles nachfolgenden revolutionären Unheils ausgestreut*); nicht war Eitelkeit oder Wunsch, als Settenstifter zu glänzen, der Geist, der ihn antrieb; nicht tlichen 3 gro über 16 ge wir ernft the i Beur Don heint, weis ndes - *)» Wie vor Allen Adam Müller, und neben ihm viele kleinere Geister.« v. R. Also höret es, ihr Leidenschaftlichen unter den katholischen Brüdern! Es ist kein Protes stant, welcher hier den ungeheuern Vorwurf, als nåhre der Protestantismus den revolutionären Geist, und als seyen alle Protestanten Jakobiner und Carbonari, für eine freche Verleumdung erklärt. Nein, es ist einer eurer Glaubensgenossen, und zwar ein Mann, dessen klas= sisches Geschichtswerk beweist, daß er in den großen Spiegel der Weltgeschichte klarer und tiefer geblickt, als Tausende der blinden Eiferer, welche mit einer beispiellosen Schamlosigkeit die gegen sie selbst zeugende Geschichte für sich selbst zum Seugniß aufrufen wollen. E. 3. 64 war es talte Schulweisheit ohne Liebe und Demuth, und jener hohen Poesie fremd, welche das Lebensprinzip ist jeder Religion. Er war ein Mann, von tiefem Ge= müthe wie von reichem Geiste, durch helle Weltanschauung den Fesseln der Vorurtheile entrückt, das Verderbniß der Kirche mit Ueberzeugung erkennend, und durch Talent und Muth natürlich berufen zur Auflehnung gegen das unwürdige Joch, überhaupt ein lebenskraftiger Ausdruck seines Zeitalters, vorzüglich befähigt und geneigt, in dessen Geifte zu wirken. Doch so edel diese Anlagen, so erscheinen sie gleichwohl nicht erstaunenswerth und nicht vereinzelt. Wie Luther dachten und fühlten noch viele Andere, ja Manche übertrafen ihn an Wissenschaft, selbst an Be geisterung( Mehre noch an Kunst der Rede, an Gewandtheit, Mäßigung und edler Sitte) und ob mitunter selbst die Fehler Luthers zum Gelingen seines Werkes beitrugen, immer mögen wir annehmen, daß, wäre Er nicht gewesen, ein Anderer dasselbe begon= nen und bei gleicher Gunst der Umstände auch gleichmäßig vollbracht hätte. Es war die Sache selbst, die Idee, die so Mächtiges wirkte, nicht eines Menschen persönliche Kraft, nicht schöpferisches Genie oder Heldenkühnheit des Einzelnen. Luther wurde nur stark durch den Zeitgeist, welchem er diente, und den er keineswegs schuf; Tausende waren für ihn, weil er aus der Seele der Tausende gesprochen; er war mehr Panierträger, als Meister dieses Krie ges. Auch stand, als er in die Schranken trat, die Vorstellung des Bieles noch keinesweges vor seiner Seele. Seine Feinde, welche durch bittere Schmåhung und nimmer rastende Verfolgung ihn re be Dem Hensprinzip tiefem Ge ltanfcha das Ver mend, und zur Auf aupt ein worzüglich wirken gleich it. Bie Cete, ja an Be n Ge mit: eines daß, gon gleidhe felbft Men oder nur und ibn, ; er Rrie bie fet tere 65 reizten, drängten, die Sache aufs Aeußerste trieben, zwangen ihn selbst, auch zum Aeußersten zu schreiten, und also wurde der Streit, der ursprunglich um einige wenige Punkte erhoben wurde, und worin auf seiner Seite das sonnenklarste Recht war, allmålig auf alle jene Lehrsätze ausgebreitet, die man als Waffen wider ihn brauchte oder mißbrauchte, und endlich auf die allgemeine Grundlage oder Schuhwehr derselben, die Autorität des Papstes."- . Sowohl in der Darstellung der Geschichte, als in der Beurtheilung der Folgen der Reformation, übergeht natürlich der treffliche Verf. die Schattenseite nicht. Auch hat kein unparteiischer Protestant dieselbe jemals verkennen mögen. Da Alles auf Erden, besonders zur Zeit der ersten Entwickelung, schwach und unvollkommen, auch das Edelste und Beste der Möglichkeit des Mißbrauchs blosgestellt ist, so enthält diese Schattenseite durchaus keinen Beweis gegen den Werth der Reformation, und wir können sogar eine weit grellere Schilderung derselben, als die hier gegebene, uns gefallen lassen, wenn sie nur zuleht, wie hier, von einem billigen und ge= rechten Urtheile begleitet ist. Aus diesem Urtheile des Herrn Verf.( welches in der Hauptsache zu dem Resultate führt, daß, ungeachtet aller vorübergehenden nachtheiligen Wirkungen, die segensreichen Folgen der Reformation bei weitem die überwiegenden waren) theilen wir unsern Lesern noch folgende Stellen mit.< » S. 215: Die Reformatoren hatten ein Prinzip 5 66 aufgestellt: freie Prüfung, welches, obgleich von seinen eignen Urhebern, so wie von deren Schülern und Anhängern nur zu oft vergessen oder verkannt, dennoch als geheimes Lebensprinzip des Protestantismus fortdauerte, und das Palladium der Wissen schaft, wie des Rechts, im Besitze und in der Ver ehrung der Menschheit erhielt. Ungeachtet der viels fältigen Abirrungen der Verkehrtheit und der Leidenschaft, blieb dennoch die wunderbare Kraft dieses einmal zum Feldgeschrei gemachten Prinzipes wirksam, und viele kirchliche und weltliche Häupter huldigten ihm aufrichtig und thätig. Es ist aber unmöglich, daß eine Wissenschaft liebend und erfolgreich gepflegt werde, ohne daß auch alle andere da von ihren Gewinn zegen, und der einmal in einer Richtung bewegte und freithätige Geist erfüllt bald alle Bahnen mit gleich regsamer und freier Thätigkeit. Die schrecklichen Stürme, welche die Refor mation begleiteten, hielten zwar das Gedeihen von alle dem zurück; aber sie tödteten den Lebenskeim nicht, und nach vertobtem Gewitter entfaltete er allenthalben seine fruchtbringende Kraft. Hinfort war es unmöglich für irgend ein Land, der Wissenschaft gänzlich verschlossen zu bleiben. Was irgendwo der Geist der Menschen ersinnt, gehört dem ganzen Geschlechte. Durch die bestverwahrten Pfor= ten dringen immer wenigstens einige Strahlen der draußen leuchtenden Erkenntniß, und eine freie Werkstätte der Wissenschaft mag die Welt mit ihrem Lichtglanz erfüllen. Endlich ist es vorzüglich der Reformation zuzuschreiben, daß die lebenden SpraGen Den me الله Gam ber beit fenf bon Te tic Fo be find gro gl be eid von Schulen verkannt Proteftan Wiffen Der Ver der viels Leiden biele Swirl dapter faber erfolg με δημ einet bald tige for von cim e et fort Jen ndem For der refe em Der a 67 chen zu Organen der Wissenschaft*) gemacht wurden, und dadurch die Wissenschaft selbst zum Gemeingute des Bolkes ward. Die Reformatoren allererst, aber dann auch ihre Feinde, mußten aufs Volk wirken, was nicht in todter, nur in lebender Sprache geschehen konnte. Hierdurch empfingen die verschiedenen Landessprachen eine sorgfältigere Bearbeitung und schnelle Vervollkommnung; die Wissenschaft, bisher nur in den Zungen verstorbener Volker redend, und darum nur einer kleinen Klasse von Eingeweihten zugänglich, öffnete jetzt ihren Tempel für jeden Freund, sie ward Sache der Nation. S. 217: Wenn ganz unlåugbar viele Folgen der Reformation, theils überhaupt, theils in den einzelnen Reichen, theils auf långere, theils auf kürzere Zeit höchst kläglich, ja schaudervoll gewesen find( ohne daß jedoch die Behauptung von dem großen Uebergewichte ihrer segensreichen Einwirkung im Ganzen dadurch entkräftet würde) so bleibt gleichwohl die Frage übrig: ob denn wirklich die Reformation selbst, d. h. ob ihre Urheber und Freunde zu verantworten haben, was Uebles auf sie gefolgt ist? oder, ob die an sich nach dem Guten abzweckende neue Lehre vielleicht nur durch den Widerstand, den man ihr entgegensezte, verderblich ward? Die Katholiken haben durch die endlichen Friedensschlüsse mit den protestantischen Kirchen das vom rein- vernünftigen Standpunkt wohl überflüssige *) Darum låßt auch der umsichtige Herr Verf. S. 160. Luthers treffliche Bibelübersehung« nicht unerwähnt. >> 5* E. 3. » 68 Anerkenntniß abgelegt, daß die Koeristenz dieser neuen Kirchen und der alten rechtlich möglich sey; sie haben demnach mit Unrecht die Bildung der neuen Kirchen gewaltthätig gehemmt, weil, was dem Rechte nicht widerstreitet, sein Daseyn mit Recht behauptet. Ueberhaupt hat jede Lehre, als solche, den Anspruch auf Freiheit. Sie mag, unbeschadet dem Rechte, nur widerlegt, nicht aber unterdrückt werden, und über eine neue Lehre, zu welcher sich Millionen kultivirter Menschen bekennen, kann nur Vermessenheit die Aechtung aussprechen. Auch eine alleinseligmachende Kirche mag hier kein größeres Recht, als jede andere, fodern, weil nur das Ungerechte mit Gewalt darf gehindert werden, die eigne Seligkeit verscherzen aber kein Unrecht wider Andere ist. Es war demnach klare Rechtsverlegung, welche die katholischen Machthaber begingen, als sie mit Gewalt der Reformation sich entgegensetzten ,, und es ist abenteuerlich, zu sagen: » weil aus der Gegenwehr der Protestanten( die man da als rechtlos behandelte, ihres Glaubens willen verbannte, einkerkerte, tödtete) viel Unheil, Kriegszerstörung und mannigfaltige Gråuel geflossen sind, darum ist die Reformation zu verwünschen. Die Protestanten verlangten ursprünglich nichts, als ihr Recht, nämlich die Ungestörtheit in ihrem keineswegs rechtswidrigen, weil auf vernunftmäßige Ueberzeugung gebauten, Beginnen. Mochte man ihnen Schranken setzen, sobald sie das Rechtsgebiet der alten Kirche oder des Staates überschritten; nicht aber sie selbst außer dem Rechte erklären, weil sie anders glaubten, als Rom! Wer billig ist, wird « einc erh un Ye der der QUE gle » N fo bieler glid ja Dung be il, mus eyn mit bre, als 9, unbe aber un bre, t efennen, rechen. er fein il nur verden, Inrecht edits gine ent: gen: man willen iege find, Die ibr Degs Beu hnen ber icht fie ird 69 eingestehen, daß es bei den Protestanten die Selbsterhaltung, bei den Katholiken die Herrschaft*) galt, und daß nicht die sehr vernünftig klingenden Sätze, welche Luther in Wittenberg anschlug, sondern daß der Bannfluch des Papstes, und mehr noch die in Worms ausgesprochene Reichsacht, das Feuer angezündet haben, welches Europa mit Verwüstung erfüllte**)." - Als der Verf. dieser Biographie die Nummer der» Kirchenzeitung gelesen hatte, that es ihm außerordentlich wohl, gleich Tages darauf den von gleichen Gesinnungen erfüllten Mitarbeiter an den » Stunden der Andacht und den Herausgeber des » Katholikon und der» Ideale für alle Stände«, den katholischen Priester V. Keller, dessen Leben in Nr. I. der Zeitgenossen« erzählt worden ist, bei der Antrittsrede eines Professors der Dogmatik an der katholischen Fakultät der Freiburger Hochschule, uns " *) und, fragen wir hier, ist es jego anders geworden? Ist es nicht noch immer blos Nothwehr, was wir üben? Seit wann begannen denn die Reibungen der neuern 3eit? Nahmen sie nicht erst da ihren Anfang, als durch öffentliche und geheime Intriguen die Erhaltung unsers von dem Hrn. Verf. anerkannten Rechts bedroht wurde? D, daß doch die Leidenschaft nicht so blind machte! E. 3. **) Der Verf. dieser Geschichte ist selbst Katholik, und hat bei verschiedenen Gelegenheiten die Rechte und Interessen seiner Kirche freimüthig vertheidigt; aber er würde den Charakter des Geschichtschreibers und des Mannes zu verläugnen glauben, wenn er, aus was irgend für einer Rücksicht, jemals anstände, die Wahrheit, oder seine Ueberzeugung auszusprechen. v. R. 70 zur Seite sizen zu sehen und mit ihm vertraulich sprechen zu können. Wir wünschten uns auf die zunächst stehenden Stühle die edlen Wessenberg und Tzschirner, Krug und Kajetan v. Weiller, Paulus und Alexander Müller herbei, und dem schlaulächelnden, geistvollen erasmischen Hug gegenüber, eine jener kräftigen lutherischen Naturen des Nordens, welchen es um Freiheit und Christenthum zu gleicher Zeit, aus Grund des Herzens, und nicht blos um theologische Borerei und leeren gelehrten Wortfram, zu thun ist. Die meisten Kämpfe für Gewissensfreiheit, wie für die politische, sind in der Beschreibung unserm Rotteck ganz vorzüglich gelungen, und, den unwandelbaren, reinen Gesetzen der Humanität getreu, hat er fast nie, über nützlichen oder großartigen Verbre= chen, die wahre Natur und die niedrigen Leidenschaf= ten der Urheber derselben scharf und grell zu zeichnen versäumt: eine Klippe, woran Schriftsteller, selbst von anerkanntem Ruf und Werth, gescheitert sind; denn es giebt liebenswürdige Verbrechen und Ver brecher. Zu streng wohl mag das über Cromwell gefällte Urtheil seyn, wie es auch das des für die Stuarts eingenommenen Hume ist. Nach Elisabeth hat kein Mann England so groß gemacht, wie diefer Cromwell. Die Regierung Karls II. und Ja= kobs II. bewies, daß er den Stuarts nicht zu viel gethan hatte. Sein Fanatismus war mehr ange= fünftelt, als aufrichtig; er hätte ihn sonst in der Todesstunde nicht verlassen. In derselben urtheilte der Protektor selbst strenger über seine Thaten, als England und die Geschichte, und als der Herr vielleid gem et di tus Se vertrauli auf die nberg unt auladel ber, eine Nordens, zu glei might blos Wort it, mit unferm Inwan rbre chaf bat nen felbſt find; Ber well bie beth dies Ja viel nge ber ilte als els 71 leicht,» vor dem er in inbrünstigem Gebet gelegen«*), ihn richten wird. Auch im 3aar Peter erkennen wir ein edleres Prinzip. Es war ein großer Gedanke, nicht trosiger Wille blos, welcher für die Aufklärung seiner Nation ihn begeisterte. Die That gegen Alerei, vielleicht in der Form roher, war eine Wiederholung derjenigen des ältern Bru= tus. Es war mehr als nur problematisch, daß das Werk seines Lebens, Rußlands Erhebung, von der Hand eines Nichtswürdigen zertrümmert worden wäre. Gegen die Unpopularität der oranischen Stadhouders in Holland müssen wir gegründete Zweifel erheben. Die Mehrzahl des batavischen Volkes war meist mit ihnen; ihr freisinniger und geistvoller Aristokratismus kämpfte wider eine zehnfach schlimmere Aristokratie an, und diese war es, welche durch eine unsinnige Revolution das ganze Gebäude des» Schweigenden und seines Geschlechtes, mit Hülfe eines demagogischen Koalirten, stürzte. Wåre jene Dynastie unvolksthümlich gewesen, so hätte das Volk jene paartausend preußische Bayonnette zu zerbrechen gewußt, welche in den achtziger Jahren die Ordnung herstellten. Die Würdelosigkeit, die Gesetzverachtung, die Bölkerzertretung, die Perfidie der europäischen Politik im achtzehnten Jahrhunderte sind mit glühenden Farben gemahlt. Unser Herz erwärmt sich bei *) So fertigte er bei einem festlichen Bankette spottend eine zudringliche Gesandtschaft ab. Dies deutet nicht auf Fa natismus. 72 den wenigen, aber lebendigen Beilen über den nordamerikanischen Freiheitskrieg und über den teutschen Trajan, Joseph. Er, den ein gemeinschaftlicher Freund in einem gleich gründlich, als schon geschriebenen Werke*) gegen historische Falschmünzer, hervorgegangen aus der Mitte der eignen( österreichischen) Nation, so kräftig und wahr vertheidigt hat, fand auch an Rotteck einen seiner würdigen Panegyriker gegen die kopflosen Beschuldigungen dürrer Schriftsteller und Publizisten, welche, mit den eignen Grundsätzen so häufig im Widerstreit, das unschätzbare Geschenk eines, sein Geschlecht, seinen Thron und seine Leidenschaften um einen höhern Gedanken selbstverläugnenden Herrschers nicht zu würdigen im Stande sind. Wir können uns demnach nicht enthalten, die betreffenden Stellen hier herauszuheben, da sie zugleich sehr treffend den Gesichtspunkt beleuchten, von welchem aus der Verf. der Allgemeinen Geschichte« manche seiner Angriffe gegen politische Kasten und Parteien unternommen hat. ap » » Maria Theresiens Erstgeborner, Joseph, nächst Maximilian II. der edelste der österreichischen Prinzen**), nicht nur lebenskraftig, ruhmbegierig und talentvoll, sondern auch zugewendet den Interessen der Menschheit und den Ideen einer vorangeschritte nen Zeit, nahm ihr Werk auf und setzte es fort in *) F. J. Schneller,» Desterreichs Einfluß auf Teutschland und Europa«( Stuttgart 1828-29, 2 Bånde). **) Auch Maximilian I. und Joseph I. dürften vielleicht noch auf diesen Vorzug Anspruch machen. bohe in Der ten das The mel an die AL Den norde teutigen haftlicher gefchrie er, her ferreidi igt hat, Pane burrer men eig Fun st feinen höhern St dembier Ge Herf. riffe om ht -inno en te= in алб ch 73 höherm Styl und mit männlicher Entschlossenheit. Allerdings that er es auch mit Uebertreibung, und, in seinem Feuereifer, nicht nur der physischen, sondern auch der rechtlichen Hindernisse zu wenig ach= tend. Doch nicht von daher kam die Fehlschlagung seiner schönen Entwürfe. Das Unrecht, zumal gegen das gemeine Volk, würde man ihm verziehen haben. Aber er griff die Vorurtheile der Menge, und noch mehr, er griff das Interesse der privilegirten Stånde an, und er wurde verdammt und unterdrückt durch die Leidenschaft und Macht dieser furchtbaren Gegner alles Guten. Vergebens ruft man uns heute unablässig ins Ohr: Revolutionen, d. h. Verbesserungen des gesellschaftlichen Zustandes durch den Volkswillen bewirkt, seyen heillos; dagegen Reformen, durch die legitime Autorität der Herrscher bewirkt, ehrwürdig und heilbringend. Auch der legitimste Herrscher, sobald er reformiren, d. h. den ungerech= ten Besisstand nach Grundsäßen des ewigen Rechts und der Humanität verbessern will, wird gehaßt und geachtet. Nichts soll heilig seyn, als der Privilegirten historisches Recht*).« *) Dies war besonders bei dem brabanter Aufruhr der Fall, wo blos Adel und Klerus, und eine Anzahl begünstigter und von ihnen geleiteter Kommunen, das auf keinerlei Weise in den Etats brabançons repräsentirte Volk zu einem unsinnigen Widerstand entflammt haben, blos weil man es veredeln und menschlicher machen wollte. Es giebt auch Privilegien für Narren; sollen die gescheuten Leute ewig durch sie geplagt und, wenn dieselben sich entgegenstellen, im Fortschritte zur Kultur gehemmt werden, aus bloßem Respekt für die privilegirten Schellen? 74 Nach diesen Grundzügen entwirft Rotteck von der Wirksamkeit der Regierung Josephs ein sehr günstiges Bild, und schließt, nach Anführung der zahlreichen Reformen im Kirchenthum( deren wohlthåtige Früchte selbst die jetzige Politik des österrei chischen Kabinets fortzugenießen für gut findet) mit den Worten:» Mit Erstaunen sah die Welt den rdmischen Oberpriester, zu dessen Stuhl einst die Kaiser demüthig um Segen oder um Vergebung flehend gepilgert waren, jeho als Bittenden zum Nachfolger derselben Kaiser ziehen. Aber die Rechtsüberzeugung Josephs wich der apostolischen Bitte nicht. allen Ehrenbezeigungen, die seiner Würde ziemten, doch unbefriedigt in allem hierarchischen Begehren, wanderte er zurück nach Rom. Um dieselbe Zeit hatte auch der tibetanische Dalai Lama eine gleich vergebliche Reise zum Kaiser von China gethan.<< Mit Also war es, und dieser Punkt, was die religidse Emanzipation( Befreiung vom Joche des Ultramontanismus, wechselseitige Toleranz der Kon= fessionen, und Uebergang des Unterrichts aus exklusivgeistlichen in gemischte Hånde) betrifft, muß bei der Charakteristik des großen Monarchen festgehalten werden. Dies ist das eine große Werk des Kaisers, welches nicht wieder zertrümmert ward, noch auch zertrümmert werden konnte. Und hätte zuletzt Joseph auch nichts gethan, als daß er, der erste teutsche Fürst, die vielgekränkte Hoheit der Kaiser am Uebermuth des römischen Stuhles glänzend geråcht, so håtte er genug gethan, um eines bleibenden Denkmals im Herzen seiner Nation versichert zu seyn. Es hat uns sehr gefreut, die rohen Ausfälle ma ein hiz RE D den Dim fich hat es tted van ein fehr rung der en wohl Oferre bet) mit den ri Die Rai flebend dfolger zeugung Mit emten, ehren, Beit gleich reliUL Ron ber ver: 13, uch 50= zut am t nfs le 75 mancher Schriftsteller, hinsichtlich des Entwurfs zu einem Tausche von Baiern gegen die Niederlande, hier nicht wiederholt zu sehen. Es war nicht die Rechtshochachtung des großen Friedrich, sondern erklärte Eifersucht, was für Zweibrücken ihn waffnete. Daß der Entwurf scheiterte, konnte aus vielen Gründen ein Nationalunglück genannt werden, denn viele Dinge in den auswärtigen Verhältnissen würden sich anders für Desterreich und Teutschland gestaltet haben. Doch, hoc erat in fatis und so muß es als gut betrachtet werden. - Die Krone des ganzen Werkes ist jedoch der neunte Band; er fand so allgemeinen Beifall, selbst nach Posselt, Mignet, Thiers, Lacretelle, Montgaillard, Buchholz und Schlosser, daß lange Zeit die Pressen des Verlegers nicht genug Einzelabdrücke liefern konnten. Er ist mit einem Freimuth, mit einer Wahrheitsliebe und Unparteilichkeit geschrieben, wie bei einem so kislichen Gegenstande, und nach den vielen Vorgängern und bei den heftigen Par teien in Leben und Schrift, kaum vielleicht erwartet wurde. Schon freuten sich viele Gegner Rottecks, in Schilderung der französischen Revolution, als in einer sichern Schlinge, den Jakobiner gefangen zu sehen. Aber wie sehr täuschten sie sich! Voll Ueberzeugung von der Rechtmäßigkeit der ersten konstitu= tionellen Bewegungen, voll Verehrung für die anfänglich aufgestellten Staats- und Menschenrechtsgrundsäße, voll Bewunderung für Charakter und Arbeit der herrlichen Assemblée constituante, der Blüte des Genies, des Talents und der Tugenden Frankreichs, einer Versammlung von Männern, wie 76 vielleicht seit Untergang des römischen Senats und seit dem Baseler Konzilium die gebildete Welt nicht eine andere gesehen, voll Achtung für einige Perioden und Abtheilungen der Assemblée législative, ist er dennoch ziemlich entschiedener Gegner der Prinzipien und der Anstrengungen des National- Konvents. Doch erblickt er in ihm und in seinen Thas ten häufig die Frucht der Nothwendigkeit und der Umstände; er zeichnet mit gleicher Unparteilichkeit und edler Indignation die heillose Partei der republikanischen Heuchler, als die heillose, ränkevolle und rechtsverletzende der Ultraroyalisten; er rechtfer tigt die Behauptung, daß nicht dem Charakter der Revolution und den Sünden ihrer Männer, sondern ihren Grundsätzen und ihren edlern, gemäßigtern, gefeßlichen Bestrebungen der Hauptkrieg angekündigt worden. Der Berg und die Gironde treten in höchst anziehender Gruppe auf: der Geschichtschreiber wendet sich mit Abscheu( gegen viele Einzelne, sogar mit einiger Ungerechtigkeit) von dem erstern; er zeichnet die Schwächen, Verirrungen und Inkonsequenzen der letztern; aber ihre Tugenden, ihre Talente, ihre Ideale und ihre Schicksale erfüllen ihn, so wie noch jetzt und allenthalben jedes feinfühlende und rein- begeisterte Herz, mit bewundrungsvollem Mitleid und mit tiefer Trauer über die furchtbare Wahrheit der Lehre: daß in solchen Krisen nur kräftig- geniale Gewaltthat die Einzelnen und das Ganze rettet. Leider stimmt G. Forster in dem letterschienenen» Briefwechsel-*) nur zu sehr damit сс *) Herausgegeben( Leipziz, bei Brockhaus) von seiner treffüber Der Ge Fon fre bere der ber Ro un Fenats und Welt midt ge Peri gislative, der Prin al- Ron nen The und der eiligkeit ber re fevolle rechtfer ter ber ondern igtern, ndigt in iber ogar ; er onfe S nde em ware nur bas Dem mit 77 überein, und zeigt, wie die Revolution in Folge der royalistischen Grundsäße, Tendenzen, Ränke und Gegenwirkungen gar keinen andern Gang nehmen konnte, als denjenigen, welchen sie genommen hat. Die Politik der Koalirten findet natürlich einen strengen, aber wahrhaften Richter; über dieselbe sind bereits alle bessern Royalisten, selbst vor Erscheinung der bekannten» Memoiren des Fürsten von Harden= berg", einig geworden. Rotteck erkennt das Geniale, Romantisch- heroische in Bonaparte's erstem Auftreten und in seinen italisch- ägyptischen Feldzügen; aber mit der tiefsten Bitterkeit des Rechtsfreundes über Anmaßungen der Gewalt, und mit schneidender Kürze beschreibt er die skandalöse Szene vom 18. Brumaire. Wir heben hier die betreffende Stelle aus: » Am folgenden Tage fanden die Sigungen der Rathe in St. Cloud Statt. Bonaparte hatte Truppen dahin gesendet, die Revolution durch die Macht der Bayonnette zu vollenden. Gleichwohl erwartete ihn daselbst gefahrvoller Kampf. 3war der Rath der Alten, in dessen Versammlung er mit kühner Rede auftritt, stimmt seinen Maaßregeln bei; aber in jenem der Fünfhundert tobt die wildeste Gåhrung. Soeben hatte derselbe den erneuten Eid auf die Verfassung mit Begeisterung geschworen. Lucian Bonaparte selbst, damals Präsident des Raths, hatte ihn leisten müssen. Als sein Bruder im Saale erscheint, von Grenadieren begleitet, stürzen die Republikaner auf ihn ein unter dem Geschrei:» Nieder lichen Frau, Therese Huber, geb. Heyne; eine neue glånzende Bereicherung unserer Nationalliteratur. 78 mit dem Diktator! Außer dem Gesetz der Tyrann!< Bestürzt weicht er zurück. Die Grenadiere führen ihn aus dem Saal. Draußen stehen seine Soldaten. Er erzählt ihnen, man habe ihn erdolchen wollen, spricht von Konspiration mit dem Auslande und appellirt an die Kriegsknechte von den Stellvertre tern der Nation.» Es lebe der General!« tont es durch die Reihen der Söldner.<< » Lucian Bonaparte indessen, seine Präsidentenwürde mißbrauchend, verråth den Senat, dessen Vorsteher er ist, und die Heiligkeit der Volksrepräsen= tation. Viele Stimmen verlangen die Achtserklärung Napoleons, die Permanenz des Rathes, die Ertheilung des Kriegsbefehls an Bernadotte. Da legt Lucian, die Abstimmung verweigernd, die Zeichen seiner Würde nieder, und verlåßt den Saal unter Bedeckung von Grenadieren, welche sein Bruder hierzu abgesendet. Draußen, den Charakter als Pråsident wieder annehmend, schwingt er sich aufs Pferd, klagt den Rath vor den Truppen an: es seyen Meuchelmörder in demselben; mit Dolchen würden die treuen Mitglieder bedroht; die Gewalt müsse die Räuberversammlung zerstreuen. Nur jenes seyen echte Repräsentanten, die sich um ihn, den Präsidenten, sammelten. Sofort ertheilt Napoleon den Befehl zur Vertreibung des Rathes. Der Wink des Generals und das Mährchen von den Dolchen genügen zur Aufregung der brutalen Schaaren. In geschlossenen Reihen dringen die Soldaten in den Saal.» Im Namen des Generals Bonaparte, ruft Leclerc, der sie führt, der gesetzgebende Körper ist aufgelöst. Wer ein guter Bürger ist, entferne fich yon die ina Ge ten ben nicht bie bili b C G Se f th fi ere fi Soldater en wollen ande und Stellvertre that fenten Bo reprin erflärung Grthei Da legt Beiden unter Bruder Prá aufs es ******************** Dolchen Sewalt jenes den leon Bint Ichen rte, ben per erne 79 fich! Grenadiere, vorwärts!« und mit gefälltem Bayonnett, in der ganzen Breite des Saales, rücken die Kriegsknechte vor; die Trommeln, den Sturmmarsch schlagend, übertönen die Stimmen der über Gewalt schreienden Gesetzgeber. In einigen Minuten ist der Saal geleert; die Deputirten fliehen aus den Fenstern; die Nationalrepräsentation ist vernichtet. Nach vollendetem Werk der Gewalt kamen die Heuchelei, die Unverschämtheit und die Servilität, um es durch einen gesetzmäßigen Anstrich zu heiligen." Rotteck behandelte in diesem Geiste fort alle die verschiedenen Perioden von Napoleons Glück und Größe. Er schildert ihn streng, als Rechtsfreund, Patriot und Humanist, ohne die wirklichen Denkmale seines schöpferischen Genies, hinsichtlich der Gesetzgebung und Administration, der großen, Bauten und alles dessen, was er für Kunst und Wissenschaft gethan, zu verkennen. Der Verf. folgt den Unternehmungen Desterreichs, undnachm als der teutschen Nation, wider den Usurpator mit gesteigertem Interesse, und würdigt die Helden und Mårtyrer dieses Kampfes, vom Erzherzog Karl, der Königin Louise und dem Freiherrn von Stein angefangen, mit rührender Begeisterung. Ebenso würdigt er auch die Unternehmungen und den Charakter der spanischen Kortes und die wahre Natur des Aufstandes und des Volkes mit bitterer Wahrheit. Er setzt den unglücklichen Stellvertretern der spanischen Nation ein würdiges Denkmal, das alle großmůthige Menschen unterschreiben werden. füllt ihn auch Napoleons Starkmuth im Unglück Dagegen er= 80 und sein heldenmüthiger Widerstand bis zur legten Stunde mit billiger Bewunderung, und Byrons und Lamartine's Gefühle bemeistern sich seiner, über die Niederträchtigkeit der brittischen Kerkermeister ge= gen den großen Ueberwundenen. Der Wiener Kongreß und seine Arbeiten werden streng beurtheilt. Ueber die Art und Weise der Wiederherstellung des teutschen Staatskörpers seufzt er mannigfach. Stellen darüber erleiden keinen Auszug; wohl aber reihen wir hier die erschütternden Schlußbetrachtungen noch an, welche seine Ansichten und Erwartungen von der neuesten Weltlage vor wenigstens vier Jahren beurkunden: Die » Bei Betrachtung der vom Wiener Kongreß auss gegangenen Gesetze, und überhaupt der Wendung, welche nach dem Sturze Napoleons die Angelegenheiten des Welttheils nahmen, bemächtigt sich des europäischen Bürgers ein wehmüthiges Gefühl, und, ob er nach Osten, ob er nach Westen blicke, die entgegengesetzten Bilder vermehren seinen Gram. Dort( in Asien und Afrika) sieht er seit Jahrtaus senden das starre historische Recht und die unbedingte Willkührherrschaft thronen, durch beides aber die Völker zu Heerden erniedrigt, und die Herrscher zu Treibern. Im Westen dagegen, in der jugendlichen neuen Welt, erbaut sich das natürliche, das vernünftige Recht sein erlesenes Reich. Schon hat es in Nordamerika tiefgehende Wurzeln geschlagen, schon die herrlichsten Früchte alldort erzeugt. Von einem so schnellen, so segensvollen, so wundergleichen Voranschreiten, wie das der nordamerikanischen Freis staaten, hat die ganze Geschichte kein anderes Beispiel. Num we Ra bri rep Tag der fet, Der redh Re De δε fte 01 zur lester 6 Byron iner, be meifter g ener Ron beurtheilt lung bes d. Die wohl aber etrachtun Erwartun ens vier greß aus endung elegen ή δεξ und, e, die Gram hrtaus unbe aber richer gend das n hat lagen, Bon eiden Freis piel. 81 Auch jenseits ihrer Grenzen, in Meriko und in dem weiten südamerikanischen Lande bricht, wohl unter Kämpfen, doch solchen, die Sieg und Veredlung bringen, der Tag der Freiheit an. Nicht eben die republikanische Form ist's, die wir die Sonne dieses Tages nennen, nein, nur der republikanische Geist, der gar wohl mit monarchischer Form sich verträgt, ja der in wohlgeregelter Monarchie weit sicherer hauset, als in der Demokraten sturmbewegtem Reich: der republikanische Geist, d. h. die Herrschaft ge= rechter Gesetze, entflossen dem ewigen, natürlichen Recht und dem lautern Gesammtwillen, Verbannung der Willkührherrschaft und der traurigen Scheidung der Bürger in geborene Herren und geborene Knechte. Europa, bis jetzt noch der Kampfplatz beider Systeme, sieht in der neuesten Zeit Asien herüber nach seinem unglücklichen Boden schreiten, die edlere 3ivilisation dagegen aus der alten Welt nach der neuen fliehen. Europa, mit seinen seit Jahrhunderten gesammelten Geistesschågen, mit seinem Drang nach Voranschreiten, mit seinen edeln, der Erkenntniß sich öffnenden Völkern soll plötzlich stille stehen, ja traurig zurückſinken in die Fesseln des starren historischen Rechts; es soll entsagen der Freiheitssonne, deren Strahlen es begierig in sich gesogen, und der in edler Menschenbrust unvertilgbaren natürlichen Rechtsidee, deren Foderungen es deutlich erkannt hat. Dies wird zwar nicht ausgesprochen, und die Staatenlenker sind weit davon entfernt, es zu wollen; aber wenn die Partei, welche jeho das Ohr der Fürsten umlagert, und welcher die stupide oder feige Masse als willfähriges Werkzeug dient, 6 82 Den völligen Sieg erhält, so ist dem Zurückschreiten kein Ziel zu sehen, und ist Asien der Spiegel, worin wir unser künftiges Schicksal erkennen mögen. Alsdann giebt's, wie weiland in den vielen Jahrhunderten des sinkenden oströmischen Reichs, für edle und stolze Gemüther keine Freude des Lebens, keine Vergütung der Lebensmühe mehr. Stufenweise wird der Verfall uns zum Loose der Chinesen führen, und die Russen werden, wie dort Mongolen oder Mandschu, unsere Ueberwinder seyn. Aus der Welt wird darum freilich nicht die Freiheit weichen, aber Europa wird das heilige Feuer, welches es bisher bewahrte, nur noch von fern, von jenseits des atlantischen Meeres herüberleuchten sehen.<< Unser Freund hat sicherlich zu düster hier in die Zukunft geblickt; seit den vier Jahren, daß jene Zeilen erschienen sind, hat mehr als ein Ereigniß zur Genüge bewiesen, daß Rückschritte nicht im Plan der Weltordnung liegen, und auch die Berechnungen der Mächtigsten und Klügsten zu Schanden gemacht werden, sobald sie mit dem Plan der Hemmung rein- menschlicher Kultur in Verbindung stehen. Die Fakta hierzu brauchen wir ihm nicht erst vorüberzuführen." Was nicht mit Gott angefangen ist, wird nicht mit Gott enden,« sagte einst Luther, und so ist es bereits mehr als einem Diplomaten unsers Welttheils mit frevelhaften Unternehmen gegen die Würde des Menschengeistes ergangen. Stat sua cuique dies.( So schrieben wir vor einem Jahre schon in den» Zeitgenossen«; bone Deus! und wie ist nicht die Prophezeihung wucherisch= reichlich eingetroffen, so zwar, daß der Freiheit dermal die gro als Ro welc nad biog verf For bi 9 E dichten gel, worin gen. Jahrhun für eble ens, fein weife with Der Mant Welt with aber Ga iber be es atlan in die ne Bei iß zur Plan mungen gemacht mmung n. Die riber ift, und unfers en bie a cuiSupre b wie einal die 83 größten Gefahren weniger von Seiten der Willkühr, als von ihrer eigenen her drohn.)- Wir gehen nunmehr zu den übrigen Schriften Rottecks über, und zwar vorerst zu denjenigen, welche sich naturgemäß an das größere Werk zunächst anreihen. Solches sind die kleinern historischbiographischen Aufsätze, von denen eine Auswahl im verflossenen Jahre in einer Sammlung erschienen ist*). Die wenigsten derselben gewähren ein eigent= lich geschichtliches Interesse, oder neue Aufschlüsse in Folge von Quellenarbeiten und kritischen Untersu= chungen. Sie sind, wie er zum Theil sich selbst darüber erklärt hat, für ein bestimmtes Publikum, meist Damen, wie bei Jakobi's» Iris« bestimmt gewesen; Reminiszenzen an anziehende Gestalten in Gutem und in Bösem, hervorgerufen durch man= nigfache Erscheinungen der Zeit, oder auch dazu bestimmt, die Liebe des Guten, Schönen und Gro= ßen zu wecken; niedliche Vignetten, gezeichnet in Stunden der Geselligkeit und zum Behuf geistreichen Gesprächs mit Leuten, welche weder Zeit noch Lust haben, Folianten und Quartanten durchzustudiren, aber gleichwohl nach Belehrung dürsten, oder auch für solche, welche selbst bekannte Gegenstände aus dem Munde eines werthvollen Mannes gern wiederum hören; oft auch sind es gelegenheitliche Aufsätze, veranlaßt durch schmerzliche Berufs- und *)» Sammlung kleinerer Schriften, meist historischen und politischen Inhalts.« 2. Bde. Stuttgart, Franckh. Auf ungewöhnlich hübschem Papier gedruckt und mit sehr we nigen Druckfehlern. 6* 84 Freundespflicht, vorgetragen am Sarge theuerer Hingeschiedenen. Wir begnügen uns, von den meisten die Ueberschrift anzuführen:» Johanna I., Konigin von Neapel. Eine historische Skizze.< » Das Haus Ali. Fragment aus der orientalischen Geschichte.«<» Die Eroberung Konstanti= nopels durch die Türken;« zwei Mal, in der » Iris und im» Griechischen Taschenbuch, einzeln vorher abgedruckt, auch nach Gibbon und neben Raumer und Schels noch immer lesbar genug. Dieser Aufsatz war nach Napoleons zweitem Siegeseinzug in Wien verfaßt worden, und darum damals bedeutsam und gewagt.-» Andreas Doria( 1810 geschrieben).» Grimoald, der Longobardenkönig.«» Athenais.«» Alexander der Große( zuerst in der Allgem. Encyklopådie von Ersch und Gruber mitgetheilt; von mehr kritisch historischem Werthe). » Ferdinand, Herzog von Alba.«» M. An= tonius.«» Bayard.«» Die Bartholo= mausnacht.«» Die Bastille.< = - - - Attila.< - So wenig Neues der Mann vom Fache darin findet, und der Verf. selbst dabei Ansprüche gemacht hat, so sehr muß jeder Geschichtsfreund doch geste= hen, daß durch dergleichen geistreiche Vervolksthůmlichung historischer Stoffe ungemein viel in humanistischer Hinsicht gewonnen werden kann; und dies war Rottecks alleiniger Zweck dabei. Das Ta schenbuch, worin größtentheils diese Vignetten oder Skizzen erschienen, und wozu mehre ausgezeichnete teutsche und schweizerische Dichter Gaben der Muse spendeten, war eine nicht unbedeutende belletristische Erschei fenber morali Sacobi Som beitst Merten befenben ift, wi freis. eilend Wiffer offent Fried alter trieb dazu ichla ein N ge Gr un Der fan b UE DE be M ho D suerer Fins en meiten Rini e- italifchen ftanti in der einzeln neben genug. Sie um da 26 Do Der Con rander ηφισμά mehr - .Antholo e barin gemacht gefte Sthum huma nd dies Ten ober eichnete Mufe riftifche 85 Erscheinung, welche auf eine zahlreiche Masse denkender und fühlender Leser eingewirkt, und deren moralischer Nutzen vielleicht denjenigen aller Poesien Jacobi's mit aufgewogen hat. Bon allgemeinerm Interesse sind die Gelegenheitsreden auf Karl Friedrich, Jacobi und Mertens. Alle Drei waren geistige Wohlthäter, besonders in dem Lande, das des Verfs. Heimath ist, wiewohl jeder in größerm und geringerm Umfreis. Der Erste ein Fürst, seiner Zeit weit voraneilend, der Kultur, dem Gesetz, der Freiheit, der Wissenschaft und der Kunst freundlich, mit jeder öffentlichen und Privattugend ausgeschmückt, ein Friedensengel der Menschheit, ein Versöhner zwischen alter und neuer Zeit aus eignem Gefühl und Antrieb, nicht von Nothwendigkeit und Umständen dazu bestimmt, und darum höher im Werth anzuschlagen. Der Preis eines solchen Fürsten, im Munde eines solchen Mannes, gewährt eigenthümlichen Reiz. Nach ihm der sanfte Sånger der Liebe und der Tugend, ersterer mehr als würdig, letzterer bis zum Grabe getreu, eine Zierde des teutschen Waterlandes und der Hochschule, deren Lehrer er war. Niemand, der den edeln Greis in Schrift oder im Leben ge= kannt, wird nicht gerührt mit seinem Biographen übereinstimmen. Mehres davon jedoch folge weiter unten, wo von den vertrauten Freunden Rottecks die Rede seyn wird. Der Dritte endlich, ein stiller, bescheidener Mann, groß durch rein- menschlichen Werth, als Schriftsteller verdienstlich, als Lehrev hochverdient, als Freund und Lehrer unschätzbar. Diese drei biographischen Gemåhlde gehören zu den 86 jenigen, in welchen des Verfs. Gemüth am Klarsten sich spiegelt. Sie sind um so wahrer zu nennen, da wir selbst noch bei ihrem Vortrag den Ausbruch des von Thränen unterbrochenen Gefühles wahrgenommen haben. - Hier ist vielleicht der Ort, der literarischen Auszeichnungen zu erwähnen, welche Rotted im Verlaufe feiner geistigen Wirksamkeit zu Theil geworden sind. An seiner Brust glänzt noch kein Orden, als der, den die Humanität, die Freiheit, das Recht und das Vaterland ihren starkmüthigen Verfechtern darreichen. Es ist dieser Orden immer ein Großkreuz gewesen. Dafür hat die königl. Akademie der Wissenschaften in München damals waltete noch der Geist der Montgelas und der Jacobi, Schlichtegroll, C. v. Weiller, v. Lang u. A. in dieser Anstalt ihm den Titel, als forrespondirendes Mitglied, verliehen; andere wissenschaftliche Vereine be= scheidenern Namens, z. B. der sächsisch- thüringische Verein, die teutsche Gesellschaft zu Leipzig, die nas= fauische Alterthumsgesellschaft u. 2., den Titel als korrespondirendes und Ehrenmitglied. Ebenso wählte ihn im Jahre 1830 die königl. dänische Gesellschaft für nordische Alterthümer zu Kopenhagen und die königl. polnische zu Warschau, letztere in einem du= ßerst schmeichelhaften und ehrenvollen Schreiben, zum Ehrenmitgliede. Es liegt an solchem literarischen Zierrath vielleicht weniger, als daran, daß geistreiche und wackergesinnte Männer fern und nahe, durch vermittelnde Organe dieser Art, wenn oft auch nur durch wissenschaftliche Spielerei, sich berühren; und geif entf denn Frei nom Dut do De AL am Harten zu nennen, den Ars Gefibles der Yu in Ber geworden Drben, als Das Recht Berfechtern ein Groß bemie ber Itete nod Galide fer An 6 Mit ine be ringische bie naf Titel als To wibite fellihaft und bie em du en, zum Tarifden Reiftreide e, burch oft auch ibren; 87 und so erzeugt sich zuletzt im Ganzen dennoch ein geistiges Kapital, welches für die eingesetzte Beit entschädiget. Von dieser Gesinnung geleitet, hat unser Freund denn auch die Leitung der vor einigen Jahren zu Freiburg gegründeten historischen Gesellschaft übernommen, deren Zierde er neben Türkheim, Schneller, Schreiber, Leichtlen, Bell, Welder, Deuber, Duttlinger u. 2. ist, und nachdem er, als Mitglied schon gehaltvolle Worte über Wesen und Bedeutung des Vereines mehrfach ausgesprochen, hat er dann auch in der Eigenschaft, als präsidirender Sekre= tår, mehrere kurzgedrängte, aber geistreiche Aufsätze und Berichte verlesen. Wir verweisen in dieser Hinficht auf die Schriften jenes Vereins. Hiermit schließt sich die Betrachtung der einen Seite, von der unser Freund auf den Dank der Beitgenossen bleibenden Anspruch zu machen hat. Als die zweite, innig der erstern sich anschließend und mit ihr zusammenhängend und sie ergänzend, stellt sich seine Wirksamkeit als akademischer Lehrer dar. Wenige Gelehrte von seinem Wissen und Stres ben, und von seinem hohen Geistesflug, haben so glücklich das Mittel aufgefunden, auf Ueberzeugung und Begeisterung der Zuhörer zu wirken, und eifriger und gewissenhafter ihre Pflicht zu erfüllen ge= strebt, wie Rotted. Von Natur aus eben nicht mit der stärksten Gesundheit begabt, in früherer Beit oftmals heftigem Schwindel unterworfen, hat er selten mit Absicht eine Vorlesung versäumt; und wie 88 wohl mit etwas leiser Stimme, und selbst einiger Monotonie, auftretend, hat er dennoch durch die innere Lebendigkeit des Vortrags, durch die bluhende Sprache und den Fluß und Zusammenhang der Säße, selbst bei jenem Mangel des Organs, fortwährend das Interesse bis zu Ende zu fesseln und zu erhalten gewußt. Die seinem Geistesaufflug und seiner Gesinnung befreundeten Jünglinge lasen gleichsam die Seele des Wortes von der bewegten Lippe weg, wenn der Ton allzu leise an ihr Gehör drang. Das stille Leuchten seines Auges kommentirte das Gesprochene, und wenn ein lebhaft ausgesprochener Satz die blasse Wange ungewöhnlich röthete, so kam in die unverstandenen Worte, wie durch einen geistigen Blik, der innere Zusammenhang. Der Verf. erinnert sich noch recht gut, wie oft eine halbe Stunde, ein bei akademischen Vortrågen selten verwilligter Termin, auf des geliebten Lehrers Ankunft gewartet wurde, und man gern die mögliche Einbuße eines Theils des Mittagsmahles vergaß, wenn der durch den Uhrzeiger oft Verführte und zu spät Gekommene, den Vortrag ungewöhnlich verlängerte, und das Versäumte auf Kosten der Mittagsstunde nachzuholen bemüht war. Dieser Fall trat natürlich nur in den Tagen ein, wo der Schwindel stärker sich eingestellt. Als akademischer Lehrer genoß Rotteck lange Zeit das unbedingteste Vertrauen aller Parteien unter den Studirenden; und obgleich seine Abneigung gegen landsmannschaftliche Verbindungen( aus Grundsatz) allgemein bekannt war, so gehörten doch selbst die Einflußreichsten unter den Mitgliedern derselben zu fein alle Ve und teut Gun gen len abidh Doc treil unt Fa m fei fet Te bft einiger durch die die bli mmenbang 3 Organs, zu feffela ftesauflug nge lafen bewegten the Ger tommet heft aut wohnlich te, wie ammens t, wie Bor liebten m bie mables erführte wöhnlich er Mit Fall oder Je Beit ter den gegen undla) be bie 89 = seinen eifrigsten Verehrern*), und er war ihr und aller gutgearteten Jünglinge Rathgeber, Freund und Verfechter in allen billigen Dingen, zu jeder Stunde und bei jeder Gelegenheit. Es ist wahr, daß die teutsche Burschenschaft in ihrer bessern Zeit seine Gunst vorzüglich besaß, weil er, nach seinen strengen Rechtsgrundsätzen, in ihr den allgemeinen Willen der akademischen Jugend mehr, als in den sich abschließenden Körperschaften ihrer Gegner, ersah. Doch warnte er stets treu väterlich vor Uebertreibungen jeder Art; alles Geheime war ihm für und für in tiefster Seele zuwider, und politischen Fanatismus verdammte er beharrlich jederzeit. Bei mehr als einem Anlaß gaben ihm die Studirenden unverstellte Proben ihrer Hochachtung; mehr als ein feierlicher Fackelzug ward ihm gebracht, und felten fehlte, bei Feierlichkeiten sogar, die zu Ehren Anderer angestellt wurden, ein Toast auf ihn. Bei einer solchen Gelegenheit suchte ein wackergesinnter Jungling, sonderbar genug, ihn dadurch zu ehren, daß er drei Stunden weit mit turnerischer Beharrlichkeit hinter seinem Wagen nachlief, und als ein Profef= sor, der als Deputirter der Hochschule in dem ersten. Postort ihn empfangen hatte, dem jungen Manne antrug, in den Ehrenwagen zu steigen, demselben zurief:» Ginge man mehr zu Fuß, so ginge Alles besser in der Welt! Diese letzte Feierlichkeit führt *) Einer derselben, jegt ein vielgebildeter Rechtsgelehrter, entzog sich gern oft den Kommerzen, bei denen er als » altes Haus« vorzüglich brillirte, um dem verehrten Lehrer als Vorleser in nächtlichen Stunden zu dienen. 90 uns auf ihre allernächste Veranlassung, nämlich zu seinen Schritten für die Erhaltung der Universität Freiburg. Dunkle Gerüchte hatten seit längerer Zeit die Freiburger Hochschule mit der Möglichkeit, im Jahre 1818 aber mehr als je, mit der nahen Gefahr der Aufhebung bedroht. Das leichtsinnige Benehmen einer Anzahl Einwohner, in der Periode des Befreiungsjahres und des Wiener Kongresses, hatte bei Hof eine höchst üble Stimmung gegen jene Stadt erzeugt, welche durch die Intriguen dienstbeslissener und übelwollender Menschen noch vermehrt wurde*). ſch be be Der St Der fuc *) Die Freiburger sind stets ein ehrliches, treues, seelengutes, aber oft sehr unüberlegtes Völkchen gewesen, bei dem die Zunge meist schlimmer, als das Herz, sich zeigt, und der Kopf mit lehterm bisweilen davonläuft. Dies zeigte sich namentlich bei den Desiderien des Jahres 1814. Doch wurden sie damals mißleitet. Eine Anzahl vor= nehmer Intriguanten, von dem zähring'schen Hause mit Würden und Wohlthaten überschüttet, hatte das in ſie gesetzte zutrauen dahin gemißbraucht, daß sie durch eine Ambassade nach dem Hauptquartier des Kaisers Franz die Wiedervereinigung des Breisgaues mit Oesterreich zu erzwecken suchten. Der Monarch soll, nach Einigen, sie damit abgefertigt haben, daß er erklärte:» Ich wollt' gern, aber der Metternich will halter nicht.« Nach Andern soll er ihnen die Einverleibung versprochen, nachmals aber mit den Umständen sich über seine Sinnesånderung entschuldigt haben. Nach sichern Notizen aber sprach er zu einem der Abgeordneten:» Was seid's bei euerm Großherzog g'wesen?«» Staatsrath, Eure Majeftåt!«<-» Wenn's so ist,« replizirte Franz I.,» so bleiben's lieber beim Großherzog; denn so viel könnt's bei mir halter nicht werden!« Als die patriotischen Univerfit Beit bie im Jahre Gefahr der Benehmen De des Be batte bei jene Stat befiffener = wurde). 25, feelen efem, δεί fich zeigt, ft. Dies res 1814. zahl vor baufe mit das in fie διατής είπε ers Franj erreich zu igen, fie Sh wolle Nach Xnen, nach: Sinnesin igen aber feib's bet Gure Ma L., fo el Bonnt's triotijden 91 Diese Stimmung hatte auf den befürchteten Ents schluß entschieden den Haupteinfluß. Allein die be= deutsame Frage ward unter anständigere Vorwände verhüllt. Man behauptete: zwei Universitäten seyen zu viel für das Großherzogthum Baden, also müsse die eine eingehen. Natürlicherweise, hieß es, müsse da Freiburg vor Heidelberg die Segel streichen, als der an literarischen Berühmtheiten und Zahl der Studirenden bedeutend reichern. Verschiedene andere Motive mehr kamen zum Vorschein, und man suchte die Freiburger durch Vertröstung mit einer Spezialschule auf den tödtlichen Schlag vorzuberei ten. Gegen diese Spezialschulen aber erhob sich nun der kenntnißreiche Werk mit einer besonders erschienenen, sehr gründlichen akademischen Schrift; die Rechtsfrage aber beleuchtete, gegen eine Schrift 3acharia's zu Heidelberg, unser Rotted in einer Denkschrift, betitelt:» Für die Erhaltung der Universität Freiburg, in Auftrag des Prorektors und Konsistoriums. Sowohl die juristischen und geschichtlichen, als die finanziellen und moralischen Gründe waren mit vielem Scharfsinn darin entwickelt, und der Beweis geführt: daß keine der beiden Hochschulen, am wenigsten aber die Freiburger, als eine auf eignen Fonds ruhende Körperschaft und bei der geringen Zahl von katholischen Anstalten dieser Art, aufgehoben werden sollte. Staatsdiener nach Hause kamen, fanden sie, wie billig, das Entlassungsdekret auf den Bureaur liegen. Dieser Vorfall erfüllte jedoch Karts Gemüth mit bittern Gefüh len, et quidquid delirant reges, plectuntur Achivi. 92 Diese Schrift und die Bemühungen der nach Karlsruhe abgefertigten Deputation wurden vom günstigsten Erfolge gekrönt. Der Großherzog Karl gab sein fürstliches Wort, und Freiburg schwamm in Jubel. Die Szenen dieser Tage blieben noch lange unvergeßlich. Die Universität nahm nach überstandener gefahrvollen Krise einen neuen Schwung; sie gewann durch später erhaltenen Zuschuß aus der Staatskasse größere Kraft, und die Zahl ihrer Studirenden ist in den letzten zehn Jahren um die Hälfte der frühern Frequenz gestiegen. Von den vielen Freuden und Ehrenbezeigungen, welche bei der Rettungsfeier Statt fanden und gespendet wur den, kam ein bedeutender Theil dem muthigen Sprecher zu. Er war der Abgott der Studirenden und der Stolz der Bürger.d Unmittelbar auf dieses staatsrechtliche Intermezzo, welches Federn, Theorien, Leidenschaften und Kabalen in Bewegung gesetzt, und wobei auch der treffliche Sken, als alter 3ögling der Universität, von Weimar aus, eine Lanze kräftig mitgebrochen hatte, fam nun die Konstitutionssache, und es eröffnete sich für Notteck das langerfehnte Gebiet für scine wissenschaftliche sowohl, als patriotische Thätigkeit. Auch durch einen neuen Beruf als Lehrer des Vernunftrechtes und der Staatswissenschaften, welchen er im Jahre 1818 statt der bisherigen Geschichtskanzel übernommen, war er doppelt dazu aufgefordert. Ehe wir jedoch zu demselben übergehen, müssen wir der frühern Anstrengungen gedenken, wodurch der Publizist seine Weihe und Inauguration als 2 Bert 3 eridie Blat Log i von bi die Be cher, feine munc leide ſten Arn geb rebe begl fi gi ni er S Der na en bom og Ra amm in lange bertan aus ber Ette on ben de bei Spre aba reffli und von hatte, 3 et tige bes wel Ge auf η εξεις, 100 tion 93 als Anwalt des konstitutionellen Prinzipes und als Vertheidiger der Volksrechte beurkundet. 3um erstenmal auf der Arena der Oeffentlichkeit erschien Rotteck bei Herausgabe der teutschen Blätter, wovon der verstorbene Brockhaus den Verlag übernommen. Dieses Journal hatte, unterstützt von vielen trefflichen Sprechern der teutschen Nation, die Bertheidigung der Interessen derselben, als solcher, zur Aufgabe sich gesetzt. Seine Vorzüge und seine Irrthümer flossen aus der allgemeinen Stimmung der Zeit und aus den Hoffnungen, welche leider nicht erfüllt worden. Wir sehen daher den jetzigen Lobpreiser der neue= / sten französischen Revolution damals in der Reihe der Arndt, Görres, Fichte u. A. für Teutschlands Wiedergeburt der Sache der Alliirten Mächte feurig das Wort reden, und ihre Waffen mit seinem besten Segen begleiten. Das Vorwort an die Leser und an alle Freunde der guten Sache«, mit dem die Teutschen Blåtter begannen, kündigte des Herausgebers Absicht und die Erwartungen der Patrioten an. » - » Noch nie, so lange der Name der Teutschen lebt, ging eine so verhängnißvolle Zeit, wie jetzt, über uns hin ihr teutschen Brüder und Freunde!- noch nie war das Bedürfniß größer, dringender, heiliger, ihre Fußtritte steten Blickes zu verfolgen, rasch zu ergreifen, was sie uns Gutes darreicht, und es fest= zuhalten mit innigvereinter, mit wohlgeleiteter Kraft! Eine Anstalt zu schneller Verbreitung authentischer Kriegs- und politischer Nachrichten, eine ge 94 meinsame Niederlage patriotischer Ansichten, Wünsche, Erhebungen, ist hiezu die erste Bedingniß. Unter den Zeichen der unglücklichen Seit, welche kaum noch über unserm Vaterland lag, war wohl feines flåglicher, als die künstlich bereitete Vereinzelung der Teutschen, wodurch einer dem andern fremd, und jeder Funke des Nationalgeistes erstickt werden sollte. Kein anderes Band, als die auf Allen lastende unwürdige Fessel; nichts gemein unter ihnen, als Schmach und Noth. Keine Mittheilung selbst unter den nächsten Freunden mehr; wir wandelten in Dunkel oder trügerischem Schein; die df= fentliche Meinung ward mißleitet, verspottet, niedergedrückt; die teutsche Bunge selbst verkündete das Machtgebot und den Hohn des Fremden! Abgeworfen ist endlich das schmachvolle Joch. Der Teutsche ist wiedergegeben dem Teutschen; die feilen, die verrätherischen Zungen sind verstummt; Wahrheit und Recht treten siegreich hervor. Aber die Freiheit, die herrlich gewonnene, muß behauptet, die Ufer des Stroms, der, wiewohl zurückgedrängt, noch immer drohend schäumt, müssen wohl verwahrt, es muß der wieder auflebenden Nationalität eine wohlthätige und feste Gestaltung ge= geben werden. Ihr Freunde des Vaterlandes und der Freiheit- auf! sammelt euch um das heilige Panier! Und so lange noch die befreundeten Adler schüßend über uns schweben, vollendet das begonnene Werk! Aus reiner Quelle, aus dem Munde der erhabe= nen Befreier selbst werdet ihr fortan die Ereignisse des Tages vernehmen. Ihr werdet jedesmal sehen, was ficherm wofür Blid täglich Schopfen Un die ihr Begrif Finden die ih und d Tes was Star farfe Des Nat bei en Auc lag ten bo len hat Get t, melde war wohl Vereine andem serfift in unter it won bie f nieder mete bas Jodh ; die ummt; , muß mohl zu miffen en Sa ng ge eitUnd fo Der uns enfabe igniffe ſehen, 95 was ihr zu hoffen, was ihr zu sorgen, zu tragen, zu sichern, oder abzuwenden habt; ihr werdet wissen, wofür und mit welchem Erfolg ihr kämpfet, und, den Blick unverrückt auf diesen heiligen Kampf gerichtet, täglich neuen Enthusiasmus aus dessen Betrachtung schöpfen. Und ihr, aufgeklärte und erfahrene Männer! ihr, die ihr mit beredter Zunge und der Stimme der Begeisterung, die Mahnungen der Weisheit zu verkünden, hohe Gefühle zu entflammen wißt ihr, die ihr der öffentlichen Meinung leitend vorangeht und den Volkswillen veredelt, widmet die Kraft eures Geistes und was euch die gegenwärtige Erhebung, was euch früher gesammelte Wissenschaft zu leisten in Stand fest widmet es dem Vaterlande! erwecket, stårket, läutert, entzündet die patriotischen Gefühle in der teutschen Brust, traget voran das Panier des Vaterlandes, muthig und einsichtsvoll, daß die Nation vertrauend euch nachfolgen möge, und die Einheit der Richtung ihre Kraft unwiderstehlich nache!<< Die Betrachtungen aber über das Jahr 1813 enthielten, unter andern sehr interessanten Stellen, auch die folgende: » Am Schlusse dieses ewig denkwürdigen Jahres laßt uns einen Rückblick werfen auf seine unerhörten Wunder, und auf die betäubend- schnelle Folge von Umwälzungen, die es gebracht hat! 3wanzig Jahre schon braust, mit immer schwellenden Wogen, der Strom des Verhängnisses. Er hat Manches umgestürzt, und Manches fortgerissen, was lange und glorreich gestanden, und mit wilder Gewalt aus den zusammengetriebenen Trümmern 96 einen Koloß aufgethürmt, der durch sein Gewicht Europa erdrückte, und durch seine Masse unerschüt terlich schien. Die Völker sahen mit Staunen, mit dumpfer Hingebung dem Toben des Stromes, dem Thürmen des Kolosses zu; als plötzlich, wie dieser eben der Vollendung nahte, der Strom eine Hemmung im Norden fand, und mit zurückprallenden Fluthen den Koloß, sein eigenes Werk, erschütterte. Was das Jahr 1812 also begonnen, hat das jetzt sich schließende Jahr wunderwürdig vollbracht, und den ungeheuern Bau in Trümmer gelegt. So stürzt zusammen, was blos die Gewalt zusammenhielt, vor noch größerer Gewalt; nie mehr werden die losgerissenen Trümmer zum Ganzen vereint, während was auf Recht gegründet, und durch Weisheit verbunden war, mit einheimischer Kraft besteht, und wird es gebeugt durch Stürme- von selbst wieder erhebt, wenn das Gewitter vertobt hat.<< - sich Die ganze Schilderung fährt in glühenden Farben und begeisterungsvollen Worten weiter fort: von den empörenden Rechtsmißhandlungen, welche jeden Tag das Walten des Eroberers bezeichnet; von dem ewi= gen Ruhm der Martyrer und der Kämpfer für Teutschlands Sache, welche früher selbst die Verkennung und den bittern Tadel im Munde der Knechte nicht gescheut; von dem selbstaufopfernden Heldengeist der Preußen; von der hohen Sendung Desterreichs, welches vom Anbeginn der europäischen 3errüttung so kräftig, so treu, so beharrlich für die gute Sache geftritten, so große Opfer derselben ge» bracht hatte, dem nunmehrigen Panierträger für die Freibe 30fifd terifd dem binets frango Gang handlum treuen Bieber hierbum fern t Tanb berg Emp Men Dem oron 9361 Un nal Sa Frei blif jeni 80 Genit unerible men, mit mes, dem mie biel eine Hem forallenber fielt, vor die losge während Reisheit beffeht, <- fich vertobt Farben von den ben Tag memi ofer für e Ber de der fernber Senbung ondiffen fir bie ben ge für bie 97 Freiheit, seitdem durch die Erschütterung der französischen Präponderanz seine Entschlüsse von gebie= terischer Nothwendigkeit unabhängig geworden;« von dem ersten würdevollen Aufruf des Wiener Ka binets; von der Beunruhigung der Menge durch französische Pamphlets und durch den geheimnißvollen Gang der in der Geschichte wohl einzigen Unterhandlungen; von den edelmüthigen Absichten und treuen Werbungen desselben Hauses Desterreich zur Wiederherstellung des rechtlichen Verhältnisses, und hierdurch des dauernden Friedens unter den Vol fern von Europa; endlich auch, in Bezug auf England und dessen eigenthümliche Cold- Politik,» von der gebieterischen Noth, welche alle, sonst heiligen Empfindungen der heiligsten dem Gefühl der Menschenwürde, alle sonst theuern Interessen dem theuersten- der Selbsterhaltung unterordnen lehrte, und in eine Reihe weitgetrennte Völker und Menschen gegen den allgemeinen Unterdrücker stellte.< - Um dieselbe Zeit theilte Rotteck in seinem Journale den folgenden Schwanensang seines Freundes Jakobi mit, welcher die damalige Stimmung zu Freiburg bezeichnete, übrigens dem patriotischen Publikum weniger bekannt geworden zu seyn scheint. Wie verschieden klangen nicht diese Töne von den= jenigen unserer Tage! Der Abendsonne gleich, wenn sie die Wetterwolke Berstreut, und dann voll Majestät Dem furchtbefreiten Schnitter untergeht, Ihr gleich, entwich dem biedern teutschen Volke 7 98 Das alte torbeerwerthe Jahr. Noch scheidend hob's im Siegestanze, Bur Tilgung unsrer langen Schmach, Empor die Ketten, die es brach, Empor, mit Feindes Schwert und Lanze, Den kühn errungnen Adler, der, zerstückt, Nicht drohend mehr auf unsre Heere blickt. So schwand das alte Jahr, begleitet Bon Jubelschall, und sieh, ein neues schreitet Daher im jungen Morgenglanz. Wie grünt der frisch gepflückte Kranz, Den mit dem Palmzweig seine Rechte hält, Weissagend künft'ge Siegesfeier! Bu neuen Kämpfen ruft es die Befreier Der unter hartes Joch gebeugten Welt. Heil uns! durch Freiburgs Thore zogen Die Cäsarn, brüderlich verbündet, ein; Denn ihnen soll der bald erfochtne Rhein Trophäen, Säulen, Ehrenbogen An seinen beiden Ufern weihn. Heil uns, die Helden rasten nicht, Bis vor der Völker Angesicht Ihr Muth, was er begann, vollendet und gekrönt, Bis jeder die erhabnen Manen Erzürnter, weggewandter Ahnen Den spätern Enkeln ausgesöhnt. Dann wird auf sein Geschlecht herab, Wie einst, mit seligem Vertrauen Der Schatten Hermanns wieder schauen, Der nicht das Blut der treuen Krieger gab, Um sich den höchsten Thron zu bauen, um allein Beherrscher einer Welt zu seyn; Auf Leichen ließ er nur sich Leichen thürmen, Den nie verletzten Opferhain Und seinen rauhen Wald vor Knechtschaft zu beschirmen. Ihr Teutschen, auf! Der Teutsche darf, Wenn er die letzten Legionen niederwarf, nt, Heidiemen 99 Laut seines Hermanns Ruhm verkünden, Und heil'ges Eichenlaub um seine Schläfe winden. Auch seh ich schon die unbezwungne Schaar Der Reußen ihren Blick mit Zuversicht erheben 3u jenem thatenreichen 3ar, Dem mehr, als Kaiserkron' und Leben, Der Länder neue Schöpfung war. Und o, das Volk der muth'gen Brennen, Mit altem Stolze wird's den großen Friedrich nennen. Bei Habsburgs Namen - doch was wagt ein Sais Das oft schon meiner Hand entfiel, tenspiel, Wenn zitternd sie zu Liedern es bespannte, Weil sich im Greise noch der Patriot ermannte? Wer diesen Tag begrüßet mit Gesang, Der muß zum Feldgeschrei, zum Waffenklang Boll Jugendkraft die Leier schlagen, Wie der Cherusker Barden- Chor sie schlug, Und Todesfurcht mit ihr dem Feind entgegentrug! Dem alten Sänger sey's genug, Wollt, unter Euern Sieges- Chören, Ihr, die ein zweites Vaterland Durch manches süße, festgeknüpfte Band Mit mir vereinte, noch die leis're Stimme hören, Die Euch zur schüchternen, gedämpften Harfe singt, Und meinen letzten Segen bringt! Hinsichtlich anzulegender Festungen des neuen Reiches der Teutschen sind, noch in den letzten Nummern, allerlei wichtige Bemerkungen, theils von Rotteck selbst, theils von Andern, enthalten, welche die Wünsche jener Zeit dermal in Seufzer verwandeln, denn die Zeit der Bemerkungen ist vorüber und das Schicksal naht. Doch führen wir nur eine, auch jetzt noch zu beherzigende, hier an: » Mit der Hälfte desjenigen, was nur die Unter7* 100 handlung der Feindes und Freundesheere( beide werden nun wiederkommen) in Teutschland ges kostet hat, möchten jene Festungen alle erbaut wer den; doch bringt man solche erschöpfende Beschwerde, deren Folgen noch auf unsern Nachkommen lasten werden, wie es scheint, fast gar nicht in Anschlag. Auch ist sie freilich nicht das einzige Kriegsübel. Größere Summen abermal, als der vorgeschlagene Festungsbau erfoderte, werden darauf gehen, bie die Brandstätten und Schutthaufen, welche die Fußtritte jener Heere bezeichnen, wieder überbaut sind. Das Leben der Millionen von unsern Mitbür gern, die als Opfer des Krieges auf den Schlachtfeldern verblutet, auf dem Schmerzenslager verblichen, oder sonst aus Mangel, Noth und Gram auf tausendfältige Weise vertrümmert sind, will man hier nicht Menschenleben hat keinen Preis - - in fd S ter me ober gun han mi mi er tem וווב beispiellos seit der ware nicht ge= Ge be m eine ökonomische oder finanzielle Berechnung brin gen. Aber alles dieses Unheil Hunnen und Mongolen- Zeit schehen, båtte Teutschland beim Ausbruch der französischen Revolution einen Festungsring gehabt. Und alles Unheil kann wiederkehren*), auf noch schrecklichere und ganz rettungsLose Weise wiederkehren, wenn Teutschland wehrlos gegen Frankreich, wie der nackte Kämpfer gegen den Bepanzerten, bleibt. Der warme Patriot erklärt seine Sendung, als Herausgeber der a te D QU olli Cassandra futuris non unquam credita Teucris. Virg. Aeneid. Lib. II. vers. 246, 247. A 1p all fan fter me hland ges baut wer Beiderbe men lafen Andlag riegsbel eichlagen είναι, κα bie Fuß baut find. Stibles Edlaht berbli ram auf man in brins eit der ht ge er fran gehabt zen 2 ngs hland impfer warme ber der 247 101 Teutschen Blätter, in folgendem, rührenden Abschiede für beendigt: " Die Zeit ist gekommen, wo in dem großen Rath der Häupter Europa's das Loos unseres Vaterlandes entschieden werden soll. An diese Entschei dung in der gegenwärtigen Lage ist eine unermeßliche Folgenreihe, die Bestimmung unseres Wohls oder Webes, unseres Ruhms oder unserer Erniedri gung auf Jahrhunderte, geknüpft. In so ver hängnißvollen Tagen, wie können wir anders, als mit Beklemmung daran denken, daß, so viel wir wissen, noch kein Stimmführer für ganz Teutschland berufen, und demnach auch keiner erschienen ist?- 3war Geschäftsträger einzelner teutscher Fürsten und Länder werden vom Kongreß nicht ausgeschlossen seyn; auch ist billig, daß man fie hore. Sie alle haben mehr oder weniger zum Gelingen der allgemeinen Sache beigetragen; ihre besonderen Interessen alle verdienen Würdigung und möglichste Förderung. Aber unendlich höher und wichtiger ist dem Teutschen das allgemeine In= teresse feines des teutschen Vaterlandes. Oder sollen wir aufhören, ein solches zu erkennen, nie mehr eine große, ehrwürdige, in sich selbst und auf eigener Macht ruhende Nation seyn? Soll etwa ein lockeres Föderativsystem, ohne Garantie und Kraft, die Stelle der wahren Nationalität vertreten, welche einen Schwerpunkt heischt, um welchen alle Theile sich zur festen und dauernden Einheit sammeln? oder sollen wir gar wie schon långstens die Völker Italiens kein anderes Band mehr, als die gemeinsame Sprache und die nur - - - - 102 zum Schmerz und zur Beschämung dienende Erinnerung ehemaliger glorreicher Gemeinschaft des Willens und der Kraft, der Interessen und der Neigungen haben?«- - » Gütiger Gott! Schüße vor solchem Unheil dein frommes germanisches Volk!- Du, der du einst in den Tagen der Römernoth einen Hermann erwecktest, gegen die stolzen Ungarn Heinrich I. stärktest, und ihm eingabst, Städte zu erbauen, die Bollwerke gegen innere Geseglosigkeit und äußere Gewalt, die Zufluchtsorter des Friedens, der bürgerlichen Emsigkeit und der Freiheit du, der du gegen die steigende Berrüttung des Faustrechts uns den großen Rudolph, den Zerstörer der Raubschlösser, den Befestiger des Landfriedens, und später aus seinem Samen den herrlichen Ma= rimilian I., den Freund des Rechtes und der bürgerlichen Ordnung, schenktest; der du Habs= burgs mächtigen Stamm Jahrhunderte hindurch uns eine schirmende Eiche, einen freundlichen Sammelpunkt in Freud' und Leid seyn ließest, der du bei Nördlingen und bei Hoch stådt des Ausländers Waffen zerstäubtest, in der neuesten Zeit aber, unter Bedrängniß und Schmach, der Teutschen Muth und Hoffnung aufrecht hieltest, und bei Leipzig in der Völkerschlacht zu Gericht saßest über den Tyrannen der Welt und unsers Baterlandes 0, erfülle die Häupter, die, von dir geführt, Europen und uns Erlösung vom gallischen Joche brachten, mit Liebe und Vatersinn für das ganze germanis sche Volk; lenke die Herzen unserer eigenen Fürsten zu selbstverläugnenden patriotischen Entschlüssen, wie ein Bug N Bat Sof lun in heE ni 18 1 mende meinfchaft und der nheil beit Derman intió L erbauen, bens, ber t- bu Des Fauft Berfform friedens, en Ma und der hab 3= hindurch en Gam , der bu Auslan eit aber, Muth eipzig den Ty- 0, Europen brachten, ermanis Fürften fen, wie 103 ein teutsches Heldenherz sie zeugt... damit sie zugeben, daß wir abermal und auf immer eine Nation von Brüdern werden!<< » Und Ihr, Edelste, Weiseste, Beredteste unter den Männern des Volkes, Ihr, deren Stimme zu hören, die Häupter Europens und die Våter des Vaterlandes nimmer verschmåhen werden, haltet die Hoffnung, so wie die Liebe für die Wiederherstellung unserer Nationalität fest; laßt nicht ab, jeder in seinem Kreise, von Ermahnungen, Bitten, Er hebungen, und seydungerufen, aber, will's Gott, nicht unwillkommen vor dem großen Fürstenrathe die treuen, muthigen, standhaften Wortführer unsers heiligen, gemeinsamen Vaterlandes!!*)- - Das allgemeinste Aufsehen erregte die im Jahre 1816 erschienene historisch- staatsrechtliche Schrift: Ueber stehende Heere und National- Miliz, welche eine der großen Wunden des Tages mit seltenem Freimuth und Scharfsinn behandelte. Rotteck vertheidigte sich über die Vorwürfe, die er von Seiten gereizter Eitelkeit gleich voraussehen konnte, in Bezug auf dieses wichtige Werklein dahin, daß er die Anwendung der Miliz als unstatthaft er= klärte: 1) da, wo immer nach der Natur der bürs *) Die» Teutschen Blätter« fanden äußerst starken Abgang, und Exemplare davon sind eine wahre Seltenheit geworden. In der lezten Zeit ihres Erscheinens fanden zwischen dem Redaktor und dem Verleger, Brockhaus dem Vater, einige Irrungen Statt; allein zwei Ehrenmänner, wie die hier verbundenen, traten auch nachmals wieder als Freunde zu einander in Verbindung. - 104 gerlichen Verfassung das Volk, oder eine ächte Volksrepräsentation über dem Heere steht, zumal, wo zum Krieg, oder auch zu jeder größern Anwendung der bewaffneten Macht im Innern ein Volksschluß durch ächte Repräsentanten erklärt- erfodert wird; 2) wo durch die Organisation des stehenden Heeres sowohl, als der bürgerlichen Gewalten, das Uebergewicht der Soldaten verhin dert oder verringert, noch mehr, wo durch solch eine Organisation, oder auch durch den allgemeinen Geift der Nation und der Zeit den stehenden Truppen der Charakter von Nationalstreitern, wenigstens annäherungsweise, ertheilt wird; 3) bei tausend und tausend Individuen im Heere, welche, ihrem Privatcharakter nach und unter dem Waffenrock Bürger blieben, und also dem Geist ihres Standes entgegen durch ihre Gesinnung Nationalwehren sind. Solche Unterscheidung fährt er fort mag hinreichen, Mißdeutungen und Gehässigkeiten zuvorzukommen, und gleichwie der billig denkende Mönch dem Philosophen es nicht verargt, wenn derselbe bei dem Anerkenntniß des Verdienstes vieler einzelner Mönche, und selbst einzelner Orden und Statuten das verwerfende - 功 - - Urtheil über das Mönchthum im Allgemeinen ausspricht; gleichwie der humane Monch mit eigenem Leid auf das Unheil blickt, das von Mönchen über die Menschheit ausging: also wird auch der verständige Soldat es gut heißen, daß gegen das Soldatenwesen überhaupt geeifert werde, und der für seine Person bürger- freundliche Krieger wird in seinem Herzen einstimmen in die Klagen über ben 923um Reg zum zum und Dat rechtl feier ૩ allg ni Be Le bf ab th G 2 T na fleht, her großen Janern ein erflärtnifation Surgerligen en verhin burch fold llgemeinen ben Tr wenigftens fend und He, ihrem Baffenrod Stan ional fährt er Gebáf billig verargt, mes Ber ft ein perfenbe meinen mit ei Mon baudh gegen De, und er wird επ άδει 105 den Soldaten Unfug, und in den patriotischen Wunsch zu Abschaffung der stehenden Heere. Den Regierungen aber, als welche selbst ihren Völkern zum Ersatz für so lange getragene, unsågliche Leiden, zum Lohn für die gebrachten unermeßlichen Opfer und für die heldenmüthigste, am Ende siegreiche Dahingebung, die Wiederherstellung einer wahrhaft rechtlichen und beglückenden Ordnung der Dinge feierlich verheißen haben,- den Regierungen kann es nicht mißfällig seyn, wenn in dieser zu einer allgemeinen und tiefgehenden Reform vom Verhångniß eigens vorbereiteten, deutungsvollen, heiligen Zeit das Grundübel, welches die schwersten unserer Leiden schuf, und dessen Hoffnung das erste Bedingniß eines bessern Zustandes ist wenigstens zur Sprache gebracht wird.< - Im ersten Abschnitte lieferte der Verf. eine gedrångte Geschichte der Kriege, mit sichern, aber starken Zügen, etwa nach den Grundsätzen des Erasmus und der bekannten englischen Gesellschaft für Beförderung des Friedens. Er setzt die Periode der Nationalkriege bis zur Mitte des vierten Jahrhunderts, und geht ihren Charakter und ihre Tendenz, in den verschiedenen Staaten des Alterthums, durch; mit dem Augenblick des Aufkommens der mazedonischen Phalanx ersieht er in bei= den, in Charakter und Tendenz, eine wesentliche Veränderung und einen traurigen Zeitraum in der Geschichte; das Verschwinden der Menschen und Völker, als solcher, und blos fortan Truppen und Truppenführer; endlich im römischen Weltstaat, nachdem, gemeinsam mit dem Zuwachs der Erobe 106 rungen und der Verschlechterung des Volkes und der Verfassung, den Ursprung der eigentlichen stehenden Heere. Durch diese sieht er jedoch den Fluch und die Rache, über das eigene Institut selber ge= bracht. Die National- Streitmassen der ger manischen Stämme zertrümmern durch ihre unwiderstehliche Kraft die Monarchie, welcher ihre Prátorianer und Söldner, theils blos durch leidenden Gehorsam zusammengehalten, theils, im Gefühl ihrer Unentbehrlichkeit, trohig und mörderisch gegen das eigene Eingeweide wüthend, ferner nicht zu helfen vermögen. Das Verhältniß ånderte sich auch nach gemachten Eroberungen bei jenen Stämmen nicht, doch bildeten sie selbst, weil der Verschmelzung mit den Eingebornen abhold, eine Art stehenden Lagers in Mitte der gegründeten Reiche, was daher auch ihren Fall erleichterte. Die Franken jedoch, welche das entgegengesette System befolgten, und durch Aufnahme der Ueberwundenen die Masse der Nationalstreiter verstärkten, blieben furchtbar und vorherrschend. Das Lehenwesen, durch seinen eigenthümlichen Charakter, brachte aber endlich auch bei ihnen eine bedeutende Aenderung hervor, und verwandelte die bisherigen National- Kriege in Fürs sten- Kriege; der Heerbann kam in Vergessenheit. Sofort mit der Macht und dem Uebermuth großer Vasallen Abnahme der Lehensmacht und jene, mit ihren gesetzlichen und vertragsmäßigen Verbindlichfeiten wie ein schlechtgeregeltes, stehendes Heer, aber wie ohne Subordination und Disziplin, demnach ohne Gesammtwillen und Gesammtkraft. Durch die Reaktion des Monarchismus und des dritten Star gent unte gen aufg und fahr befo ftit M R б es unb ber en fteben den Flu tfelber ge n der gets ribre un welcher i mur leiden im Gefift merisch gegen night ju te fi cab Stammen Berfchmel rt flehen he, was anfen je efolgten, ie Maffe furchtbar feinen lich auch or, und in Fúr enheit. großer ne, mit bindlich Heer, in, bemDurch britten 107 Standes, Bürgermilizen oder Nationalstreiter ge= genüber den Söldnern der Fürsten. In Frankreich unter Philipp August stehende Truppen- Corps ge= gen den Trotz der Vasallen, vom Volke mit Beifall aufgenommen, aber nachmals durch Uebertreibung und Auswuchs dem Volke gefährlich. Der Verf. beschreibt nach diesem die große Gefahr, in welche Europa durch die Türken gerathen, besonders in Folge des furchtbaren Janitscharen- Institutes, welches auf Kosten der innern Freiheit der Muselmanner selbst und der Selbständigkeit einer Reihe von Reichen überall siegreich einbrach. In den europäischen Staaten zeigt sich gerade bei der Türkengefahr der schädliche Abgang eines Systems der National- Bertheidigung. Die Noth der Zeiten brachte die Freiwilligen und Condot= tieri, die Gewerbskrieger, die Armagna= ken, die Schweizer hervor. Die Militärmacht für die Fahne des reinen Despotismus vermehrte sich, und mit ihr die Zahl der Kriege und die Schwere der Auflagen. Die Erfindung des Pulvers gab ihr einen entfehlichen Nachdruck; fortan hingen die Völker blos noch von der Gnade der Könige ab. Das freiheit- zerdrückende System erhielt seine höchste Ausbildung zur Zeit Ludwigs XIV. Als die große Reaktion gegen den Despotismus der Könige geschehn, die gesetzlose Freiheit ebenfalls ihre unheilbringende Periode verlebt, schmückte sich der Militärdespotismus für seine alleinige Rechnung mit den Spolien beider zerstörten Gewalten, der Monarchie und der Freiheit, aus. Die Nationalkraft ward für Plane des Ehrgeizes verwendet; die fürch= 108 terliche Konskription wandelte Frankreich und die von ihm kolonisirten Länder in eine große Kriegsschule und in ein großes Feldlager um. Es war die Gesammtkraft der europäischen, zumal aber, und ganz besonders, die der teutschen Völker, welche den neuen Tyrannen allein zu stürzen vermochte, durch den erneuerten Heerbann, das Aufgebot in Masse, der Landsturm, die Landwehr, zur Seite der zum erstenmal wieder mit Nationalgeist erfüllten Waffenmänner des stehenden Heeres. Dies find die Grundzüge und der Hauptinhalt der Darstellung des Verfassers, die Geschichte der Kriege betreffend. Sofort kommt er auf die Grundsäge, nach welchen die allgemeine Reform und künftige Organisation des Heerwesens vorgenommen werden soll, und er entwickelt im zweiten Abschnitte der Schrift den Unterschied des stehenden Heeres und der National- Miliz. Die Motive, welche das erstere, die Gefühle, welche die letztern bewegen, sind scharf und klar gezeichnet. Die Soldaten be= wegen blos: Gehorsam, Ehre und persönliche Treue; die Nationalstreiter, bei denen dieselben drei Dinge ebenfalls, jedoch veredelt, vorhanden sind, überdies auch noch Liebe zum Vaterland. Der Entartung der Sitten und der groben Ausschweisungen, welche das Soldatenleben im eigentlichen Sinne erzeugt, ist ebenfalls gedacht. Die Folgerungen seiner Grundsätze bringen den Verf. im dritten Abschnitt auf Behandlung der Frage über die Konskription, welche von vielen Männern, selbst der liberalen Klasse, als Versuch, ben ben diese fhe Unt zum Hant Daffe der Die unt be G AL fch mo wei dr M all fes An unt Fre G ba Der pra Mi nfteid eine gr ger um. G zumal aber lfer, melde vermodt 3 Xufgebot webt, Rationalgif eered, Did It ber D der Kriege ge, nad ige Orga roen foll, Schrift sund elde bas bewegen, Daten be Treue; Dinge berbies tartung welche erzeugt, gen den ung ber bielen Berfuch, -- 109 den Soldatismus zu nationalisiren betrachtet wor ben ist und noch betrachtet wird. Rotted nennt dieselbe freilich die Vollendung des militarischen Systems, aber auch die Vollendung des Unheils. Diesem werden- seiner Ansicht nach - die äußern und innern Verhältnisse der Völker zum Opfer gebracht; Industrie, Gewerbe, Ackerbau, Handel, Kunst und Wissenschaft versiechen durch dasselbe; die Ordnung der Familien und die Kraft der heiligsten Gefühle erhalten tödtliche Streiche. Die Gewalt wird zum obersten Prinzip gemacht, und jede Appellation des Rechtes zur Feig= heit oder zum Verbrechen gestempelt. Der Geist der Arbeitscheue tritt überdies ein, und vor allem verschwinden die edelsten Güter unseres Geschlechts, die Tugenden der Kultur und Hus manitat. Somit kommt er endlich natürlichers weise auf den Ausruf und Schluß: » Die Abschaffung der stehenden Heere ist das dringendste Bedürfniß, und wäre die größte der Wohlthaten für jeden einzelnen Staat. Würde sie allgemein und auf immer proklamirt, so wäre die= ses die Fülle des himmlischen Segens; es wäre die Ankündung einer bleibenden Herrschaft des Rechts und der Humanität, der innern und der äußern Freiheit und des Friedens.«- Der vierte Abschnitt handelt von der Ehre der Soldaten und der Landwehr. Der Verf. findet, daß dieselben Vorzüge, welche bei erstern gefodert werden, bei letzterer zu verwirklichen wären und derselbe praktische Nuzen erreicht werden könne, welchen der Militärstand nach vernünftigen Begriffen schaffen soll. 110 Ein noch wichtigerer Abschnitt ist der fünfte, der über die Verbindlichkeit zum Kriegs= dienst sich näher ausspricht. Weder die ganze Nation, noch einzelne Bürger sind zur Führung bloßer Herrscherkriege natürlich verbunden, und nur Mißbrauch der Gewalt kann ihnen solche Verpflich= tung auflegen; somit sind sie es nur für allge= meine, für Nationalzwecke. Aber auch die Nation selbst kann, und zur Führung ihrer heiligsten Kriege, wenn sie nicht den Heerbann anruft, mit Recht nur durch freiwillige Werbung ihre Armeen bilden.» Der Bürger, als solcher, ist wohl zum vorübergehenden Kriegsdienst, wenn die Noth oder der Nationalwille ihn heischt, nicht aber zum bleibenden Kriegerstand verpflichtet. Wo eine soldatische Verfassung herrscht, d. h. ein zahlrei cher Soldatenstand besteht, da tritt wäre es selbst eine Republik nicht nur ein feindseliges Verhältniß gegen alle andern Völker ein, sondern die Nation selbst, welche ihn in ihrem Schooße nährt, ist dem Untergang ihrer Freiheit nahe.< und Der Verf. widerlegt die gründlichen, wie die sophistischen Einwürfe, welche gegen seine Theorie und zu Gunsten der Fürsten und des bleibenden Kriegerstandes die Anhänger des entgegengesetzten Systems anzuführen pflegen, schildert die Nachtheile und die Gefahren, welche aus diesem lehten für die Individualität und das Recht der Einzelnen hervorgehen, und schließt mit den Worten:» Fluch dem Tyrannen, der die Konskription erfand!< Die Vorschläge sind im Geiste des Vorhergehenden und die Prinzipien, welche nach den aufgestellten M mußte terfuc ftituti Gana hier zu I bige die alten Rud bef 84 etha fold ob gr di Fa sas bei fo de we be finite, Krieg rung befe , und m Betis für allge bie Mat aber zum Wo eine jahlrei und in feind ein, fon Schoo afe. wie bie Theorie leibenben gefesten achtheile für die beroor Fluch dem hergeben ufgeftell 111 ten Negationen durchaus von ihm aufgestellt werden mußten. Da beide die Ergebnisse der ganzen Untersuchung und Abhandlung sind, und mit dem kon= ftitutionellen Glaubensbekenntniß des Verfassers im Ganzen innigst zusammenhängen, so fügen wir sie hier zum Schlusse an. - - I. Die ganze Nation d. h. der streitfä= hige Theil derselben bildet das Heer oder die bewaffnete Macht. Die Grundsätze der alten Heermannei werden erneuert, jedoch mit Rücksicht auf die neueren Verhältnisse. Demnach: 1. Ist jeder Bürger, so bald und so lange er wehrhaft ist, ein Glied des Nationalheeres. 2. Er tritt in die Reihen, sobald er durch die bestehende Staatsgewalt, oder die von derselben hiezu ernannten Autoritäten gefodert wird, und erhålt Sold, so lange der Dienst währt. 3. Das Gesetz schreibt die Ordnung und Weise solcher Auffoderung vor. Es theilt nach dem Alter, oder Stand, oder andern gerechten Unterscheidungsgründen die Bürger in mehrere Klassen, bestimmt die Folge des Aufgebots derselben, und, für den Fall, daß nicht eine ganze Klasse gefodert würde, das Verhältniß, oder den Dividenden der Kantonsbeiträge. - - 4. Die Volksrepräsentation auf den Vorschlag der Regierung beschließt in jedem vorkommenden Fall, welche Klasse oder welche Summe der Wehren zum wirklichen Dienst soll aufgeboten werden. Zugleich wird die Dauer dieses Dienstes bestimmt. Die Regierung kann dieselbe abkürzen; zur Verlängerung aber ist ein neues Dekret der 112 Nationalrepräsentation nöthig. Solche Dekrete verkündet die Regierung, und erst durch diese Verkün dung erhalten sie ihre Kraft. - 4. Die gesammte Jugend des Reiches- ohne Unterschied wird, jedoch ohne Abbruch der bür gerlichen Beschäftigungen, demnach in gesetzlich bestimmter Zeit und Weise in den Waffen geübt. Der Wetteifer wird durch Aufmunterung und Preise erhöht. 6. Es wird durch kombinirte Anstalten bei der öffentlichen und der Privat- Erziehung da= für gesorgt, daß die bürgerlichen Tugenden der Vaterlands und der Freiheitsliebe, des Muthes, der Ausdauer, der Mäßigung, des Gehorsames gegen Gesetz und gesetzliche Autorität in die Gemüther ge= pflanzt, daß dieselben mit der heiligen Verehrung der Pflicht und mit dem 3under jeder edeln Bes geisterung erfüllt werden. 7. Jede Gemeinde, jeder Kanton, jede Provinz hat ihr Rústhaus, an Gattung und Zahl der Waffen im Verhältniß der von jeder gewöhnlich zu stellenden Wehren. Die Waffen der einzelnen Streiter, so wie die Artillerie, werden nach geendigten Uebungen oder Kriegszügen in die Zeughauser zurückge= bracht. Doch darf jeder Bürger auch eigene Wafs fen besitzen. 8. Das Gesetz bestimmt die Bedingungen für die verschiedenen Grade der Befehlshaber( Offiziers) Stellen. Aus den geeigneten Personen ( das Gesetz bestimmt die Eigenschaften) werden von jeder Gemeinde, Kreis oder Provinz für die von ihnen zu stellende oder in Bereitschaft gehaltene Mann gewa hiezu Wahl fehlsh II die no fabren meiner eine E mobil fiebish ftár bol Arti fouc 2 mehr nehm gere fre lig unbe biehin Spe gog und blei Defrete vere iefe Bertin es- of der b gefeblich be fen geift ten bi b bung be ember Be uthes, be mes gegen müther ge Berebrung Deln Be Proving der Wafe zu fiel Streiter lebun ridge e Wafe für die =( Eff Perfomen werden fir bie feltene 113 Mannschaft die Offiziere aller betreffenden Grade frei gewählt durch die Munizipal- Autoritäten und die hiezu eigens ernannten Kreis- und ProvinzialWahlkollegien. Die ganz hohen und höchsten Be fehlshaber ernennt die Regierung. II. Aber der heutige Stand der Kriegskunst und die nöthige Vorsicht gegen plöglich eintretende Ge= fahren erheischen gebieterisch, daß neben der allge= meinen und gewöhnlich ruhenden Nationalwehr noch eine besondere, vollkommner geübte und jederzeit mobile Schaar von Streitern bestehe. Wir wollen sie um auch den Namen, so wie den Geist der bisherigen stehenden Heere zu vermeiden- die ständige Nationalwehr heißen. - 1. Dieselbe besteht aus einer kleinen 3ahl Fußvolk, einem größern Haufen der Reiterei, den Artillerie und Genie- Korps und den Pflanz= schulen für Anführer. 2. Die ständige Nationalwehr, da ihre Glieder mehr als die allgemeine Verbindlichkeit auf sich nehmen, und sich auf bleibend, oder doch auf långere Zeit dem Kriegsdienst widmen, wird nur durch freiwillige Werbung erhalten.( Wie kostspie= lig dieselbe sey Recht und Gleichheit fodern sie unbedingt.) Gleich jeder andern Klasse der Staatsdiener haben solche ständige Krieger Anspruch auf hinreichenden Sold und bürgerliche Ehre. - 3. Die allgemeine Staatsverfassung sowohl, als spezielle Gesetze und Ordnungen leisten dafür Bürge, daß auch diese ständige Nationalwehr ihrem Geist und Wirken nach immer wahrhaft national bleibe. Demnach wird insbesondere 8 4. Kein Ausländer tionalisirt aufgenommen. - 114 er sey denn gesetzlich nas unter die ständige Nationalwehr 5. Ihre 3ahl bleibe in einem sehr unterge= ordneten Verhältniß zur allgemeinen Nationalbewaffnung, und werde von der Nationalrepräsentation bestimmt. 6. Sie schwöre Treue dem Vaterland und der Regierung. Ihre Fahnen tragen die Symbole von beiden. 7. Die Regierung leitet den gewöhnlichen oder laufenden Dienst der ständigen Waffenmacht; den Krieg aber beschließt die Nationalrepräsen= tation auf den Vorschlag der Regierung, oder genehmigt wenigstens der letztern Kriegsbeschluß. 8. Die Häuptlinge der ständigen Nationalwehr werden ausschließlich aus den 3dglingen der Kriegsschulen genommen. Die Regierung ernennt sie. Aus denselben 3dglingen werden vor= zugs jedoch nicht ausschließungsweise die Befehls= haberstellen bei der ruhenden oder allgemeinen Landwehr besest( vgl. oben I. 8.). Beide genießen der gleichen Ehre. V 9. So viel thunlich werden die einzelnen Abtheilungen der ständigen Waffenmacht aus den Ge worbenen einer und derselben Provinz gebildet, und tragen den Namen derselben. Die Rechtfertigung dieser Punkte ist theils in der allgemeinen staatsrechtlichen Theorie, und den voranstehenden Betrachtungen, theils in den einfachsten Prinzipien einer liberalen Politik enthalten. Doch gedenken wir nicht über Einzelne 31 tr 10 de E De 11 1 mofezlic na- Rationalme unterge Nationale prafentation lamb and die Sp madt; ben reprijen ung, ober Schlus National gen ber ung et en bor: Befehl men Land ießen be nen Xb den Ge Det, und ift theils Cheorie, 13 in ben Politif Einzel<< - 115 nes, ob dessen etwas wegzulassen, beizusetzen oder zu modifiziren sey, zu streiten. Nur bleibt im Allgemeinen die Losung und wohl jedes gus ten Bürgers Losung:» Abschaffung der stehenden Heere; Einführung der National, wehr. Welcher Fürst unter seinen Bru dern, der Erste, dieser lauten Stimme der Nationen, dieser dringenden Foderung des Zeitgeistes, mit einem großen Ents schluß bürger- freundlich entgegen fåme, welcher durch sein Herrscherwort selbstverläugnend die Freiheit begründete, def= selben Ruhm würde in ganz eigener von keinem Fürsten noch errungener Glorie hoch über allen Helden und Erobe= rern glänzen; und wäre es ein teutscher Fürst, so würde er den teutschen Völkern vor allen Andern theuer und verehrt, und der Erste seyn! -- Dieser Ruf war nicht blos in die Luft gegangen, noch schien die, vom Verf. der gediegenen Schrift aufgestellte Theorie reiner Versuch der Schule, ohne Möglichkeit der Durchführung ins Leben; denn um dieselbe Zeit beinahe, als sie ausgegangen, hatte ein edler teutscher Fürst, in vielem Trefflichen und Gro ßen vielen Andern ein Muster, bereits den Ansprüchen des Zeitgeistes dadurch gehuldigt, daß er das gesammte stehende Heer, bis auf eine kleine, unbedeutende Mannschaft, in seinem Lande aufhob und Miliz or= ganisirte. Der Großherzog Karl August zu Sachfen- Weimar, selbst Vater eines Helden, der in fremden Diensten, wie in der Sache des Vaterlandes, 8* 116 und eben so als Reisender und Schriftsteller noch edlern Ruhm sich erworben*), war dieser Fürst. Die Allgemeine 3eitung meldete es in einem geistvollen Artikel, nicht ohne sichtbare Herzensfreude, daß ein Fürst und ein Rechtslehrer in gemeinsamer Idee sich begegnet und erklärt; bereits liege in dem Benehmen des erstern ein süßer Lohn für die Anstrengung des lettern. Während jedoch die öffentliche Meinung einerseits Rotteck für das Werklein über stehende Heere, das selbst von Ausländern sehr gepriesen, und unter an dern auch ins Englische übersetzt wurde, eine Lor beerkrone flocht, hätte ihm der verletzte Stolz, in rohem Mißverständniß über Sinn und Zweck des Gelesenen, beinahe eine Dornenkrone gewunden. Viele Offiziere im Großherzogthum hielten die Schrift für einen Angriff auf Personen und Stand zugleich, und die Bitterkeit des Herzens gegen den Verf. gab auch noch später bei mehr als einem An= laß sich kund. Doch fühlten Andre es zählt je= ner Stand im Großherzogthum Baden manch hellgebildetes und freidenkendes Individuum- mit richtigerer Anerkennung, manche der ausgesprochenen Wahrheiten; nur hielten sie das Ganze für blos theoretisch und unausführbar. Dies ist es auch in der That. Die Ueberzeugung des philosophischen Publizisten wird noch lange ein schö nes Traumbild bleiben, so lange in vielem andern, *) Des K. Niederländischen Generals, Herzogs Bernard zu Sachsen Weimar, früher Militär: Gouverneurs zu Gent, jezt zu Luremburg. die AUS heit nuc da te 比 teller nod Fürft. Die inem geiß gensfreude, meinleme ge in be rbie n einerfeits Deere, bas unter on eine Ser Stoly, is med bes wunden ten die Stand en den mXnblt je bell - mit кофемел blos ng bes andern, Gent 117 damit innig Zusammenhängenden kein Wechsel der Systeme und Ansichten Statt gefunden. Der jetzige Gang und Charakter der öffentlichen Ereignisse wird die Verwirklichung noch auf unbestimmtere Zeit hin= aus vertagen, und glücklich die europäische Menschheit und das teutsche Vaterland, wenn die Sache nur nicht schlimmer wird, als sie dermal sich zeigt. Unter den Lücken dieser Schrift dürfte vielleicht das völlige Schweigen über die Anstrengungen einer teutschen Großmacht, Preußen, zu zählen seyn, welche ihrem Kriegswesen, des Beibehaltens einer bedeutenden Zahl von Linientruppen ungeachtet, das größte nationale Gepråge, mit dem glücklichsten Erfolge, zu geben versucht, und ihren Bürger eben so sehr kriegerisch, als ihren Krieger durch Bildung und Geistesschwung bürgerlich zu machen gewußt hat. Es ist daselbst alles geschehen, was in der Lage der Dinge möglich war, und wie Rotteck selbst so richtig bemerkt hat, ist Gleichförmigkeit des Beis spiels bei allen Staaten zugleich nothwendig, da die Verhältnisse, Ansprüche und Gefahren in einander greifen. Mit der Schrift:» Ueber stehende Heere« steht auch eine zweite, im Jahre 1815 geschriebene und anonym herausgegebene, sachgemäß in Verbindung: Ein Wort über die heutige Kriegs= manier. Sie erörtert die Fragen: von der Einquartierung, von Lieferungen, von Militär- Frohnden. Rotteck eifert namentlich hier gegen das aus Frankreich herübergepflanzte» Unheil, welches im Verhängniß nicht nothwendig liegt, sondern welches von uns zu nehmen in der Macht der Menschen, oder 118 - eigentlicher obgleich demüthiger in der Gnade einiger Wenigen steht,« gegen das neue, in der Nachahmung durch Umstände und Verschärfungen bei der Anwendung noch verderblicher gewordene Kriegssystem nämlich, wonach der Krieg auf Unkosten der Länder, Gegenden und Orte geführt wird, worin gerade die Armeen liegen oder schlagen. Auch diese Schrift enthält so viele goldene Wahrheiten, im Interesse der Humanität und des durch die Kriegsgeißel ohnehin hart genug getroffenen Bürgers, der das Unglück hat, in einem großen Kriege Freund oder Feind mit solchen Maaßregeln, wie die im heili= gen, beherbergen zu müssen, daß sie allen Kriegsführern, welche auch die Gefühle, nicht nur die Wohnungen der Völker zu schonen haben, deren Gebiet sie, gleichviel in welcher Eigenschaft, durchziehn, zur Beherzigung empfohlen werden muß. In der gegenwärtigen, neuesten Lage der Dinge dürfte sie es mit doppeltem Recht. Zu den vorbreitenden fernern Schriften, welche vor dem Auftreten in der Kammer der badischen Landstände, von Notteck erwähnt werden müssen, führen wir nunmehr auch eine in der Eleutheria Erhards( I. B. 1. H. 1819) erschienene, jedoch schon etwas früher verfaßte Abhandlung an:» Ueber den Begriff und die Natur der Gesellschaft und des gesellschaftlichen Gesammt= willens. Er erklärt sich darin frei und unabhängig von jeder Autorität und von den Ansichten lebender und todter Meister; doch meint er selbst mit Recht, es werde bald erkennbar seyn, ob er mehr aus Rousseau, oder aus Schmalz, aus Kant, « ober eine ftre ift, Gin gang be Ur get mo bo б fu D der Gnade ber Made ngen bei ne Krieg Foften ber rb, worin Auch diele im Sinter riegsgei er bas le und ober beilis Krieg nur bie beren burde 6. In burfte welche adifchen muffen, heria jedoch eber fell mmt: unab fichten felbft об ет Rant, 119 oder Haller geschöpft habe. Es ist schwer, davon eine Analyse zu geben, weil die ganze Schrift die streng konsequente Ausführung einer einzigen Idee ist, und die Heraushebung einzelner Stellen dem Eindrucke des Gesammtbildes schadet. Die Grundsätze jedoch, von denen er bei dem Ganzen ausgegangen, find: 1) das Wesen der Gesellschaft besteht in dem Gesammtleben; 2) es giebt nur freie Gesellschaften; 3) die Seele der Gesellschaft ist der Gesammtwille. Die Charakteristik des Gesammtwillens ist außeror dentlich schön, der Wunsch, daß seine ideale Wahrheit auch in der Erscheinung nachgewiesen, und die Art seiner Erkennbarkeit und seines Ausdrucks dargethan werde, billig; aber trok der entwickelten, zumal negativen Charaktere, an denen er erkannt werden mag, ist durch die Leidenschaften der Menschen, durch die sophistischen Deuteleien der Ultra's aller Parteien, und durch die Gesetze einer, oft eisernen, Nothwendigkeit die Durchführung der Theorien weniger leicht, als der edle Verfasser, vor dessen Geist und in dessen Gemüth das Recht klar und lebendig steht, wohl denken mag. Der Gesammtwille, in seiner Grundbedeutung schief aufgefaßt und verkehrt angewendet, wird zur Quelle einer unübersehbaren Reihe von Uebeln und zum zweischneidigen Schwerte für die Völker und die Einzelnen, wie mehrere der jüngsten Ereignisse überzeugend dargethan haben. Da die den Verf. leitenden Ideen auch in andern Schriften und Neden wiederum vorkommen, so wird 120 eine Entwickelung derselben später, aus dem innern Zusammenhange aller, dem Leser desto deutlicher und vollständiger werden. Inzwischen führen wir auszugsweise die Såge an, welche die angedeuteten Charaktere des Gesammtwillens nach der Ansicht Rottecks enthalten: » Der Gesammtwille kann nicht anders als dem Vertrage( oder Gesetze), welcher der Gesellschaft den Ursprung gab, gemäß, d. h. also auf den Ge= sammt zweck gerichtet seyn. Er kann die Mittel zum Zweck nur aus der= jenigen Sphäre wählen, welche entweder durch die Aufstellung des Zwecks( und dessen natürliches Verhältniß zu andern 3wecken und Pflichten) schon im Allgemeinen gegeben, oder im Gesellschaftsvertrag insbesondere bestimmt ist. Er kann aus mehreren vorliegenden Mitteln kein anderes wählen, als welches mit Evidenz, oder in deren Ermangelung mit Wahrscheinlichkeit als bas tauglich ere erscheint. Er kann zum Gegenstande nur wahrhaft gesellschaftliche, d. h. das Gesammt- Interesse betreffende Sachen haben. Er kann nichts offenbar Ungerechtes oder Un= moralisches wollen. Er kann insbesondere nichts Ungerechtes wider irgend ein Mitglied statuiren; da die Marime eines solchen Willens im grellsten Widerspruche mit dem Gesellschafts- Vertrage stånde, ja nicht nur rechtlich, sondern auch psychologisch unmöglich wäre. Denn es ist undenkbar, daß man gegen sich selbst ungerecht seyn wolle; und mit dem Einzelnen, der gege ftire nen Mit denn bas gege L fam bef al m e 97 10 ale T 20 be tem go 1 ft bem inners eutlider ren wir au angedeutet ber ders als den Hefelda ten uf den Ge raus ber weber burd ten) f aftsvertrag Helm fein nz, oder feit als tgefell betreffende ber Unwider Marime ruche mit ur recht fre felbft en, ber 121 gegen das ihm angedrohte Unrecht protestirt, prote= stiren gewiß alle Andern für den Fall, daß auch ihnen ein gleiches Unrecht widerfahre. Er kann auch nichts Nachtheiliges wider ein Mitglied statuiren( aus demselben Grunde), es sey denn nach einer Marime, welcher alle Mitglieder, das betheiligte mit eingeschlossen, ihren Beifall schon gegeben haben, oder pflichtgemäß geben müssen. Ueberhaupt und in jedem Falle kann der Ge= sammtwille durch keine andere Marime bestimmt werden, als welche die Marime aller Gesellschaftsglieder, als solcher, seyn muß; und kein Mitglied als solches hat einen andern gültigen Willen, als dessen Marime vereinbarlich ist mit den noth= wendigen Marimen des Gesammtwillens. Der rechtlich mögliche Gesammtwille erscheint als wirklich durch die Erklärung, welche in Thaten oder Worten, einstimmig oder durch Stimmenmehr, natürlich oder künstlich geschehen kann. In Thaten, als in wirklicher Bestrebung, oder in lauter Foderung, mag bei Gegenständen allgemein gefühlten Bedürfnisses oder einleuchtenden Gesammt- Interesses, auch ohne vorhergegangene Berathung und förmlichen Entschluß, der Gesammtwille sich aussprechen, unverkennbar für den Unbefangenen, ob auch oft von der Selbsucht nur widerstrebend anerkannt, ja mitunter feindlich be= stritten. Nicht selten wird in großen wie in kleinen Gesellschaften solches Wehen des allgemeinen Geistes, solche lebendige Kraft des dem förmlichen Beschlusse 122 voraneilenden Gesammtwillens in edler Erscheinung fund. Aber Regeln zu geben, wonach er hier in seiner Lauterkeit und Wahrheit äußerlich zu erkennen, demnach als verbindendes Gesetz für die Einzelnen zu erklären sey, ist unmöglich. Der gesunde Menschenverstand jedoch erkennt ihn in den wichtigeren Fållen leicht. Ihm genügt die moralische Gewißheit, wo die juristische Evidenz mangelt.d กา Immer bleibt indessen der natürlichste Weg, zur Erkenntniß und auch zur Bestimmung des Ge sammtwillens zu gelangen, die gemeinsame Be= rathung. Es hat dabei, nach den aufgestellten Prins zipien, ein jedes Mitglied: a) die Schuldigkeit, den vertragsmäßig schon bestimmten Punkten gemäß, überhaupt den Rechten der Mitgesellschafter gemäß zu stimmen. b) Es hat nicht minder die Pflicht, für das, nach seiner besten Ueberzeugung, den Gesells schaftszweck am meisten Fördernde, d. h. für das ihm als das wahre Gesammt Beste Erscheinende, zu stimmen. c) Stimmen, die auf erkennbare Weise gegen diese Pflichten streiten, sind ungültig und als nicht gegeben zu betrachten. Wer dergestalt stimmt, entsagt für diesen Fall seinem Stimmrecht. d) Wer keine Erkenntnißfähigkeit hat, kann nicht stimmen. Doch wird Erkenntnißfähigkeit bei natürlichen Großjährigen vermuthet, so lange nicht das Gegentheil erhellt. Mangelt sie der Mehrheit der Glieder, so ist die Gesellschaft im Verhält niß der Bormi Gesamm e) Um men enu naturli Bidt Ueber d ipien, tifth- be falt bie Des afa der St Jahre Eingan geiftige welder jederzei Lebrer biefer Thre Der E terjal Tunger zicken ehren fung jugen fubt, Dem babe = rcheinung er hier in zu erfen die Ein gefunde wichti lifche manGe e Be Prin rhaupt = m& f bas, Gefell gegen nicht ent bat Sigfeit lange Tebr halt 123 niß der Unmündigkeit, und bedarf daher eines Vormundes, eines rein- künstlichen Organs ihres Gesammtwillens. e) Unter den gehörig qualifizirten Stimmen entscheidet in der gleichen Gesellschaft natürlich die Mehrheit. Wichtiger vielleicht noch war eine zweite Schrift: Ueber den Streit natürlicher Rechtsprin= zipien, oder idealer Politik, mit histo= risch begründeten Verhältnissen. Sie enthält die Antrittsrede des Verfassers bei Uebernahme des akademischen Lehramtes des Vernunftrechts und der Staatswissenschaften an seiner Universität, im Jahre 1818. Mit edler Wärme giebt Rotteck im Eingang derselben Rechenschaft über sein bisheriges geistiges Leben, und ein Bekenntniß des Glaubens, welcher ihn als Geschichtschreiber, wie als Publizist, jederzeit geleitet habe, und fortan auch als Rechtslehrer ihn leiten und beseelen werde. - - » Es sind nun zwanzig Jahre, daß ich von eben dieser Stelle, von welcher ich heute zu sprechen die Ehre habe, den ersten feierlichen Vortrag als Lehrer der Geschichte hielt. Damals im 23sten Altersjahr voll stolzer Freude über das schnell errungene Biel meiner Wünsche, hingegeben der ent= zückenden Aussicht eines mir so frühe geöffneten ehrenvollen und gleich edeln, als genußreichen, Wirfungskreises, betrat ich, wohl schüchtern, doch mit jugendlicher Wärme und Begeisterung, den Rednerstuhl, und weihte mich, innig bewegt und feierlich, dem schönen, herrlichen Lehramte der Geschichte. Ich habe es seitdem mit Liebe und Treue verwaltet, 124 - mit gleicher Liebe auch als Schriftsteller auf dem Felde der Geschichte gearbeitet, reich belohnt für Beides durch die Zuneigung vieler edler Schüler und die Achtung vieler trefflicher Freunde. Wohl werde ich der Rechtfertigung bedürfen darüber, daß ich ein mir so theures und dankbares Lehramt um ein anderes verlasse, daß ich, noch fern von der Vollendung meines liebend begonnenen Geschichtwerkes, einer andern, nach ihrem Umfang unermeßlichen, nach ihrem Gegenstand unendlich wichtigen, nach ihren Foderungen, Hülfsmitteln und Hindernissen äußerst schweren Wissenschaft mich weihe. Doch meine Rechtfertigung ist nahe liegend.<< » Der Geist, worin ich vom Anbeginn meine historischen Studien trieb, worin ich Geschichte gelehrt und geschrieben habe, ist die Rücksicht auf Recht und Politik gewesen. Nicht habe ich zum Zweck meines Lebens mir gesetzt, in dem Dunkel der alten Beitrechnung mühselig einige verlorene Pfade durch ein zweifelhaftes Dåmmerlicht zu erhellen, auch nicht die genealogischen Register der Erdengötter durch einige vergessene Glieder zu bereichern, nicht endlich die ganze Flut von Namen und Thatsachen, welchejedes Menschenalter hervorbringt, mit ertödtender Danaiden- Arbeit aufzuschöpfen. Ich habe die Geschichte nur als treue Rathgeberin in den ewig heis ligen Angelegenheiten der Menschen geehrt, und vor Allem als die Pflegerin politischer Weisheit und Tugend, und als die unbestechliche Richterin, deren hehre Aussprüche die letzte Hoffnung sind für das der trosigen Gewalt sonst preisgegebene Recht. Di fenntni hat me philofop Braut m gab id, cher Emp mit gefol Sugend m Lunch i und den vertraut Dagegen geweiht id bie Freundf Grunbla mer, et trictif deffen, und und Blatte zügen tet ba Privat bes R eindri Kufich gislato Des G auf dem belobat fr er Stile darüber, Lehramt fern von men Ge fang un lich wich tteln und mich weite 8.ª meine hi e gelehrt f Recht Swed mer alten de burch uch nicht er durch tendlich welche btender Die Ge vig heis und vor beit und teria, find gegebene 125 Dieses Recht und dessen philosophische Erkenntniß in Privat- wie in öffentlichen Dingen, hat meine ersten, innigen Gelübde erhalten; die philosophische Rechtswissenschaft ist die wahre Braut meiner Jugend gewesen. Der Geschichte gab ich, als ihrer edlen Freundin, mich mit herzlicher Empfindung hin; aber nie hat sie eisernd von mir gefodert, daß ich untreu der Braut meiner Jugend würde. Sie hat vielmehr meine erste Liebe durch ihre ernsten Lehren geläutert und bekräftigt, und dem Freund ihrer Freundin hat sie Manches vertraut, was sie sonst gern als Geheimniß bewahrt. Dagegen bleibt auch ihr meine reine Anhänglichkeit geweiht, so wahr ich ihre Freundin liebe, und wenn ich dieser mich jetzt nåher verbinde, so ist auch dem Freundschafts- Bunde mit jener eine noch festere Grundlage gegeben. Nein! von dir scheide ich nimmer, erhabene Freundin des Rechtes und der. pa= triotischen Tugend, tausendstimmige Verkünderin dessen, was Heil den Völkern und Staaten bringt und was Verderben, du treue, niemals täuschende und nie getäuschte Geschichte! Auf jedem Blatte deiner heiligen Bücher steht mit Flammen= zügen geschrieben:» Ehret das natürliche, eh= ret das geschriebene Recht!« und für jedes Privat, für jedes öffentliche Verhältniß im Felde bes Rechtes, wie der Klugheit, stellst du auf die eindringlichsten Beispiele, giebst nimmer ermüdend Aufschluß, Trost, Ermunterung, Warnung... -- - Ihr Solone, Numa's, Penn's, deren le= gislatorische Weisheit euren Völkern reiche Ernten des Glücks und des Ruhmes für Jahrhunderte be= 126 - reitete; ihr Leuchten der Zeiten, Platon, Aristoteles, Cicero, Locke, Montesquieu, Rousseau, Smith, deren geniale Kraft und unermůdete Geistesarbeit folgenreiche Systeme der Regierungskunst baute; ihr gleich treuen Freunde der Völker, wie der Fürsten, Cassiodor, Suger, Sully, Bernstorf, Herzberg, Necker, die ihr mit kluger Umsicht die liberalen Ideen Jener ins Leben führtet; und auch ihr seltenen, aber desto ehrwürdigeren Gewaltigen, Marc- Aurele, Alfreds, Josephs, Karl Friedrichs, weise und gute Våter des Volkes; und endlich ihr, deren Bilder ich nie ohne Erhebung betrachte, glorreiche Opfer, oder sieggekrönte Kampfer der Freiheitsliebe, ihr Timoleons, Katone, Tell's, Sidney's, Washington's alter und neuer Beit: nach wie vor werden eure hohen Namen in meinem Herzen thronen und gesegnet von meinen Lippen gehen. Nach wie vor werden das herrliche, ruhmbedeckte, freie Griechenland, das heldenreiche Rom, das durch Gesetze und Verfassung hoch beglückte Bri tannien, mit seinem edleren emanzipirten Kinde, Nord- Amerika, so wie ihre traurigen Gegenbilder, die alten und neuen Despoten Reiche oder Sklavenställe Asiens und Europa's, mir die Beis spiele und Beweise für meine Theorien geben. Die Rechts- und Staatswissenschaft ist eine Schülerin der Geschichte.<<- = » So wahr aber dieses Alles ist, und so innig ich es empfinde, so giebt es doch einen Standpunkt, von welchem aus das Recht, das öffentliche zumal, überhaupt die ideale Staatslehre fett 983 it oder betem zu fo Bergle eingel tes aw hierau gen Unte mo met Geg gege aller nid übe Di vie gen nig Ort che be be R fed in n, rifo ien, Ru me der Regi Freunde te Suger eder, ti een Sene tenen, aber -tele, ih, bere glorrei reiheitsliebe Sidney's nach wi Herzen en gehen mbebedte Rom, bas dte Bri ten Rinbe Gegenbil eiche oder die Beis ben. Die güleris fo innig Stanb en Offent atslebre 127 und die Geschichte als sich feindlich entgegengesetzt erscheinen; es giebt leider nur zu häufig einen Widerstreit natürlicher Rechtsprinzipien oder idealer Politik mit historisch begründeten Verhältnissen. Wie ist solcher Streit zu schlichten? Diese hochwichtige Frage, d. h. die Vergleichung der gegenseitigen Ansprüche, hier der einzelnen That, dort des allgemeinen Rech= tes auf die Herrschaft in menschlichen Dingen, und hieraus die Grenzbestimmung der beidersei= gen Gebiete sey der Gegenstand unserer heutigen Untersuchung. Auch die Wahl dieses Gegenstandes möge bezeichnend für den Geist meiner früheren, wie meiner fünftigen Studien seyn!«. Der Verf. tritt als entschiedener, ja oft heftiger Gegner des historischen Rechtes auf, und sein Kampf gegen die Anhänger desselben bildet auch die Devise aller seiner spåtern Bestrebungen. Es kommt uns nicht zu, noch liegt es in unserer Absicht, mit ihm über manche Uebertreibungen eines allzu streng entwickelten Systemes, wider welches die Neigung vieler Jahrhunderte und die Bedürfnisse der Gegenwart nicht selten, in der Meinung Vieler we= nigstens, auftreten, zu rechten; auch ist hier der Ort nicht, unsere eigenen Ansichten geltend zu ma= chen: wir haben eine zusammenhangende Darstellung der Grundsätze und Meinungen unsers Freundes versprochen und weiter sonst nichts. Das aber, was Rotteck vor vielen andern Theoretikern, d. h. Verfechtern des Vernunftrechtes, ruhmvoll unterscheidet, ist, daß er von der Wahrheit seiner Behauptungen innigst durchdrungen, und sein System nicht die 128 Frucht spielender Schulversuche auf Kosten der Wahrheit, sondern diejenige der Gedanken und Forschungen seines Lebens, ist. Alle historisch- begründeten Verhältnisse sind, nach Rotteck, Verhältnisse des hypothetischen oder positiven Rechtes, und bestehen in Folge der Voraussetzung von Thatsachen, welche den Charakter der unendlichsten Vera schiedenheit tragen, und aus welchen man Rechte herleiten will. Der Verf. schließt die privat= rechtlichen, ruhend auf Thatsachen, die weder den natürlichen Gesetzen, noch der Politik widerstreiten ( z. B. die Verhältnisse der Erwerbung, der vertragsmåßigen Verpflichtung, der Erbschaft) eben so die der Sklaverei und Leibeigenschaft- als dermal rein unmöglich geworden ebenso die der allgemeinen Moral zuwiderlaufenden, von obiger Reihe geradezu aus. Es können nur solche Verhältnisse den Gegenstand der Erörterung bilden, welche, obgleich an und für sich dem natürlichen Staatsrechte und der idealen Politik zuwiderlaufend, doch derselben nicht unbedingt widersprechen, sondern welche durch Ver trag oder positives Gesch, überhaupt durch eine Thatsache möglich zu rechtfertigen sind, und welche, entweder auf diese Möglichkeit allein, oder nur überhaupt auf den Zusammenhang von Ereig= nissen sich stüßend, aus dem bloßen Besisstand oder der Verjährung ihre rechtliche Begründung ziehn; sodann aber, und insbesondere die bürgerlichen und politischen Verhältnisse, und die damit in Verbindung stehenden, als wodurch Gewalt und Ehre in der bürgerlichen Gesellschaft, Vortheil und Last des Staates wie privatlich vertheilt, demm ersch ren, begle Unre liche Ruin glud off Den un che Gr the reb We tre de 00 fol du It te la fu de ber B begrin Berhält en That Liften Be man Medite privats meber ben widerfreiten rbertrag fo die be gemeinen gerabezu Gegen Leich an und der en nicht ard Ber ardh eine welche, ber nur Freig stand unbung burgers und die und Ge aft Bor Bertheilt 129 demnach außer der Verfügung der Gesellschaft gesetzt erscheinen. Der Verf. erschrickt mit Recht vor den Gefah= ren, welche die Behandlung der bedeutsamen Frage begleiten: wie das historische Recht oder vielmehr Unrecht abgeschafft, und das ursprüngliche, naturliche Recht wieder hergestellt werden könne, einerseits ohne Einbuße der Prinzipien, anderseits ohne Ruin der Gesellschaft. Er weist auf den ersten unglückschwangern Versuch, welcher in der ersten französischen Revolution sich kundgab, und auf den, aus seinen gråuelvollen, verwerflichen Folgen und Berirrungen hervorgegangenen Gegensatz, welcher in der Idee der Legitimitåt sich aussprach. Er selbst giebt jedoch zu, daß auch unter den Vertheidigern der letztern Männer von Talent und redlicher Gesinnung sich befanden. Er will also den Weg zwischen Seyn und Nichtseyn, oder den Extremen der Beiden, im Gefolge des Rechtes und der Klugheit, durchwandeln. Er will unter den bestehenden Verhältnissen, die das Recht der Forteristenz ansprechen, einen ehrenvollen Unterschied gemacht wissen, indem ohne einen solchen auch die Möglichkeit rechtskräftiger Gründung der drückendsten Privat- und öffentlichen Verhältnisse, mittelst freiwilligen Entschlusses oder politischer Verblendung einer Nation, möglich seyn würde. Eine solche Ansicht der Dinge erklärt Rotteck trostlos für die Menschheit, und durch die Zulassung der( unter Voraussetzung der Vermuthung für das wirkliche Recht eines jeden rechtlich möglichen Besitzes) Verpflichteten zum Gegenbeweis, d. h. 9 130 zum Beweis der Freiheit, nur wenig gemildert. Dieser Beweis kann in den meisten Fållen nicht geleistet werden, und kann auch fast in allen, wo er geltend gemacht wird, durch Verjährung aufge= hoben werden. Die Annahme des entgegenge= setzten Grundsatzes, daß alles Naturgemäße, d. h. auch Freiheit und Gleichheit, die Vermuthung für sich habe, und Jeder, der etwas Dawiderlaufendes anspricht, sein Recht zuerst streng erweisen müsse, ist mit nicht mindern Schwierigkeiten und Gefahren, mit einer ewigen Herumführung im Zirkel, mit einer Unsicherheit aller Rechtsverhältnisse und mit einer Verwirrung aller Begriffe verknüpft, und ebenfalls in den meisten Fällen unmöglich. In Der Verf. will demnach, daß die privat- rechtlichen Ansprüche von denen des öffentlichen Rechts streng getrennt werden, obgleich er selbst die Trennung für sehr schwierig hålt, beim Ineinanderfließen und Mischen der Naturen Beider. Folge seiner Unterscheidungen und Definitionen von Beiden, die er mit besonderm Scharfsinn und der ihm eigenen Klarheit ausführt, stellt er als Grundfåße auf: 1) Ueber streng privat- rechtliche Verhältnisse entscheidet überall das positive Recht; dabei rechnet er jedoch auf den Vervollkommnungstrieb der Regierungen, in Bezug auf die Gesetzgebung und auf ihr Hinwirken nach dem idealen Zweck: möglichster Sicherung aller Rechte durch allgemeine und hars monische Prinzipien. 2) Wenn selbst die privatrechtlichen Verhältnisse der Bürger nicht durch die Geschichte, sondern durch die stets freie Gesetzgebung ber halte bon fche weld als fo Sheil lebenb meift wehr tie f nesn Der gefe zwa ten, nen befe ang una Sd wie moh untr Ser unc we burc dem fea gemiet Fällen nikt allen, no rung aufge tgegenge rgemiße, Bermuthung Daniderlan ng cen ng in Bir erhältnie verfript glich. tstedt tligen er felbft Inein mer. In Onen von und der Grund iffe ent chnet er Regie und auf öglichter und hars pribat Durch die gebung 131 der Staaten ihre rechtsgültige Bestimmung er= halten, so ist dasselbe in noch höherm Grade auch von eigentlich bürgerlichen und von politis schen Verhältnissen wahr, d. h. von denjenigen, welche den Mitgliedern einer bürgerlichen Gesellschaft, als solchen, eigen sind, und von jenen, welche in der Theilnahme an der Gesellschaftsgewalt, oder an dem lebendigen Gesammtwillen bestehn, und welche beide meist mit einander zusammenfallen. Die Schuhwehr gegen den Mißbrauch bei Anwendung der Theo= rie findet der Verf., freilich nicht ohne Grund, keineswegs in den Prinzipien selbst, sondern blos in der natürlichen und allgemeinen Gewährleistung der gesellschaftlichen Rechte, in der Verfassung, und zwar in jener, welche die Herrschaft des wah= ren, sich selbst aussprechenden, allgemei= nen Willens sichert. Die künstlichen Organe desselben können irren und untreu seyn, und nur ångstliche Vorsicht in Formen, Gegengewichten und unabhängigen positiven Gesezen eine kümmerliche Schuhwehr gegen den Irrthum und die Untreue, wie gegen die Folgen derselben bieten; aber der wahre allgemeine Wille wird niemals irren, noch untreu werden.» Despoten Reiche so schließt der - Verfasser den herrlichen Aufsatz sind gewöhnlich - - und wohl ihnen, wenn sie's sind, starr wie Eis, und still wie das Grab. Denn wenn sie in Bewegung kommen, so geschieht es nur leidend, nicht durch selbstthätige Kraft. Selbst willenlos sind sie wie künstlich die Formen seyen- hingegeben dem zufälligen Spiel fremder Neigungen, Interef= sen und Gelüste. Freie Völker dagegen sind le- 9* 132 benskraftig und lebensfroh. Was sie immer wahrhaft wollen, das ist gerecht und gut. Je freier sie sind, desto gehorsamer den Gesetzen des natürlichen Rechtes und der Klugheit, desto leichter entbehrend die künstlichen Kautelen hergebrachter Formen und unantastbarer, positiver Gesetze.« Im Jahre 1818 starb der Großherzog Karl zu Baden, nach einem schmerzhaften Krankenlager, in den Armen einer der edelsten Frauen und Fürstinnen, welche jemals ein Haus und einen Thron geziert. Dieser Prinz hatte für die Fehler seiner Jugend, durch ein treffliches Herz, und für die Mißgriffe einzelner Perioden seiner Regierung, durch eine ge= gen das Ende derselben sehr volksthümliche Richtung und durch das Geschenk einer freien, aus eigener Bewegung, oktroyirten Verfassung, glänzenden Ersatz gegeben. Der Entwurf dieser Verfassung war, in ursprünglicher Gestalt, in welcher er aus dem Haupte des Urhebers hervorgekommen, ein Meisterstück gewesen, jedoch nachmals, während des Aufenthaltes im Bate Griesbach, unter den Hånden gewisser Revidenten, vielfach beschnitten. Aber auch so noch gehörte die badische Konstitution zu den bessern in Teutschland. Sie ward von dem Nachfolger, Ludwig,( 1819) ins Leben gerufen. Der neue Herr, dessen Charakter und Regierungswirkfamkeit von einem gemeinschaftlichen Freunde*) mit vieler Gewandtheit und sogar mit einiger Pietåt beschrieben worden ist, brachte zwar nicht die per*) Schneller, Gedächtnißrede auf den Großh. Ludwig. Freib. 1830. fol. fonti aber bigt er hine Der tigti burch Gau in bi dem ver Be fta mi gle fterm etro no M lid bor Ten Re G ten reic Rec C mmer weite ut. Se fi bes nati leichter ent ebrahter B og Reel z und Firtin men Thron ge er feiner Su die Migriffe αυτό είπε με dhe Right aus eigener zenben Er fung war, aus dem in Meister bes X men Hanben Aber aud zu ben bem Nach fen. Der rungswirt unde*) mit iger Pict fight bie pers Ludwig 133 sönliche Neigung für das neue Staatsgebäude, wohl aber die politische Ueberzeugung von der Nothwendigkeit geregelter Staatsformen mit auf den Thron; er steigerte sich in die neue Stellung bestmöglichst hinein, und seine Ansichten von manchem 3weige der Gesetzgebung und Verwaltung waren so aufrichtig und gesund, als seine Anordnungen fest und durchgreifend. Der Kriegsmann aus Friedrichs II. Schule, mit den neukonstitutionellen Ideen fomit in billigen Vergleich sich sehend, ließ die Charte in dem Großherzogthum unter großen Feierlichkeiten verkündigen. Viele Staatsbürger, darunter selbst Beamte, welche diesmal das Resfript nach Buchstaben und Geist zugleich auslegten, empfingen sie mit einer Innigkeit, daß der Geber des Geschenkes gleich im Anfang darüber halb erschrak; die Begeisterung von unten stand daher immer noch in einem etwas unrichtigen Verhältniß zu derjenigen von oben. Als die Gefühle ihr Siegesfest hinreichend ge= noffen hatten, stellten sich die ernstern Fragen über manches Wann? und Wie? und zugleich über die Mittel ein, dem Volke das Erhaltene praktisch- nuhlich zu machen. Diese Fragen entzweieten, schon vor der Inauguration, manche denkende Männer, deren die einen blos auf die strengen Grundsäße des Rechtes, die bei sich ausgebildeten Ideale von Staatsformen und auf die Interessen des Volks, von rein- demokratischem Standpunkte aus, hinblickten; die andern aber auf die Betrachtung des ers reichbaren Besten, auf frühere geschichtliche Ver hältnisse und auf die Rücksicht der Harmonie zwischen Regierung und Volk, selbst auf Unkosten von Prin 134 zipien sich stůßten. Eine dritte Partei aber, welche besonders aus einer zahlreichen Klasse unwissender, oder oberflächlicher, oder indifferenter, für die Leiden des Landes, wie für die Würde des Thrones gleich unempfindlicher Beamten, oder in Egoismus und Ehrgeiz mit ihrem bessern Wesen untergegangener Bürger, oder taktwidriger Vertheidiger alter Vorurtheile und Standes Interessen bestanden, empfand gegen das konstitutionelle Leben, im Allgemeinen, entweder Abneigung, oder Kälte. Außer ihnen gab es auch noch einige Höflinge, welche den Geist der Zeit nicht recht kannten, oder gar verachteten, und welchen eigener Uebermuth des Herzens, oder fremder Einfluß, oftmals schlimme Gedanken zum voraus schon eingab. Die Furcht vor Umtrieben und Verschwörungen hatte auch schon damals in manchen Zeichen übertriebener Aengstlichkeit oder verfehlten Eifers sich kund gegeben, und das selbståndige Auftreten einer ganz neuen Versammlung von Volksrepräsentanten, unter denen manche, hinsichtlich ihrer Theorien und Grundfäße, bereits bekannt waren, schien allerlei neue Gefahren bringen zu können, sowohl durch die Sache an und für sich selbst, und in Beziehung auf das innere Volksleben im Lande, als hinsichtlich der Verhältnisse desselben zu andern Staaten, namentlich aber derjenigen zum teutschen Bunde. Sämmtliche Parteien, davon die zwei ersten die liberale im eigentlichen Sinn, mit zwei Unterabtheilungen, einer doktrinären und einer juristischen, die andern aber die bureaukratisch- aristokra= tische genannt werden könnten, suchten unter dem Bo geim ge bo Se So fich tijd Ge gu de he fabet, wid eunien für bie bed Shrin in Egoi nuntergeg thebiger alt Ten befarben, ben, in ge Ralte uger e, welche de r gat berad des Herzens, me Gedanke t vor Um Son damals chkeit oder felbftan mlung von , binfight ts befannt en zu Fon fich felbft leben im felben zu igen zum erften bie i Unters juridien, rifofra: unter bem 135 Volke sich geltend zu machen. Es war natur und zeitgemäß, daß die erstern bei weitem die siegreichern waren, und von den zwei Abtheilungen die doktrinåre, als an Talenten die mächtigere, in erster Reihe stand. An ihrer Spize glänzte besonders Rotteck, wiewohl mit den Bessern der kollateralen meist befreundet. Noch ehe die Wahlen zur ersten Legislation vor fich gegangen, trat er mit einer wichtigen Schrift: » Ideen über Landstände auf, einer Art politischen Katechismus für die Wählenden, wie für die Gewählten, und auf manche schwankende Ueberzeu= gungen nicht ohne bedeutsamen Einfluß. Diese Schrift wurde zugeeignet den» verehrten Vorstehern und allen edlen Bürgern der Stadt Freiburg im Breisgau, als öffentlicher Ausdruck der Gesinnungen des Verfassers, als Tribut der herzlichsten Ergebenheit, als Merkmal des Dankes für manche unvergeßliche Probe des Wohlwollens und Vertrauens.<< In dem Vorwort wurde über Grundidee und Zweck des Ganzen nachstehende Erklärung gegeben: » Eine philosophische Theorie muß überall ihren Gegenstand in idealer Reinheit und Allge= meinheit betrachten. Die Begriffe, welche ste aufstellt, dürfen nur Wesentliches enthalten, ihre Säße nur Ableitungen aus solchen Begriffen seyn. Von zufälligen, daher wandelbaren Bestimmungen - als deren Aufzählung immer unvollständig, und deren Gesetz nur in gegebenen Verhältnissen gülblickt sie ab, und sucht nur das Beharrliche, das ohne weitere Voraussetzung als die Idee und den allgemeinen Begriff Gültige zu er tig ist - 136 fassen, und dafür das gleich allgemeine VernunftGesetz aufzustellen. Sie bescheidet sich willig dahin, daß ihren Idealen die Wirklichkeit menschlicher Verhältnisse und Einsetzungen nie mehr als annåhernd entspreche, und daß ihre Geseze vollkommen nur in dem Reiche der Ideen gelten. Durch solches Eingeständniß aber entgeht sie auch jedem Vorwurf, der aus der Disharmonie ihrer Grundsätze, mit wirklich bestehenden Verhältnissen, wider jene möchte erhoben werden. Sie läßt alles Vorhandene auf seinem Werth oder Unwerth beruhen. Dasselbe mag als historisch Begründetes, überhaupt als Ge= gebenes, seines besonderen Rechtes sich erfreuen, nur kann die Theorie ihre ideale, d. h. allgemeine Gesetzgebung nicht auf das Beson= dere bauen.« » Die in vorliegenden Blättern aufgestellte Theorie von Landständen und von der Staatsge= walt überhaupt will also durchaus nicht bestreiten: a) daß manche gesellschaftliche oder vertragsmåßige Verhältnisse rechtsbeständig mögen begründet werden, welche- ob auch in einigen Erscheinungen dem Staate ähnlich dennoch, nach Zweck und Grundgesetz der Vereinigung, von demselben wesentlich verschieden, also jenseits des Gebietes einer rein- staatsrechtlichen Theorie liegend sind; - b) daß auch in wirklichen Staaten mitunter das Oberhaupt oder eine Klasse der Bürger gewisse Befugnisse oder Ansprüche privat- recht= lich( daher vollgültig und unwiderruflich) möge er worben haben, welche in dem idealen Staatsrecht keine Stelle finden; raf mo di nu Gef ohne foll jeita Ber mi Gi G bo G ni e 8 1 Bernunfts willig dahin, chlicher Be als anni bolkommen Durd foldes Burf bage, mit jene midte mbene uf affelbe mag tals Ge 3 fich male, d. f Befon: eTheo atsge ftreiten: tragsmá egrinbet einungen ved und wefent Seiner b; mitun Burger stedt atbredt 137 e) daß es Völker gebe, welche nach ihrem Charakter, oder nach dem Grad ihrer intellektuellen oder moralischen Bildung als noch politisch- unmun= dig zu betrachten sind, daher ihnen der volle Ge= nuß und die unbeschränkte Ausübung der, nach dem Gesetz der Vernunft geltenden, Staatsbürgerrechte ohne Gefahr nicht mag eingeräumt( doch auch nicht soll abgesprochen, sondern blos vorbehalten, und in zeitgemäßen Fortschritten wirklich ertheilt) werden.«< Wo immer also die philosophische Theorie über Verfassung oder Landstände im Zwiespalt erscheint mit historisch begründetem Verhältniß oder positiver Einsetzung, da mag einer von den drei bemerkten Gründen hinreichen zur Zurückweisung der Theorie. Vielleicht ist dort gar kein eigentlicher Staat vorhanden, sondern etwa blos eine Sammlung von Grundholden oder Knechten. Vielleicht besteht wenigstens ein gemischtes Verhältniß, und liegen die Titel besonderer und rechtskräftiger Ansprüche erweislich vor. Vielleicht endlich und dies ist die am allgemeinsten gültige, auch in Ansehung der Rechtswirkung am wenigsten bedenkliche Einsprache- vielleicht ist das Volk noch nicht reif zur vollen politischen Freiheit, und es muß, seines eigenen Heiles willen, in strengerer Abhängigkeit gehalten seyn. -- ૯ - » Wo immer dieses Letzte behauptet wird- und allerdings sind noch fast überall dafür Gründe vorhanden da bleibt den Freunden der Freiheit die einzige Foderung:» daß die Staatsverfassung » die Unmündigkeit des Volkes nicht als nothwendi» gen oder bleibenden, sondern als blos zufälligen 138 » und zeitlichen Zustand voraussetze, und daß sie » der künftigen Erreichung der Mündigkeit nicht » nur kein Hinderniß entgegenstelle, sondern vielmehr » dieselbe möglichst befördere.< - - » Hiezu gehört aber und reicht hin das Anerkenntniß einer juristischen und lebendigen Gesammtpersönlichkeit der Regierten gegenüber der Regierung; d. h. also die Entfeßlung der Lebensthätigkeit des Volkes durch ein seinem Gesammtwillen gewährtes natürliches Organ. Wo immer ein solches in Wahrheit, nicht etwa in bloßem Schein vorhanden ist, da ist die Bahn des Fortschreitens geöffnet. Der erwachte Keim setzt von selbst sein Leben fort, und entwickelt sich aus eingeborner Kraft. Beschránket diese Kraft, wo Gründe des Rechtes oder der Klugheit es heischen; hemmt ihren Mißbrauch durch die vorsichtig= sten Formen; nur tödtet sie nicht, und setzt der Entwickelung kein unüberschreitbares 3iel!- Dann ist die Theorie befriedigt. Ob in einzelnen Staaten und in gegebenen Verfassungen das Maaß der Nothwendigkeit überschritten, ob die Vorsicht zu ängstlich, die Beschränkung zu strenge sey, darüber spricht sie nicht ab. Ihre Vera werfung trifft nur die Fälle anerkannter oder erwiesener Ueberschreitung. Die Theorie ist nicht Richterin der That; sie ist nur Richterin des Rechts.« Der Verf. erörtert nun zuerst den Begriff der Landstände, über deren Hauptdefinition zwar keine große Abweichung Statt finden kann, mit welchen aber gleichwohl durch Unachtsamkeit des Sm dem bim Re find weil nam Wit the fen tem a 11 dern vielmeh ndas n digen Ge rten gegen nfeßlung der feinen Be Organ B nicht etwa ba if ti er erwagt entwidel iefe Kraft it es hei morfichtig fest der Biel!- in einfaffungen idritten, fung zu hre Ber Fer oder ift nicht rin des griff ber on gwar mit it bes 139 Sprachgebrauchs und durch genügsamen Leichtsinn Institute von bisweilen scheinbar ähnelnden, jedoch dem Wesen nach ganz verschiedener Natur, in Verbindung gebracht und völlig falsche Ideen werden. Regierungs- Kollegien oder Reichs- Råthe sind daher damit nicht zu verwechseln, wiewohl bis= weilen auch diese repräsentativer seyn können, als soge= nannte Land stånde. Es giebt auch Körper, deren Wirksamkeiten theils in das Gebiet der ständischen, theils der Regierungsrechte abwechselnd hinüber streifen. Eigentliche Stände sind jedoch Volksrepräsentanten gegenüber der Regierung; sie stellen das demo= kratische Prinzip vor, im Verhältniß zum monarchischen, und die Scheidung zwischen Regent und Volk, im engern Sinne, d. h. zwischen der positiv eingesetzten Staatsgewalt und ihren natürlichen oder ursprünglichen Inhabern, zwischen den künstlichen Organen des Gesammtwillens und den Wollenden selbst. Die Möglichkeit von getrennten oder streitenden Interessen wird hier zugegeben, und eben so die für das Volk eintretende Nothwendigkeit, seine Persönlichkeit entweder selbst, oder durch Bevollmächtigte, am natürlichsten durch einen Ausschuß, geltend zu machen. Rotteck schließt alle jene künstlichen, nicht na türlichen Organe vom Begriff» Stände aus, welche nicht das Volk selbst, sondern blos bevorrechtete Kasten, somit nur Theile desselben, vertreten, und welche nicht als ein Ausschuß der Nation, sondern blos als ihr herrschender Theil, oder vielmehr und besser zu sagen, als mitherrschender Theil( zur Seite der Regierung) betrachtet werden können. Beispiele 140 V von solchen Stånden finden sich hier aus älterer und neuer Zeit; die retouchirten Feudal- Landstånde übergeht der Verf., in ein paar Zeilen seine Geringschåhung ausdrückend. Nach ihm sind Landstände blos in Monarchien, Aristokratien und gemischten Regierungsformen denkbar, denn in reinen Demokratien, oder da, wo das Volk selbst die höchsten Gewalten ausübt, ist eine Vertretung des Volks überflüssig. Der Volksausschuß darin ist etwas von Landständen Verschie= denes. Der Verf. erklärt jeden wahren Volksausschuß, ob er der Regierung gegenüber stehe, oder nicht, für den natürlichen, ja für den allein natürlichen Stellvertreter der Nation, und seinen Willen für identisch mit dem National willen. Er entwickelt sofort die zwei Theorien von der die National- Repräsentation, nämlich die, nach welcher blos die Gesammtheit der Stände die Volksge= sammtheit vorstellt, und die andere, nach welcher jeder Landstand an der Gesammtrepräsentation Theil nimmt. Er erklärt sich gegen die lettere, wiewohl ziemlich allgemein beliebte, wie er selbst zugestehen muß. Seine Gründe sind mit vieler Klarheit, oft mit unwiderstehlicher Ueberzeugung angegeben. Nicht das ganze Wahlkollegium allein, nicht einmal die Bevölkerung der ganzen Provinz besitzt nach ihm- den allgemeinen repräsentativen Charakter; wie sollte ihn ihr Deputirter besißen? Der Deputirte hat nicht nur seine unmittelbaren Kommittenten, blos die Gesammtheit zu vertreten, denn die ( t gl aus dite ubal- Band Beilen fein Monachien formen bent der da, wo ausübt, if Der Bal en Berdie Holtbaub febe, ober en allein Nation, it bem von der ach wel Boltage welcher on Theil wiewohl geftehen it, oft Nicht mal die nach arafter; Depu mitten enn die 141 Kommittenten selbst haben dem Willen der Gesammt= heit sich zu fügen. Eine mehr schlagende Wahrheit, angewendet auf die neuesten Verhältnisse einer Nachbar- Nation, enthält der nachstehende Sah:" Diese Meinungen ( der mehrern Vollbürtigen im Volke), diese subjektiven Wünsche, Ideen, Gesinnungen der einzelnen Volkstheile oder Klassen( aus deren Ver= gleichung und möglichst harmonischen Verbindung der allgemeine Volksgeist, der allgemeine Volkswille in treuer Erscheinung hervorgeht) finden nur in dem Munde von besonderen Repräsentanten ihren Ausdruck und ihre gebührende Behauptung. Allge= meine Repräsentanten sprechen entweder blos ihre persönliche Gesinnung aus( welche auch unlauter seyn kann) oder sie umarmen die Nebelgestalt eines objektiv allgemeinen Willens( was nämlich einer schwankenden und wandelbaren Tags- Theorie zufolge das Volk wollen» sollte«) rücksichtslos für das, was er wirklich will. In beiden Fållen geht die wahre Persönlichkeit des Volkes, sein eigener, lebendiger Wille, unter in der Persönlich= keit der Repräsentanten, oder in leerer Rechtsrichtung, und es ist nur 3ufall( ob auch je nach der übrigen Einrichtung der Stände mehr oder weniger wahrscheinlich) wenn der Landtag den wahren Gesammtwillen ausspricht.- Du hast es gesagt! kann man unserm Freunde zu= rufen; hier liegt das Grundübel unserer konstitu= tionellen Periode, welches den Segen des Systems so vielfach verkümmert, die Sympathie für dasselbe schwächt, den Gegnern die Waffe in die Hand, und - - 142 Blößen zu tödtlichem Stoße darreicht. Die Repråsentanten, welche das Volk darstellen sollten, stellen nicht selten nur sich selber dar; sie falschen die eigenen Gefühle und Leidenschaften zum Gefühle und Willen des Volkes um, sie konstruiren und appretiren ihm selbst die Ansichten und Bedürfnisse zu, die es haben kann und soll; und die Tribune, welche ein Altar der Freiheit und des Gesetzes seyn sollte, wird nicht selten zu einer Gauklerbude entweiht, wo Jeder die subjektive Glorie feines Einzeleinflusses geltend zu machen strebt, statt den objektiven Gesammtwillen, als dessen Organ er doch aufzutreten vorgiebt. Allein die zufälligen Verirrungen einzelner Perioden und Menschen heben die Heiligkeit der Grundsätze und die Nothwendigkeit der Institute, davon die Rede, nicht auf. Erneuertes Mißlingen wird zwar den Sieg der konstitutionellen Sache, bei gesteigertem Mißtrauen der getäuschten Völker über Komödie von der einen und der andern Seite, auf unbestimmte Zeit hinaus wiederum verzögern, aber das Ideal der Besten und der Weisesten muß den= noch einst sich verwirklichen, alsdann nämlich, wenn eine lange Schule von Leiden und Erfahrungen die übertriebenen Ansprüche beider Parteien heruntergestimmt, und die Leidenschaften, welche den Theorien tei jedem Versuche von Ausführung hemmend entge= gentreten, bemeistert haben wird. Der zweite Abschnitt der Schrift bezeichnet die natürlichen Verrichtungen der Landstände, die Sphäre ihrer Rechte und Pflichten. Das Volk darf alle Rechte üben, welche es sich bei Uebertragung der Regierungsgewalt entweder ausbru we gem mo fur and gen feb Die Au be fe te D T t fi Die Rep ten, fellet en die eige Gefühle und und appeti ine, welde feat fully ntreift, wo zeleinfel eftiven Ge aufzutreten gen einzel ligkeit der Institute, iglingen che, bei er über eite, auf n, aber uß den , wenn gen bie unterge beorien entge net die Ande libten i bei er aus 143 drücklich vorbehalten hat, oder welche vernünftigerweise und nach reinem Staatsrecht, als stillschweigend vorbehalten, vermuthet werden können. Das, was das allgemeine Gesellschaftsrecht will, muß auch für Staaten gelten. Die Regierung ist also nichts anders, als die Leitung der gesellschaftlichen Angeles genheiten, gemäß dem allgemeinen Willen; die ge= setgebende Gewalt ist nicht in ihr begriffen; diese ist vom Volke sich vorbehalten worden. Doch darf die Möglichkeit einer Uebertragung solcher Gewalt auf ein künstliches Organ angenommen werden; es begründet sich somit eine rechtliche Vermuthung, welche jedoch gegen die faktische Wahrheit nicht aufkommen mag. Das gemeinsame Interesse des Volkes und der Regierung erheischt möglichste Erleichterung des Ausdruckes des allgemeinen Willens. Diese, welche in kleinern Staaten weniger Hindernisse findet, und die Theilnahme des ganzen Volkes bei den Akten seiner Willenserklärung zuläßt, macht in größern die Ernennung eines Ausschusses nöthig, welcher in des Volkes Namen und Sinne den allgemeinen Willen ausspreche; dieser Ausschuß sind die Landstande. Darauf widerlegt Rotteck den Einwurf: daß diese Landstände auch nur künstliche Organe des allgemeinen Willens, und ihr Verhältniß zu dessen natürlichem Organ, dem Volke, dasselbe sey, wie jenes der Regierung oder der übrigen konstituirten Autoritäten, und giebt die durchaus nothwendigen Charaktere an, ohne welche die Landstände nicht mehr Landstände, sondern bloße Regierungs- Kollegien oder positiv konstituirte Gewalten sind. 144 Die Rechte der Stände sind: 1) das Recht der Gesetzgebung, als das erste und allgemeinste, und zwar mit voller konstitutiver, nicht blos mit konsultativer Kraft. Der Verf. will dabei aber genau die eigentlichen Gesetzgebungs- Akte von den Vollziehungs- oder Regierungs- Aften getrennt, den Regenten in Allem, wo keine positive Norm für einen vorkommenden Fall vorliegt, nach bestem Wissen und Gewissen handelnd, und die Stände als Gesetzgeber über Alles gesetzt sehen, was nach Begriffen bestimmbar ist. 2) Das Recht einigen Einflusses auch auf die Regierungs- oder Vollziehungsgewalt, d. h. bei allen Fragen, welche Wohl und Wehe, Flor und Abnahme, Krieg und Frieden im Lande betreffen. Er will besonders bei der Frage, über die Art der Verwendung des Nationalgutes, ein demokratisches Regierungselement bei den Regierungshandlungen konkurrirend wissen. 3) Das Recht der Kenntnißnahme von Beobachtung oder Nichtbeobachtung der Geseze, und Einsicht in alle Regierungshandlungen und in alle Verhältnisse des Staates. 4) Unverantwortlichkeit der Landstände, als Körper und in ihren einzelnen Gliedern, d. h. für alle Amtshandlungen, und der Regierung gegenüber. 5) Die Frage über die Staatsverfassung, ob sie, als auf einem Vertrage, oder auf einem Gesetze, oder auf beiden zugleich beruhend, ange= nommen werden soll, erörtert der Verfasser zwar, giebt ab nungen und die ellein em fich übrig nur fir nod einlen der einen Gleid fich ber S ift die Bufam ftande felben ein nat zur St an; bod ober un freien, Bertra zwisch mern, Dage und d den B fotern Ben Mer foll, Das Tg, dễ hư moller tonfi tiver St gentlichen Ge ober Regie in Lem, wo menten Fall en hanbelab Met it chungsge Bohl und Frieben im Der Frage, gutes, ein Regie me von ang der ierungs iffe bes finde, , d. h ng gegen faffung, auf einem , ange fer zwar, 145 giebt aber keinen entscheidenden Ausspruch; die Meinungen darüber sind auch noch allzusehr getheilt, und die Frage wird niemals durch strenge Theorie allein entschieden werden. In neuerer Seit finden sich übrigens Beispiele für faktische Annahme, nicht nur für rechtliche Vermuthung des Vertrags, und noch einleuchtendere für die Folgen des Bruches von der einen oder andern Seite. Gleich kihlicher Art, wie der vorhergehende, stellt sich der Inhalt des dritten Abschnittes dar: welche s ist die natürlichste, dem Recht gemäßeste Zusammensetzung oder Bildung der Landstånde? Wer kann oder soll Mitglied der= selben seyn? Rotteck nimmt den Allodialbesitz als ein natürliches und historisch befestigtes Erfoderniß zur Stimmberechtigung in bürgerlichen Gesellschaften an; doch scheint es ihm keine durchaus nothwendige oder unerläßliche Bedingung; vielmehr kann durch freien, ausdrücklich oder stillschweigend geschlossenen Vertrag eine völlige Gleichheit politischer Rechte zwischen Grund- Eigenthümern und Nicht- Eigenthümern, Sassen und Hinterfassen geschaffen werden. Dagegen sind auch, durch die Natur des Staates und der bürgerlichen Angelegenheiten, so wie durch den Begriff eines freien Gemeinwesens, gewisse Erfodernisse der Stimmberechtigung ob in der gro= Ben Nationalversammlung, oder in deren Ausschuß unerläßlich vorgeschrieben, und nur Irrthum oder Verkehrtheit können davon befreien. - Die Frage: wer vorzugsweise Landstand seyn soll, muß verschieden beantwortet werden, je nachdem das Volk als eine reine, aus politisch durchaus glei10 146 chen Elementen bestehende Gesammtheit, oder als ein Inbegriff mehrerer, nach politischen Rechten und Interessen verschiedener Klassen, oder auch durch lokale Verbindungen in gesonderter Personlichkeit, auftretende Theile betrachtet wird; und im letzten Falle: ob die einzelnen Ståndeglieder mit dem allgemein- repräsentativen Charakter,( als Stellvertreter des ganzen Volkes) oder mit einem spe= ziellen Titel( Vertretung ihrer besondern Kommittenten) betrachtet werden. Rotteck geht die verschiedenen Ansichten der Staatsrechtslehrer darüber durch, und berichtigt namentlich auch die Irrthümer der veralterten Eintheilung in Lehr, Wehr- und Nährstand, wozu noch selbst der geniale Oken sich bekannt. Er verbirgt sich wohl selber nicht, daß die allgemeine Repräsentation und ein einziges Wahlkollegium in der Theorie leichter annehmlich, als in der Anwendung ausführbar sind. Bei gesetzlicher Anerkennung also auch, einer vollkommenen politischen Gleichheit aller Bürgerklassen, kann es mehr, wenn auch nicht Foderung des Rechts, doch der Klugheit seyn, über die Standeseigenschaft der Gewählten, oder vielmehr der Wähler selbst, und über das Zahlverhältniß der aus, oder vielmehr von den einzelnen Ständen zu Wählenden, oder wenigstens über die Bildung der Wahlversammlungen, etwas Positives zu verfügen, damit nicht etwa faktisch, durch Umtriebe oder Ge= walt, ein Stand, eine Klasse oder eine Partei im Volke auf das Wahlgeschäft vorherrschenden Einfluß erhalte, und hiedurch, gegen Sinn und Zweck des Wahlgesetzes, ihre eigenen Repräsentanten, oder die Wortführ ter des Landfant bleibt den Die giebt Rott berfreit mu berechtigun Kammer gleiche ten Stew bas poli dem V Hierau eine Ab eine Rau und eine Gemid te ten, wo unter Theile No histori baber mare gehrt bern mein Der eine S it, eben den Red , ober and verter Perfe wird; und deglieder mit ( als Stell Samit der Staatl nementi theilung in felbf ber fich wohl ation und leichter bar find. ner voll gerflaffen, erung des Die Stan lmehr der ber aus, inben zu bung der verfügen, ober Gr Partei im en Einflus 3med bes ober bie 147 Wortführer einer Partei, anstatt ächter Stellvertre= ter des gesammten Volkes, in die Versammlung der Landstände bringe. Die Basis der Wahlen ist und bleibt dem Verf. stets der Grundbesitz. Die Trennung in mehrere Kammern giebt Rotteck nur dann, als ohne Unrecht, d. h. Widerstreit mit den natürlichen Prinzipien der Stimmberechtigung zu, wenn entweder in jeder einzelnen Kammer ungefähr gleich viele Staatsaktien, d. h. gleiche Massen des Staatsgebietes oder des direk= ten Steuerkapitals, vertreten erscheinen, oder wenn das politische Gewicht der einzelnen Kammern nach dem Verhältniß jener Aktienzahl bestimmt wird. » Hierausfährt er weiter fort erhellt, daß eine Adels- und eine Gemeine Kammer, oder gar eine Kammer der Geistlichkeit, dann eine des Adels, und eine dritte der Gemeinen, jede mit gleichem Gewichte stimmend, rechtlich nur allda bestehen könnten, wo das Staatsgebiet oder das Steuerkapital unter jene zwei oder drei Klassen in ungefähr gleiche Theile vertheilt erschiene.< = - " Nach den natürlichen, und auch meist nach den historischen Verhältnissen ist weitaus die Hauptsumme der Aktien in dem Besitz der Gemeinen, daher ihr Uebergewicht dem Rechte gemäß. Es wåre daher billig, daß, wo getrennte Kammern begehrt werden, der Adel( etwa vereint mit der hdhern Geistlichkeit) nur eine, dagegen die Ge= meinen zwei Kammern( etwa der Bürger und der Bauern) bildeten, daß also jener nur mit einer, diese mit zwei Kuriat- Stimmen auftråten.< Rotteck beantwortet eine fernere Frage, ob auch 10* 148 der Fürst oder die Regierungsglieder an der Landesrepräsentation Theil haben sollten?« verneis nend, besonders, wo der Adel schon eine politische Macht übt, und den Regenten, der an dessen Spize steht, naturgemåß vertritt. In dem Falle der Theilnahme des Adels, als solcher, ist ein Oberhaus nothwendig, und der Sitz wahrer Stände im Hause der Gemeinen. Die Domånen des Fürsten, als Nationalgut, werden von den Stånden mit vertreten; sein Privatgut aber von den Agnaten im Oberhause. Der vierte Abschnitt behandelt die Frage, welche in neuerer Zeit so viele Theorien und Federn in Bewegung gesetzt, und bei den zahlreichen Beweisen und Gegenbeweisen, aus dem Bereich der Geschichte genommen, ihren Gegenstand noch immer nicht erschöpft hat, nåmlich: ob mehrere Kammern nothwendig, nüßlich oder auch nur rechts= gemäß seyen? Der Verf. der Ideen, obgleich er alle Einwürfe der Gegner genau kennt und anbringt, spricht auch darüber verneinend sich aus; er hålt eine Mittelmacht zwischen Fürst und Volk beiden gleich schädlich, und das Bestehn einer einzigen ungetheilten Ståndeversammlung für ein Postulat, welchem bei vorgeschrittener politischer Bildung der Völker, doch noch einstens Rechnung müsse getragen werden. Inzwischen dringt er auf Frieden, Eintracht und vereinigte Bemühungen für das Staatswohl zwischen den beiden Kammern, die im Großherzogthum Baden nun einmahl eingeführt worden*). *) Der Verfasser der Biographie gesteht, daß er, im WiIm G mungen und die auf bifte Rotted em ten von d ernannten er in eine wendung idten Burge Steuert urverfa nur d Stimm begegnet Nitiona tet wer fchloffer chent mittle welche fomme wohl Deren Fonne SE ieber aber ten? beri eine politi deffen Spie Falle der Theil in Oberban de in Haufe inden mit ver gnaten im Frage, welde Federn in en Beweis mer Gefchite mer nicht er Rammern ur rechts obgleich er mb anbringt 5; er halt beiden gleich nungetheil t, welchem Der Bolter, en werden. ht und ver ohl zwischen 149 Im Schlußabschnitte sind die näheren Bestimmungen, zumal über das Wahlgefes, enthalten, und die bisher allgemein- staatsrechtlichen Prinzipien auf historisch begründete Verhältnisse angewendet. Rotteck entscheidet sich dafür, daß die Volksdeputirten von den Bürgern unmittelbar, und nicht von ernannten Wahlmännern gewählt werden. Doch hålt er in einem Sinn, wiewohl in sehr beschränkter Anwendung, die Wahl durch Wahlmänner mit den ächten Prinzipien für vereinbar, wenn einzelne Bürger, wegen Abgang des Vermögens oder Steuerkapitals, als zu einer vollen Stimme in der Urversammlung nicht berechtigt erscheinen, sondern nur durch Konkurrenz von Mehrern eine volle Stimme erwächst. Der Verf. will der Schlokratie begegnet, die ganz Mittellosen, welche nicht so fast als Aktionårs, denn als Schützlinge des Staates betrach= tet werden können, vom aktiven Wahlrecht ausgeschlossen, und, damit auch den äußersten Anspruchen der Demokratie Rechnung getragen werde, eine mittlere Klasse von Bürgern angenommen wissen, welche zwar einiges, jedoch nur unzureichendes Einkommen aus Besitz oder Industrie ziehn, und also wohl einige, doch nicht hinreichende Steuer zahlen, deren also Mehrere mit einander für Einen gelten können. In der Annahme dieses Auswegs ersieht gthum B , im Wi derstreit mit Rotteck und andern Freunden, Anhänger des 3wei Kammern- Systems, somit der konstitutionellen Gewalten Trinität ist; unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen wird er an einem andern Orte ent wickeln. - 150 er zugleich ein Vorbeugungsmittel gegen die, bei völligem Ausschluß der Armen, schwer zu hemmende Aristokratie des Reichthums. Der Verf. hålt dafür, daß, je mehr Wahlmanner ausgeschlossen werden, desto mehr das Geschäft sich einer wahren Volkswahl nähere. Die 3ahl der Ståndeglieder soll wenigstens so groß seyn, als die Zahl der Urversammlungen oder unmittelbaren Wahlbezirke. So viele Gemeinden ihre Stimmen zusammentragen können zu einem Skrutinium, so viele mag man zu einem Wahlbezirke schlagen; 56000, ja in sehr volkreichen Gegenden wohl 10,000 Stimmberechtigte können leicht zu einem Wahlkollegium vereinigt werden. Zehntausend Stimmberechtigte segen wohl 50,000 Seelen voraus, wonach auf eine Million der Bevölkerung zwanzig Abgeordnete kåmen, und ein Reich von dreiBig Millionen Einwohnern deren doch nicht mehr als 600 håtte. In mittlern und kleinern Staaten läßt der Verf. Urkollegien von nur 2000 bis 10,000 Stimmen seyn, ohne die Kammern der Abgeordneten zu überfüllen, auch würden dieselben Staaten des glückchern und naturgemäßern Verhältnisses sich erfreuen, wonach nicht nur von den Bürgern unmittelbar, sondern auch von Jedem in dem Kreise seiner gewöhnlichen, oder doch leicht möglichen Bekanntschaft könnte gewählt werden. In großen Staaten müssen Provinzialstånde dasjenige ersehen, was der allgemeinen Volksrepräsentation, wegen verhältnismäßiger Zahlbeschränkung, an Vollständigkeit abgeht. Zu den gewöhnlichen Deputirten kommen noch die Biril- Stimmführer und die Gesammtrepräsentanten von größern Grundbesißern, welche, nach Diftritten oder m Fommem türlich o fen, eta paffiven rechtes, werden, sondern Mi der M Wable bie no ein U interef Uebel. Diefen Thes die die tegr nen gen fer Orte Nat Ste gegen bi, bei zu hemmet Berf. Hilt du offen werden ahren Bolle glieber foll we der Unverfamm irt. Es viele tragen finnen man zu einem in fehr voll Berechtigte fin einigt werden 50,000 Su Bevölkerung h von drei ht mehr als rn Staaten bis 10,000 Abgeordneten ten des glid fich erfreuen, ittelber, fon er gewöhnli haft Fonnte muffen Pro allgemeinen figer Bef fommen noch mmtrepren de, nach Di 151 strikten gesammelt, mit einander den Betrag einer oder mehreren vollen Staatsaktien versteuern. Es ist weder nothwendig noch nůßlich zur vollkommenen Repräsentation, daß die verschiedenen, na= türlich oder durch positive Einsetzung gesonderten Klassen, Stände oder Theile des Volkes, in Ansehung des passiven sowohl, als in Ansehung des aktiven Wahlrechtes, gesondert bleiben. Die Wahl soll freigegeben werden, nicht nur aus einem Bezirk in den andern, sondern auch aus einer Klasse in die andere. Mit Recht erscheint Rotteck die Beschränkung der Wahlbarkeit nach dem Vermögen der zu Wählenden als noch wichtiger und folgenreicher, denn die nach Stand oder Klasse. Er hält sie zwar für ein Uebel, doch für geboten durch das Gesammtinteresse des Staates und zu, Abwendung größerer Uebel. Die neuesten Ereignisse in Frankreich setzen diesen Punkt klarer ins Licht, als alles, was die Theoretiker hier angegeben. Mit zarter Sorge behandelt er den Punkt über die zweckmäßigste Frist zur Erneuerung der Wahl; die Mißlichkeiten einer Annual-, so wie der Integral- Ernennung richtig zeichnend, wagt er keinen bestimmten Ausspruch, sondern räumt den Umstånden und individuellen Bedürfnissen des jeweiligen Staates etwas ein. Die Frage: ob Staatsdiener wählbar feyen? in neuerer Zeit vielfach Gegenstand der Erörterung, bejaht er bedingungsweise, nämlich, wenn die Natur der Stelle, die der Beamte bekleidet, oder der Stellung, in die er, der Regierung gegenüber, gefeßt ist, ihm noch erlaubt, den Bürger durchaus hervor 152 treten zu lassen, und wenn sowohl bestimmte Gesetze das Benehmen seiner Obern regeln, als auch seine Persönlichkeit gegen Willkühr der Obern schirmen; auf jeden Fall ist das strenge Recht für die Zulässigkeit auch der Beamten zur Wahl, wiewohl dieselbe, vom Standpunkte des allgemeinen Interesses, und bei Abgang jener Garantien, nicht wünschenswerth ist. - - Der Verf. erklärt sich wie man von ihm er= warten mußte für öffentliche Stimmgebung, als dem Charakter eines Ehrenmannes angemessener, und den Absichten niederträchtiger Intriguanten hinderlicher. Er verwirft die Instruk tionen einzelner Wähler es ihre Abgeordneten in der Regel, doch låßt er eine nåhere und bestimmte Weisung für einzelne Punkte, die den Wählenden besonders anliegen, und als vorkommende Gegenstånde der landständischen Berathung zum voraus vermuthet werden können, als diese Regel nicht ge= fährdend zu. Nur dürfen die Instruktionen niemals so bindend seyn, daß sie dem so wünschenswerthen raschen Gange und liberalen Geiste der Landtagsverhandlungen Nachtheil bråchten. Die Schwierigkeit der Ausstellung solcher, sowohl in Bezug auf den Aussteller und die Abgeordneten, als in Bezug auf den Umfang und die Wirksamkeit, ist nicht gering. Der redliche und würdige Repräsentant sucht seine Hauptvollmacht in der Idee des Instituts, im Geiste der Berfassung, in der öffentlichen Stimme, in dem Urtheile der Welt, in seiner Ehre und seinem Gewissen. Dies sind die Hauptumrisse einer der gediegensten und inhaltreichsten Abhandlungen über konstitution mal erregte rechts ihr entfernt dern fell erften Beni Dinge ift, S blizi auf was I fchran moch falle Der ham The flar delt зи Sei timmte Gee bern Shirme tfür die 3 miemel bie nen Ste gt vinden von ihm Stimme mannes richtiger S mie Infruk ordneten in bestimmte Biblenben de Gegen m voraus el nicht ge en niemals enswerthen Landtagéber Ferigkeit der ben Xus g auf den ring. Der ine Haupt Geifte der in bem Ure Gewifen gebiegen ber fonfti 153 tutionelle Verfassung, welche seit längerer Zeit, zumal in Bezug auf Teutschland, erschienen. Sie erregte mit Recht die Aufmerksamkeit aller Staatsrechtslehrer und Patrioten, und der Beifall, den ihr Verfasser erntete, erscholl nicht nur von den entferntesten Gränzen des teutschen Vaterlandes, sondern selbst vom Auslande her. Englische Journale ersten Ranges rühmten ihren hohen Werth, und Benjamin Constant, mit welchem, in vielen. Dingen, Rotteck nicht unpassend verglichen worden ist, übersetzte sie ins Französische*). Wir kommen nunmehr von der theoretisch- publizistischen zur unmittelbaren Wirksamkeit Rottecks auf der vaterländischen Tribune. Die Wahlen zu der ersten Legislation gingen, was die zweite Kammer betraf, so ziemlich unbeschränkt vor sich; die Flitterwochen der Verfassung mochten keine unsanfte Berührung und keine auffallende Intrigue vertragen. Die Mehrzahl der Glieder jener Kammer bestand aus entschiedenen Anhängern des liberalen Systems, von denen der eine Theil aus fester Ueberzeugung des Herzens und mit klarer Ansicht von der Aufgabe, um die es sich handelte, der andere aber aus Begierde, sich bemerklich zu machen, und der herrschenden Strömung des Seitgeistes sich anzuschließen, handelnd auftrat. Die erste Kammer zählte alle die verschiedenar*) Die Ideen über landstände sind nachmals in die Sammlung der kleinen hist. polit. Schriften ( Stuttg. Gbr. Franckh.) II. Bd. aufgenommen worden, in welcher auch die übrigen bisher angeführten stehn. 154 tigen Bestandtheile, welche von einem Körper, wie der ihrige, und der Art ihrer Zusammensetzung erwartet werden konnten. Unter den Gelehrten, welche für die zwei Landes- Universitäten als Abgeordnete gewählt worden, befand sich Rotted. Seine Wahl war jedoch nicht ohne stürmische Sizungen und mannigfache Rabalen im Schooße des akademischen Senates vor sich gegangen. Die Pietät eines ehemaligen Kollegen verbietet, diese Schwächen der Alma Mater hier näher aufzudecken; auch geziemt es sich nicht, die Ruhe mehrerer Todten im Grabe zu stören, welche durch sonstige Verdienste für ihr diesmal unerklärliches Benehmen dem Vaterlande reiche Sühne gegeben. Doch darf wohl der Umstand keineswegs übersehen werden, daß mehrere Wahlbezirke Rotteck zum Abgeordneten für die zweite Kammer gewünscht, und namentlich die Stadt Freiburg wiederholte Schritte that, denselben zur Annahme ihrer Vertretung zu bestimmen; eine Ehre, die unser Freund nicht ohne harten Kampf endlich ablehnte, da, bei der zweifelhaften Gesinnung des muthmaßlich erwählten Deputirten der Heidelberger Hochschule, die Opposition durchaus, wenigstens von Seiten der andern Anstalt, ein energisches Organ für theure Interessen der Wissenschaft und Geistesfreiheit zu fodern schien. War die Stellung bei den eröffneten Landstånden, in Folge der bedenklich gewordenen Zeitlage, ohnehin schon im Ganzen äußerst schwierig, so war es diejenige Rottecks in der ersten Kammer noch mehr. Er stieß darin auf Interessen, welche na= türlicherweise von seinen längst ausgebildeten Ideen über gefüh ren, iliber und E welde feine S lidh m freund ten S mehr fchaft ausc fainm fich wori angem Die fon ten G 23 rum hi me Riper, t mmenfeßung elehrten, meld Xgearbe Seine Ball Sihungen und afabemiden tät eines the Schäden der auch gezient ten im Gale iente für ile Baterlante lder Um aß mehrere bie zweite Stabt Frei zur An eine Ehre, of endlich nung bes Heidelberger igfiens von es Digan Geiftes Landfan Beitlage, ig, fo mar mmer nod welde naCeten been 155 über eine Konstitution, und den in der oben angeführten Schrift aufgestellten, sehr abweichend waren, und auf Gegner, welche weniger vorfäßlichilliberaler Sinn, als eigenthümliche Standesansichten und Standes- Interessen ihm zuführen mußten, und welche, wenn sie auch sein Talent anerkannten und seine Rechtlichkeit nicht in 3weifel setten, unmög= lich mit seiner Denkungsart und Richtung sich be= freunden konnten. Daher hatte Rotteck manch harten Kampf mit der Mehrzahl zu bestehen, um so mehr, da sein Kollege Thibaut, aus rein- wissenschaftlicher Wirksamkeit, wider innere Neigung, herausgerissen, auf der stürmischen Arena einer Versammlung, wie die angedeutete, sehr unbehaglich sich fühlte, und, mit Ausnahme einiger Berichte, worin er, seinem Ruhme und seinem Standpunkte angemessen, auftrat, so gut als passiv sich benahm. Dieses Benehmen hatte, wie auch noch bei vielen sonst trefflichen Männern verschiedener teutschen Staaten mehr, in dem Gefühle seinen entschuldigenden Grund, daß ein kleines Land, auch mit dem besten Willen und dem eifrigsten Liberalismus der Regierung und der Stände, doch nicht wider mächtige Hindernisse, die der germanische Bund im Allgemeinen entgegengestellt, mit sieghaftem Erfolge zu ringen vermöge, und somit nur Leidenschaften und Bedürfnisse rege gemacht würden, welche man zu bändigen und zu befriedigen außer Stande sey. Das Unglück in kleinen konstitutionellen Staaten besteht auch darin, daß Dertlichkeiten und Perfonalien hårter aneinander streifen und sich reiben, als in größern, weil die Menschen und ihre Eigen 156 thümlichkeiten sich näher liegen und sich wechselseitig mehr durchschauen. Der Maaßstab größerer Ver hältnisse, auf kleinere angewendet, bringt daher mannigfache Erscheinungen hervor, welche leicht der guten Sache schädlich werden, und auf die betheiligten Personen den Vorwurf des Parteigeistes und der schlimmen Absicht bringen können, sobald die Idee nicht Meister über alle Nebenrücksichten wird, und auch auf dem kleinen Raume die Grundsätze allein, und nicht die Personen, gewogen und betrachtet werden*). Das Auftreten Rottecks in der ersten Kammer war daher nicht selten die Stimme des Nufenden in der Wüste; doch ward sie oftmals mit Achtung, ja selbst mit Theilnahme und Gewährung ange= hört. Das überwiegende Talent und die Begeiste= rung eines edlen Gemüthes bewältigten bisweilen auch die Gegner, welche dies schon vor Eröffnung der Session, aus Feindschaft mit Prinzipien und *) Es ist billig und gerecht, daß auch für die Gegner des konstitutionellen Systems» de bonne foi« diejenigen Gründe angeführt werden, aus welchen ihre Abneigung sich erklären låßt. Es giebt allerdings solche Gegner, welche mit dem tiefsten Gerechtigkeitsgefühl im Herzen und mit frei selbständigem Charakter, gegenüber der Gewalt, gleichwohl die konzentrirte Kraft des Monarchis mus den Völkern für zuträglicher halten, als die zer= splitternde Kraft stürmischer Volksrepräsentation. vielen solchen Männern herrschen die Ideen des Liberalismus von oben, wie weiland unter Friedrich dem Großen und Joseph II., vor. Die mannigfachen Verirrungen der Demokratie in neuerer Zeit haben diese Anhänger der alten Schule nur noch mehr in denselben bestätigt. aus mußt Unive die und Bu ma hervort der des f dun Seff für den Ni 3 brach wohl Beg wel Do sta dra rufe lich Kn et R Bei Pl R L he größerer Br bringt daher elche leidt de uf die bete teigeistes und fichten nib, die Grundfie ogen und be en Ramme mes Rufenben mit Achtung rung ange Begeifte bisweilen Eröffnung ipien und Gegner bes diejenigen Moneigung he Gegner, im berzen er der Ge Monarchis 1 die ger ation. Bei Des Liberalis dem Großen rrungen ber hinger bec 157 aus keinem persönlichen Motive, nothwendig seyn mußten. Unter den Bemühungen des Abgeordneten der Universität Freiburg, seine Stellung, sowohl für die ehrwürdige Kompetentin, als für den Ruhm und das Interesse des Landes überhaupt, praktisch zu machen, müssen wir für dieses Jahr besonders hervorheben: die Motion für Wiederherstellung der Studienfreiheit, jene für Emanzipation des katholischen Kirch thums, oder für Gründung einer Nationalkirche, bei Anlaß des Wessenberg'schen Ehrenhandels; sodann eine Motion für die Ablösung der Zehnten und Frohn= den und einen Bericht über die Motion wegen Nichtvollzug des Adels- Ediktes. 3u Unterstützung der zuerst angedeuteten Motion brachte der Redner alle Gründe hervor, welche sowohl in dem Geiste der Zeit überhaupt und in den Begriffen des Rechts liegen konnten, als diejenigen, welche das Interesse des Landes darzubieten schien. Doch herrschte auch bei vielen, sonst sehr Verständigen und Loyalen, über das maaßlose Hinzu= drången von Jünglingen zu wissenschaftlichen Berufen und Brodfächern, bei der beschränkten Möglichkeit einstiger Anstellungen, Verschiedenheit der Ansichten über diesen Gegenstand. Für die Motion erhoben sich gleichwohl viele Mitglieder der ersten Kammer eifrig, und es ward der einmüthige Beschluß gefaßt, sie in Berathung zu ziehen. Kommission, welche zur Begutachtung gewählt wurde, bestand aus dem Bisthumsverweser, Freiherrn von Wessenberg, dem Prälaten Hebel, Die 158 dem geh. Hofrath Thibaut, dem Freiherrn von 3yllnhart und Rotteck selbst. In einer öffentlichen Sigung erstattete Wessenberg, Namens der Kommission, einen gleich geistvollen, als gründlichen, beifälligen Bericht; die Kammer entschied sich für den Vorschlag, und die Regierung willfahrte. Die zweite Motion wurde durch das große Intereffe erregt, welches die Wessenbergsche Sache, noch immer im Gemüthe aller bessern Katholiken, und die von Frankfurt aus mit Rom gepflogenen Unterhandlungen zu Bildung einer teutschen Natio= nalkirche erhalten. Schon früher hatte Rotted einen Antrag dahin gemacht, daß der Regierung der Dank der katholischen Bevölkerung des Landes abzustatten sen, für die Wärme und den Eifer, womit sie die Rechte der teutschen Katholiken gegen die Ansinnen Roms verfochten*). Er ergriff diesmal mit der ganzen Begeisterung eines persönlichen zugleich und Idee- Befreundeten die Partei des herrlichen Mannes, welcher der teutschen Nationalkirche, so wie sie be= reits in den Geistern gegründet war, als Muster und Hirt vorleuchtete, ob er gleich dessen Antrag in der Kammer, für Errichtung von Seminarien und Konvikten der Theologie- Kandidaten, in meh= rern Punkten bekämpft hatte. Die einschlägliche Motion gehört zu den schönsten und bleibendsten Denkmalen seiner parlamentarischen Wirksamkeit. Leider Den Kont Mehr Sade ften om geopfer 25 barin Kleru ten 2 nard eine Sta für S zwar fultat gierm war Dete Un Lan gere ben lich *) Natürlich kam dieser Dank dem verstorbenen Großhers zoge Karl und dessen Ministern zu. Vgl. über diese Affären den II. Band unserer Sammlung und Ges schichte der Konkordate. Leipz. bei Hinrichs. Freiherrn einer offent Namens der als grinbl entfchied fi was große S glide Gathe Refer gepflogenen tiden Natio Rotted eines ng der Dank abguftatten mit fie bie Infinnen mit der gleich und Mannes, wie fie be als Mufer en Introg Seminarien in meh ligliche eibenbfien fjamfeit en Groffers Aber diefe und Ges tigh 159 Leider entsprach der Erfolg der Debatten darüber den Hoffnungen des Redners, wie der Ausgang der Konkordatsunterhandlungen den Wünschen der bessern Mehrzahl des katholischen Teutschlands nicht. Die Sache der Katholiken ward von protestantischen Fürsten gewöhnlichen Rücksichten politischer Konvenienz geopfert; sie selbst werden in der Folge am tiefsten es zu fühlen bekommen, welch großen Irrthum sie darin begangen, daß sie, statt den ganzen jüngern Klerus durch eine Wohlthat, wie die der gewünschten Art, in ihr Interesse zu ziehn und an das monarchische Prinzip zu fesseln, in die Nothwendigkeit einer doppelten Opposition ihn gestellt haben*). Die Anträge, wegen Ablösung der Landes- oder Staats- Frohnden, und wegen Abschaffung der Zehnten, für Rotteck ein beharrliches Ziel des Ankampfs, waren zwar in den Kammern nicht von ungünstigen Refultaten begleitet; aber es fehlte viel, daß die Regierung in die Ideen und Wünsche eingegangen wåre. Der große Rechtsgelehrte Thibaut verwendete seine wissenschaftlichen Schätze für eine andere Ansicht, und die bald darauf erfolgte Vertagung der Landstände zögerte die Verwirklichung noch auf långere Zeit hinaus. d Die Berathungen über Knapp's Motion, Liebenstein's Vortrag und Winter's Bericht, hinsichtlich des Adels Ediktes, gaben auch Rotteck Anlaß, *) Diese, in seiner Schrift:» Teutschlands Vergangenheit und Zukunft aufgestellte Behauptung wagt der Verf. hier noch einmal. Gewisse Dinge können nicht oft genug wiederholt werden. 160 auf kraftige Weise darüber sich auszusprechen; dies geschah, nachdem der kenntnißreiche und patriotische Freiherr von Türkheim die Sache seiner Standesgenossen auf eine Weise vertheidigt hatte, die alle Ueberzeugungen ihm gewonnen haben würde, konnten sie, statt auf Seite eines unabweichbaren Rechtes auf Seite eines begeisterten und begeisternden Talents sehn. Rotteck selbst schildert die Anrede seines Gegners, welcher von dem Fall eines in der Geschichte preiswerthen Institutes, und von der Nothwendigkeit, auch der Aufopferung einzelner Rechte, für das allgemeine Beste gesprochen, also: » Dem bewegten Gemüth entquollen, mußte fie auchtiefen Eindruck machen auf gleich bewegte Gemůther. Hier allein- denn sonst überall bin ich meinen eigenen Weg gegangen, ohne direkten Widerstreit gegen einzelne Stellen des Berichts hier allein fühle ich mich hineingerissen in die Schranken; hier möge auch meiner Empfindung vergönnt seyn, in freien Worten über meine Lippen zu gehen!«<- » Wohl ist's ein edler Grundsatz: ,, einzelne Rechte willig dem gemeinen Besten zu opfern, dem Angriff auf das Recht überhaupt aber mit nimmer gebeugtem Muth zu widerstreben." Doch edel ist's auch, den Foderungen des Rechts, selbst wenn sie in unsanften Tönen erklången, Gehör zu geben, und nicht von der guten Sache sich abzuwenden, wegen persönlicher Reizung.« » Und dann, wer möchte es ,, Fall" heißen, auf zeitgemäßem Wege, und den Blick auf die helle 3ukunft gerichtet, die Größe zu suchen, statt in den Trümmern einer finstern Vergangenheit? Wer wird Her Der S ten find Seitt ins perfint bie a Slafic 100 ber Ge Eri ade ſchem Rub ta, nach Sche Der un ihre nige Beit bod bu gen glei heit man aftben: unb patristie feiner Stants batte, bie d wirbe, fom begeerbes Cert die Warebe all eines in ber und von der ung eingela proden, alle , mußte f wegte Gem bin ich mi Widerstreit hier allein anten; hier nt feyn, in hen!« zelne Rechte , dem Un mit nimmer debel iff's ft wenn fie geben, und ben, wegen beißen, auf Die helle Bu ftatt in den -Ber with 161 » Herabwürdigung« heißen, als freier Bürger in der Mitte freier Bürger zu stehen? Nicht die Herren sind erniedrigt, sondern die ehemaligen Knechte find erhoben worden durch den Geist unserer Zeit. Seitdem die einst Hörigen, und nur dem Herrn ins Treffen Folgenden, vom Staat unmittelbar und persönlich gerufen wurden ins Feld der Ehre, ist die alte Scheidewand niedergestürzt zwischen den Klassen der Gesellschaft. Auf allen Kampfplåten, wo Edle fielen, liegen rings herum auch Heldenlei= ber von Gemeinen; und überall find's nur die Gesinnungen und die Thaten, und die durch Erinnerung glorreichen Namen, welche wahrhaft adeln, nicht die Vorrechte. Auch in demokratischen Staaten erhält sich Jahrhunderte hindurch der Ruhm von edlen Geschlechtern. Athen und Spar= ta, und vor allen Rom, haben es bewiesen. Auch nach Aufhebung alles politischen Unterschieds zwi= schen Vornehmen und Gemeinen dauerte die Glorie der Heldenfamilien fort, und gingen die Fabier und Aemilier und Anicier hochverehrt unter. ihren Mitbürgern einher. Die Nachkommen derje= nigen Edlen, welche in unserer verhängnißreichen Zeit durch treue Bürgertugend glänzten, werden hochverehrt unter unsern spåten Enkeln gehn.<< Es läßt sich wohl denken, mit welchen Empfindungen das Badische Volk die Verhandlungen seiner Kammern und die Schicksale seiner Vertreter aufgenommen. Diejenigen, denen aus der großen Zahl gleich Wackerer der Preis der beharrlichsten Kühnheit und Freimüthigkeit zuerkannt worden, feierte man in Gesängen, Festreden, Bildern und in 11 162 freundschaftlichen Zusammenkünften entschiedener Patrioten unter allen Klassen des Volkes. Beamten trotten der Empfindlichkeit der Regierung, Landleute der Ahndung ihrer Vögte, um ihre Herzensmeinung ohne Scheu kund zu geben. Vor allen aber zeichnete sich die akademische Jugend, schon durch seine Bemühungen für die Studienfreiheit zu doppeltem Danke verpflichtet, in Kundgebung ihrer Gefühle gegen Notteck aus. Die Fackelzüge, Lieder u. dgl. erwähnen wir nur im Vorübergehen. Es war ein wahrer Freudentaumel, als der Abgeordnete der Universität wiederum in den Mauern seiner Vaterstadt eintraf, so zwar, daß Se. Königl. Hoheit, der verstorbene Großherzog, scherzhaft bemerkte: » Komm' ich einmal nach Freiburg, so werd' ich's lange nicht so pompos bekommen«*). Es gab Leute mitten auf dem Schwarzwalde, welche außer der Konstitution und den Schriften und Reden Rottecks und seiner Freunde nichts Weiteres mehr lasen, und diese Dinge für ihre politische Bibel erklärten. Die Stadt Freiburg selbst gab ihre Verehrung durch einen kostbaren silbernen und vergol= deten Becher zu erkennen, welchen eine Deputation Rotteck überbrachte, und woraus später noch oft in vertrautem Freundes- Kreis auf das Volk des Fürsten, Badens, und des gemeinsamen teutschen Vaterlandes getrunken worden ist. Beim Schlusse des Berichtes über die Wirksamkeit Rottecks auf dem ersten Badischen Landtage, *) Mit nicht minderm Jubel wurden auch die später einge= troffenen Freunde, Duttlinger und andere Mitglieder der zweiten Kammer, von der Bürgerschaft empfangen. und i mit E Hiftori gründe Paulus difdem Reperton Materiem in Lon No net in chen S Deren Lung, person fache Di Heidel verfod der T Doft fubje in je Unrech driffig mitte Bu nem felbft geistig gehult ein G *) Ra diebener Biemin erung, Ban ühre Herzent 7. Bar allen Jugend, hon Sienfheit zu bgebung herr ergefa ber Nige awers feine Ronigh he ft bementie werd' id gab Leute ußer der Sen Rot mehr lafen, Bibel e ihre Ber nb vergol Deputation h oft in des Für den Ba Birkiem Landtage, folter einge Mitglieder mpfangen. 163 und über das darauf Gefolgte, dürfen wir nicht mit Stillschweigen übergehn, daß jener auch als Historiograph dieses Landtages in dem von ihm ge= gründeten, und mit geistreichen Abhandlungen der Paulus, Türkheim u. A. ausgesteuerten landstån= dischen Archive*) aufgetreten ist; ein herrliches Repertorium, klar und lichtvoll über die verhandelten Materien sich ausbreitend, und geistreich und edel in Ton und Darstellung. Noch haben wir auch der vorzüglichsten Gegner in der ersten Kammer zu erwähnen, mit welchen Rotteck vorzugsweise zu kämpfen pflegte, oder deren natürliches Interesse und eigenthümliche Stellung, oder freiwillig eingeschlagenes System und persönliche Denkart sie nothwendig mit ihm in viel fache Reibung bringen mußte. Die berühmten Männer des Rechts von der Heidelberger Hochschule, Thibaut und 3acharia, verfochten meist die Ansichten der Regierung und der Mehrzahl der Kammer. Ersterer, juristischer Doktrinår und zu lebhafter Opposition aus rein subjektiven Gründen unaufgelegt, jedoch hochachtbar in jeder Beziehung und niemals für anerkanntes Unrecht verführbar, kehrte bald, seiner Rolle übers drüssig, auf den verlassenen Katheder zurück, und wirkte daselbst der Wissenschaft und dem Vaterlande zu neuem köstlichen Gewinne fort; ihm hat Rotteck selbst zu jeder Zeit mit williger Anerkennung seines geistigen und persönlichen Werthes aus voller Seele gehuldigt. Letterer, eine geniale Natur, und ein Gelehrter von immensem Wissen, aber durch *) Karlsruhe, in der Müller'schen Buchhandlung. 11* 164 den Anblick des vielen Schlechten im Leben auch für das vorhandene Gute ungläubig und unempfindlich, und materiellen Gründen gern die höhere Bürgerpflicht und die patriotische Bestimmung opfernd, trieb mit Regierung, Volk, Kammer, sich selbst und seinen frühern Grundsätzen nur geistreichen Spott. Nachdem er die Edlern im Lande durch solches Spiel und eine grånzenlose, ja fast an Parodie des eigenen Treibens und der vertheidigten Sache grånzende Hingebung an die Interessen des Hofes, vielfach getrübt und geärgert, ermüdete er durch das Uebermaaß endlich selbst die Regierung, welcher er durch die moralischen Nachwirkungen mehr Schaden als Nußen gebracht, und der Gesandte einer teutschen Macht bemerkte gegen einen Freund des Verfassers, bei Anlaß der Verleihung des Kommandeurkreuzes vom 3ähringer Löwen, an die Heidelberger Deputirten, mephistophelisch spottend:» Wir zeichnen den Mann aus, aber wir achten ihn nicht; wir hassen Rotteck, aber wir achten ihn. Er wird zwar keinen Orden erhalten; aber er verdiente wohl einen, wäre es anders möglich, an diesem unläugbaren Demokraten eine Stelle zu fin= den, wo er hinpaßte.« Wohl mochte in Bezug auf die Orden jener Zeit dies mehr, als Ironie, gewe= sen seyn. Der Diplomat, welcher die Aeußerung sich erlaubte, gehörte der hohen Aristokratie an, und wußte seine Leute nur allzu gut zu tariren. Aber gewiß wird der Verfasser des klassischen Werkes der 40 Bücher vom Staate nicht långer in den Reihen jener Leute bleiben, deren Opposition gegen politische Entmündigung der Völker, der Monardim heit u fo bo diefer bie S und dem Großhem ( wenn machia ihm v Heb verla feines nung Stant Grinn ment gend nich Prie mit unbe fiber und woh Drei fitht balb Leben a und unem Bestimmung Kammer, f mur gefre Bante bur fafan vertheidigin Baterefent ermibeta Regierung chwirkungen b der Ge egen einen Berleihung wen, an iſch ſpotwit ad wit achten m; aber er öglich, an Bezug auf i, gewe eußerung an, und Hafidhen länger in motion ber Mo 165 narchie eben so gefährlich und unnük, als der Freiheit unheilbringend und der Würde einer von ihm so hochgehobenen Wissenschaft unangemäß ist. In dieser Voraussetzung wird das Badische Volk selbst die Sünde der Beschneidung der Konstitution( 1825) und der Redaktion des Testamentes des verstorbenen Großherzoges, zum Nachtheil des jetzt regierenden ( wenn die Sage anders gegründet), so wie die machiavellistische Beleuchtung der 3dlibats Frage, ihm verzeihen. sat = Der Mann des Volkes in Gesängen und Sagen, Hebel, stimmte häufig in Grundsätzen mit dem kühnen Redner von Freiburg nicht überein; doch verläugnete er in der Form niemals die Würde feines Standes und den in der öffentlichen Meinung durch hohen Schriftstellerruhm eingenommenen Standpunkt. Seine alt- badische Gesinnung, nur mit Erinnerungen an Karl Friedrichs väterliches Regiment, eo ipso eine höchst liberale Konstitution, genährt, vertrug sich mit dem neuen Freiheitswesen nicht recht, und die Politik war für den frommen Priester der Musen des Wiesenthales und der Murg, mit dem gemüthlich- idyllischen Wesen, durchaus ein unheimliches Gebiet. Wir halten diese Erklärung um so nothwendiger, als der edle Hebel vielfach über seine auf dem Landtage gespielte Rolle verkannt und scharf getadelt worden ist. siges a Der heißeste und auch gründlichste Gegner war wohl der Staatsrath von Türkheim, Direktor des Dreisamkreises und Kurator der Freiburger Univerfitåt, welcher in der ersten Kammer abwechselnd, bald als Abgeordneter seines Standes, bald als 166 Regierungskommissar aufgetreten ist. Dieser Mann, eines der glänzendsten Talente, welche das Großherzogthum Baden, und vielleicht Teutschland, besitzt, durch seinen Stand den Interessen der Aristokratie zwar zugethan, aber im Einklange mit den Ideen des Jahrhunderts, und für alle nüßliche Verbesserungen und ehrenvolle Vergleiche bereit, von edler, teutsch- nationaler Gesinnung, und seine Widersacher von ihrem eigenthümlichen Standpunkte, nicht mit der Wage seiner Kaste, messend, übte mehr, als irgend ein anderer, die Beredsamkeit und den Scharfsinn unsers Freundes. Sie kampften mit einander, wie Diomedes und Glaukos in der Trojanerschlacht; in vielem aber trafen ihre vaterländischen Tendenzen wiederum zusammen. Das landständische Archiv besitzt auch köstliche Gaben aus der Feder des erstern. Der Freiherr von Türkheim, Sohn einer viels fach verdienstvollen Familie und eines sehr wissenschaftlich gebildeten Vaters, hat als Beamter und Redner bleibenden Ruhm sich erworben; er liebte stets, seinen Feinden offen und gerade ins Gesicht zu schauen, und mit gleichen Waffen sie zu bekampfen. Von anmaaßender Mittelmäßigkeit in höhern und niedern Kreisen gleich sehr oft angefochten, ist er stets ein Charakter geblieben, was in Zeiten und Lagen, wie die, in denen er sich bewegt, schon viel sagen will. Des von der Mehrheit oft sehr Bedrängten und mit Leidenschaft behandelten Rotted nahm der Prå sident der ersten Rammer warm und muthig sich an; der Historiograph des Landtages selbst erwähnt ribmen die H Tofe, зит fahrt feinem யே auch hoffnu fonde tion an baden Land berlie oben niffe Be nen for gefu bebi man ma fita Diefer Mem the bad G uthland, be en der Krife ange mit miglie Be bemit, von nd fine Stantonfi effend, ite Bereblembi Sie Him Glaufes is fen ihre ve men. Das Saben aus miner viels hr wiffen amter und ; er lichte ins Geficht in fibern ten, ift in Beiten egt, fchon ngten und der Prds uthig fich fifat » 167 » rühmend desjenigen wirksamen Einflusses, welchen die Humanitat, Biederkeit und die gleich anspruchslose, als kluge, und das Gute kräftig fördernde Geschäftsleitung desselben auf den Gang der Dinge zum Bessern gehabt hat. Dieser edle Fürstensohn," fährt er fort, Markgraf Wilhelm zu Baden, seinem verklärten Vater, Karl Friedrich, zumal an Leutseligkeit und an Liebe zum Volk ähnlich, auch von Allen geliebt, die ihn kennen, ist ein hoffnungsreiches Besißthum nicht nur für Baden, sondern für Teutschland*).« Wir gehen nunmehr zur Geschichte der Legislation von 1820, und des Antheils unseres Freundes an den Geschicken derselben, über. Die politische Gährung in Teutschland, die Karlsbader und Wiener Beschlüsse hatten dem zweiten Landtage, von 1820, einen eigenthümlichen Charakter verliehn, und die Verstimmung der Gemüther, von oben und unten, war gleich sehr in allen Verhält nissen des gesellschaftlichen Lebens sichtbar. Die Beschränkung des Urlaubs zum Behufe des Erscheinens auf dem Landtage, welche bei dem Profes= sor v. Rotteck und einigen seiner Freunde Statt gefunden, während Andern solche Bewilligung uns bedingt ertheilt worden war, deutete schon auf manche Erscheinung inaugurirend an, welche nachmals eingetreten ist. Der Abgeordnete der Univerfitåt Freiburg erhob darüber gleich anfangs in der *) Eine geistreiche Schilderung Rottecks und seiner Wirksamkeit auf dem ersten Landtage. Vgl. in der» Tribüne( von Varnhagen von Ense?). 168 ersten Kammer Beschwerde; diese, selbst von andersgesinnten Abgeordneten in beiden Kammern kräftig unterstützt, bewirkte jedoch eine etwas beruhigende Erklärung des Großherzogs, und von Seiten der Repräsentanten eine Erörterung über vorkommende ähnliche Fälle, im Geiste der Verfassung, da das von der Regierung geltend gemachte Prinzip, hinsichtlich ihrer Rechte, Deputirten, die aus der Reihe der Staatsdiener gewählt worden, Urlaub zu er= theilen oder zu verweigern, nicht allgemeine Zustim= mung gefunden. Rotteck selbst stellte darüber nachstehende anziehende Betrachtungen an, welche auch für mehr als einen andern teutschen Staat ihre Gültigkeit, hinsichtlich des fraglichen Punktes, haben dürften: Da der Weg der Statt gefundenen Erledigung das Publikum um die genauere Kenntniß der von beiden Seiten aufgestellten Gründe und Ansichten brachte, und da ferner nach der Weise oder Form derselben unentschieden scheinen dürfte, ob die Willfahrung des Großherzogs eine Handlung bloßer Gnade oder aber der Gerechtigkeit gewesen; so ist es allerdings von Interesse, den Gegenstand nåher, und nach den für die im Allgemeinen aufgestellte Frage gültigen Prinzipien, vom Standpunkte des Rechtes und der Politik, zumal vom ersten, zu beleuchten.<< » Die Mitglieder der Regierungskommission, überhaupt die Regierungsglieder, waren zwar fast alle dahin übereingekommen, daß die Maaßregel der Ausschließung der paar Deputirten, nach den vorliegenden Umständen, eine unpolitische- weil unnöthige, der Mi wahrid darum förderer zuglei haft, in fentlicem gen das alfo- fheben eine folde aus n gemah ihrem bient bes gem rung fchabi Des ner traft Kon weld batt affoc And nich nen des eber gieru t von ander as beruhigent Seiten b vorkommente fung, badas Prinzip, hin us ber Reihe rlaub meine Befin barber πείθε από Staat i ftes, haben Erledigung der von Unfichten der Form bie Will ng bloger welen; fo frand n en aufe Stand mal vom on, über faft alle der Xus odlingens dige, - 169 - - der Mißdeutung leicht empfängliche, und nach ihren wahrscheinlichen Folgen sehr bedenkliche gewesen; darum wollte auch Keiner als Urheber oder Beförderer derselben gelten; aber sie behaupteten doch zugleich, daß die Regierung dazu das Recht ge= habt, indem dieselbe allein das Bedürfniß des df= fentlichen Dienstes zu bestimmen und dafür zu sor= gen das Vermögen und die Pflicht habe. Wenn also was gemäß der Konstitution allerdings geschehen könne, da weder sie, noch das Wahlgeset eine dagegen sichernde Beschränkung aufstelle solche oder so viele Staatsdiener aus einer oder aus mehreren Stellen oder Gegenden zu Deputirten gewählt würden, daß durch deren Entfernung von ihrem Amte eine wesentliche Lücke in den Staatsdienst käme, also eine wesentliche Benachtheiligung des gemeinen Wesens erfolgte; so stehe der Regierung zu, die zwar konstitutionell, aber doch gemeinschädlich, ausgefallene Wahl durch Verweigerung des Urlaubs für die ihr unentbehrlichen Staatsdiener für so lange, als das Bedürfniß daure, unkraftig zu machen; gleichwie auch obschon die Konstitution gleichfalls erlaube, Personen zu wählen, welche wegen ihrer rechtskräftig überkommenen Privatverbindlichkeiten( zum Beispiel als Handelsassociés, Faktoren, Verwalter 2c.) von dem Willen Anderer abhingen, dadurch diesen Letzten das Recht nicht benommen sey, die Gewählten in ihrem eigenen Dienst zurückzuhalten, und durch Verweigerung des Urlaubs die Wirksamkeit der Wahl aufzuheben oder zu beschränken. Wollte man, zumal der Regierung, folches Recht, in Bezug auf die ihr an- 170 gehörigen und verbundenen Diener, streitig machen, so könnte ja geschehn, daß auf einmal ein ganzes Kollegium, als ein Hofgericht, oder Oberhofgericht, oder eine Fakultät, weil etwa seine sämmtlichen oder meisten Mitglieder zu Deputirten gewählt worden, in seinen für das Staatswohl nothwendigen, mit den übrigen Sphären des öffentlichen Dienstes in engster Wechselwirkung stehenden Funktionen auf die Zeit eines Landtags unterbrochen, und einige Råder der Staatsmaschine zum völligen Stillstand gebracht würden.<< » Die Antwort auf diese Gründe ist jedoch zu finden leicht; und wir vermuthen, daß diejenigen Deputirten beider Kammern, welche zur Aufstellung der Gegenbetrachtungen sich die Gelegenheit ersahen, ungefähr Folgendes werden erwiedert haben, oder håtten erwiedern sollen: opti » Wenn aus dem bestehenden Wahlgesetz einige Inkonvenienzen entspringen sollten, oder zu befor= gen wåren, so möchte man daraus wohl den Grund entnehmen, eine Verbesserung oder Ergänzung des felben auf konstitutionellem Wege zu Stande zu bringen, nicht aber eine angeblich schon eingetretene Inkonvenienz als Rechtfertigung einer einseitig angeordneten inkonstitutionellen Maaßregel aufzustellen. Allein jene Besorgniß ist leer, oder doch nur gering. Absolut unmöglich ist wohl die Wahl sämmtlicher Mitglieder eines Kollegiums zu Deputirten nicht; aber man kann doch moralisch gewiß seyn, daß solcher Fall nie wirklich eintreten werde. Selbst beim vorliegenden Beispiele, daß drei Oberhofgerichtsråthe Deputirte sind, fällt die Bemerkung auf, d von d nanni felten des Di oder& burch a heits m erganger von d fchlimm fonnt an, Wen lich den Einbe Ramm ftens Ben von boll ten ten und ligit ju den hant heir grell ftreitig mader, mal ein ga Oberhofgeri ine maid en gewählt ne nethombin liden Dienf Funktionen auf , and ringe Ligen Golfin Daß diejenig Xufftellung heit erfahen Haben, ober fe einige zu before den Grund nzung def Stande zu eingetretene nfeitig an fuftellen. ur gering fammt Deputirten gemif ten werde. brei OberBemerfung 171 auf, daß ja zwei derselben, erst nach der Wahl, von der Regierung selbst, zu solchen Råthen ers nannt worden sind. Auch kann es der Regierung selten schwer werden, für die in einigen 3weigen des Dienstes, durch Abberufung einzelner Beamten oder Kollegialglieder zum Landtag entstehende Lücke, durch ähnliche Fürsorge, wie sie etwa in Krant heits- und anderen Verhinderungsfällen eintritt, die ergänzende Fürsorge zu treffen.< Die » Auf der andern Seite wären die Folgen des von der Regierung behaupteten Prinzips unendlich schlimmer, und unendlich leichter eintretend. Es könnte seyn, daß ein großer Theil, man nehme nur an, ein Biertheil der Deputirten Beamte waren. Wenn sodann der Großherzog die Stånde sämmtlich einberiefe, die einschlägigen Ministerien aber den Beamten den Urlaub verweigerten, so wäre die Einberufung eitel, und bloßes Blendwerk. Kammern, welche nur bei Anwesenheit von wenigstens drei Viertheilen der Mitglieder, falls über Verfassungssachen berathen werden soll, oder von der Hälfte, für gewöhnliche Verhandlungen vollzählig, d. h. zur Berathung geeignet, sind, könnten sich gar nicht konstituiren. Die Ministerien håtten also die Macht, die Konstitution zu lähmen, und den Willen des Großherzogs, so wie die hei= ligsten Rechte des gesammten Volkes unkraftig zu machen. Die Ministerien wären sonach über dem Fürsten und über der Konstitution. Entweder handelten alsdann die Ministerien nach einem ge= heimen höheren Auftrage, welches eine allzu grelle Täuschung des Volkes wåre; oder sie thäten 172 es aus eigener Entschließung, und dann würden sie dabei so gar sehr ihre Sphäre überschreiten, daß die Verweigerung des Urlaubs ganz ohne rechtliche Kraft seyn müßte; indem die vom höchsten Staatsoberhaupte ausgehende Einberufung zum Landtage jeden weitern Urlaub unnöthig macht, und höchstens noch eine Anzeige an den Dienstvorgesetzten, zum Behuf einer zu treffenden weiteren Fürforge, gefodert werden kann.< " Das angeführte Gleichniß von den durch Privatverpflichtungen abgehaltenen Deputirten ist auf zweifache Weise unbeweisend für den Anspruch der Regierung. Denn einerseits mag allerdings den also gebundenen Bürgern, sollte auch das Wahlgesetz die Bedingung der Selbständigkeit nicht eigentlich für die zu wählenden aufgestellt haben, die rechtliche Schuldigkeit obliegen, die auf sie gefallene Wahl abzulehnen, wenn sie nicht von ihren Dienstherren die Erlaubniß der Annahme erhielten; oder es möchten auch die Wahlenden es sich selbst zuschreiben, wenn sie, wissend, daß von eines Dritten Willkühr die Wirksamkeit der Wahl abhange, gleichwohl einen Gebundenen gewählt håtten. Wenn aber die Erlaubniß, die Wahl anzunehmen, schon zum voraus ausgesprochen worden- wie durch die von der Regierung verkündete Konstitution in Ansehung der Beamten geschehen wenn die Wählenden nur aus Vertrauen auf jene Grundfäße ihre Wahlstimme einem Beamten geben, so hat die rechtliche Bedeutung jener Hindernisse aufgehört. Anderseits springt in die Augen, daß bei der juridischen und moralischen Identität der Miniften berufe Wahl nigter Worten zusprechen Staat berufener bet Her einer B ner jer felben Pflich Mini nung aber be Der vom Safelb und hen nur ein g noch det m Gem alfo oder lich als halter unmi Berbin ganz ohne d fung zum Bank ig madt, m Dienforge weitem i en duri Deputies i ben Unfor mag allerding bas Ball gfeit night ftellt haben, auf fie ge nicht von Annahme blenber mo, daß von der Wahl mailt bát Bahl anzu worden- te Konfti - ober auf jene ten geben Bindemnife ba titat ber 173 Ministerien mit der Regierung, d. h. also der einberufenden und der zurückhaltenden, der die Wahl zulassenden und der ihre Wirksamkeit zernichtenden Autoritat, es ein bloßes Spielen mit Worten sey, den einzelnen Ministerien das Recht zuzusprechen, den von der Zentralregierung, oder vom Staatsministerium, d. h. vom Monarchen selbst Einberufenen den Urlaub zu verweigern; als ob, wenn der Herr zwölf Freunde, oder auch Untergebene, zu einer Zusammenkunft berufen hätte, es einem Diener jenes Herrn zustehen könnte, drei oder vier der= selben aus Gründen der eben jenem Herrn schuldigen Pflicht wieder auszuschließen.< » - Weiters ist die Marime, wonach hier die Ministerien handelten, nicht blos die einzelne Verordnung in concreto, zu betrachten. Die Marime aber heißt: Wir wollen diejenigen Ståndeglieder vom Landtage entfernt halten, deren Anwesenheit daselbst einen Nachtheil für den öffentlichen Dienst, und zwar gemäß unserer Erklärung, nach sich ziehen würde.< Solche Erklärung kann aber nicht nur alle Beamte treffen( denn nicht leicht wird ein ganz überflüssiger zu finden seyn) sondern auch noch auf andere Verhältnisse und Lagen angewendet werden. Man kann einen Deputirten, welcher Gemeindebeamter ist, als dieser Gemeinde, also wieder dem öffentlichen Dienst, unentbehrlich erklären. Man kann Einen als Vormund, als 3eugen bei einer Untersuchung u. s. w. daheim halten, überhaupt für Jeden einen mittelbar oder unmittelbar mit dem Gemeinwohl verbundenen Verhinderungsgrund auffinden oder schaffen.« 20 174 » Aber auch ohne solche vervielfältigte Anwendung erzeugt schon das einmalige Aufstellen des Prinzips nothwendig die kläglichsten Wirkungen. Es hebt faktisch auf, oder beschränkt doch aufs außerste die Wåhlbarkeit der Beamten. Die Wählenden werden sich hüten, einen Solchen zu wählen, welchen ein Wort des Ministers vom Landtage entfernt halten kann. Welcher Wahlbezirk wird mit so precårer Vertretung sich begnügen? Ein wichtiger, und zumal nach den gegenwärtig obwaltenden Umstånden sehr heilsamer Artikel der Verfassung wird also vereitelt. Auch diejenigen Beamten, auf welche gleichwohl die Wahl noch fallen könnte, wåren durch ein solches Recht der Regierung in die kläglichste Abhängigkeit versetzt; das freimüthige Wort müßte ersterben auf ihren Lippen. Von ihnen aus möchte dann leicht dieselbe Schwäche auf die übrigen Des putirten übergehen, welchen theils die konsequente Ausdehnung des Regierungs- Anspruchs dieselbe willkührliche Entfernung drohte, theils aber das Beispiel der Furcht den eigenen Muth und auch die Sicherheit der Stellung raubte. Hiernach möchte - so unermeßlich wichtig ist oft ein scheinbar AuBerwesentliches in der Politikaus jenem einzigen Anspruche der Regierung, wenn er anerkannt würde, in leicht eintretenden Fortschritten eine Vernichtung der freien Regsamkeit des Landtags, und somit der Tod der Verfassung hervorgehen.<« » Jede Inconvenienz des von den Stån= den behaupteten Prinzips wird übrigens verschwin den, sobald man bedenkt, daß, wenn immer ein wahres und erkennbares Staatsbedürfniß die Abwefenheim litifde auf die meifte am rung nid mals an Mitglied den Gru tifde Ba Fallen& Staatst aber m Drinal hen, m plirur andere fann, rung D eine ter un felben 4. Q. mehrer Drei E gult über über geni Abfa tion igte men ftellen bel ften Wirkungen doch aufs in Die Bible en zu mil Bamblage ent irf with mit fo Ein wichtiger, waltenden Ume erfaffung with ten, auf welde miren bad Die faglighe Wort mifte aus möchte brigen Des Fonfequente iefelbe will bas Beis nd auch bie mad midte heinbar Nue nem einzi anerkannt eine Ber tags, and orgehen en Stine 5 beriwin immer ein bie Xhe 175 wesenheit eines Deputirten fodert - - • als eine po= litische Mission, ein Kriegsbefehl 2c., wo nämlich auf die Persönlichkeit eines Mannes das Allermeiste ankommt, also die stellvertretende Dienstfüh= rung nicht Plat greifen kann die Stände niemals anstehen werden, ein dergestalt verhindertes Mitglied selbst von der Erscheinung zu dispensiren, d. h. im Namen der Gesammtheit, aus einleuchtenden Gründen des Gesammtwohls, auf die numerische Vollständigkeit der Repräsentation in einzelnen Fällen zu verzichten. Der laufende oder gewöhnliche Staatsdienst in Kollegien oder in einzelnen Stellen aber wird außerst selten an Wichtigkeit der Dringlichkeit dem landständischen Wirken vorange= hen, weil hier eine dem Zwecke genügende Supplirung der zeitlich abwesenden Beamten durch andere Staatsdiener oder Aspiranten Statt finden kann, und durch die Regierung für solche Supplirung zu sorgen ist.<< - Das Budget spielte in der zweiten Legislation eine sehr merkwürdige Rolle, doch soll davon weiter unten abgehandelt werden. Gleichzeitig mit demselben, in der neu redigirten Gemeinde Ordnung u. a. Vorschlägen, waren an die erste Kammer auch mehrere andere sehr wichtige Anträge ergangen, als: drei Gesetzvorschläge über Ablösung der Grund= gülten und der Drittheilspflichtigkeit, über Ablösung der Herrenfrohnden und über Abschaffung der noch übrigen Leibei= genschaftsgefälle, ein Gesetzvorschlag über Abschaffung der Vermögens- Konfiska= tionen, einer über die Verantwortlichkeit 176 der Minister und obersten Staatsdiener, und einer über die Dienst führung der Verrechner. In der gleichzeitigen Vorlage aller dieser Ge= genstände ersahen viele Personen einen Plan der Regierung, die Kammern dermaßen zu beschäftigen, daß zur Verhandlung etwa erscheinender Petitionen und Motionen keine Zeit bliebe, und in der Anempfehlung schleuniger Berathung der landesherrlichen Anträge die Absicht, den Landtag so schnell als möglich, nach erreichtem Hauptzwecke( der Annahme das Budgets), zu entlassen. Man klagte also vielfach über die abgenöthigte Hast der Arbeit, über die Beschränkung des Raumes im Sizungsgebäude für das Publikum, über Beschränkung der Publizität, und über Unlauterkeit der über die Arbeiten des Landtages im Publikum tonangeben= den Stimmen. Rotteck gehörte namentlich zu den= jenigen, welche diese Beschwerden mittheilten oder unterstüßten, und einer seiner Anträge, wegen Erleichterung des Zuganges zu den Tribunen, hatte wenigstens einigen Erfolg. Die Sigungen der ersten Kammer boten in die= sem Jahre noch ein größeres Interesse dar, als die vom vergangenen. Unter ihren Mitgliedern glänzte, durch kräftige Opposition und beharrlichen Kampf gegen die Neigungen der Mehrzahl und das System der Regierung, wie natürlich, Rotteck abermals oben an. Bei Erörterung der oben angedeuteten Motionen erwarb er sich bleibende Verdienste, da seine klaren, und mit wissenschaftlicher Gründlichkeit ausgestatte= ten Vorträge in den Kommissionen und in der Kammer Uni find M wohl d wiffenf Bete ge ber be zwischen Gen Ra Beffenb feine F einer als re dauer gehobe ein Unm dem di Herre bie E ben ihm tere die Fu Mar neine S rige burd Bori ben, Staatsbient ng der B aller biefer men an der ender Petitiones nb in der ne Der landeli btag on wede( ber Man Haj Haber Arbe im Sigung Beschränkung ber über bie tonangeben lich zu den theilten ober wegen Er bdnen, hatte boten in bie ar, als bie en glanzte, Rampf ge Syftem ber als oben an Ten Motionen feine Haren, casfatte in ber Ram 177 mer Anklang und Erhörung fanden. Mehrete davon find Meisterstücke juristischer Beredsamkeit, und so= wohl die Foderungen des ewigen Rechts und der natürlichen Billigkeit, als die Gründe der Staatswissenschaft und Staatsökonomie sind darin auf das Beste geltend gemacht. Die Frage über Abschaffung der Herrenfrohnden erregte besonders heiße Debatten zwischen dem Berichterstatter und den landesherrlichen Kommissarien. Selbst die Türkheim, von Wessenberg u. 2. traten hier gegen Rotteck und die, seine Idee billigenden, Kollegen auf, der erste mit einer verschiedenen Ansicht von den Herrenfrohnden, als rein- privatrechtlicher Verpflichtung und von fortdauernden Lasten der Leibeigenschaft, selbst nach auf= gehobenem Verhältniß, der andere mit der Behaup= tung, das die Verwirklichung des Ablös- Antrages ein Unrecht für die bisher Befreiten seyn würde, indem diese, bei Uebernahme der Ablösungssumme der Herrenfrohnden auf die Schultern der Gesammtheit, die Schulden Anderer zu bezahlen angehalten wer den würden. Vergebens suchte Rotteck das, wie ihm schien, vorwaltende Mißverständniß durch weitere Erklärung zu heben; die Frage: ob der Wunsch, die Frohnd- Ablösung aus Staatsmitteln zu bestreiten, im Protokoll ausgedrückt werde, ward blos durch Mehrheit von zwei Stimmen( zehn gegen acht) ver= neinend entschieden.drud shad Neue heftige Debatten veranlaßte die nunmehrige Untersuchung des auf Ablösung der Frohnden durch die Pflichtigen gehenden Gesetzentwurfes. Die Vorschläge der Herren von Türkheim und von Ba den, welche statt der zwei beabsichtigten Reduktions12 178 Operate( eines mäßigen Werthanschlages der jähr= lichen Frohnde- Arbeit, und der Kapitalisirung dieses Anschlags nach abermals verringertem Typus) auf ein einziges Operat, nämlich auf den Werthanschlag der Arbeiten gedrungen hatten, entfernten wiederum vom Kommissionsentwurf, und wieviel Rotteck sich auch Mühe gab, die Frohnpflichtigen von der ihnen drohenden schweren Unbill zu retten( um seine eigenen Worte zu gebrauchen) so fanden doch seine Vorschläge keinen Eingang; alle Mitglieder, mit der einzigen Ausnahme Wessenbergs, welcher auch hier seinen huma nen und Billigkeit liebenden Charakter nicht verläugnete, nahmen ihre früher gegebenen Stimmen, wegen der Theilung in zwei Akte, wieder zurück; die Untrennbarkeit der Jahres- Reluition und der Kapitalisirung ward durch entschiedene Mehrheit angenommen, und eben so der Artikel, dem zufolge die Mehrheit der Frohndepflichtigen in einer Gemeinde zu einer solchen Ablösung zu zwingen das Recht haben sollte.ngsid Auch in der Kommission, welche über die wichtige zugleich und häkelige Materie, die Verant= wortlichkeit der Minister, zu berichten hatte, befand sich Rotteck. Ueberstimmt darin, als er für einen eigenen Gerichtshof zu Untersuchung und Entscheidung in den bezeichneten Fällen sich erklärt hatte, gewann die Sache durch die Debatten und die beifällige Ansicht, selbst des sonst so servilen Zacharia, eine neue Gestalt; Rotted selbst aber entwickelte seine Theorie über die heutiges Tages so ominds gewordene Frage, folgendermaßen: - » Volk und Regierung also sprach er in Bezug hen fich ( Der F das mom ligkeit m Fallen am ihm fiehe Regier tung ist mare di vollmad Der voll eins) rung all gene gierung fchen die begrind ihren 2 getheil rights Entsch unter mig, b geglich durch Anar Zob fann burch beftimm blages ber italifrung di tem Trous) en Bertharib enten wiederum Rotted b der ihnen drohen ne eigenen Borte Bordige fi Der einzigen Inë er feinen me nicht verlang Stimmen, we iber zurid tion und der Mehrheit an dem zufolge einer Ge wingen bas ber die wide ie Berant righten batte als er für g und Ent erflärt hatte, nb bie bei en Bacharid entwideli fered at in 179 - Bezug auf den aufzustellenden Gerichtshof- ste= hen sich im befragten Falle als Parteien entgegen. ( Der Fürst selbst nämlich wegen der durch das monarchische Prinzip gegebenen Idee seiner Heiligkeit und Unantastbarkeit bleibt in solchen Fällen aus dem Spiel, und die zunächst an ihm stehenden Staatsbeamten erscheinen dann als Regierung.) Ueber dem Volke und der Regierung ist aber das gewöhnliche Gericht nicht, sonst wäre dieses die höchste Staatsgewalt. Die Be vollmächtigung des gewöhnlichen Gerichts geht von der vollen Gesammtheit( Volk und Regierung als eins) aus, und erlischt also, wo Volk und Regierung als zwei erscheinen. Es ist daher eine ei gene Vollmacht von diesen zwei Parteien, Regierung und Volk, und ein eigener Vertrag zwischen diesen Parteien nöthig, um jene Kompetenz zu begründen; wogegen die gewöhnlichen Gerichte ihren Auftrag von einer Person, nämlich der ungetheilten Gesammtheit erhalten haben.« - » Regierung und Volk also, da keinem Gerichtshofe des Staates, als solchem, das Recht der Entscheidung zwischen ihnen zusteht, befinden sich unter einander im reinen naturrechtlichen Verhältniß, d. h. ihr auf dem Wege des Vergleichs unausgeglichener Streit wenn er nicht tumultuarisch durch Gewalt soll geschlichtet werden, welches hier Anarchie, dort Despotie herbeiführen, überhaupt den Tod der bürgerlichen Gesellschaft bewirken würde kann blos auf kompromissarische Weise, d. h. durch ein kontraktmäßig zum vorhinein dafür bestimmtes Gericht entschieden werden.<< 12* - 180 -- » Hiezu könnte nun zwar( wenn nicht andere Gründe es unråthlich machten) ein ordentlicher Gerichtshof, z. B. das Obertribunal, bestimmt wer den; aber es müßte solches gleichwohl durch Kom= promiß, also durch einen Artikel der Konstitu= tion( welche nämlich nicht blos als Gesetz, sondern auch als Vertrag verbindet) geschehen, und es würde daher unter uns zu dessen rechtskräftiger Aufstellung ein gemeines- durch die simple Majoritát in beiden Kammern genehmigtes- Gesetz nicht genügen; es mußte durch einen 3usah Artikel zur Konstitution geschehen, also in beiden Kammern eine Mehrheit von zwei Dritteln dazu einstimmend seyn. Da nun aber ein ordentlicher Gerichtshof, als solcher nach seinen organischen und formellen Verhältnissen der immer freien Bestimmung der gewöhnlichen Gesetzgebung unterliegen soll, so ist es fehlerhaft, wenn er durch einen Konstitutions- Artikel jener freien legislatorischen Gewalt entzogen, und seine eigene Bestimmung einer fremdartigen untergeordnet, oder in der Erreichung abhängig gemacht wird von den Bedingungen der letztern. Auch wird dadurch der richterlichen Gewalt eine bedenkliche Suprematie über die erekutive verliehen, da doch, dem Prinzipe nach, jede in ihrer Sphäre die höchste seyn sollte. Endlich entsteht durch solche Einsetzung eine sehr nahe liegende. Gefahr der Korruption für die gesammte Justiz. Denn es ist klar, daß eine Gerichtsstelle immer mit desto zuverlässigern, mit desto tauglichern Männern besetzt werden wird, je weniger Interesse bei der besetzenden Behörde gedacht werden kann, sie weniger gu befeten richtshof wifferma die Inf Gridtow daß bei banblu meiner mendem Sadhe Berha famm fteben viel dan wirfun lichen nenne freili Deut auch niß, laffen verin feyn. griffs man Lufft D mena nidt in orbentlige l, befimmt e mohl turb& der Sonfite als Geis, fo gefchehen, un fen redistätiger tie fimple Ma hmigtes- Bl Bufag , allo in baba Dritteln baza ordentlign inen organise immer freien gebung unter er durch ei legislatorischen Bestimmung ei in der Gr Bedingungen her righterlichen über die erefus madh, jebe in Endlich ent mahe liegend mmte Suffi elle immer mit bern Minner ntereffe bei ber Bann, fie we 181 niger gut, oder zumal mit abhängigen Männern zu besetzen.<< » c Wenn das Oberhofgericht zugleich Staatsgerichtshof ist, also selbst in politischen Dingen ge= wissermaßen die höchste Gewalt ausübt, so erscheint die Anstellung dabei von einem doppelten Gesichtspunkte; und es ist wenigstens möglich, daß bei der Wahl der Mitglieder und bei der Bes handlung derselben die Idee: ,, Ich unterstehe in meiner Amtsführung diesem Gericht," von bestim= mendem Einfluß wäre, wodurch nicht nur in der Sache der Verantwortlichkeit ein besorgliches Verhältniß, sondern auch für die übrige ge= sammte Justiz eine nachtheilige Rückwirkung entstehen könnte. Es liegt allen Bürgern unendlich viel daran, die Tribunale von allen politischen Einwirkungen frei zu erhalten.« Es wäre weiter möglich, zu solcher schiedsrichterlichen Behörde ein auswärtiges Gericht zu er nennen. Etwas Aehnliches bestand ehedem für die, freilich damals noch nicht souveränen, Staaten Deutschlands in den Reichsgerichten. Sofern auch diesem auswärtigen Gericht nur das Erkennt= niß, nicht aber die Machtvollstreckung überlassen wäre, würde seine Aufstellung selbst der Souverånetåt des befragten Staates nicht nachtheilig seyn. Indessen ist gleichwohl die Zartheit des Begriffs von Selbständigkeit, und außerdem noch manch anderes politisches Bedenken einer solchen Aufstellung entgegen.< » Es bleibt also nur übrig, ein aus dem Schooße des Staats selbst hervorzurufendes, möglichst 182 unbefangenes und unbestechliches, also zumal ein aus vielen selbständigen, unter Konkurrenz beider Parteien ernanntes Gericht; ein Geschwornenge= richt in der höchsten und edelsten Bedeutung, ein möglichst zuverlässiges Organ der allgemeinen Menschenvernunft und des ewigen Rechts. » So lange jedoch ein solches nicht aufgestellt, oder den Foderungen, die man billig an dasselbe macht, nicht entsprechend ist, bleibt noch ein an= derer und letzter Weg übrig, worauf man zum gewünschten Ziel gelange, nämlich die Preßfreiheit. Wo diese unbeschränkt, wohl versichert und auf konstitutionellem Boden festgewurzelt besteht, da besteht auch der ehrwürdige und unbestechliche Gerichtshof der öffentlichen Meinung, das wahre Gottesgericht der Menschenvernunft. Diesem ist wie durch stillschweigendes Kompromiß, weil pflichtmäßig ein Jeder unterworfen, und der Gewaltigste ehrt oder scheut seinen Ausspruch.<< - - » In dem Maaße also, als Preßfreiheit besteht, und demnach eine öffentliche Meinung lebt, in eben dem Maaße kann die positive Ver antwortlichkeit der Minister beschränkt, in dem Maaße die Preßfreiheit verkümmert ist, muß die Verantwortlichkeit verschärft werden. Ein strengeres Gesetz und ein schreckender Gerichtshof werden nur allda nothwendig, wo jene natürlichste, beste und heiligste Waffe ermangelt.< Die Regierungskommission nahm alle von der Kammer vorgeschlagenen Verbesserungen zum Gesetzentwurf bereitwillig an, und es ging auch in ber zwe gers un großer men, bu gen g vermuthlic Verantwom Franfreid zwifchen erft enti Buniche Damali Dem Verm Unlos, ebeliten und die lich vom Berme fraft derun gleidh der K litarw Gi taler burd allzu allzu Bacha den b alfo jumal in furren beh wornenge Bebeutung, gemeinen Mes midt afell ig an dafelbe noch ein on rauf man zum ie Presfrei verfifert und rgelt befelt wabefedlide ung, b pernunft Rompro interworfen, einen Nus reiheit be Meinung tive Ber: t, in dem mus bie Gin firen of werben fte, beffe Le bon ber Hum Ge cad in 183 der zweiten Kammer, trotz der Einwürfe Duttlingers und Anderer, welche in ihm den Charakter großer Uebereilung und Unvollständigkeit wahrnahmen, durch. Gleichwohl ist es bis auf den heuti gen Tag noch nicht zum Vollzuge gekommen, und vermuthlich wird die Frage über die ministerielle Verantwortlichkeit, auf welche die Ereignisse in Frankreich und in den Niederlanden neues Licht inzwischen geworfen haben, noch vielfach erörtert, jetzt erst entschieden werden, und zwar mehr nach den Wünschen der Minorität von 1820 darüber, als der damaligen Mehrheit in beiden Kammern. = Der Gesetzvorschlag über Abschaffung der Vermögens- Konfiskation gab Rotteck neuen Anlaß, als Berichterstatter der Kommission die edelsten und humansten Grundsätze zu entwickeln, und die äußerst lebhafte Debatte darüber ward endlich von dem Ergebniß begleitet, daß die nach der Vermögens- Proportion, gegen Deserteurs und Refraktärs, zu verhängende Geldstrafe mit einer Milderung, in Bezug auf die lettere, genehmigt, zugleich aber auch der einhällige und dringende Wunsch der Kammer, auf Reformen im Konskriptions- und Militärwesen, mit in das Protokoll aufgenommen ward. Ein anderer Gesetzentwurf über die GemeindeOrdnung, jener Gegenstand, von so äußerst vitaler Bedeutsamkeit, fiel in der ersten Kammer durch, da er in seiner gegenwärtigen Abfassung allzu sichtbare Mängel, und in der Vollziehung allzu unbesiegliche Hindernisse aufwies. Rotteck und Zachariå traten gemeinsam mit den triftigsten Gründen dagegen auf. 184 Mit Feuer und Nachdruck entwickelte ersterer fo fort auch seine Motion für Milderung des Preß= zwanges, welcher im Großherzogthum Baden, von Seiten der Regierung, in Folge mancher be= denklichen Aeußerungen des Zeitgeistes und der Beschlüsse des Bundestages, eine ungewöhnlich scharfe und überflüssig scheinende Gestalt und Ausdehnung erhalten hatte. Die dabei gehaltene Rede gehört zu dem Schönsten und Gediegensten, was jemals aus seiner Feder und aus seinem Munde geflossen, und der Schluß derselben, die fast keines Auszugs fähig, lautete also: » Indem ich von dieser Seite das Gesetz betrachte, stelle ich mich freilich der Ungunst blos; denn so sorgfältig ich mich jeder persönlichen Beziehung enthalte, allein die Sache verfolgend, so kann doch, nach der gegenwärtigen Stimmung der Gemůther, diese Sache nicht wohl anders, als hier und dort mißfällig seyn. Aber mir gebeut die Pflicht; denn die freie Rede, welche die Ver fassung dem Landstande gewährt, ist ein mir zum besten Gebrauche vertrautes Gemeingut, ich bin verantwortlich für dessen Nichtgebrauch, wie für den bösen Gebrauch, und je strenger der Preßzwang, desto dringender die Benutzung des kurz dauernden landständischen Rechtes." » Ich muß also reden, und mich stärkt die Ueber= zeugung, daß ich dabei nicht minder für die Interessen des Thrones, als für jene des Volkes spreche." » Fürs erste ist wohl die Konstitution das kost barste Gesammtgut für Fürst und Volk; die Gewährleitu des allgem ben gleid Heilighal Bewahrn wichtigte Stande, E gleiche S ohne Rechte für Alle 26 nad it tiven beklag es, nad Ders, a Rebe Don e ihre Gegu meine angede man 1 Waru Mot ber oder lands babi felte erfenit g des Pre gthum Baden ge mander b und der Be upbhnlich feari Ausdehnung Nebe g jem gefloffen, und lusjugs fihig les betrad 06; denn fo Beziehung fo Fann gder Ge als hier gebeut bie me die Ber t, ich bin wie für ben Wrefzwang, bonernben die Weber die In Boltes bas fifte the Be 185 währleistung des wechselseitigen Rechtes, das Pfand des allgemeinen Wohls, woran Haupt und Glieder den gleichen Antheil nehmen. Es ist also auch die Heilighaltung der Konstitution, die unverbrüchlichste Bewahrung, selbst des kleinsten ihrer Artikel, die wichtigste Angelegenheit für Alle. Fürst und Volk, die Mitglieder des Ministeriums, wie jene der Stånde, haben hier alle die gleiche Pflicht und das gleiche Interesse; wer für die Konstitution spricht ohne Unterschied, ob ein Artikel von einem Rechte des Fürsten oder der Stände rede- spricht für Alle.« » Aber es ist die hier eingetretene Verlegung nach ihrem Gegenstande, wie nach ihren Motiven und Wirkungen, noch ganz besonders beklagenswerth, und Sr. Königl. Hoheit kann es, nach diesem dreifachen Gesichtspunkte, nicht anders, als willkommen seyn, durch die freimüthige Rede des Volksvertreters zur Würdigung der Sache von einer Seite zu gelangen, von welcher Höchstihre Räthe sie Ihnen nicht vorgestellt haben. Den Gegenstand habe ich bereits in der Motivirung meines Antrages beleuchtet. Ich habe wenigstens angedeutet, wie kostbar das Gut ist, dessen Besitz man uns so bis aufs Aeußerste verkümmert. Aber warum ist solches geschehen? welches konnten die Motive eines solchen Rathes seyn? Die Rathge= ber zu unserm neuesten Preßgesetze müssen geglaubt oder behauptet haben: 1) daß die Bundesbe= schlüsse nicht streng und vorsichtig genug für Teutschlands Sicherheit gewesen, 2) daß insbesondere unser badisches Volk eine gefteigerte Strenge erhei 186 sche.- Sb demagogische Umtriebe oder revolutionåre Pläne in Teutschland Statt gefunden, oder nicht, ist mir unbekannt: ich glaube es nicht, we nigstens ist, was bis jetzt darüber zur öffentlichen Kunde gekommen, kaum des Nennens werth. Aber wie man immer hierüber denke, so viel ist doch gewiß, daß der Bundestag die Gefahr nicht im verkleinernden Spiegel betrachtet hat, und nicht allzu nachsichtig und schonend in den Gegenanstalten gewesen. Ich habe tausend Stimmen gehört, welche die allzu große Strenge der Bundesbeschlüsse be= klagten. Noch keine hat laut ausgesprochen, der Bundestag habe hier nicht genug gethan. Nein! die Geschichte mag von jenen Beschlüssen manches Urtheil fållen, welches heute noch nicht erklingen darf; aber das mögen wir als gewiß annehmen: auch die Nachwelt wird nie sagen, der Bundestag habe nicht genug gethan.<< כג » Wenn aber, was der Bundestag für Teutschland überhaupt verordnete, auf das schlimmste be= rechnet, und ein Marimum der Strenge war: welche Vorstellungen mochten es dann seyn, womit man Se. Königl. Hoheit bewog, in Bezug auf sein Land eine noch größere Strenge anzuwenden? Was haben wir denn verbrochen, das noch schlimmer wåre, als die Besorgnisse, welche den Bundesbeschluß erzeugten? Wo sind die badischen Schrift= steller, welche so gefährliche Lehren vortrugen, oder die Gemüther durch böse Künste aufregten und ver= gifteten? Wo sind die badischen Bürger, welche so leicht zu tauschen und zu verführen wären, so empfänglich für böse Aufhebungen und Irrwahn, ober fot Gefühlem edler, als feine fben Bol reife und und Bate der That die 400 Bateri und dem lands In lau gefpro nern u werden es moc und ga $ 5 getham Hobe ten, reit haben Leut als E Geit tag Sc allba Bolt be ober e gefunden, de ees night, zur offentlige o viel if to Befahr midt in Gegenani geport, wide meiprochen, te methan, Stein fen mande cht erflingen annehmen: Bundestag für Teutsch limmie be mar: welde womit man ffein Cand ben? Was fchlimmer Bundesbe en Schrift ugen, ober n und ber ger, welde mann, fo Swahn, 187 oder so unstát und wankend in ihren Pflichten und Gefühlen? Worin hat das badische Volk sich unedler, schwächer, der Freiheit unwerther gezeigt, als seine Brüdervölker? Nein! keinem andern teutschen Volke steht unser badisches nach, an Geistesreife und an Redlichkeit, keinem an Treue für Fürst und Vaterland, an Stätigkeit der Gesinnung und der That. Noch lebt in uns der Geist, der einst die 400 Pforzheimer trieb in den Heldentod für den Vater ihres Landes; und die Freunde des Rechts und der gesetzlichen Freiheit in allen Gauen Teutschlands blicken mit Vertrauen und Liebe auf Baden. In lauten Verkündungen unserer Regierung ist aus= gesprochen: daß dieses schöne Land, nach seinen innern und äußern Verhältnissen, liberaler behandelt werden kann und muß, als viele andere. Wie war es möglich, diese Dinge und Verhältnisse so ganz und gar zu vergessen?« -Wahrlich, diejenigen haben nicht wohl daran gethan, welche das väterliche Herz Sr. Königl. Hoheit mit Verdacht gegen sein treues Volk erfüllten, gegen sein Volk, welches jeden Augenblick be= reit ist, Gut und Blut für ihn zu opfern. Sie haben nicht wohl daran gethan, vor den Augen Teutschlands und Europa's unser Volk herabzusetzen, als könne es selbst den kümmerlichen Rest der Geistesfreiheit nicht ertragen, welchen der Bundestag den Teutschen ließ; sie haben dadurch auch den Schimmer des Thrones getrübt, als welcher nur allda in edlem Glanze strahlt, wo ihn ein edles Volk umgiebt.<< » Sind nun die möglichen Motive unseres Ge 188 setzes eben so traurig als grundlos, so kann auch die Wirkung des also gegebenen Gesetzes nicht anders, als traurig seyn. Vertrauen und Liebe sind die besten Hüterinnen der Pflicht, die zuverlässigsten Bande der geselligen Ordnung. Sie sind köstliche, aber zugleich zarte Pflanzen, die einer sorgsamen Pflege und vor Allem der Erwiederung bedürfen. Wem Mißtrauen bezeugt wird, dessen Herz verengt sich, und er geråth leicht dahin, das Mißtrauen zu verdienen, und wen man als schlecht behandelt, kann kaum lange mehr gut bleiben. Trauriger ist nichts auf Erden, als Mißtrauen zwis schen Regierung und Volk.< » Aber die Erdrückung der Preßfreiheit, an und für sich ein Bruch unserer Verfassung, wie wir sahen, ist zugleich das Thor zu jedem andern Bruche. Wo das Wort der Klage verstummen muß, wo die Zensur in ihrer Macht hat, nur Lob und Freude ertönen zu lassen, während vielleicht leise Seufzer das ganze Land durchwehen: da giebts für kein Recht eine feste Gewährung mehr. Der Fürst selbst hat sich des Mittels beraubt, den Zustand des Landes, die Stimmung des Volkes mit Zuverlässigkeit zu vernehmen; er hat seine Macht, weil seinen Blick veräußert an seine Diener. Er kann Niemanden mehr glauben, weil nur Einige sprechen dürfen, und nur in vorgeschriebener Weise. Und es ist auch, was die Wohlgesinnten für die Regierung sprechen, wirkungslos, weil das Volk Allem mißtraut, was man ihm aufdringt, und gar nichts Gutes mehr glaubt, wenn man ihm das freie Urtheil zu nehmen sucht." Die Lung cim verfchied Da trat hilfreid Beffen B ie durch di find, da großes, piel g Vorfel Mistr feften oder dem t Alger Dienf bildet walt جوله jenem Stu lobb Regi Beit Leit we hån Reg Beleges night und Liebe find • zuverlifigta winer forgonen Derung bedir , deffen f in, das i gut bleiben iftramen beit, an und 3, wie wit m andern erfummen nur Lob vielleicht : ba giebts mehr. Der t, den Bu Bolles mit Madt, ne Diener. I nur Gi fchriebener hlgefinnten weil das aufbring n man im 189 Diese Rede hinterließ bei der ganzen Versammlung einen unbeschreiblichen Eindruck, und machte verschiedenartige Gefühle und Leidenschaften rege. Da trat in den Sturm der aufgeregten Gemüther, hülfreich vermittelnd, der hochherzige Freund von Wessenberg, mit nachstehenden nestorischen Worten: .Wie kraftlos bloße 3wangsgebote gegen den durch die Umstände aufgeregten Geist der Völker sind, davon hat uns die neueste Beitgeschichte ein großes, vielleicht das auffallendste welthistorische Beispiel geliefert. Oder was hat wohl die ängstlichen Vorkehrungen des Preßzwanges, worin Furcht und Mißtrauen den Triumphwagen des Diktators des festen Landes von Europa umgaben, gerechtfertigt oder auch nur zu beschönigen vermocht? Während dem die leise Ahnung, daß irgend ein Blatt dem Allgewaltigen mißfällig seyn könnte, der furchtsamen Dienstbeslissenheit genügte, um es zu unterdrücken, bildete sich im Stillen unaufhaltsam jene durch Gewalt zum Schweigen genöthigte Opposition, jene allgemeine Verschwörung der öffentlichen Meinung, jener edle Unwille der Völker, der plöhlich wie ein Sturmgewitter auf das Riesengebäude des Einen losbrach, und es in den Staub warf. Unsere Regierung hat inzwischen auch in den schwierigsten Zeitumständen den Ruhm behauptet, nie von dem milden Sinne gewichen zu seyn, welcher stets der Leitstern des väterlichen Fürsten Karl Friedrich ge= wesen ist. Allgemeine Achtung, Butrauen und Anhänglichkeit waren der Lohn. Was sollte auch eine Regierung, die, wie die unsere, das Gerechte, das Wahre, das Gute will, veranlassen, die öffentliche - 190 - Meinung und ihre Aeußerung zu scheuen? Wodurch wird auf der andern Seite der Geist der Unzufriedenheit mehr genährt, wodurch ein dumpfes, storrisches Mißtrauen gegen die Anordnungen von Oben mehr gehegt, als durch solche 3wangsmaaßregeln, die, obgleich ohnmächtig, die Meinung zu beherr schen, doch stets Gefahr laufen, der Wahrheit selbst dasjenige, was ihr Ansehen fest begründet, was sie über jeden Argwohn erhebt, die Unabhängigkeit, zu entziehen? Wenn je, so ist gewiß in unserer furchtsam und argwöhnisch gewordenen Zeit das öffentliche Vertrauen die wahre, ich möchte sagen, die einzig feste Grundlage der Sicherheit des Staats. Ein allgemeines, aufrichtiges, inniges Vertrauen zwischen Regierenden und Regierten ist es, was wir jetzt vor Allem bedürfen, damit das Heilige, das Rechte, das Gute mit Kraft gehoben, das Niedrige und Schlechte und jedes Unrecht- mit Kraft niedergehalten und beseitigt werde.- Was die furchterregenden Symptome betrifft, auf welche die Bundesbeschlüsse hingedeutet haben, deren Würdigung aber ganz außer dem Kreise unserer Berathung liegt, so sind sie uns Badenern glücklicherweise fremd, und mit heiterem Bewußtseyn, mit froher Zuversicht darf es hier öffentlich ausgesprochen werden: Kein inländischer Mißbrauch der Presse, noch irgend andere politische Umtriebe im Lande haben zu jenen Bundesbeschlüssen, deren verbindliche Kraft übrigens hier nicht in Abrede gestellt wird, Grund und Anlaß gegeben; in Hinsicht der religiösen Scheu des Bösen und des Unrechts aber, in Hinsicht der Treue und Ergebenheit, der Ehrfurcht und Folgsamfeit für gefchite ter feinem wir nun Thatfaden gewordenen Regierung Fante wo halten, w der Bitt der ihm ein bef gem aufzube fchen von der geordnet Die aus dem Der be als de gefpro und du Geifte Beit h wolde Bund Senfu wo je deres bendste melde enen? Bobu ift der Ungufe bumpfes, f ngen von Ch ungsmaßregeln Bahrheit felbf indet, ni en Beit h midte fogen it bes Staats Bertrans ift es, was Heilige bas Nie mit Kraft Was die f melde bie Birbi lerer Bet dlicherweife mit frober rochen wer reffe, noch be haben bliche Kraft rb, Grunb iblen Side Binlift ter Folyam 191 - keit für einen allverehrten Regenten und eine hoch= geschätzte Verfassung, sind die Badener fürwahr hinter keinem ihrer Nachbarn zurückgeblieben. Wenn wir nun die für das badische Volk so ehrenvollen Thatsachen mit den bei verschiedenen Anlässen kund gewordenen milden und liberalen Gesinnungen der Regierung in Verbindung setzen, so frage ich: was könnte wohl uns, die Vertreter des Volkes, zurückhalten, voll des Zutrauens uns dem Throne mit der Bitte zu nähern: der geliebte Fürst möchte, mit der ihm angestammten Milde, jetzt schon, bevor noch ein befriedigendes Preßgesetz auf verfassungsmåßigem Wege zu Stande kommt, die Beschränkungen aufzuheben geruhen, die nicht durch den provisorischen Bundesbeschluß allgemein geboten sind, oder von den bis dahin bestehenden Gesetzen bereits an geordnet waren?- CC Die vereinigte Kraft der Ueberzeugung, welche aus dem Herzen noch mehr, als aus dem Munde der beiden Redner, des Urhebers der Motion sowohl, als des Unterstüßers derselben, an die Versammlung gesprochen, wirkte elektrisch auf die Gesammtheit, und der Beschluß der Kammer fiel im Interesse der Geistesfreiheit aus. Die Regierung gewährte einige Zeit hernach, und hob die Beschränkungen auf, welche die Presse, noch über die Bestimmung des Bundestages hinaus, gefesselt hatten. Die alten Zensur- Gesetze traten in ihre Wirkung zurück, da wo jene letztere Behörde nicht ausdrücklich ein anderes verfügt. Dieser Sieg war eines der bleibendsten und freudigst aufgenommenen Denkmale, welche die erste Kammer sich gesetzt. 192 Er war jedoch auch der letzte in dem verhäng nißvollen Jahre; denn bald darauf überzog sich der politische Horizont mit trübern Wolken, als jemals. Die berühmte Verhandlung und Unterhandlung über das Budget, zwischen der Regierung und der zweiten Kammer, hatten die Auflösung der Legislation, auf eine barsche und überraschende Weise zur Folge, und die Abgeordneten beider Kammern, welche, ob des hartnäckigen Verharrens der Mehrzahl auf der Opposition gegen das Budget, nach Hause geschickt worden, brachten ihren Kommitten ten keinen andern Trost mit, als: quod non desperaverint de republica. Die Mehrzahl des badischen Volkes, wiewohl nicht ohne mannigfache Selbstanklage einzelner unter seinen Repräsentanten, über zweideutiges Wesen, anderer aber, über allzu unzeitigen Starrsinn in Punkten, die nach verlornem Ganzen kaum der Debatte mehr werth geschienen, betrachtete das Schauspiel im Ganzen eine Weile mit stillem Schmerz; bald darauf aber gab es durch Huldigungen mannigfacher und unzweideutiger Art, da wo sie gerade keine Gefahr zu bringen schienen, den treugebliebenen Abgeordneten seine Dankbarkeit, den Abgefallenen seine Verachtung kund. Es läßt sich nicht läugnen, daß, bei manchen folchen Aeußerungen der Volksgefühle, auch der Parteigeist mit sein Spiel trieb, und daß die Eigenliebe und die Persönlichkeit mancher Personen auf eine Weise verletzt werden mußten, welche zu manchen bedauernswerthen Reaktionen Anlaß gab. Wir ergreifen diesen Anlaß gern, um zu zeigen, wie anflug mung be auf die Soldates für fi a terbridte taufend S ter gelten Biograph den ist. gegen der ihm nen, zum Bench gierung und fie kämpft geben. Inftem recht Schiet jenig tung ift fo fondem um ette ches Xuf Wing in bem ve fiberzog fi wolfen, als jeml terhandlung gierung und fung der Be merraschende Be beider Samm arrens der Mahe Budget, hren Kommit quod non& Bolles, mient einzelner unt es Wefen, an fan in Punt ber Debatte Schauspiel dmery; balb mannigfadher gerade feine ebliebenen W efallenen feine bei manchen uch der Par f die Eige Perfonen af welche zu man alah gah Bir eigen, wofe 193 Das ununklug man oft handelt, wenn man die Stime mung der Bessern im Volke nicht achtet, und blos auf die Berichte von Beamten und die Treue von Soldaten sich stüßt. Diese beiden Lestern können für sich allein weder rathen, noch helfen. terdrückte, oder auch nur gehemmte Wort findet tausend Wege, sich noch schärfer, bitterer, schneiden= der geltend zu machen, wie vom Verfasser dieser Biographie an einem andern Orte dargethan worden ist. Niemals darf eine Regierung ihren Haß gegen den einen oder andern Mann, welcher wi= der ihre Ansichten aufgetreten ist, geradezu beken= nen, und noch weniger einzelne Klassen des Volkes zum Vertrauten dieses Hasses machen. Ein solches Benehmen ist das allerverkehrteste; es zieht die Regierung auf den Standpunkt einer Partei herunter, und sie wird ohne Fehl als solche behandelt und bes kämpft, weil sie selbst dazu Ton und Devise ange= geben. Treten dann noch Polizeileute mit heimlichen Instruktionen und Sendungen dazu, dann wird erst recht Del in die Flamme gegossen, und die verschiedenartigsten Elemente vereinigen sich gegen das= jenige, vor welchem moralische und bürgerliche Achtung verschwunden. Der Charakter des Teutschen ist so loyal, und der Volksgeist der Badener insbes sondere so gemuthlich, daß sehr viel dazu gehört, um eine politische Indignation auf die Dauer zu erregen. Leider geschah von 1819 bis 1830 Mans ches, was dazu einleitete und beitrug. Das Meiste im J. 1825. Die Einwirkungen von Außen, die persönliche Stimmung des verstorbenen Fürsten, die unklugen Råthschläge einiger Hofleute, 13 194 der unbesonnene Diensteifer subalterner Beamten, und die verletzte Eitelkeit einiger abtrünnigen Koryphäen der Kammer von 1819 hatten bei den Wahlen zur neuen Kammer einen mehr als funesten Einfluß. Man wirkte mit allzu sichtbarer Rechtsverachtung auf den freien Willen der Bürger ein, und brachte denn so eine Legislation zu Stande, vor deren allzu undelikatem und unbeholfenen Ser vilismus selbst die Regierung sich entsetzte, also, daß sie nicht selten liberaler auftrat, als die Volksvertreter selbst, und der» Constitutionnel« den unge= zogenen Spott sich erlaubte: die übertriebene 3ahmheit der badischen Kammer habe den Hof so sehr in Verlegenheit gefeßt, daß man drei Männer förmlich dazu bezahle, um die Opposition zu bilden, weil denn doch eine Opposition durchaus nothwendig sey. Der Constitutionnel hatte übrigens in Bezug auf jene Personen Unrecht, denn sämmtliche drei ( Duttlinger, Grimm und Föhrenbach) zeigten sich vor und nachher als Männer von Ehre und Verdienst, als eifrige Anhänger der Verfassung und als aufrichtige Vertheidiger der Volksinteressen.c » Die Umtriebe hatten in manchem Orte einen so schimpflichen Charakter angenommen, daß sogar Regierungskommissäre und Adelige, deren Stellung in eine der Konstitution nicht sehr befreundete Tendenz sie getrieben, ihren Ekel und ihre Verachtung gegen solche Selbsterniedrigung nicht verbergen konnten. Die meisten Triebfedern aber waren, in einer Reihe von Wahlbezirken, gegen die Nichtwiederer= wählung Rottecks in Bewegung gesetzt worden. Sein Name, als eo ipso ausgeschlossen, als Gefabr be ganzen der vor Kandida namentl nad Bul die Abfid ihre Boll demokrat Das E fo eben dem F Staate Unwill die Ne tradtion erfchien bulbfam eigenes gen h vieler gehein gab nach Bu fe welche Land fen viel zum Son einen alterner Beri abtrinnigen hatten bei ba mehr als funef fichtbarer Recht der Bürger ein fiona Stant bebeln Ger test, do, ba bie Bol nel den unge rtriebene Bah Dof fo lehr is inner formli bilden, weil thwendig fe in Bezug mtliche brei zeigten fidh re und Ver jung und all ffen. Drie einen bag fogar Stellung undete Ten Berachtung vergen fonn en, in einer twochen. en, als Ge 195 fahr den Wählern, dem Gewählten selbst und dem ganzen Lande bringend, prangte auf allen Listen der vorgeschriebenen, und der nicht zu wählenden Kandidaten, sowohl der ersten als der zweiten, und namentlich der zweiten Kammer, voran. Beamte, nach Zulage und Beförderung lüstern, verstümmelten die Absicht der Regierung, und überschritten weit ihre Vollmacht, welche blos dahin gehen konnte, das, demokratische Element in die Minorität zu bringen. Das Ergebniß war natürlich auf diese Weise das so eben angedeutete gewesen; aber aufrichtigere und dem monarchischen Prinzipe nüßlicher dienende Staatsmänner empfanden einen kaum versteckten Unwillen über die gespielte Burleske, durch welche die Regierung an Leumund und Vertrauen beeinträchtigt worden war. Verschiedene Protestationen erschienen, wiewohl erfolglos, in der schweig- und duldsamen Kammer, deren meiste Mitglieder ihr eigenes Werk und ihr eigenes Unrecht zu vertheidigen hatten. Rotteck tröstete sich mit der Achtung vieler wackeren und freigesinnten Männer und der geheimen Neigung der Mehrzahl des Volks; doch gab er, als der Regierungskommissar zu Freiburg, nach vollbrachtem Afte, auch ihn, als Wahlmann, zu festlicher Tafel einlud, die merkwürdige Antwort, welche mit Bligesschnelle und bedeutsam durch das Land ging:» Ich danke dem Herrn Präsidenten, des= sen persönliche Gesinnung ich über das Geschehene viel zu erhaben glaube; aber man kann mir nicht zumuthen, dem Leichenmahl der badischen Konstitution beizuwohnen! Die Landleute des einen Wahlbezirkes, welche der betreffende Oberamt13* 196 mann( buchstäblich) auf den Knien und auf offener Straße um die Nichtwahl Rottecks angefleht, und welche auch endlich, in Folge allerlei Manipulationen, bei dem Akte sich überflügelt gesehn, tranken im Verdruß sich einen tüchtigen Rausch an, und schrien beim Heimkehren nach ihren Dörfern laut: » Es lebe der Großherzog! es lebe das Land! es lebe die neue Kammer! aber der Rotteck wär' halt doch der beste gewesen! Ein anderer Landmann, mit dem einmal über die Verhandlungen der Kammern gesprochen wurde, und welcher eben, kopf= schüttelnd, sie verlassen hatte, bemerkte naiv genug, deutete auf den Saal der ersten Kammer mit den Worten:» Die reden nit für's Buurn Vorthel! der Professer vo Friburg, der's hett wölle thue, isch nůmme drin; und auf den der zweiten mit dem Ausdruck:» Do drin ist einer no us üsem Schwarzwald, der Hans Jörg vo Lembach*); der bruucht no hie und da' s Muul ebbe recht; aber sie wissen em's doch au z' stopfen!' s sind ihrer z' viel, die nit wissen, ob sie hust oder hott wenn( wollen)!<< Eine reiche Quelle von anziehenden Einzelnheiten und geheimen Denkwürdigkeiten zur Geschichte die= ser Tage bietet dem Verfasser, von Vielem Augenund Ohrenzeuge, und im Besitze der Materialien, sich dar, und Manches davon gehörte auch allerdings wesentlich zur Vervollständigung dieser Schrift; aber der teutsche Patriot und der Freund des Landes, von dem hier die Rede ist, muß vor einer höhern *) Johann Georg Duttlinger, Sohn eines Redmanns von Lembach. Rudien und de gewiß fein Be Vaterlan bas dom wedt unt ber aufo tenbfte mann Privat ift bei benheit fchaft Di des& berweil fo die aus? fich vielfa und Gegn unb Born grell theil Red litte fon, nen und auf ofar angefeht, Hei Manipulate Rausch an, un Dirfarm laut bas land! ener Landmann, ngen ber Seme her eben, f the main genug mmer mit b Berthel! be le thue, i iten mit bem em Schwarz per braucht er fie wiffen ' viel, die ( wollen)! Ginzelheiten Selchichte bie elem Nugen Materialien, allerdings Shrift; aber des Lande einer fifer cines Redmanns 197 - - Rücksicht auf die Nothwendigkeit der Versöhnung und des Friedens verstummen. Er legt, hiebei ganz gewiß im bessern Wesen seines Freundes handelnd, sein Verstummen als Opfer auf den Altar des Vaterlandes. Nicht jest dürfen wir wiederholen das schon früher Gesagte die Leidenschaften ge= weckt und die Irrthümer einer frühern Periode wies der aufgefrischt werden, für welche der edelden= kendste Fürst und der hellgesinnteste Staats= mann dermal glänzende Sühne geben. Auch aus Privatgründen schweigt der Verfasser, denn er selbst ist bei Zeichnung gewisser Stimmungen und Begebenheiten nicht ganz unparteiisch und von Leiden= schaft frei. E 1100 Diejenigen, welchen daran liegt, die Geschichte des Landtags von 1825 näher kennen zu lernen, verweis't man auf die zwei Aufsätze im Hermes, so die Ueberschrift davon führen. Diese Auffäße, aus Rottecks eigener Feder geflossen, wie er selbst sich in der Folge dazu bekannt hat, tragen wohl vielfach den Charakter tiefer Bitterkeit der Seele, und selbst der leidenschaftlichen Beurtheilung von Gegnern; aber Niemand, der in die Veranlassungen und Details nåher eingeweiht ist, wird ihnen den Vorwurf der Uebertreibung machen; die Farben sind grell, aber wahr, manche Schilderungen und Urtheile, wenn auch einseitig, doch aus emportem Rechtsgefühl und aus völliger Ueberzeugung von erlittenen Unbilden des Landes, wie der eigenen Person, hergeflossen. Sie erregten natürlicherweise bei ihrem Erscheinen großes Aufsehen und verschiedenartige Urtheile. 198 Die Mehrzahl des gebildeten Volks verschlang sie mit den gemischten Empfindungen des Triumphes und der Schadenfreude, der Billigung und des Beifalls, weil auch vielen von Rottecks Theorien Abweichenden exemplarische Züchtigung feiler Miethlinge und zudringlicher Mittelmäßigkeiten keineswegs unpassend schien. Zu Karlsruhe selbst las man die Sachen mit einer Art schelmischer Freude, da mehrere der allzu bereitwilligen Werkzeuge bereits inzwischen im Kurse wieder gefallen waren, und eine solche Abfertigung vor dem Tribunal der öffentlichen Meinung von fernern Ansprüchen Anderer zu be= freien schien. Wie die Schrift über die Verhandlungen der badischen Kammern, von 1825, auch im Auslande, und zwar selbst in höhern Kreisen, aufgenommen worden, bezeugt der Brief eines ausgezeichne= ten Staatsmannes an den Herausgeber des Hermes darüber, welchen Brief der Verfasser durch Zufall im Jahre 1827 zu lesen bekommen, und aus dem er sich folgende Stellen aufgemerkt hatte: Die im neuesten Stücke des» Hermes«< ent= haltene Darstellung der Verhältnisse und der Geschichte der Stände im Großherzogthum Baden ge= währt so viel Belehrung über eine Angelegenheit, von welcher der künftige Zustand und die Geschichte unserer Nation ganz vorzüglich abhangen, daß jeder Leser, der einigen Sinn dafür hat, mit dem großten Interesse erfüllt werden muß. Nur durch solche Darstellungen der wirklichen Verhältnisse kann wahre Einsicht in die Bedürfnisse der Staaten befördert werden, wenn der Schriftsteller sich so, wie der Verfaffer jem zelnen, erheben den gri genblide, nen bur neue bele todten u Kuffa b Det Mitgl nifter 923 Stelle Sunt und am und vo eine b benen einen Wal verm und werde bien auf hat tung Gró fchid werd beriblang is des Triump igung unb Rotted's Sherrin ng feiler Miet Feiten feineswegs lt las man die rate, to mee euge bereits in aren, und eine ber offentligen Inderer zu be amblungen be im Auslande, aufgenommen gezeigne usgeber des erfaffer burh men, und aus batte: Dermes ent und der Ge Boben ge ngelegenheit, Gefchichte , daß jeder it dem grif burch folde Fann wahre ten befördert wie der Ber 199 fasser jenes Aufsatzes, mitten im Detail des Einzelnen, zu leitenden Ansichten und Grundsäßen zu erheben vermag; und ganz Teutschland ist Ihnen den größten Dank schuldig, daß Sie in einem Augenblicke, in welchem die Fragen über Konstitutio= nen durch die Ereignisse im südlichen Europa aufs neue belebtes Interesse erhalten, einen so kraftig ge= dachten und mit so vielem Anstande geschriebenen og gracel Aufsatz bekannt gemacht zu haben.<< Der Staatsmann, der dies geschrieben, war ein Mitglied des Königlich Hannoverschen Ministeriums. » band Wir fügen die in den Zeitgenossen mitgetheilte Stelle auch hier wieder bei: Es waren bisweilen Sünden der Unschuld, welche bei den Wahlen und auf dem Landtage von 1825 begangen worden, und von mehrern Hauptakteurs ist zu glauben, daß eine derbe Lektion sie gebessert haben werde; von denen aber, welche auf so polizeiartige Weise in einen Hauptakt des bürgerlichen Lebens, in die Wahl von Volksvertretern, hineingestolpert, ist zu vermuthen, daß sie seitdem sich mehr darin orientirt, und wenigstens die Ueberzeugung gewonnen haben werden, daß man auch oftmals allzuviel dienen könne. Bediententugenden rentiren sich felten anders, als durch einige Goldschnigelchen mehr auf der Livree; ein stolzer, selbständiger Geist aber hat immer noch zuletzt selbst der Widersacher Achtung erzwungen; zuletzt finden sich die verschiedenen Größen alle bei der gemeinsamen Heerschau ge= schichtlicher Würdigung zusammen; die Lakaien aber werden stets in einiger Entfernung zurückgelassen. 200 Dies ist das Schicksal und Gesetz der Welt. Sapienti sat.*) memili » Nachdem Rotteck, durch den Ausgang der Wahlen von 1825, verhindert worden, seinem Vaterlande als Abgeordneter zu dienen**), suchte er ihm, durch eifriges Fortschreiten auf der wissenschaftlich- publizistischen Laufbahn, ferner zu nügen. So nahm er demnach auch die Einladung des Verlegers von Aretins Handbuch des Staatsrechtes der fonftitutionellen Monarchie«+), zu Fortsetzung desselben, an; ein bedeutsames Werk, dessen praktischer Einfluß erst durch die Art und Weise der Entwickelung des öffentlichen Geistes in Teutschland völlig klar werden wird. Der Rotteck'sche Antheil daran, welcher mehr als die Hälfte beträgt, enthält, so wie auch das bald darauf herausgegebene» Lehrbuch des natürlichen Privatrechts«, eine klare und systematische Uebersicht der wichtigsten bisher aufgestellten Theorien *) Nachträglich muß hier angeführt werden, daß die Ge= schichte des ersten Landtages, aus Rottecks Feder, im » Landstand. Archiv«, und diejenige des zweiten im » Hermes( 1820), die der folgenden aber theils in » Murhards Politischen Annalen", theils ebenfalls im » Hermes( 1827), zu finden sind, und unter sich ein zusammenhangendes Ganze bilden. **) In dem akadem. Senate hatte die eine Stimme das bes fannte: Ex duobus malis minus eligendum( in Bezug auf den, einer Regierungsperson vor dem servilen Kan didaten gegebenen Vorzug), eine andere aber den Vers ( in Bezug auf Rotteck) zur Devise: Justum ac tenacem propositi virum. +) Altenburg, in der Hofbuchdruckerei. von monara der Ge Darüber feiner Es funt als bor und n Jungli nes D wiede felberm einen fequem fchwiem und bigte wo entr unt an, ber Den die hal in Au der nod wir der Belt sgang der B feinem Bate auf der miffe ferme ju nigen labung des Bet Saatte ber Fortizung defea praftiger Gir mer Entwidelung and villig eil daran, m thalt, fo wi Behrbuch bes fyftematische ten Theorien , daß die Ge tes Feber, in des zweiten im aber theils in ils ebenfalls im unter fich ein Stimme bas be um( in Bezug fervilen Ra aber den Bes 201 von Konstitution und konstitutionellem Leben in monarchischen Staaten, und zugleich das Ergebniß der Gesammtstudien und Forschungen des Fortseters darüber, eben so eine Ergänzung und Erläuterung seiner übrigen staatsrechtlichen Schriften. Mit die= sen zusammen bildet es eine wunderbare Einheit. Es kündigte sich bei ihm, wie beim ersten Urheber, als vorzüglich für die größere Masse der Gebildeten, und namentlich für Staatsmånner, Beamte und Jünglinge zum Selbststudium an. « Es war kein Kleines, sich in den Ideenkreis ei nes Dritten zu versehen, und zarte geistige Fåden da wieder anzuknüpfen, wo der Tod das Gewebe des= felben mitten in voller Arbeit zerrissen hatte. Für einen in Grundsäßen und Doktrinen so streng- konsequenten Mann mußte auch die Aufgabe doppelt schwierig erscheinen; dennoch lös'te er sie glücklich, und das gelehrte Publikum, wie das größere, huldigten dem darin herrschenden Geiste durch ungewöhnlich rauschende Anerkennung. Manche der darin entwickelten Wahrheiten, durch schlagende Gründe unterstüßt, zogen selbst einflußreiche Staatsmánner an, und trieben sie zu eifrigem Studium. Trotz der energischen Denk- und Sprachweise Rottecks, fanden viele Leser doch seine Sprache noch milder, als die des durch manche Persönlichkeiten und Ortsverhältnisse oft schwer gereizten Freiherrn von Aretin in dem ersten Bande. Es konnte nicht fehlen, daß auch die Tendenz des Fortsehers, trotz dieser gemilderten Gesinnnung, manchem übereifrigen Royalisten noch allzu demokratisch scheinen mußte; auch sind wir selbst in mehrern Punkten außer Stande, alle 202 Ansichten und Aussprüche des Verf. geradezu zu unterschreiben. Aber redlicher Sinn, tiefes Rechtsgefühl, reiche Kenntniß, klassisches Studium, er schöpfende Beobachtungsgabe der Menschen, Staaten und Volker und ihrer Bedürfnisse, können auch von Andersdenkenden dem Buche nicht abgestritten werden. Ein holländisches Journal für Rechtswis senschaft und Rechtsgeschichte, von den zwei ausge= zeichneten Gelehrten, ten Der und van Hall, her= ausgegeben, fållte das Urtheil: von Aretin habe größere Gelehrsamkeit und Naturkunde, von Rotteck aber tiefere Sachkenntniß und geistvollere Behand lung geoffenbart*). Das zweite wichtige Werk, das„ Handbuch des natürlichen Privat- oder des Vernunftrechts,« erschien nicht lange darauf, und fesselte ebenfalls die Aufmerksamkeit des gelehrten Publikums und derer, die an solchen Dingen Freude trugen, in hohem Grade**). » Der Zweck des Verf. geht allernächst aus der Vorrede zum Bande I,( S. VII- X) hervor.» Nie mehr, außert er sich daselbst, als in der neuesten Zeit, ist nach Verwirklichung des Vernunftrechtes thatig gestrebt, gerungen, hochherzig dafür gekämpft worBydragen tot Regtsgeleerdheid en Wetgeving. II. Decl. No. IV. Amsterdam, 1827. Beide Gelehrte sind nichts weniger als Liberale im gewöhnlichen Verstande. Zu be= merken kommt auch noch, daß ein Niederländer, Hr. Dr. Rey zu Maastricht, im Jahr 1828 mit einer französischen Uebersehung des Werkes sich beschäftigte. **) Wir geben hier zugleich einige Anmerkungen, welche aus der Anwendung der Säße des Verfassers auf die Verhältnisse der Niederlande hervorgingen. den; und deffelben Schule ge herrschende S dem Nature Nur das empfangen in das Reid oder der Z liebe für di Lebensmit rühmtheit heit, die b angeregter Begriffe u neigtheit, Redtsibee, Die Enecti fers Bor Mehrzahl recht. T WerfenLehre nu Des eigen Kutoritate Urtheile nunitred fich focu Gefinnum darum digt vom von den abeja ja fed Rebe Studium,& hen, Sta finne cud tabrfritter Rebtici pavi ausge retin habe Don Rott Befant παιδική διέ erichies die Xufe derer, die Brabe** der Bor morie neuefen btes the mpft wor II. Decl. ind nichts 3u be ber, r iner fram melife f bie 203 den; und nie feindseliger, als eben heute, hat die Schule gegen die Wahrheit oder Gültigkeit desselben Rechtes sich erhoben. Die weitaus vorherrschende Richtung der neuesten Rechtsgelehrten ist dem Naturrechte abhold.<< Nur das positive und das historische Recht empfangen ihre Huldigungen; das Naturrecht wird in das Reich der leeren, unpraktischen Spekulationen, oder der Träume verwiesen. Hier parteiische Vorliebe für dies Fach, dieses Studium, dem man seine Lebensmühe gewidmet, oder durch welches man Berühmtheit erlangt hat; dort die Macht der Gewohn= heit, die den Geist unvermerkt in den Kreis täglich angeregter, handwerksmäßig gelernter und geübter Begriffe und Anwendungen bannt; hier also Ungeneigtheit, dort Unfähigkeit zur Erfassung der reinen Rechtsidee, und hiezu bei der Schaar der Nachbeter die knechtische Verehrung für eines gefeierten Meisters Wort, erklären die Verschwörung der großen Mehrzahl der positiven Juristen gegen das Vernunftrecht. Aber auch in angeblich philosophischen Werken deren Verfasser jedoch meist die Rechts= lehre nur an der Schwelle begrüßten, und darum, des eigenen Urtheils unmächtig, blos nach fremden Autoritäten sprachen finden wir gleich wegwerfende Urtheile gegen ein allgemein gültiges, reines Vernunftrecht. Zur Befangenheit und Unkunde gesellt sich sodann nicht selten noch Unlauterkeit der Gesinnung. Das Vernunftrecht wird gehaßt, und darum verunglimpft, verdächtigt und herabgewürdigt von den Anmaßenden und Selbstsüchtigen, und von den feilen Wortführern derselben, weil es gegen - - 204 den Mißbrauch der Gewalt, gegen den Uebermuth der Privilegirten, überhaupt gegen das historische Unrecht den offenen Krieg führt, und weil mit jedem Anhänger, welchen es sich gewinnt, ein Hoff= nungsgrund mehr entsteht, daß es noch einst zu der ihm gebührenden, von den Bösen gefürchteten, Herr schaft gelange.«< » Freilich trägt auch die Beschaffenheit mancher, wir dürfen wohl sagen, der meisten, Theorien oder Systeme des Vernunftrechts dazu bei, die weitverbreitete Geringschätzung desselben zu erklären, ja ge= wissermaßen zu rechtfertigen. Unklarheit, tönender Wortkram, Pedanterei, baare Träumerei, anmaßendes Diktat oder eitle Sophistik, charakterisiren nur allzu häufig die Luftgebäude der ältern und neuern naturrechtlichen Schulen und Schriftsteller; und diese selbst zerstören wechselseitig, durch Aufdeckung des Ungrundes ihrer Lehren, einer des andern Kredit, und todten dadurch endlich überhaupt den Glauben an ein wahrhaft wissenschaftliches und gültiges Naturrecht. go th << ( c » Wenn ich, fährt der edle, die eigene Schule und ihre Gebrechen so streng als wahr richtende Verf. fort, bei so niederschlagenden Wahrnehmungen mich gleichwohl noch zu einem Versuch erkühne, den Begriff und das Prinzip des Naturrechts und seinen Anspruch auf Herrschaft, trotz allem positiven und historischen Recht, ins Klare zu sehen, stelle ich dadurch nicht dem Vorwurf der Anmaßung mich blos? Allerdings würde ich es thun, wenn ich das bei in einen Wettstreit der Gelahrtheit, der Genialitát oder des Tiefsinns mit so vielen gefeierten Borgängern glaube, das man bisher nicht nothon einer geheim in den Stre erfchaffen. S ob mir es ober Waffen den Gott, tat alles E von the alle philo Kant, Fi ber aufgef fep,-ba aud dicien ungewis gegeben, tige Re mer in Berwerfe bas alles Feinem G Buganglim Menid nes X tung themo ben un gen en Deber des hiftori weil mitj nt, ein deinf d Erteten, beit under Theorien oder die mei dren, jo eit, thente i, anmaßn terifiren mu und neuem und diefe dung bes m Krebit, Glauben ltiges Na ne Edule ente Berf ngen erkühne, ets und em pofiti ben, felle Bung mit an i bo Der Genia gefeierten 205 Vorgängern mich einzulassen gedächte. Allein ich glaube, das natürliche Recht liegt weit nåher, als man bisher meinte; es ist zu dessen Erkenntniß nicht nothwendig, ja nicht einmal gut, die Tiefen einer geheimnisvollen Metaphysik zu durchwandern, in den Streit aller philosophischen Schulen sich einzumischen, oder gar ein eigenes neues System zu erschaffen. Ob wir das Absolute ergründen, oder ob wir es nicht ergründen, ob wir es im Feuer oder Wasser, in der Allheit oder in einem persönlichen Gott, oder in der Ichheit, oder in der Identitåt alles Seyns zu suchen haben, oder ob überall von Pythagoras und den sieben Weisen an, durch alle philosophische Schulen hindurch, bis herab auf Kant, Fichte, Schelling und Hegel, in irgend einem der aufgestellten Systeme Wahrheit sey oder nicht sen, das kann, weil nur den Wenigsten, und auch diesen nur äußerst schwer zugänglich, ja immer ungewiß und stets wiederkehrenden Zweifeln preisgegeben, nimmer von Entscheidung für eine vernünf tige Rechtstheorie feyn. Welches System man im= mer in der spekulativen Philosophie annehme, oder verwerfe, und ob man eines, oder keines annehme, das alles kann und soll auf die Rechtsfähe von keinem Einfluß seyn. Die Rechtswahrheiten müssen zugänglich seyn auch dem gemeinen oder gesunden Menschenverstande; denn sie fodern allgemei= nes Anerkenntniß und allgemeine Beobach= tung. Auch müssen sie ähnlich hierin den mathematischen Wahrheiten die nämlichen bleiben unter allem Wechsel und Bank der metaphysischen Schulen; denn an solchem 3anke Theil, oder - - 206 auch nur genauere Kunde davon zu nehmen, ist Niemand schuldig, auch nur wenigen möglich; das Recht aber soll für Alle gelten, und eine feste- nöthigenfalls selbst mit 3wang zu handhabende, also jeder Gefahr des Irrthums entrückte- Norm ihrer Wechsel- Verhältnisse seyn. Wohl mag es eine Verbindung oder einen Zusammenhang geben zwischen den Rechtswahrheiten und jenen höhern und höchsten Wahrheiten vom Absoluten, von Gott, Natur, unendlichem Geist u. f. w. Aber diese höchsten Wahrheiten sind ja selbst noch nicht erkannt, daher auch jenes etwa bestehende Verbindungsglied nicht. Wie es also immer damit beschaffen sey: das Recht wird darum kein anderes, und der Weg, es zu finden, geht nicht durch die Irrsale einer spitfindigen, oder durch die hohen Regionen einer vom Ueberschwänglichen trunkenen Philosophie; sondern er hålt sich auf der lichten Ebene des gefunden Menschenverstandes, und der Anspruchloseste mag ihn wandeln.«< ich Dieses Glaubensbekenntniß findet sich noch weiter entwickelt und ergänzt in der Einleitung zum II. Bande ( S. If. 4); also Feststellung, Reinigung und Heiligung des Begriffes vom Vernunftrecht, Zurückfoderung der demselben gebührenden Herrschaft gegen die widerstrebenden Ansichten des historischen Rechts, und systematische Erbauung der gesammten Staatswissenschaft, ganz vorzugsweise auf den Grund des Vernunftrechts. Die Eigenthümlichkeiten dieser Lehre, theils im Allgemeinen, theils im Besondern, und theils nach dem Inhalt, theils wenigstens nach der schärfern Bes ziehung um beruhen br Das G unbedingt biele Seit geführt, a Fidte nig der Moral 1. Erla ten, als alle andern ten habem derjenigen fehung de ift alfo nu nunftmisi Erlaubni Diefe Freiheit haben zu größte u also ist feines X ( erlaubt) felbft ot und glei Siberipr Material Es Bu ming forud du miderfpra nehmen, it möglich; s eine fefe- handhabend ifte- Norm mag es ein g geben g Gett, N biele tiden St erkannt, bindungsglied ffen fey: d Der Weg, einer fpi einer vom fonbern aben Menihn wan nod weiter II. Banbe gung und Barid aft gegen Rechts Staats Grund des theils im heile nach fern Be 207 ziehung und Unterscheidung oder Verdeutlichung beruhen vorzüglich in Nachstehendem. Das Gebiet des Rechtes ist hier streng und unbedingt geschieden von jenem der Moral, und diese Scheidung bestimmter und vollständiger durch= geführt, als bei irgend einem Vorgänger, selbst Fichte nicht ausgenommen. Alle Pflichten gehören der Moral an; für das Recht können nur Rechte, d. h. Erlaubnisse, zurückbleiben. Rechtspflich= ten, als Pflichten, sind moralische Pflichten, wie alle andern, und auch die Rechts- Schuldigkei= ten haben eine Bedeutung nur durch das Recht derjenigen, auf welche sie sich beziehen, oder in Ansehung derer sie Statt finden. Das Vernunftrecht ist also nichts anderes, als das System von vernunftmäßig zu ertheilenden oder anzuerkennenden Erlaubnissen. Diese Erlaubnisse beziehen sich auf die äußere Freiheit der in Wechselwirkung Stehenden, und haben zu ihrem Grund oder Prinzip die möglichstgrößte und gleiche äußere Freiheit Aller; Alles also ist recht( d. h. nicht unrecht, oder dem Rechte keines Andern zuwiderlaufend) was Allen gewährt ( erlaubt) werden kann, ohne Widerspruch mit sich selbst oder mit der Idee der größtmöglichen und gleichen äußern Freiheit Aller. Der Satz des Widerspruchs also ist der alleinige Grund des Rechts. Materielle Prinzipien oder Zwecke hat es nicht. Es giebt also kein Recht, Andere zu beherrschen, zu zwingen, zu beschränken, weil, wer solchen Anspruch außerte, entweder der Idee der Gleichheit widerspräche, indem er sich mehr als andern zu 208 schriebe; oder sich selbst, indem er bei Anerken nung der Gleichheit alsdann auch Andern ge= gen sich das Recht der Beherrschung u. s. w. einräumen, fonach seinen erhobenen Anspruch wieder aufgeben, ja, anstatt einer Erweiterung seiner Freiheit, vielmehr eine Berengung derselben statuiren müßte. austin de Im absoluten Zustande also darf, nach dem Rechtsgesetz, Jeder, in Bezug auf sich selbst und auf die ganze Natur, thun, was er will; nur darf er ge= gen das auch allen Andern zustehende und völlig gleiche Recht der Selbstbestimmung und der Bestim mung der Natur nicht auftreten. So lange sein Handeln nicht auf Andere einwirkt, ist er ganz unbeschränkt; aber diese Andern muß er als gleichmäßig unbeschränkt anerkennen. Das Handeln auf Andere also darf' dem Willen dieser Andern nicht ungemäß seyn; daher ist in der Sphäre des eigenen Rechts( der eigenen Persönlichkeit und ihres Ausflusses) mein alleiniger Wille herrschend, in der Sphäre des auf Andere gehenden Wirkens aber der Wille dieser Andern meine Beschränkung. In die Sphäre meiner Persönlichkeit, und dem nach meines Rechts, können nun auch Sachen ( durch Occupation, d. h. Besitzergreifung und Formgebung, wodurch eine wirkliche Verbindung der Sache mit meiner Person entsteht) und Kräfte oder Leistungen Anderer( durch Vertrag, wo durch den eigenen Willen des zu Verpflichtenden oder zu Beschränkenden solche Rechtsausdehnung des An= dern bewirkt wird) gebracht werden. Das Occupa tions- und das Vertrags- Recht beruht jedoch gleichfalls auf les was em ( in der ein derer night Die be und die we und perfo tert, und b fionen d weiterunge Kritik un rein: pof nunftre nicht nu fchon bas ben Widem lich, bem Umfanber fobert Y Unter neue u Rechtsg trag. Gesellsch nach M pflichtun 3meds fellschaf Fraftige nerhal Sphare Befam bei ne Undern g forud wit terung fin derfelben fo bem h murdarf b der Befin So lange f if et gat muß er als men. Das Billen biefer der Sphäre lichkeit und herrichent den Wirkens efchrinfung it, und dems Gagen and Form dung der Krafte oder , wo burd tenten ober ung des An Das Decupa jebod gleich 209 falls auf dem obersten Rechtsgesetz: Jeder darf alles was er will, wofern er dadurch dem rechtlichen ( in der eigenen Rechtssphäre geäußerten) Willen Underer nicht zu nahe tritt. Die besondere Natur, und hieraus der Umfang und die wesentliche Verschiedenheit des dinglichen und persönlichen Rechtes werden hiernach eror= tert, und die mannigfaltigen, und durch die Fiktionen des positiven Rechts geschaffenen Erweiterungen des dinglichen Rechts einer scharfen Kritik unterworfen, auch die Abschaffung solcher rein- positiven Institute, wo immer sie dem Vernunftrecht oder der Klugheit widerstreiten( d. h. nicht nur etwas mehreres oder Anderes, als schon das Vernunftrecht besagt, sondern ein demsel ben Widerstreitendes statuiren, oder als gemein- schåd= lich, dem wahren Gesammtwillen widersprechen) nach Umständen als vernunftrechtlich erlaubt oder ge= fodert dargestellt. Unter den Verträgen ist der wichtigste, weil eine neue und unermeßliche Sphäre von Rechten und Rechtsgesetzen eröffnend, der Gesellschafts- Ver= trag. Mit Schärfe ist vom Verf. der Begriff der Gesellschaft bestimmt, als eines Verhältnisses, wonach mehrere, durch freiwillige wechselseitige Verpflichtung, zur Erstrebung eines gemeinschaftlichen 3wecks Eins geworden sind. Das Wesen der Gesellschaft besteht in der( vertragsweisen, überhaupt rechtskräftigen) Verzichtleistung auf den eigenen Willen innerhalb der durch den Gesellschaftszweck bestimmten Sphäre und in der Unterwerfung desselben unter den Gesammtwillen, d. h. unter das Ergebnis 14 210 der, innerhalb jener Sphäre und dem Gesellschaftsgesetz gemäß sich außernden Willensrichtung der Glieder, also zumal unter den Willen der Majorität der na türlich stimmfähigen und anscheinend dem Gesellschaftsgesetz gemäß stimmenden Mitglieder. = Die Darstellung der Natur und Wissenschaft, und hierauf des Gebietes dieses Gesammtwillens, ist die Grundlage und Leuchte des ganzen öffentli= chen Rechts, so wie das Privatrecht völlig auf die Basis des in der eigenen Sphäre selbstherrschen= den Einzelwillens, d. h. der freien Personlichkeit der Einzelnen gebaut ist. Die Untersuchungen:» worüber der Gesammtwille rechtlich entscheiden könne?« und dann:» welches die Charak= tere eines åchten Gesammtwillens seyen?« werden mit großer Sorgfalt und Ausführlichkeit gepflogen, und werden bei Allen, die diese Abhandlung mit Bedacht lesen, jedes Mißverständniß verhindern oder wieder aufheben. Das ganze Staatsrecht, allernächst das Verfassungs-, dann aber auch das Gesetzgebungs- und Verwaltungs- Recht, in allen ihren Sphären, beruhet darauf, und erhält dadurch eine ganz eigenthümliche, jedenfalls das Verdienst der strengen Konsequenz aussprechende, auch durch Einfachheit und Klarheit sich empfehlende Gestalt. 7 Der Gesammtwille ist entweder ein nothwen= diger, durch den Gesellschaftsvertrag schon ausgesprochener oder aus demselben mit Nothwendigkeit flie= ßender, oder ein freier, d. h. von willkührlicher Entschließung( in der durch den Gesellschafts- Vertrag und für solche Willkühr gezeichneten Sphäre) abhängiger. theils ein 17086 Gesammt der zufällige Regt an; Privatm Aus dieser führlichkei teridheitum Unantaft henden S verlegung lichen Su zu Lage Der E ein nati de. D Der erfd mung ten. Stimm fen ist, menbe haben Demnad faffer than, Manna mit Le fefaftsgfis der Blick joriti bet ne dem Gefel ber enchaft, und twillens, if Offentli felliheiben en Berfin Die Unte wille rechtli ie Charat ? werden gepflogen, blung mit verhindern bas Ber ung3= und en, beruhet nthimliche, fequens Klarheit othwen ausgespro cigfeit flie lider Ente 13- Bertrag habe 211 hängiger. Eben so ist auch das öffentliche Recht theils ein nothwendiges, theils ein willkührlich bestimmtes. Was nämlich( oder in so fern etwas) von dem Gesammtwillen( sey es der nothwendige, oder der zufällige) abhängt, gehört dem öffentlichen Recht an; was aber( oder in so fern etwas) vom Privatwillen abhängt, dem Privat- Recht. Aus dieser hier mit besonderer Schärfe und Ausführlichkeit gezeichneten Begriffsbestimmung und Unterscheidung zieht der Verf. die Grundsäße für die Unantastbarkeit oder die Widerruflichkeit der beste= henden Rechte, demnach für die ohne wahre Rechtsverlegung zu bewirkende Verbesserung des gesellschaftlichen Zustandes, d. h. also für die Lösung der heut zu Tage allerwichtigsten Frage. Der Gesammtwille wird ausgesprochen durch ein natürliches Organ, oder durch ein künstli= ches. Das natürliche besteht in der Mehrheit der erscheinend Stimmfähigen und zur Abstimmung im gesellschaftlichen Sinne Geneig= ten. Die Charaktere, woraus solche natürliche Stimmfähigkeit und Stimmberechtigung zu ermes= sen ist, oder die Eigenschaften, welche der Stimmende und seine abgegebene Abstimmung nicht haben darf, um als acht gesellschaftlich, demnach zählend, zu erscheinen, werden vom Verfasser mit Schärfe bestimmt, und es wird darge= than, daß ein aus verständigen und unparteiischen Männern zusammengesetztes Schiedsgericht meist mit Leichtigkeit über die in concreto vorkommenden Fälle entscheiden, d. h. nach vollendeter Stim14* 212 men Sichtung und Sammlung, den Ausspruch des wahren Gesammtwillens erkennen und verkünden könne. Und dieses genügt zur Darlegung der Wahrheit und rechtlichen Bedeutung der Idee vom Gesammtwillen. - Weil aber solches Schiedsgericht oder Gericht- wenn auch für Gesellschaften im Staat ohne Mühe aufzustellen doch für die freie und selbständige Staatsgesellschaft selbst nicht wohl zu finden ist, und dennoch unausbleiblich über Stimm fähigkeit sowohl, als über Lauterkeit oder Unlauterkeit der Stimmen der Staatsglieder tausenderlei Zweifel und tausenderlei Gefahren der Verfálschung entstehen müssen, so wird noch ein künst= liches Organ erfodert, welches je nach dem Maaße der politischen Bildung u. a. Verhältnisse eines Volkes, theils die Stelle eines Tribunals vertrete, d. h. also die Zweifelhaftigkeit der Erscheinung des Gesammtwillens hebe, oder die Unlauterkeit seis nes Ausdrucks heile; theils aber, insofern nåmlich eine wirkliche Unfähigkeit oder Unbehůlflichkeit des natürlichen Organes vorhanden wäre, ganz an desselben Stelle trete, und in seinem Namen, d. h. im Namen des wahren Gesammtwillens, befeh lend oder verbreitend, überhaupt wollend sich erkläre. Diese beiden Organe, das natürliche und das künstliche, sind hiernach jeder Gesellschaft, zumal je= der Staats- Gesellschaft nothwendig, um durch Busammenwirkung und Entgegenwirkung die Richtung des wahren Gesammtwillens mit möglichster Zuverlässigkeit zur Erscheinung zu bringen; und in der Hervorrufung oder Bildung solcher Organe, wie in der Re ganze u Das wahren theils unt findige des offent das fun Die erkla türlichen Faller lich fü weder des no Alles i zur St ST ein tiv NE ter Un fid ti be gr ſch ab verkünden ng der Wal De som Ge Der Gerichttafine Me tige iber Stian oder Walau tankenber der Berfile ein Punk bem Maage eines Bol trete, 6.5. inung bes erfeit feis em nemlid Schilflichkeit ganz an em Namen, end, befele fich erkläre e und das zumal je um burd die Rie möglichfie em; und in Organ, wie 213 in der Regulirung ihres Wechselwirkens, besteht die ganze Aufgabe einer guten Verfassung. Das Prinzip der vollesten Entfesselung des wahren Gesammtwillens, und mithin des Urtheils und der zahlenden Stimmen aller Ver= ständigen, ist hiernach das wahre Palladium des öffentlichen Rechts. Alles ist ungerecht, was das künstliche Organ des Gesammtwillens gegen die erklärte oder erkennbare Richtung des natürlichen vornimmt; es sey denn in den Fällen, wo gleichfalls juristisch- erkennbar( nåmlich für die Verständigen erweislich) entweder eine Unfähigkeit oder Unlauterkeit des natürlichen Organs vorhanden ist*). Alles ist ungerecht, was das künstliche Organ zur Stimmung oder Verfälschung der dem naWir heben diese Worte groß gedruckt hier hervor, weil ein solcher Fall in der neuesten Geschichte des Repräsentativ Systems eingetreten, nämlich in dem Verhältniß der Niederländischen Regierung einem Theil ih= res Volks gegenüber. Wenn jemals Unfähigkeit oder Unlauterkeit des natürlichen Organs des Gesammtwillens sich eingestellt hat, so müssen wir hier es annehmen, wo die Leidenschaften zweier, mit den Interessen des Ge= sammtwillens in unversöhnbarem Kampfe stehenden Faktionen, verbunden mit einer dritten, die Rechte des na= türlichen Organs zum eigenen Nachtheil desselben übertreibenden, vereinigt, die Gesellschaft in ihrer Wurzel angegriffen, alle Begriffe verwirrt und alle Prinzipien er schüttert haben. 214 türlichen zustehenden Willenserklärung unternimmt, oder zur Minderung der politischen Entwickelung des Volkes( d. h. Verlängerung seiner Unmündigkeit, nach Einsicht und Charakter)*). Der Verf. huldigt dem Monarchischen Prinzip, ist aber der Aristokratie entschiedener Gegner; auch bestimmt er jenes Prinzip dahin: 1) der Monarch ist heilig, unverletzlich, unverantwortlich, in der durch die Konstitution ihm überlassenen Gewaltsphäre Autokrat und inappellabel; 2) aber diese Gewaltsphäre ist beschränkt durch Grundgesetze( ob geschriebene oder ungeschriebene, doch jedenfalls an= erkannte) und durch unantastbares Volks- und Unterthanen Recht**). = Nur i tifden Unterthane nigt. Die welde etm bei der wi weifel um Madthabe barf: fie Berpflicht fich bered Der Urtheils genber *) Dieses ist durchaus sehr richtig; nur wird die Frage außerordentlich schwer gelöst: wann die Mündigkeit eigentlich eingetreten? Es ist auch eine schwere Verant wortlichkeit, das Kind freizugeben, ehe es ganz sich selber leiten kann. Die Belgier glaubten längst als eine kon= stitutionellfreie und selbständige Nation auftreten zu kön= nen, und der Erfolg bewies das Gegentheil und recht: fertigte die Ansicht derer, welche noch eine Zeitlang mit ihrer Erziehung( d. h. mit Bildung ihrer Einsicht und ihres Charakters) sich befassen, und die Verführer und Verfälscher der Lauterkeit und Fähigkeit des natürlichen Organs des Gesammtwillens, d. h. Priester und Aristokraten, fernhalten wollten. **) Man hat, in Bezug auf die Niederlande, viele Mühe sich gegeben, die faktische Anwendung dieses Axioms zu verdrehen und zu verfälschen. Die Grundgeseze enthalten es ausdrücklich, schweigen aber von der Verantwortlichkeit der 9 gefes tante enth fu he B ha bet geg Me bu rung unte litigen G ingerung f und Chara den Prin bener Gegner; 1) ber Me ntwortlich, in enen Gemalt ber tiefe Ge bgelege( ch benfalls an die Frage bigkeit e Dere Berant fich felber als eine fon ten zu fin und ret Beitlang mit nfight und führer und natürlichen und Krifte tele Wife fi iams ja ber enthalten es 215 - Nur in solcher konstitutionellen, also prak= tischen Beschränkung ist eine Garantie für die Unterthanenrechte zu finden; in bloßen Lehrsåsen nicht. Die meisten der letztern sind bloße Formeln, welche etwa in abstracto als wahr anzuerkennen, bei der wirklichen Anwendung aber allzuleicht dem Zweifel unterliegend sind. Sie geben daher dem Machthaber zu viel, wenn er vollgültig fie deuten darf; sie nehmen ihm dagegen zu viel, wenn der zu Verpflichtende( desselben Unterthan) sie zu deuten fich berechtigt glaubt*). Der einzige, etwa noch zur Bestimmung des Urtheils dienende theoretische Grundsah würde folgender seyn: der Minister; dies ist das Eigenthümliche jener Grundgesetze, welche übrigens vom Könige und den Repräsentanten der Nation gemeinsam entworfen worden. Sie enthalten aber dafür, was auf eines hinausläuft, die Ver: fügung, daß die Minister für jede während ihrer Amtszeit gegen die Geseze begangene Handlung vor dem ho hen Gerichtshofe belangt werden können, und die Gene: ral- Staaten darüber zu entscheiden haben, ob eine solche Belangung Statt finden könne, oder nicht. In Frankreich hat man mit seltsamen Widerspruch den für heilig, unverlegbar und unirrbar erklärten König für Verbrechen gegen die Nation, durch Absehung seiner Person und seiner Nachkommen gestraft, und nun will man die Minister doch noch extra hinrichten. *) Jedermann wird hier erkennen, wie sehr der Verf. von jenen Theoretikern entfernt sey, welche einem überspannten, in der Ausführung zu den heillosesten Widersprüchen, leitenden und unglück stiftenden demokr. Systeme anhangen; welche die Monarchie blos zu einer Puppe herabwürdigen, und den Staat täglich zu einer Arena wil 216 .Das Kriterium der Rechtmäßigkeit einer Verordnung oder Gewaltsübung ist das Urtheil der Verständigen: es sey das Verordnete dem mit Vernunft zu vermuthenden oder vorauszusetzenden Gesammtwillen gemäß, d. h. es lasse sich annehmen: die Mehrzahl der verständigen Bürger, in ihrer Eigenschaft als Staatsglieder, würde dem Verordneten beistimmen, wenn sie rein in solcher Eigenschaft, also mit Lauterkeit der Gesinnung und ohne Befangenheit durch Privatinteresse, stimmten*); aber weit zuverlässiger, als solche Vermuthung, ist jedenfalls die Wahr= heit, d. h. die wirklich vorliegende Willenserklärung der mündigen Volksglieder, oder ihrer freigewählten Repräsentanten.<< Die Durchführung dieser wenigen einfachen Grundsåze macht den Charakter auch aller einzelnen Staatsdisziplinen, so wie der allgemeinen aus. Neu und eigenthümlich, und wohl der größten Aufmerksamkeit werth, ist der von dem Verf. aufgestellte enzyklopåpädische Ueberblick sämmtlicher Staatswissenschaften, welchen die im zweiten Bande mitgetheilte Tabelle enthält. der Parteiung und Parteianfoderungen verwandeln möch= ten, auf der der Pfiffigste oder der Stärkste Meister werden soll, und wirklich es auch wird. *) An ein solches Urtheil dürfte die Niederländische Regierung mit dem besten Vertrauen appelliren. Die Leidenschaft im Innern, die Befangenheit von Außen haben es in der Gegenwart unmöglich gemacht; aber bei der Nachwelt wird dieses Urtheil zu ihren Gunsten sich ausspre: chen, wenn die Ereignisse und die Parteien ganz sich entwickelt, und in ihrer Wahrheit und Nacktheit dargethan haben werden. tes, mit Klarheit Kenntniß und der fern und E Punkte ver fidh ausdr oft macht fit, wie wendung Wahrhei europai ber Erfa Gefühl Ger für die Heil be den Bi Ansicht hier m der R dem fo tete ni baroff ren N gedieg 1830 alfo an feit einer Be Urtheil bnete dem mit zulegenden Ge annetmen: bi in ihrer Eigen Berbneten bei angenheit durch it zuvertåfiger, bie Wahr de Willenser ihrer frei chen Grunt men Staats Neu und merkjamfeit engpflopá fenichaften eilte Tabelle ambeln mode Meifter wer Die Regie Die Leiden en haben es bei der Nach fidh ausfpre ganz fich ents Jeit bargethan 217 Was Rotteck in diesen drei Bånden seines Wertes, mit Schärfe und Konsequenz, Tiefsinn und Klarheit niedergelegt, ist gewiß das Glaubensbekenntniß aller Freunde der staatsrechtlichen Kultur und der reinmenschlichen Entwickelung bei Volkern und Einzelnen, wenn man auch über manche Punkte verschieden denken, oder vielmehr verschieden sich ausdrücken könnte. Aber die Leidenschaften sind oft mächtiger, als die Grundsätze; und die Sophistik, wie der Despotismus, wissen sie in der Anwendung so zu deuten und zu fälschen, daß die Wahrheit Lüge, und die Lüge Wahrheit scheint. Die europäischen Volker werden noch manche Schule herber Erfahrungen durchlaufen müssen, bis sie zu dem Gefühl gemeinsam sich vereinigen: Gerechtigkeit in Allem und für Alle, für die da oben, wie für die da unten! Heil der Freiheit und der Monarchie! Tod den Parteien! Vielleicht ist es nicht unzweckmäßig, auch die Ansicht eines Dritten, über Rottecks Vernunftrecht, hier mitzutheilen, und zwar eines Mannes, der in der Regel wenig zu schmeicheln versteht, und bei dem solches für eine edle Tugend gelten würde, lei= tete nicht so oft die Sucht zu glänzen und durch barokke, oft allzu harte Urtheile sich einen furchtba= ren Namen zu machen, die sonst so geistreiche und gediegene Feder. Wolfg. Menzel nämlich, im Lit. Blatt von 1830( Nr. 60.), drückt über das fragliche Werk sich also aus: » Der ganze politische Streit der neuern Zeit 218 läßt sich zurückführen auf den Streit dessen, was ist, mit dem, was seyn sollte. Die Staatseinrichtungen, die Gesetze, die unsere Vorfahren uns hinterlassen, sind vielleicht, wenigstens zum Theil, unvernünftig und also nach dem Vernunftrecht auch unrecht; wenn wir sie aber ändern, wird offenbarder Besitzstand gestört, und den Einzelnen, die dar= unter zu leiden haben, geschieht, nach dem historischen Recht, wiederum Unrecht. Nun streitet man sich, welches Recht gelten soll? to » Ohne Zweifel giebt es auch ein politisches Gewissen, dessen Stimme sich so wenig, wie die des moralische, ganz übertäuben läßt, und dieses Gewissen sagt uns: die Vernunft hat immer Recht, und Recht ist nur das Vernünftige. Allein man folgt der Stimme des Gewissens nicht, weil man dann Interessen und Vortheile aufgeben müßte, von de= nen sich zu trennen man nicht das Herz hat; und um das Gewissen zu beschwichtigen, sucht man nach Gegengründen, welche das strenge Gebot der Vernunft entkräften sollen. Der triftigste Grund, durch den sich das historische Recht, gegenüber dem Vernunftrechte, von jeher in heiligem Ansehn zu erhalten gewußt hat, ist die Rechtmäßigkeit eines verjährten Besisstandes. Allein wie sehr auch dieser Grundsatz im praktischen Leben gilt, so reicht er doch in keinem Falle für die Theorie aus; denn Jeder fühlt, daß der zufällige augenblickliche Besikstand kein Grund sein kann, die Einführung des ewigen Vernunftrechts zu verhindern, und daß nicht dieses ewige Recht, und mit ihm das Interesse aller kommenden Generationen, dem augenblicklichen Vortheil einer G umgekehrt gefchehen gefchehe, digern des haben fich und unwil mußte fru anfangs t Recht ba Frage zum leidter pofition Unvernum daß die Extrem nunftred im Gam Gott in als de tert, zen G bebaue in be nun c wiede tiven lofoph hervor it beffen, Staateini fahren und zum Theil, w unftet auf , mich offenbe lim, bie ba dem hiſtoriſchen politibes Ge 4, mie tie t biefes Gemi Redt, in man folg Iman bann te, von de hat; und ht man nach bot der Ver Grund, burdh er dem Ber zu erhalten es verjährten Ter Grunblat boch in bei Jeber fühlt and fein ewigen Ben nicht bikes e aller fom Then Bortheil 219 einer Generation aufgeopfert werden muß, sondern umgekehrt. Der Sah, daß Allen für immer Unrecht geschehen solle, damit Wenigen einmal nicht Unrecht geschehe, ist zu unlogisch, als daß er den Vertheidigern des historischen Rechts genügen könnte. Sie haben sich daher genöthigt gesehn, noch triftigere und unwiderleglichere Gründe zu suchen. Dazu Man nannte mußte früher die Religion dienen. - anfangs das alte, nachher überhaupt das bestehende Recht das göttliche, und machte eine rein politische Frage zu einer theologischen, um sich die Antwort leichter zu machen. Fortan ward jede politische Opposition auch ein Sakrilegium, und indem man die Unvernunft vergötterte, verstand es sich von selbst, daß die Vernunft der Teufel sey. Allein dieses Extrem hat nur dahin geführt, die Sache des Vernunftrechts zu fördern; denn die Menschen blieben im Ganzen vernünftig genug, um einzusehn, daß Gott so wenig etwas mit dem positiven Unrecht, als der Teufel mit der Vernunft zu schaffen hatte. Im Gegentheil wurde nun die Vernunft vergöttert, und alle ehrwürdigen Erscheinungen der ganzen Geschichte wurden, als dem Ideal des Vernunftstaates noch nicht entsprechend, verlacht oder bedauert.< » Dieses zweite Extrem, das am entscheidendsten in der französischen Nevolution zu Tage kam, führte nun auch seinerseits, in der natürlichen Rückwirkung, wieder zu einer kräftigern Vertheidigung des posttiven Rechts, und aus der Schellingschen naturphilosophischen Schule ging eine ganz neue Ansicht hervor, die auch außerhalb der Schule auf die An 220 sichten der Politiker, Juristen und Geschichtsforscher einen großen Einfluß erhielt. » « Nach dieser Ansicht ist die Geschichte, wie die Natur, ein organisches Ganze, das nach bestimmten Gesetzen seine Lebensperioden erfüllt, und in der Art, wie sich Völker und Staaten bilden, herrscht so wenig Willkühr oder Zufall, als in den Bildungen der drei Naturreiche. Daraus folgt nun auch, daß jedes Volk und jede Zeit, wie in Sprache, Tracht, Sitten, Glauben und Handeln, so auch im Recht etwas Eigenthümliches hat, das ihrer Gesammterscheinung entspricht, zum Ganzen ihrer Bildungssphäre gehört, und somit als etwas Natürliches unter diesen bestimmten Verhältnissen und Umstånden nicht nur gerechtfertigt, sondern sogar als etwas Schönes anerkannt werden muß, wie sehr es auch unfern heutigen Begriffen und Bedürfnissen widersprechen mag. Es scheint nach dieser Ansicht thöricht, den Paria oder den Fakir, den Spartaner oder den Perser den Mönch oder den Leibeigenen zu bekla= gen, da und weil diese Menschen sich selbst über die Unvernunft ihres Gesetzes nicht beklagten, es vielmehr für sehr vernünftig hielten, da ihre ganze Denkweise, der ganze Lebenskreis, in dem sie sich bewegten, von dem unsern gänzlich verschieden war, so sehr, daß sie vielleicht das, was wir Vernunft und Glück nennen, für Unvernunft und Unglück gehalten haben würden. In jedem Fall aber spricht sich in den Erscheinungen der Geschichte ein tiefes und heiliges Naturgesetz aus, das verläugnen oder verspotten zu wollen keineswegs vernünftig seyn kann. Das vielgestaltige Leben gewährt auf jeder seiner Stufen ehrlich Wachfen fchritt zum Reife we Reife me Herr tritt vielm entgegen, gegen da fagt: es weil es ftorifde einftimm gar nid Herr vo diefem C dammt, night ib night Kraft, nen, midt a nünftig als for ches et Erfen fchicht fenhei die marts = mach beſtimmte t, and in t bilben, berri in den Bilbur wie in Sprache, daß ihrer Ge gen ihrer B und Umfie gar als etwas fehr es aud niffen wider fight thoricht, ju mer oder den nen zu befla elbft liber bie ten, es biel ihre ganze dem fie fich hieben war, ir Bernunft Unglück ge aber fori te ein tigh läugnen ober tig few fam jeber feiner 221 Stufen den Menschen die Fähigkeit, glücklich und ehrlich zu seyn, und wenn sein Fortschreiten und Wachsen in der Geschichte allerdings durch den Fortschritt zur Vernunft bedingt scheint, so ist doch die Reise weit weniger des Ziels, als das Ziel der Neise wegen da.« » Herr von Rotteck theilt diese Ansicht nicht; er tritt vielmehr ihr, so wie allen andern Ansichten, entgegen, durch welche man das historische Recht gegen das Vernunftrecht zu vertheidigen pflegt. Er sagt: es giebt nur Ein Recht, das vernünftige, und weil es nur dieses Eine giebt, ist jedes andere hi= storische oder positive Recht, das nicht damit übereinstimmt, Unrecht. Dies ist so evident, daß sich gar nicht dagegen streiten läßt; nur scheint mir Herr von Rotteck zu weit zu gehn, wenn er, von diesem Grundsatze aus, auch rückwärts alles verdammt, was in der Vorzeit mit dem Vernunftrechte nicht übereingestimmt hat. Kein Recht, und auch nicht das Vernunftrecht selbst, hat rückwirkende Kraft, und was wir heute zum ersten Mal erkennen, dessen Nichterkenntniß dürfen wir der Vorzeit nicht zum Vorwurf machen. So wie das Vernünftige selbst erst dann vernünftig wird, wenn es als solches erkannt wird, so auch das Recht; und es giebt auch kein Unrecht eher, als bis es als folches erkannt wird. Freuen wir uns unsrer bessern Erkenntniß, aber trauen wir dem Zeugniß der Geschichte, daß die Vorzeit, bei ihrer naiven Unwissenheit, nicht unglücklich war; und indem wir die Vorsehung loben, daß sie uns so weit vor= wärts geführt hat, tadeln wir sie nicht, daß unsere 222 Båter so viel des Weges noch nicht zurückgelegt hatten.« » Wie nun aber das Unrecht erst dann Unrecht wird, wenn es als solches erkannt wird, so ist es auch unmöglich, es dann noch rechtfertigen zu wollen; und dies ist der Punkt, wo Rottecks gründ= liche Erörterung und warme Beredsamkeit den entschiedenen Sieg erringt. Ist er auch gegen die Ansicht, welche das Vergangene billig und mehr ästhetisch, als politisch, beurtheilt wissen will, ein wenig zu streng, so kann und darf er doch nicht streng genug seyn gegen die verlogene Partei, welche das heut erkannte und bewiesene Unrecht noch immer damit zu entschuldigen sucht, daß die Vergangenheit es einmal für Recht ansah. Klar, wie die Wahrheit selbst, und warm, wie es die Liebe zur Wahrheit immer seyn soll, bekämpft der wackere Rotteck die Sophisten, die mit scheinheiliger Bosheit oder in Folge der Drehkrankheit, welche die Philosophen nicht minder oft als die Schafe befällt, die einfachste Wahrheit zu verwickeln oder zu verdunkeln trachten. Besonders kraftig spricht er gegen eine gewisse Renommisterei, die mit dem Schrecklichen und Empörenden spielt, als wären es Kleinigkeiten, die Affektation friedsamer Professoren, die auf dem Katheder sich pikiren, kleine Nero's oder Napoleons zu spielen, weil das Grausame zuweilen wie genial aussieht. Für etwas Schlimmeres, als eine Renommisterei, wage ich es wenigstens nicht zu halten, wenn unser berühmter Jurist Hugo die Sklaverei vertheidigt, weil es 1) von jeher Sklaven gegeben hat, weil 2) in vielen Staaten die Sklaverei posi- gegen tives Re gefüttert haben. Gravion haben, d diefen Am des beribe nießen, der aber dari fein Gen Genuß! Plantag Recht fens in um den eine Art man all die Gel Die Ge wenig und Millen tritt, tijdje C oder di abuit ruf es Ibee lich vo nichts midt grid with, so if redfertigen Rotteds grin famkeit den ent agen bie n will, ein wenig mod night f tei, welde b tnod Bergangenheit wie die Bahe e zur Wahr adere Rotted Bosheit ober Philofophen , die einfach unfeln trad eine gewiffe en und Gm ten- gegen die auf dem Napoleons wie genial 13 eine Re cht zu halten Die Glowi laven gegeben Elleri pof 223 tives Recht ist, weil 3) die Sklaven vom Herrn gefüttert werden und keine Staatslasten zu tragen haben. Wäre Herr Hugo nicht auf seine originelle Grausamkeit so eitel, so würde er vielleicht bemerkt haben, daß er etwas sehr Dummes gesagt hat. Zu diesen Renommistereien gehört auch der Ausspruch des berühmten Steffens: der Adel ist nur zum Genießen, der Bauernstand nur zum Arbeiten geboren; aber darin liegt kein Unrecht, denn dem Adel ist sein Genuß Arbeit, und dem Bauer seine Arbeit Genuß! Herr Hugo sollte von Rechts wegen in einer Plantage auf Jamaika angestellt werden, um das Recht der Sklaverei zu genießen, und Herr Stef= fens in einem Dorfe, wo Leibeigenschaft herrscht, um den Genuß des Bauern zu schmecken. Doch, es ist den Herren nicht Ernst. Das Katheder ist eine Art von Theater, und auf dem Theater darf man allerlei schwatzen.- Es scheint indeß doch, die Gelehrten sollten ihre Ehre darin suchen, eben die Gerechtigkeit, die in Prari so oft verletzt wird, wenigstens in der Theorie zu retten. Der Held und Staatsmann, der tyrannisch Alles nur seinem Willen unterwirft, und die Gerechtigkeit mit Füßen tritt, kann noch entschuldigt werden, sofern gebieterische Ereignisse seinen Terrorismus herbeiführten, oder die Größe seiner Thaten aus Bewunderung abnöthigt. Den Gelehrten aber, dessen heiliger Beruf es ist, die Gerechtigkeit auch dann noch in der Idee zu bewahren, wenn sie aus dem Leben ganzlich verschwunden wäre, den Gelehrten entschuldigt nichts, wenn er sich erniedrigt, der theoretische Affe 224 praktischer Tyrannen zu seyn. Wenn die Weisheit subaltern wird, wird sie allemal Thorheit.« » Herr von Rotteck beweist, daß es ein Ver nunftrecht giebt, d. h. eine gewisse Anzahl von Rechtsregeln, die so unwidersprechlich sind, wie die mathematischen Regeln des Euklid, und die dem positiven Rechte nothwendig zu Grunde liegen můs sen, wenn dasselbe nicht unvernünftig seyn soll. Er leitet diese Regeln nicht aus der Religion, auch nicht aus der Moral ab. Er braucht dafür keinerlei fremde Sanktion. Er leitet sie ganz einfach aus der Sache selbst ab. Giebt es, so schließt er, giebt es überhaupt Rechtsverhältnisse, so giebt es auch darin, nach streng geometrischer Regel, gewisse richtige Proportionen, auf die alles Recht zurückgeführt werden kann, und eine Menge möglicher Dispro portionen, in welchen alles wirkliche Unrecht besteht. Die richtige Proportion besteht einfach in dem Gleichgewichte der wechselseitigen Rechte, die Disproportion im Uebergewichte auf der einen oder andern Seite. Nur so ist eine Wissenschaft des Rechts möglich; denn låge dem Recht nicht diese absolute Vernünftigkeit und mathematische Gewißheit zu Grunde, so könnte es nie zur Wissenschaft erhoben werden, könnte es immer nur ein Aggregat von zufälligen und willkührlichen Rechtsbestimmungen seyn, wie sie aus dem sich hundertfach widerstreitenden Interesse der mit einander in der Herrschaft abwechselnden Parteien, nicht aber, wie sie aus der Natur der Sache selbst hervorgehn. Eine solche Wissenschaft des absoluten Rechts muß es aber geben, sollte sie auch immer nur Gegenstand der - Unterfud praftig Herr m ihre rege immer in follten. In f fannte gum erf fo einfa zulást. in ein mit ein ben un Begriffe gern ver Trennu fchen T werth, hangig Einwu jeher nehme daß es Die ebe aber f nen C bung Giner Under Auf d en bie Bei horfeit ma el cin Be mije al find, wie di , und die den unde liegen mi ig figa foll Gr Religion, auch ht dafür keinerlei ang cintah lieft er, git giebt es d , gewiffe rid St zurückgefüh licher Dispros recht beffebt. fach in dem te, die Dis inen oder an Biffenfchaft Recht night hematische Ge zur Bifen mer nur ein idhen Rechte bunbertiah ander in der t aber, wie Toorgefa Gine 3 muß es aber Begenfant ber 225 Untersuchung für die Gelehrten bleiben, und nie zur praktischen Anwendung übergehn. Mehr will auch Herr von Rotteck nicht; er will die reine Mathe= matik des Rechts kritisch retten und sichten, ob auch ihre regelmäßigen Linien sich in der Wirklichkeit immer in die Schönheitslinien des Unrechts verziehn follten... . In seinen Lehren finden wir meistens alte Bes kannte wieder. Das Vernunftrecht wird heute nicht zum ersten Mal erkannt, und ist seiner Natur nach so einfach, daß es wenig verschiedene Auslegungen zuläßt. Einige Lehren aber hat Herr von Rotteck in ein neues und schärferes Licht gesetzt, indem er mit einer, Manchem vielleicht übertrieben scheinenden und doch sehr nothwendigen Genauigkeit die Begriffe spaltet, und das scheidet, was man bisher gern verwechselt hat. So ist durchgängig seine scharfe Trennung des Rechts von der Pflicht, des juridischen Dürfens vom moralischen Sollen, beherzigenswerth, weil sie die politische Frage völlig unabhängig macht von der moralischen, also auch dem Einwurf begegnet, den man dem Vernunftrecht von jeher gemacht hat, daß es nämlich die Menschen nehme, wie sie seyn sollen, und nicht, wie sie sind, daß es ideale und tugendhafte Menschen vorausseße, die eben niemals eristiren würden. Das Recht ist aber so unabhängig von der Moral, daß es auf einen Staat von Bosewichten eben so seine Anwendung findet, wie auf einen Staat von Weisen. Die Einen mögen den Grundsatz öfter verletzen, als die Andern, aber der Grundsatz bleibt ein und derselbe. Auf diesen Punkt muß man aufmerksam machen, 15 226 denn es ist der, welcher die Rottecksche Lehre von den philanthropischen Träumereien der frühern Ideologen unterscheidet, und ihr, neben ihrer Würde, auch noch das Ansehn von Solidität und wissenschaftlicher Nüchternheit giebt, was man im Gegen= sah gegen die poetischen Ausbrüche eines humanen Enthusiasmus als das Kriterium der gesunden Vernunft ansieht und anzusehn auch wohl berechtigt ist. -Man wird denselben scharfen Unterscheidungsgeist und dieselbe Besonnenheit auf allen Seiten des Werkes wieder finden. Hier kann es unsre Absicht nur seyn, seine Tendenz im Ganzen zu charakterifiren; in die nähere Ausführung einzugehn, würde uns zu weit führen. Wir preisen Herrn von Rotteck glücklich, und rechnen es ihm zur großen Ehre, daß er sich von den Sophismen und von dem Hochmuth der modernen Schulen nie hat verführen lassen, daß er unter den neuen Freunden der Lüge ein alter Freund der Wahrheit geblieben ist, daß er es in einer Zeit, wo Alles nur Geist zu haben trachtet, nicht verschmäht, noch eine Gesinnung zu haben.« In dem» Handbuche des Vernunftrechts u. s. w.« hat Rotteck den Handschuh so rustig mehr als einem berühmten Gegner hingeworfen, daß er zu ernsten Schlachten sich wohl gefaßt halten muß. Wir zweifeln nicht an glänzenden Siegen, obgleich auch manch Einzelnes von seiner Theorie uns nicht ganz haltbar, und mancher Angriff zu hart scheinen dürfte. Persönlichkeit hat ihn nie verführt, denn er verkündete selbst bei jeder Gelegenheit den Preis eines genialen philosophischen Rechtslehrers, dessen Ansich= ten und und fort nung be vorlaufig Urtheil g ein enfer Beit allert ferer 3e fie genam Sie bat blidt, an bere ganze Haupt rei im eid unte more u und be ligion. und d der B ner vo Todten bertrid 2belfo Orifla Anard in ben ben. de Sch frühem ihrer Birt it und wi man im Geg eines humanes gefunden Be berechtigt if. fcheidungsgei Seiten be unfre bit για καταδικά gefn, wit rn von Rot großen Ga bbon, bem at verführen en der Lüge ist, daß er zu haber Sefinnung zu ditum. r als einem zu erften Bir zwei gleid aud nicht gan einen durfte Denn er ber Preis eines fict Mafich 227 ten und Behauptungen er mit Feuer bekämpft hatte und fortbekämpft. Auf jeden Fall ist die Erscheinung des ganzen von ihm entwickelten Systems vorläufig noch abzuwarten, ehe ein entscheidendes Urtheil gefällt werde. Aus dem Bisherigen spricht ein ernster Geist der Wahrheit und der ganze Feuers muth seiner Seele. Das Gelieferte ist in unserer Beit allerdings ein événement; wir sagen in un= serer Zeit; ob sie so ganz die große sey, wie er sie genannt, wird das nächste Jahrzehend beweisen. Sie hat das Schlechteste neben dem Edelsten er= blickt, ja sie ist im Schlechten riesig gewesen, und an beredten Berfechtern hat es nie gefehlt. Sie hat ganze Völker abgeschlachtet für ein sogenanntes Hauptprinzip des Völkerlebens; sie hat die Barba= rei im Namen der Zivilisation beschützt, den Meineid unter dem Banner der Treue, den Meuchelmord unter der Firma der Moral, den Atheismus und den Fanatismus mit dem Taufschein der Religion. Sie hat den Sultan in Schuh genommen und den Don Miguel tolerirt. Sie hat den Ver rath Karls X. gegen sein Volk verdammt, und den der Belgier gegen Wilhelm I. gutgeheißen. Månner von Talent und Genie haben Beides an die Todtengråber der Freiheit vermäkelt, und die Niederträchtigkeit durch glänzende Sophistik in den Adelstand erhoben. Führer des Volks haben die Oriflamme der Freiheit mit den Emblemen der Anarchie, und den Meineid und den Fanatismus in den Dienst der jungfräulichen Göttin angeworben. Eine solche Zeit erfodert Männer wie Rotteck zur Vertheidigung des bedrohten Heiligthums; aber 15* 228 die Irrlehren werden noch lange siegen, und die Worte des zürnenden Sångers noch lange ihre Kraft behaupten: Aus dem Gespräche verschwindet die Wahrheit, Glauben und Trene Aus dem Leben; es lügt selbst auf der Lippe der Schwur. Feil ist in der geschändeten Brust der Gedanke, die Liebe Wirft des freien Gefühls göttlichen Adel hinweg. Deiner heiligen Zeichen, o Wahrheit, hat der Betrug sich Angemaßt, der Natur köstlichste Stimmen entweiht, Die das bedürftige Herz in der Freude Drang sich erfindet; Kaum giebt wahres Gefühl noch durch Verstummen sich kund; Auf der Tribüne prahlet das Recht, in der Hütte die Eintracht; Des Gesetzes Gespenst steht vor der Könige Thron. An dem Allen sind Rechtslehrer wie Despoten, und Liberale wie Absolutisten schuld. Der Geist der wechselseitigen Lüge ist's, welcher den Verträgen die Seele, den Individuen das Vertrauen herausreißt. Dennoch ist an dem Siege des ewigen Rechts. nicht zu verzagen. Es bahnt sich Weg und Herrschaft durch alle Laster und Thorheiten der Parteien hindurch; es führt die Tyrannei in süßer Täuschung nur an desto grauenvollern Abgrund; es zeigt in dem Wahnsinn der Riesen, welche den Himmel stürmen, auf die sanften Bilder der Humanität und des Rechts hin, und läßt neben den Leichen der erschlagenen Edeln die Freiheit ihr göttliches Schwert sich gürten*). *) Diese vor einem Jahre bereits niedergeschriebenen Worte sollen jest mit doppeltem Rechte stehen bleiben. Lu politif den Vor gar bel erbitterte Mangel womit fin Bolte, ficherlich ift ein derjeni edlern Salu Metr entnom Partie geftritt gern und i für ten gege et al Berre den huldi und Derz ") gen, unb chlange i Meit, Glaufen ippe der Sho de, die Liebe hirmeg er Bet f entwe ng fich exfabet; Bertummen fid hütte die Ein Defpoten r Geift der trigen die Herausreißt. wigen Rechts und Her ber Parteien Sauffhung es zeigt in Simmel fire anitat unb then der er es Schwert riebenen Borte leiben 229 Aus allen vorhandenen Schriften Rottecks, den politischen, wie den historischen, wird man schwerlich den Vorwurf des reinen Demokratismus, oder gar des Jakobinismus erweisen, welchen einige erbitterte Gegner seines Systems und Wesens, beim Mangel an andern Waffen, auf ihn zu bringen, und womit sie ihn, bei dem Throne sowohl, als beim Bolke, anzuschwärzen versucht haben. Rotteck haßt sicherlich allen Jakobinismus aus Herzensgrund, und ist ein sehr aufrichtiger Monarchist, wiewohl mit derjenigen republikanischen Richtung, welche mit dem edlern Königthum sich gut verträgt, und welche er am Schlusse seiner Weltgeschichte so richtig bezeichnet hat. Mehr als Einmal hat der Verf. dieser, den» Zeitgenossen entnommenen Skizze mit seinem Freund über einzelne Partien der französischen Revolution gesprochen und gestritten, und Rotteck war nicht selten der ftrengern Meinung, da, wo Jener in den Umständen und in den Leidenschaften Gründe der Rechtfertigung für vielfach allzu grell beurtheilte Männer und Thaten fand. In Rotteck ist eine förmliche Abneigung gegen alle eigentliche Demoswirthschaft; darum ist er auch längere Zeit über einen Theil der Schweizerrepubliken, und zwar mit Recht, übel zu spre= chen gewesen; worin man ihm mit voller Seele huldigen muß*). Der überspannten Liberalen und Volksthümler in Teutschland hat Rotteck je= derzeit sich bestens erwehrt, und niemals ist aus *) Eine harte Stelle, welche in den» Zeitgenossen über den Charakter der Schweizerregierungen stand, muß jest, bei völlig veränderten Verhältnissen, hinwegfallen. 230 seinem Munde auch nur die leiseste Anregung zu unüberlegten Ideen und Schritten ergangen. Der Verf. weiß vielmehr aus eigener Erfahrung vom Gegentheil*). Es giebt mehr als einen Diplomaten in Teutschland, welcher an solchen Dingen gro Bern Antheil hatte, als Rotteck und manche seiner Freunde; und nicht selten sah man dieselben Leute, welche gewissen Ideen mehr oder minder mit zugeschworen, als Untersuchungsrichter über die andern. Das Schicksal übte mehr als eine köstliche Satyre bei diesen Anlässen aus, worüber vielleicht ein andermal mehr gesprochen werden wird. Alle auf Nottecks Rechnung in Umlauf gebrachte schlimme Gerüchte von geheimen Bündnissen, waren nichts weniger und mehr, denn Produkte jener unverschämten Schmeißfliegen der Gewalt, welche besonders im polizeilichen Klima ihr Daseyn erhalten, deren Lebensodem die Niederträchtigkeit und deren Metier die Späherei ist. " In den neuesten Seiten beschränkt sich Rottecks publizistische Wirksamkeit auf Beiträge zu mehrern der vorhandenen politisch- historischen Journale, wie z. B. die Jahrbücher« von Polis, welche( 1828 u. 1831) zwei gediegene Aufsätze: Grundlinien für ein natürliches Kirchenrecht 2c., und Ueber die verschiedenen Hauptrichtungen des juristischen Studiums; ein Wort für Staats= månner enthalten, sodann aber auf die Redaktion der Politischen Annalen«, welche, vom - ע *) Die Zeit dürfte auch noch kommen, wo darüber bündige Beweise mitgetheilt werden können. ebeln pa reidhen Lindn unter mm forger tereffe be ES nigt unn bon wel wegend herbin folgen über tus, welde ins& zum 3 Licht Hau Stell niffe denke ben aber fac end ten cine Drie niffe engung ergangen. De Erfahrung von einen Diplome en Dingen g mande lin diefelben Beute minder mit z ber die ander. flide Bay leicht ein Alle auf Rote Slimme Ge paren nights jener unver melde befons erhalten, und deren Rotteds mehrern ber , wie z. B. 28 u. 1831) für ein Weber bie es juri Staats uf die Re welde, bom riber bindige 231 edeln patriotischen Posselt, in des unternehmungsreichen Freiherrn von Cotta Berlag, begonnen, durch Lindner, Murhard, Heine u. 2. fortgesetzt, unter mannigfachen Wechseln der Zeit und der Beforger, immerfort ein reges und allgemeines Interesse behauptet hatten. Es ist für die politische Literatur Teutschlands nicht unwichtig, den Gesichtspunkt kennen zu lernen, von welchem aus dieses, bisher am freiesten sich be= wegende und am weitesten verbreitete Journal fernerhin ausgehen, und die Tendenz, welche es verfolgen will. Unser Freund Rotteck drückt sich darüber selbst also, in dem bekanntgemachten Prospektus, aus: » Die ,, Allgemeinen politischen Annalen", welche, nach einer kurzen Unterbrechung, jeht wieder ins Leben treten, haben sich nachstehende punkte zum Ziel ihres Strebens gesetzt: " » Sie sollen für's erste eine fortlaufende, möglichst vollständige Beitgeschichte seyn. Ihre Hauptaufgabe ist die gedrängte und getreue Darstellung aller merkwürdigen Erscheinungen, Verhältnisse und Bewegungen in der politischen Welt. Alle denkenden Menschen richten heute ihren theilnehmenden Blick auf den Gang der politischen Dinge; aber die Tageblatter, mit ihren zerrissenen, vielfach unzuverlässigen, sich bald widersprechenden, bald endlos wiederholenden Mittheilungen von Einzelhei= ten befriedigen das Bedürfniß nicht. Man verlangt einen Ueberblick des Ganzen, eine fortlaufende Orientirung in dem verwickelten Spiel der Ereig nisse, eine Einsicht in ihren allseitigen Zusammen 232 hang, in ihre verborgenern Gründe und in ihre Folgen." » Die Politischen Annalen werden streben, diesem Bedürfniß, nach Thunlichkeit, Genüge zu leisten. Gedrängtheit, zuverlässigkeit, und dabei die mög lichste Vollständigkeit der Darstellungen, wird ihr Gesetz seyn. Sie sollen dadurch allernächst zweierlei Klassen von Lesern nüßlich werden. Den jenigen nämlich, welchen weder Zeit, noch Gelegenheit, noch Eifer mangelte, die verschiedenen Tagesblåtter regelmäßig zu durchlesen, sollen sie eine, je nach Zeitabschnitten oder nach größern Schauplätzen geordnete, Uebersicht zur leichtern 3usammenfassung und zur Wiederholung geben: jenen aber, welchen Amts oder Berufsgeschäfte, oder andere, Gründe nicht erlauben, sich durch jene 3eitungslektüre in fortwährender Bekanntschaft mit den Tagesereignissen zu erhalten, sollen sie als befriedigender Ersatz dafür dienen, und ihnen die Kenntniß, wenigstens des Wichtigsten der Zeitgeschichte, die Ueberschauung des großen Weltlaufs, wie des Lebens der einzelnen Nationen, gewähren.« - - tung in befonben handla tiv: Niederla tendern land ein Net und Ga würdig Beitge ben, gefagt Freun fundi werden nicht g fortid bifte Inter Ser Que bew theils ein ein= ment mit » Das politische Leben der Staaten ist theils ein nach Außen gerichtetes in der Wechselwirkung mit andern Staaten bestehendes heimisches, die Gesetzgebung und Verwaltung, die Volks und Staatswirthschaft und, was zumal die konstitutionellen Staaten betrifft, auch die Wechselwirkung zwischen Regierung und Volk oder Volksrepräsentation umfassendes. Beide Seiten, welche ohnehin unter sich selbst in mannigfaltiger Verbindung stehen, sollen eine gleich sorgfältige Beleuch nete faffe in bint zahl als be und in ih freben, diefer mige ja leit dabei die mig ungen, with urb climit werben. Den , Geleg hiedenen Lage Wen fie cine, Shaplin ammenfafung aber, melde andere Grint ngsleftice it Tageeigne Digenter Gri 5, wenigstens Ueberschauung der einzelnen if theils ein felwirkung 3 ein ein Berwaltung, was zumal die Wech oder Bolk ten, welde ger Berbin ge Belenge 233 tung in unseren Annalen finden; und es wird insbesondere die kritische Geschichte der Ver handlungen nicht nur der großen Repräsenta= tiv Versammlungen in Frankreich und England, Niederland und Amerika, sondern auch der bedeutendern land ståndischen Kammern in Teutsch= land einen stehenden Artikel derselben bilden.« » Neben der fortwährenden Uebersicht des Großen und Ganzen werden wir auch den vorzüglich merkwürdigen oder den verborgenern Einzelheiten der Zeitgeschichte eine besondere Aufmerksamkeit zuwenden, und wir hoffen, theils durch die bereits zu= gefagte regelmäßige Mitwirkung vieler verehrten Freunde, theils durch gelegenheitliche Mittheilungen kundiger Korrespondenten in den Stand gesetzt zu werden, diese unsere doppelte Aufgabe, wenn auch nicht gleich beim Beginn, doch in einiger Zeit und fortschreitend befriedigender zu erfüllen.< - - » Der Hauptinhalt der Annalen wird hiernach historisch, und zwar nicht auf vorübergehendes Interesse berechnet, sondern einen dauernden Werth als treues Denkmal der Zeit, als reine Quelle für künftige Geschichtschreiber, als der Auf= bewahrung würdige Chronik in Anspruch neh mend seyn. In dieser letzten Eigenschaft werden sie mit den ,, neuesten Staatsakten," deren geord= nete Herausgabe den Annalen den für ihre vielumfassenden Darstellungen nothwendigen Raum gewährt, in fortwährender, sich wechselseitig ergänzender Ver bindung stehen, d. h. sie werden sich bei ihren Erzählungen auf jene Aftensammlung beziehen, ihnen als Kommentar, als Verbindungsmittel und Far 234 bengebung dienen, und hinwieder in denselben die nöthige Vervollständigung und Rechtfertigung ihrer eigenen Ansichten und Gemälde finden.<< » Auch doktrinelle Aufsätze, wissenschaftliche Abhandlungen über politische Gegenstände, welche das Interesse des Tages vorzüglich in Anspruch neh men, oder welche überhaupt von praktischer Bedeutung sind, werden von dem Zwecke unserer Annalen umschlossen. Doch sollen dergleichen Abhandlungen vom Schulstaube möglichst frei bleiben, und ge= drångte Gediegenheit ihr sorgfältig zu erstrebender Charakter seyn.<< сс » Unter der Rubrik: Miszellen endlich werden wir kleinere Mittheilungen und Aufsätze verschiedenen Inhalts, als vereinzelte Notizen, Anekdoten, Charakterzüge, Bemerkungen, Marimen u. s. w. sammeln, mitunter auch die Kritik merkwürdiger Erscheinungen in der politischen Literatur, wohl auch Uebersetzungen oder Auszüge aus gewichtigen Schriften des Tages geben.< » Die Annalen also, hoffen wir, sollen nicht farblos seyn; doch wird nicht eine Partei- Farbe sie bezeichnen. Sie werden weder weiß noch dreifarbig, weder ein ministerielles noch ein Oppositions- Blatt seyn, weder der äußersten Linken noch der Rechten angehören. Wahrheit ist ihre Losung, gesetzliche Freiheit und Recht ihr Ziel. Jeder, der aufrichtig dasselbe Ziel verfolgt, auf welcher Seite er stehe, er ist ihr Freund, und nur gegen Unlauterkeit oder Verkehrtheit werden sie den Krieg führen. Meinungsverschiedenheiten, in Beziehung auf Mittel und Wege- die Einbeit bes ehren, um und Win ners gefi Lehnen. zur Mieben fließenden werden da gen und gediegene men, it der Gem und der und der Der Freunden wohl wir den Anna Die Ho gen unfern feinen geben. Der bel Frankre fahen it Verschi ift in fchenre fitutio ettenner benfelben tfertigung in mieniaftid tinte, wel nspruch neh ider Beber ferer Kanalen Abhandlungen ben, und ge erfirebente blich werter vergiete Xnefooter twürdiger wohl auch en Schrif len nigt tei- Farbe noch breis in Eppofi nfen noch ihre Loihr Biel , auf wel und nur en fie ben beiten bie Gin 235 heit des Zieles also vorausgeseht - werden sie ehren, und den ehrlichen, offenen, mit Anstand und Würde und mit Achtung des ebenbürtigen Gegners geführten Kampf gegen dieselben nicht ab= lehnen. Sie bieten vielmehr ihre eigenen Blätter zur Niederlage aller aus redlicher Ueberzeugung fließenden Ansichten über politische Dinge dar; sie werden dankend jede Berichtigung ihrer Darstellun gen und Urtheile, auch freudig jede geistreiche und gediegene Offensive gegen ihre Grundsätze aufnehmen, überzeugt, daß im Streite der Meinungen der Gewinn immerdar auf Seite der Wahrheit, und der endliche Triumph auf Seite des Rechts und der Freiheit sey." Der Herausgeber, von geistreichen und wackeren Freunden unterstützt, hat bisher Wort gehalten, wiewohl wir nicht alle Ideen theilen können, welche in den Annalen aufgestellt und geltend gemacht worden. Die Hoffnungslosigkeit der Ansicht von der dermaligen Weltlage im Allgemeinen, und den Verhält nissen des teutschen Vaterlandes insbesondere, hat unsern Freund nicht selten allzu bitter gemacht, und seinen Zeichnungen ein allzu schwarzes Kolorit ge= geben. Ueber Charakter, Nechtstitel und Bedeutung der belgischen Revolution, über die künftige Rolle Frankreichs, und anderes der Art mehr, herrscht zwischen ihm und seinem Biographen auch vielfache Verschiedenheit des Urtheils. Nichts destoweniger ist in allem der glühend eifrige Anwalt der Menschenrechte, der unerschütterliche Verfechter der konstitutionellen Freiheit und der aufrichtige Patriot zu erkennen, und mehr als einmal muß sich das leb 236 hafteste Bedauern darüber einstellen, daß die Staatsweisheit unserer Kabinette so edle und reiche Kräfte. nicht in einem Wirkungskreise zu verwenden weiß, wo für sie selbst und das Vaterland ein nicht geringer Nutzen daraus sich erzeugen würde. Die neuesten Begebnisse, welche auf die neue Wahl und Wirksamkeit in den Badischen Kammern, eröffnet durch einen Fürsten, wie Großherzog Leo= pold, und unter den Auspizien eines Ministers, wie L. Winter, sich beziehn, gehören nicht mehr zu unserer Aufgabe. Des Freundes öffentliches Wirken liegt für uns da abgeschlossen, wo wir durch cigene Anschauung und Prüfung es kennen gelernt und verglichen. Möge ihm neben der Leuchte reicher Wissenschaft und warmer Begeisterung auch die der Mäßigung und der Nationalliebe fortleuchten, und das Ideal seines Strebens aus der eigenen Brust, wie bisher, und aus keinem fremden Tempel herüberleuchten. Dann wird das Vaterland eine neue vollgewichtige Schuld der Dankbarkeit mit Freuden an ihn und seine Freunde abtragen. Und gewiß wird der falsche Schein ihn nicht verführen, und der teutsche Sinn, unabhängig und kräftig durch sich selbst, sein einziger, sicherer Kompaß bleiben. Auch in kritischen Zeitschriften wirkte Rotteck als Publizist, durch Beurtheilung wichtiger Werke historischen, natur, staats- und Kirchenrechtlichen Inhalts, so z. B. von Saalfelds Allgemeiner Geschichte der neuern Zeit; der Streitschriften in Wessenbergs Handel; der Schrift des Freiherrn von Drais, über Preßfreiheit; jener Behrs, von den teutfchen und Red Hornthe liche Red lamb: fers philo Grieges: tadbrud eine für einen Ga chen Ben Kuszugs Ben weldem Griege Comite's libats: wenden und der weit fol dermal fchen d erhebent lififer, nen Ein Gemitt Den Ur fiasmu Gam lit. daß die Sta breide S verwenden wij wirde. en Raman Sherzog ines Minis ren night me fentliches Wi wo wir bund Fennen gelen Leuchte ni ung auch die fortleuchten ber eigenen fremben Baterland Dankbarkeit be abtragen a nicht ver hängig und eter Rome Rotted als Berte bifte tlichen S meiner Ge tfchriften in Des refer er Bebrs, 237 von den rechtlichen Grenzen der Einwirkung des teutschen Bundes auf Verfassung, Gesetzgebung und Rechtspflege der einzelnen Bundesglieder; der Hornthalschen Bearbeitung Cottu's, über peinliche Rechtspflege und den Geist der Gesetze in Eng= land; S. Erhards Grundlage der Ethik; Tror= Ters philosophischer Rechtslehre der Natur und des Gesetzes; endlich der Schriften über den Bücher= nachdruck. Jede dieser Rezensionen bildet zugleich eine für sich bestehende Abhandlung, und verschließt einen Schatz von gediegenen Ansichten und geistreichen Bemerkungen. Sie sind hier nicht wohl eines Auszugs fähig*). Von dem öffentlichen Leben unsers Freundes, welchem vielleicht auch noch die Theilnahme an der Griechensache, als Mitglied des philhellenischen Comité's zu Freiburg, und jene an der Anti- 36= libats- Uffåre, im Jahre 1828, beizufügen ist, wenden wir uns kurz noch zu dem Privatleben und den Privatbeziehungen desselben, in wie weit solche Gegenstände einer öffentlichen Andeutung dermal schon seyn können. Wir erblicken hier zwischen den Grundsäßen und den Handlungen eine erhebende Uebereinstimmung, und zwischen dem Politiker, Lehrer, Freund und Menschen einen so schö nen Einklang, daß wohl auch oft feindlich gestimmte Gemüther für einen Moment überrascht und durch den Anblick entwaffnet worden sind. Der Enthus siasmus ist wahrhaft und nicht angeborgt in der *) Sämmtliche finden sich im III. B. der verm. histor. polit. Schriften abgedruckt. 238 Brust dieses Mannes, und der Schmerz über df fentliches Unglück haus't mit derselben Stärke darin, und alle Begebnisse von Außen schlagen an die fein gestimmten Saiten entscheidend an. Die gesellschaftlichen Berührungen, wie nun, bei dem vorgeschrittenen Kulturgrad in Teutschland, mehr oder minder jeder Ort sie hat, gehören zu den Würzen erster Klasse des Privatlebens. Der lebensfrohe Süden hat an solchen Dingen natürlich mans ches vor dem ernstern, reflektirendern Norden voraus. Die Institute, welche den Mittelpunkt bilden, von der einfachsten Lesegesellschaft aufwärts, bis zum prachtvollen Museum, sind für humane, soziale und politische Ausbildung von unzuberechnendem Einfluß, und das Belehrende, Nützliche und Schöne vereinigt wirkt auf Veredlung des Geistes der männlichen und weiblichen Jugend gleich sehr, wie es anderseits über die lebenssatte Erfahrung des ernsten Mannes und der ruhig gewordenen Matrone noch eine milde Wärme und Heiterkeit zurückbringt. Für die Erhaltung solcher Institute, unter denen besonders das weitbekannte Museum zu Freis burg prangt, eine Gründung des Freiherrn von Drais, und kräftig gehalten und weiter gediehen durch die Sorge mancher wackern Männer, unter denen wir blos die Herren Freih. von Rheinach= Werth, Rotted selbst, Manz, von Kettenacker, Maier, Walser, Schindler, v. Hornthal, Sautier, v. Bayer u. s. w. anführen, bemühete sich Rotteck, mitten unter den wichtigs sten Berufs und literarischen Arbeiten, stets mit Eifer und Lust. Manche aristokratische Anmaaßungen einzelner nen St Reid 1817, w auffand, fo wie gr Widerfant glieber fü ermitite, eines eig benbeit focht ba und Be chen un lichen B gegen di Amnestie Bei den, hauses, als dan D als ein freulid worber fidh un bung fandes dmeny ibe en Stirte ba Schlagen an , wie n Der natirlid no Norben v telpunkt bille drts, bis me, fogiale mendem Gin und Shin Geiftes ber fehr, wie fahrung des men Matrone zurüďbringt. unter benen Freis Freiherrn von iter gebiehen ner, unter heinache Retten b. Horn anfilm ben wihtip , frets mit manfungen 239 einzelner Individuen und Koterien, aus verschiedenen Stånden, half er muthig bekämpfen. Reichliche Gelegenheit hierzu fand er im Jahre 1817, wo eine Partei im Schooße der Gesellschaft aufstand, und gegen alle konservatorischen Beschlüsse, so wie gegen nützliche Reformen, einen feindseligen Widerstand organisirte, die Harmonie der Mitglieder für längere Zeit störte, und ein Schisma erwirkte, besonders, als, über die Frage des Ankaufs eines eigenen großen Gebäudes mancherlei Verschie denheit der Ansichten sich kund gegeben. Rotteck verfocht das Gesammtinteresse mit großer Gewandtheit und Beharrlichkeit, wiewohl er mit mehrern geistreichen und schlimmen Gegnern es zu thun hatte, und es kam sowohl zu bitterm Schriftwechsel in öffentlichen Blättern, als zu Machtbeschlüssen der Mehrheit gegen die feindselige Minoritåt, welche jedoch zuletzt Amnestie suchte und erhielt. Bei der Besißnahme der sogenannten» Schne= den,« im Jahre 1817, als des neuen Gesellschaftshauses, gab es große Feierlichkeiten, welche Rotteck, als damaliger Präsident, mit folgender Rede eröffnete: » Hochverehrte Herren und Gönner! Theure Freunde und Gesellschaftsgenossen!* » Das Fest, welches wir heute feiern, ist in mehr als einer Beziehung für uns ein schönes und er freuliches Fest. Indem wir Besitz von dem neuer worbenen, eignen Gesellschaftshause nehmen, eröffnet sich uns die frohe Aussicht des durch solche Erwer bung auf dauernder Grundlage befestigten Fortbe standes, und des verbürgten Gedeihens unseres Ver 240 eins. In dieser erwünschten Verbesserung unserer gesellschaftlichen Verhältnisse sehen wir aber nicht et= wa eine bloße Gabe des Glücks, oder auswärtiger Gunst, sondern wir freuen uns derselben als des Werkes unserer eigenen Kraft, unseres Gemeinsinns, unseres festen Gesammtwillens. Und wenn wir in dem Kreise der heutigen Versammlung herumblicken, und sie verherrlicht sehen durch die Gegenwart so vieler edlen, hochverehrten treuen Freunde, so erscheint uns die Feier dieses Tages wie eine Erneuerung und innigere Knüpfung unseres geselligen Bundes, wie ein Fest der geprüften und herzlicher geschlossenen Freundschaft. Wenn mir gelånge, würdig von diesen drei Ansichten zu sprechen, so würden Sie wohl, Hochverehrte, theure Freunde, ein geneigtes und theilnehmendes Gehör dem Redner schenken. Aber meinen Kräften billig mißtrauend, wage ich es nicht, Ihre gütige Aufmerksamkeit für mehr als für die Betrachtung derjenigen unter den dreien in Anspruch zu nehmen, die mir vor den übrigen wichtig und anziehend scheint. Denn wir können uns nicht verhehlen, daß, beim Ueberblicken unseres freundschaftlichen Kreises, in die Freude über den neubefestigten Verein auch die Betrubniß über dessen Unvollständigkeit sich mischt. Wir haben die Entfernung, zum Theil wohl den bleibenden Verlust mehrerer geschätzten und geliebten Mitglieder zu bedauern, welche, durch Mißverständniß oder kläglichen Zusammenfluß der Umstände, zur Trennung gebracht, ja, was noch trauriger ist, zur Schließung eines andern Vereins bewogen worden, ber, als hangi Mißver feindeli fie felbf und wie tergefelli Hier ten Lag len 3m burch t fchafts vollstän weiteru lidfeit ren wir und gele let St uns ha weggru mocht, meinw chen B nothig chende fchaftlic Den ge feit empfu gefelli Freibu Bierde befferung unfer mir aber nift ber ausaini erfelben all Gemeinf menn mir it g berumblid Gegenmout unde, fo erist ne Grneu ligen Band Her gefloffen Diefen brei hl, Hochver und theilneh Aber meinen nicht, Ihre ir die Be in Anspruch wichtig und bag, beim es, in bie bie Be iht. Wir en bleiben ebten Mit verfiánba ger if, fur en morben 241 ver, als auf einer von ihrer Gesinnung unab= hängigen fremden Basis gebaut, selbst jenes Mißverständniß überleben, und auch alsdann noch feindselig wider unsern Bund dastehen wird, wenn sie selbst, die ihn geschlossen, erkennend zurückgekehrt und wieder aufgenommen seyn sollten in der Muttergesellschaft versöhnlichem Schooß.<< - - wer von » Hiervon nichts am heutigen der Freude geweihten Tage. Geeigneter möchte seyn, von den ed= len 3weden unseres Vereins und von den durch die Erwerbung eines eigenen Gesellschaftshauses begründeten Hoffnungen einer vollständigern Erreichung, einer fortschreitenden Erweiterung derselben zu sprechen. Aber die Vortrefflichkeit und die Gemeinnüßigkeit unserer Zwecke, ihren wirksamen Einfluß auf geistige Bildung, Kunst und geselligen Ton, auf freundliche Verbindung aller Stände und edlen Lebensgenuß uns håtte sie je verkannt, und welch anderer Beweggrund hat uns zum Ankaufe des Hauses ver= mocht, als die Ueberzeugung, daß unserem Gemeinwesen vor allem die feste Grundlage eines solchen Besitzes, oder die äußere Selbständigkeit nöthig sey, um sich auch eine dem Zwecke entspre= chende einheimische Gesetzgebung, dem gesellschaftlichen Leben die ungehemmte Thätigkeit, und den gesellschaftlichen Kräften die freie Regsam keit zu geben? Wir haben den patriotischen Wunsch empfunden, eine Anstalt, die, nach dem heutigen geselligen Zustand der teutschen Städte, unserem Freiburg nicht fehlen darf, zu einer würdigen Zierde desselben, zu einer Verkünderin, daß, was 16 242 gut und schön ist, hier nicht minder als anderswo geliebt werde, zu machen, und wir haben eine Hauptbedingung dazu nun glücklich hergestellt.<< » Doch nicht, was uns gelungen, sondern wie und wodurch es in Erfüllung gekommen, das ist, was mir am erfreulichsten und am kostbarsten daucht. Der kraftige Gesammtwille, der edle Gemein= geist dieses hier versammelten gesellschaftlichen Kreises hat es zu Stande gebracht, ohne früher ersparte, oder mit langer Hand vorbereitete Hülfsmittel, ohne glückliches Ohngefähr. Der Gesammtwille hat ausgesprochen, ein eignes Haus müsse der Gesellschaft werden, und, trotz der unerwartetsten Widerstrebungen und bedauernswürdiger Mißverständnisse- es ist ihr geworden. Der Gemeingeist der Glieder hat die Mittel des Kaufs herbeigeschafft, und für alles weiter Nöthige die Gewähr geleistet. Er, der Gemeingeist ist unser wahres aktives Gesellschaftskapital, die sichere Hypothek für unsere Verpflichtungen, die untrügliche Bürgschaft unseres fernern Gedeihens.« » Nicht in der Billigung dieses besondern Hauskaufs ist es, daß ich solchen Gemeingeist erkenne, nicht in dem Unterschreiben zu Aktien, nicht in dem thätigen Eifer gerade für dieses ganze vorgelegene Geschäft. Dies alles hätte auch aus persönlichen Beweggründen geschehen können. Ich erkenne den Gemeingeist, in der Geneigtheit der Einzelnen, zu wollen, was die Uebrigen, oder was die Meisten wollen, in dem Eifer für den Gemeinbeschluß, in der lebendigen Theilnahme am gemeinen Besten.«< .Mehrere Mitglieder haben bei der Umfrage ge= gen für f als be nad felben anders fann, all nicht ab Rauf dafür schaft nicht Biele gann, Partei Amts: jarter tritt er Der G famm Maj Geme Mitgl fchaft fes fchone Die Sigem fonnt Gab thum, er als anderss wir haben ein flich bergefelt ondern wie unb , das if, nd ten daucht. D dle Gemein Haftlichen is teriparte, ther ittel, ohne gif wille bat der Gefellihat Widerfrebu noniffe- e Glieder hat und für alles Fr, ber Ge haftsfapital, tungen, die Sebeibens. ondemn Haus geift extenne nicht in bem vorgelegene erfonligen erfenne den Einzels gen, oder Fifer für den Theilnahme Umfrage ges 243 gen den Kauf gestimmt, weil sie denselben an und für sich, oder den Umständen der Zeit nach, nicht als vortheilhaft für die Gesellschaft betrachteten. Aber nach gefaßtem Beschluß der Majorität sind sie demselben freudig beigetreten, weil der Gemeinsinn wohl anders denken, nicht aber anderes begehren kann, als die Gesammtheit, weil er blos votirt, nicht aber will. Andere, welchen persönlich der Kauf dieses Hauses nicht gefiel, haben gleichwohl dafür gestimmt, weil sie ihn als gut für die Gesellschaft erkannten. Denn der Gemeinsinn betrachtet nicht die eigene Person, sondern das Ganze. Viele Mitglieder, als die unglückliche Spaltung be= gann, wurden von Einzelnen der mißvergnügten Partei, mit welchen sie durch freundschaftliches oder Amts- Verhältniß, durch verschiedene Rücksichten von. zarter und theurer Natur verbunden sind, zum Austritt ersucht, aufgefodert, bestürmt. Aber sie blieben der Gesellschaft treu, weil sie auf Seite des Gesammtwillens und seines natürlichen Organs, der Majoritåt, das Recht erkannten, und weil der Gemeinsinn nichts von Parteiung weiß.«< » Schon hat, nach vollzogenem Kauf, ein edles Mitglied den Betrag einer vollen Aktie der Gesellschaft als Geschenk dargebracht, zur Verzierung die= ses Saales, worin wir versammelt sind. Dieses schöne Beispiel wird nicht ohne Nachfolge bleiben. Die Gesellschaft wird, was sie aus den vertragsmå ßigen Beiträgen der Mitglieder sofort nicht bestreiten könnte, von ihrem Gemeinsinn durch freiwillige Gaben erhalten. Der Gemeingeist ist unser Reichthum, unser Stolz, und die Grundfeste unseres Bundes.< 16* » 244 Nachdem wir einmal diesen Standpunkt ge= nommen, Hochverehrte Gönner und Freunde! so er= lauben Sie mir nicht nur, sondern Sie fodern wohl von mir, daß ich einen noch höhern ersteige. Ihre eigne Empfindung eilt meiner schwachen Rede voran. Ich versuche, zu folgen. In dieser edlen Versammlung darf nicht ohne Erhebung gesprochen werden." » Ja! darum ist die Wahrnehmung des Gemeinsinns auch in den kleinsten Gesellschaften, und welche für beschränkte 3wecke geschlossen wurden, so erquickend und erhebend, weil wir ihn als ver= wandt, der Quelle und dem Geiste nach, mit dem= jenigen erkennen, welcher das edelste Lebensprinzip und die erhaltende Kraft, nach Herders krafti gem Ausdrucke: ,, der hehre Schuhgeist und die Seele" auch der großen Gemeinwesen, der Staaten und Völker ist; mit demjenigen Gemeinsinn verwandt, welcher in unserer deutungsvollen Zeit und zumal uns im teutschen Vaterlande vor allem Andern Noth thut, dessen Mangel uns in Elend und Schande stürzte, und dessen Wiedererwachen der Anfang unserer besseren Hoffnungen war.« » Gemeinsinn und Bürgertugend sind ei nes und dasselbe, nur gesteigert im Staat durch die Wichtigkeit der Zwecke und den Umfang der Gesellschaft. Wer aber in kleinen Gesellschaften Gemeinsinn hat, in kleinen Geschäften mit Gemeinsinn handelt, der wird auch in den großen und den größten von demselben geleitet, ja erfüllt und begeistert werden.« » Darum haben auch kleine Gemeinwesen, noch jenseits ihres besondern Zweckes, einen höhern Werth und ein Abbildu und wi gend fin einer fle das Prim Handlung die demi der Sieg ein Tri lagt um giebt Schuttem hoffen, allmalig fidh ver diefe f fellid Sade felli lieben wo eir berme ober bes pe hold werde beih bpunkt g nbe! fo en febern mo fizige. Thre Rebe voran Berkenn metheng des Ge uften, und master, fo nals ver: mit dem Bebensprin ere fubfti und die Staaten finn verZeit und allem AnElend und ber ne find ei durch die er Gefell Gemein finn han den größ begeifen elen, and Berth 245 und eine höhere Bedeutung dadurch, daß sie wie Abbildungen des großen politischen Gemeinwesens, und wie Schulen der in diesem nöthigen Tugend sind. Jede Verachtung des Gesammtwillens in einer kleinen Gesellschaft ist eine Auflehnung gegen das Prinzip, welches auch die größten erhält, jede Handlung des Gemeinsinns darin eine Huldigung, die demselben allgemeinen Prinzip gebracht wird, je= der Sieg des Gesammtwillens im beschränktesten Kreise ein Triumph der großen guten Sache.< » Laßt uns, Hochverehrte Gönner und Freunde! laßt uns diese Idee im Gemüth bewahren! Sie giebt unserem Bunde die edelste Weihe und unerschütterliche Festigkeit! Die Urheber der Trennung hoffen, und äußern ihre Hoffnung laut, daß sie, durch allmåliges Uebertreten Einzelner aus uns zu ihnen, sich verstärken werden. An unserm Gemeingeist wird diese schnöde Hoffnung scheitern. Hier ist die Ge= sellschaft, dort sind einzelne Personen; hier ist die Sache des Gesammtwillens; dort die Sache einer Partei. Wir alle hier gehören der Ge= sellschaft an, ehren ihren Gesammtwillen und lieben ihre Sache. Sollten selbst Fälle eintreten, wo einzelne Mitglieder Ursache hätten, oder zu haben vermeinten, mißvergnügt mit andern Mitgliedern, oder mit dem Direktorium zu seyn, so werden sie, des persönlichen Mißverständnisses willen, nicht abhold der Gesammtheit, nicht untreu der Sache werden.« » Innigkeit, Dauer, zunehmendes Ge= deihen unserem Bund!" 246 Die Museums- Gesellschaft, in dankbarer Anerkennung seiner Verdienste, brachte, als der zeitherige Vorsitzer im Jahre 1818 endlich abtrat, ihre Huldigungen demselben ebenfalls dar; die Rede, womit der Hofgerichtsadvokat Johann von Ketten= acker*), als ihr Organ, dem Abgehenden dieselben kundgab, lautete also: » Hochgeehrtester Herr Präsident!« » Wir vereinigen uns heute zum zweitenmale zu einem großen gemeinschaftlichen Feste in unserem neuerkauften Gesellschaftshause.<< » Wenn die jüngste feierliche Besißnahme desselben bei einem zahlreichen und heitern Mahle ange= nehme Empfindungen und Gefühle in uns aufregte; wenn wir wetteifernd dem Andrange des Jubels über das frohe Ereigniß uns hingaben; wenn wir mit patriotischer Begeisterung in die Schlußworte der gehaltvollen Rede unseres verehrtesten Herrn Präsidenten: Innigkeit, Dauer, zuneh= mendes Gedeihen unserem Bund! einstimmten: so war es größtentheils die Kraft des Selbstgefühles, und die Liebe zu unserm Gemeingute, welcher wir die Ausdrücke einer seltenen Freude, den hohen Glanz unseres damaligen Festes verdankten.« ес weldes Reaktion die Vere führung fie ih vielmehr Mittel ane Dauer cim von fich Nic tende sondern ger Be auf ein Freibur fich bemm fatutenm nabm, der Per matie J₁ wunde Mitgli ང » Die Gesellschaft hatte bei einem Unternehmen, *) Jegt Ministerialrath in Karlsruhe, ein Mann von vies lem ästhetischen Geschmacke, hoher Kunstliebe, von reicher Geschäftskenntniß und vielfachen Verdiensten um Vered lung des öffentlichen Geistes in Freiburg. des Lok tung be Beride Gie e fie der der er mehrte Minne er eitherige , τήτε ful Rebe, womit Retten Den diefelben bent mitenmale ja in unferem me beffel able ange aufregte; Jubels wenn wir lußworte n Herrn zuneh einftimm Selbt meingute, Freude, Tes ver nehmen, bon bie bon reider um Bereb 247 welches ihren Flor beförderte, Mißverständnisse und Reaktionen zu bekämpfen, die nichts Geringeres, als die Vereitlung jenes Plans bezweckten, dessen Ausführung die Majoritåt dringend verlangte, weil sie ihn ihrem Interesse für angemessen hielt, oder vielmehr weil sie seine Realisirung als das einzige Mittel anerkannte, den Verfall, womit die långere Dauer ciner årmlichen äußern Existenz sie bedrohte, von sich abzuwenden.« - = » Nicht die Wünsche, nicht der Ehrfurcht gebietende Wille der eminenten Mehrheit der Mitglieder, sondern das Institut selbst ein literarisch geselliger Verein mit seinen wohlthätigen Ergießungen auf ein zahlreiches gebildetes Publikum der Stadt Freiburg und seiner weitern Umgebung sollte sich dem Widerspruche einer Partei fügen, die den statutenmäßigen Gesellschaftsabschluß mißfällig aufnahm, und sich, obgleich eminente Minorität, eine der Person und der Sache gleich feindselige Suprematie beimaß.<< - » Doch die Gesellschaft hatte alle Hindernisse überwunden durch den Eifer und den Gemeinsinn ihrer Mitglieder." » Sie erwarb ein ihren Bedürfnissen entsprechendes Lokale, die erfoderlichen Hülfsmittel zur Erhal= tung der neuen Acquisition, ansehnliche Opfer zur Verschönerung der innern Einrichtung des Hauses. Sie erweiterte den Umfang des Institutes, indem sie den Unterhaltungszweck mit dem des Lesens und der ernsten Konversation inniger verband; sie vermehrte die Anzahl ihrer Mitglieder durch würdige Männer aus der Stadt und von dem Lande, sie 248 verschaffte den Damen eine Theilnahme an dem Gesellschaftsbande, die zur Veredlung des Tones und zur Vervollkommnung des Vereins, bei seinem ausgedehntern Wirkungskreise, wesentlich beitragen wird; sie erhielt neue, auf ihren dermaligen Stand berechnete, verbesserte Gesetze, kurz, sie entwarf und vollendete den Bau einer Anstalt, die zum Schirm und zu fortwährender Kultur des geistigen und ge= selligen Lebens, als lange vermißte Zierde der Hauptstadt Freiburg, nunmehr fest und fruchtbar dasteht."< » Demnach feierten die Mitglieder den Triumph Ihrer und der guten Sache.« » Jeder erwirkte sich ein Recht auf die Lorbeeren jenes Tages. Jeder hatte also Ursache, darauf stolz zu seyn, und sich des ersten Festes zu erfreuen.« Von einem andern Standpunkte geht unsere heutige Versammlung aus. » » Der Zustand einer Gesellschaft, ihr Ruhm und ihr Gedeihen hangen überall mehr oder weniger von der Klugheit, von dem guten kräftigen Willen desjenigen ab, dem sie das Ruder der Geschäftsführung anvertraut hat." " Ihnen also, unserm verehrtesten Herrn Präsi denten, gebührt vorzüglich die Ehre und der Erfolg eines Unternehmens, welches unter den widrigften Auspizien begann, und unter anhaltend stürmischen Bewegungen glücklich ausgeführt wurde.« » Sie erhielten den Vorsitz in unserm Bunde. Dem Verfasser der Schußschrift für die hohe Schule dahier, dem Lobredner der erhabenen Tugenden unseres verewigten Landesfürsten Karl Friedrich, und unseres hochverehrten Sångers Jacobi, dem Gründer waren X than! Bon tungen. U nährter h Denn liches Bo den Gang ben uns einen be opfert, m indem E Ihrer ei ben uns von frei Einzelm Gegen Hinter gründli ein B die Th ferung fetes 2lle 3 Ihrer chen 2 Ursache zeugen. 206 me an dem Ge Tones unt feinem aus beitragen wit en Stand be gum Sifirm figen und gerbe der Haupt htbar dacht glieder det Bades tie Barbers barauf fal zu erfreuen geht unfere weniger von Willen bes Práfic bber Er mibrig be. firmi Bunbe be Eduk genben un Friebrid obi, bem 249 Gründer so vieler geistreicher und freisinniger Werke, waren Alle längst mit Liebe und Vertrauen zugethan!« » Von Ihnen hegte die Gesellschaft große Erwartungen. Unter Ihnen erreichte sie das Ziel lange ge= nährter Hoffnungen und Wünsche.«< » Denn Sie haben in der für unser gemeinschaftliches Wohl- und Uebelergehen entscheidenden Epoche den Gang unserer Angelegenheiten geleitet. Sie haben uns Ihren kraftvollen Beistand verliehen, uns einen beträchtlichen Theil Ihrer kostbaren 3eit geopfert, und selbst persönliche Angriffe nicht geachtet, indem Sie der Würde Ihres Amtes jede Rücksicht Ihrer eigenen Person unterordnen wollten. Sie ha= ben uns in das Fundamentalgesetz einer Gesellschaft von freien und gleichen Mitgliedern: daß jeder Einzelne sein( hohes oder niedres) Ich bei Gegenständen der Gesammtheit in den Hintergrund stellen müsse, nicht nur durch gründliche Worte eingeweiht, sondern Sie sind uns ein Beispiel wahrer und ächter Humanität durch die That geworden.« » Die Anerkennung dessen, und die Aeußerung unseres Dankes sind der Zweck un= feres heutigen Festes.« un deles » Wir Alle waren Zeugen Ihrer Anstrengung, wir Alle pflücken die Früchte des Baumes, der unter Ihrer Pflege blühend hervorschoß, und seine laubreichen Neste über uns ausbreitet, wir Alle haben also Ursache, Sie von unserer Erkenntlichkeit zu überzeugen." » Aber dieser gerechten Huldigung Ihrer um un 250 ser Gemeinwesen theuren Verdienste, die unsre zahlreiche Versammlung mit einer höhern Feier umgiebt, wohnt nicht jener Frohsinn bei, der sich bei dem Feste vom 1. Juli d. I. so lebhaft aussprach.« » Denn wir gehorchen zugleich dem Gesetze, welches uns die Entlassung unseres Präsidenten, nach seiner zweijährigen ruhmvollen Amtsverwaltung, gebietet.<< » Darum genehmigen Sie, Herr Präsident! das laute und öffentliche Bekenntniß unserer unbegrenzten Verehrung und Dankbarkeit, welches wir Ihnen, jedoch nicht ohne Wehmuth, zum Abschiede feierlich ablegen; genehmigen Sie das herzlichste, einmüthige: » Hoch lebe unser theuerster Herr Präsident von Rotteck!!<< - Rotteck erwiederte diese freundlichen Worte in nachstehendem kurzen Abschiedsgruße: » Verehrungswürdigste Herren und Gönner! Theure Freunde und Gesellschaftsgenossen!< » Ich habe immer dafür gehalten, und ich empfange davon heute den herrlichsten Beweis, daß nichts süßer und belohnender seyn könne, als einem Ges meinwesen dienen, und des Zutrauens und der Liebe einer auf freien Grund gebauten Gesellschaft gewürdigt zu werden.« » Eine ehrenvolle Auszeichnung wird Demjenigen zu Theil, welcher den Auftrag zu gesellschaftlichen Diensten erhält; die Arbeit in so edlem Dienst wird ihm zum reinen, erhebenden Genuß, und die Zufriedenheit erwerben Bon Stimmen riefen, wel muntert bun lenden Mad Bunich me trauen zu erkannt, zu erfebem Gefellica feyn laffe G gegnet. Begehren fchien min Bade be tereffes durch I zu feyn. Die auch Am gegen da gerade da zip der Leben z D theure welde mid fo die ware g Feier umgi fich bei den Geige, m Práfidenter thermalfun Prifident! funferer be it, weldes wir jum bibi das herzlicht Präfident he Borte in Baner! enoffen! und ich em bag nights einem Ge der Liebe haft ge Demjenige chaftlichen Dienfi with nb bie Bu 251 friedenheit der Gesellschaftsgenossen, wenn er sie zu erwerben das Glück hat, ist ein herrlicher Lohn.< » Von dem Augenblick an, da Ihre gütigen Stimmen mich zu der gesellschaftlichen Ehrenstelle riefen, welche ich nun zwei Jahre, fortwährend ermuntert durch Merkmale Ihrer Liebe und wohlwol lenden Nachsicht, bekleidet habe, ist der innigste Wunsch meiner Seele gewesen, Ihrem ehrenden Zutrauen zu entsprechen. Ich habe die Verpflichtung erkannt, was mir an Kräften abging, durch Eifer zu ersehen, und vor Allem den Gesammtwillen der Gesellschaft mir mein oberstes und einziges Gesetz seyn lassen." » Es sind mir Hindernisse auf diesem Wege begegnet. Ein Konflikt des Gesammtwillens und des Begehrens Einiger Einzelnen ist entstanden. Da schien mir Pflicht, mit so großem Eifer in der Sache des Gesammtwillens und des Gesammt- Interesses zu handeln, als groß ich die Ehre schätzte, durch Ihr Vertrauen zu solchem Handeln berufen zu seyn. a » Dieser Eifer schien Einigen Persönlichkeit oder auch Anmaßung, mir wurde Feindseligkeit gegen dasjenige Prinzip zugeschrieben, welches mir gerade das höchste und heiligste ist, gegen das Prinzip der Freiheit, welcher meine Kräfte und mein Leben zu widmen mir das höchste Glück wäre.<< » Dank Ihnen, verehrungswürdige Gönner und theure Freunde, für die öffentliche Rechtfertigung, welche Sie mir durch die heutige schöne, und für mich so freudig überraschende Feier geben! Dank 252 Ihnen für dieses mich so hoch ehrende Zeugniß Ihrer Zufriedenheit!< » Aber noch weit innigern Dank für Ihre Liebe. Ich habe nur gethan, was eine natürliche und süße Pflicht zu thun mir gebot, und wofür ich durch die Ehre, es in Ihrem Namen zu thun, schon reichlich belohnt war. Ich habe wohl nach Ihrer Billigung gestrebt, aber weder Lob noch Dank verdient. Allein was Sie mir heute geben, ist mir darum nicht minder kostbar. Je weniger ich davon meinem geringen Verdienst zuzurechnen habe, desto mehr verdanke ich Ihrer Liebe, Ihrem Wohlwollen, und es ist mir gerade darum noch theurer. « » Doch ungeachtet solcher für mich so süßen Deutung, würde gleichwohl die Eleganz und der Reichthum dieses Festes, die Ehrenstelle, die Sie mir dabei anweisen, und der Blick auf diese glänzende und edle Versammlung mich verwirren und beschämen, wenn ich nicht an der Betrachtung mich aufrichtete, daß alles, was ich für meine Person ohne Erröthen nicht annehmen könnte, im Grunde allein der Sache, und zwar einer solchen Sache gilt, welche es wohl werth ist, daß sie durch Feste verherrlicht werde.<< » Ich stelle mir vor, wir begehen hier das Fest des über den Einzel- Willen siegenden Gesammtwillens. Die Idee des triumphirenden Gesammtwillens ist aber eine herrliche und erhebende Idee, und mit welcher sich viele andere der köstlichsten und hoffnungsreichsten vereinbaren. Eine Idee, welche recht oft im Gemüth zu erwecken, zu beleben, ja heilver Reprajem in beffen und wilden ller Belt net Seele Direkto führer zu Freude u Merkmale mich, bem gezollten den edlen hier offer herrlicher lein dur meinfin Siefer v hen, wa ftreffer S Teuchteter Mutho Schlüffe immer Gemein Einmit rende Bengi unf für Thre naturlige und i pofür ich tu thun, en ni nach S Dank i ich davon mein babe, befo Bohlwollen, mich fo fim 73 und der Rei e, bie Bie mi f biele dizend rren und beh tung mib meine Perfe te, im Grunde folden Gathe fie burb Feffe Fier das Fef genden Ge Triumphirent und erhebende re der Fili Gine See beleben 253 zu bekräftigen, in unserer Zeit von hoher Bedeutung, ja heilverkündend ist.« » Ich sehe mich also an dieser Ehrenstelle als den Repräsentanten des Gesammtwillens an, in dessen Diensten zu arbeiten mir vergönnt war, und welchem treu gedient zu haben mein Ruhm ist.< » Im Namen dieses Gesammtwillens nehme ich freudig und stolz alle Ehre an, welche ich ihm von aller Welt erwiesen aus dem innersten Grund mei ner Seele wünsche.<- » Ich empfange aber auch im Namen des ganzen Direktoriums und Ausschusses, deren Stimmführer zu seyn ich mitunter das Glück hatte, mit Freude und Stolz die ehrenden und belohnenden Merkmale Ihrer persönlichen Liebe, und freue mich, den schuldigen und mit inniger Empfindung gezollten Tribut meiner Dankbarkeit und Verehrung den edlen Mitgliedern dieses Gesellschaftsvorstandes hier öffentlich entrichten zu können. Nächst dem herrlichen Geist der gesammten Gesellschaft ist al= lein durch den unermüdeten Eifer, den treuen Gemeinsinn, die Klugheit und sachkundige Thätigkeit dieser verehrungswürdigen Mitglieder alles geschehen, was Gutes vollbracht wurde. Nur als Vollstrecker Ihrer Aufträge, als Konzipient Ihrer Beschlüsse, als Werkzeug Ihres standhaften und erleuchteten Willens habe ich selbst gehandelt, und den Muth oder die Kraft, zu handeln, gehabt. Ihre Beschlüsse in allen wichtigen Geschäften waren immer einmüthig, das herrlichste Zeugniß des Gemeingeistes, der sie erzeugte: nur durch diese Einmüthigkeit ist Alles gelungen. Die unglaublich 254 vielen Geschäfte, welche nöthig waren, zur Einleitung und wirklichen Ausführung des Kaufes, so wie zur schönen zweckmäßigen Einrichtung unseres neuen Gesellschaftshauses, zur Reform aller gesellschaftlichen Anstalten, zur Gründung des schönen Vereins für die Abendunterhaltungen, zur erschöpfenden Darstellung aller neuen Verhältnisse der Gesellschaft vor den Augen der Mitglieder, zur Entwerfung verbesserter, die vollste innere und äußere Freiheit der Gesellschaft verbürgenden Statuten, so wie der Instruktionen für die Beamten, sind von den edlen Mitgliedern des Vorstandes theils einzeln, theils in Gesammtheit mit gleich viel Unverdrossenheit und Eifer, als Einsicht und Liberalität, vollbracht wor den; und es entwickelte sich also, zu meiner eigenen freudigen Verwunderung, als das schöne Resultat aller zusammen getragenen Bemühungen, ein gewisfermaßen ganz neues und freudigeres Leben der Gesellschaft, welches für die Zukunft noch herrlichere Entwickelungen vorbereitet und verheißt.< כל Genehmigen Sie also, verehrte Mitglieder des Direktoriums und Ausschusses, hier vor der versam melten Gesellschaft den Ausdruck meines innigsten Dankes und der hochachtungsvollsten Liebe! Sie aber, hochverehrte Gönner und theure Freunde, Alle, deren Gunst mir den heutigen Tag zu einem der schönsten meines Lebens macht, möchten Sie in meinem Innersten die Rührung, die Freude und den Dank lesen, wofür ich umsonst den entsprechenden Ausdruck suche.<< Die politischen Wechsel übten auch auf die harmlose Anstalt mannigfachen Einfluß. Noch oft gerieth Kotted, bittern E Schmaler der uripr eines erfa an feierlid fonderbarem typ Loafte im wurde trunkenen gerung fa Anlaß de richs ge Grundton fenntnism zeichnetem rufsiphare Det *) Die des Es auch ben. Rotter Bader de wiede **) Sie fula geha tische Groe maren, zur Ei es Kaufes, fo ng unferes ne er gefellidafi Jnen Vereins pfenben Def Geſellſchaft ntwerfung Here Freiheit , fo wie be von den ell eingeln, theils merbroenfeit vollbragt meiner eigen fchone Refutat ngen, ein ge geres in te noch herrlihen Mitglieder bes or der verfam ines innigften Liebe! Gie Freunde, Alle u einem ber Sten Sie in eude und den entfprechenter auf die form oft gerieth 255 Rotteck, für ihr Lebensprinzip zärtlich besorgt, in bittern Streit mit allen denjenigen, in welchen er Schmålerer der individuellen Freiheit, und Feinde der ursprünglichen und eigentlichen Tendenz des Vereines erfah. Noch mehrere Jahre hindurch hielt er an feierlichen Tagen kraftvolle Mahlreden, meist in sonderbarem Kontrast zu den gewöhnlichen Stereo typ- Toasten des gemeinen Servilismus, der kaum im würdelos und ohne innere Begeisterung angetrunkenen Champagnerrausch bisweilen einige Stei gerung fand. Die letzte ward im Jahre 1828, bei Anlaß der hundertjährigen Geburtsfeier Karl Friedrichs gesprochen, und sie lehnte sich in ihrem Grundton harmonisch an die des geistvollen und kenntnißreichen Merks, eines Mannes von ausge= zeichnetem Verdienst um die Anstalt, um seine Berufssphäre und das konstitutionelle Leben in Baden*). Der Schluß jener Rede**), welche die Feier des *) Die Titel und den Inhalt der polemischen Reden, wegen des Museumskaufes und des Schisma's, übergehen wir. Es geziemt sich nicht, der Leidenschaft des Augenblickes, auch der gerechten, einen geschichtlichen Charakter zu ge= ben. Nachträglich jedoch müssen wir noch bemerken, daß Rotteck auch zur Feier der Eröffnung der Landstände in Baden, eine Rede im Museum( 1819) gehalten hat, wel= che wir zur Mittheilung an das Publikum leider nicht wieder gefunden haben. **) Sie ist vollständig abgedruckt in den» Festreden zur Såkularfeier der Geburt des Großh. Karl Friedrich 2c. gehalten von Mitgliedern der Hochschule und der histo= rischen Gesellschaft zu Freiburg im Breisgau.« Freib. bei Groes, 1828.( G. xv und 136. 8.) 256 Tages von der politischen und kosmopolitischen Seite aufgefaßt, lautete also: - » Was ist die würdigste Huldigung für den großen Todten? was wird das sprechendste Denkmal seyn von der Liebe, Verehrung und Dankbarkeit seines Volkes? Offenbar nur ein Thun und Wirfen in seinem Sinne, ein Pflegen und Fortführen des von Ihm Gepflanzten und Begonnenen, eine Heilighaltung seiner laut erklärten Wünsche, und ein inniges Ergreifen seiner hohen Gedanken mit Sinn und That. Die Aufhebung der Leibeigenschaft, der selbsteigene Entschluß seines, den Edelsten der Zeitgenossen noch voranstrebenden Geistes, ist mit nichten blos nach der Summe der Einkünfte, worauf durch sie Verzicht geleistet ward noch minder nach den Beschränkungen, welche die Aengstlichkeit einiger den fürstlichen Befreier damals umgebenden Råthe dem Vollzuge beifügte- zu würdigen; sondern sie steht verzeichnet im Buche der Geschichte und umstrahlt von unvergånglicher Glorie da, als Verkündigung des Triumphs des ewigen Rechts über faktische Gewalt, als feierliche Anerkennung der, damals wohl noch nicht erreichten, doch herannahenden und vom besten Fürsten herbeigewünschten, Mündigkeit des teutschen, wenigstens des badischen Bolkes. großen Gedanken dieser Aufhebung der Leibeigenschaft liegt geistig enthalten die Befreiung von jeder historischen Ungebühr, die Gewährung aller Foderungen des zur Rechtserkenntniß erwachten Zeitgeistes, liegt enthalten die Konstitution, die uns heute beglückt, mit allen Segnungen, die ihr früher ober fple danken la welches d fey! Baut dringligte Bertlarte freies we rung ist & negte ber& om durch si widelu und Ger tung all nie aufge ten; fie ten Gru Gesetze, geblieben lung de ger- Kus die rüh freite Munich In dem ift.Eifers durch langt e der Fre bebung tosmopolit ng für den g Bentofte Denta Dankba un und Wir und Fortin egonnenen, in Buniche, t Gedanken ag der Li p lus feines, t rebenden G mme der Gine eiftet ward n, welche die freier damals fügte- zu et im Buche nverginglicher iumphs des Gewalt, of als woll nod d vom beften eit des teut In dem er Beibeige Befreiung wahrung de erwachten Beit tion, die uns the the frater - 257 oder später entströmen werden.- Bei diesem Gedanken laßt uns weilen! Durch ihn wird uns klar, welches das würdigste Denkmal für Karl Friedrich sey! Laut und feierlich, ja, zur Verstärkung der Eindringlichkeit, in mehrfacher Wiederholung, hat der Verklärte in jener echt königlichen Antwort seinen Wunsch ausgesprochen, daß sein Volk ein ,, freies" sey, und fortschreitend immer mehr und mehr ein freies werde. Durch so hochherzige Willenserklårung ist aus dem Herrn ein Fürst, und aus Knechten sind Bürger worden; und der Baum der Konstitution ist dergestalt gepflanzt worden durch sie. Was weiter geschah, war nur Entwickelung, Bekräftigung seines Wachsthums und Gedeihens. Doch nicht von der Regie= rung allein kann die Pflege kommen. Sie hat nie aufgehört, im Sinne Karl Friedrichs zu walten; sie hat die Fortführung seiner Werke zum ste= ten Grundsaße sich gemacht, und ihre liberalen Gesetze, wie über Aufhebung mancher noch übrig gebliebenen Lasten der Leibeigenschaft, über Herstellung der Studienfreiheit, über Errichtung der Bür ger- Ausschüsse in den Gemeinden u. a. sind dessen die rühmlichsten Denkmale. Und sie wird fort= schreiten auf diesem Wege, bis Karl Friedrichs Wunsch nach seinem ganzen großen Inhalte erfüllt Das Volk selbst jedoch muß ihr gleichen Eifers entgegen kommen mit Sinn und Herz. Nicht durch Befreiungsverkündigungen allein ge= langt ein Volk zur Freiheit. Fähig und würdig der Freiheit wird es nur durch eigene Geifteserhebung und Tugend. Ohne Heilighaltung des Ge= ist. - 17 258 seges, ohne Achtung für das Recht, ist Freiheit nicht gedenkbar; ohne freie Gesinnung ist sie ein leerer Schall; und die Konstitution selbst wird zum Zerrbilde, ohne den Geist, der ihre Bedeutung auffaßt, und ohne den Freimuth, der sie vertheidigt. < C Bei solch fröhlichen Festen, auch in andern Kreisen, entströmten Rottecks Lippen manche köstliche Worte echt griechischer Weisheit, wiewohl die ab deritische Bauchlust gewisser frommen Seelen unangenehm unterbrechend, welchen hoffårthiges Söldnergeschwätz die Sprache des wahren Gehorsams, und jedes kräftige Wort, aus einer stolzen Mannesbrust, revolutionärer Gråuel däuchte. In den Sälen der Freude vermißte man den geistig so vielfach beschäf= tigten Mann nur selten, und an der Spike anmu thiger Frauen und blühender Mädchen, davon das liebliche Freiburg so reich, gab er den Jüngern darin ein Beispiel des wahren Lebensgenusses, und das Zeugniß eines immer frischen Gemüthes, und einer auch in schlimmen Seiten durch das Schöne rege erhaltenen Geistes. Durch seine Gesinnungen, seinen Charakter und seine Schriften hat Rotted, wie wir bereits gemeldet, eine große Zahl der wackersten Männer im Inund Auslande zu Freunden gewonnen; fast müssen wir deßhalb befürchten, durch Anführung einzelner Namen die Rechte der Uebrigen zu verkürzen. Doch führte das Schicksal Einige, durch Umgang und Briefwechsel, mehr als Undere in seine Nähe, deren wir ohne Gefahr somit erwähnen dürfen, und von denen aus Erinnerungen an Gespräche mit Rotteck, und zum The niß uns nennen ted felb benswürdi Kindern Mujoge be mirtiges Freund un Greis, Teutichla ein Mam licher h unferer als Poe Freiheit beteter G nen Erde Urne ver Der Frei in Biel fest, 9 thum, fchenbild bon bef Baterlar Dichter Schreit *) Mi chen dura Bedeutung auf er fe vert in anbem mande filide niewohl be the Seelen unte higes Solone forfams, und Mannesbra Den Sälen be elfach befch Spige anmu davon bas ngern barin , und das , und einer Gdone g harakter und ereits gemel er im Sn faſt muſſen ng einzelner rzen Dod g und Bri e, deren mir ab von denen Rotted, und P - 259 « zum Theil aus eigener Bekanntschaft, das Verhältniß uns kund geworden ist. Vor Allen ist wohl zu nennen der brüderliche Freund Joseph von Rotteck selbst, in vollster Mannskraft ihm, einer liebenswürdigen und tugendhaften Gattin*) und zweien Kindern entrissen; im zweiten Bande der ersten Auflage der Allgemeinen Geschichte ist ihm ein würdiges Denkmal gesetzt. Darauf der väterliche Freund und geliebte Lehrer Jacobi, der liederreiche Greis, hochverdient um Kultur und Sprache in Teutschland überhaupt und in Freiburg insbesondere; ein Mann voll bleibenden Werthes in rein- menschlicher Hinsicht, wenn sein kindliches Geschwät in unserer übergebildeten Zeit auch långst nicht mehr als Poesie anerkannt seyn wird; ein Seher der Freiheit bei aller sentimentalen Richtung; ein angebeteter Gartner vieler herrlichen Blüten auf der schönen Erde, die seine letzten Jahre versüßte und seine Urne verschließt. Nach diesem: von Wessenberg, der Freiherr und freie Mann, der in Wenigem und in Bielem, worüber der Herr ihn zum Pfleger ge= setzt, gleich groß; Reformator für echtes Christenthum, gereinigten Katholizismus und innere Menschenbildung, dessen Same in viele tausend Priester von besserm Schlage überging, und dem teutschen Vaterlande zum Segen fortwuchert; gemüthvoller Dichter der Liebe, des Friedens und der Andacht; Schreiber des göttlichen Gesetzes im ursprünglichen - *) Mit liebender Freundschaft gedenke ich stets dieser trefflichen Freundin, unter anspruchloser Form und Gestalt durch verborgenen innern Werth eine der schönsten Seelen. 17* - 260 Sinne des Wortes; Lehrer und Ueber der Moral in Einer Person; Leiter verirrter Jünglinge, und Vater der Armen und Waisen; als Prálat der Kirche unerschrocken, Fanatikern, Dummfköpfen und Heuchlern gegenüber; als Vertreter der Volksrechte mannhaft und gemäßigt. Ihm befreundet in Sinn, Lehre und That, wiewohl in bescheidenerm Kreise wirksam, der allzu früh dahingeschiedene Nick, Rottecks Jugendfreund, aus Jacobi's Schule, den Stempel des Meisters treu bewahrend, an Geist und Gemüth den Trefflichsten ebenbürtig; nur von stillern Seelen erkannt, aber ewig fortlebend in weniger Freunde Brust). Ein anderer Edler, ebenfalls Lehrer und Freund in Einer Person viele Jahre hindurch, Mertens, als Jurist hochschätzbar, als Historiker verdienstlich, als Professor einst gefeiert, als Mensch allbeliebt und betrauert. Wir saben über sein Grab viele Thränen der Besten fließen, und selten ist eine Trauerrede, auf welche gemeiniglich die Redekunst mehr als Schmerz und Ueberzeugung einwirkt, mit solch allgemeiner Theilnahme angehört worden, als die von Rotteck vor mehren Jahren zu Mertens Gedächtniß gehaltene. Duttlinger, der rustige Sohn des Gebirges und unermüdete Kämpfer für vaterländisches Recht; in Scherz und Ernst den Gegnern furchtbar; reich an Kenntnissen und Verdiensten um seine Hochschule und seine Wissenschaft; an Wik und Frohsinn unerschöpflich. Schlichtegroll, Fr. H. Jacobi, Schott, Martin, Ersch, André u. s. w. auf mannigfachen wissenschaftlichen Bahnen - - *) Vergl. über ihn L. Bucheggers Gedächtnißrede. für Ausbr tes bemu Staatsman bar, ein f bas, mas Danfe der beffen Sel und der G Boltsvertr Privattuo rechten E Loos der Neides u lus, den thons G im teutfa der heilig Firchliche und Fam und K gend ei Alter Biffens let, au Sache, bie gro enfjernt hagen reidh Gefchic lerifche net, ihm er der Morali inge, and Ba t der Kirche und Headin Brechte mani in Sing, S Sreife wi Rid, Ind e, ben Gel wift und Gith men filem Ge weniger Freak falls Lehrer hindurch, No Hifforiler art, all a tiber fein Grab unb felten if f lich die Babe gung einwidt gefort worden, zu Mertens r, der ruftige Rimpler für ft den Geg Berdiensten aft; on W egroll, , Xabré dhen Ban rebe 261 - für Ausbreitung geistiger Schätze und sittlichen Rechtes bemüht.- Nebenius, als Gelehrter und Staatsmann, als Bürger und Mensch gleich hochacht= bar, ein klardenkender Kopf mit edlem Herzen; durch das, was er der Verfassung geleistet, zu bleibendem Danke der Mitbürger berechtigt. v. Liebenstein, dessen Schläfe die doppelte Palme der Beredsamkeit und der Geschichtschreibung umwunden; muthvoller Volksvertreter und freisinniger Staatsmann, durch Privattugenden liebenswürdig; vom Schicksal zur rechten Stunde abgerufen, um nicht das allgemeine Loos der Sterblichkeit, erfaßt von den Armen des Neides und der Verläumdung, zu erdulden. Pau= lus, der Mann von Luthers Geist und Melanch= thons Gemüth; Schillers und so vieler Trefflichen im teutschen Vaterlande Freund; geistvoller Erklärer der heiligen Bücher und freimüthiger Verkündiger kirchlichen und politischen Rechts; den Ignoranten und Fanatikern ein Wetterblių; den Gutgesinnten und Klardenkenden Genosse, der anstrebenden Jugend ein hochverehrter Leiter; auch bei vorgerücktem Alter jugendlich in Kraft des Geistes und des Wissens. Um nahen Jura 3 schokke und Trop ler, auf verschiedenen Wegen für eine und dieselbe Sache, die Erhebung des Schweizervolkes, und für die großen Ideen der Humanität wirksam. An der entferntern Pleiße und der Spree Poliz und Varn= hagen von Ense, jener, so edel an Gemüth, als reich an Wissen, dieser mit genialischer Kraft die Geschicke großer Männer erforschend und mit kunstlerischer Vollendung in Bildern darstellend. Ferner, ihm zur Seite, und nach langer Berbannung den - - 262 - heimathlichen Fluren zurückgegeben, der phantasievolle Schneller, dessen Blumenkranz» die Weiblichkeit den zartesten Sinn für die interessantesten Erscheinungen im Leben der Menschheit: Frauenwerth und Frauenhuld, und dessen» Desterreichs Einfluß auf Teutschland und Europa den mannhaftesten Sinn für Kultur und Recht athmet.- Und nun( mit gesteigertem Vergnügen melde ich's) und nun auch, nach versühntem Streite, der muthige Kampe für Preßfreiheit und alt- vaterländische Institute, Welcker. Nicht vergessen darf ich wohl auch den klardenkenden, für erweiterte Geistesbildung unter den 3öglingen seines Berufs so eifrigen Werck.- Mit einem schelmischen Lächeln unterscheide ich jedoch genau noch einen Mann, nicht selten den gelehrten Herren schmollend, und ich eile im Geiste ihm einen teutschen Håndedruck zu reis chen. Der gleich verdienstvolle als bescheidene Pfost, dessen menschenfreundliches Herz die Hütte des Verlassenen, und dessen vaterländischen Sinn die verschwiegene Brust des Freundes kennt; den innern Reichthum gern vor den Gefahren der Berühmtheit bergend, in hoher Selbstaufopferung für seinen Beruf der Wackersten einer im teutschen Vaterlande.- Ihm verwandt an ähnlichem Sinn für das Gute, und Eifer für das Recht, und in still- humaner Richtung vaterländische Zwecke fördernd, Wezel, dessen neuestem Antrage für Verbesserung des Looses der Lehrer, in der Kammer der badischen Gesetzgeber aus voller Seele gehuldigt worden ist. Eine Reihe ausgezeichneter Männer aus verschiedenen fremden Staaten widmeten Rotteck nicht minder, theils Hoch -- achtung, Briefwed Daf Kollegen, mit ita, zu ihm tu met uw faffers Fr fich felbft ehemahli allen D lichem ift bie ihm gem gewechse nur imm fenhaften Ideen fühlt er bort, b Lebens als e den a fichtlich rung a hobere Dod Freun niß m aller D burd , ber plant ie interesante chheit: Fun Ten Deftemid opa den mam Recht atfindgen melk id) Streite, b alt- paterlintie geffen darf i erweiterte G ines Berufsf miffen Bibels men Mann, it b, und ich eile bedrud ja nis heidene Pfoft, Butte bed Be Sinn die ve ben inner Berühmtheit feinen Be aterlande.bad Gute, maner Rich gel, beffen Looses ber fetgeber at - Fine Refe fremben theil fod 263 achtung, theils Freundschaft, und ein ausgebreiteter Briefwechsel unterhielt diese schönen Verhältnisse. Daß viele jüngere Männer, theils nun seine Kollegen, theils sonst, in mannigfacher Berührung mit ihm, eine aufrichtige und liebende Verehrung zu ihm trugen und tragen, braucht nicht erst be= merkt zu werden. Von diesen, meist auch des Ver fassers Freunden, schweigt dieser Letztere hier; von sich selbst und seinem innigen Verhältnisse zu dem ehemahligen Lehrer mit doppeltem Rechte. Unter allen Opfern, welche ein fühlendes Gemüth bei gånzlichem Abschied von dem Vaterlande bringen kann, ist die Entfernung von Rotteck eines der fühlbarsten ihm gewesen, und der Inhalt der nachmals mit ihm gewechselten Briefe erregte den Schmerz der Seele nur immer wieder neu. Wie auch die immer ries senhaften Schicksale über Individuen, Grundsätze, Ideen und Gefühle entscheiden mögen: dies eine fühlt er, daß sein Herz dem Manne auf ewig ge= hört, dessen Freundschaft in allen Beziehungen des Lebens und in guten und bösen Tagen ihm stets als eine erwärmende Sonne leuchtete; und wür den auch Bestrebungen und Verschiedenheiten, hinsichtlich der Form und der Weise in Durchführung anerkannter Grundsätze, ihn zeitlich und durch höhere Nothwendigkeit von ihm trennen, so würde doch niemals fein inneres Wesen des heiligenden Freundesbildes entbehren können. Dieses Geståndniß wagt der Verf. dieser Biographie den Ultra's aller Parteien gegenüber. Die tiefste Wunde ward Rotteck im Jahre 1827 durch den Verlust des bereits aufgeführten Freundes 264 Nick geschlagen, mit welchem von Jugendzeiten an bis zum letzten Lebensjahre das ungetrübteste Verhältniß ihn verbunden. Die von zarter Hand ge= zeichneten Lebensumrisse, welche auf den Gegenstand, wie auf den Behandler, ein gleich ehrenvolles Licht werfen, theilen wir hier als Charakteristik mit, um so mehr, da sie, weil in einem wenig gelesenen Lokalblatt erschienen, für das größere Publikum sonst so viel als verloren gehen würden. » Schon drei Monate sind verflossen, seitdem ein Vielen theurer, Allen, die ihn kannten, verehrter Mitbürger für immer von uns schied, und noch ist ihm kein Nachruf in dem Blatt erklungen, welches allernächst dazu berufen ist, dem Andenken unserer hinübergegangenen Freunde und ausgezeichneten Mitbürger ein erstes frommes Opfer zu weihen*). Gegenseitig erwartete unter den Freunden Nicks Einer von dem Andern, daß er dem Entschlafenen diesen Zoll der Liebe bringe; aber Allen erstickte der noch frische Schmerz das Wort im Munde. Doch noch *) Niemand fühlte dies tiefer als ich, der mit dem Verewigten schon in seinen frühesten Studienjahren durch die innigste Freundschaft verbunden war, und in der Folge so manchen gediegenen Beitrag zum» Unterhaltungs- Blatt«< von ihm empfangen hat. Nur das Mißtrauen in die eigenen Kräfte hielt mich ab, dem Heimgegangenen selbst einen Denkstein zu sehen. Darum ersuchte ich einen seiner vertrautesten und geistreichsten Freunde, cui musa dedit ore rotundo loqui, diese Pflicht zu übernehmen, und welchen Dank werden ihm die Leser wissen, daß er meine Bitte erfüllt hat? Schnegler( Reb. d. Freiburger Unterh. Blattes). lange B lindern; mir diese Pete weiler, Falfent Beamter gütern ge froh, ger und ihre ließ, w Defterre feine Dem ge chenb. linge Me falle all nod gl Tangen junger unferm taftrom verla im Gr da er, nen chende yom Freit Schu regte innige Jugendzeiten a angetrübtefte Be zarter Hand ge den Gegenfant ebrenvolles Bi teristik mit, wenig geleent fen, feitten in nnten, verlie , and nodi Hungen, wel abenten ui zeichneten weiben Ge Nid's Giner lafenen bin idte ber nod Do no mit dem Ver hren durch die in ber Folge tungs- Blatt auen in die angenen felbft ich einen fei me, cui musa fibernehmen iffen, daß erf. Blattes). 265 lange Zeit wird nöthig seyn, diesen Schmerz zu lindern; davon zeigen die stürzenden Thränen, die mir diese Zeilen verwischen. Peter Franz Nick wurde geboren zu Win= weiler, in der damals österreichischen Grafschaft Falkenstein. Sein Vater, ein landesherrlicher Beamter daselbst, mehr mit Kindern als mit Glücksgütern gesegnet, doch stets unverdrossen und lebensfroh, gerieth später durch die französische Revolution und ihre Folgen in steigende Bedrängniß. Er ver ließ, wie die meisten über- rheinischen Staatsdiener Desterreichs, bei dem Einbrechen der Feindesgewalt, seine Stelle und seinen Herd, neue Anstellung bei dem geliebten Herrn auf dem rechten Rheinufer suchend. Aber da eine schwellende Schaar solcher Flüchtlinge Aehnliches ansprach, und nachfolgende Kriegsunfålle alle Verhältnisse verwirrten, so mußte er sich noch glücklich schätzen, eine mäßige Pension zu er= langen, wovon er sich und seine Gattin mit den jüngern Kindern sorgsam erhielt, aber dem ältern, unserm Peter Franz, welcher schon vor dieser Katastrophe, der Studien willen, das väterliche Haus verlassen hatte, nur sehr wenige Beihülfe zu leisten im Stande war. Auch begehrte dieser derselben nicht, da er, kaum in das Jünglingsalter getreten, in seinen Talenten und ihrem klugen Gebrauch hinreichende Mittel der Erhaltung fand. Seine Studien, vom Gymnasium anfangend, machte er dahier in Freiburg Er leuchtete daselbst von der untersten Schule an unter seinen Commilitonen hervor, erregte diesen jedoch keinen Neid, sondern gewann ihre innige Liebe durch Herzlichkeit und mittheilenden 266 Frohsinn. Schöne Funken künftiger Genialitát entsprühten jezo schon dem hoffnungsvollen Knaben. In der Sammlung von rednerischen Aufsätzen vorzüglicher Schüler, welche der damalige Professor der Rhetorik, Ignaz Felner, herausgab, zeichnen sich die unsers Nick durch reiche Phantasie und lebenswarme Darstellung aus. In ihnen schon erkennt man die interessante Individualität unsers edlen Freundes. Sie entwickelte sich vollkommen während seiner akademischen Studien, die er mit Geist und Liebe trieb, frühe selbständig in Ansichten und Ur theil, klar schauend, eifrig forschend, doch allenthalben den Ernst der Schule durch ungetrübten Frohfinn mildernd, den schönen Wissenschaften nicht min der als den strengen Disziplinen hold, und der Natur stets ein treues, in ihren harmlosen Freuden schwelgendes Herz bewahrend.< » Seine akademische Laufbahn störte und unterbrach der Krieg. Er war als Hauslehrer in das gråflich von Bissingische Haus getreten. Der Va ter, der Landespräsident, Graf von Bissingen, ward, als die neufränkischen Heere einbrachen, nach Tyrol berufen, und seine Söhne gingen nach Kon= stanz zu ihrem Oheim, dem würdigen Weihbischof, Grafen von Bissingen, begleitet von Nick, ihrem geliebten Lehrer, dessen treffliche Amtsführung durch dankbare Anerkennung von Vater und Oheim belohnt ward. Verschiedene interessante Bekanntschaf= ten, auch dauernde Freundschaften schloß Nick in seinem neuen Aufenthaltsorte, den er jedoch bald wieder verließ, um in dem kaiserlichen Kleriker- Seminar zu Pavia, worin er durch die Verwendung je= ner G fchen& Boden, reizend erhielt tiden, Imaginat freubege ftürme, nach E Verion Franz weife Sien und m Manne und und S Charm ihn E neten S Haufe forge an bas Ran unter mer Genialitit gsrollen Anan en Kuffisen to lige Profeffer t gab, zeichnen j taffe und lebe en hon dat it unfers n Fommen wi mit Geift u bodh client ngetrübten fr aften nidt n , unb ber mlofen Frater rte und un Blehrer in th en. Der B Biffingen, braden, nad nach Ron: Beitbild of ifrem ge rung durch Dheim be Befanatichaf Bid in fei bald wieder Fer- Seminar ebay je 267 ner Gönner einen Freiplah erhalten, seine theologi schen Studien zu vollenden. Hier, auf italischem Boden, unter südlichem Himmel, umgeben von der reizendsten Natur und von phantasiereichen Menschen, erhielt er Bekräftigung in seiner Richtung zum Poe= tischen, und nahm in sich auf jene Schätze der Imagination und des Gefühls, welche ihn für und für zum liebenswürdigsten Gesellschafter und zum freudegebenden Freunde machten.<< » Auch von Pavia verdrängten ihn die Kriegsstürme, und er fam noch vor vollendeten Studien nach Wien, woselbst er durch seine ansprechende Persönlichkeit augenblicklich die Huld des Kaisers Franz gewann, und sich der ausgezeichnetsten Be weise von dessen väterlicher Fürsorge erfreute. In Wien, im nähern Verkehr mit der großen Welt und mit vielen kenntnißvollen und merkwürdigen Månnern, gewann sein Geistesblick noch an Umfang und Tiefe, seine Menschenkenntniß an Reichthum und Reife, sein Umgang an Gewandtheit, und sein Charakter an jener in sich selbst ruhenden Kraft, die ihn bis zum letzten Moment des Lebens auszeich neten.<< » Nachdem er noch einige Zeit als Hofmeister im Hause des k. Staatsraths von Fechtig in Wien, sodann abermals im Bissing schen Hause in Konstanz verlebt hatte, trat er als Priester in das Seelsorger Amt; zuerst in Freiburg als Kooperator an der St. Martinspfarre- und noch jezo hallt das tausendstimmige Lob seiner damals gehaltenen Kanzelreden, wie seines trefflichen Schulunterrichts, unter uns wieder sodann in dem benachbarten - 268 Ebnet als Pfarrer, hierauf in gleicher Eigenschaft in dem nur wenig entferntern, romantisch schön gelegenen Wittnau, einer freiberrlich v. Bolschweilischen Patronatspfarre, der er bis anderthalb Jahre vor seinem Tode vorstand. Bald ward er Jurat des Kapitels Breisach, und später landesherrlicher Dekanatsverweser; in jeder Eigenschaft mit Eifer thätig, berufstreu, und wohlthätig wirkend. In die= ser ganzen Zeit blieb er durch häufige Besuche und vielfachen Verkehr mit zahlreichen Freunden wie cingebürgert in unserer Stadt. Sie hörte nie auf, ihn den Ihrigen zu nennen, und sich seiner zu freuen, während nicht minder seine Pfarr- Angehörigen liebend und verehrend an ihm hingen, und mit Stolz sich seines Besizes rühmten.«< » Nick selbst, mit åchter Lebensweisheit, wußte die Freuden dieses doppelten Verhältnisses zu schä= hen und zu genießen. Dort, in seiner ländlichen Pfarre, in einer der lieblichsten Gegenden des Landes, schlürfte er, ein treuer Freund der Natur, mit vollen Zügen den Nektar, den sie ihren Lieblingen reicht, und freute daneben sich Tag für Tag seines wohlthätigen, mit innigstem Dank und Liebe aner= kannten Wirkens unter den einfachen, für seine våterlichen Lehren empfänglichen Kindern der Natur. Hier, in der Stadt, wohin er jugendlich- rustig mehr als einmal jede Woche pilgerte, empfing ihn jedesmal die herzlichste Begrüßung zahlreicher Freunde, und erquickten ihn die geistigen Schätze der Büchersammlungen und Lefevereine. Kehrte er, neugestärkt und bereichert, in die ländliche Heimath zurück, so war er dort, kam er wieder in die Stadt, so war er bier eine nung, imm empfangen Pfarrhause Gang noth Feft, and S thuende G winterliche Berufsgeid trefflich o ftesarbeit Bo nige bur fchrieb em feiner jet wie zum tre feine ner Kmt quidung aud in wieder, nach bu deffent liche Nu gleichber Heraus Mad S ter Sac und K gehörte hatte w wurde der Eigen antiſh finge 2. Boldor derthalb Jah mard er S Mandeshertide aft mit Gift fend. Ja lie Befudhe mb Freunden Forte nie a ner zu freuen, gehörigen lie mit Stel Feit, wußte zu fhde ländlichen des Lan Ratur, mit Lieblingen Tag feines Liebe anet feine ode er Ratur fig mehr jedesmal nde, und derlomm To mar er 269 hier eine Allen erfreuliche, vielen ersehnte Erscheinung, immer neu, immer Freude gebend und Freude empfangend. Oft ward ihm in dem wirthbaren Pfarrhause Freundes- Besuch von nah und fern. Der Gang nach Wittnau war für seine Vertrauteren ein Fest, und Niemand verließ sein Haus ohne wohlthuende Erinnerung. Die trúben Tage und die winterliche Beit fürzte er, so viel nach geendeten Berufsgeschäften ihm freie Muße erübrigte, durch trefflich gewählte Lektüre und durch mancherlei Geistesarbeit.« » Von solchen Geistesarbeiten sind jedoch nur we= nige durch den Druck bekannt geworden. Meist schrieb er sie blos für sich selbst, nur als Denkmal seiner jedesmaligen Studien und Gefühle, oder auch, wie zumal seine gemüthreichen Predigten, und spåter seine akademischen Vorlesungen, zum Behuf seiner Amts- Verwaltung; häufig aber blos zur Erquickung seiner Freunde, welchen er sie vorlas, oder, auch in Episteln zusandte. Manche verbrannte er wieder, gegen der Freunde dringendstes 3ureden, nach davon gemachtem zeitlichen Gebrauche. Indessen besitzen wir doch von ihm verschiedene herr= liche Aufsäge in J. G. Jacobi's ,, Iris", deren gleichberühmter als des edelsten Ruhmes werther Herausgeber ihn herzlichst liebte und innigst ehrte. Nach Nicks Besuch sehnte sich der gefeierte Dichter Jacobi als Mann und als Greis, in Gesundheit und Krankheit, stets wie nach einem Labsal; Nick gehörte zu seinen engst vertrauten Freunden, und hatte wohlthuenderen Einfluß auf ihn, als Alle. Noch wurde die vortreffliche Kanzelrede Nicks auf den er 270 fahrenen Wechsel der Herrschaft, da Breisgau von Desterreich an Baden kam, dem Druck übergeben, und eine andere auf den Tod Papst Pius VII. Noch bedeutender, weil eingreifend in eine der wichtigsten Angelegenheiten der neuesten teutschen Kir chengeschichte, ist sein ,, Sendschreiben eines Pfarrers an seine Amtsbrüder im Großherzogthum Baden, über die Beschwerden gegen den Bisthumsverweser von Konstanz, Freiherrn von Wessenberg( f. die Beurtheilung desselben in Hermes VI. 111. ff.) ein edles Geisteswerk, welches gleichmäßig den hellen, sowohl wissenschaftlichen, als praktischen Ver stand und das reiche Gemüth des theuren Entschla= fenen beurkundet, und dabei ein würdiges Denkmal ist seiner herzlichen Berehrung und Liebe für den, der Liebe aller Guten in so vollem Maaße werthen Bisthumsverweser, Freiherrn von Wessenberg, der ihm auch solche Empfindung mit aufrichtiger Erwiederung lohnte.<< bestätigten zur al ſchule an » Die Stunde schlug, wo unserem Nick ein gros ßerer Wirkungskreis geöffnet ward. Aus Liebe für Freiburg hatte er von verschiedenen Gelegenheiten zur Vertauschung seiner im Ertrag nur mittelmå ßigen, und durch die harten Zeitläufte noch mehr herabgekommenen Pfarre gegen eine reicher dotirte keinen Gebrauch gemacht. Jest trug ihm die theo= logische Fakultät dahier die, durch den Tod des ( zum Erzbischof designirten) geistlichen Raths und Professors Wanker erledigte Lehrkanzel der christlichen Moral und der Religionslehre an, und er nahm den durch gnädigste Ernennung Sr. Königl. Hoheit dientvollem bem hohen Huldigung rechtfertigte der Kenn und huma fit oder i fchmeidige wandt um et als S Husbil dhen Kn Bild feim wie zu be Deffen d der Pub Saat be waren bend i geführte Manne deiben mie vor Robeste lichen F mehrer vieleri bender Gelbst F Breisgau Drut the Pius VIL eine der tid teutfchen Si eiben eine im Guj Befomentez bon fi berg( VL. 111. sig den h altijden Be ren Entible ges Denkmal be für den maße werthen ffenberg, frichtiger Gr id ein gr Liebe fir Selegenheiten r mittelmás nob mebr der botirte mbie the Tob des Raths 7ber chri und er nam Onigh Hotelt - 271 bestätigten Ruf nach einem bescheidenen Saudern - zur allgemeinen Freude der Stadt wie der Hochschule an. Es war keine leichte Aufgabe, den ver= dienstvollen und gefeierten Wanker zu ersetzen. Nick, dem hohen Werth des Vorgängers die aufrichtigste Huldigung zollend, erkannte ihre Schwere; aber er rechtfertigte durch den schönsten Erfolg das Vertrauen der Kenner, die ihn berufen, ein echt- christlicher und humaner Moralist, gleich weit entfernt von Mystik oder finsterer Ascetik, wie von Frivolitåt oder ge= schmeidiger Nachsicht, fortwährend dem Lichte zuge= wandt und der Liebe. Seine Antrittsrede, worin er als Bedingung wahrer Tugend, die höhere Ausbildung der geistigen wie der gemüthlichen Anlagen des Menschen fodert, ist ein sprechendes Bild seines eigenen Charakters; und wenn einmal, wie zu hoffen ist, ein Freund oder Amtsgenosse Nicks dessen überlassene Hefte über Moral und Religion der Publizität übergiebt, so werden sie eine reiche Saat des Guten seyn. Nicht volle anderthalb Jahre waren dem Edlen vergönnt, in dem, fast widerstre= bend übernommenen, aber dann mit Eifer und Liebe geführten Lehramte zu wirken. In der Fülle der Manneskraft, inmitten seiner Freude über das Ge deihen seiner neuen Arbeit, ungeahnet von ihm selbst wie von seinen Freunden, urplötzlich überfiel ihn die Todeskrankheit. Vergebens war alle Hülfe der årztlichen Kunst. Sein vieljähriger Arzt und Freund, schon mehreremal sein Retter aus schwerer Krankheit, ein vielerfahrener, denkender und von humanem Eifer gluhender Heilkunstler, und, vereint mit ihm, ein von Ihm Selbst herbeigerufener edler Beteran der hiesigen Aerzte, 272 Männer, deren Name Tausenden Trost, wie ihre Kunst Tausenden Hülfe ist, übten dieselbe umsonst an dem hart Darniederliegenden. Nach kurz dauernder, scheinbarer Besserung erfaßte ihn der Tod mit aller Gewalt, und endete jedoch schnell und schmerzlos ein so Vielen theures Leben.<< » Er läßt eine trauernde Mutter und drei Geschwister Gegenstände seiner innigsten Liebe, doch Alle entfernt und durchs Schicksal auseinander gerissen - - zurück.«< » - für Alle. E des Worte lienglied, Freud unt Der Lebenslauf unsers Freundes zeichnet sich nach dem Allen keineswegs durch außerordentliche Begebenheiten oder überraschenden Glückswechsel aus. Nicht in den Schicksalen Nicks( er strepte nie nach Glänzenderem, und fand in geräuschloser Zufriedenheit, in Freundesumgang, in edien Studien und in stillem Wirken sein Glück), nur in seiner Personlichkeit liegt das Interesse seines Bildes und seines Namens. Und dieses Interesse ist von der ansprechendsten, wohlthuendsten Art, es wird dauern- mit ihm die Trauer über unsern Berlust so lange als unser Leben. Ihr Alle, die ihr ihn kanntet, seines Umgangs, seiner Freundschaft euch erfreutet, klugen Rath, zarten Trost, Erheiterung, geistreiche Mittheilung, Belehrung in Scherz und Ernst von ihm erhieltet, ihr Alle sprecht mit Innigkeit meine Worte nach. Ohne Unterschied des Standes, Geschlechtes oder Alters, Alle weihtet Ihr ihm Eure Hochachtung und Eure Liebe. Wenn Nick in ein Haus trat, so erfreute sich Alt und Jung. Seine Mittheilungen, jedem Charakter, jedem Verhältniß mit seltener Gewandtheit und Bartheit angepaßt, waren wohlthuend vollständig, Schluß gefa die Kinder, entgegen, Gunft. D vom Verf gewinnen, Kleinsten Funken d зи fie- mou pfarramtli ten zu lep nie verfiem Kreife ben Nid erfre Geiftes dem fein fpenden. er ergabl wohlgefü Munde, Foftliche Gute gr len Ber Fraftiger wähltes, ihm gel Fah wie ihre Stuf mfonf an a meraber, de mit aller Ge mfhmerzlesund drei Ge fen Liebe, t einander geifen einet fin dentliche Beg fel aus. Rigt ebte nie nad fer Bufrieden ubien und in mer Perfon bes und fei von der an ird dauern ft- fo lange fanntet, fe erfrentet, flu eißtreide Mite unft von ihm meine Worte Geschlechtes Hochachtu Baus trat, Mittheilung mit feltener G ren wohlthuen - 273 für Alle. Hausfreund im vollsten und schönsten Sinne des Wortes, ward er geliebt wie ein theures Familienglied, und von Allen in Anspruch genommen, in Freud' und Leid. Ohne ihn war kein häusliches Fest vollständig, ohne seinen Rath ward kein wichtiger Entschluß gefaßt, für ihn gab's kein Geheimniß. Selbst die Kinder, von jedem Stufenalter, eilten ihm jubelnd entgegen, und zankten sich um den Vorzug seiner Gunst. Die schöne, vom Herzen nicht weniger als vom Verstand ausgehende Kunst, der Kinder Liebe zu gewinnen, ihr Ohr zu fesseln durch freundliches, den Kleinsten verständliches Wort, spielend in sie manchen Funken der Erkenntniß und manchen Samen des Guten zu legen, verstand er wie nur Wenige, und übte sie wodurch er auch doppelt wohlthätig in seinem pfarramtlichen Wirken ward mit Herzlichkeit und nie versiegender Lust. Aber auch außer dem engern Kreise der Freunde, in jedem geselligen Kreise war Nick erfreuend und beliebt. Aus der Fülle seines reichen Geistes und Gemüthes, mit 3artheit, Anmuth und dem feinsten Takt, wußte er jedem eine Gabe zu spenden. Alle fühlten sich hingezogen zu ihm. Wenn er erzählte, darstellte, Edles pries oder Schlechtes mit wohlgeführter Geißel züchtigte, hing Alles an seinem Munde, und wurde des Hörens nicht satt. Diese köstliche Suade vermehrte auch seinen, stets aufs Gute gerichteten Einfluß in amtlichen und kollegia len Verhältnissen. Sänftigend, schlichtend, rathend, bekräftigend oder zurückhaltend wirkte hier sein wohlge= wähltes, gleich verständiges als herzliches Wort, und ihm gelang, woran der Eifer der Uebrigen scheiterte.< - -Fahre wohl, du Theurer und Guter! Nimmer 18 274 wird bein Andenken unter uns welken. Jeder Kreis deines Wirkens und Seyns ist voll der freundlichften Erinnerungen. Den enger Vertrauten aber, welchen dein heller Geist und dein edles Gemüth in näherer Mittheilung sich erschloß, wird jede Stelle heilig bleiben, wo sie mit Innigkeit deiner genossen; draußen in der schönen Natur, und daheim am Altar der Penaten.<< Die bei weitem liebenswürdigste Seite Rottecks ist, unbeschadet aller von uns aufgezählten Verdienste, sein Charakter als Mensch und Familienvater. Als solcher lebt er ganz, oft nach patriarchalischer, oft nach antiker Weise: bald im angefüllten Bücher- und Schriften- Zimmer, umgeben von Bildern der edelsten Alten und Neuen, vor Allen Wessenbergs Bild in der Mitte; bald auf seiner Villa, beschäftigt mit schwerer ökonomischer Sorge. Denn vor allen Privatbeschäftigungen ist die Landwirthschaft seine geliebteste. Sie ist es auch, welche seine literarische Thätigkeit vielfach beschneidet und mäßigt. Dieser Verführerin müssen wir den Verlust mehr als eines Geisteswerkes Schuld geben*). Er erklärt seinen Geschmack aus historischen, juristischen und ärztlichen Gründen, und wir müssen dieselben ehren. So viel ist richtig, daß diese Geliebte, die er neben seinen zwei rechtmäßigen idealen Frauen, der Klio und der Themis, sich hålt, seine Lebensretterin geworden ist, indem *) Rotteck nahm daher auch an den Arbeiten des landwirthschaftlichen Vereins in Baden manches Jahr hindurch thätigen Antheil, als Mitglied des ständigen Ausschusses desselben. er fribe tig gefu tigunge Die thm fo E bat vollen S im Sche fes eben Geschich reits m blid, i die an bem f derfelbe Ein bon Ro fenbaftig oder ihn fe Eifer einer bie gr fprache Details ftandlic über E Voll Der m feit u der Fr bauen Jeber S ber freundli uten aber, we es Gemith is wird jebe Stel beiner genot daheim an Seite Rods ten Berbiente lienvater. T ider, oft nad Bücher und rn ber ebelfen Bergs Bild is dhaftigt mit allen Pris ft feine ge me literariide Bigt. Diefer mehr als eines rt feinen Ge dryliden So viel ift feinen zwei und der The en ift, inten bes landwirt Fahr hindurch igen Auffes 275 er früher vielfach gekränkelt, und niemals sich so kråf= tig gefunden hat, als seit er von seinen Hauptbeschäf= tigungen in ihren Armen von Zeit zu Zeit ausruht. Diese ideale Geliebte jedoch, welche nicht wenig ihm kostet, hat der realen Gattin nichts entzogen. Es hat lettere ihn zum Vater von neun hoffnungsvollen Kindern gemacht, und die Freunde haben im Scherze bemerkt, daß die Geschichte seines Hauses eben so viele Theile zählt, als seine» Allgemeine Geschichte. Unter seinen Kindern befinden sich be= reits mehre erwachsene. Es ist ein rührender Anblick, ihn in der Mitte seiner Familie zu sehen und die ängstliche Sorge zu beobachten, welche er auch dem kleinsten Wunsche, und dem leisesten Unfalle derselben widmet. Einer der hervorstechendsten Züge des Charakters von Rotteck ist die strenge Rechtlichkeit und Gewissenhaftigkeit in Allem, was er einmal zu besorgen oder zu vertreten übernommen hat. Es giebt für ihn kein Kleines und kein Großes; mit gleichem Eifer wohnt er einer Museums-, einer Senats- und einer Stånde- Sigung bei. Bei den Geschäften herrscht die größte Pünktlichkeit, und er låßt sich im Gespräche mit dem Pachter seines Gutes über alle Details der Landwirthschaft eben so geduldig, umständlich und gründlich aus, als in den Vorträgen über Staatsrecht und Politik mit den Studierenden. Voll Mißtrauen gegen das posse und das velle der meisten Menschen, schenkt er seine Aufmerksam keit und Freundschaft erst nach längerer Prüfung; der Freund aber kann bis zum Aeußersten auf ihn bauen. Des Freundes Sache ist seine eigene gewor 18* 276 den, und die Sohlen brennen ihn, bis er jene zu irgend einer Entscheidung gebracht sieht. Rotteck ist von mittler, fast kleiner Statur, mager( von jener Art, wie Cåsar sie nicht geliebt); sein Gesicht, ohne auffallende Züge, drückt Verstand und Ruhe aus; aber die tief in der Höhle liegenden Augen blitzen von Zeit zu Zeit das Feuer seiner Seele hervor. So wie er in seinen Schriften weder zur Rechten noch zur Linken, geradeaus auf das Ziel losgehend, abweicht, also blickt er bei Gang und Stellung, in Vortrag und Unterredung weder zur Rechten noch zur Linken, sondern stets vor sich. Sein Temperament ist cholerisch; doch bleibt er in der Regel ziemlich Meister seiner Haltung, und bei gereiztem Gemüth werden nur die Worte etwas schneidender. Es läßt sich nicht läugnen, daß dieselben oft allzu schneidend sind, und daß das starke Gefühl seines Rechts nicht selten gegen Einzelne und im Einzelnen ihn ungerecht macht; daß der Mensch, welcher in der Grundidee ihm widerstreitet, die Gnade bei ihm nicht immer findet, welche der Philosoph häufig sonst gewährt. Aber dies„ Wer nicht mit mir ist, ist wider mich,« gehört auch zu seinem Ganzen, und wird von ihm auch immer nur im Kampfe für Ideen und Grundsäße angewendet. Persönlichen Haß und persönliche Nache kennt er nicht. In seinen Privatbeziehungen ist der rustige und furchtbare Streiter für seine Theorien der mildeste, versehnbarste, gutmüthigste Mensch, wie nur Wenige zu finden sind. Alle seine Leidenschaften find rein- politischer Natur, und stehen mit seinen Ansichten von Pflicht und Recht in genauester Bezie сс hung in gemi wir fie Bitterfe für fid dient, in tung fich Stanbpur einem en mag in was Joll 218 meine E Nie wa Mann, zu hande Mühe fei dennoch Rechtich er der fügen, eine nic Mit me ( vielleid Der Gei Bwei Berfaffe Der Frem Innigfe tischen Breisga Galact Statur, me midt Berkant Höhle liegen bas Fear inen Spriten geradeaus auf blidt er bi Unterredung fondern fet larifdh; bod feiner Hal ben nur die nicht laug find, und tfelten ge recht macht; Dee ihm wi mmer findet brt ber mich, gehört ihm auch Grundlage lide Rache gen ift der Theorien Menfch, wit idenfchaften feinen In effer Biglie 277 hung. Oft haben wir und Andere seine Starrheit in gewissen Abneigungen beklagt, besonders da, wo wir sie nicht getheilt, und den Trefflichen allzu große Bitterkeit gegen Personen beschlichen, welche, an und für sich ebenfalls voll Talent, Tüchtigkeit und Ver dienst, in einer, von der seinigen verschiedenen Richtung sich bewegt, oder welche ein eigenthümlicher Standpunkt und die Summe des frühern Lebens nach einem entgegengesetzten 3iele getrieben; aber von ihm mag in dieser und auch anderer Hinsicht gelten, was Joh. Müller von Kato schreibt: Als Viele sich vereinigten, in Geschäften ge= meine Sache zu halten, blieb für die Gesetze Kato. Nie war ein dem Ideal der virtus mehr ähnlicher Mann, der das Gute nur darum wirkte, weil anders zu handeln nicht in seiner Seele war. So viele Mühe seine Feinde sich gaben, ihn herabzuwürdigen, dennoch blieb sein Name gleichbedeutend mit der Rechtschaffenheit selbst. Einen Fehler hatte Kato, daß er der herrschenden Verderbniß auf keine Weise sich fügen, und lieber etwas Gutes unterlassen, als auf eine nicht ganz streng gefeßmäßige Art handeln wollte. Mit mehr Nachgiebigkeit wäre er seinem Vaterlande ( vielleicht) nützlicher gewesen; aber ein Kato würde der Geschichte der Menschheit fehlen.< Zwei unvergeßliche Erinnerungen schweben vor des Berfassers Seele, zwei Erinnerungen an Panoramen der Freundschaft und Geistesberührung von seltener Innigkeit und Feierlichkeit; die eine aus der helve= tischen Heimath, die andere aus dem lieblichen Breisgau; die eine aus der reizenden Villa auf dem Schlachtfelde von St. Jakob, damals Versammlungs 278 ort der schweizerischen gemeinnützigen Gesellschaft; die andere aus der romantischen Villa Rottecks, wo wackere Männer und sinnige Frauen oftmals ange= kehrt, damals Empfangståtte für einen ausgezeichneten Gast, den edlen Reisenden und Seemann, Major von Prokesch. In ersterer Versammlung war die Blüte der Männer des Schweizerlandes, zu Berathungen über vaterländische Interessen, vereinigt; in letterer genoß, gelagert um den Mann ohne Furcht und Tadel, eine Gesellschaft von Individuen verschiedenartiger Ansichten, neben der herrlichen Natur die freundlichsten Eindrücke geistvollen Gespräches über Freuden und Leiden der Menschheit, und Hoffnungen und Irrthümer der Völker, und Absolutisten und Konstitutionelle, und der Verehrer Mehmed Ali's und die begeisterten Philhellenen verstanden sich einen Au genblick in rührender Amnestie über den Grundirtthum, welcher Europa das Hauptuntheil bringt, und welcher die Leidenschaften wider einander treibt. Einen Nachklang dieser Erinnerung hatte der Verfasser, als er zum letztenmal 3schokke's Hand drückte und von den Sempacher Freunden, nicht ohne tiefe Ahnung der Zukunft, Abschied nahm; und dann wiederum, als er mit zerrissenem Herzen und unter strömenden Thränen von dem Helden dieser Biogra= phie und einer Zahl trefflicher Freunde und liebenswürdiger Freundinnen in den verhaßten Wagen stieg, der von den blumenreichen Ufern der friedlichen Dreisam nach den Dünen und ihren Stürmen ihn zurückbrachte, nicht ohne trüben Blick in die Geschicke der nächsten Zukunft. Wie eine höhere Macht die Individuen trennt, alfo film und bie Hand a verheeren cheln, un treu gem trog alle bringt, f Gefelidaft; he Retteds, oftmals ng an_auågezeihne Feemann, Maje mlung war die bes, zu B , vereinigt; in 279 also führt sie auch die Ideen derselben auseinander, und die Nothwendigkeit greift mit unerbittlicher Hand an die schönen Bilder. Aber auch nach dem verheerendsten Sturme muß eine Sonne wieder låcheln, und wo nur die Grundsätze in der Hauptsache treu gewahret worden, da müssen auch die Herzen, trotz alles Widerspruches, den das wechselreiche Leben bringt, sich wiederum einst zusammenfinden. Individuen ve Herrlichen Nat Gefprides the und Hofnunga bfolutifen und feb 2013 fibh einen Den Grundire wil bringt, und ber treibt. Gi eber Berfa and brifte unb ofne tiefe Af nd dann wie: n und unter iefer Biogra und lieben ften Bagen Der friedlichen Stirmin in bie G widmen trennt C this sing a Beilage. wischen derfelben f gebnisse ne ten, weld ganz eige von der prage am Meinung chen, vi einer veri baben bu auf ande fcheinbar genüber Entzwe liche S Num feither fand r Siege Geifte tudti Mini bie 9 ben Seiter Zwischen Absendung der Handschrift und dem Drucke derselben sind mehrere Monate verstrichen, und Begebnisse neuer, höchstwichtiger Art in Menge eingetreten, welche der Lage der Dinge in Teutschland eine ganz eigenthümliche Gestalt, und den Erwartungen von der nächsten Zukunft ein bedeutungsvolles Gepråge aufgedrückt haben. Die Parteien und die Meinungen haben sich stärker, als zuvor, ausgespro chen, viele gerechte Wünsche, von dem Uebermuth einer vorübergegangenen Periode beharrlich verschmäht, haben vor dem Throne kluge Erhörung gefunden; auf andern Punkten stehen Regierungen und Stånde, scheinbar unter anständigen Formen, seltsam sich ge= genüber, und betrübende Zeichen von Mißtrauen und Entzweiung stellen sich ein, wie sehr auch gemüthliche Seelen das Bessere ersehn und verhoffen mögen. Auf jener Seite, wo der Held vorliegender Schrift seither gewaltet und gewirkt, hat der politische Verstand nach oben ganz besonders einen erfreulichen Sieg erfochten, und die edle Persönlichkeit eines im Geiste der Zeit fortschreitenden Regenten, und die tüchtige Gesinnung mit ihm genau harmonirender Minister alle die Klippen glücklich umgangen, welche die große Aufregung unserer neuesten Tage auch den stärksten und erfahrensten Geistern nach allen Seiten hin bereitet. Die Männer der Willkühr 284 und der Mißgriffe sind nach und nach vom Schauplake abgetreten, ohne daß ein Seufzer oder ein Dank ihnen gefolgt; nur das von Loyalität, Charakterstärke und großartiger Gesinnung geadelte Talent hat in den höhern Regionen sich gehalten, oder geltend gemacht. Allen blinden Werkzeugen des Ehrgeizes und der Leidenschaft ist hiemit eine warnungsreiche Lehre gegeben; aber sie fodert auch die glücklichern Nachfolger zu Bescheidenheit, Klugheit und Wachsamkeit auf, denn der Besitz der Macht übt einen zauberischen Einfluß, und verführt oder verdirbt auch die Besten in der öffentlichen Meinung, da bei der höhern moralischen Werthung zugleich die Erwartungen von ihrer Wirksamkeit sich steigern. ( Der neueste badische Landtag bietet eine Reihe eigenthümlicher Erscheinungen dar, und der Beobachter und Geschichtschreiber der Entwicklung des fon stitutionellen Lebens, zumal in Teutschland, wird nicht ohne großes Interesse die Anstrengungen und Leistungen einer Reihe von Männern verfolgen, welche an Patriotismus, Rednertalent, Begeisterung, Intelligenz und Kenntniß eine glückliche und seltene Vereinigung aufweisen, und unter welchen auch Vertreter weiland entgegengesetzter, oder entgegenge= setzt scheinender Interessen durch die edelste Selbstverläugnung und durch feurige Vertheidigung des gemeinsamen Ganzen einen unverwelklichen Lorbeer bei ihren Mitbürgern sich errungen. gnügen ha Diesmal h Es kann nicht die Aufgabe des Verfassers dieser Schrift seyn, eine Geschichte dieser Legislation nachträglich hier zu liefern; aber mit gesteigertem Vermit allen Kuftreten Grundsgem hindurch zu die Eprade ber Stimm mehr oder wir glaube mith wat nigfad w begleitet. Es ist wo doppel hern gut Randidatur mit aus ve gen es, c titularitat glauben antwortli einen me tioneller leins als Kuch von allem von dem herrn von som Eb fer oder ein palitit, Ge geabelte e gehalten, the zeugen mit eine m bert and he eit, Rich verführt cher tlichen Mi Berthung z famteit fi eine Reibe Beobach des fon land, wird gungen und folgen, wel Begeisterung, und feltene Idhen auch ntgegenge te Selbft gung bes en Lorbeer fers bike tion mod tem Ber 285 gnügen hat er seinen alten Lehrer und Freund auch diesmal hoch im Vertrauen des Volkes und innig mit allen Bessern zusammenwirkend gesehn. Sein Auftreten auf der Tribüne war stets den alten Grundsäßen und Gefühlen gemäß, welche ihn Jahre hindurch zum Opfer bitterer Verkennung gemacht; die Sprache war vielleicht bisweilen angeregter von der Stimmung, welche allen denkenden Geistern mehr oder minder gegenwärtig sich mittheilt; aber wir glauben stets auch das humane, edelstolze Ge můth wahrgenommen zu haben, welches in mannigfach wechselnden Lebenslagen ihn ununterbrochen begleitet. Es ist zu bedauern, daß auch in diesem Jahre, wo doppelte Verpflichtung oblag, die Fehler der frůhern gut zu machen, geschäftiger Servilismus der Kandidatur Rottecks hemmend entgegentrat, so viel wir aus verschiedenen Zeitblättern ersehn. Wir was gen es, aus Unkenntniß der Lokalitäten und Par= tikularitäten, nicht, in die Details nåher einzugehn, glauben jedoch, mit Verwahrung aller eigenen Ver antwortlichkeit für die uns unbekannten Thatsachen, einen merkwürdigen Aufsatz aus dem konstitu= tionellen Teutschland den Lesern unseres Werk leins als Beilage hier mittheilen zu müssen. Freiburg im Breisgau. » Den 10. Januar 1831. Auch Freiburgs Bürgern wurde endlich die långst von allen Gutgesinnten ersehnte Möglichkeit, an dem von dem großherzoglichen Wahlkommissar, Kammerherrn von Falkenstein festgesetzten Wahltage, den 286 29. Dezember v. J., durch die Wahl von Rottecks zu ihrem Abgeordneten in die zweite landständische Kammer ein politisches Glaubensbekennt niß auszusprechen, welches mit ihnen der größte und hochherzigste Theil der für konstitutionelle Volksfreiheit begeisterten Einwohner Badens theilt. Schon früher war der Mann unseres Landes von drei Bezirken, in drei verschiedenen Krei: sen, im ein und zwanzigsten Aemterwahlbezirk Gen= genbach und Oberkirch von neun und sechzig Wahlmännern einstimmig; im ein und zwanzigsten Aemterwahlbezirk, Amt Kenzingen mit Endingen gleichfalls mit Stimmeneinhållig= keit; in dem nicht minder edeln Seekreise, Bezirk Konstanz, mit Ausnahme von zwei Stimmen, einhållig zum Deputirten gewählt worden. Auch die trefflichen Bewohner eines vierten Wahlbe= zirks, des zweiten Landamts Freiburg und des Amtes Waldkirch, welche in den Wahlversammlungen von 1825 für Rotteck sprachen, als die Sprache für ihn als Verbrechen gegen die Regierung galt, hatten diesen zu ihrem Abgeordneten in die zweite Kammer gewählt. Deffentlich ist nun Rotteck, nach vier vorausgegangenen Wahlen, auch in Freiburg durch die auf ihn gefallene Wahl die Rechtfertigung für die Kränkungen geworden, die ihm im Jahre 1825 und 1828 die Umtriebe einer servilen Magistratspartei zufügten. Unter fünf Bezirken kann von Rotteck wählen( im fünften Bezirke, Landamt Freiburg, ist bereits nach seinem Vorschlag ein Abgeordneter in seinem Sinne gewählt worden). Von wenigstens zehn Bea von denen genothigt ift die ve fondern de jeben ebelbe gen, wenn Bahl ni bes Publi furze, ten ging in Frei Liberal In den Liberalen ber befter der Phra taugtem in der Landes Nur Geschi Freib Berfaffe Da geordnet irgend Des G vernin Reiner bei un einem ie geite la laubensbeken ber größte nelle Boll theilt G Landes denen St wahlbezirk Ge ein und z nzingen neinhällig efreiſe, B mei Stimmen worben Nud Wahlbe eiburg unt en Wahlver Sprachen, d gen die Regie geordneten in Bablen, and allene Wahl fungen ge 1828 bi ratspart bon Rott Freiburg, i georhater is wenigfent 287 zehn Bezirken sind Anträge an ihn ergangen, von denen er die meisten dankend abzulehnen sich genöthigt sah. Nicht von Rotteck( denn diesem ist die verdiente Anerkennung zu Theil geworden), sondern der guten Sache wegen muß es daher jeden edeldenkenden Bewohner unserer Stadt schmers zen, wenn die auf ihren Repräsentanten gefallene Wahl nicht völlig fleckenlos vor den Augen des Publikums dastehet. Wie viele, leider nur zu kurze, halb oder ganz unwahre Nachrich= ten gingen über die Wahl der Wahlmanner in Freiburg und die sogenannten, Umtriebe der Liberalen selbst in bessere Zeitungsblåtter über! In den meisten wurde von den Umtrieben( sic!) der Liberalen ganz unverholen gesprochen, und in einem der besten Zeitungsblåtter eine solche Nachricht mit der Phrase geschlossen, die politischen Farben taugten überhaupt nichts; es müßten alle in der gemeinschaftlichen Farbe des Vaterlandes untergehen. Nur eine getreue, aus Urkunden geschöpfte Geschichte der Wahlmännerwahl der Stadt Freiburg wird diese Zeitungsnachrichten und ihre Verfasser bei Unbefangenen ins gehörige Licht stellen. Daß die Wahl der Wahlmänner und der Abgeordneten in die landständischen Kammern, ohne irgend einen Einfluß der Regierung, ein Resultat des Gesammtwillens seyn müsse, darüber ist jeder vernünftige und guteswollende Staatsbürger im Reinen. In frühern Zeiten konnten wohl auch bei uns Badenern die Wahlen nicht immer in einem solchen Sinne vor sich gehen, theils da die 288 Menge durch feile, dienstwillige Regierungsbeamte sich einschüchtern ließ, theils, da sie, der Oeffentlichkeit und Pünktlichkeit der Gerechtigkeitspflege und der freien Presse entbehrend, für ein freies politisches Leben minder empfänglich war. Die Ereignisse des Jahrs 1830 und ihre Einflüsse auf Teuschland find bekannt; nicht minder der liberale Geist unserer ietigen Regierung. Offen und frei kann der badische Staatsbürger sich aussprechen über die höchsten Interessen eines Staates, über Volksglück und gesetzmäßige Freiheit. Volksbesprechungen gelten nicht mehr als politische Ketzereien; Volksversammlungen, wie deren häufig in dem politisch- mündigen französischen und großbritannischen Staate als Mittel zu politischen Zwecken angewendet werden, gelten nicht mehr als verbrecherische Klubbs geachteter Demagogen. An die Liebe und Treue zur Regierung und dem edlen Regenten können sich auch die Wünsche des Badenvolkes um so eher anreihen, als Regierung und Volk einander nicht feindlich gegenüber stehen, und selbst der neueste Ministerial- Erlaß vom 26. Novbr. 1830 die edelsten Gefühle unsers durchlauchtigsten Großherzogs über die Wahl landständischer Abgeordneter in folgender Stelle ausdruckt: » Schon in den ersten Augenblicken, in welchen » Se. Königl. Hoheit der Großherzog, nach dem Mil» len und unter dem Schuße der Vorsehung, die 게 P Regierung des Großherzogthums angetreten, haben Höchstdieselben die feierliche Zusage ertheilt, und öffentlich verkündet, die Verfassung des Landes hei» lig halten zu wollen. Diese Zusage ging aus der 30 inner Wel beit mit Berpflichtu Defelben haft und großherzog hegen, die einem der fen, ober gunft irg auch fey, Wille, Der Reg mittelba Mann ausgefproc finnung, fiitutione Digkeit d über die follende ferer S Gasthau firften v Tegenheit ger, Be burg ge fich. T Toast Rotter faffun urfunde gierungsbeam der Deffenti feitspflege und freies polit Die Ereigni auf Teuble Geist uni fann ber h Ser die hodin glúď und ge gelten ni erfammlunge inbigen fram als Mittel gelten night Demagogen ng und dem e Bünsche reiben, als t feindlid eßte Minis 30 die ebel fen Groß Difder Xb udt: in welden ach dem Wil febung, bie reten, baben etheilt, Bambel hei ting aus der 10 289 » innern Ueberzeugung hervor, daß Se. Königl. Ho» heit mit der Regierung des Landes zugleich die Verpflichtung übernommen hätten, die Verfassung desselben nach ihrem Inhalte und Zwecke wahr= haft und treu zu erfüllen. Hiernach konnte die -großherzogliche Regierung auch nicht den Gedanken -hegen, die Staatsbürger des Großherzogthums in » einem der wichtigsten Verfassungsrechte zu beschrän-ken, oder auf die Wahlen zu Gunsten oder zu Un» gunst irgend einer Person, durch welche Mittel es » auch sey, einzuwirken. Im Gegentheil ist es ihr Wille, daß auf die einzelnen Wahlen, von Seiten » der Regierungsbeamten, weder mittelbar noch un» mittelbar eingewirkt werde.< 29 " ע Männer, überzeugt von der Wahrheit der hier ausgesprochenen Gesinnungen, nur von einer Ge= sinnung, der Liebe zu ihrem Regenten, ihrer konstitutionellen Verfassung und der politischen Wür digkeit des teutschen Volks beseelt, besprachen sich über die im Monate Dezember v. I. vor sich gehen sollende Wahl der Wahlmänner und Deputirten unserer Stadt. Ein Gastmahl in einem öffentlichen Gasthause, am Namenstage unsers verehrten Landesfürsten veranstaltet, schien hiezu die schicklichste Gelegenheit anzubieten. Etliche funfzig Personen, Bürger, Beamte, Professoren, Bewohner des zu Freiburg gehörigen Pfarrdccfes Herdere, versammelten fich. Den Geist der Versammlung mag der Toast bezeichnen, den Hofrath und Professor von Rotted unserm Großherzog Leopold, der Ver fassungstreue, und der in unserer Verfassungsurkunde ausgesprochenen Wahlfreiheit, als dem ers 19 290 sten politischen Rechte eines freien Bürgers, brachte. Bald darauf, zu Ende Novembers, wurde ein neues Gastmahl veranstaltet; an zwei hundert Personen aus allen Ständen, die sich hier freundschaftlich in der Treue für ihr Fürstenhaus und der Liebe zur gesetzmäßigen Freiheit ihres Vaterlandes begegneten, nahmen Theil; von Rotteck sprach bei dieser Gelegenheit nachstehende Rede: » Meine Herren, Ueberall, wo das konstitutionelle Leben zu einiger Kraft, zu einigem Selbstbewußtseyn gelangt ist, er= kennen die Bürger die Wichtigkeit und Kostbarkeit der ihnen zukommenden Wahlrechte, und achten es für ihre heilige Pflicht nicht minder, als für ein Allen nahe liegendes Interesse, dieselben mit Besonnenheit, Treue und klugem, auf den Effekt gerichteten Eifer auszuüben. Versammlungen der wahlberechtigten, verfassungstreuen Bürger, Berathungen über die vorzunehmende, bestmögliche Wahl gehen dem eigentlichen Wahlakte voraus, und z. B. in Frankreich oder in England würde man denjenigen für einen verrückten oder boshaften Menschen halten, welcher sich beigehen ließe, gegen Versammlungen dieser Art auch nur das leiseste Wort des Tadels oder der Verdächtigung auszusprechen. Dieses sey vorläufig die Abfertigung derjenigen, welche etwa gegen unsere heutige Versammlung mißbilligend oder verunglimpfend sich erheben sollten. Wir, dahier Versammelte, sind Bürger und Einwohner Freiburgs und Staatsbürger Badens, verftand treue, die Kom und vom unferer zuüben, terlanbes und wo uns übe Bahlm politifd eigene ohne angem G oder dr nigftens Xlle, D fchaft E Sie wo nehmen putirte höhern wählen burcha mithi genfta Fer chen S gleich felig und ien Bürgers members, wh ich hier fr enhaus und dr Baterland tted fora bi eben zu einige gelangt if Rofbarkeit und achten ber, als fit diefelben mit uf den Effekt mlungen ber rger, Bene mögliche Wahl man benjenis en Menghen en Berfamm fie Wort des redhen ng berjenigen mmlung mi ben follten Burger und ger Bobens 291 verständige Bürger, so Gott will, und verfassungstreue, durchdrungen von der Kostbarkeit der durch die Konstitution uns verliehenen politischen Rechte, und von der Heiligkeit der Pflicht, sie auf die nach unserer eigenen Ueberzeugung bestmögliche Weise auszuüben, zum Frommen unser Selbst und des Va terlandes. Wir sind alle großjährig, auch Willens und wohl im Stande, das, was die Verfassung uns überträgt, also namentlich die Wahl der Wahlmanner denn hierauf beschränkt sich das politische Recht der badischen Bürger nach selbsteigenem Wissen und Gewissen zu verrichten, ohne Bevormundung durch irgend eine angemaßte Autoritat. 1 Es befinden sich jedoch in unserer Stadt zwölf oder dreizehn Männer, welche geneigt sind, we nigstens bisher stets die Geneigtheit zeigten, uns Alle, d. h. die ganze Bürgerschaft und Einwohnerschaft Freiburgs, jener Wahlsorge zu entheben. Sie wollen dieselbe ganz auf ihre eigenen Schultern nehmen, d. h. sie begehren Wahlmänner und De putirte blos nach ihrem eigenen wie sie meinen, höhern oder bessern Ermessen zu wählen oder wählen zu lassen. Die Ablehnung folcher, durchaus unnöthigen, wohl aber uns de= müthigenden Vormundschaft ist der Ge= genstand meines jezigen Vortrags. doo - - Fern sey es jedoch von mir, dem wohlldbli= chen Magistrate denn von ihm ist, wie Sie gleich erkannten, die Rede im mindesten feind= felig entgegen zu treten. Ihm werde alle Achtung und Folgsamkeit von Seiten der Gemeindeglieder 19* 292 - überall und unverkümmert zu Theil, wo er als Gemeindevorstand sie billig verlangt. Und was zumal die Persönlichkeit der einzelnen Magistratsglieder betrifft, so sen doppelt fern von uns jeder Gedanke der Untastung oder Kränkung! Deffentlich und feierlich zolle ich ihnen Allen hiemit den Tribut jeder gebührenden Achtung. Ich darf mir schmeicheln, selbst die Freundschaft Mehrerer aus ihnen zu besigen, und ich erwiedere dieselbe mit Herzlichkeit, ja, ich erblicke in ihrer Reihe einen, der im Jahre 1825, in den Tagen des Verfassungsstur mes und der unterdrückten Wahlfreiheit, unerschüt terlich, treu und muthig für das konstitutionelle Recht im Kampfe gestandenen Bürger; mehrere Rathsglieder, als neueingetretene, sind ohnehin den frühern Verirrungen fremd, und, was ich mit besonderem Nachdruck sage, Alle, wenn sie unbefangen, vorurtheilsfrei und vom Standpunkte des Stadt und Staatsbürgers welche Eigenschaft ja fortbesteht, neben jener des Magistratsgliedes meinen Vortrag betrachten würden, müßten Selbst einstimmen in dessen Gehalt und Richtung; weil durch die bisher von dem Körper des Magiftrats ausgeübte Wahlbeherrschung auch Ihnen Selbst, als Einzelnen, die freie Ausübung der ihnen, als solchen, zustehenden Wahlrechte und Wahlpflichten geraubt ward. 11 dose Bevor ich jedoch weiter fortfahre, meine Herren, fey mir erlaubt, ein Paar Worte von mir Selbst zu sprechen. Ich habe vernommen, daß man von einigen Seiten die Meinung zu verbreiten suche, als ob unsere Zusammenkunft und was ihr vorausging, ig De zur Ben jungfe blofe R und empfange fchienen. Deputi bungen dem G angem felbft Denken Volfe es get Deputin geliebte im J für bi und Kriege als S Ebre ich da und b bierau Buto verlie berab glimp lige G , mo et d Unb maj Magiftrat von uns jeder !-Defa en hiemit ben Ich darf mir hrerer as elbe mit e einen, be erfaffungsfur it, uneribl Conftitutionelle mebre ohnehin ben idh mit be fie unbefan punkte bes Eigenschaft jo tgliedesften Selbf tung; weil rbes Magi audh Jhnen ng ber ihnen Bahlpflichten meine Herren miz Selbf aman breiten finde 293 ging, zu dem 3weck sey veranstaltet worden, daß ich Deputirter werde. Hierüber erkläre ich mich, zur Vermeidung aller Mißverständnisse, dahin: Die jüngste Busammenkunft, von welcher die heutige eine bloße Fortsetzung ist, wurde ohne mein zuthun und Wissen verabredet, und ich bin nur auf die empfangene Einladung, aber allerdings freudig erschienen. Was aber die Kandidatur um eine Deputirtenstelle betrifft, so halte ich solche Bewerbungen im Allgemeinen für durchaus ehrenvoll und dem Geist des konstitutionellen Lebens für durchaus angemessen; wie denn in England und Frankreich selbst die ausgezeichnetsten Männer ohne alles Be= denken durch Nachsuchen der Wahlstimmen dem freien Volke ihre Huldigung darbringen. Auch ich habe es gethan, ich habe nach der Ehre gestrebt, der Deputirte der edlen Stadt Freiburg und meiner geliebten Mitbürger zu seyn. Ich habe es gethan im Jahre 1825, als ein nicht gefahrloser Kampf für die Verfassung die treuen Deputirten erwartete, und mit der Gesinnung, welche den patriotischen Krieger beseelt, wenn er, etwa bei einem Sturm als Freiwilliger, zur Stelle der Gefahr und der Ehre sich darbietet. Meine damalige Bewerbung, ich darf mit Stolz es sagen, war tugendhaft und beifallswürdig, obschon der Präsident der hierauf zusammengetretenen zweiten Kammer- ein Bürger Freiburgs eigens den Präsidentenstuhl verließ, um von der Rednerbühne der Volksvertreter herab, statt solchen Beifalls, die herbsten Verunglimpfungen gegen mich auszusprechen. Der dama= lige Grund der Bewerbung aber findet jeho nicht 294 Statt. Ehre wohl, aber keine Gefahr, erwartet die nächstkünftigen Deputirten. Und auch ein anderer Umstand, der mitunter die Kandidatur begleitet- die Ablegung eines politischen Glaubensbe= kenntnisses kann bei mir nicht mehr Statt finden. Meine politische Gesinnung liegt långst, unumwunden ausgesprochen, zu Tage. Meine Freunde, wie meine Feinde, sind längst darüber im Reinen. Ich erkläre sonach feierlich, daß der heutigen Zusammenkunft und diesem gegenwärtigen Vortrag, und was irgend sonst in Bezug auf die bevorstehenden Wahlen geschehen ist oder geschehen wird, von meiner Seite durchaus keine Bewerbung zum Grunde liegt. Ich trete diesmal nicht als Kandidat auf, sondern blos als Bürger und Einwohner Freiburgs, welcher, so viel an ihm ist, die Freiheit der Wahl und ihren rein konstitutio= nellen und staatsbürgerlichen Karakter zu behaupten wünscht. Die Konstitution aber will eine blos von den Bürgern, nicht von dem Magiftrat, ausgehende Wahl. Ich zweifle nicht daran, daß unser Magistrat, als er bei den frühern Wahlen deren Beherrschung in Anspruch nahm, und deshalb vor Allem die Wahlmännerwahl zu Gunsten seiner eigenen Mitglieder und anderer ihm mit Pflichten oder Neigung zugethaner Personen lenkte, um sodann, als im Besige der Stimmenmehrheit, die Deputir tenwahl lediglich nach eigenem Gefallen bestimmen zu können, ich zweifle nicht, sage ich, daß der Magistrat alles dieses in aufrichtiger und redlicher Meinung, ihm stehe solches Recht wirklich Bu, get Irrth tonftitu und fre benehmu ber Ma ten, tie hat uni ja unt durch feften forgt wieder Na fet fin mahim Bahlm wanzi Bur fchließ dabei fe f den S in die 93 a bl Richtu ober habenu Lant nerwo gend abbam , ermartet be ach ein anden ur begleitetlaubensbe mehr Statt f gt langf, Reine unde rim Seinen heutigen igen Borg mie bevorfebe en wird, von werbung un t als San r und Ein: an ifm ift fanfiitutio behaupten blos von den rat, ausge , daß unter Bahlen deren deshalb vor feiner eige Midten ober um fobann, tie Deputi befiimmen af ber and rebli dt miflich 295 zu, gethan habe. Allein er ist dabei in großem Irrthum gewesen, und es ist die Sache der ihres konstitutionellen Rechts bewußten, verfassungstreuen und freiheitsstolzen Bürger, ihm diesen Irrthum zu benehmen. Es kommt dabei nicht darauf an, ob der Magistrat jekt wirklich ein ähnliches Verfah ren, wie früher beabsichtige oder nicht. Genug! Er hat unsere Wahlfreiheit wiederholt gekränkt, ja unterdrückt und vernichtet.... und es muß durch klare Darlegung der Verhältnisse und durch festen Entschluß der Freiheitsbehauptung dafür ge= sorgt werden, daß solche Unterdrückung nie mehr wiederkehre. Nach der Verfassungsurkunde und dem Wahlgesetz sind bei der Deputirtenwahl nur die ge= wählten Wahlmanner stimmberechtigt; diese Wahlmanner aber zu ernennen steht allen fünf und zwanzig Jahre alten, im Wahlort angesessenen, Bürgern und öffentlichen Beamten ausschließend zu. Der Magistrat, als solcher, hat dabei nicht das Mindeste zu schaffen; das Geset spricht gar nicht von ihm; nur beruft es den Bürgermeister und das älteste Rathsglied mit in die Kommission, welche die äußere Form des Wahlgeschäftes zu besorgen, keineswegs aber die Richtung oder das Ergebniß der Wahl zu lenken oder zu bestimmen hat. Die Stadtbewohner haben wohl nicht weniger politisches Recht, als die Landbewohner, und so wenig also die Wahlmannerwahl in einem Aemter- Wahlbezirk von irgend einer Behörde oder Sentral: Autorität abhängt, so wenig darf jene in der Stadt von 296 - einem Magistratskörper abhangen. Wenn daher der Magistrat durch den ihm als Autorität zu Gebot stehenden Einfluß das Wahlmannerkollegium zum größern Theile mit seinen eigenen Mitgliedern und andern von ihm abhängigen Personen zu besetzen strebt, wenn er hernach über die vorzunehmende Deputirtenwahl förmliche Beschlüsse faßt, und de= ren Ergebniß den ihm angehörigen oder von ihm abhängigen Wahlmännern als Richtschnur ihrer Abstimmung vorschreibt, so handelt er gegen Gesetz und Konstitution. Alsdann nämlich sind alle andern Wahlmänner, so viele derselben die freien Bürger noch durchsetzten, bloße Figuranten beim Wahlgeschäft; ihre Stimme, als die der Minderzahl, kann niemals durchbringen; das politische Recht der ganzen Bürgerschaft und Einwohnerschaft ist ver= nichtet, ja verspottet; und statt eines Ortsoder Stadt deputirten wird ein Magistrats depu= tirter an den Landtag gesandt. Leicht könnte es dahin kommen, daß der Bürgermeister( und neben ihm etwa noch ein anderes Rathsglied) die Stelle der Deputirten, als ihnen von Amts wegen zukommend, in Anspruch nåhmen( wie solches in den Zeiten der Volksunmündigkeit, vor dem Aufdämmern echt repräsentativer Ideen, häufig Statt fand) und dadurch das ganze Wahlgeschäft überflüssig machten. Nicht einmal die Regierung hat ein Recht, die Wahlfreiheit uns zu verkümmern, wiewohl sie allernächst mit dem Landtage zu verhandeln hat, und also bei der Beschaffenheit desselben allerdings mit interessirt ist. Aber weit gehässiger und demüthigender ist die Störung der Freiheit durch den Magiftrat. zu verh Einfluß politi wohner, Vormu ungefchi - Die für Bu geheuer mie gehend 3u allerna Mehrz legium fluffes dazu e Freige tung vertra tung freie me ni zu rid babin, Ber tidt wolle der h Part Benn daher teritit a Ge minnerkolegium men Mitglieden men zu belegen votyunehmend faft, und be ober von ihm haur ihrer We gegen Ges ab alle ander freien Birge beim Bal Rinderzahl, The Redt bet aft ift bet ines Drts: ratsbepu Fönnte es wifter( und glied) die mtswegen lhes in den Καθάππεια fanb) und madten ein Recht wiewohl fie bat, und rbings mit Demuthigen en Magi 297 - strat. Mit dem Landtage selbst hat dieser nichts zu verhandeln, und er kann für seinen angemaßten Einfluß keinen andern Titel aufstellen als die politische Unmündigkeit der Bürger und Einwohner, welche demnach Er, der Magistrat, zu be= vormunden oder durch seine höhere Einsicht vor ungeschickten Wahlen zu bewahren, sich berufen glaubt! Die Beleidigung, welche in solchem Titel für Bürgerschaft und Einwohnerschaft liegt, ist ungeheuer, und in einer Stadt voll geistiger Bildung, wie Freiburg, wirklich über allen Begriff gehend. 3ur Hintanhaltung so demüthigenden Einflusses, allernächst zur Verhinderung des Eintritts einer Mehrzahl von Magistratsmännern in das Wahlkollegium, genügt aber die Zurückweisung jenes Einflusses von Seiten der Einzelnen nicht. Es ist dazu eine wechselseitige Verständigung der Freigesinnten, eine möglichst gemeinsame Rich= tung ihrer Stimmen auf namentlich bezeichnete, vertrauenswerthe Männer nöthig. Von Verpflich tung ist hier nicht die Rede, sondern blos von der freien, verständigen Geneigtheit, seine eigene Stimme nicht unnük zu verwerfen, sondern sie dahin zu richten, wo sie von Wirkung seyn kann, also dahin, wohin man erfährt, daß auch andere Berständige und Wohlgesinnte die ihrige richten. Meine Herren, einige Schwachköpfe oder Uebelwollende haben unserer letzten Versammlung, so wie der heutigen, den Vorwurf gemacht, daß sie eine Parteiung bezwecke. Abgeschmackter kann nichts 298 seyn, als solcher Vorwurf. Wir wollen gar nichts anders, als die freie, durch keinen ungebührlichen Einfluß gestörte Ausübung der allen Bürgern und Einwohnern zustehenden Wahlrechte und Pflichten. Alle verständigen und politisch- mündigen Bürger müsfen also uns beistimmen und danken. Wir find also keine Partei, sondern vielmehr die Bürgerschaft und Einwohnerschaft selbst, wenigstens ihre getreueste und vollständigste Repräsentation. Wer gegen unser Beginnen sich erhebt, der bildet eine Partei, denn er setzt dem allge= meinen Recht eine besondere Anmaßung entgegen; und sollte er gar zur Durchführung der letzten eine ihm sonst zukommende, aber in dieser Sphäre durchaus unstatthafte Autoritat mißbrauchen, so wäre solche Partei die gefährlichste und heilloseste von allen. Doch laßt uns hoffen, daß, was früher meist nur aus Irrthum einerseits, und Schwäche, Unachtsamkeit oder Isolirung anderseits geschah, von nun an nimmer geschehen werde. Neben dem Hauptzwecke, Läuterung der landständischen Wahlen, wird noch ein anderer, größerer Vortheil für unser Gemeinwesen daraus hervorgehen Aufhebung eines fortwährenden Stoffes der Erbitte= rung, ja des traurigen Krieges zwischen Magistrat und Bürgerschaft. - Es lebe die Wahlfreiheit! und es lebe der politische Verstand und der patriotische Muth, der dieselbe ehrt und vertheidigt! Wie sehr die Worte des Redners ergriffen, bat die Mi reich ve gen ein Gleich gen, bi oder be Freude des Gam rigen zu ten zu der V loyal und n tonfi chen auf Gum wurbe Hofrat mit ei menm auch und 6 fter u Profe burgs gewal follten nifan Wahr frieder mit b len gar nids ungebührlichen Bürgern unt Bürger mi Danten, mehe die Bir ſelbst, wenig Reprisen bem allge Xamajung führung be ber in diefer torität mi fährlichste und früber meit կանաչ, նե gelhah, v Neben dem Andifgen er Bortheil en- Xuf Grbitte: ilden Ma es lebe ber triotifg Griffin, lat 299 die Rührung bewiesen, mit welcher sie von der zahl= reich versammelten Bürgerschaft in einem dreimaligen einstimmigen Lebehoch aufgenommen wurden. Gleich darauf wurden die Wahlmänner vorgeschlagen, diejenigen, welche der Gesammtheit angenehm oder bekannt waren, niedergeschrieben, und mit Freude brachte man individuelle Ansichten dem Wohle des Ganzen zum Opfer. Es war, nach der seithe= rigen Darstellung, hiebei der Hauptzweck, Männer zu Wahlmannern und zu künftigen Deputirten zu wählen, welche, nach den Grundsähen der Vernunft und nach den Wünschen unserer loyalen Regierung, von der Bürgerschaft, und nicht von dem Magistrate oder einer nicht= konstitutionellen Magistratspartei, zu solchen Stellen gewünscht wurden. Man vereinigte sich auf Gutgesinnte, und schon am 1. Dezember 1830 wurde von den Bürgern des ersten Wahlviertels Hofrath von Rotteck zum ersten Wahlmanne mit einer an Stimmeneinheit gränzenden Stimmenmehrheit gewählt. Nicht minder günstig fielen auch die Wahlen der übrigen zwei Bezirke, am 3. und 6. Dezember, aus. Der Oberbürgermeister und ein Stadtrath befanden sich nebst fünf Professoren und einer Anzahl Bürger Freiburgs vom Handels- und Gewerbsstande, unter den gewählten vier und zwanzig Wahlmännern. Noch sollten die acht Wahlmänner des letzten oder Dominikaner Viertels am 9. Dezember gewählt werden. Während dessen hatte man da und dort von Unzufriedenheit des Magistrats und der Magistratspartei mit dieser freien, aus dem Willen der Mehrheit = 300 der Bürgerschaft hervorgegangenen Wahl gesprochen. Ganz klar wurden diese Gerüchte, als der Magistrat, den Oberbürgermeister an der Spize, seine Abdankung den Abend vor der Wahl des vierten Viertels( am 8. Dezember) einreichte, und einige Bürger, von der Magistratspartei bearbeitet, angeblich im Namen der ganzen Bürgerschaft, gegen die Fortsetzung der Wahl und gegen die Gesetzlichkeit der Wahlmannerwahl in den ersten drei Vierteln mündlich und auf eine seltsame Weise auch schriftlich protestirten. Die schriftliche Proteftation, welche sich von selbst ohne Kommentar ins gehörige Licht stellt, lautet wörtlich also: Wohllöbliche Wahl- Kommission! Wir können im Namen mehrerer hundert friedlicher und ordnungsliebender Bürger Freiburgs, welche, durch den bösen Ruf, der sich auswärts überall über die vorgenommenen Wahlen der Wahlmanner verbreitet hat, sich sehr gekränkt fühlen, versichern, daß wir nicht den geringsten Antheil an jenen verworfenen Umtrieben, die dabei vorgingen, genommen haben. Nach dem Ministerial- Erlaß, die Wahlen be< treffend, welcher an die Kreis- Direktorien und Aemter erging, können wir unmöglich glauben, daß die Wahlen gültig seyen, denn unser gnädigster Großherzog spricht sich zu deutlich aus, daß die Wahlen frei, pflichtmäßig, ohne allen Zwang seyn sollen; daß aber dieses nicht geschehen, haben wir hinlängliche Beweise. Herr Herdern, eines den fenden Bl dazu zu b übergebenen mihlenben und ba jem hielten, un was einer muß, da die nam viele M fchrieben von Her find, fag Ja fo mer vor lenben tragen und au auf alle fie geld Num Babloie mit ihre Biertel zu hab gegen nichts der Kommi Bel geforder 15 der Magis der Spize, der Ball Dezember) ein der Magi Ramen le Fortsehing ligteit drei Bi fame Beile Die fritid Komment fion! undert fi iburgs, arts the Wahlmanner verficher jenen ver n, genom Bahlen be und Xem baß bie fier GroßTie Wahlen on follen; binling 301 Herr U. U. Sch. bemühte sich selbst öfter nach Herdern, um die dortigen Bürger durch Ablesung eines den wirklichen Zeitumständen gar nicht anpassenden Blattes( sic), und durch vieles Bureden 20. 20. dazu zu bewegen, die ihnen in sehr großer Anzahl übergebenen Zettel, worauf die nach seinem Wunsche zu wählenden Personen geschrieben waren, anzunehmen, und da jene Bürger die Wahl für nicht so wichtig hielten, und aus mehrern andern Ursachen thaten sie es, was einer wohllöblichen Kommission wohl bekannt seyn muß, da beinahe die ganze Bürgerschaft Herderns die nämlichen Personen wählte, und außerordentlich viele Wahlzettel von einer und derselben Hand ge= schrieben waren, was auch mehr als vierzig Bürger von Herdern, welche in unsern Listen unterschrieben sind, sagen können. Ja sogar auch in hiesigen Häusern wurden immer vor jeder Wahl solche Zettel, wo die zu Wahlenden darauf standen, in großer Menge umherge= tragen und an Häusern und Läden angeschlagen, und auch da bemühte sich Herr Sch... persönlich auf alle mögliche Weise, daß die Wahlen so, wie sie geschehen sind, durchgehen möchten. Nun hat sich auch ein großer Theil des letzten Wahlviertels erklärt, da sie nicht im Stande seyen, mit ihrer Abstimmung, der schon bereits für dieses Biertel geschriebenen Wahlmanner etwas entgegen zu haben, nicht zu wählen; wir haben durchaus gegen die uns sehr achtungswerthen Wahlmänner nichts einzuwenden, nur gegen die Art und Weise der Wählung, und bitten daher eine löbliche Kommission unterthänigst, die Wahl aufzuheben, 302 und eine neue, ungezwungene, freie Wahl zu be= wirken. Freiburg, den 9. Dezember 1830. Die Wahlkommission, anstatt die Wahl, wie dieses nach der Verfassung und nach dem ganzen Wahlgeschäfte hätte geschehen sollen, fortzusehen, und während dessen die Protestation an die höheren Behörden abgehen zu lassen, ergriff in der Sache Partei, und erklärte den Wahlakt für ausgefeßt. Das Protokoll, in welchem dieses geschah, lautet wörtlich also: Geschehen Freiburg den 9. Dezember 1830, vor der Wahl- Kommission. Zur Vornahme der Wahl der Wahlmanner im vierten Stadt Distrikte, oder Dominikaner- Viertel, war der heutige Tag bestimmt.da juod adres Als sich die Wahl- Kommission versammelt, und erst vier Bürger ihr Stimmrecht ausgeübt hatten, erschien eine große Anzahl Bürger des stimmbe= rechtigten Viertels, und sie trugen folgende Erklä rung vor: org da ti tod use Bei der Art und Weise, wie die Wahlen in den ersten drei Distrikten Statt fanden, håtte sich ein großer Theil der Bürgerschaft dahin vereinigt, den höhern Behörden die geschehenen Umtriebe und die Statt gefundene Beschränkung der Wahlfreiheit vorzustellen, und darauf die Bitte zu gründen, daß alle bisherigen Wahlen für null und nichtig erklärt werden sollen. In die von mehr und man entfprochem Aust hier Anwe den, und auf weiter fett bleibe Abstimmu manner, gefter fa fie fich d ftimmt Bu g tirte der tigkeit de erflaten, Daß fie Wahl e Beichto der Bi eignetem bem gro die Anz 1) bobern 2) Amte, Bahl be die Bahl eben fol en die Pro en abgehen tei, Das wortlich alo mber 1830, 1. manner im et- Biertel melt, und ibt batten frimmbe ente Gril blen in ben tte fich ein inigt, ben e und bie beit vorg bag ale 303 In diesem Gesuche haben sich schon eine Anzahl von mehr als dreihundert Bürgern unterzeichnet, und man erwarte, daß ihrer gerechten Bitte werde entsprochen werden. Aus diesem Grunde erklären die sämmtlichen hier Anwesenden, daß sie heute nicht stimmen wer= den, und deßhalb auch hoffen, daß der Wahlakt bis auf weitere Entscheidung in der Hauptsache ausge= setzt bleibe. Sie könnten sich in keinem Falle zur Abstimmung verstehen, indem sämmtliche acht Wahlmånner, welche heute erst gewählt werden sollten, gestern schon bekannt und bestimmt gewesen seyen, sie sich daher dem Spotte, für und um nichts gestimmt zu haben, nicht aussehen wollten. 3u gleicher Zeit erschienen noch besondere Deputirte derjenigen Bürger, welche sich gegen die Gültigkeit der bisherigen Wahlen erheben wollen, und erklären, unter Ueberreichung beiliegender Schrift, daß sie aus Auftrag derselben gegen die heutige Wahl ebenfalls protestiren, und daß die zugesicherte Beschwerde, unterzeichnet von einem großen Theil der Bürgerschaft, binnen kürzester Frist, bei der ge= eigneten Stelle werde eingereicht werden, wovon sie dem großherzoglichen Stadt- Amte mündlich bereits die Anzeige gemacht hätten. ( Hier folgen die Unterschriften). Beschluß: 1) Sey der Wahlakt, bis zum Eintreffen einer höhern Verfügung, auszusetzen; didimd 2) dieses Protokoll dem großherzoglichen StadtAmte, mit der Bitte um gleichbaldige Entscheidung 304 vorzulegen, ob, ungeachtet der größere Theil des heutigen Wahl- Distriktes bestimmt erklärt, nicht stimmen zu wollen, der Wahlakt dennoch vorgenommen oder ausgesetzt werden soll. Die Wahl- Kommission. Die Protestation im Namen der ganzen Bürgerschaft war von zwölf Bürgern einge= reicht worden, welche in dem Berichte der WahlKommission eine große Anzahl genannt wer= den; auch sollten, wie die Uebelwollenden nicht ohne Freude bemerkten, siebenhundert Bürger die Petition um Sistirung der von der Bürgerschaft vorgenom= menen Wahlmanner- Wahl unterschrieben haben; aus diesen siebenhundert sollen, wie Einige nachher glaubwürdiger versicherten, siebenzig, auf jeden Fall nicht viel über hundert geworden seyn, von denen Einige, wie natürlich erwiesen ist, deßhalb unterschrieben, weil man ihnen vorspie= gelte, die Schrift deren Inhalt man ihnen gar nicht vorlas sei gegen die Feinde Rotteds gerichtet, und ziele dahin ab, seine Wahl zum Deputirten zu sichern; Andere, weil man noch zu andern Ueberredungskünsten, wie im Schwane zu Herdern, seine Zuflucht nahm. - Die schon gewählten Wahlmänner der ersten drei Viertel übergaben daher eine Demonstration gegen diese die Wähler und die Gewählten gleich sehr krånkende Wahlsistirung und Protestation, so wie gegen die Umtriebe dieser übelwollenden, in einer Beit allge= meiner Aufregung doppelt gefährlichen Magistratspartei, welche die seither geschehene Wahlmanner- Wahl und die Umtm Gerechtig Direkt augenb vierten S ber vor frats, lauf a Bearb ten in Wabl daß vo den, w Liften nadt und wi haltem ahim war, ted E men Magi Di erften gen bi illib bet g maße Here Theil des her rt, night fimma orgenommen oder ommiffion. ber ganzen Bürgern einge te der Bahle genannt wer aben nicht ohne er die Petition haft vorgenom Ben haben; aus Finige nachher auf jeden worden feyn, efen ist, deß men vorspie man ihnen gar be Rotteds Bahl zum De man noch zu eim Swa er erften brei ration gegen fehr trine wie gegen bie Beit allge Magiftratibus -Wahl und 305 die Umtriebe der Schlechtgesinnten beleuchtete. Die Gerechtigkeit des hochlöblichen DreisamkreisDirektoriums befahl der Wahl- Kommission augenblickliche Fortsetzung der Wahl im vierten Viertel, welche sodann auch am 10. Dezem ber vor sich ging. Die Abdankung des Magi= strats, und manche bei dieser Gelegenheit in Um= lauf gebrachte Gerüchte, verbunden mit den Bearbeitungen der Magistratspartei, wirkten in der ersten Zeit der Bestürzung bei der Wahl des vierten Viertels so nachtheilig, daß von acht Wahlmännern sechs gewählt wurden, welche sich auf den in Umlauf gebrachten Listen der Magistratspartei befanden. Wie nachtheilig diese Wahl für die gute Sache, und wie nothwendig früherhin ein Zusammen= halten der Bürgerschaft bei der Wahl der Wahimänner in den ersten drei Vierteln gewesen war, hat spåter die Thatsache bewiesen, daß Rotteck bei der Wahl zum Deputirten fünf Stim= men fehlten, welche sich für die Wünsche der Magistratspartei entschieden. Die von zwei und zwanzig Wahlmännern der ersten drei Viertel unterzeichnete Protestation ge= gen die Umtriebe nicht liberaler, sondern sehr illiberaler Männer, welche sich im Namen. der ganzen Bürgerschaft zu sprechen vermaßen, lautet wörtlich also: 20 20 306 Großherzoglich hochpreisliches Kreis- Direktorium. Gehorsamste Vorstellung der in den drei ersten Wahl- Distrikten der Stadt Freiburg erwählten Wahlmänner gegen die = ihnen und ihren Wählern, von Seiten einer mißvergnügten Partei und selbst der WahlKommission, widerfahrne Beleidigung und Rechtskränkung. 190 Seit der Einführung der Verfassung hat der hiesige Magistrat die landständischen Wahlen als ein ihm vorzugsweise oder gar ausschließend zustehendes Geschäft behandelt, und zumal durch Erwerbung der Wahlmannerstelle für seine sämmtlichen Mitglieder und einige andere ihm enge verbundene Männer die entschiedene Majorität im Wahlmanner- Kollegium, demnach die Ernennung der landständischen Deputirten in seine ausschließende Gewalt gebracht.n 街 Die verständigern und verfassungstreuen Bürger und Einwohner haben von jeher diese Anmaßung und Ungebühr mit Mißfallen betrachtet, ganz vorzüglich aber die nur zu wohl bekannte Art und Weise, wie 1825 und 1828 das Wahlgeschäft von Seiten des Magistrats behandelt wurde, mit tief gefühltem Schmerz und Unwillen aufgenommen. Bei dem, unter erfreulichern Auspizien erfolgten Herannahen der gegenwärtigen Wahlen beschloß eine Anzahl Bürger und Einwohner den Versuch, die Wahlen der ungebührlichen, wiewohl faktisch in Ausübung gestandenen Herrschaft des Magistrats zu entreißen, und sie so, wie das Gesetz es verlangt, zur freien M zu mache dazu bi Burger, flug, bu lid, nut Luft noch und fein gerschaft Be liche unt fanden ted bie der Ge Differ wonach Erreichun noffen b ten bei betan trauen fchaft chendes Es machum jedes ausgen Freunt bei ihr ten Ma Ramen Direktorium der Stadt gegen die Seiten einer der Bahl igung und ng bat ber len als ein zuffehendes werbung ber Mitglieder inner bie ollegium, Deputir L Bürger Bung und vorzüglich und Beife, Seiten gefilltem erfolgten loß eine fuch, die in Xus ngt, zur 307 freien Wahl der Bürgerschaft und Einwohnerschaft zu machen, und erkannte als nächstliegendes Mittel dazu die wechselseitige Verständigung der bessern Bürger, die Klarmachung der obwaltenden Verhåltnisse und, hieraus hervorgehend, den einfachen Entschluß, bei der Wahlmänner- Wahl, so viel möglich, nur solche Männer auszuwählen, welche weder. Lust noch Mittel hätten, den Wahlakt zu beherrschen, und sein Ergebniß in einem dem Sinne der Bürgerschaft zuwiderlaufenden Sinne zu bestimmen. ung Zwei freundschaftliche Gastmahle, wo dieser gesetzliche und patriotische Zweck vertraulich besprochen wurde, fanden Statt. Bei dem zweiten hielt Hofrath v. Rotteck die in Abschrift vorliegende, Geist und Richtung der Gesellschaft ausdrückende, unumwundene Rede. Offen und klar wurde dergestalt ausgesprochen, wonach man strebe, und welches Mittel man zur Erreichung des Zweckes für geeignet halte. Die Genossen desselben Sinnes und Strebens nämlich sollten bei der Wahl der Wahlmänner sich wechselseitig bekannt machen, auf welche Männer ihr Vertrauen sich richte, damit durch möglichst gemein= schaftliche Richtung der Wahlstimmen ein entsprechendes Ergebnis bewirkt werde. R Es geschah, wie verabredet worden. Die Bekanntmachung der von frei zusammengetretenen Bürgern iedes Viertels unter sich für die Wahlmannerstellen ausgewählten Männer erfolgte an die gleichgesinnten Freunde und Mitbürger, und diese richteten sich sodann bei ihrer eigenen Abstimmung nach der ihnen gemachten Mittheilung, in so fern die ihnen vorgeschlagenen Namen ihren Beifall und ihr Vertrauen erhielten. 20* 308 Da die Vorgeschlagenen, aus dem angeführten Grunde, nicht aus der Zahl der Magistrats glieder waren, so entstand natürlich ein Mißvergnügen der Magistrats- Partei, welches in dem Maaße gesteigert ward, als die bürgerlichen Wahlen triumphirten. Die Mehrheit der Einwohner der drei ersten Wahl- Distrikte sprach sich entschieden gegen die Kandidatur der Magistratsglieder aus, obschon diesen doch neben dem von ihren Gegnern eingeschlagenen und ihnen gleichmäßig offen stehenden Wege der freien wechselseitigen Verständigung der große Einfluß des obrigkeitlichen Ansehens, der für die meisten Bürger bedeutenden magistra= tischen Gunst oder Ungunst, und der imponirenden Anwesenheit der beiden obersten Magistratsglieder, welche auch wirklich beide ge= wählt wurden, beim Wahl- Akt selbst zur Seite stand. - = - Das Mißvergnügen des Magistrats und seiner Mitglieder theilte sich begreiflicherweise auch den, dem Körper oder den Einzelnen, aus was immer für Gründen, nåher verbundenen oder befreundeten Bür gern mit. Die Zahl solcher Mißvergnügten konnte aber leicht noch verstärkt werden durch alle diejenigen, welche, selbst willen oder einsichtslos, oder in Ubhängigkeits- Verhältnissen von Mißvergnügten befindlich, sich der von diesen ausgehenden Impulse oder der Zudringlichkeit oder täuschenden Vorspiegelungen hinzugeben geeignet waren, und endlich selbst durch etliche karakterlose Menschen, welche früher im bürgerlichen Sinne gestimmt hatten, und nunmehr zum Abfall bewogen wurden, zumal aber durch einige Ehrgeizige, welche, weil sie selbst die gewünschte ober geho hatten, m und Klie Also erhol Starterer S biswilliger leidenschaft fel, als ti Magiftrat nährte Sas Stellung fchien m fchlagung den Sta aus fein Beifall Wahlred und, fol Keußeru Der der fchienem mit ein Wahlg und fot zur B Berun eigneten Magi zum vi ab, un brant angeführten fratsglie vergnügen maße gefei triumphit brei ersten bie Kan on diefen eingeſchla den Bege - ber fehens, agiftra imponi eide ge tefland. feiner en, dem mer für en Bur Fonnte diejeni ober in gten be Impulfe rfpiege ich felbſt her im unmehr urch ei infhte 309 oder gehoffte Stelle des Wahlmanns nicht erhalten hatten, nunmehr mit ihren persönlichen Freunden und Klienten die Partei der Gegner verstärkten. Also erhob sich anfangs ein Gemurmel, bald ein stärkerer Ruf des Mißvergnügens, und Aufhebungen böswilliger oder verkehrter Menschen erhöhten die leidenschaftliche Stimmung. Sie erreichte den Gips fel, als die Wahl des dritten Bezirks gegen den Magistrat ausfiel, und dergestalt die noch immer ge= nährte Hoffnung des endlichen Triumphs verschwand. Was that nunmehr der Magistrat? Seine Stellung und die kluge Würdigung der Umstände schien mit sich. zu bringen, daß er die erlittene Fehlschlagung verschmerze( die Billigdenkenden und den Standpunkt des Bürgerthums Nehmenden aus seiner Mitte mußten sogar dem Geschehenen Beifall zollen und das siegreich erschienene freie Wahlrecht der Bürger und Einwohner respektiren) und, sollten auch bei Gelegenheit der Wahl einige Aeußerungen des noch aus andern Gründen wider den Magistrat obwaltenden Mißvergnügens erschienen seyn, daß er wenigstens nicht beide Dinge mit einander vermische, sondern vor allem das Wahlgeschäft ruhig zu Ende gehen lasse, und sodann erst, in Betreff der übrigen Punkte, zur Befriedigung der Bürger, oder zur Neu= ßerung der eigenen Misstimmung, die ge= eigneten Schritte thun. Anstatt dessen dankte der Magistrat, noch in der Zwischenzeit vom dritten zum vierten Wahl- Akt, in seiner Gesammtheit ab, und warf durch diesen Entschluß einen Feuerbrand unter die ohnehin schon bewegte Bürger 310 schaft, indem er dadurch gewissermaßen, über angeb= lich erlittene Unbill, einen lauten Aufschwung that, und alle ihm noch einigermaßen Angehörenden mit deren Freunden wie in die Waffen rief, gegen die auf dem Wege der freien, gesetzmäßigen, in reiner Rechtsausübung bestehenden Wahl zum Siege gelangten Bürgerschaft und Einwohnerschaft. Er that dadurch zugleich aufs grellste einen wirklich von ihm behaupteten Anspruch auf die Wahlmånnerstellen( deren Nichterlangung nämlich eine erlittene Beleidigung sey) also einen das von Seiten der Bürger Geschehene gerade am eindringlichsten rechtfertigenden Anspruch auf Be= vorrechtung in der durch das Gesetz allen Bürgern gleichmäßig überlassenen Wahlsache kund, er setzte in Verfolgung solches Anspruchs oder durch unzeitige Aeußerung seiner übermäßigen Empfindlichkeit über die vermeintlich erfahrene Rechtsfrånkung, die bereits vielbewegte Stadt selbst gewalt= thätigen Auftritten aus, und legte dadurch zu= gleich den Grund zu einer nicht so bald mehr zu hei= lenden, alle Klassen, und zum Theil selbst Familien durchdringenden Parteiung. Was thaten nunmehr die Magistrats- Freun de, überhaupt die mißvergnügte Partei?- Sie verwarf den Plan einer Verdächtigung, ja einer Zernichtung der ihr mißfälligen Wahlen, und sammelte durch mancherlei Verführung und Budringlichkeit, für eine in diesem Sinne aufgesetzte, in der Tendenz beleidigende, in den Motiven aber absolut frivole Schrift eine bedeutende Anzahl von Unterschriften, deren Charakterisirung, so wie jene der dazu gebrau vorbehalten. diges Begin vorfomment ftehenden wohl keinen liegenden Ku dene Beidh ben eine firafbaren Mit di Eingabe, Bürgern ein Duter Der Stadt als eben bes vierter geblich im fion des dreißig bi vierten man scho her ihre fie wollte Bas Anstatt& abzuwe Rechtskr zwar au Bere ftimmen tig ist ber angeb mung that enden mit gegen die in reiner Biege ge en wirf die Ball lich eine das von eindring uf Be en Bur Fund, er durch pfind Strán malt: zu hei Familien Freun - Sie er Ber melte Lichkeit, Ten abfolut Unter eber --311 dazu gebrauchten Mittel, wir unten zu geben uns vorbehalten. Ein gleich abgeschmacktes, als strafwür diges Beginnen; indem das bei jedem Wahlgeschäft vorkommende Mißvergnügen der gesetzlich zurückstehenden Minoritåt dem Rechte der Majoritat wohl keinen Eintrag thun kann, und die in der vorliegenden Ausfertigung der Beschwerdeschrift ausgespro= chene Beschuldigung von» verworfenen Umtrie= ben eine schwere, in die Kategorie der gerichtlich strafbaren Verleumdungen gehörige Beleidigung ist. Mit dieser jedoch nicht unter fertigten Eingabe, deren Urschrift angeblich bereits von 300 Bürgern unterschrieben sey, in der Hand, betraten ein Duhend Mißvergnügter aus allen Vierteln der Stadt am 9. d., früh 8 Uhr, den Rathssaal, als eben die öffentlich angesagte Wahlmännerwahl des vierten Viertels beginnen sollte, und baten, angeblich im Namen jener größern 3ahl, um Suspension des Wahlaktes. Dasselbe Begehren erklärten dreißig bis vierzig andere Bürger, angeblich aus dem vierten Viertel, welche sich darüber beschwerten, daß man schon wisse, wer Wahlmann werden würde, daher ihre eigene Stimme nichts mehr gelten könne: sie wollten also gar nicht stimmen. Was that nunmehr die Wahl- Kommission? Anstatt das frivole Begehren, wie es sich gebührte, abzuweisen, deferirte sie( zur empfindlichsten Rechtskränkung der betheiligten Bürgerschaft, und zwar aus dem ausgedrückten Grunde, weil der grö= ßere Theil des Wahldistrikts erklärt habe, nicht stimmen zu wollen; was einerseits evident unrichtig ist, indem vierzig Bürger nicht der größere 312 - Theil von dreihundert sind, und anderseits sich selbst widersprechend, indem die Mehrzahl jedenfalls Herr der Wahlen ist, und die Verabredungen der Minoritat fruchtlos gegen die vereinigten Stimmen der ersten sind) derselben in so fern, daß sie eine Suspension des Wahlaktes bis auf eingelangte höhere Weisung verordnete. Die höhere Weisung worauf immer die Hoffnungen einer andern Entscheidung sich stützen mochten erfolgte jedoch im Sinne des klaren Rechts, und der Wahlakt mußte hierauf fortgesetzt werden. Allein es war schon durch die kurze Suspension eine unheilbare Störung bewirkt worden. Einerseits wurde durch den Aufschub neue Frist zu weitern Umtrieben gewonnen, anderseits waren auch manche wohlgesinnte Bür ger durch das gedoppelte Spektakel der MagistratsAbdankung und der Wahl- Suspension mißmuthig gemacht und enthielten sich jetzo des Stimmens; andere, schwächern Geistes, wurden sogar ein ge= schüchtert durch die ungewöhnliche Bewegung, und gehorchten, aus Furcht vor dem magistratischen Zorn oder vor unbestimmt vorschwebenden Gefahren, dem neuen Impuls. Viele erfuhren nicht einmal die angeordnete Fortsetzung der Wahl( die vom hochpreislichen Kreisdirektorium befohlene Kundmachung von Haus zu Haus wurde nur theilweise erfüllt) und so wurde theils eine Unvollständigkeit, theils eine Unlauterkeit des Wahlaktes bewirkt, dessen Ergebniß die Unterzeichneten jedoch durch diese Bemerkungen keineswegs anzufechten, sondern blos zu farakterisiren gedenken. Uber zwei Dinge sind es, welche sie zur Selbstvertheit ren Bern Wahlmann giftrats, chem Berm ligende, for umtriebe und dan zept niede ger geg erften 2 beide Pu wahl in Gewählte Dabei au wahl am Stadt F unb ibn Gültigte Die laffen m gen bei den; wa ten Vor betrifft, beffelbem 1) nem gr preßt, c worden. 2) folgter fich fubt jebenfalls dungen der ten Stim , daß fie eingelangte Beifung bern Ent jebech im Bablaft in es war beilbare durch den gewonnen, ate Bir Ragiftrat muthig mmens; einge ung, und hen Born en, dem mal bie m hoch madhung theils len Gre Bemer blos zu Selbt 313 vertheidigung auffodern: einmal die, dem sicheren Vernehmen nach, mit Beziehung auf die Wahlmännerwahl erklärte Abdankung des Ma= gistrats, und der diesen Entschluß, ebenfalls solchem Vernehmen nach, unter gleicher Beziehung billigende, somit die Wahrheit der vorgegebenen Wahlumtriebe anerkennende stad tamtliche Bericht, und dann die bei der Wahl- Kommission im Konzept niedergelegte Erklärung einer Anzahl Bür= ger gegen die Legalität der in den drei ersten Distrikten geschehenen Wahl. Durch beide Punkte wird die Reinheit der Wahlmannerwahl in Zweifel gestellt, den Wählern also wie den Gewählten ein ehrenkrånkender Vorwurf gemacht, dabei auch mittelbar die künftige Deputirten= wahl angefochten, und dem künftigen Erwählten der Stadt Freiburg ein der Gesammtheit nachtheiliger und ihnen selbst demüthigender Prozeß über die Gültigkeit ihrer Wahl angedroht. Die Abdankung des Magistrats zu würdigen, überlassen wir, uns auf die oben gemachten Andeutun= gen beschränkend, vertrauensvoll den höheren Behörden; was aber die uns und unsern Wählern gemachten Vorwürfe von verworfenen Umtrieben« betrifft, so führen wir zur vorläufigen Beleuchtung desselben blos Nachstehendes an: 1) Die Unterschrift jener Beschwerde ist von ei nem großen Theil der Unterzeichner erschlichen, erpreßt, oder gar durch förmlichen Betrug errungen worden. Zum Beweis dafür dient: 2) in der( weiter anliegenden) gleich nach erfolgter Suspension aufgesetzten Protestation einer 314 Anzahl Einwohner des vierten Wahldistriktes gegen die widerrechtliche Suspension des Wahlaktes( wegen bald erhaltener Kunde von Fortsetzung der Wahl unterblieb die Sammlung weiterer Unterschriften) erschienen mehrere auch in der Beschwerde- Schrift unterzeichnete Bürger. Dieselben erklärten nämlich, sie hätten durchaus keinen Grund gehabt, die Beschwerdeschrift zu unterzeichnen, sie wüßten durchaus nichts gegen die geschehene Wahl zu erinnern, sondern sie hätten blos unterzeichnet, ohne zu wis sen warum, blos weil man sie geheißen habe. Sie nannten auch die Häupter unter den Unterschriftsammlern, und wir sind bereit, dieselbe auf erhaltene Auffoderung gleichfalls zu nennen. 3) Aus der gleichfalls anliegenden Erklärung einer Anzahl Bürger von Herdern geht weiter hervor, durch welche schmähliche, betrügerische, der strengsten Bestrafung würdige Mittel man die Leute zur Unterschrift bewog. Es erhellt daraus weiter, daß man die ganze Liste der Unterschriften für höchst verdächtig achten muß, daß möglich, ja wahrscheinlich, auch blos e ingeschwärzte, gegen Wisfen und Willen der Betheiligten von fremder Hand eingeschriebene Namen darunter sich befinden mögen, und daß nur ein, Mann für Mann zu geschehender Aufruf und Anerkenntniß die Richtigkeit oder Falschheit der Unterschriften darthun kann. 4) Man wir daber dadurch auf die weitere Frage gebracht: Wer wohl dem Aloys Messy und Johann Schlatter den Auftrag gegeben und die Beloh= nung verabreicht habe, für so eifrige Besorgung und aufgewandte Unkosten?( Denn auch guter Wein wurde gefpendet, im des die auf werden, und eigenem Be diefes hier fü ten Umftand auf welche fanden, und Mit bi die geberi Kreisdirekt wenn nicht nadh feinem tungsberic reits Part ohne Unter haben schi Mahlkomn fion an e für infom hätte. Sm 5 angegriffe Offentliche von Frei Fünftig& wir den gehorsam a) U Kuffoder welche a riftes gegen blattes( we ng der Behl nterschriften) rbe- Scrit en nimlió gehabt, die ften dur Su erinnen, ne zu wi igen habe ben Unter lbe auf drung ei meiter her be, der man die beraus richriften glich, ja egen Wif der Hand m megen, Hefender Falich were Frage Johann Beloh e Bel nch guter 315 Wein wurde einigen zur Unterschrift Eingeladenen gespendet, im Wirthshaus zum Schwanen, wie solches die aufzufodernden Bürger Herderns bezeugen werden, und Messy hat die Beche gewiß nicht aus eigenem Beutel bezahlt.) Die ernste Untersuchung dieses hier für jeden Fall zur Bestrafung angezeig= ten Umstandes dürfte wohl ins klarste Licht stellen, auf welcher Seite die eigentlichen Umtriebe Statt fanden, und welche Absichten ihnen zum Grunde lagen. - Mit dieser gegenwärtigen Vorstellung würden die gehorsamst Unterzeichneten ein hochpreisliches Kreisdirektorium nicht unmittelbar behelligt haben, wenn nicht das wohllöbliche Stadtamt einerseits, nach seinem zum Vernehmen gekommenen Einbegleibe= tungsbericht zur magistratischen Abdankung reits Partei ergriffen, oder wenigstens ein Urtheil ohne Untersuchung über den Thatbestand gefällt zu haben schiene, und anderseits durch Vorlage der Wahlkommissions- Anfrage wegen der Wahl- Suspension an ein hochpreisliches Kreisdirektorium sich selbst für inkompetent zu weiteren Entscheidungen erklärt hätte. Im Interesse unserer und unserer Wähler hart angegriffenen Ehre, im Interesse nicht minder der öffentlichen Ordnung und der konstitutionellen Rechte von Freiburgs Bürgerschaft, im Interesse endlich der künftig zu wählenden Deputirten Freiburgs, bitten wir demnach ein hochpreisliches Kreisdirektorium gehorsamst: a) Um gütigst zu erlassende oder zu befehlende Auffoderung an die zehn oder zwölf Individuen, welche angeblich als Bevollmächtigte von Bürgern 316 das Konzept der gegen die Wahlmännerwahl angekündeten Beschwerde bei der Wahlkommission einreichten, zu ungesäumter Vorlage solcher Driginalbeschwerde, oder förmlichen Zurücknahme von deren Ankündigung. b) Im letztern Fall und auch im erstern, wofern nicht weitere Umstände von Belang zur Unterstützung der Beschwerde angeführt und erwiesen würden, um die gerechte hohe Erklärung, daß die geschehene Wahlmånnerwahl der ersten drei Distrikte, da gegen dieselbe durchaus nichts Erhebliches vorgebracht, vielweniger erwiesen worden, nicht nur durchaus frei vom Vorwurf gesetzwidriger oder vom Standpunkte des Rechts angreifbarer Umtriebe, sondern auch von je= der andern und der geringsten Makel oder Verdächtigung rein und frei erscheine; wonach auch den muthwilligen Beschwerdeführern und Theilnehmern die gebührende Rüge möchte zu ertheilen seyn.dd c) Im Fall einer hohen Behörde auch nur der mindeste Zweifel oder Verdacht über solche ganz ma kellose Beschaffenheit der geschehenen Wahl zurückbliebe, um Anordnung einer strengen, gegen beide Parteien zu führenden Untersuchung, uns vorläufig unzweifelhaftem Ergebniß. - d) Um gerechte Bestrafung der Schuldigen. Wir würden auch gegen das durchaus unentschuldbare Benehmen der Wahlkommission um ausdrückliche Rüge gebeten haben, wenn nicht schon der schnell auf die Suspension des Wahlakts erfolgte reformirende Bescheid eines hochpreislichen Kreisdidirektoriums die Mißbilligung wirklich, wenn auch schonend, ausgesprochen und, soviel immer noch möglich war, feuert hatte. Freiburg, Hierach tour von fünf und fechte hatte Ra Deputirten gem fonnten fidh nia der Oberbürger nern. Rotted mal erklärt, w Bahl in Fr fie ablehner benheit, in in einem vie zu laffen. Sage weg nigste vert Bürger, de fungen we partei im der Stadt Fr v. Rotted fchluß ausgef Gewählte, fe eines Freibur benheit fich Er geftand ihm nach few erwählten, nerwahl ange mmiffion ein e folder Dri inalme von fern- wofen Unterfügung würden, um affefene Balla ba gegen bi Bracht, vielme aus frei vom bpunkte bes aug von je ber Berbag haud den heilnehmern feyn. ch nur der me ganz mas Bahl zurid gegen beide uns bor pigen. us unent ffion um nicht hon te erfolgte Kreisbi Denn aud mer nod 317 möglich war, dem dadurch bewirkten Unrecht gesteuert hatte. Freiburg, den 12. Dezember 1830. ( Folgen die 22 Unterschriften.) Hiernach wurde v. Rotteck am 29. Dezember von fünf und zwanzig Stimmen gegen fünf( die sechste hatte Rotteck einem Freunde gegeben) zum Deputirten gewählt; die Anhänger des Magistrats konnten sich nicht beklagen; denn zwei Räthe und der Oberbürgermeister saßen unter den Wahlmannern. Rotteck hatte sich schon früher mehrere mal erklärt, wenn man ihn frage, ob er die Wahl in Freiburg annehme, so müsse er sie ablehnen; denn er halte es für Unbescheidenheit, in drei Bezirken bereits gewählt, in einem vierten und fünften sich wählen zu lassen. Nicht der Person Rotteck's, der Sache wegen, mit der sein Name auf das Innigste verflochten ist, und für die sich jeder Bürger, der ihn wählte, aussprach, der krån= kungen wegen, die ihm von der Magistrats= partei im Jahre 1825 und 1828 wurden, der Ehre der Stadt Freiburg wegen, hatten die Wahlmanner v. Rotteck zu wählen, beschlossen, und den Be= schluß ausgeführt. Mit tiefer Rührung erkannte der Gewählte, selbst ein Bürger Freiburgs und der Sohn eines Freiburger Bürgers, diese, wie seine Bescheidenheit sich ausdrückte, unverdiente Auszeichnung. Er gestand aber auch auf der andern Seite, daß ihm nach seiner, den drei Bezirken, die ihn zuerst erwählten, gemachten Erklärung» er werde keine - 318 - Wahl vor ihrer Gültigkeitserklärung durch die Kammer definitiv annehmen, im Falle mehrerer Wahlen aber durch die Priorität der Wahl, durch die Einstimmigkeit der Wahlmänner und durch die von ihm zu erkennende Uebereinstimmung der Einwohnerschaft mit den Gesinnungen des Wahlkollegiums bei seiner Option bestimmt werden und nach der gegen eine vierte, auf ihn gefallene Wahl bereits ausgesprochenen Ablehnung nicht nur unmöglich sey, die Wahl Freiz burgs sofort anzunehmen, sondern selbst eine Verschiebung des Entschlusses kaum mehr zustehe, weßwegen er, so lebhaft er die nähere Verpflichtung für seine theure Vaterstadt und seine verehrten Gemeindemitbürger erkenne jest kaum ein anderes, als das ihm schmerzliche Wort der Ablehnung aussprechen dürfe. Einstimmig drangen nun die Wahlmanner in ihn, die definitive Erklärung über Annahme und Nichtannahme der Wahl bis auf den Landtag zu verschieben, was um so überraschender war, als sich jetzt mit dem Wunsche der fünf und zwanzig Wahlmanner auch die fünf Stimmen der Opposition vereinigten, und laut und vernehmlich ihr Einverstanden riefen. Möge dieses Einverstanden in Sachen des Guten, in der Wahl des würdigsten Repräsentanten der Freiburger Bürgerschaft, der Borbote eines dauerhaften Friedens zwischen den Bürgern Freiburgs werden! Mögen unsere Bürger immer mehr die Worte Schillers beherzigen: Immer strebe zum Ganzen, und kannst du selber kein Ganzes Werden, als dienendes Glied schließ' an ein Ganzes dich an! Nod standni Schrift bereits tutionel ner früh traftool Die B zugleich benslau der Ra tereffan prafent in Teu Den fachen ung fie dem V Großbe Nieder genstan riftig nunm fannte burch die Ram mehrerer Bahlen die Einfin ie von ihm zu ohnershaft ims bei feiner der gegen eine sgesprochenen mie Wahl i t eine Be zufteche, weß pflichtung fir ten Gemein anderes, all nung au nun bie rflärung der Bahl n, was um t mit bem Bahlmanppofition ihr Gine verfanden wirdigften haft, ber dens zwis en! Migen Stillers be tein Ganges jes did any Na chwort. Noch einmal muß, zu Vermeidung aller Mißverständnisse, hier bemerkt werden, daß gegenwärtige Schrift schon früher im Manuscripte beendigt, und bereits ein Theil davon gedruckt war, als der konstitutionelle Süden, und darin zumal Baden, aus seiner frühern Lage heraus sich wand, und in eine sehr kraftvolle, ja über Erwarten kraftvolle sich begab. Die Biographie und Charakteristik Rottecks sollte zugleich, wie auch der Titel anzeigt, nicht so fast Le= benslauf und Elogium eines einzelnen Mannes, als der Rahmen zu einer Monographie eines höchst intereffanten Punktes im Entwicklungsgange des Repräsentativsystems in Südteutschland, oder vielmehr in Teutschland überhaupt, werden. Der Verf. stellte die Hauptperson und die Thatsachen so dar, wie er aus eigener früherer Anschauung sie kannte, und mit den Farben, welche von dem Volksleben und dem Stande der Partheien im Großherzogthum Baden vor seinem Abgange in die Niederlande ihm sich eingedrückt; er sprach von Ge genständen, für die er selbst, in der Zeit seiner rustigsten Jugendkraft, verbunden mit manchen der nunmehr neu und mehr in ihrem Werthe anerFannten Männer, sich gemühet, und für die er 21 320 schwere Opfer gebracht hat; er sprach ferner für einen früher vielfach verfolgten Mann, und die größere Darstellung war nur eine ausführlichere Be handlung des in der Skizze vom vorigen Jahre noch unter dem Druck jener Ungnade Angedeuteten und Ausgesprochenen. Er ließ ferner die Schrift zu einer Zeit drucken, wo er mit einer falschen, treulosen, verkehrten und abenteuerlichen Entwickelung der konstitutionellen Ideen in einigen andern Staaten mit dem alten Freimuth, wie früher, und noch jest, für die edle, gesetzliche und früchteverheißende Richtung des Repräsentativ- Systems im Kampfe war. Dadurch hat der Verf. seine Unabhängigkeit hinreichend dargethan. Wenn jetzt vielleicht ein Geschlecht nachkommt, welches die Verdienste Josephs sich nicht mehr erinnert, und manche der Männer, die im kurz vorangegangenen Zeitraum als unerschrockene Ver= theidiger der Freiheit und des vaterländischen Sin nes galten, sogar schmäht und dieselben als unbrauchbar in die Rumpelfammer wirft, weil sie nicht immer und in Allem denselben dermal angestimmten Ton und Takt halten, so wird doch manches Verdienst aus früherer Zeit bei den Gut- und Billiggesinnten in Ehren gehalten bleiben, und Mahnung zur Mäßigung und zur Bewahrung der Nationalitåt gegen die Fremden wenigstens nicht als Verbre= chen gelten. In dieser Hinsicht darf an die Rottecks und viele Andere, die wieder mit ihm die Tribune zieren, selbst, von uns kühnlich appellirt werden. Sie werden deß die besten Zeugen und Richter seyn. Was vor dem Julius somit niedergeschrieben, gedacht, empfunden und gesprochen worden, ist getoig ein ohne Sc Kraft um Wem di bas Pri bisweile wir wie einem f tehr in Freund pfindum In merfum Drud ober genaue Errater faum fermer für ei führlichere Be gen Jahre no teten und ft zu einer Zeit lojen, verfete der konftit aten mit ben jegt, file bie Richtung bes war. Daburd reichend dar iglecht nad s fibh night bie im fur odene Ber Difchen Sin ls unbrauche fie nicht im angeftimmten 321 wiß ein Verdienst, das die siegreiche Periode, welche ohne Scheu und Rückhalt, und darum mit größerer Kraft und Klarheit auftreten darf, nicht nehmen kann. Wem die Schrift über Rotteck bisweilen zu sehr in bas Privatleben und in das Einzelne zu streifen, ja bisweilen etwas panegyrisch scheint, der bedenke wir wiederholen es nochmals daß der Verf. in einem fremden Lande, ohne Hoffnung der Wiedertehr in die Heimath und des Wiedersehens seines Freundes, sie abgefaßt hat, und er wird seine Empfindung und Stimmung begreifen. Indem man diese, vielleicht nothwendigen, Be merkungen schließt, wird das Publikum für allfällige Druckfehler, Styl- Unebenheiten, Wortwiederholungen oder ausgelassene Såze um Nachsicht gebeten. An genauer Durchsicht der Fehler und Verzeichnung der Erraten hinderte andauernde Unpäßlichkeit, welche kaum die Niederschreibung des Nachwortes gestattete. manches Ber and Billig Mahnung r Nationali als Berbre bie Rotteds die Tribune werben. Sie ter feyn. rgelfrieben en, it ge Verzeichniß der übrigen Schriften von Dr Ernst Münch. Franz von mit Ut Gotta unter Abels, Leipzig Ulrici Hutte Jos. He Vol. W Ulrich vom Vol. Bilibald Jugendbilder und Jugendträume. Sammlung von Poesien. = Lüttich, bei Joseph v. Sartorius Delaveur. 1828. Ueber die Türkenkriege, namentlich des 16ten Jahrhunderts. Zürich, bei Orell, Füßli und Comp. 1821. Die Heereszüge des christlichen Europa wider die Osmanen, und die Versuche der Griechen zur Freiheit. 5 Bde. 8. Basel bei Schweighäuser 1822 1825. Taschenbuch der Geschichte des Griechischen Volkes, 1fter Jahrgang. Heidelberg, bei Winter. 1823. bei Charitas und S Epistolae ment Lipsi Geschichte Thl. 1828 Vermischt 182 Metheia. Haag Die Schicksale der alten und neuen Cortes von Spanien. 2 Bde. Stuttgardt, bei Megler. 1824 Jahr Teutschla - 1827. ihm Xuft. Geschiedenis der Cortes van Spanie. Te Haarlem bij de Erven van François Bohn. 1824. I. Deel. Grundzüge einer Geschichte des Repräsentativ- Systemes in Portugal. Leipzig, bei Hinrichs. 1827. Geschichte von Portugal. 3 Bde. Dresden, bei Hilscher. Teutsches Museum. Histor. Zeitschrift. Freiburg, bei Wagner. - 3 Bde. 9 Hefte. 1824 1825. Geschichte von Columbia. Dresden, bei Hilscher. 1828. Geschichte von Brasilien. Ebend. 2 Thle. 8. Pantheon der Geschichte des Teutschen Volkes, mit Kupfrn., gr. Imperial. Freiburg and Augsburg, bei Schweizer, Nilson und Ebner. 1825- 1828. Fr. Ueber die das pofit Geschicht Big Renea b. Maria 2te Schriften, mg von Poeffen 1828. Jahrhunderts die Damanen, it 5 Bbe. 8. 1er Safe Spanien. 2 Be Haarlem bij de tel. temes in Por bilder bei Wagner 1828 mit Rupfen, Bei Shijer 323 Franz von Sickingens Thaten, Plane, Freunde und Ausgang; mit Urkunden, Vol. II. Stuttgardt und Tübingen, bei Cotta. 1828. Des Cod dipl. 2te Abtheilung, oder auch unter dem Titel: Beiträge, zur Geschichte des teutschen Adels, namentlich im 16ten Jahrhundert. Aachen und Leipzig, bei J. U. Mayer. 1829. Ulrici Hutteni Opera omnia. Edid. atque illustravit Ernestus Jos. Hermann Münch. Berolin. Sumtibus Reimerianis. Vol. V, 1821 1826. - Ulrich von Huttens auserlesene Schriften. Teutsch übersetzt, Vol. III. Leipzig, bei 2. Teubner. 1823 1824. Wilibald Pirkheimer's Leben und auserlesene Schriften. Basel, bei Schweighauser 1824. Charitas Pirkheimer, ihre Schwestern und Nichten. Biographie und Nachlaß. Nürnberg, bei F. Campe. 1826. Epistolae obscurorum virorum, aliaque aevi. XVIti monimenta rarissima. Edid. atque illustravit E. Münch. Lipsiae, typis J. C. Hinrichs. 1827. Geschichte des Hauses und Landes Fürstenberg, aus Urkunden. Thl. 1 u. 2. Aachen und Leipzig, bei I. A. Mayer. 1828. Vermischte histor. Schriften. Ludwigsluft, bei Nast. 2 Bde. 1827 u. 1828. Aletheia. Zeitschrift für Geschichte, Staats- und Kirchenrecht. Haag, bei Gebr. Hartmann. Jahrg. 1829. 3 Hefte. Jahrg. 1830. 12 Hefte. Jahrg. 1831. 18 bis 38 Heft. Teutschlands Vergangenheit und Zukunft, die Gefahren, welche ihm drohen, und die Mittel, denselben zu begegnen 2c. 2te Aufl. mit einem zweiten Sendschreiben. Braunschweig, bei Fr. Vieweg. 1831. Ueber die Freiheit des Unterrichts, mit besonderer Rücksicht auf das Königreich der Niederlande und die gegenwärtige Opposition in demselben. Bonn ,, bei E. Weber. 1829. 8. Geschichte des Hauses Nassau- Oranien. 1r Bd. Aachen u. Leipzig, bei I. A. Mayer. 1831. 8. Renea von Valois und ihre Tochter, Anna von Guise, Leonore v. Este und Lukrezia von Urbino. Ebend. 1r Bd. 1830. Maria von Burgund. Aus den Quellen. 1sten Bdes. 1ste u. 2te Abtheil. Köln, bei G. Pappers. 324 Schwarzwaldrosen. Aachen, bei I. A. Mayer. 1831. Heinrich 3schokke, geschildert in seinen vorzüglichsten Lebensmomenten und nach seinen Schriften, mit seinen Freunden und Feinden, nebst allerlei über Leben und Treiben, Geist und ungeist in kleinen Republiken. Haag, bei Gebrüder Hart-mann. 1830. 1831. Vollständige Sammlung aller åltern und neuern Konkordate, nebst Geschichte ihres Entstehens und ihrer Schicksale. 1r und 2r Band. Leipzig, in der Hinrichs'schen Buchhandlung 1829 Teutschlands Rückblicke, politische Zeitstimmen und patriotische Ermahnungen: An die Teutschen. Braunschweig, bei Fr. Vieweg. 1831. Das Großherzogthum Luxemburg, integrirender Theil des teutschen Bundes, in seinen åltern und neuern historisch- staatsrechtlichen Verhältnissen. Braunschweig, bei Fr. Vieweg. 1831. allt Landast s Karlsruhe 1831 glichften Lebeninainen Freunden und reiben, Geist und Gebrider furt ihrer Sidd unb patristic chweig, bei Sheil bes text bei Fr. Birney BLB Karlsruhe 20 49203 4 031 20 49203 4 031 BLB Karlsruhe