Nro. 45. Karlsruher Frevtags ' 7 «M AM «L WM MM Pag. 2Q9. Zeitung. den 15 April. 8 5. Mlt Hochfürstl. Markgräflich . Badischem gnädigstem Privileg!». Madrlrr, vsm 14. Merz. Bey «nserm König!. Hof, ist heute der Prinzeßinn von Asturien Schwangerschaft öffentlicherklärt worden. Don Petro Lopez de Lercna, unser neuer Finanz und Kriegsminister, hat seine Amtsverrichtungen angetre- ten. Im ganzen Königreich soll, nach seinem Ent« «urf, die Einnahme der Abgaben, auf eine einzige. Len liegenden Gründen angemessne Schätzung eingeschränkt werden. Die Regierung ist überhaupt sehr aufmerksam, will den Frieden itzt benutzen, unser See» wesen wieder in Ansehn bringen. Sie läßt an neuen Schiffen fleißig bauen, viel fertige sind bereit- vom Stapel gclaßen. Unsre Schiffsmacht wird fürchterlich gros, könnte wohl eine andre Bestimmung, als nach Algier erhalten. Die Britten klagen über unS, werfen »ms vor, wir übten in Amerika Ungerechtigkeiten au-; Liese- ist ungegründet; uns angebohrn« Nachsicht muß nicht aufgebracht werden, durch Verwürfe und Ver^ laumdungen, kann es leicht geschehn, ergriffen wir Li« Waffen wieder, so mögen sie sich zurükerinuern, Laß unser Muth rege gemacht worden. Bisher fehlte nur sichrer Nachdruk; entwikelt sich einst unser Nati» »nal - Character, so könnte unsre Nation jene Mim« merndr Rolle wieder spiele», welche sie schon gespielt hat, wieder zu spielen vermag; Grosbrittanien nehme sich in acht, überlege seine Handlungen gegen «ns, wir sind immer gegeneinander Nebenbuhler. Wollte Grosbrittanien itzt seine Schiffsmacht mit jener des Hauses Bourbon messen, gewiß, es verlöre viel von der ihr im letzter» Krieg übrig gebliebnen Achküng. Von Minorka treffen so eben Briefe ein, welche mitbringen, zu Tripoli habe sich die Pest wieder geäussert. Petersburg, vom 15. Merz. Nach Nachrichten aus Georgien und Astrakan, werden wir von den hrrumschweiftnden Horden der grosr» Tartarey, mit einem Einfall bedroht; sie betrachteten die Bewohner der kleinen Tartarey, bisher immer, als Brüder; seitdem Rußland besagte kleine Tarka- rey erobert, scheinen sie sich an dieses Reich machen zu wollen. Dir zwischen dem Taurus und Caukasus wohnende Turkomanen, haben sich mit den Usbekischen Tartarn vereinigt, versammelt, Rath gehalten, von welcher Seite sie in diesem Frühjahr ihre-Einfälle thun wollten. Ihre Anführer scheinen der Wolga ftuchtbarr Gegenden gewählt zu haben, wenn sie erst jene von Georgien, beßen Fürsten, seit dem sie sich Rußland nmcrworfm, ihres Haßes Hanptgegenstand geworden, lverbr» verwüstet haben. Der Sultan von Samarkand (Tamrrlans Geburtsstadt) hat nach der kleine» Landschaft Bulgare- Kundschafter gesandt , my dieses wilde Volk zu vermögen, uns auf dieser Seite anzu- faüen, während dem er an der Spitze von zooooa Mann, von des Caspischrn Meers Seite Vorräten würde. Diese beunruhigende Nachricht veranlaßt« eine geheime Versammlung, darinnen wurde beschlossen, alle nach Europa bestimmt geweßne Truppen, in aller Eile, nach jener Seite marschieren zu laßen, um den bevorstehenden Uebeln zu steuern. Warschau, vsm 2b. Merz. Die Nachrichten aus der Ukraine verspreche» Unkriegerische Auftritte. Seit kurzem habe» sich die RWschen Truppen in der dasigrn Gegend ansehnlich vermehrt. De» Fürsten von der Wallachey und Moldau ist von der Pforte ausdrücklich Mrse-eu worden, alle Correspsndenz mit auswärtigen Mächten z« vermeiden. Dieses ist aber eine Sache, die in Ansehung ihrer Lage unmöglich ist, indem die Pforte einmal Erlaubniß gegeben, daß fremde Consuls in diesen Provinzen seyn können, wie will sie also die Corre- spondenz mit den benachbarten Mächten verhindern? Daß sich ür Liefland gleichfalls viele Russische Truppen befinden, melden die Curlandischen Briefe. Bey Liefen kritischen Umständen sucht jede Macht auf ihrer Hut zu seyn. Was könnte Pohlen nicht für eine Rolle spielen , wär' es »och in seiner alten Verfaßung t Verfolg von Wien, vom 2. April. Hier trägt man sich mit der Sage, des Königs von Preußen Majestät, hatten sich gegen denRussisch- Kayferl. Botschafter Fürsten Dolgorucki, dahin geäußert : Aus des Russischen Cabincts sämmtiicheii Vvr- schritten, fty evident klar, daß nicht sowohl Europens Ruhe und seines Gleichgewichts Erhaltung, als viel, mehr des Römisch-Kayserl. Hofs Interesse, demselben angelegen fty; eines deutschen Reichsstands Pflicht, ei, nrs Garanten der deutschen Reichsversassung eines Mittheilhabers an Europens allgemeinem Interesse, erfodre cs also von allerhöchst denselben, gegen alles, was hier wieder vorgensmmen werden könnte «nd würde, ein für alle mal zu protestircu rc. Der Herr Botschafter äußerten dagegen: ftme allergnädigste Gebieterinn wisse nicht das Mindeste von einem Vorhaben, des Römisch-Kayftrl. Hofs, welches der deutschen Reichsverfaßung zuwider wäre; was aber bey Europens gegenwärtiger Lage, in der That sehr befremdend und auffallend genannt werden könnte, «väre der Republik Holland Harmäftgkeit, ihre, Entfernung von aller zu einem billigen Vergleich führenden Nachgiebigkeit, um so mehr, da das Berliner Cabinet diese Gesinnungen der Batavier nicht nur gebilligt, sondern, aus leicht emzusehenden Bewegungsgründen, bisher auch noch zu verstärken gesucht habe. Der vsmanischen Pforte plötzliche Kriegsrüstungr», könnte man ebenfals aus der «reinlichen Quelle hcrlei- ten: seine hohe Monarchin», habe folglich Ursache, Wider ein dergleichen Betragen, zu protestieren, mit dem Hinzufügen : Allerhöchst Dieselben, müßten Sich, falls Se. Königliche Majestät von Preussen erwähnte Thathandlunge», nicht öffentlich widersprächen, ebenfalls auf alle Fälle gefaßt halten. — In Hinsicht nf der ottomanische» Pforte so ausserordentliche Kciegs- rüstungen, wovon des Kayftrs Majestät vollkommen benachrichtigt sind, haben Allerhöchst Dieselben be. schloffen, von erwähnter vttomanischm Pforte, Sich eine hinlängliche Erklärung, wozu alle diese Anstalten abzwekten und gegen wen sie gerichtet wären, fodern zu lassen. Das Bannatifthe, unter dem Obersten von Brrnta- «>ostehendeFreycorps,hat, der rauhen Witterung ungeachtet, seinen Marsch so beschleunigt, daß cs schon i» einigen Tagen, jedoch ohne hiesige Stadt selbst zu passieren, nachdem es gemustert worden, über Echörrbrunn weiter nach Okei-Lesterreich narschincii wird. Die Hohe osmanische Pforte soll nun, ganz entscheidend «nd unbefangen, erklärt haben, was sie unter ihrer Eränzplätze Verstärkung; ihrer Truppen vcrschiednen Bewegungen; der Anlegung starker Magazine zu Si- listria, Belgrad, Adrianopel ic. eigentlich bezwecke. Der K. K. General- Consul in der Wallachen, hat hierauf, durch einen Courier Befehl erhalten, bey die- ftrLagederSachen/des neuenFürstcn von derMoldan Betragen genau zu beobachten, über die Aufrichtung von VorrathShäuftrn in der Moldau, Wallachey rc. über etwaige weitre Truppen Versammlungen rc. die nwg- llichst genaue Berichte einzuftnden. Rußlands Monarchin», soll inzwischen imftrm K.K. Hof freundschaftlich st haben erklären laßen, falls mit Hollands Repu, blich ein Bruch würklich erfolgen, dem Erzhaus Oesterreich dadurch, mit irgend einer andern Macht, Bruch veranlaßen sollte, sie, ganz allein, dieses Erz, Haus wider der ottomanischen Pforte Gcwaltthätigkci- ten, vertreten wolle, wenn letzt«, wie es scheint, dieses Umstands sich bedienen, durch feindliche Angriff« auf Ungarn die K. K. Kriegsmacht zu vercheile» ge« dächte. Prag, vom Z April. Aus Hermannstadt hat man uns unterm ir v. M. folgendes Schreiben zugejandt. Dm 15 dieses Monats wird die Landesconscriplion in ganz Siebenbürgen, wie auch von Seiten der Gränze den Anfang nehmen. Alle hierländische Grcnzregimenter werden uin etwas verstärkt. Man spricht von Errichtung eines sechsten Regiments, um die Grenzen gegen die Otomcmische Pforte recht sicher zu stellen. Ans diese Art wird nun der Staat in den Stand gcsezt, starr denen im Jahr 1779 zur Verthei- digung ansgchobaeu roooo Mann, annoch 20000 ins Feld auf alle Fälle auszuhcben. Die Grcnzregi»,xnker sind an Mannschaft so stark, daß fünf dergleichen Regimenter 20020 Mann ins Feld steilen können, und dem ohngeachtel bleiben immer noch 50000 streitbare Männer zur Beschüzung des Lands zurück. Paris, vom 5 April. Daß Monarchen mit einem grossen Theil vom Wu- blikum nicht ähnlich, menschenfreundlicher, wvhlthatiger denken, ist Glück für die Menschbeit, ganz Europa würde sonst, auf einmal, durch des Kriegs Fakel angezün- dcl in Flammen stehn. Daß Europens Ruhe nicht in dieser Gefahr stehe, können wir, aus beynahe zuversichtlichen Gründen, hoffen. Cadmns wird wohl keine Drachenzähne mehr aussaen, aus welchen ein- nen Lagen die Erfahrung? ist es als ein Mittel gegen ander sich würgende Krieger entstehen; unsre Nation, dir Wetter - und Hagelschaden einzufnhren? oder alt welche sich, durch ihrer Regenten Weisheiten weniger den eignen, oder als den nachbarlichen Fluren gefahr- als einem Jahrhundert, auf einen so ausserordentlich lieh zu verbieten ? Die Klasse der schönen Wissen- hohen Grad von Änfthn, Ehre und Ruhm, mit einer schäften verlangt für das Jahr i?8ö die Frage zu ev- ihr eignen Tapferkeit und vortrefflicher Kriegszucht örtern: „ Man erlaubt sich seit mehren, Jahren, ,o- empor geschwungen, wir-, um nur Söhne und Brü- wohl in Trauer - als Lustspielen die Regeln des Ar-stader zu würgen, keine drey Armeen ins Feld stellen; der ttles über die Einheit der Handlung, des Orts und nordische Held wohl auch nicht, dieser Monarch mu- der Zeit zu überschreiten. Ist diese Abweichung der sicrr nur, wie gewöhnlich, feine Krieger. Unsrer ge- Aufnahme der Dramaturgie hinderlich, oder vorträg- liebken Monarch,,m hoher Hcrvorgang wird hier präch- lich?« Der Preis von der historischen und philoso- tig seyn. Allerhöchstdiesclben werben in den Thmlleries phischen Klasse ist die gewöhnliche Medaille von 5-» in Dero neuen Zimmern speisen, schlafen, den folgen- Dukaten und von der Beüetrische« eine Medaille von den Tag die Oper besuchen, daselbst mm Dero eigne 12 Dukaten. Loge, ei» so prachtvolles Lustzimmer finden, so fein von Paris , vom 6 April. Geschmack, als wenn es von Feen verfertigt worden.; In der Picardie werden, nach Briefen auS Kamine, Kanape's,Fauteuils, Tische, Secretairs, Garde- RmicnS, die Magazine noch mit zoc> tausend Malter Robben rc. soll Jhro Majestät es angenehm und ge Haber vermehrt, welcher Vorrath ssür die Armee, fällig machen. die an Flanderns Gränzen ausgestellt wird, be- München , vom 5 April. siinnitt ist. Man hält es gar nicht mehr geheim, daß Die Kuhrfürstliche Akademie der Wisseisschaften hat Kricgunvcrmeidlich ist, doch ist man hierum«» nicht ganz ihren Stiftungstag mit den gewöhnliche» Solenn, taten einstimmig, unter des Kriegs rauhen lärmenden so aussallcn- geftyerr, wobey der Kuhrfürstliche Hoftaih, gehci» den Vorkehrungen keimen, reifen jedoch viellcicht, >vie unter me Archivarius von Eckartshaufcn eine wohivcrfaßte Schnee,des Friedens holde Früchte. Des Friedensstifter- Rede über dir litlerarische Intoleranz unftrs Jahrhun- Grafen-vouVergennesgeheimnißvollesBetragen, ist,jenem derts gehalten hat. Weil keine aus den eingelaufam zu Ende des Jahrs 1782, des 178z, ersten Woche« Abhandlungen die aufgegebne philofophischeFrage aufgelößt sehr ähnlich, vielleicht ministerialifchc, politische Zeithat : so hat die Akademie keiner derselben den gan- rechnung, wovon das Publikum noch keine Ephemeri, zc» Preis zusprechen können. Sie hat aber die Ver- den hat, so leicht, fd bald, vielleicht nie erhalten wird, fasser dreier Schriften, ihres gelehrten und nüzlichen Nur durch electrifche Blitze, erblickt das Aug manch. JnnhaitS halber, zu belohnen nicht unterlassen wollen, mal einige Helle, glaubt ganz gesehen zu Haben, ist nemlich Herrn Albrecht Euler, beständigen Se- getäuscht, weis am Ende nichts, bis der politische kretär der Kayserlichen Akademie zu Petersburg und Physiker expsrimeuciren will, das Publikum dazu auf- Mitglicd hiesiger Akademie mit einer goldncn Medaille ruft , denn — wirklich rxprrimentitt, alles deutlich von ao Dukaten; Herr» Kaspar Steer Weltprie- erklärt; deun erst, ist das Publikrinr belehrt, gibt sier, mit einer goldncn Medaille von 12 Dukaten, ihm Beyfall, staunt nicht mehr, ist nun wissend, bc- Hrn. Gabriel Stark, Weltprirster, mit einer sil- ruhigt. Sicher sind unsre vornehmste Generale ein- dernen Medaille. Die Klaffe der schönen Wissenschaf- stimmig, »nährend dem bevorstehenden Feldzug, mit aus ten hat den Preis Hrn. Jos. Socher, Kuhrfürstl. ftrsrdentlichen Musterrmgen allein, sich zu beschäftigen, Schulrath, Pfarrer zu Hachmg zu -kennt , der zahlreichen Bcsatzrmgcn Zustand zu untersuchen. Hrn. Christ. Wilhelm Snell, Prorektor des Gymnasi- Zeit gewonnen, ist immer Gewinn, dadurch Europens ums zu Jtstem, ein Accesst von einer silbernen Me- Ruhe vielleicist gewonnen. Hier, ist alles Freude und daiüe. Die historische Klasse wirft für das Jahr 1786 Jubel; beynah' in allen Städten unsers Königreichs folgende Frage auf: ,» Was waren die Land - und werden, unsrer Monarchin» so glückliche Entbindung, Hoflage in Bayern? wie weck geht ihr Alter zurück? des Herzogs von der Normandie Geburt recht pracht- wie wurde» sie abgehalte»? was war ihr Gegenstand? voll zu fcyern, kostbare Anstalten vorgekehrt. Der welche wurden dazu berufen? was hatten die dazu Normandie Staaten und Städte, allein, wollen dcs Berufnen für eine Verbindlichkeit? welche waren die Königliche» Säuglings Säugamme ein Geschenk von merkwürdigere Land und Hoftage in Bayern bis zum 25020 Livres schöpft». Ende des izten Jahrhunderts?,, Die philosophische Vsn der Donau, vom 6 April. Klaffe legt für das Jahr 1787. vor: „ Was für Politiker, welche des Wiener Hofs Kriegsrüstmigen Wirkung hat das Abfeuern des Gefchüzes auf Wet- gegenHoüandS Rcpublick, für Kunstgriffe feiner Slaats- terwMn? was lehrt in Rücksicht auf die verschied- klugheit hielten, glaubten, der wahre Zweck ft»), Pie ( 2 IL ) Rieberkande mit Truppen besitzen zu können, finden itzt in den disseiligen Vorkehrungen zu viel Ernst, zu viele Betriebsamkeit, um dieses länger wähnen zu können. Des Monarchen ernster, fester Wille, bleibt, Schelde- Frcyheit, müßt: sie auch mit Blut erfochten werden. Hierzu sind denn die erforderlichen Anstalten alle getroffen; alle K. K. Regimenter, sollen in Feldzugmäßige Verfassung gesetzt werden, alle Obersten versel- ten sich marschfertig zu halten, schon geheime Befehle haben. Krieg scheint also wohl unvermeidlich. Brabant, vom 7 April. Rauhe Witterung hemmten den befohlnen Aufbruch der noch nach den Niederlanden bestimmten K. K. Truppen; dieser vorthrilhafte Aufschub hüllt unsers Monarchen grose Absichten noch ein. Ist erst das längst schon entworfne Projekt eines fürchterlichen Bündnisses zur Reife gediehen, so staunt die Welt, die auf eine dauerhafte unbewegliche Grundfcstr gebaute Grundsätz«,des allgemeinen. Rechts, gewiß an. Dieses Geschäft, unsterblich wie unser Monarch, der es schaffen will, würklich zu schaffen, werden dessen Kriegsvölker auf 400 tausend Mann gebracht. Brüssel, vom 7 April. Mastrichrs, oder Sluys Belagerung, dürfte wohl den bevorstehenden Feldzug eröffnen. Wegen Ableitung des Seewassers aus den K. K. Polders und Anfüllung desselben mit süssem Wasser, sind Wechsels«, tige Verträge, dahin abgeschlossen, von keiner Seite Feindseligkeiten auszuübcn, nach Lage der Umstände, wechselseitig eint Abänderung 8 Tage vorher anzuzeigen. Haag, vom 8 April. AnS Wien hat der Königlich Französische Hof, von Sr. Kayserlichen Majestät, nun entscheidende Antwort. Allerhöchstbicsclbcn weigern sich durchaus im minde- desten von Dero letzten Forderungen abzngchen, genehmigten die Generalstaatrn dieses nicht, so müßten die Waffen entscheiden. Aus Franken, vom 8 April. Holländische Nachrichten, verbreiten über daflge Angelegenheiten viel Licht. Die Häupter und der Adel beyder Partcyen, wollen Krieg; man will, die ganze Republik ist eine demokratischeRegierungsform, umwandlcn. Die höchste Gewalt will das Volk deswegen selbst nehmen, weil der Staat übel verwaltet würde, von den öffentlichen Geldern nur di« Grossen Och bereicherten. Des Adels und der alten reichen Familien Einstuß hörte so auf, die wichtigsten Acm- lcr ertheilte das Volk nur denen, welche ihr Zutrauen verdienten. Diese Staatsveränderung, zu hinter- treiben, war auswärtiger Krieg, oder dessen höchste Wahrscheinlichkeit nöthig, dadurch sollte innerlicher Krieg, welcher der Provinzen Trennung nach sich gezogen haben würde, verhindert werden. Diß soll zu den kriegerischen Anstalten, der einzige Beweggrund, die Ursache ftyn, warum ma» wißer die kaiserliche Flagge Canonen zu lösen, auf ein unbewaffnetes Fahrzeug, mit Cartalschcn zu feuern, ritte; ohne hierdurch den Krieg zu erklären, hält' es dlos das Anhalten dieser Schiffe erfordert. Mannheim, vom 12 April. Der lczthin durch ganz unastronomische Zeitungsnachrichten aus Pohlen erregten, gestern durch die drckenDünste unsrer Atmosphäre bestärkten Täuschung, wirklich den vorgeblichen Scheibekugelgrvscn Stern gesehen zu haben, kann ma», mit aller Unfehlbarkeit entgegen sezen, daß das gestern unter der Venus erschienene matte unförmliche Licht nichts anders als der Mond war, dessen Licht nicht hinlänglich« Kräfte hatte, die Dünste so viel zu durchdringen, um jeberderman deutlichen Beweiß seines Daseyns zu geben. Werden sich diesen Abend die Dünste eben so stark als gestern anhäufen, so wird sich heut ober der Venus die nemliche Erscheinung zeigen. Inzwischen machte dieser gestern vermutheke neue Stern heut den Astronomen groscs Vergnügen, da er in seinem Vorbeygehen vor der Venus diesen Planet für die Erdebewohner deckte. Herr Hofastronom König in Gesellschaft des Herrn Professor Becker von Fuld (der vor geraumer Zeit mit dem erwünichlcstäi Erfolg die hiesige Sternwarte wählte, praktische astronomische Kenrnisse für das Wohl seiner Lehrjünger und für die Aufnahme der Sternkunde in den blühenden Staaten seines erhabnen Fürsten zu sammeln) bemerkten den Anfang dieser Bedeckung des belenchtetenVr» nusrandes durch den Dunkeln Rand des Mondes umir Uhr zo Min. 47 Sek. nach dem wahren Mittage. (Die Fvrtftzung folgt.) Anecdore. Eine erst kürzlich verheurathete junge Frau, di« sehr galant war und sich wenig um Wtrhschafts-An. gclrgenhciten bekümmerte, wollte sich doch in einer Gesellschaft das Ansehen einer häuslichen Frau geben, fragte, da sie von den vielen schönen Nordlichtern, die im vorigen Winter gewesen wären, sprechen hörte: Bey weichem Lichlzic'hrr diese Lichter zu haben wären: und ob sie yüvfch sparsam brennten? Vermischte Nachrichten. Man vermulhct, es werden nächstens abermals Kayftrl. Erfuchsschreiben au den Fränkischen Krais wegen eines neuen Durchmarschs eintrcffen. Einige unruhige Tartar» aus der Krimm trafen « Konstantinopel ein begehrten vom Sultan einen neuen Chan, der auch bereits beschlossen ist; dicß ist nun Veranlassung zum Krieg mit den Russen, der nun um so gewisser ist, als alle Zmüstungcn dazu gemacht werden.