Nro. uz. Pag. 477 Larlsruher M - ntags i 8 Zeitung. beu 27 Iuly o 7. Inn halt. Wien; Oesterr. Lustlaqer. Augsburg; Napoleons. Mannheim; Abreise des Erbgroshcrzogs. Berichte aus Tilsit. Haag; Engl. Flotte. Kvppenhagen. Oesterreich. Wien/ vom 17. Juli. In öffentlichen Nachrichten aus Wien wird erzäh't-; daß seit Unterzeichnung des Tilsiter Waffenstillstandes nun auch die östreichische Ncutralitatsarinee von den Grenzen in ihre gewöhnlichen Kantonirungsqnartiere zu» rückkehre: daß jedoch nach der Erndte wahrscheinlich Z Lnsilager gehalten werden würden. Zu Wien kamen häufige Kouricre an / deren Depeschen zu Staatskonse- rcnzcn unter Vorsitz des Kaisers Anlaß gaben. Der Erzherzog Karl und der Minister Graf Stabion wohnten denselben säst immer bei. — Ein sranz. und ein russ. Offizier waren ans Einem Wagen und mit Einem Paffe als Konriere über Krak-m und Wien nach Cattaro geeilt/ um dah'n den Befehl zu Einstellung der Feindseligkeiten zu bringen. Deutschland. A ugsb «rq / vom 22 July. Heute ist hier der Besebl aus dem kaiserl. französischen Hanptginrtier einacganaen/ daß die seit 8 Tagen in den benachbarten Dörfern gelegenen 800 Mann sranz. Kavallerie von verschiedenen Kürassier > und Chaffeiirrcgimentern morgen ihren Marsch nach Sachsen fortsezen jollen. Dagegen treffen morgen 800 M. Franz.,Truppenmarsch. Heidelberg. Frankfurt; Ankunft Lauenburg. Berlin; Schreiben Napoleons. Paris; mibcrittcner sranz. Kavalleristen in Augsburg ein. Alle noch rükwärks stehenden provisorischen Infanterieregimente;: und die andre Halste der polnischen Legion/ die seit 8 Tagen Halt gemacht hakten, sezcn nun gleichfalls ihren Marsch über Augsburg und Nürnberg nach Norden fort. Heidelberg/ vom 23. Juli. Verflossenen Montag / am 22 d. / besuchte der Hr. Erbgrosherzog von Baden und dessen Frau Gemahlin kaiserl. Hoh Heidelbergs Schloß und die Anlagen des dabei befindlichen Gartens; etwas spater trafen auch die Frau Markgräsin von Baden / die aligcüebte Mutter des liebenswürdigsten Fürstenpaars/ von Nohrbachhier ein. Frankfurt/ vom 2z Jul. Privatbricfen aus Tilsit zufolge/ glaubt man mit- Grund, daß entscheidende Maasregeln gegen England ergriffen werden / wenn es dem allgemeinen Frieden von Europa nicht be-tritt. Das Benehmen des Landtier Kabinett hat selbst den eifrigsten Anhängern Englands die Augen geöffnet. Warum sendete man erst nach dem Fall von Danzig Soldaten und Gewehre zur Hülse ab? Warum verließ die große Expedition erst nach der entscheidenden Schlacht von Friedlaad Mit Grosherzoglich Ladischem gnädigstem Privilegs ( 478 ) die engl. Häven ? Man findet die Auflösung dieser Fragen nur in der hinterlistigen Politick eines Hofes, der immer bereit-ist, seine Bundsgenossen und selbst das veste Land seinem Stolz und seinem Interesse aus- zu opfern. England rechnet mehr auf seine Unterhändler als auf seine Expeditionen. Man bemerkt unter den durchpassirten span. Truppe», besonders unter dem zten Bataillon vonZamvra, viele Deutsche, die wahrend des Marsches durch das südliche Frankreich angeworben wurden; es sind geöß- tcntheils preuss. Kriegsgefangne. Anfallend ist es, daß die Spanier ihren Gottesdienst nicht in den katholischen Kirchen verrichteten , sondern sich sehr früh auf dem Paradeplatz versammelten, um denselben unterm sreyen Himmel zu halten. Ihre Aumonicrs trugen keine unterscheidende Kleidung; sie gehen ganz schwarz. Mit dem Betragen der Spanier ist man allenthalben sehr wohl zufrieden. Fdankfurt, vom 24 Jul. Alles ist in unsrer Stadt voller Freude. Napolcosi der Große befindet sich in unfern Mauern. Diesen Abend nach 5 Uhr verkündigte uns der Donner der Kanonen die Ankunft Sr. Majestät. Sc. Hoheit, unser gnädigster Fürst fuhren Allerhöchstdenselben bis an die eine halbe Stunde von der Stadt gelegene Miederhose entgegen. Nach der Ankunft des Kaisers empfiengen Se. Hoheit den Monarchen am Kutschenschlag. Se. Maj. stiegen sogleich ans dem Wagen und umarmten Se. Hoheit. Hierauf gieng der Zug »ach der Stadt, unter Paradirung der gesammten Bürgerschaft der 14. Stadtquartieren, des bürgerlichen Kavallerie - Kanonier - und Schüzenkorps, und dem Jubelgeschrei der zahllos versammelten Volksmenge. Se. Maj. stiegen in dem fürstl. Palais ab. » Diesen Abend ist die ganze Stadt erleuchtet, und eine prachtvolle Ehrenpforte ruft uns die unsterblichen Thaten dieses großen Monarchen ins Gedächtniß zurück. Se. Maj. der König von Würtemberg nebst einem starken Gefolg, befinden sich ebenfalls, so wie mehrere andre hohe Fürsten in hiesiger Stadt. Diesen Nachmittag sind auch gegen iooo Mann Spanier «„gekommen, welche ebenfalls bei der Ankunft des Kaisers in Parade standen. Se. Maj. der Kaiser scheinen eine vollkommne Gesundheit zu genießen. Er war höchst einfach und in eine bloße grüne Uniform ohne alle Vierzierung, ze- f kleidet. i Diesen Abend um halb rr uhr, haben Se. Maj. l der Kaiser unsre Stadt wieder verlassen. Bulletin. Die vornehmsten Artikel» des zu Tilsit abgeschloßne» ' Friedens sind folgende: 1) Preußisch - Polen ist dem König von Sachsen zu Thcil geworden, welcher nun seinen übrigen Titeln den Titel eines Herzogs von Warschau hinzufügea wird. Die Freiheiten und Privilegien der poln. Nation werden durch eine eigne Constitution bestimmt werden. Die Grenzen Rußlands an der Seite von Polen sind berichtigt und eine Volksmenge von ohngejähr 100,voo Menschen ist dadurch mit Rußland wieder vereinigt worden. 2) Die Länder von Hessenkassel und Braunschweig so wie alle Staaten, die der König von Preussen auf dem linken Ufer der Elbe besaß, Magdeburg mit ein- geschlofscn, sollen das Königreich Westphalen biloen. Prinz Hieronimus Napoleon, Bruder des Kaisers, wird als König von Westphalen anerkannt. z) Danzig, mit einem Gebiet von 2 Stunden im Umkreis ist für eine freie Hansestadt unter dem Schutz der Könige von Preussen und von Sachsen erklärt worden. 4) Schlesien, Altpreussen und alle preuß. Staaten bis an die Efbe sind dem König von Preussen re» stituirt worden. — Der König von Preussen entsagt allen Forderungen, eventueller Succcssion re. auf welche er in den gesammten deutschen Staaten Anspruch machen könnte. Z) Alle Fürsten des rheinischen Bundes werden an. erkannt, so wie alle Verfügungen, welche der Kaiser Napoleon in Rücksicht derjenigen Besitzungen, die in seiner Gewalt verbleiben, zu treffen für gut erachten dürfte. 6) Dem ehemaligen Kurfürsten von Hessenkaffel, dem Fürsten von Sraiiien und dcm Fürsten von Brauu- schweig sind Pensionen angewiesen worden. ^-21- ( 479 ) 7) Die F irrsten von Mecklenburg und der Fürst von Adler der Ehrenlegion. Die Kaiser sind z Stunde» SachscnCoburg sind wieder in den völligen Besitz ihrer beisammen geblieben, und dann zu Pferde gestiegen Staaten gesetzt worden. Sie begaben sich an die User desNiemen, wo der Kai- Mannheim, vom 25. Juli. ser Alexander sich einschifte. Der Kaiser Napoleon Gestern in der Frühe sind Se.- Hoheit der Herr blieb an dem Ufer, bis der Kaiser Alexander auf der Erbgrosherzog von Schwetzingen nach Frankfurt abge- andern Seite des Flusses angekommen war. Die Merk- reisct. Einige Stunden später folgten Jhrr kaiserl. male von Zuneigung, welche beide Fürsten, bei ihrer Hoh. die Frau Erbgrvsherzogin. ' Trennung , sich gaben, bewegte und rührte im höchste» P r e u s s e n. Grade die zahlreichen Zuschauer, die sich Ungesunden Lauenburg, vom r4. Jul. hatten, um Zeugen der Beweise der Einigkeit und Wie man vernimmt, ist der General Blücher mit Freundschaft zwischen den beide» ersten Souverains der preussischen Truppen aus Schwedisch- Pommern nach Erde, dieser sichern Bürgschaft der Ruhe der Welt Colberg zu abgezogen. Das Corps von Blücher, wel- zu seyu. Der Kaiser Napoleon hat das große Band chcs am 12. wegmarschirte, war gegen 7000 Mann der Ehrenlegion dem Großfürst Konstantin, dem Prim stark. zen Knrakin, dem Prinzen Labanoff und dem Herr» Berlin, vom r8 July. von Budberg zustellen lassen. Der Kaiser Alexander Der Telegraph vom iZ h. enthält folgendes: Se. hat das Großkreuz dem Prinzen Hieronymus, König Exzellenz, der Divisionsgen. Clarke, Gen. Gouverneur von Westphalen, dem Grosherzoge von Berg und von Berlin re. hat gestern, um 4 Uhr Nachmittags Kleve, dem Fürsten von Neuschatel und dem Fürsten rin Schreiben vom 12 July von Sr. Mas. dem Kai- von Bcncvcnt gegeben. Um z Uhr Nachmittags hat der ser der Franzosen, König von Italien, aus Königs- König von Preussen den Kaiser Napoleon besucht, berg erhalten. Se. Maj. machen demselbcü darinn Beide Souverains haben sich eine halbe Stunde lang bekannt, daß der Friede, sowohl mit Rußland, als mit einander unterhalten. Unmittelbar darnach hat Kaiser mit Preussen, unterzeichnet und ratificirt worden ist. — Napoleon dem Könige von Preussen seinen Besuch ab» Der Gen. Gouverneur hat gestern diese Nachricht Ihre» gestattet, und ist hieraus nach Königsb. abgcreiset. Auf die» königlichen Hoheiten , den Prinzen und den Prinzessin- se Art haben die z Souverains 22 Tage lang sich in Tilsit nen des königl. Hauses, welche sich gegenwärtig in Ber- aufgehalken. Diese kleine Stadt war der Vereinigungs- lin befinden, bekannt gemacht. pnnkt der beiden Armeen. Jene Soldaten, die noch vor Frankreich. kurzem Feinde waren, gaben sich wechselseitig Frcund- Paris, vom 22 Julv. schastsbeweise, die nicht durch die kleinste Unordnung ! Das offizielle Blatt enthalt heute folgendes aus Til- getrübt worden sind. Gestern hatte der Kaiser Aleran- ^ sit vom y d. Die Auswechselung der Ratifikationen der ohngefahr io Baskiren über den Niemen kommen des Friedensschlusses zwischen Frankreich und Rußland lassen, die dem Kaiser Napoleon ein Konzert nach ih- i hat heute um y Uhr des Morgens statt gehabt. Um rer Landesart gaben. Der Kaiser hat, als Zeichen ir Uhr verfügte sich Kaiser Napoleon, das große Band seiner Achtung für den Gen. Platow, Hettmann der des (russ) St. Andreas-Ordens tragend zu dem Kai- Kosaken, demselben lein Portrait zum Geschenke ge» ser Alexander, der ihn an der Spitze seiner Garde, macht. Die Russen haben bemerkt, baß der 27. Jun. und mit der großen Dekoration der Ehrenlegion beklci- (russ. Stils, der 9 Jul. nach dem Gregorianischen det, cmpficng. Der Kaiser äusserte den Wunsch, den Kalender) der Tag, an welchen der Fricdensschluß ra- Soldaten der russ. Garde, der sich am meisten aus- tifizirt wurde, der Jahrestag der so glorreichen und gezeichnet hätte; zu sehen; derselbe wurde ihm vorge- dem russ. Reiche so vortheilhast gewordenen Schlacht stellt. Se. Maj. gaben, als Beweis Ihrer Achtung von Pnltawa ist. Sie sehen dies als eine günstige für die kais. russ. Garde, diesem Tapfern den goldenen Vorbedeutung für die Dauer des Friedens und der r 480 ) Freundschaft an, die nun zwischen diesen beiden großen Neichen gegründet sind." Hol l a n d. Haag, vom 14 Jul». Gestern erschien wieder eine grose englische Transportflotte an unfern Küsten, namentlich bey Schevcling. Unter den hiesigen Truppen entstanden darauf sogleich Bewegungen; die Garde erhielt Ordre, sich zum Abmarsch bereit zu halten; man hat jedoch nichts von einem Landungsvcrsuch der Engländer gehört, und man glaubt, daß es die dritte Abthcilung der englischen Expedition gewesen, die ebenfalls nach Pommern gesegelt ist. Aus Seeland ist alles zum Empfange von etwani- gen feindlichen Besuchen bereit. D a n n e m a r k. Koppenhagen, vom 14. Jul. Von de» nach Stralsund mit Truppen gegangenen Englischen Transportschiffen sind bereits mehrere mit Ballast zurückgekommen und durch den Sund paßirt. Die gleichfalls aus der Ostsee zurückqekehrte Englische Fregatte Svlbey gieng am uten dieses mit einer Handelsflotte nach der Nordsee!ab. Nachrichten aus Danzig zufolge, sind durch das Bombardement zusammen 122 Personen von Civilstan- de getödtet worden. Aus Danzig schreibt man, daß ein Pohlnisches Reich werde wieder hergestellt werden. Auch meldet man von dahc'- unterm 7ten Juli, daß diese Stadt künftig eine freie Haaseestadt unter Pohlnischem Schutz scyn werde. Briefe aus Swinemünde vom n. d-eses berichten, daß die dänische Schiffahrt dort ungestörten Fortgang hat, und daß die schwedischen Truppen aufs eifrigste mit den Zurüstungen zum neuen Feldzuge beschäftigt sind. Carls ruhe. (Scbulden?Iquidatiol,.) Zur Schulden- Liquidation des von Hiuterbach Königl. Würtembergi- sche» Oberamts Nagold gebürtigen, hiesigen Salpeter- Jnspectors Kunzelmann, ist Terminus auf Montag den 7. Sept. d. I. anberaumt, und werde» daher, dessen Creditoren hiermit aufgefordert, ihre Forderungen an diesem Tag dahier um so gewisser zu liquidi- ren, als sie ansonst damit nicht mehr würden gehört werden. Zugleich wird der ausgetretene Salpeter - Inspektor Kunzelmann öffentlich vorgeladen, sich innerhalb eben dieses Termins dahier r» stellen, um sowohl wegen seines Austritts sich verantworten, als auch der Schul- denLiquidalion beyzuwohnen, widrigenfalls gegen ih» das Rechtliche weiter wird erkannt werden. Karlsruhe den 21. Juli 1807. Grosherzogliches Garnisons- Audilorat. Wolfenweiler.. zSchuldenriquidat!--».) Die Creditoren der hienach benannten Personen werden an- mit vorgeladcn, ihre an solche zu machen habende Forderungen in den anbcraumcen Terminen um so ge« wißer vor dem amtlichen Commiffario zu liguidiren, als sie ansonst damit nicht mehr würden gehört werden, ncmlich: 1. ) Der Jobannes'Weinerischen Melcute von Mengen, Monte» >s den 17. August des I. im Adler« wirthshauß daselbst. 2. ) Der Jung Löweuwitth Johannes Sutterischen Eheliute von Wstfenwcüer Freitags den 21. Aug. in oasigem Ocosei-wirthehauß Vertagt beim Grosherzv achem Staabsamt Wolsenwcilcr, d. ig. Juli 1827. Thiengen. (Vorladung.) Da der schon vor ohn- gcfehr 22 Jahren in fremde Kriegsdienste getretene Job. Georg Dietrich von hier, sich in dein anberaum- ten Termin nicht dahier eingcfunden und wegen seines Austritts zu verantworten hat, so wirs derselbe in Ge- mäsheit der einqeaangncn Landesherrlichen Versiiaunge" der Grosherzogl. Badischen Landen verwiesen und le - Vermögen confiscirt, welches hierdurch öffentlich l > kannt gemacht wird. Verordnet Thiengen d. 6. In y 1807. Grosherzogl. Bad. SkaabsAinl Wolsenweiler. d g n t k 0 a ß d r I b- F r» zr ai ai e