Nro. ior. Pag. 47 r. Tarlsruher Mitwochs i 7 MM SWZ MM- Zeitung. den 24 August. 8 5. Nltt Hochfürftl. Markgräflich » Badischem -väbigstem PrivUegis» Madrid, vom zr. July. Niemand kann begreifen, wozu die starken Rüstungen dienen, welche unser Hof einsmals verkehren läßt; dir Kriegs Konferenzen werden häufiger, als jemals, gehalten; gegen die Katalonifchen Gränzen müssen verfchiedne Regimenter aufbrechen. Zu Karthagena werden 8 Linienschiffe sehr geschwind i» segelfertigen Stand gesetzt und die Anzahl soll noch bis auf 16 vermehrt werden. Auch nach Kadix sind Befehle zur Herstellung einer Flotte von rr Kriegsschiffen abge- sandt worden. Vcrmuthlich geschieht alles dieses wegen den Rußischen , Englischen und Französischen Flotten, welche in dem Mittelländischen Meer erfiyei- rien sollen. Wien, vom n August. Der seines Bißthums Waizen enthobne Herr E«z- bischoff von Wien genießt die Einkünfte dieses Biß- thums bls zu Ende des Jahrs. Alsdann heißt es, soll es dem Bischofs Okolizany, Vicepräsidenten der geistlichen Hoscommißivn zu Theil werden; jedoch nur mir einem Gehalt von 12022 Gulden. Das übrige fällt dem Religionsfond anheim, der schon itzt in Ungarn aus 2 Millionen und zoo tausend Gulden jährlicher Einkünfte besteht. Schon einige Zeit befindet sich «in aus Tyrvl gebürtiger Weltgeistlicher in hiesiger Stadt, der Leuten, so chirurgische Hilf« bedürfen, ein Pflaster austheiit. Die Sache wurde nicht so bald ruchbar, als die hiesige medizinische Fakultät ihm das Handwerk legte. Allein bald dieser, bald jener lief zu Sr. Kaystrl. Majestät, sagend, daß ihm das Pflaster geholfen und bittend, daß dem Geistlichen die ferner- »veitre Ausheilung des Pflasters, womit er «nenlgeld- lich aufwartete, erlaubt werden möchte. Die hierauf befragte medizinische Fakultät: ob das Pflaster waß schädliches enthielt? antwortete, das kann man just nicht sagen und hiemit erhielt der Geistliche die Erlaub» niß wieder. Seitdem wimmelt es in seiner Wohnung von Patienten aus allen Ständen, die ohne Unterschied ihrer Gebrechen und selbst innerlicher Krankhei, ken alle Pflaster umsonst erhalten. Gestern mußte man gar Militärwache zur etwaigen Abhaltung des Volks hinsteklen; «Sein der ganze Pfiastervorrath ist Gon vcr- theilt und weil der Empiriker es nicht einmal selbst verfertigen kann, so hat er seinen Korrespondenten in Tyrol um mehrrres frisches Pflasterwerk belangt; das Pflaster ist gc «ssarbig, wird in der Gröse eines Gulden aufgelegt und riecht nach irgend einer harzichten Materie. Das auffallendste aber ist, daß dessen Gebrauch ganz sicher Gon vielen geholfen hat, «m deren Her- stellunq geschickte Aerzle bereits lange umsonst arbeiteten. Man weis zwar, daß Einbildung und blindes Vertrauen vieles bey Menschen vermögen; doch unter den Hergestellten sind mehrere Leute ohne Voruriheil und auch unmündige Kinder, von welchen EnMdung entfernc ist. Dem fty wie ihm wolle, der Pflsster- mann macht Aufsehen und selbst einige Herrschaften haben sich seiner Kurart unterworfen. London , vom n. Aug. Ein Kaufmann in Calcuta hatte einen Elephanten, den er mit einem Führer nach Chotygone sandte. Unterwegs fügte es sich, das dieses Thier loskam und sich in den Wald verlohr. Der Führer kam in Verdacht, daß er es verkauft habe und wurde zur öffentlichen Arbeit verdammt. Nach zwölf Jahren Wette e 47» r man diesen nämlichen Menschen in das Innere des Landes, um bey einer Elephanten Jcho bchil-ich zu seyn. Die Indianer haben unter andern die Art, daß sic die Elephantcn erstlich wettläuftig einschliefen, her« nach aber immer enger zusammen treiben und solche so zahm zu machen suchen, daß sie sich ganz an den Menschen gewöhnen. Anfänglich ist cs gefährlich so zu Werk zu gehen. Jener Mensch erblickte sogleich seinen Ausreisser, der ihm so viel Verdruß gemacht hatte. Nichts hielt ihn ab, mitten durch die wilden Thiere sich dem Gefangnen zu nähern, der ihn augenblicklich erkannte, mit seinem Ryssel nach seiner alten Gewohnheit ihn dreymal grüßte und endlich die Knie beugte, um ihn auf seinen Rücken zu lassen. Er diente ihm auch, sich der andern Elephantcn zu versichern und da er seitdem z Jungen gemacht, so liefen diese auch mit ihm. Dieser Elcphant gehört gegenwärtig dem General Hastings. Die König!. Prin- zcßinn Elisabeth ist plözlich in eine besorguche Unpäßlichkeit gefallen, nachdem Sie Champignon gegessen hatte. Ihre K. H. befinden sich heute etwas besser. Das Matrosenwerben zur Ergänzung der auszurüstcn- den Flotte geht in allen Seehäven auf Preß vor sich. Dieses sind Vorboten eines neuen Kriegs, wozu Amerika abermal der Anlaß zu seyn scheint. Ja man sagt öffentlich, Frankreich suche sich die in diesen neuen Staaten herrschenden Unordnung auf eine den Engelländern höchst nachrhcilige Weise zu Nutz zu machen. Hiermit vereinigen sich noch andre wichtige StaatSbc- gebenhciren, welche die größte Aufmerksamkeit unfcrs Hofs erregen; wie denn am verwichnen Donnerstag ein Russischer Eilbot ankam, welches verursachte, daß sogleich eine Konferenz gehalten wurde, wozu man den abwesenden Herrn Pitt durch einen reukcnden Boten bescheiden lassen mußte. Prinz Wilhelm Heinrich fährt fort, mit der Fregatte Hebe die Schott- ländische Küste zu besichtigen. Zu Kirkwall hat ihn die Bürgerschaft in ihre Zunft ausgenommen, worauf er sagte: ich bin nun Freemann von Kirkwall, ich kann nun hier machen, was ich will. Wien, vom 12 August. Von der Lebensgefahr des -Englischen Gesandten allhier ist noch naclMhelen, daß ihm ein Bauer einen sichern Weg zeigen und vorreiten wollte, welchem er 12 Dukaten versprach. Der Bauer verfehlte den Weg und ertrank mit feinem Pferd. Zum Glück kam der Gesandte auf eine Anhöhe, wodurch er gerettet wurde- Der Schwester des ertrunknen Bauers hat er eine lebenslängliche Pension ausgcfetzt. Landen, vom r2Äug. Der vormalige Kapitän von den 70 Kanonenschiff Msnarca, John Gill, ist'zum Oberbefehlshaber über das britkifche Geschwader in Ostindien ernannt worden und wird in den ersten Tagen des Monaths Oed. nach seiner Bestimmung adsegcln. Zwar ist die An. zahl Schisse, welche unter feinen Befehlen stehen sollen, noch nicht ftstgesezt; allein, sie wird icner Schiffsmacht, so die Franzosen aus dem Hafen zu Brest laufen lassen, gleich gestellt werden. Die von unfern» Jnterimsmimster zu Paris, Herrn Hailes, eingetroffenen Berichte sind äüsserst wichtig und haben eine gross Konferenz unter den Ministern des Königs veranlasset. Man versichert itzt durchgängig, da- Frankreich die Unordnungen unter den vereinigte» amerikanischen Staate» bcnuzen, und dieselben unter seinen Schn; nehmen wolle, um sie mit den jenseits des Meers gelegnen französischen Besiznngen zu vereinigen. England wird sich einem solchen Entwurf sicher in den Weg stellen und hieraus könnten alsdann Strittigkeiten entstehen, welche hcyde Nationen neuerdings in einen Krieg verwickeln dürfen. Wien, vom iZ. Äug. Verwichnen Samstag wurden vor dem Stuben» thoc wieder Contredandwaaren verbrannt. Nachdem man einen Scheiterhaufen aufgcrichlet, nahm man cm Stück konsiscirken Stoff um das andre und warf es ins Feuer. Die armen Zuschauer baten, man möchte sie ihnen zum Ausbrennen geben, aber umsonst. Die kostbare Asche wurde deunoch von armen Leuten aiifgefammclt, um das Silber daraus zu gewinne«. Am Montag folgte noch ein ähnliches Feuerwerk, so daß der Werth auf mehr als 8-rooo Gulden geschäzt wird. Ein zahlreiches Rußisches Korps ist in die Ukraine eingerückr. In Gallizien sind gross Bestellungen an Gctraid und Brandwein für die Rußen gemacht , welches viel Rußische Rubel cinbringt. Berlin, vom rz August. Heute früh um 2 Uhr, sind der wirkliche Staats- uud Kriegsminister, Freyherr von Werber, zu Sr. Maicstät dem König nach Potsdam abgcgangcn. Bey den hiesigen Damen ist itzt eine Art von rothcm Puder im Gebrauch, um das Kopfhaar damit zu bestreuen und so für die schönsten, gleich der goldncn Venus gehalten zu werden. Es heißt itzt, der Englische Prinz werde nicht nach Potsdam kommen, sondern seine Reise über Dresden nach Schießen nehmen. Berlin, vom iz. Ang. Die Geschäften mit Sachsen und Hannover sind noch vor der Abreife unfcrs Monarchen nach Schlesien zu ihrer Reife gediehen. Der Hannövrische Minister Freiherr von Beulwiz geht nun nach Hannover zurück, ———— c 473 kommt aber bald wieder und alsdann werden sich noch mehrere Minister deutscher Höfe hier einfinden. Holland scheint den Sonnenbiickcn des Friedens nicht zu trauen; es fährt daher fort, sich in seiner kriegerischen Verfassung zu erhalten, wozu unsre Artikel, als Pfer» de, Reutzeug u. dgl. noch stark von den Holländern gekauft werden. Auch geschehen starke Frucht Aufkäufe , die der König in Anbetracht der ausserordentlich ergiebig ausgeftllnen Ernde erlaubt hat. Keine Revue in Schlesien wird so zahlreich und glänzend jemals ausgefallen scyn, als die diesjährige scyn wird. Dem Bischofs von Osnabrück wird in Breslau Königliche Ehre angcthan werden. Aus dem Lrandenburgischen, vom IZ Aug. In Breslau macht man unglaubliche Anstalten zu Festen, Bälen und Erleuchtungen für den Bischof von Osnabrück. Verschiedren russischen Off-cnren ist die Erlaubmß der Revüe bnzuwohncn, abgeschlagen worden; sie wird aber so vicen englischen Officleren, als sich nur melden, crthciit, deren eine grose Anzahl ist, auch vielen Franzosen. Der König nimmt ein dop- peitcs Taftlserviee mit. Die Generäle Zaremba, Schwarz, Erlach und yötze werden nicht dabey seyn. Se. Königl. Majestät baden dem Prinzen Heinrich, der vrrwittwelen Herzvgnn von Braunschweig und der Prinzessin Amalia idem 20,002 Thaler geschenkt. Man macht in öffentlichn Berichten gar keinGehcim- mß mehr daraus, dch die vornehmsten Kuhr-und Rcicksfürsten ein Bündnß geschlossen haben , wovon unser Monarch das Obrhaupl seyn und welches die Untheilbarkeit des Richs zur Absicht haben soll. So laut aber anch diese Bericht« davon reden, so dürfen wir doch, da 8 e Berliner Hefzeitung davon schweigt, nicht ohne NMrauen annchmen, was andre sagen. Indessen vlruimmt man, daß der kuhr- hannövrische Staarsminster, Freyherr von Brulwiz, mit ehestem nach Hanwver zurückkehren, aber auch wieder nach Berlin zurückkommen werde, um fein aufhabendrs Geschäft von neuem vvrzunehmen. Leipzig, vom iz August. Den uten dieses sind Se. Königl. Hoheit, der Bischoff von Osnabrück und Ihre Durchlauchten die Herzoge von Gotha und Weimar, sämtlich unter an- genommnen Namen hier durch und zur Revüe nach Schlesien gegangen. Es heißt zu Berlin, baß dievcr- bundnen deutschen Höfe das dieser Verbindung wegen ergangne Kayserlche Krayßschreiben nächstens beantworten würden. Paris, vom 14 Aug. Der K. Grosbrittamsche Botschafter bey unscrm Hof, Herzog von Dorfet, ist in feinen eignen Angelegenheiten nach Londen gereißt und unser Bothschaftee daselbst, Graf von Adhemar, auf seiner Rückreise begriffen. Rach einem Gerücht, sollen die Engländer beschlossen haben, auf der Inftl Madagaskar ein au- sthnliches Etablissement zu errichten, um für ihre nach Indien gehende und von -a zurückkommende Schisse einen Erfrisch«ngsplaz zu erhalten und das Cap, wo ihnen alles theurr zu stehen kömmt, nicht mehr nö- tlstg zu haben. Die Politiker sehen in diesem Entwurf den Keim zu einem blutigen Krieg, weil Holland und Frankreich dey Ausführung dieses Enrwurfs unmöglich gleichgültig seyn könne« und es für alle handelnde Nationen, welche die Indischen Meere beschissen, nicht nur höchst gefährlich, sondern der Sammelplaz der Englischen Kaper werden dürfte, die sodann nach ihrem beliebten System noch vor der Kriegserklärung sich aller nach Indien segelnden oder von daher zurück- kommenden Schiffe demeistern und m ihre Löwenhöhlc rinbringen würden. Aus Holland, vom iZ Augnst« Briefe aus Aachen haben uns keine nähere Erläuterung in Betreff des Vorfalls mit dem Herrn Herzog von Braunschweig mitgebracht; aber man versichert, daß zween vornehme Fremde, nemlich ein Rcichssiscal und rin Assessor von der Kayseriichen Kammer zu Wetzlar am ir. Abends in gemeldter Stadt angelangt ftycn. Man behauptet, es würde eine förmliche Pro- ccdur vorgenommen werden, um die Sache von ihrem ersten Ursprung an zu entdecken, der vermuthlich in unserm Land zu finden scyu wird. Wem kann auch wirklich an dem Besitz der Schriften des ehmaligm Felvmarschalls des Staats gelegen seyn, als nur Per» stwen von der Repudlick, oder solchen, die darin ihren Wohnsitz haben? Einer der in Verhaft genommnen Mitschuldigen soll gestanden haben, daß eine Belohnung von hunderttausend Gulden für diejenigen bestimmt wäre, weiche dis Vollziehung dieses Prpjects zu Stand bringen könnten. Lleve, vom ib August. Eine heute um Mittag ans Nimwegen hier ange- kommue Privatperson erzählt, daß heute früh ein Bataillon Infanterie und ein Detaschement von zehn Mann Cavaüerie von jeder Compagnie von da abmar- schirt sey, um sich nach Arnheim zu begeben, wo sich ein sehr beträchtlicher Volksaufstand ereignet hat. Er setzt noch hinzu, die Arnheimer Bürger hätten die Thore ihrer Stadt geschlossen und man zweifelt, baß die im Marsch begriffnen Truppen würden hinein kommen können, ohne Widerstand zu finden» r 47» > Nieberrhein, vom ny. Aug. Nach den jüngsten Briefen aus Wien vom irrten dieses, verbreitete sich auf einmal daselbst das Gerücht und selbst fremde Minister gaben davon alfo- glcich ihren Höfen Bericht, das io tausend Mann Rußen m Gallizicn wirklich eingerückt seyn und eine gleiche Anzahl ihnen in kurzem Nachfolgen würde, um zum Dienst Sr. Majestät des Kayfers bereit zu feyn. Nach zur Zeit soll aber jdie eigentliche Bestimmung derselben ein Geheimmß seyn; inzwischen wird ver- mukhet, daß das von dem König von Preußen in Schlesien angeordnrte ungewöhnlich grose Lager die Veranlaßung zu solchem Truppenmarsch sey. vermischte Nachrichten. Eine arme und zugleich alte Frau NameuS Sarah Berdshal zu Mears Ashby, m der Grafschaft Nort- Hamptvn, die von ihren Nachbarn als eine Here an. geklagt ward, erbot sich ihre Unschuld durch die vom Aberglauben erftmdne Probe des Wassers zu beweisen. Sie ward also in Gegenwart einer grossen Menge Zuschauer in einen Teich geworfen, sank glücklich unter und ward nun von aller Beschuldigung, mit dem bösen Feind einen Bund gemacht zu haben, ftey gesprochen , aus dem Wasser gezogen und im Triumph nach Hauß geführt. So ist der Pöbel allenthalben — Pöbel. Was soll man aber von dem Magistrat sagen, der dem Volk zuläßt, dergleichen Proben anzustellen und den stupidesten Aberglauben dadurch gleichsam ivrtpsianzt? Der Streit zwisthen den Engländern und Spaniern in Amerika wird sich nun heben, da beyder Mächte commandirende Officiers in der Stabt Truxil- lv zusammen in Unterhandlung getreten sind und einsweilen ausgemacht haben, daß die Engländer 2 Jahre lang in de« ruhigen Besitz von MosiMlo bleiben sollen, während welcher Zeit das Nähere wegen allen Diffcrcnzien, zwischen den Höfen von Londen und Madrid, berichtigt und bestimmt werden soll. Zu Paris ist öhnlängst eine ganze Haushaltung, bestehend aus dem Vater, der Mutter und zwey Kindern nebst einer Magd durch eine gebradne Kalbsleber vergiftet worden. Da man der Ursache dieses Unglücks uachspürte, fand es sich, baß alle Personen, die von diesem Kalb gegessen hatten, mehr oder weniger krai k darauf geworden waren; und dieses läßt vermuthen, daß das Thier Mt einer epidemischen und pestilenziali- Men Krankheit behaftet gewesen, dir besonders die Leber , die so selten bry den uns bekannten Thieren gesund ist, angesteckt hatte. Es wäre also sehr wichtig, an manchen Orten der Polizey ein mehr als gewöhn, lich wachsames Aug auf die Schiachthäussrr zu empfehlen, damit nichts als gesundes Fleisch auf der Fleischbank verkauft werde. Seit rin Paar Wochen find die Packetbote zwischen Douvres und Calais mehr beschäftigt, als sie es sonst in vielen Monathen nicht waren. Der Eilbotenwechsel istauscrordentlich, so, daß man gar nicht zweifelt, es sey etwas sehr wichtiges im Werk. Der an dem brittischcn Hofe stehende könjgl. Französische Bolhschafter traf am gte» dieses zu Douvres ein und hat sich, unter Begünstigung eines guten Winds, nach Frankreich eingeschifft. Sein Gefolge bestand blos aus zwo Personen. Herr Abbe Raynal, der roch nicht in Paris erschienen ist, befindet sich mit den Herren Thclusson auf einer Reise in Italien. Dieser Philosoph soll der Verfasser eines Briefs seyn, .n welchem er die Sache des Herrn Neckers vertheidigtund deswegen das Königreich verlassen haben, um sich nicht unangenehmen Begegnungen auszusetzen. Die Untersuchung des dekamten Complotts zu Aachen wird scharf betrieben; 'er K. K. Gesandte, Graf von Metternich ist deswegen dahin gereißt, desgleichen der holländische Fisc«i, Olden Barneveldt. Auch heißt es, daß der ReWfiscal dahin abgehen werde. Einer von den Conplicen hörte, indem er vom Hause abwesend war, vei der Jnhaftirung seiner Gesellen, eilte nach Hauß, und da er in der Geschwindigkeit seinen Schlüssel nicht fand, schlug er die Thür ein, nahm ein P«cket und machte sich davon; ein andrer nahm bey Hellem Tage die Flucht, ohne Hut, Stock und Deger; der Pöbel war zwar hinter ihn nach, konnte ihn aber nicht einholen. Es heißt, daß der Bruder des verunglückten Herrn Romain, statt seinem Versprechen gemäß, zu Amsterdam eine Luftreise anzustellen. mit den eingesammel, ten Subscriptionögeldcrn enrnichc» sey. Auf diese Art läuft er nicht Gefahr, den Hals zu brechen. Alle Briefe aus den österreichischen Niederlanden lauten sehr kriegerisch. Es heißt, ein großer Monarch wolle itzt seine Ansprüche ms die Herzoglhümrr Jülich und Cleve geltend machen, Nach einigen Nachrichten HÜ ein Detaschement Oe- sterreichischcr Truppen in Posten cmgerückt seyn, weil wegen verschiebncr Oesterrrichischen Deserteurs, die man da ausgenommen, ringe Excesse vorgegangen syn sollen. Nachrichten aus Petersburg melden, daß die am lZtm des vorigen Monats vm Cronstadt ausgelaufne Rußische Escadre vcrmuthlich in der Ostsee bleiben dürfte, ohne daß dieses Jahr ein Detaschament von selbiger nach dem Mittelländischen Meer gehen werde. ( i ! l K ! Ni ab V lic Ml r>r tr< thl P. ' au de ! E bei bei Kc fül ka S täl bei m< I an 8/! 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