Nro. ioz. Karlsruher Montags r 8 NAE Pag. 429 Zeitung. den 29 Inny O 7 Mit GrosherzsgUch Badiscdsm gnädigstem privikegto. Inn halt. Triest Wien; Rekruten. Ucbergang der Türken über die Donau. Hamburg,; Reise des Königs von Schweden. Luöwigsbnrg. Frankfurt; Neue Schlacht. Stettin. Schreiben aus Friedland D stea. Neapel; Nachrichten von der Landung der vizilianer Konstantinopel, or« Oesterreich. Triest, vom y Iuny. Da die Engländer und Russen sortfahren, alle hiesige Schiffe, die nach der Levante und nach andern von den Franzosen besetzten Häven segeln wollen, zurück zuwersen, so ist von Seiten unsers Handelsstan- des neuerdings eine Deputation abgegangen, um dem Kaiser wegen der traurigen Lage von Triest Vorstellungen zu machen. Alle hiesige Magazine strozcn von Waaren aller Art, die nicht nach ihrer Bestimmung abgeschickt werden können. Wien- vom 20 Inn. Nun werden auch die hier anwesenden Ausländer, die mit keinem Paß versehen sind, ausgehoben. Die hier rrsidirenden Gesandten ertheilen zwar ihren Landsleuten ohne Anstand Passe, jedoch unter dem Beding, daß sie sogleich in ihre Heimath zurückkehren und für ihren kandesherrn streiten. Heute gibt die Wiener Zeitung unter der Aufschrift: Türkei, folgendes: „Es heißt, der Großvezicr sey, nachdem sich seine Hauptmacht bei Silistria miam,neu- gezogen hatte aus sieben verschiedene Punkten über die Donau gegangen. Mit den Russen war jedoch kein bedeutendes Gefecht vorgesallen. Da. sie auf vielen Punkten zerstreut waren, so zogen sie sich zurück, um eine rückwärts konzcntrirtere Stellung zu nehmen. Am z. Juni verliessen der Fürst Npsiianti mit seiner Familie, die Generale Milloradovich und vhlanius mit ihrem Stab und ihren Kalonnen Bucharest, und begaben sich nach Fokschany, wohin schon früher Genera^ Michclson und die Artillerie am Zc> Mai vorausgegan- qen waren. Am 6 , Juni stand noch die Russische Ar- ricre-Garde, aus dem Grenadier-Regiment Sibirsky und den Dragonern von Rehbinder bestehend, in jener Hauptstadt der Wallachei. — Die Russen haben sich des wichtigen Plazes Anappa am schwarzen Meere be- mcistcrt. Sowohl die Enge der Dardanellen als Smyrna, sind von ihnen fortdauernd blockirt, und verschiedene wichtige Inseln in der Nahe wcagenommen. Der Mangel an Lebensmittel war dadurch, selbst in Kon« stantinopel, ungemein drückend qewesen. — Die in einigen öffentlichen Blattern vorkommenden Nachrichten vom Auslaufen der türk. Flotte des Kapudan Pascha aus dem Kanal, und von einem Sectreffen mit der russ. Flotte des Viceadmirals Sim'avin, haben sich bis dahin nicht bestätigt. Wetter enthält die Wiener Zei tung nichts aus der Türkei. Dagegen ist hier in Wien allgemein das Gerücht von einer grossen Revolutiom verbreitet, die sich in Konstantinopel Mischen dem 26». c 4'<> ) «ttd s8> Mai zugekragen haben soll. Die Angaben Über -die Veranlassung und den Zweck der Revolution find sehr widersprechend. Man hofft/ in wenige» Ta» gen zu erfahren/ was an der Sache ist. Deutschland Hamburg / vom 20 Iuny. Ueber die neulichr Reise Sr. Maj. des Königs von Schweden und Ihre Zusammenkunft mit dem Marschall Brune / liefet man nun in hiesigen Blättern folgende nähere Nachrichten/ worinn jedoch das Resultat jener Zusammenkunft noch nicht angegeben wird/ während der Altonaer Merkur bereits vor einigen Tagen versichert hat/ der schwedische Monarch habe dartnn den Waffenstillstand aufgckündigt: Nachrichten aus Stralsund vom 8 d. zufolge/ reisetcn Se. königl. schwedijche Maj. am 4 d. von da nach Greifswald ab- und begaben sich des Nachmittags nach Schlatkow / wo eine Unterredung mit dem Marschall Brüne statt hatte. Im Gefolge des Königs waren: der wachthabende Kapitän - Lieutenant von den Trabanten / Gras Piper / der kicnstverrichtende Generaladjutant, Freiherr Tawast der Brigadechcf/ Oberst Freihr. Stael v. Holstein, der Oberstlieut. Freihr. von Sparre, der Major Win- blad/ Rittmeister Toll/ Hauptmann von Schneen re. Bei Schlatkow befand sich ein Detaschcment von dem Lcibregiment Husaren in Postirung.- Nach der Nükrei- se des Marschalls Brüne / der von Anklam nach Schlatkow gekommen war, und ebenfalls wieder vom Ober- adjulanten u. Oberstlicutcnant, Freiherr» Boye/ begleitet wurde, begab sich Se. Maj. nach Zythen und weiter nach der Gränze, um die dasigen Verthcidigungs- emstalten und Truppen in Augenschein zu nehmen. Sie ritten bis an den Schlagbaum an das Ende des Anklammer Damms/ wo die lezte schwedische Vedette steht, und kehrten dann nach Greifswald zurück. Nach öffentlichen Blättern ist die franz. Armee im Ausland folgendermaßen verkheilt: Zo,ooo in Neapel unter den Generalen St. Cyr und Regnicr, 20,000 in Dalmatien unter General Marmont, 10,020 im Hessischen, Fuidaischen unissBayreuthschen, 80,000 das ObscrvationsCorps unter M. Brüne, »Z,ooo in Schlesien unter Prinz Hieronymus, 50,000 unter Marschall Massen«, wisse 220,00a die Armee zwischen Eibing und Thorn, beha 60,ovo vor Danzig, 14 j 395,-00 Der Ludwigsburg, vom 24 Inn. Durch einen io Stunden spater, als Major von der Hügel, vom Schlachtfeld lei Fricdland abgegangncn kom Könner ist die Nachricht eingcgangcn, daß die Flucht der der ruff. Armee noch sortdaure. Acht und zwanzig wun ruff. Generale naren kodt, blcssirt und gefangen. Pre Am iZ. d. früh ist Königsberg durch Kapikwetivn 2 übergegangen, und ein z bis 40L0 Mann starkes leon preuß. Korps hat sich gefangen ergeben. Die übrigen ben Resultate des grossen Siegs waren noch nicht ganz fm bekannt, indem die Russen noch immer verfolgt wirr» sein den. übe Fr ankfürt, vom 26. Juni. lau Heute hier durch passirte Kuriere bestätigen es, daß De am 16. eine neue Schlacht zum gänzlichen Nachthcil M der Russen vorgesallen >ey. Diese Schlacht überlieferte zw» den Franzosen die ganze Küste der Ostsee von Königs» M berg (weiches sicher seit dem ig. in franz. Händen ist) W< bis Riga. Eine Kolonne Franzosen soll Mietau besezt am haben. De P r e u s s e «. Stettin, vom iz Jun. Am y. d. M. Abends, kam hier Gen. Molitor an, er traf Sr. Erz. den Marschall Brüne nicht mehr m, hier, indem derselbe an diesem Tag des Morgens nach Ir der Gegend von Eollnow (in Hintcrpommcrn), abge- au reist war Am 10. Nachmittags kehrte er aber wieder so zurück, und an demselben Abend reiste auch Gen. D Molitor mit Verhaftungsbefehlen zu seinem Korps in- so Mecklenbu. gische ab. Gestern Morgen giengen die ri Depots mehrerer Kavallerieregimenter hier durch nach de Damm. Die Durchmärsche und die Lasten der Einquartierung nehmen mehr zu als ab. Auszug eines Schreibens von Friedland, den iZ Iuny. Während man sich bei Friedland schlug, hatte E der Kaiser den Grosherzog von Berg und Mar» G schall Davoust abgeschikt, um den Pregel und Königs» E berg zu okkupiren. Wir wissen schon, daß 3,000 Preus» 8 sen sich zu Kriegsgefangenen ergeben haben, aber wir s» ( 4 " ) - wissen noch nicht, ob Ge», kestoeq den Fluß habe behaupten können. Unmittelbar nach der Schiacht vom 74 flohen die Uebcrr^ste der russ. Armee nach Welau. Der Kaiser Napoleon verfolgte sie persönlich mit den Marschällen Souit und Lannes. Wenn die Bewegung der nach dein Pregel dctaschirten zwei Divisionen vollkommen gelungen ist, so werden die Nüssen sich entweder zu Welau eingeschloffen befinden, oder sie sind ge- wungen, nach Wilna zu fliehen. Demnach wird ganz Preussen von ihnen geräumt scyn. Wahrend der Schlacht begab sich Kaiser Napoleon zu Pferde auf die gefährlichsten Punkte, und man bemerkte, daß die russ. Kugeln in keiner groscn Entfernung hinter ihm niederfielen; in der Sicherheit seiner Anordnung liegt etwas Uebernatürliches. Sicher über den glüklichen Ausgang hatte Er schon von Ey- lau aus den Grosherzog von Berg und den Marschall Davoust an den Pregel geschikt, und um desto gewisser zu treffen, hat er nicht gefürchtet, seine Armee um zwei beträchtliche Korps zu schwächen. Die Preussen find in einem solchen Grade muthlos, daß sie die Waffen streken, ohne sich zu schlagen. Dis geschah auch von den zooo Mann, welche Grosherzog von Berg gefangen nahm. Hol l a n d. Dorsten, vom 18 Iun. Auszug eines Schreibens aus Kloppenburg (im ehemaligen Nicderstift Münster) vom io. Iun. Heute treffen hier 2220 Mann holl. Truppen ein, welche aus der Gegend von Stralsund zurückkommen. Es folgte» noch unverzüglich b. co Mann. Andre 8coa Mann marschiren über Osnabrück. Diese Truppen sollen, wie man sagt, zwischen Meppen und Nheine ei» Lager beziehen, um im nvthigeu Fall die Engländer zu empfangen. Italien. Neapel, vom y Juny. Prinz von Hessen - Philippsthal hat wirklich das Glück gehabt, mit ungefähr Za Reutern , Offiziers, Gemeinen und Bedienten, nach Reggio zu entkommen. Eine Abtheilung stanz. Kavallerie, die ihn auf der Flucht auffangen sollte, kam nur eine Viertelstunde zu spät. Ais der stanz. Ge«. Abbe mit feine« Leute» zu Reggio eintraf, hakte sich der Prinz von Hessen-Phi' lippsthal ro Minute» zuvor mit seinen Begleitern nach Messina eingeschifft. Bei seiner Ankunst in Reggi» sagte er : In seinem Leben habe er keinen so schnel« len Ritt gemacht, als diesen. Er war nemlich vom Schlachtfeld bei Mileto bis Reggio, welches 6a ital. Meilen ( 15 Deutsche ) beträgt, unausgesetzt fortgeritten. Das ganze Korps, mit dem der Prinz die Landung aus Sizilien nach Calabricn unternahin, betrug 4020 M. Infanterie, Z-o Jager zu Pferd und mehrere reo Landstreicher. Von den erstern wurden ungefähr 2000 Mann zu Kriegsgefangaen gemacht und diese sind auf dem Weg nach hiesiger Hauptstadt, die übrige» wurden von den Franzosen zusammeog«' hauen. T ü r k e y. Konst antinopel, vom 25. May. Weder von der Armee des Grosveziers, noch von der Flotte unter dem Kapudan Pascha sind bis heute erhebliche Nachrichten eingegangcn. Letztre liegt fort, dauernd bei Gallipsli, und erwartet von hier Verstärkung. Der stanz. Botschafter, Gen. Sebastians, hat von dem Kaiser das grosse Band der Ehrenlegion erhalten; er reist morgen nach den Dardanellen, um die neuen, von den stanz. Ingenieurs angelegten Werke und Bakterien in Augenschein zu nehmen. Es iss nun ausser Zweifel, daß der türk. Befehlshaber zn Alerandria diese Stabt an die Engländer verkauft hak. Dagegen büßten diese durch die Unternehmung auf Rosette etliche rooo Mann ein. Eine russisch - engi. Flotte hält die Dardanellen blokirt, und auf dem schwarzen Meer streift auch das russ. Geschwader herum; alle Zufuhr zur See ist deswegen gehemmt, und wir leiden hier einen zimlich empfindlichen Mangel an Lebensmitteln. —__ Todes-Anzeigen. Mit kummervollem Herzen ertheilen wir hiermit allen unfern Verwandten, Bekannten und Freunden die für uns höchst traurige Nachricht, daß unsre Tochter, Schwester und Schwägerin» Clementine Mack- l 0 t diesen Nachmittag um halb vier Uhr oach langen Leiden im 27ten Jahr ihres AltexH-seelig entschln- fe«, und in die frohe Ewigkeit^ üjwr^angen ist. Für 2 ( 4*2 Mir Gegenwärtigem habe» wir Unterzogene die Ehre, das geehrte Publikum zu benachrichtigen, daß wir die Handlung von der Sim.vn Lcvi secl Wittib mir Activis und Passivis übernomimen, das WaarenLagcr vergrößert, und für unsre eigene Rechnung im nemlichcn Hauß in der langen Snaße nächst der Lammgaße Nro. 144 fort- setze-, werde». Wir empfehlen uns dahero mit unfern führenden Artikeln bestens, welche bestehen: in vrd. Mitteisei' men, ganz seinen und brcitcnTücher und Casimirs, Bivcr, Calmuck, Moulrvn und Hemdcr-FlaneU, Pique, Svandons und Seide-Zeuge zu Gillets, vrd. und ganz feine glatte und geköppert Manschester, Nan- quiir und Nanquinrts, Bazin und Batist, Weste- Piques, auch zu Decken, Verkett und Batist-Mou- seline von vcrchiedenknGattungcn und Breite, und -E breite klare Mouffün zu Chals, Hammans und Baumwollen Tuch , alle-Eomn 5 - und brcitc Cvt'ons nach dem neusten Geschmack, Tafft, Schlesische und Schweizer Leinwand, Sächsische und ganz feine Hcr- reuhuter Bettbarchent, desgleichen auch Trilchc und Kvifch, feine Herrenhuter Vaumwollcnzeug zu Kleider, Seidene Chais, Hals - und Naetücher, Came- lotts, Knopf, Canncfas und Wachstuch, Wollene Hamburger, feine Baumwollene und Seidene Sirümpsc. Unser einziges Bestreben, wird dahin zielen, um daß wir uns durch ganz billige Behandlung das Zutrauen von unfern Göluiern werden zu erwerben «rächten. Samson und Levi. Carlsruhe. (L>nsrblliügwrr-rt,uÄr.- Es w.r'' in einer angenehmen Stadt im Land, in eine Spccere. und Luincallcrie Handlung, ein junger Mensch von guter Erziehung ohne Lehrgeld zu nehmen gesucht. Wo! sagt das ZeituugsComptvir, und erwart« die Anfragen frei. Gorrsau. Bcy dem hiesigen Hcrrscha'tlichcn SchäfereyJnstjiut befindet sich eine beirachtüche Zahl Spanischer Ccbaaswidder von 2 bis 4 Jahren vc-u der ächten feinen McrinoNaee welche an diejenigen Schaf- Halter die davon zu Veredlung ihrer SchacMaee einen Gebrauch machen wollen, in billigen Preisen abgegeben werden können. Die Liebhaber werden daher eingeladen sich deshalb nur an die unlerzcich'ncte Stelle zu wenden. Gotksan bei Carlsrüh den 2L Juny > 807. Ervsherzogiiche Oekonvmie Verwaltung allda. Ba, The Ol g Mc die geg Klo gel' ter gen < we pre Hai scs de, ers Fe Co ge> sch mc W dei reu