Nro. 57 Karlsruher Freitags. r 8 Pag. 22; Zeitung. d«n ic> April. KM/ fWMM o 7» Mit Grosherzsglich Badischem gnädigstem Privilegts. P»M?Nachrich'm'^^Ath^ F^^Aoffnnng.'' Lon^'MmistericU-Ve^ Oesterreich- Wien^ vom 1 April. Nachdem Adm. .Duckworth y Tage vor Konstan- tinopel zugebracht, und die neuerlichen Unterhandlungen zwischen dem britt. Botschafter Arbuthnot und den Ministern der hohen Pforte sich zerschlagen hatten, brach die engl. Flotte am r. Merz Morgens aus einmal aus, und segelte bey starkem Nordwind den ober» Dardanellen und dem Eingang des schwarzen Meeres zu. Plöziich aber wendete sie sich wieder, und nahm ihren Lauf quer durch das Meer von Marmora , an die, Konstantinopel gegenüber liegende, astatische Küste von Bursa. Bev der Insel Kalolimni legte sie sich vor Anker, und nahm Lebensmittel nnd frisches Was» scr ein. Die aus dem Bosphor zurückgekommcne türk. Eskadre hat sich mit den, im Arsenal und in der To» phana gelegnen, neu ausgerüsteten Schiffen vereinigt, und ist unter dem Oberbefehl des neuen Kapudan Pascha, grvsentheils mit Janitscharen bemannt, 15 bis 20 Segel stark, der engt, nachaeeilt. Man sah allgemein der Nachricht von einem Seetreffen entgegen. Der russ. kaff. Vi^adm. Smiavin hat sich mit einer starken Abtheilung seiner seit dem Anfang des gegenwärtigen Jahrs beträchtlich verstärkten Flotte aus dem jonische» in das ägaffche Meer begeben, wo er sich unschwer mit der aus der Hohe von Tenedos zurückgebliebenen engl. Eskadre vereinigen kann. Er soll Smyr- na bedrohen. Bekannt ist, daß seine Flotte viele Landungstruppen am Bord hat. Der Herzog von Richelieu ist mit einem ansehnlichen, in den Kriegsgou- verncments Odessa und Taganrog zusamm'engezognen, Korps d'Armer im Anmarsch nach der Moldau. Alles, was mehrere öffentliche Blätter von einem Uebergang der Russen über die Donau und von dabcy vorgefall- »cn Gefechten enthalten, hat sich bisher nicht bestätigt. Auch die bessarabischen Tataren, von welchen man einen Beudezog nach Jassy besorgte, sind plöziich wieder umgekehrt; vielmehr hat ein russ. Korps ihre Si« ze überfallen, sie grossentheils entwaffnet, ut-d dir Häupter ihrer Stämme nach Rußland abgefährt. Etwas abweichend hievon werden diese Vorgänge in einem Privatschreiben aus Konstantinopel erzählt, wel» ches vom 10 Merz ist, und so lautet: Endlich sind wir aus der bisherigen schreklichen Krisis glücklich gerettet. Nach der unerwarteten Erscheinung der englischen Flotte vor unsrer Hauptstadt? die sich in einem vertheidigungsloseu Zustande befand,, hieng es von den feindlichen Admirälen ab, in den Hafen einzulaufen , die Stadt zu bombardiren, und in einen Aschenhaufe» zu verwandeln. Der eben so kluge als thätige frans. l- k l —- ( 226 > Botschafter, Gen. Sebastian!, aber rettete die Pforte, binwng mit England oder engl. Handelshäusern an- glü Auf seinen Rath amusirte dieselbe die Engländer durch duch streng zu verbiethen. ist Unterhandlungen, während er selbst die furchtbarsten 2.) Auch bey Strafe der Confiscation die Ausfuhr ha> Vertheidigungsanstalten traf, und den Grosherrn, so .»gl- Maaren nach Frankreich eben so als deren Nie- stet wie dessen Minister und sämtliche Einwohner, durch läge in der Absicht, um zu deren Einschwärzung nach seii männliche Vorstellungen dergestalt elektrisirte , daß man Frankreich beförderlich zu seyn, zu untersagen; und an- nur auf den milchigsten Widerstand dachte. Gtiikticher Z.) Aon der Zeit der Pub.'icarion gegenwärtiger Weise waren an dem Tage, wo die englische Ffttte Verordnung an alle Einfuhr von Maaren, die aus unl vor Konstantinopel erschien, mehrere geschikte sranz. England kommen und den Handel damit einzustellen. sch> Ingenieurs und Offiziere angekommen. Mit Hülfe Hieran geschieht Unser Wille. Gegeben Carlsruhe, Hai derselben ließ Gen. Sebastian! auf den vorcheilhaftcsten den zi. Merz 1307. sieg Punkten 600 schwere Kanonen aufführen, und neben Frankreich. Or denselben Röste anbringen, um die englischen Schiffe, Paris, vom z April. des wenn sie sich näherten, mit glühenden Kugeln zu sbe, Die provisorischen aus der Conscription V01H806 ge! schiessen. Zu gleicher Zeit schikte Gen. Sebastian! einen gebildeten Regimenter, sind auf dem Wege und kommen Hai Lheil der besagten sranz. Offiziere nach den untern Dar- bey der Armee an, welche, ehe 14 Tage vergehen, Pr danellen ab, um dieselben in einen solchen Zustand zu schöner und, zahlreicher seyn wird, als sie je gewesen ist. Ar! sezen, daß man die feindliche Flotte, wenn sie durch Das Generalquartier des Kaisers ist fortdauernd zu Tif die Meerenge zurüksegcln wollte, in Grund bohren Osterrode. schi könnte. Dis merkten die feindlichen Admiräle, verlies- Die Kälte ist wieder gekommen und der Boden ist ber sen am 1 Merz mit allen Schiffen die Station vor Kon-' mit Schnee bedekt. der stantinopel, Md am 3 passirten sie die Dardanellen, Die Rechte der französischen Armee lehnt sich an die Nu um wieder nach dem Archipelagus zu kommen. Inner' Narew und die Linke an Braunsberg, längs des Omu, geft halb 20 Tagen werden nun die obern und untern Da' lew und der Paffarge, 40 Meilen vorwärts der Weich- sche danellen, so wie Konstantinopel selbst, dergestalt des/ sei, welche ihre zweite Linie ausmacht. sen stigt seyn, daß jede feindliche Flotte, die dahin durch- Ein Bcvbachtungskorps von 15,000 Polaken zu Fuß abe zudringen wagte, ihren Untergang finden würde. und zu Pferd, welche General Zayonchek ansührt, deckt der Nach Berichten aus Hermannstadt hafte die Russische ihr Cencrum zu Neidetzburg und Passenheim. den Armee unter dem General Michelson an der Donau Die Artillerie ist zur Belagerung von Danzig in Be- nocl unweit Widdin eine solche Stellung genommen, daß ein wegung, welche Marschall Lefebvre berennt har. naher Uebergang derselben zu erwarten war. Die bayerische Division hat am äußersten Ende des ^ Deutschland. Rechten, als Re,erve, zu PultuSk Posto gefaßt. ?ct I Carlsruhe, vom 8-Äpril. Man hat zur Belagerung der Citadelle von Grau- Me Das gestrige Regierungsblatt vom yten d. Nro. y. den;, die Arbeiten angefangcn. des enthält folgende Landesherrliche Verordnung. Man schätzt, daß die Schlacht von Eylau ZoooM. Me Allgemeines verboth für sämtliche Grosher- an Todten, Verwundeten, und solchen, weiche nicht Der zogl. Lande und Untepthanen gegen.Hie Ein- mehr dienen können, oder einer langsamen Wiedcrge- Uns ' fuhr und den Handel mit en^l. Waaren. nesung unterworfen sind, gekostet hat. Der Kaiser Wc Carl Friedlich rc. rc. hat dem Kricgsminister Befehl gegeben, Z002 Konscri- Me Wir haben durch Unsre Vcrhältniße mit auswärti- vierte von 1807 herbeyzurufen, um diesen Ve>lu,i zu die 'gen/mit Uns verbündeten Staaten Uns bewogen ge- ersetzen. neu, sunden, in Unser», gesammten Grosherzogthum Der Schach von Persien hat eben einen seiner vornehm., gm ^ i.) alle mittelbare oder unmittelbare HandelsVer- sten Generale abgeschickt, um de» Kaiser wegen seimr gern ( -27 ) glücklichen Erfolge ;u bekomplimentiren. Dieser Offizier ist eben zu Konstantinopel «»gekommen. Dieser Fürst hatte wahrgenommen, daß die Russen, die gegen ihn stehen, schwächer geworden sind, und meldet, daß er seine Macht zusammenzieht, um sie von dieser Seite anzugreisen. Der persische Gesandte bey Sr. Mas. dem Kaiser und König hat, wie man aus Warschau vom 20 Merz schreibt, sehr angenehme Nachrichten aus Persien erhalten. Prinz Abbas-Mirza, Sohn des Schach, ist siegreich in der ersten Hälfte des Decembers bis an den Orus vorgedrungen und hat sich von Mcrve bemeistert, dessen Fürst dem persischen Kaiser den Eid der Treue geleistet hat. Alle Lander, bis an die indische Granze, haben sich dem Monarchen von Persien unterworfen. Prinz Abbas - Mirza steht an der Spitze einer starken Armee im Moghan und Carabagh, vier Tagrcisen von Tiffüs, und hat 42,000 Mann nach Georgien abge« schickt, welche sich, unter dem Heerführer Ahmed Khan, bereits von Churegel und Pendeh bemächtigt haben. In der letzter» Festung befand sich viele Artillerie. Alle Russen, die sie vertheidigten, sind niedergemacht, oder gefangen abgeführt worben. Es kommen täglich russi' sehe Ueberlaufer bey der persischen Armee an. Die Russen haben Vergleichungs-Vorschläge gcthan, erhielten aber von Ferh Ali Schach zur Antwort, baß, so lange der große Kaiser, sein Freund und sein Allirter, mit den Russen im Kriege begriffen ist, an keinen Frieden noch Stillstand mit Persien zu denken sey. Paris, vom Z April. - Das Gerücht, welches sich seit einiger Zeit verbreitet hat, inDerreff der von Oesterreich den kriegführenden Mächten angebotenen Mediation, zur Wiederherstellung des Friedens, dauert fort, und erhält mehr Kredit. Man versichert, daß die durch Vermittlung des Hrn. Baron von Vincent über diesen Gegenstand eingeleiteten Unterhandlungen gute» Fortgang und eine günstige, Wendung zu nehmen scheinen. Ein Umstand, Verliese Meinung zu bestätigen das Ansehen haben könnte, wäre die Sage, welche in diesem Augcnblike geht, daß ein neues Aufgebots) von Conscribirten unter die Fahnen gerufen werden solle, damit Se. Msj. über alle im Instern des ganzen Reichs zerstreuten Truppen verfügen, und ihren Feinden eine noch größere Masse von Kräften entgegen setzen könne, als diejenige gewesen ist, die hingereicht hat, sich innerhalb wenigen Wochen der preußischen Staaten zu bcmcistcrn, und um die Absichten Rußlands durch Siege zu vereiteln, welche durch die Schwierigkeiten des Himmelstrichs und der Jahreszeit noch glänzender werben. Ohne von dem politischen Arioma zu reden, welches will , daß FriebensUnter- handlungen von furchtbaren Kriegsrüstungen unterstützt werden sollen, kann man sich erinnern, daß der Kaiser im vergangnen Jahr, im Augenblick, als man den Traktat von Presburg absaßte, Befehl zu emem Aufgebot gab, von dem er wohl wußte, daß es nur darum uoth- wendig sey, um dem Feind mehr zu imponiren. Demnach würde der Ausruf einer neuen Conscription, wovon, wie man behauptet, der Vorschlag nächstens geschehe» wird, die FriedensGerüchte, welche die von Oesterreich vorgrschlagne Mediation erzeugt hat, eher befestigen, als zernichten. Uebrigens versichert man, daß dieses Aufgebot bestimmt ist, im Innern zu bleiben und die Truppen daseibst zu ersezen, die zur großen Armee abgerissen werden. N. S. Eben erfährt man, daß der Senat gestern außerordentlich zusammcnberufen ward, und daß man glaubt, die obenberührte Maasrcgel sey der Gegenstand einer Berathschlagung gewesen. Gestern starb der berühmte Astronom Hieronymus Lalande, im Tasten Jahr seines Alters. England. Londen, vom 23. Marz. Die heutige Blätter enthalte» wichtige Nachrichten Die wichtigste ist, daß das brittische Ministerium gestürzt und neu besetzt wird. Es hat sich mit dem König wegen der Katholiken entzweit. Die Minister hat ten in Rücksicht derselben Grundsätze der Mäsigung und Gerechtigkeit angekündigt. Allein der König forderte, daß die Bill, die den irrländischen Katholiken günstig war, zurückgenommen werden solle, und begnügte sich einmal mit dieser Maaßrcgcl, welche die Jrrländer in Verzweiflung setzen wird, sondern begehrte, daß sich die Minister verbindlich machen sollten, die katholischen Jrrländer in der Bedrückung und Verachtung, unter welcher sie seufzen, stecken zu lassen. Die Minister wi- stünden dem Willen des Königs. Seit dieser Zeit sprecht Schwede». man von ihrer Entsetzung. Man weiß, daß das Mi- Schreiben ans Greifswald, vom ^y. Mar?, nisierium aus den beßten Köpfen beider Partcyen besieht Reich-marschall Morticr ist von Stralsnnd mit Das Einzige, was die Veränderung bisher noch verzö- einem Regiment Hm-'ändischer Cavallerie nach Cvibeeg Zert hat, ist daß mau verlangt, sie sollen ihre Entlas- aufgebrochen, behält aber das Obcrcommands über das Fung begehren, und daß die Minister hingegen wollen Corps vor Stralsund. «abgesetzt seyn. Jndcß ist man beschäftigt, ihnen Nach-' ......... Folger zu geben. Man bezeichnet den Herzog von Port- Carlsruhe. (tt'gis.) Beym Silberdiener Leysin- land , den sein hohes Alter von den politischen Geschäft ger ist ein Zimmer mit oder ohne Meubles täglich zn len entfernte, als ersten Minister. Man spricht auch verlohnen. von Lord Melville als Seeminister. Eine Absetzung Carlsruhe. (SchuldenLiquidation.) Alle diejenige aber die höchstwichtig ist. betrifft den Herzog von Bed- welche an den verstorbenen Geheimen Finanz Kanzlisten fort, als Vicekönig von Irrland, dem man den Her- Hündle eine rechtmäsige Forderung ex zng von Rutland zum Nachfolger geben will. Nun capiw zu haben vermeynen, werden hiemit zur Liqui, aber der Herzog von Bedsort unter allen Rücksichten Patron ihrer Forderungen unter Mitbringung des nö, Len Jrrländcrn angenehm, sowohl wegen seinen Grund- thigen Beweises sub xr-esucklclo pl-WcIu8lorii8 vor- sätze der Mäsigung und Menschlichkeit, als wegen sei« geladen, Donnerstags den 2z dieses Vormittags um y «es großen Aufwands, indem er der reichste und präch- uhr zu diesem Behuf vor dem Commiffario auf der ligste Herr in ganz England ist. Es scheint. daß über. HosrathsKanzley 1 Senats zu erscheinen. Carlsruhe Haupt alle Freunde des Hrn Fox werden Key der neuen prir - April 1827. Einrichtung bey Seite gesetzt werde». Von Commiffionswegeu. Seit acht Tagen sind wir ohne Nachrichten vom fe- Pen Lande. Allein es fehlt uns nicht an Beschäftigung Hey Hause. Was jezt vorgeht, ist von einer weit grö- fern Wichtigkeit für England, als die Niederlage unserer Mitten. Ein neuer Sieg könnte dem Bonaparte nicht so viel Freude machen, als er fühlen wird, wenn er erfahrt, daß. der Herzog von Portland, Lord Eastlereagh rc. an der Spitze der Regierung Großbritanniens stehen. ' Schwarzach. (Aufforderung.) Joseph Ubach der ^ verheyrathete Burger zu Leiberstung; Oberamts Ubers, hat sich am igten Februar von seinem Geburtsort ent- ^ fernt, und bisher nichts von sich hören lassen, es werben sonach alle Obrigkeiten anmit ersucht, aus diesen ^ Mann, welcher wegen keiner Uebelthat, sondern wahr- . scheinlich wegen Tiessinn seine Frau und Kinder verlassen hat, Acht zu nehmen, und Falls derselbe ausfindig gemacht werden könne, an unterzeichneres Oiwramt un- Man weiß, daß der Herzog von Portland die erste Ministerstelle angenommen hat, und daß ihm aufgetragen ist, die übrigen Minister vorzuschlagen. Se. M. will alsdann den Vorschlag mit Lord Chatam, Bruder Les Hrn. Pitt, durchgehen. t k i * »7 Italien. Zara, vom 7 Merz. . verweilte gefällige Nachricht zu ertheilen, wogegen mau ? den Ersatz aller Unkosten anmit zu sichert. Joseph Ubach ist ohngefähr 3 o Jahre alt, 5, z" hoch, hager, hat einen starken röchlichtcn Bakenbart, blasses blatternarbigtes Gesicht, führt eine leise Sprache und ist immer tiefsinnig; dessen Kleidung bei seiner Ent^ weichung bestund in einem weisen Zwilchrock, rindsle,! Signalement. Unter der Leitung geschickter franz Offiziere werden schleunigst neue Straffen auSDalmatien nach Bosnien ^nn.r»n> fall,,, in «NN tzft-Sane» «nllkndev tttt weich?. dernrn Schuhen, blauen Brusttuch, weißledernen Hofen, statt des Huts trug er eine sogenannte Pudelkap- pe, und seidenes Halstuch. Schwarzach den Merz 1807. Großherzogl. Oberamt Ubers-