Nw-124- Pag. ;c-i. Larlsruher Mittwochs. r 8 WWW WK WM Zeitsng. den 5 August. 0 7 . Mit Groshcrzsglich Badischem gnädigstem privilegio. Jnnhalt. Wien; Kaiserl. Gesandte. Stempelung ausländischer Fabrikate. Hamburg ; Vorbereitung zur Belagerung von Stralsund. Maynstrom; Besitznahme vom JeverianS. Statist. Uebcrsicht der Preuß. Monarchie. Warschau; Bekanntmachung. Paris Ankunft des Kaisers. Leiden. Landen; Flotte. Schwedisch-Pom- l mern. Koppenhagen. Oesterreich. Wien , vom 25. Juli. Se. k. k. apost. Mas. haben allergnädigst geruhet, Jh - ren wirklichen geh. Rath und Kämmerer, auch gewe- ! senen Gesandten am kurpsalzbaicrischen Hof und baieri. ^ scheu Kreise, Joh. Rudolph Grafen von Buol-Schau- , enstein, zum ausserdentlichcn Gesandten und bcvollmäch- . tigtcn Minister bei Sr. kaiserl. Hoh. dem Erzherzog, ! s' Großherzog von Würzburg z dann den bisherigen kaiserl. Prinzipalkommiffions Sekretär zu Regensburg, Jakob z Wrissenberg, zum Sekretär bei eben dieser Mission zu ernennen. Um die der innlandischen Industrie so nachthcilige -- Einführung ausländischer FabrickWaaren einigcrmaaßen " zu verhindern, und zugleich den StaatsFinanzen einen Beitrag zur Bestreitung der so sehr vermehrten Staats 1" Ausgaben zu verschaffen, um eine Quelle zu eröffnen, aus welcher die innlandische Industrie kräftig unter- stüzk werden kann, wird eine Stempelung der ausländischen Fabrikate cinqeführt. Für eine Wiener Elle sollen Z bis 20 kr. , für ein Loth seidener Maaren r z u bis 4 kr.. von Leder 6 bis zo kr. abgegeben werden. Jedoch sind von der Stempelung frei: i) Alle gestrickten Waaren, die Watte, und die rohen, ungebleichten, weissen, unappretirten Kattone und Kammer- Tücher, welche in dieser Gestalt zum Drucken verknust werden; 2) die von Seide gestrickte Waaren, seidene Kozzen, Franzen, Krepine, Knöpfe, Schnüre; Z) alle gestrickte schnafwoliene Waaren, sie mögen gewalkt oder ungewalkt seyn, Franzen, Krepine, Knöpfe. Dieser ^r.npe', welcher mit dem 1. Oct. anfangen wird, kann im ersten Jahr über ro Will. Gulden und in jedem folgenden Jahr 20 Mi», betragen. So verbessert sich auf allen Seiten der FmanzZustand der östr. Monarchie. Deutschland. Hamburg, vom 2« Jul. Die Vorkehrungen zu Belagerung von Stralsund werden noch immer mit Eifer betrieben , und der Ort dürfte, wenn keine andre Arrangements eintrcten, sehr bald beschossen werden. Am 20. hatte in jener Gegend noch eine starke Kanonade statt. Die preusi. Truppen lagen zum Theil in Wollgast und dasiger Gegend. Mainstr 0 m, v 0 m zo. Juli. Am 2. d. hat der Staaatsrath von Hooff, als S»> ( Zor ) «eral Kommissär des Königs von Holland über Friesland und Jeverland, seinrn Einzug iv Aurich gehalten. An diesem Tag wehten daselbst zum erstenmal die ho!» ländischen Flaggen von den Thürmen und Gebäuden. Ueberall ertönte der Ausruf: Ei lebe der König von Holland! Maynstrohm, vom i Aug. Nachstehende statistische Übersicht des Verlusts der preussischen Monarchie durch oen Tilsiter Frieden scheint etwas genauer, als die neulich mitgekheilte. Sie gründet sich meist auf Küsters Angaben in seinem Umriß der preussischen Monarchie. Preufsen verliert Quadrat- Menschen. an meilen. Südpreussen — — — — Y88 I,250,000 Neu - Ostpreussen — — — 778 855-200 Kottbuser Kreis — — — 20 30,000 Netzdistrikt ' — -- — — H 4 140,000 Der alten Mark — — — 77 95,200 Magdeburg zur Halste — — 52 137/631 Halberstadt und Hohenstein — 40 132,846 Wernigerode und Quedlinburg — 7 24,000 Grafschaft Mark — — — 43 136,600 Essen und Werden — — — 5 10 ,ZOO Ravensberg — — — — -7 80,358 Minden — — — — — Zi 67,782 Tecklenburg — — — — 6 iy,000 Liugen - — — — — 9 25,000 Ostwiesland — — — — 54 104,000 Datrcuth — — — — —- 72 230,000 Elchsfeld — — — — — 40 70,000 Mühlhausen, Norvhausen und Goslar 4 Zl,OvO Erfurt — — — — — 16 40,000 Hlldesheim — — — — 46 yo,ooo Paderborn — — — — 54 100,000 MN»ster — — — — — 70 150,000 Hannover — — — 552 1,000,000 Z, 2 tzl 4,808,117 Preussen behält Quadrat- Mensche» an meilen. Westpreussen — — — — 4H1 384,00a Netzdistrikt ungefähr noch 60 70,002 Qstpreussen — — — — 704 855002 Schlesien — — — — 642 1,732,417 Pommern — — — — ^6 472,957 KurmarkDrandenburg mitAusschluß der alten Mark — — — 372 660,577- Magdeburg zur Hälfte — — 52 137,631 2,705 4,310,582 Friedrich der Grose fand beim Antri-r iciner Negierung 2,190 Quad atmeilen, und 2z Millionen Einwohner. — Das Her,ogkhum -Warschau enthalt i,8zo Üuadratmeilen, und 2,240,000 Menschen. Pohlen. Warschau, vom 22 Jul. Das Gen. Direktorium, das provisorisch an die Stelle der nach Dresden abgegangnen Negicrungskom- Mission getreten ist, hat folgende Bekanntmachung erlassen: „Mitbürger! Alles ist geschehen, was Vaterlandsliebe, die Ehre und das Beispiel eurer Vorfahren von euch forderten Ihr habt nicht einen Augenblick Anstand genommen, euer Leben, euer Vermögen und die heiligsten Bande der Natur aufzuvpscrn, als es sich davon handelte, ein Vaterland und de» polnischen Namen wieder zu gewinnen. Ein Wort Sr. Mas des Kaisers der Franzose» hat euch alle bewaffnet. Sein Genie sicherte euch den Sieg; Standhaftigkeit hat nun nur noch eueie Unternehmungen zu krönen. Achtet auf keine grundlosru Sagen, welche der tief eingewurzelte Haß der Feinde unsers Landes verbreitet. Die Groemurh des großen Heiden wird euch zum schützende» Schilde dienen. Unser endliches Loos kann in diesem Augenblick noch nicht entschieden seyn; ein undurchdringlicher Schleier wird es noch einige Zeit bedecken. Ehren wir die erhabene Klugheit desjenigen, welcher der halben Well gebietet. Die Verzweiflung finde keinen Eingang in euren Herzen; unverbrüch.icher Gehorsam, zutrauensvolie Hingebung in seine Güte beseele euch» euer Glück hängt davo» ( Zoz ab. Das leifeste Murren, der geringste Widerspruch gege: seinen höchsten Willen konnte alles , was ihr bis sttzo ..rinn habt ^zu Nichte machen. Unsre wie- deruiflcbendr Macht ist nichts ohne die seiniqe. Nur von . em u> überwiiidüchen Napoleon können wir unsre Existenz eriharteu. Eben so großer Staatsmann , als Krieger , entscheidet und, vollzieht er,, in der Tiefe seiner Wr«eheit, Großthaten, ohne daß wir in dir Be- weagrün''e derselben eindrinaen können. Entfernt, wie wir es sind, von dem Mittelpunkt der Geschäfte, setzen wir auf ihn ein qränzeüloses Vertrauen; dteß ist das einzige uns übrig bleibende Mittel, der einzige Weg, um uns sein Wohlwollen z» sichern. Mit Ruhe und Gednlk laßt uns die Zeit des Friedens unsrer Ver- vollkommung in allem, was auf den Dienst des Vaterlandes Beziehung hat, widmen. Warschau den >8. Iuly. Unterz. Lubienski, Präsident. Ig«. Szczurowski, Sekretär des Direktoriums. Kaiser Napoleon soll, auf seiner Durchreise durch Posen , in d.r Nacht vom 15 diß - zum polnische» Gen. Gorzeneki, reu er zu sich harte rufen lassen, ge« sagt haben: ,,Jch !,abe iür ihr Land alles, was von mir a'hiena, gethan; Ordnungsliebe und Eintracht herrsche nun unter ihnen, und die Nation wird bald mächtig und zurchrbar werden. " Frankreich. Paris, vom 2Y Iuly. Montags den rasten um Z Uhr frühe kam Se. Maj. der Kaiser in hohem Wohlscyn zu Sk. Cloud an. Um y Uhr verkündigten ü-o Kanonenschüsse seine Ankunft. Se. Mas. speiste mit ihrer Familie und dem Reichserzkanzler, und empfienq um 8 Uhr die Minister. Das Staats-Conseil wurde aus den Dienstag um 7 Uhr frühe zusammenbcrusen. Am Tage der,Ankunst erleuchteten die Einwohner von Paris aus eigenem Triebe alle Straßen und Plätze. Die Gemeinde St. Cloud hatte einen Triumphbogen an der Brücke von St. Cloud errichtet. Die Hrn. Adomvwitz, Oberst, Dreyer, Major, und X. Adjutant, russische Gefangene in Luneville, sind von Sr. Erc. dem Rriegsminister nach Paris berufen worden, um mit ihnen über hie Kleidung der russische« ) Gefangenen, ihre Bewaffnung, und Ihre provisorische Organisation in Regimenter zu konferiren. Man versichert, alle französische Truppen sollen ne« gekleidet werden, ehe sie Polen verlassen. Es ist bereits am 22 Iuly ein beträchtlicher Transport mit Kleidungsstücken durch Frankfurt gezogen. Hol l a n d. Leiden, von 28. Juli- Mehrere Briefe, sowohl aus England, als dem Norden, widersprechen der sich in London verbreiteten Nachricht eines Bruches mit Dännrmak- Der Brief von Tönninqen, welcher dazu Veranlassung gab, ist zwar nul den Depeschen des englischen Ministers am däni» sehen Hof in London angekommen , er war aber nicht von dem Minister selbst, sondern von einer an. der» Hand , und die Folge eines panischen Schreckens. Nach späteren Nachrichten soll es sogar noch grvsem Zweifel unterworfen sey« , ob die englische Regierung Verstärkung in dir Ostsee abgehen lasse- England. London, vom 2i Juli. Die SonnabensHofzeitung enthält Folgendes: Auswärtiges Departement, Downiagstreet, vom i8 Iuly. Hr. CaiMing, Sr. Maj. erster Skaatssecrerär der auswärtigen A-gelegenheiten, hat heute den an hiesigem Hof residireuden Gesandten freundschaftlicher und neutraler Mächte angezeiat, daß Sr. Maj. den bey der Blokave der Elbe, Weser uns Ems angestellten Offiziers Befehl ertheilt haben, Schiffen, die unter 6-, brittische Tonnen enthalten und von einem neutralen oder brittischen Hafen kommen, das Einlaufe» i« besagte Flüsse zu »erstatten, wofern solche nicht mit KricgsContrebande, mit Liqueurs, nasser oder trocknee Provision (ausser solcher, die schicklich für Schiffsvor» räthe zum Gebrauch der Mannschaft solcher neutrale« Schiffe gerechnet werden können), oder mit Korn und Toback beladen sind; auch ist es neutralen Schiffen, die unter besagter Tonnenlast enthalten, erlaubt, mit Ladungen zurück zu kehren, die zur Einfuhr nach eine« neutralen oder britt. Hasen bestimmt sind, vorauige» fetzt, daß die in grosbritt. Häsen ein geführten Güte« t 5°>4 ) i>loß aus solchen Gätern bestehen, deren Einfuhr durch das Gesetz erlaubt ist. Die Expedition nach der Ostsee, sagen hiesige Vlat- tcr, muß noch andre Absichten haben, als bloß die Schiffahrt im Sunde offen zu halten. Gegen platte Böte sind zu Chatham und Sheerneß ausgerüstet worden, um mit der Flotte abzugehcn. Diese können allein zum Einschiffen und Landen von Truppen gebraucht worden. Man glaubt übrigens, daß diese Expedition nicht von langer Dauer seyn werde, da die Stelle des Adm. Gambier bey der Admiralität nicht «ersetzt worden. Die -rte Division der nach der Ostsee bestimmten Expedition wird schon morgen oder am Donnerstag e»bsegeln. Bey der ersten Division von io. Linienschiffen befinden sich auch mehrere Fregatten, Sloops, 'Briggs rc. Der neue Vertheidigungsplau dieses Landes soll unter andern dahin gehen, die MilizSoldaten zum Dienst- mchmen unter regulaire Truppen zu ermuntern und die Volontairs aufzufordern, den Miliz-Dienst zu ersehen. Landen, vom 22 Jul». Heute haben wir hier durch eine zweyte Ausgab: der rZeitung, the Times, die Nachricht erhalten, daß der Friede zwischen Rußland und Frankreich am 8ten dieses zw Tilsit unterzeichnet worden und daß am yten auch der Friede mit Preussen geschloffen werden sollte. Diese Nachricht hat hier außerordentliche Sensation erregt. Die zu Aarmouth versammelte, nach der Ostsee bestimmte Flotte wird morgen absegeln. Sir Home Po- pham reifete heute von Londen ab. Unsre Truppen unter General Frazrr in Aegypten sollen, wie es heißt, naey England und nicht nach Sizilien zurückkehren. General Moore kommt, wie es heißt, nach England zurück, und General Fox bleibt Commandcur unsrer Truppen auf Sirilien. Schweden. Echwedisch-P ommern, vom 26. Jul. Unser Land ist jetzt ganz von Franzosen besetzt; aber -ie Hauptstadt Stralsund hält sich, und kann sich noch »ts aus den Winter hin halten. Kommt einmal Eis über das Gewässer welches Stralsund deckt, bau» wird freilich auch Stralsund fallen. Inzwischen gewinnt unser König Zeit, und wird aus politischer Erkenntlichkeit vermuthlich in Friede» zwischen Frankreich und Eiland echge'chloffen werden. Diß ist die einzi- ge Hoffnung, mit welcher wir die Erwartung der alten Regierung versöffen können. Aber wird England den Frieden eingehen ? Und wenn es ihn eingcht, wird es uns in denselben einschlieffen ? — Diß ist eine andere Frage, die nur die Zukunst entscheidend beantworten kann. D a n n e in a r k. Kopenhagen, vom 25 Jul. Ein Vorgestern im Sunde angelangtcr Engl. Schiffer, der Memel 11 Tagen unterwegs gewesen, erzält, daß daselbst alle Englische Schiffer die Weisung bekommen hatten, binnen wenigen Stunden die Stadt zu verlassen, und daß er daher mit halber Ladung eiligst in See gegangen sey. Seit gestern hat sich das Gerücht verbreitet, daß der König vonSchweden bereits wieder nach Malmö zurückgekommen sey. Gsneral-Pardo n. Carlsruhe. Ee. Königliche Hoheit der Grssher- zog von Daaden haben unterm 18 July gnädigst zu resolvircn geruhet, daß allen denjenigen, welche dem Milizzuge entwiche» und die nicht auf dem Marsch ins Feld, oder im Feld selbst seitdem itcn Octvbcr 1826. bis jezt dcscrtirt sind, und sonst kein Verbrechen begangen habe», ein General Pardon ertheilt werden solle. Dieses ' >rd hiermit mit dem Anhang öffentlich bekannt gemacht, daß dieser GeneraiPardon ans 2 Monarde , vom Tag der Publikation an, gelte, alle diejenigen aber, die innerhalb dieser Zeit sich nicht stellen, aus Detretten unnachsichclich bestraft, und auch sonst der gcsezlichen Ordnung nach gegen Sie verfahren werden solle. Verfügt Carlsruhe bey Grosherzoglichem KriegsCvllegio den >8 July 1807. Carlsruhe. In Mackiots Hosbuchbandlung ist die Ehe - Ordnung für das Grosherzogthum Baden 8vo >807 brochirt für 52 kr. zu baben Durle'ch, (FrüchtenVerkauf,) Auf künftigen Freitag a>S den 7. Aug. Vormittags um 9. Uhr werden in der Grosherzogl. Amtskellcrcy dahier gegen Vorbehalt gnädigster Ratification in Steigerung ohngefähr rzo Mltr. Waizen. 8« — Welschkorn und 2Z2 — Gerst verkauft werden. Durlach d. zo. Juli 1807. Grosherzogl. Amtskellerey.