Nro. i44« Mittwochs. Pag. ;8;. Zeitu ng. den9.Septemb. 0 7 . Mit Groshcrzöglich Badischem gnädigstem Privilegio. Jnnhalt. Niederelbe. Frankfurt. Mainstrohm Haag. Paris. Mainz Triest; Bestätigung der Bi- sej ung von Cattaro durch die Franzosen. Koppcnhagen; Fortsezung der Bewaffnungen. Seeland; englische Aufforderung. Aus dem Holsteinischen; die Engländer haben noch nichts ernstliches unternommen. Petersburg Be trachtungen über den Frieden- Vermischte Nachrichten. Deutschland. Niederclbc, vom zv..Aug. Der König von Schweden ist bis zum ag. noch auf der Insel Rügen gewesen. Bei der Verteidigung einer kleinen, von den Schweden besetzten Insel, die bedroht wurde, sind einige Schüsse geschehen und einige Bomben geworfen worden, von denen ein Paar zufällig die Stadt getroffen haben, die er dem Boden gleich zu machen, keineswegs die Absicht gchabtt hat. Frankfurt, vom 4. Sept. Gestern Abend find Ihre Maj. die Königin von Daiern mit Gefolge aus Pyrmont hier eingetroffen, und haben heute Morgcnds unter Begleitung einer Abtheilung französ. kaiserl. und sürstl Primatischen Husaren , Allerhöchst Ihre Reise nach Darmstadt fortgesetzt. Mainstr 0 hm, vom 6. Sept. Die von Dorsten aus nach einer Kurierausfage verbreitete Nachricht von der Eroberung der Insel Rügen durch die Franzosen, scheint, bc» dem Stillschweigen der heute angekommcncn nordischen öffentlich.n Blatter bis zum i. für grundlos erklärt werden zu müssen. (Mannh. Z.) Holland. Haag, vom zo. August. Wir haben eben die erfreuliche Nachricht erhalten, daß der Admiral Gambier alle Schiffe, die nach den ruff. Hafen bestimmt sind,«frei und ungehindert durch den Sund passiren läßt. Wir haben Briefe von London bis zum 22. Aug. Wir sehen, leider! daraus, daß die engl. Negierung noch keine Neigung zu Friedcusuntcrhandluuqen mit Frankreich zeige, und daß der Seekrieg noch immer stärker, als jemals betrieben werde. Frankreich. Paris, vom 24 Aug. Dännemark wird bald Leute und Geld bedürfen, um den Kampf zu bestehen; aber, wenn das Dänische Volk seinen Prinzen unterstützt und dieser abscheulichen Unterdrückung widersteht, so wird der Kaiser von Frankreich cs Dänemark weder an Volk noch an Gelb fehlen lassen. Die Geschichte der Nationen hat kein Beispiel einer ähnlichen Abscheulichkeit auszuweisen. Monarchen und Völker von Europa, wenn England, wie Frankreich, 8 bis yoo,c>oa Mann aus den Beinen hatte, was würde euch wiederfahre« ( 586 ) Paris? vom 2. Sep*. Auszug eines Schreibens Sr. Erz. des Hrn. Marschalls Brüne, an Se. Durchl. den Fürsten von Neu- schatel, Wzekonnetablr. „Im Hauptquartier zu Stralsund, den 25. Aug. Wir haben diese Nacht rheus durch Ueberrumpclung, theils mit offener Gewalt, die Insel und das Fort von Dänholm genom men. üoo Schweden find gefangen. Wir haben auf der Insel 14 Kanonen und Mörser gesunden. Zu Stralsund hat uns der König 500 Stücke Geschützes, Z00,V20 Kugeln, 102,000 Bomben, 2020 Zentner Pulver, und viel Eisen In Stangen jurütgelaffcn. . Mainz, vom 3 Sept. Man versichert, Se. Epzcll. der Hr. Marschall, Senator Kellermann, habe das prächtige Schloß und Euch Johannisberg im Rhcingau, als Eigenthuin erhalten. Heute hat sich derfelbe dahin begeben, um es zu besehen. Italien. Triest, vom 15. August. Heute Nachmittags kam eine Trabacvlo aus Dalmatien hier an, weiche die sichere Nachricht bracher, daß sich die Russen von Kaltaro weggezogen, die Franzosen aus russ KriegSfchiffe ringe,chifft und am 7. d. M. in der Nacht in den Buchten gelandet haben. Die Montenegriner und Boecheser, welche sich übeliallc« und aller Unterstützung beraubt sahen, wollen zwar ansäng- lich Gegenwehr leisten, erkannten aber gar bald ihre Schwache und ergaben sich gutwillig den Franz», sen, woraus der Erzbijchos die förmliche Uebergabe veranstaltete. Aus diese Art mußte sich endlich diefc Insel ergeben, we lche so lange den hartnäckigsten Widerstand leistete. Dänemark. Koppenhagen vom r8 Aug. Das rste, 2te, zte, gre, dte und «fte Bataillon vom Landwehr-Regimente des Generalmajors von Wattersdorf nnd das zte und 6te vom Regiment des Generalmajors vor Oxholm sind gänzlich organisirt, haben die nöthige Anzahl von Officiers und sind bereit, aus erhaltenen Befehl auszurücken. Die 4 ersten Bataillons des erstgenannten Regimennts und das Zte vom ander» machen die Brigade des Gencralmaiors von Wattersdorf aus. DaS 6te Bataillon von Ox- heims Regiment, aus Artilleristen zusammengesetzt und mit erfahrnen Officiers versehen, ist zum Artillerie Corps " abgegeben. Der vortrcflichste Geist beseelt die ganze Landwehr, und alle ^.Bataillons rufen dem General zu: „ Lassen Sie uns'nur den Feind angrifen !„ und hoffentlich wird dieses Corps sich seines edlen Namens würdig zeigen, und Kisten, was es versprochen hat: der Schutz und die Wehr des Landes zu feyn. Es herrjcht in den letzten 6 Tagen hier eine Thätig- feit und Anstrengung, die bcynahe alle Erwartung übertrifft. — Das Artillerie-Cm ps hat die Landwehr mit allem Nöthige» versehen und neue Batterien her- bcygeschafft. Der gestrige Angriff der Artillerie unter Anführung des Capitains von Hummel war sehr brar, und zeugte von unerschrockenem Muthe. Der Commandeur Bille verdient durch seine Wirksamkeit und seinen Eifer das Zutrauen der ganzen Nation. Es war ein stolzer Anblick, gestern Abend diese» braven Mann in Begleitung des Commandcurs Krieger in der AdmiralitätsSchaluppe zu sehen, wie er mit Kanvnierbötrn die feindlichin Bombardierschiffe Angriff und von unsrer Küste vertrieb. Coppenhagen, vom -y Aug. Seit gestern Nachmittag ist nichts von Bedeutung vorgesalkn, außer daß von Kjöge Bucht einige 40 Segel gekommen sind, wovon die meisten, dem Anscheine nach, Transportschiffe sind. — Heute Vormittag um n Uhr war ein Parlememair von der Flotte am Lande, um zu verlangen, daß man 20 verwundete Seeleute in Empfang nehme, die zu der Fregatte Friedrich.srärn gehöre», welche in einer Action bey Skagcn mit dem Englischen Kriegsschiff Comus genommen ist. — Dagegen winde von unsrer Seite der Capitain und die Mannschaft des von uns genommenen und ausgebrannten Schiffs ausgciicsert. Hier ist cin Feldcommissa' riat nicdergcfetzt, unter Adimuistralivn des Justizrakhs Reimers und des Justizrachs und Bürgermeisters Beck. Alle Bäume von Biaagaarv und dem Peblinger See, über die Bleichen hinaus bis zum Strande sollen umgehaoen werden. Aus Seeland, vom 22 Aug. Schreiben des engl- Generals an den Generalmajor Peymann! Hauptquartier vor Koppeahageil vom 18 Aug. 1827. ( 587 ) Mel« Herr! Ich kann nicht üntcrlassen, in meinem eigenen Na« men, wie auch im Namen des Admirals, der die Flotte Sr Mar. kommandirt, Ew. Erc. zu bitten, ernsthaft den gegenwärtigen Zustand der Stadt Kop> prnha-eu, die in die schrecklichste Crisis versetzt ist, zu betrachten. Wen« diese Stadt, die Hauptstadt Dännemarks, die Residenz des Königs, der Aufenthalt des ganzen königl. Hauses und der Regierung, der Sitz der Wissenschaften und des Handels, voll von Einwohnern von jedem Rang, Alter und Geschlecht, wenn diese Stadt die Schrecken einer Belagerung aushalkcn will, dann soll sie aus jedwede Art angegriffen werden, wodurch sie vernichtet werden kann. Sobald die Ordres zu diesem Unternehmen ausgcgeben seyn werden , ist den angesctzten Offiziers keine Wahl überlassen; sie müssen alles anwenden, »m diese Stadt zu nehmen. Einen Angriff auf eine Stadt, so reich an Menschen und Schätzen , muß sowohl beym Anfang, als beym Ende nothwendig Untergang der Einwohner und Vernichtung ihres Eigenrhnms zur Folge haben. Sollte Dännemark sich weigern, auf eine sreund- schaftliche Art mit uns überein zukommen, so hat unsre Regierung die bestimmtesten Ordres gegeben, die Stadt zu Wasser und zu Land anzugreifen. Die Vorbereitungen hiezu sind vielleicht weiter gediehen, als Sie glauben. Um Gotteswillen, mein Herr, lassen Sie es mit kaltem Blut überlegen, ob Widerstand nicht eher zum Untergang der Stadt, welche Sie zu vcrtheidigen wünschen, führen wird, und ob unter den Umstanden des geguiwartigcn Kampfs, Ihre Tapierkeit zu zeigen, (welche doch keiner Ihnen absprechen kann), nicht den Verlust und dre Auflösung der Hauptstadt zur Folge haben wird, welches stets der Fall bcy einer Belagerung ist, und wovon das Ende der Verlust ihrer Flotte und ihres Arsenals seyn wird, welchem jedoch könnte vorgcbeugt werden. Eigenihum aüerlcy Art außen vor der Stadt ist bis jetzt resvectirt worden. Auch müssen Sie zugleich wissen, daß Gegenstände vom größten National- wetth für Däunemark in meiner Gewalt gewesen sind, uud daß ich sie bis itzt respertirk HM. — Diß ist eine Lage der Dinge, die nicht lange kauern kann. Ich will nich' Ew. Erc. mit irgend einer Art von Drohung erzürnen, aber ich bitte Sie und Ihre Rath- gebcr aufs inständigste, sehr ernsthaft das unersetzliche Unglück zu Erdenken, welches das Unternehmen von einigen Tagen verursachen kann, und weichem jedoch bis ftjt vorzubeugen ist. Ewr. Exceklenz unterthaniger Diener, Eatheart. Diese Aufforderung beantwortete der Generalmajor von Peymann, so wie mau es von einem braven Dänen und treuen Unterthan erwarteu kann, und bcy der Ukbersenduiig des oben angeführten Schreibens schrieb der Gcn. an Se. königl. Hoheit, den Kronprinzen, folgendes: Die in der Aufforderung enthaltene Vermahnung und Drohung ist eine Fouu, die unter ähnlichen Umstanden nicht ungewöhnlich ist; aber hat man geglaubt, dadurch Eindruck auf mich zu machen so ist das Ziel verfehlt. Sie können überzeugt seyn, gnädigster Herr, daß ich nach Pflicht mich bis aufs äußerste »erthcidi* gen werde, und daß Koppenhagc» unter meinem Koin» mando nie in die Hände des Feindes , ausser durch Sturm» fallen soll, wenn auch feine Macht größer wäre, wie sie ist. Ich werde suchen, unsre Ehre M vcrcheidize« und meine Tage zu enden, wie em tapfrer Soldat und Ewr. königl. Hoheit Kvppenhagen, S. rr. Aug. 1807. getreuer Diener, Peymann. Aus dem Holsteinschen, vom zo Aug. In Kiel hat man bis zum aasten dieses sichere Nachrichten aus Seeland. Nach denselben hat der General von Castcnfkiold sich mit dem Genera': MajSk von Oxholm vereinigt, der ihm eine Verstärkung von mehrern tausend Manti aus Laiand zu geführt hat. Dem sichern Vernehmen nach soll sein Corps gegenwärtig 16 bis 58soo Mann stark skyn, und vor Br» gicrde brennen, sich mit dem Feinde zu messen. Man glaubt daher allgemein, daß er bald offensiv agire« werde. Mehrere zu Lübeck angekommene Passagiers, welche ( 588 ) am 28. v. M. von Seeland abreiseten, sagen aus, daß dort bis zu jener Zeit noch nichts Bedeutendes vorgefallen scy und daß sich die Englische Kriegsflotte poch immer ruhig und unthätig verhalte. Rußland. Petersburg, vom 12 Aug. Die Bedingungen des Friedens zu Tilsit sind uns nun bekannt. Es ist allerdings wahr, daß unser Einfluß auf Deutschland durch ihn gänzlich verloZ- ren ist; allein gerade dadurch scheint die Weisheit Napoleons ans lange Zeiten den Verheerungen des Kriegs ein Ziel gesetzt zu haben. Der Friede von Tilsit wird in kurzem große Resultate hervvrbringen. Unsre Politick hat eine ganz andre Richtung bekommen , und man dürste sich nicht wundern, wenn dieser Friede auf folgende Grundlagen geschlossen worden wäre: — ,, Wenn in der Ostsee nicht den Engländern der fast ausschließende Zwischenhandel genommen , und Griechenland nicht von dem Druck der Osmannen befreit, der Kanal von Konstantinopel nicht von Peststoff gereinigt, und allen Nationen geöffnet wird, so kann Rußland nur langsam seiner Kultivirung und Entwicklung entgegen gehen. Hieraus ist der Schluß zu ziehen, daß Rußland und Frankreich, statt mit einander Krieg zu führen, den Frieden auf Kosten der Engländer abschließeu, und die engsten Handelsverbindungen mit einander eingehen sollten, wodurch Rußland ein Deböuchee für seine rohen Produkte, Frankreich für die seines Kunstfleißes finden würde. Rußland muß alles daran gelegen seyn, daß Frankreich feine Marine wieder herstellt, daß es Kolonien und Handel erhält, daß die Engländer aus dem mittelländischen Meer vertrieben werden, und hier nur 4—5 Flaggen wehen , die russische, französische, östreichische, spanische, portugiesische. Es kann daher den Russen lieb seyn, wenn Frankreich ganz Italien und auch Sizilien beherrscht, wenn es Malta und auch Egypten besetzt , wenn die KorsarenRepublick vernichtet und die afrikanische Küsten einem christlichen Beherrscher überlassen werden." ^ Vermischte Nachrichten. Neuern Berichten aus Semcndria zufolge, kündigte Ibrahim Vezier den am 14. v. M. zu Stande, gekommenen Waffenstillstand nicht am zten, sondern am 2. -. auf, wo sogleich die Feindseligkeiten zwischen beyden ' Theilen auch ihren Anfang nahmen, und am zten lic- . serten die vereinigten Servier und Russen eine Schlacht, worin sie einen vollkommenen Sieg über die türk. kais. Armee erfochten. . Die Vermählung des Kaisers von Oestreich,«t der Prinzessin,Maria Beatrix, ältesten Tochter des secl. Erzherzogs Ferdinand von Mailand, ist entschieden , und wird gegen den 20. Nov. statt finden. Diese zukünftige Gemahlin« nnsers Monarchen ist 20 Jahre alt. > (Frkst-St.M.) T 0 d e s - A n j e i g e. Es hat dem Mweisen Schöpfer gefallen unser« lieben Gatten und Vater, rctirirten königlichsardinischea Hauptmann, Johann Friedrich Eiscnlohr nach einem schmer- zenvolleir Krankenlager von z Wochen an einem hitzigen Nervenfieber uns gestern Abend um 7 Uhr in einem Alter von 6o Jahren Z Monaten und 22 Tagen von der Seite zu nehmen und durch den Tod in eine bessere Welt zu versetzen. Verehrte Freunde, Gönner und Verwandte! Empfangen Sic unfern verbindlichsten Dank für die dem Verewigten und uns erwiesene Liebe und Freundschaft. Wir sind von Ihrer Theil- nahme überzeugt, verbitten uns jedoch allen schrifftli- chen Beileid , welcher unfern gerechten Schmerz nur mehren würde, und empfehlen uns in Ihre fernere Liebe gehorsamst. Emmcndingen ". 5. Sept. 1827. Verwittibte Hauptmaimin Eisenlohr. Rahmens derselben und seiner Schwester Frau Handelsmann Debenioechi in Turin. I. G. F. Eiscnlohr, ObcramtsActuar. Carlsruhe. (PierdeVrrsteigrrung.) Nächsten Freitag als den n. dieses, früh y Uhr, werden bei dem HusarenStall dahier 6 Stück junge brauchbar^ Pferde gegen gleich baare Bezahlung an den Meistbtetheu- dcn versteigert werden, welches denen Liebhabern an- durch bekannt gemacht wird. Carlsruhe. Bis nächst kommenden Sonntag und Montag als den -A. 14 dieses wird in dem dahiesigen SchicßHause ein Freyschicßen, mit gezogenen SkandRohren gegeben werden. Die Gewiunste bey diesem Schießen bestehe» in gutem Silber, dessen Werth man vor der Hand noch nicht bestimmt, daß Schießen nimmt Sonntag Nachmittag z Uhr seinen Anfang, und wird Montags darauf damit sortgefahrcn, und soll, wann keine besondere Hindernisse, eintreten Montag Abend ganz beendiget sei». Alle Respc'ctiven Hrn. Schätzen so wohl in als ausser der Stadt werden hiezu höstichst Ungeladen. j. Von Schützen-Gesellschasts Wege«. Behme.