Mo. 65 Karlsruher F r e l r a g A r 8 Pag. -?7 Zeitung. den 24 April. O 7. Mit Grosherzoglich Vadischem gnädigstem pvivilegis. k Jnnhalt. Nähere Umstände des Todtes der Oesterreichischen Kaiserinn. Hamburg; NheinBund. Möu- i chen; Bürger - Corps. Die Russen sollen«, d. Wallachey sortseyn. Mainstrohm; Die Belagerung von j Stralsund ist aufgehoben. Berlin; Officielle Berichte von-Konstantinopel. Paris; Engl. Kriegsschiff stiegt in - die Luft. Landen; LandungsExpedition. Stockholm. Koppenhagen; Engl. Kriegsschiffe. Konstantinopel. Oest' err e i ch. Wien, vom iZ April. Nach dein heutigen Hofbericht wurde unsre Kaiserinn Königinn, Marie Theresie, am Z April von einem SeitenStechen befallen. Diß bewirkte schon am folgenden Tage eine zu frühe Entbindung von einer Erz- Herzogin, die am zten Tage ihres Lebens starb. Schon war die Entzündung der Lunge und des RippenFells beinahe ganz gehoben, als die unvermeidlichen Folgen des WochenBettes dieselbe wieder auf einen solchen Grad brachten, welcher den Tod herbeiführte. Ans die erste Nachricht von der bedenklichen Wendung der Krankheit war der Kaiser, begleitet von dem Generalissimus Erz- Herzog Carl, aus Ofen zurückg«eilt. Noch schien, als diese am Nachmittag des 11 Aprils in Wien ankamen, ein Strahl von Hoffnung vorhanden. Aber die, ser verschwand gänzlich am folgenden Tage. Die Kranke wurde daher am Nachmittage mit den heil. Sterb' Sakramenten öffentlich und feierlich versehen, nachdem Sie schon einige Tage vorher in der Stille ihre Andacht verrichtet hatte. In der HofBurgPsarrKirche wurde das Hochwürdigste ausgesezt, und sowohl dort als in den Pfarrkirchen der Stadt und der Vorstädte ein öffentliches Gebet angeordttet. Nachts um isUhr berief die Sterbende ihre Kinder zu sich, und segnete sie. Keinen Augenblick verließ der Kaiser ihr Lager. Er , dessen fester und ausharrendcr Muth durch, eine Verkettung von Leiden nicht gelähmt werden konnte; Er selbst sprach mit hoher Rührung Ihr Trost ein. Bei vollem Bewußtseyn, mit jener Ruhe, welche nur grossen Seelen eigen ist, schlummerte sie endlich am Morgen des rz Aprils nach halb sieben Uhr in eine bessere schönere Welt hinüber. Nur auf 34 Jahre 10 Monate und 7 Tage hatte sie ihr wohlthätiges Leben gebracht. Von 12 Kindern, welche sw geboren hatte, sind noch 4 Kaiser!. Prinzen und 5 Prinzessinnen der Trost des Vaters und die Hoffnungen des Volkes. Zu der Beisezung des entseelten Leichnams ist der 16 April bestimmt. Die Vigilien werden am iy, 20 und 21, Abends Z Uhr, die Eregnien aber am 20,- 2i und 22 April in der AugnstinerKirche gehalten. Die HofTrauer wird vom rb April an , durch 3 Monate^ mit Abwechslungen getragen. Sie war die älteste Tochter des Königes Ferdinand IV. von Neapel und Sicilien und Seiner Gemalin, Marie Theresie, geborner" ErzHerzogin von Oesterreich ( -Z8 ) and den 6 Jan. 1772 geboren worden. Sie war die 2te Gemalin des Kaisers Franz und mit ihm Geschwi- sterKiad. Deutschland. Hamburg, vom iz. April. Die Fürsten von Anhalt, Neuß, von Lippe Detmold, von Waldeck und der Graf von Lippe-Schaumburg sind in den Rheinischen Bund ausgenommen woroen. Die Kurhanvverschen Staatsminister verlasse» das Hannoversche Gebiet München, vom 16 April. Se. Königliche Majestät hat unterm z April d. I. eine allerhöchste Verordnung erlassen, worinn die Organisation und die Uniformirung der bürgerlichen Korps in den Städten, Flecken und Märkten des Königreichs näher bestimmt ist. Diese bürgerlichen Korps sind blot zum Dienst im Innern des Landes bestimmt. Man spricht von bedeutenden Borthrile , welche die Türken und die Perser über die Russen erhalten haben. Gen. Michelson soll von Mnstapha Bairactar aus der Wallachei vertrieben worden seyn, der ihm 12 Kano« neu und 800 Mann Gefangene abgcnommen hat. — Ans der andern Seite sind die Türken in die Krimm eingefallen , und die Perser haben dir wichtige Zugäu- ge des Kaukasus erobert.! Leipzig, vom 16 April. Endlich ist es dahin gediehen, daß mittelst eines Rückkaufs die hier in Beschlag genommenen Englischen Waaren losgegeben sind/und frei verkauft werden dürfen. In wenigen Tagen wird dieses ganze Geschäfte regu» litt seyn. Mainstrohm, vom iy April. Die Belagerung von Stralsund ist aufgehoben. Unmittelbare Nachrichten aus Stralsund vom Z. d. bestätigen diese Veränderung; cs heißt unter andern darinn: Seit Anfang Aprils hat der Blokadestand dieser Stadt ausgehört, und Schwedisch - Pommern st von den Franzosen und Holländern unter General Ärandjean, dem Nachfolger des Marschall Mvrtier, gänzlich geräumt; GenGouverneur Baron von Essen hat sei» Hauptquartier zu Demmin, und Gen.Licut. Baron von Armfeldt zu Anklam; die Franzosen, deren Stärke man auf 4 bis Zoos angibt, während die Schweden mit 9000 Mann anrückten, haben sich nach Preußisch - Pommern zurückgezogen. Das Straliunder Postamt hat am 4. in der Zeitung angezeigt, daß, da der Feind das Land geräumt habe, der Postkurs wieder hergestcllt ftp rc. Preu sse n. Berlin, vom April. Offizielle Nachrichten von Kviistantinopel. Die bcygcfügten Schreiben (eines sranz. Offiziers, der sich in einer der Batterien vor den Dardanellen befand,) werden bis zur Ueberzeugung den mcrkwürdi» gen Stoß, den die Engländer erlitten haben, und die Meinung begründen, die man von dem guten Betragen der Pforte, und dem muthvolle» Enthusiasmus des Volkes von Konstantinopel hegen muß. Von den LmrdankVen, vom z. Merz, um 11 Uhr Vormittags. Es war gestern um z Uhr Nachmittags , da der Thurm der Moskee'vyn Gallipoli uns rz feindliche Segel auf der Höhe von Marmora bezeichnete. Um 5 Uhr legte sich diß Geschwader zwischen Lampsaki und Nagara vor Anker. Die Türken begaben sich mit Zutrauen und voll Freude auf ihre Posten. Der Pascha war die ganze Nacht uns den Beine«; er machte seine Runden, und traf alle Anstalten. Heute um 7 Uhr Morgens begab ich mich in die Batterie von Nagara. Als ich alles ruhig fand, gieng ich, die Bewegungen der englischen Flotte von der Spize eines Berges zu beobachten , der über das Meer von Marmorn die Aussicht gewährt. Am 8 Uhr sah ich das Admiralschiff Signale machen; es ficng an, sich über seinem Anker zu schwenken. Das Geschwader ahmte diese Bewegung nach. Eine Viertelstunde später war das erste Schiff unter Segel, und erwartete die übrigen. Genau um y Uhr ficng die Kanonade mit der Batterie von Nagara an. Man ließ den Feind bis auf eine kleine Schußweite herankommen; die Türke» bedienten die Bakterie!- mit Kaltblütigkeit; sic zielte» gut und ladeten schnell. Nicht eine Kanone wurde von der Lavette geworfen, oder verlassen. Die Engländer müssen großen Schaden erlitten haben, denn ich sah eine Menge Kugeln ins dicke Hol; eingehen ; unter andern schlugen große Kugeln aus Marmor von de» Schlössern in den Untertheil. Man sah von de» Vcr- L d »1 n r <1 v st -ei f § ch V L F 6 r, se L sc v> L -di ki ft Hl ei ui K ge tü ! hi lz . ) Schweden. Stockholm, vom 3 April. Gegen die Mitte Mays erwarten wir unsre geliebte Königin und Ihre Fürst!, Schwester die Herzogin von Braunschweig in der Hauptstadt. Man glaubt, daß auch die leztgenannte hohe Person Ihre Wochen allhier halten werde. Ob Sr. Mas. der König selbst mitkom- men werden, ist noch sehr ungewiß. Danne m a r k. Koppenhagen, vom n April. Briese aus Danzig vom 31. Merz melden, daß diese Stadt noch nicht bvmbardirt wird, und daß das Fahrwasser besezt worden. Am 8-d. giengen beide, einige Tage auf unsere Rhede vor Anker gewesene, schwedische armirte Fahr-' zeuge, nebst einem ebenfalls mit Truppen von Landskrona hinzugekommcnen Kriegsschiffe, nach Stralsund unter Segel. An demselben Tage kam ein engl. Kriegsschiff und gestern kamen wieder 2 andere auf unserer Rhede an , welche alle 3 in die Ostsee giengen. Eins dieser Schiffe ist mit Depeschen nach Memel und eins nach Danzig bestimmt. Im Sunde sind in diesen Tagen 4 englische Con- voys von no Segeln angelangt. Am y lagen aus der Helfingörer Rhede 7 kleine engl. Kriegsschiffe. Turkey. Konstantin opel, vom 10 Merz. Am 8 Merz ist dem Kommandanten der Dardanellen, welcher mit dem GrosAdmiral bei Annäherung der Engländer entflohen war, der Kopf abgeschlagen worden. Der Kaiser hat wahrend der roTage, welche die Engländer innerhalb der Dardanellen waren, keineRacht im Bett geschlafen: er war Tag und Nacht, wo irgend Anstalten zu treffen waren. Er hat die Garten des Serails eröffnet, um Batterien darinn anzulegen, und sogar die Gebäude seiner Frauen, wenn sie zur Vcrtheidigungs- Linie dienlich wären, nicht zu schonen befohlen. Da die erste Bestürzung vorüber war bewiesen, die Türken einen ausserordentlichen Muth. Die Minister bivouakirten die ersten Nächte aus den ihnen zugetheil- ken Posten, und hatten hernach kleine Zelten. Die Franzosen, sind seit dieser Zeit in so grossem Ansehen bei den Türken, daß sich jedermann beeifert, ihnen Liebe, Achtung und Respekt zu beweisen. Mau sah, was noch nie gesehen worden war, Franzosen frei im Garten des Serails spazieren gehen. Französische Ingenieurs sind nach dem Bosphorus und den Dardanellen abgegangen. Diese 2 Schlüssel der HanptStadt werden unter der Leitung Generals Sebastiani in, den furchtbarsten VertheidigungeZustand gesezt. Die > ^ Erbitterung der Türke» gegen die Russen und Englän- A der ist auf das höchste gestiegen. Die Verschliessung der Türkischen SeeHöfen ist für den Englischen Handel ein empfindlicher Schlag; denn diese Nation hatte sich beinahe ganz ausschließlich des Handels in der Türkei bemächtigt. Carlsrnhe. (Wein ,eil.) Nro. 152 ist Oberländer i8o2r Wein zu 34 fl. Ohm und halb Ohm weis das Viertel aber zu 3 fl. 12 kr. und Staufenberger i8°4r Gewächs ä zo fl. die Ohm und das Viertel zu 2 fl. 45. kr. zu haben. Carlsruhe. (Kirschenwaffer feil.) Vcy Canditor Fellmcth allhier ist bestes Schweizer - und Oberländer- " Kirschenipasser in billigen Preisen zu haben. Karlsruhe. (Die»g - Gesuch.) Ein junger Mensch. S mit guten Zeugnißen versehen, der eine gute Hand' di und ortographisch schreibt und im Rechnungssache er« st, fahren ist, sucht als Seribent bey einem Lbcramt, ^ Stadtschreiberey, auch als Privat - Aktuar einen Platz. Man addreßirt sich in schwarzen Baren. Carlsruhe. (An Apotheker-Lehrling wird gesucht.) In eine wohlgelcgenen Stadt in der welschen Schweiz wird ein Lehrling gesucht, der Lust hat die Apotheker- § kunst und zugleich die französische Sprache zu erlernen. ^ Das Nähere ist im Zeitnngs - Comptoir zu erfahren. . Rippurr. (Bleiche.) Wer Leinwand, Garn oder Faden auf die hi'sige Bleiche geben will, belieben hl es in Karlsruhe an Herrn Kaufmann Schneider, in sie Dnrlach an Herrn Daler znm grünen Baum und dg» hier an den Bleich-Jnnhabcr selbst zu sendten. ^ Durl.'ch. (Dirie.l Wir finden uns veranlaßt, diejenige Freunde, welche Tuch oder sonst etwas aus unsre Bleiche durch Dienstbotten oder sonstige Gelegenheit überschicken wollen, hierdurch höflichst zu bitten, demfe- di nigen, der das Tuch rc zu überliefern hat, unsre rich« n tige Addreffe zu geben und ausdrücklich zu befehlen, baß er solches an Niemand in der Stadt Dnrlach ab- gebcn — sondern an nns selbst aus die Cotton- " sabrick bei dcr Untern Mühle, eine halbe e> viertel Stunde von der Stadt, abliefern solle, indeme L wir keinen Factor in der Stadt Durlach haben. Der f Bleicherlvhn auf der Schncllbleiche ist 3 kr. wenn man . aber nicht pressirt, wie auf andern Bleiche», nur 2 kr- - für die Elle leinen Tuch. Das übrige wie bisher. . Durlach den 20 April. 1807- Oesterle und Compagnie. >