Nco. ^ sh »ZL-- ar!sruh er F r e itags i 8 Pag. 829 . den 25 . Dccenrber. o 7. Mit Grosherzoglich' Badischem gnädigstem Privilegio. Innholt: Kass.l: Proklamation des Königs von Westfalen Konstitution des Königreichs Westfalen (Fortsetzung ) — Paris: Nack'rrchte» von der-Rr»se des-'Kaisers. Englischer -Friedens - Negoziateur — Lnkvna-— Smy.nck — Ptter«l>i.rg. Deutschland. Ka ssel, von: 16. Dec. K ö n i g r e i ch W e st p h a l e n»-- Pr'o klama tio n desKönigs von Westphalen.' Wir Hieronymus Napoleon, durch die Gnade Goltesttrnd die KonstitütnnLn König von Westpha-- len, französischer Prinz rc. rc. Unfern guten und getreuen Einwohnern des Königs reichs Westphalen Untern Gruß. - Einwohner Westfalens l ! Die göttliche Vorsehung. hatte diesen Zeitpunkt bc-- stimmt, um eure zerstreuten Provmzen unv len rchdarte und dennoch sich ftemde Ee'chl-chker unter einem erhabenen Grünt',.-» ctze zu vereinen. Ich habe diesen Thron bestiegen, vorüeni et durch den'Li-g,' errichtet durch die Beist wmuog der größten Machte Eurvpcns, gc^,r'n>et auf einen nicht minder heiligen Titel, euer wahrrs Interesse. - Nur zu lange wuid.n eure Flur n :urch Familen- Ansiröche oder Kob-nctS - Jntrigu.n gcdrickt. Alle Diangsole des Kci.ges wurd-n euch zu Ty.il, und ihr-blttvet ausg-lchtosien von den Vorrzeuttl oeS Friedens. Nur einige eurer Städte crndtcten die treckene Ehre, ihren Namen den Verhandlungen zu leihen, fei welchen nichts vergessen wurde, als das Schissal der Völker, weiche sie bewohnten.' Wie ganz von Liesin verschieden sind die Rrsulkatr derjenigen Kriege, welche gegen das Haupt meines hohen Hauses erregt wurden. Nur für die Völker hat Napoleon gesiegt. - Jeder Friede, den er geschlossen hat, ist ein Schritt mehr zu dem Zwecke, den sein grosser Genius beschlossen hat, ganzen Nationen eine politische Existenz, eilte Regierung durch weise Gesetze zu geben, für jede von ihnen ein Vaterland zu bilden, und keine langer in der bedaurungswürdi- gen Nichtigkeit zu lassen, bei welcher sie sich gegen den Krieg nicht vertheidigen, und des Friedens nicht geniess.n konnten. Einwohner Westphalenß! Dieses waren die Resultate der Tage von Marengo, von Austerlitz, von Jena. - Dieses ist jetzt die Folge des merkwürdigen Friedens von für euch. Dmch den letzter« Tag habt ihr d .s erste alter Güter, ein Vaterland, gewonnen. Enlf.r r aus euer« Gedanken das Andenken an jene' zerstückelten Herrschaften- die letzten Ueberbleibsel des- LehnwesrnS, wodurch fast jeder FkÄu ssneff. Herrn erhielt. Z-.n§ scrschkcdenen A«terrffe'>.' ,r Wm nur ein einziges «erden. ? D..tz G ^ st jws'.n«- .rs^.nch^nle.is eures g-oße.» Man- nes und der Erfahrung rmer groKerr Nation. Ihre Grundsätze sl-mmen überein rml den; gegenwärtigen Zustunde der Buvu»g Europa's, unv enthalt^ Lus» sichten zu Verbesserungen, welche reichlich dt« Opfer ersetzen werden, die ein und anderer von euch -er neuen Ordnung der Dinge vielleicht dringen muß. Ihr müßt also derselben mir Zutrauen gehorchen, weil auf ihr eure Freiheit uno euer G;.-ü Leruher. Indem ich den Tyron besteige, verpflrcute ich mich, euch glücklich zu machen, und ich werde treu diesem Gelübde sryn. Gleichheit des Gotkedrieustes soll eingeführt, das Eigsnthum gesichert und gefestigt werden. Sv soll zwischen mir und meinem Wolle eine auf gegenseitige He.übde u. Interessen beruhende Sicherheit bestehe^, welche nie verändert wer sn wird- Bewohuer WestpLnftnö! Euer Regent rechet in Zukunft auf eure Treue und auf euch unerschütterliche Zuneigung. . . Gegeben in Unserm königlichen Pallast zu staffrl, den 15. Der. .lLoss. M ersten Jahre Unserer Regierung. Ü»rrr;chl-.ft'M: ... Hieronymus Napoleon. Konstitution des Königreichs ^Westpb.vlcft. " ' ( ^o?tse!;aag. ) ,;ter Art. 'Me HeibeiMchsft,' von welcher Natur sie s-nn, und wie sie heißen »noch, ist aift.-ebo- ben. indem alle Einwohner des .Kömg'rUchs Hk» kM- lick.n R'cht- genieAeu/säen. ' . irre- Art, . .der..Adel soll in seinen berWedtnen Graoer. uno mit seinen verschiedenen Benennungen fo-chbsst.chrn, ebne dass solcher jedoch ein ausMesien- des ArKt irgend einem Amte, Dieplir oder einer Wüche, rchch rg von irgens einer öffentlichen Last serchihkii könne. " rgt^r chrk. D-e St tur.-n^ der adelichen Abteyen, P-ior^ts u'?d K.p t > ipll. >. dahin abgeändert werden, duß jedrch Untrrthun des Reichs darin izugelaffen wer, den^kvane. ldrer Art. Es soll ein und dasselbe Steuersystem für alle Loeile v>s Königreichs seyn. Die Grunv- steuee soll oaS Fünftel der Revenüen nicht übersteigen dürfen. 17t.er .Lrt. Das Münzsystem und das System der W-^ße und Gewichte, welche dermalen in Frankreich best, h/n, socken im garizrn Königreiche eingeführt werden. l8lec.Art. Die Münzen sollen mit dem Wappen W.stph '.lens uns mit den» Bildnisse des Königs geschlagen werden. - Fünfter Titel. ryter Art. Es sollen 4 Minister ftyn. nmüich. sin er für das Juflizwesen unv di« innen, Ängeiezn- hrtten, einer für das KUezsw sen, einer für die Finanzen, den Handel mw den öffentlichen Schatz; eS soll ein Minister Staatssekretär ftyu. roter Art.. Die Min.sser sind, jeder in seinem Fache, für die Vollziehung der Wetze, unv der Dftehle hes Königs verantwortlich. ^ S e ch S t e r T i t e l. Liter Art. Der Staatsrath soll zum wenigste« L»«S sechzehn und höchstens aus fün-? und zwanzig Mitgliedern '.'«sUhen, welche v-.m Kö>nge ernannt werben . Und l'ercn Ernei-nunff von ,hm Ääch Gal- dünken zMkgMm-ne« wero.a kann. Er soll in Z Kektnü ! a "g rh»>ll wewea. n,ml-äir Sektion des ^usti.'ves ns'und ne. >,ra»r« Ln, . ^.!«« heitiN, Sektion des Kriegs,vesen^ tt.ttwn des chm- dels unw ^er Frnan;.en. D r Et >üt«raca toll r!« Berrick rnngi-n b.?. Kas- sauous.Gerichlö ver,ehen. Es sollen far vw Geichäft ft, weiche geeignet sind, vor das Kassations-Gericht gebracht zu werden, und für die streitigen Fälle in Verwattungs Sachen, Advokaten bei demselben ange- stlllt norden. 22ter Art. Das Gesez über die Auflagen oder daS Finanz-Geftz, die Civil- und peinliche Geseze sollen im Staatsralhe erörtert (lliscutees) und entworfen werden. 2Zter Art. Die im Staatsrath entworfene Gesetze sollen den von den Stäuben ernannten Commissionrn mttgethcilt werten. Diese Co «Missionen, deren drei seyn sollen, nem- lich eine Finanz-Commission, eine Eomu» flvn des bürg, -lne d»s peinlichen Just zweseuS, sollen aus 5 Mit pudern dcftchen, welch« in jeder Session -rnannt werden mi ssen. 24t«r Akt. Diese standrichen Eommi'sionen können mit oen respertivei» Se.rivtt«» des St^attrathes die chuen nutgerheriltn Gesetzes -Entwürfe erörtern. Die Bemerkungen besagter Commissionen sollen im versammelten, vom Könige präsidirten, Staatsrathe verlesen. Und es soll, w>na man es nöthig finoea wird, über die Mod'fitalionen, deren die GesetzeS- Cntwürfe für empfänglich werden gehalten werden, berathschlagt werden. 25t-.r Art. Die definitiv angenommene Redaktion der Ge^tzes-Entwürf« sott du.ch Mitglieder Staatscaths unm-tr-ibar den Stäube, »verbracht werden, welche nuw Anhörung der BcwrggrÜE jener Gesetzes Entwürfe ur.o der Eericpte brr Commio- sien, darüber bemlhschiagen werden. 26ter Art. Der Staatsrut» hat die Verwaltungs- Verordnungen zu erörrern mrv solche zu rnia-r. ! 27t« Art. Er hat über vr unter den Verwal- tungs, und gerichtlichen Bebö« o.n sich erhebenden Jurisdiktions-Streitigkeiten «wer dt: '--.'lUgen Bk-wal- rvngS-Gegenständ« ui.t über ni- äir.,--« zu ->rkrn--.n, ob ^woutungs-Beamte vor Gericht §«st«Ut werden kö>!.:er , d solle». »8ter Art. Der Gtaalsrath hat, in Ausübung seiner Attributen,. nur eine berathende Stimme. (Die Fortsetzung folgt.) Frankreich. Paris, vom 17. Dec. Der gestrige Moniteur enthält folgendes aus Palma-Nova vom ro. d. „Se. Maj. der Kaiser und König, welche am 8-, noch der Messe der h. Jungfrau, von Veued g abgereiiet waren, sind zum Mittagmals zu Treviso «»gekommen. Abends begaben Sie sich m das Theater, das beleuchtet war; das Paiterre war mit Deputattoncn aus den benachb -rten Dörfern anqefüllt; jeder Deputirte war mit einer ro- then Sckärpe geschmükt. und vielt m der Hand eine Kahne von der nämlichen Farbe, worauf der Name jedes Dorfes geschrieben stand Während des Zujauchz.ns, wodurch das Schauspiel häufig unterbrochen wurde, gaben diese Fahnen, die alle emporgehs- ben, und auf mancherlei Art geschwenkt wurden, einen besonder» Lnblik. Am y. vor Tagesanbruch reiset« der Kaiser vsn Treviso ab. Auf dem ganzen Wege fanden Se. Maj. sämtliche Einwohner der benachbarten Dörfer, die unter Anführung ihrer Geistlichen und Maires herbeyströmten, um den Monarchen vor- beifadren zu Lehen. Dieses ganze Land ist voll seines Ruyms. Die Freude, welche die Bewohner dieser Gr ünden bei seinem Wiedersehn empfinden, läßt sich nict < beschreiben. Sie behalten in ihrem Zujauchzen noch dav; es lebe BonapartL! bei. Wenn sie sich des menschlichen und großmüthigen Siegers ermnern, ruft« sü: es l-be unser König, und geliebter Vater! um autcki«, waS sie für den Souveram empftn- üen, UNI er . js n Regierung sie eine väterliche .Ver- w. t«vng, . M Gefttzr, und alle Wohllhaten des Friedens g.fuuoeii haben. Se. Maj. sind in diesem Augenblick mit Besichtigung '.-r beschäftigt. Diese Nacht werden Sie in Uvilie zuvkingen. 8 . Heute giebt Marschall Besfieres/ im Namen der kaiierl. Garde-der Stadt Paris, ein zweites Fest. Gestern verbreitete sich das Gerücht, daß ein engl. Negoziattur hier angekommen sei. Die nämlichen Gerüchte sind in London verbreitet, wo man täglich - irgend einen Parlamentär mit sehr wichtigen Depeschen anks-nm.n läßt. Dergleichen Nachrichten werden' so oft wiederholt, daß sie keine Wirkung mehr machen,- So wie die Engländer, in Gemäßheit ihres neuen Blockade - Systems, den Amerikanern - das Einlaufen in frünzös. Hafen, so weit sie können, verwehren, so wird auch von franzsf. Seite die neue Verfügung, . wonach kein Schiff, daS in England angelegt halte, in den Häfen Frankreichs und seiner AllurteN zuge-" lasten werden soll, streng vollzogen. Man schreibt aus Lissabon unterm r. d.', daß ro Lage vorher der Prinz R.gcnt ongeküntigt hatte, er sey entschlossen, in Europa zu bleiben, und sich rer Edclmuth des Kaisers der Franzosen zu überlasten. Man schloß die Engländer aus, und diese blockierten den Hafen. Die Truppen näherten sich den Küsten, und 7020 Mann besezten Pemche. Der Graf von Lima reiste am 2i Nov. mit neuen Vorschlägen ad, und mit der Versicherung, daß man nicht nach Brasilien abreisen wolle. Aber am 25. frühe schiffte sich vlöziich das ganze Haus Braganza ein; ein Theil der Minister, O'flziere und an ere thaten ein g eiches, und am 2y. lichtete die Flotte die Anker. In vcn noch vor der Abreise des Hof.s bekannt gemachten zwei Proklamationen wird befohlen, den franzvs. Truppen keinen Widerstand zu leiste», uns getagt- der Prinz begebe sich in seine Besitzungen j,nseirö lleS Meeres bis zum Abschluß des allgemeinen Zrieceus. Die Proklamation, die General Junot'erlassen hat, enthält. Wesentlichen, daß die französ.-Armee in Lissabon eingcrükt ist, um das Lund und den Dürtteu von dem engl Einflüsse zu retten; daß sich a er dieser Fürst, der durch seine Lugend n so achtungswürdig seh, durch den Rath einiger Boshaften, die ihn 2^ j umgaben, habe hinreissen lassen, sich in die Arme 1 seiner Feinde zu werfen; man habe ihm für seine ci- I gsne Person Schrecken cingeflößt; seine Unterthanen seyen für nichts gerechnet worden, und man habe ihr Interesse der Niederträchtigkeit einiger Schmeichler aufgeopfert. Einwohner von Lissabon, fügt der Ober- General bei,' seyv ruhig in euer» Hausern; fürchtet euch weder vor meiner Armee, noch vor mir; nur unser» Feinden und den' Boshaften sind wir fürchterlich. Der große Napoleon, mein Herr, sendet mich , euch zu schützen: ich werde euch schützen. - Italien.- Ankona, vom i. Dec. Die Engländer scheinen sich jetzt aus dem ober» Tbeil des avriatischcn Meeres ganz entfernt zu haben. We-^gfttns sind s it mehrern Wochen k. ine ihrer Kriegs- Schiffe weder vor Venedig noch Triest erschienen. Es ist aber dieser ihrer Entfernung gar nicht zu trauen. Denn ehe man sichs versieht, werben sie wieder viel» s leicht starker'als zuvor erscheinen.''- Fetzt kreuzt eine ihrer EskAdres vor Eocfu. ^ Türkei. ' ! Smyrna, vom 16. Nov. ! Man will behaupten, daß die zahlreiche englische Eskadre, welche im Archipelagus kreuzt, seit einigen Wochen die Schiffe unter türkischer Flagge durch die Dardanell.n passiren lasse, u. daß Sir Arthur Paget, . den die Pforte bisher als englischen Gesandten nichts annehmen wollte, angeblich wegen schwacher Gesund- hell bei den Dardanellen ans Land gestiegen sei.s Rußland. i Petersburg, vom 20. Nov. Täglich marschieren hier große und beträchtliche Truppe»-Äblh.llailgcn, von der großen Armee lo-n- me»d, nach Finlan durch. Es haben sich schon daselbst, so wie an den Ueil. ndischcn Ost'Seeküsten, starke Armeekorps vrrsanuncll.',