Nrv. 81 . Pag. Z87. Zeitung. den 13 July. 8 5 . Mit Hschfürstl. Markgräflich . Badischem gnädigstem Privileg!-. ! Petersburg, vom io. Zuny. sind, ein Unglück, welches desto bejammernder ist, da Auf der türkischen Seite scheinen sich neue Scenen erst vor z Jahren durch einen ähnlichen Brand die ' zu öffnen, gegen deren Entwicklung man um so wem- Stadt 40 Hauser verloren hat. niaer gleichgültig seyn kank> als ße die Aussicht zu dm ^ 1 arüLten Katastrovhen aeden könnten. Erster Tagen erwartet man hier die Ankunft der hol- , «M,» 2 °tt. U-distlM D,PMI,„N Md i» sch, muomis «f die Die Versendung häufiger Eilboten, welche sowohl Figur, in welcher sie ihre Entschuldigungen über die veEdne Minister nach ihren Höfen, als auch die auf der Schelde vorgegangne Mißhandlung vorbr.ng-n i Kanserina nach verschiednen Staaten seit kurzem be- werden, Se. Mm. haben sick> verbunden, wahrend werkstelliaen lassen, gibt zu mancherlcy Vermuthungen dieser Zeit gar keine Feindseligkeiten vornehmen zu las- Anlaß, worunter die geläufigsten diese sind r daß die sen und so viel man unter der Hand »n Erfahrung arose Sache mit der Pforte keim aäzugünstige Wen- gebracht hat, bewilligt d,e Republrck Mch dermalen düng für die beyden gegen dieses Orientalische Reich schon 9 Millionen für Mastricht; was nun aber das aüiirten Kavserhöfe zu nehmen, im Begriff scy, Land jenseits d^r Maas, dann die übrigen Foderun- M,rm, z 2uny. gen, Kriegsköstcn, Ueberschwemmungsentichadigungm Am Montag'traf der berühmte Luflschiffer Blan- anbelangl, alles dieses muß nun erst in den aufs »cue ckaed aus Londen mit 3 Ballons, aber auf dem Pa- vorzunehmenden Konferenzen ausgemacht und bestimmt auelbot hier ein, um auf Verlangen des Hofs und der werden. Der letzte von Sr. Ma,. hier angekommne fremden Ministers Versuche anzustellen, wovon Eilbote brachte die erfreuliche Nachncht mit, daß der das Schicksal des Hrn. Nozier keineswegs abhalt, Monarch sich in Mayland ganz wohl befinden und ha man komm leicht voraus sehen, daß dieses Opfer die Zurückkunft des Königs und der Komgmn von die Versuche, die Erfindung zu vervollkommnen, eben so Neapel abwarte, die sich in Turm etwas langer über wenia endigen werde, als im Sturm iiiitcrgegangne die vcstgesctzte Zeit aufhielten. Der nämliche Eilbote Fetusse wodurch oft mehrere rc>o in einer Stund um- versichert auch, daß in Tyroj noch immer eine strenge kommen, die Bervoükommung der Schiffahrt vertM- Kälte regiere und alles mit hohen Schneelagen uber- ' dert haben. Von hier geht Hr. Blanchard (wie letzt deckt sey: man sey daher bey ttziger Jahrszelt fast fcbon acdacht) nach Frankfurt. nicht im Stand, ohne Pelz sich Wider die Kalte zu ^ äelmsnr , im Solländischen Brabant, schützen. Das hier auf einmal so hoch angelaufm ^ den 29 Iun. Wasser entsteht also keineswegs von den geschmolznen Gestern um Mittag brach in dieser Stadt eine Feu- Tyroler Eisbergen, wie man anfangs glaubte; sondern ersbrunst aus, die so schnell und wükhend war, baß man hat bey erfolgender groser Sommerhitze, der / biß heute Morgen 90 Häuser in Asche gelegt worden den in Tyrol so hoch aufgehausten Schnee erst schmel- Larlsruhcr Mittwochs 1 7 zcn muß, von neuem Ueberschwemmungm und die gewöhnlich damit verpaarten Gefahren zu befurchten. Man weiß itzt, daß die Ueberschwemmnng von einem Wolkenbnich herrührte. Die Wolke zerplatzte über dem Dorf Krumpennußbaum, welches tief im Thal liegt. Das Wasser nß alle Häuser desselben mit Menschen und Vieh bis" auf 4 mir sich fort in den Donaustrohm, der so aufgeschwellt wurde. In dem an der Nassau fließenden Arm fieng man eine schwimmende Wiege aus» worinn ein gesundes schönes Kind ruhig schlief. Auch ei» Mann, der sich an einem Holzbalken festgchalten, wurde von den Pontonicrern gerettet. Im Prater ist aber eine Wirthin mit zwey Kindern von den unvermuthet einbrecheiwen Wasserflächen überrascht umgekommen. Die am izten dieses mit dem gewöhnlich in der Hälfte jedes Monats von Constantinvpel eingelanf- nen Briefe versichern, daß der neue Grosvezier und der Divan gesinnt scyen, den Frieden beyzubehaltcn. Indessen sind die an der Ukraine stehenden Rußen stets marschfertig und aufmerksam auf die Ottomannen, welche den Deputirlen von Dagestan, die nach Konstantinopel gekommen sind und um Hilfe gegen den Prinzen Heraclius angesucht haben, wirkliche Hilfe zugesagt. Senden sie solche dorthin, so ist in künftigem Jahr unfehlbar Krieg zwischen der Pforte und Rußland; indem lene nicht zugcben will, daß Rußland den Kaukasus als einen Schlüssel sich zueigne, der ihm die Stiege zum Tigris und Euphrat hinab öfuet. Londen, vom i Iuly. Das Oberhaus beschäftigt sich noch immer mit allem möglichen Eifer mit dem Verhör der Einwendungen und Klagen der verschiednen Fabrikanten dieses Königreichs wider die irrländischen Handelsvorschlägc. Die Widcrspruchspartey hat, ungeachtet alles Widerstands von Seiten des Groskanzlcrs, ihren Zweck erreicht, diese Sache interessant zu machen. Sic wird wirklich alle Tage wichtiger und für die Handlung so unterrichtend, daß sich täglich eine gross Anzahl der vornchnisten Kaufleute alihier mit vielen Kosten in das Oberhaus drängt, um aus dem Verhör der verschiednen Zeugen Geheimnisse zu erfahren, die ihnen noch unbekannt waren. Alle Geheimnisse der englischen Manufakturen, die sowohl einheimische als fremde und reisende Kaufleute mit schweren Kosten zu ent, decken vergebens gesucht haben, werden hier offenbar und wenn das ganze Verhör der Zeugen ja im Druck erscheinen sollte, (welches aber wohl schwerlich geschehe» wird) so würde es ein Werk werden, das für alle Tl. le der Welt, die mit England Handlung treiben, von der äussrsten Wichtigkeit ssyn würde. Es ist unmöglich, dem Leser in den engen Gränzen unfter Be- t 388 ) . richte einen Begriff von der Verschiedenheit und Wich, tigkeit dieser Handelsgegenstände bcyzudringen und ihn auf die Folgen zu leiten, die bey jedem unerwarteten Zufall sowohl auf die Handlung dieses Reichs, als aller auswärtigen Staaten, einen merklichen Einfluß habe» können. Wir wollen zum Bcwciß nur einen Auszug eines Verhörs von einigen Stunden erwähnen. Herr Smith, Fabrikant von schmalen Zwirnbändchcn, war Tags zuvor von dem Großkanzler gefragt worden, ob die Manufakturen seiner Art den einheimische» Gebrauch genugsam versehen könnten? er hatte die Frage mit Ja beantwortet und zu verstehen gegeben, daß noch eine gross Menge ausser Lands geschickt würde. Er hatte aber seitdem von seinen Freunden erfahren und nach Untersuchung der Zollhausbücher gefunden, baß jährlich viele tausend Stücke von groben holländischen Spitzen (welche die Engländer UsMr l^cs nennen) unter der Benennung von Zwirnen Bändchen eingebracht werden, um den Zoll zu vermeiden, welchen diese Waare sonst als Spitzen bezahlen müßte, welches also seinem Zeugniß gerade widersprach. Er kam daher, fein Zeugniß zu erklären und zeigte dem Haus den Unterschied zwischen den englischen und holländischen Zwirnen Bändchen. Die sämtlichen Lords erstaunten über den Betrug und kamen sogleich zu dem Emjchluß, diesem Unterschieif künftig Einhalt zu thun. Diese Entdeckung wird also auf die Manufakturen der groben holländischen Spitzen merklichen Einfluß haben. Zweytens Herr- Watts, ein Fabrikant aus Birmingham, stellte dem Haus vor, daß der Vorzug vieler englischen Manufakturen blvs in den Werkzeugen bestünde, weiche andre Nationen nicht hätten und bewies, daß andre Völker eben so gute Arbeit machen könnten, wenn sie diese Werkzeuge hätten. Er machte unter andern eine besonders gute Beschreibung der Walzen, womit in Birmingham alle Metalle platt gemacht werden, die seine Kenntnisse in der Mechanik genugsam an den Tag legte r.nd für anhörende Künstler sehr unterrichtend war. Er berichtete hicbey die Lords, wie viele Mühe sich alle fremde Nationen geben, sich diese Werkzeuge von Birmingham anzuschaffen und erweichte, daß noch kürzlich ein Kaufmann in Birmingham einen Auftrag aus Wim erhalten, wobey er für seine Kommission in einer Woche wenigstens 2oso Pf. Sterling verdienen kann; der Auftrag war aber mit dieser Bedingung begleitet, daß er die Waare nicht ohne die ver, langte Werkzeuge senden sollte. Der Kaufmann, als Patriot, schlug diesen Verdienst ab, ungeachtet er wußte, daß dieser Auftrag auf höhre Veranlassung an ihn ergangen war. Diese und dergleichen Verhöre sind und werden noch täglich mehr unterrichtend, daß man e 38 ? > M die Hoffnung hat, es werde aus diesen inländischen Handelsverträge» nichts werden, zumal, da die Inländer selbst gar nicht damit zuftieden zu ftyn scheinen. Paris, vom 2. Iuly. Die Köpfe unsrer Politiker werden itzt auf einmal wieder warm. Es heißt ncmlich, Ragusa scy von den Türken auf einmal überrumpelt worden und der Hof zu Constantinopel habe eine ganz andre Art zu denken und zu handeln angenommen, seitdem der neue Grosvezier am Ruder der staatsgeschäfte sitzt. Der Mufti und Er, sollen durchaus der Mrynrmg seyn, es würbe vieles zum Glanz der erhabnen Pforte beytrage», wenn man den Entschluß ausführte, alle Christcnscelen ohne Unterschied aus Constantinopel her- auszuiagen. Überhaupt darf man von der kriegerischge- stlii'iMeu Gemüthsart des noch Lab cp sehr unpolitischen Grosvcziers sich nichts anders versprechen, als das der Groshcrr sich zn Schritten werde verleiten lassen , die bivs von einer raschen Verwegenheit angeraihen werden könne«. Es heißt, der Bassa von Romanien habe aus Liebe für sein Leben die respektvolle Vorsicht gebraucht, das ihm von Constantinopel zugegang- ne Paket, wvrinn seine Verurtheilmig zum «sträng vermuthlich enthalten gewesen ist, uneröffnet liegen zu last stn, um sich keines Ungehorsams und Widersetzlichkeit schuldig zu machen. Da ec sich wirklich ander «spitze von mehr als 25000 Mann befindet und dem Vernehmen nach einige Eilboten von ihm nacheinander zu Wien angekommen sind, so ist aller Anschein da, baß er mit Sr. Majestät dem Kayser in Unterhandlung zu treten, oder doch an Ihm einen mächtigen Freund zu finden suche. Karl Bouganlt, ein Zimmermeister, welcher im vcr- wichnen Jahr zur St. Geuofeva prächtig begraben worden, hat hiesiger Universitär sein ganzes Vermögen zum Nachkheil seiner armen Blutsverwandten, die er gänzlich ausgeschlossen, vermacht, Ein Parlemeuts- schlnß vom 18. d. M. verwilligt diesen rechtmäßigen Erben > 50 tausend Pfund, der Universität aber nur 5000 Pfund von der Erbschaft. Die beiden nun reich gewsrdnen Armen, der eine ein Ackermann, der andre cm Schuhmacher, konnten sich vor Freude kaum fassen. Als sie den Spruch in dem Audicnzsaal verkündigen hörten, umarmten sie sich, den Advokaten, alles und dankten öffentlich dem Magistrat auf eine Art, die verdient gesehen zu werden. Bey dieser Gelegenheit wurde folgender schöne Zug bekannt. Karl Bouganlt hatte sein ganzes Permögen einem sichern Ponltier, Hnißier - priseur, bey Lebzeiten übergeben wolle». Dieser Mann hat cs aber nicht angenommen; zum Beweiß hievon dient ein eigenhändiges Schreib« desselben, welches man unter den versiegelten Pa^errw gefunden, worin» er das Geschenk oder Vermächtnis mit den Worte» von sich abgelehnt, daß er so vieles den Armen Anverwandten von Gott und rechts,vegen gehöriges Vermögen mit gutem Gewissen nicht annehmen noch besitzen könne. Herr Hardoux, der Advokat der Familie, las diesen Brif mit Kusscrordentlichem Freudcngefühl laut ad. Die Präsidenten, Räche und Procuraloren, alles belegten den Herrn Psultier, welcher in dem Parket eingeführt werden mußte, mitlau- lem Beyfall und Lob.—Am 24. v. M. siel bey dem Ausbruch eines Gewitters ein starker Hagel, welcher ausser dem im Feld verursachten Schaden alle Gläser der Treibkästen und Treibhäuser in den Königlichen und andern Gärten, wie auch die Fenster der Mili- tairschule zerschlagen. Die Wittwe des verunglückten Romain hat von unserm menschenfreundlichen Monarchen ebenfalls eine Pension von ,ooo Pfund erhalten. Die Mauer, welche um Paris herum mit einem ü Ehlen tiefen und eben so breiten Graben errichtet werden soll, wird über 2 Millionen kosten. Durch die Veranstaltung des Grase» von Estaing wird nächsten- eine Verordnung erscheinen, Kraft welcher zwey Seeschulen, eine für junge Edelleule, die andre zur Bildung junger Handelsleute errichtet werden sollen. Beide sollen zu Pfianzschulcn dienen, um junge zu allen Graden fähige Seeofficiers in der einen und geschickte Handelsleute, wie auch Handlungsschiffanführer in der andern zu bilden und zu erziehen. Der Kongregation St. Maur, Benediktinerorvens, welche in 6 Provinzen eingetheilt ist, sind König!. Befehle zugegaugen, mittels welcher ihnen untersagt wird, die in ihren Klöstern befindlichen Novize die Profeß - Gelübde oblegen zu lassen. Mecheln, vom 2 Iuly. Dieser Tagen kam jemand von Namur hier an, welcher versicherte, daß man daselbst bey aller Friedensaussicht ganz unbegreifliche Anstalten mache. Man verfertigte mit möglichstem Fleiß und Geschwindigkeit viele Pontons und andre Maschinen an dem Ufer der Maaß. Am ri siy der Befehl angekommen, so viele Zimmerleute anzunchmen, als man nur bekommen könne. Am Feiertage waren, auser den Pontoniers, 200 fremde Arbeiter beschäftigt. Haag, vom 5 Iuly. Vor einigen Tagen hat der hier stehende RuK-sch- Kaiserl. Minister, Herr von Kalitschcw, ihren Hoch- mögcnden abermals eine Erklärung von ftiner Mo- narchrnn zugestellt, über deren Jnnhalt man das tiefste Stillschweigen beobachtet; doch vermuthet man, < 39 -> ) RußlqM Behmscherinn hezeuzr neuerdings ein ernstliches Verlangen, daß die Republick zu den vorge- fchiagnen Nerglcichsbcbingungen die Hände bieten und also die strittige Angelegenheit zwischen uns und dem Erzhauß Oesterreich einmal zum beiderseitigen Vergnügen zu Ende bringen möchte. Die zur Untersuchung der mislungnen Abfahrt unsrer io Linienschiffen nach Brest niedergrsezte Commißion hat ihren Bericht wirklich an ihre Hochmögende gelangen lassen und er wird nächstens öffentlich bekannt gemacht werden. Dem Vernehmen nach, enthält tzicser Bericht nicht das mindeste, was dem Prinzen Statthalter zur Last gelegt werden könnte. Sogar soll darinn Sr. Hochs. Durchs nicht einmal mit einem Wort gedacht werden. Auch die «schiffskapitaius sind nicht angeklagt, indem dieselbe die einstimmige Aussagen gethan haben, daß diese Abfahrt wegen Proviantmangels, welchem die Amsterdamer Admiralität aus keine Art steuren konnte, unmöglich gewesen sey, zumal, da in einer so kurzen Frist von 4 Tagen, die zu der Verproviantirung noch übrig gewesen, die Becker in Amsterdam alle zusammen nicht im «stand waren, Zwiback genug anzufchaffen. Dem ungeachtet behaupten einige öffentliche Blätter, daß diese Abfahrt doch wirklich vor sich gegangen wäre i wenn die Kapikains nur gewollt hätten. Auch sagt man, es werde noch eine bessndre Kvmiffion ernannt werden, um die Schuldigen zu vcriirthrilen, die Unschuldigen aber loszusprechen ; allein, vernünftige Leute wollen daran nicht glauben. Die Regierung zu Rotterdam, soll wider die Freyheit einiger Blätter mit Beschwerden eingckömmen scyn. General, Graf von Maillebois, befindet sich vom Podagra befallen. Mit der Aufrichtung seiner Legion geht es sehr langsam ; derselbe hat daher beschlossen, nach einigen Staaten Deutschlands Werber auszuschicken. Uebrigms glaubt man, daß es Mühe kosten werde, diese Legion vor dem izten künftigen Monat Sept, als der angesezten Frist, in vollzähligen Stand zu bringen. Bekanntlich ist bey den Staaten von Lolland der Vortrag geschehen, den holländischen Garberegimentern zu Fuß neue Fahnen zu geben. Ihre Grosmögende haben diesen Vorschlag zwar kommittirt; allein, noch ist deshalb nichts beschlossen. Nach Briefen aus Londen, ist tcr Ritter Harris endlich wieder auf seiner Rückreise h e- her begriffen. Da dieser Minister seinen Weg über Calais nimmt, so glaubt man nicht, daß er vor Ablauf künftiger Woche hier rintressen könne. Herr Blanchärd wird feine Lustrcise entweder nach Frankreich oder nach Deutschland, nach Beschaffenheit des Winds, richten. Ee gedenkt eine Rehe »on 80 bis iss Meile' zu machen. Sein Ballon ist ganz neu von gummirlem Taffent und Z8 Schuh im Durchschnitt. Der angehängle Wagen ist zu vier Personen gerichtet. Petersburg, vom 8 Iuny. Es scheint, unser Hof schöpft gewissen Verdacht auf die krigerischen Vorkehrungen des Divans. Man will nicht dafür bürgen, daß das nach der Nordsee bestimmte Geschwader nicht allenfalls beordert werden möchte, seine Fahrt weiter vorzunchmen. So viel' wisse» wir, daß , wenn die Flotte nach dem mittelländische» Meer segeln sollte, dieselbe fürs erste zu Gibraltar einlaufen, hernächst ihre Station zu Livorno und Ragusä halten werde. Giebr die Pforte uns Anlaß, mit ihr anzubinden, so dürste sie uns nicht ungerochen aufgefodert haben. Straßburg, vom ir Iuly. Diesen Morgen um n Uhr langten'Ihre König!. Hoheiten, Prinz Ludwig Joseph von Bourdon, Prinz von Conds und desselben Herr Sohn Ludwig Heinrich Joseph von Bourbon - Conds, Herzog von Bourbon, in hiesiger Stadt an. Die ganze hier in Besatzung liegende Reuterey, war vor der Stadt auf der sogenannten Metzgerau in Ordnung und hie Regimenter zu Fuß zu beyden Seiten der Gassen vom Thor bis ans Hotel des-Hm. Marschalls von Cotades, wo Hochdiesclben abstiegen, in Reihen gestellt. Sogleich nach der Ankunft erhielten die ver- schiednen Korps, sowohl der Geistlichkeit, als des Militär-und Civil-Stands, zur Abstattung ihrer unter- thänigen Glückwünsche gnädiges Gehör. Um Mittag sahen beyderfils Königliche Hoheiten die Wacht- parade: sie werden den Nachmittag über einige Regimenter die Musterung halten und den Abend die Schaubühne mit ihrer hohen Gegenwart beehren, westindische Nachrichten. Der n Merz war für die Insel St. Christoph ein trauriger Tag, indem ein Orkan, begleitet mit einem Erdbeben, nicht nur auf der Küste und Schiffsrhede entsetzliche Verheerung untep den Schiffen, sondern auch in hem Innern des Lands gräuliche Verwüstungen angerichtel hat. Die Nachrichten von der Küste von Musquito geben, daß zwischen den Spaniern und Indianern eine blutige Schlacht vorgcfalleu, in welcher leztere gesiegt haben. Die Indianer von Nniprovidcnz auf der Insel Bahama freuen sich, daß ein Krieg dorr ausbricht, worinn die Engländer mii verwickelt werden: denn auf solche Weise können sie viele Korsaren in Lauf setzen, wodurch sich diese Insel schon in dem letzten Amerikanischen Krieg ausgezeichnet hat.