Nro. iz8. Larlsruher Lreytags > 7 WM! WWW Pag. 64;. Zeitung. den 18 November. 8 5 . Mit üochfürstl. Markgräflich . Badischem gnädigstem Privileg!»« Warschau, vom 26. Dct. Unfern Pohlen scheint mit ehestem eine neue Nahrung bevorzustehen. Verschicdne Magnaten sind wirklich aus dieser Stadt gezogen und schützen ein Mis- vergnügen vor, wovon man die Ursache nicht ergründen kann. Indessen giebk es einige, welche dafür hal- ^ ten, die wichtige Angelegenheit der deutschen Konföde» j ration dürfte sich damit endigen, daß man unsrem Staat eine ruhige und glückliche Regierung verschaffen - werde. Die Grundsätze unsrer republikanischen Mo- I narchie sind bekanntlich vielfältigen Wechseln unterworfen. Fast jede Ernennung eines neuen Königs ist mit blutigen Auftritten vergesellschaftet. Die benach« ! barten Mächte finden sich immer bey den Parteycn, welche der Hang zur Krone schuf, verwickelt. —> Gewärtig ist an einen Krieg fo leicht nicht mehr zu glauben. Zwar steigen dann und wann finstre Gewitterwolken aus, welche aber die vermittlende Staatskunst meisterlich abzuwendcn weis. , Pohlen allein, das in feiner Rcgicrungsform von allen andern Staaten fo unterschiedne Pohlen, könnte hicbey Hindernisse in den Weg legen. Das fällt aber ein für allemal weg, wenn man dieses Reich, den andern gleich und zu einem Königreich machie, folglich alle Lust zur Parteilichkeit vereitelt. Wer soll aber alsdann der künftige Besitzer dieses Erbkönigreichs seyn? Gedult! der Zeitpunkt ist noch nicht gekommen, wo man uns den Schlüssel zu diesem Geheuums einhändigen wird. Wien, vom z Nov. Aus Mailand wird berichtet, daß die vom Ritter Marko Burdaio getriebene Psianzen des Heliotropinm, »der der SonneweMblume öffentlich zur Schau ausgestellt worden. Er hat also Wort gehalten, doch so, daß selbige P-anzen mehr als um die Hälfte vermehrt worden sind, weil jede derselben 185 Blumen voll Saamen hat, woraus man ein ungemein klares Oel pressen kann, welches nicht allein gut zum Brennen, sondern auch angenehm von Geschmack und gestmd zu gemessen ist. London, vom 5 Vlov. In unfern Zeitungen ließt man folgendes zu Ende des Oktobers von einem Bößewicht begangnen Rauh, der sich Graf von Chamvrant nennt und schon 1778. wegen Betrügerey aus Rouen in, Frankreich gejagt worden. Herr Makay hatte vermög eines Testaments einer seiner Anverwandten den Auftrag erhalten, einer Weibspersohn, die mit dem Anverwandten, nun aber mit dem Chamorani lebte, eine Pension von zo Gui, nen jährlich auszuzahleu. Da sie jederzeit in schlechten Umständen zu seyn vorgab, so brachte sie es bey dem Herrn Makay dahin daß dieser ihr immer auf ihre Pension einen Vorschuß that. Das letztem«! geschah es unter dem Versprechen, baß sie ihm das Geld wieder geben wollte. Sie kam also neulich mir» bat den Herrn Makay mit ihr in ihre Wohnung z« gehen, wo sie ihn bezahlen wollte/ indem ihr Mann wofür sie den Chamorani ausgab, Geld erhalten habe. Er gieng mit ihr. Chamvrant empfing ihn sehr freundlich und nach einigen Reden zog er ein langes Messer und ein paar Pistolen hervor und drohte dem Herrn Makay das Hirn einzuschießen, wenn er nur den geringsten Lärm machen würde und mm nöthigte er denselben einen Wcchselbrief von zoo Guineen zu schreiben. Makay that es, die Fra» gieng weg «nd holte ras - - - c 644 Geld bey dem Banquier, auf den der Wechsel gestellt war. Ch««or<>nf w»stte ni»n den Mahiy nöchigcN, noch einen. MochiHbrirf qnSzusteüen,. allein' da dieser sich standhaft weigerte, so Machte jener Löcher in das Getäfel der Wand, zog stricke hindurch und band den Herrn Makay an mitt-der Aeußrung, er habe ein Faß mit Pulver in dem neben ihm befindlichen Kasten gethan nnd wenn Hm Makay nur die geringste Bewegung machen wüsds, das Fenster ;u öffnen und Hülfe zu suchen^ so würde eine gelahne mit Stricken mit dem Fenster verbundne Pistole lvsgehen, -das Pulver anstecken und das Haus in die Luft sprengen. > Und nun gieng er weg und verschloß das Hans, in welchem er allein wohnte. Herrn Makays Geschrey. um Hülfe brachte LeM herbch, Meine Fensterscheibe aushoben, den Strick an der Pistol lvsschmtten und den' Herrn Makay befttyten. - ' ' Paris , vom 8 Nov. Des Herrn Dauphins Gesundheitszustände sind seit seiner Anoculation sehr mißlich. Die Besorgnis über feinen Zustand verursacht ein Murren über die Einlw- pfungsmethode, welche, sagt man, zwar für eine grosse Anzahl einzelner Personen im ganzen genommen vorcheilhaft siyn kann; man sollte sie aber nie an einem so schätzbaren Kind probiren und cs nicht der Gefahr aussetzen, ein Schlachtopfer ihrer nachtheiligcn Folgen zu werden. Die Krankheit > des Marschall von Castries hält- die vo.n vielen Leuten so sehr gewünschte Veränderung im Ministerio auf und sitzt zugleich die Intrignen in Bewegung; vielleicht giebt sie selbst dazu Anlaß. Man versichert, daß ein neuer Plau in Betreff der politischen Angelegenheiten Emopenö unser Cabinet beschäftige. Es hak immer unser gutes Einverständnis mit dem Wiener Hof zum Grund. Es ist von einer Aenderung des Systems in Ansehung Hollands und des Berliner Hofs die Frage. Der fortgesetzte Aufenthalt der Kayftriichen Truppen in den Niederlanden nnd neue Schwierigkeiten in Betreff der Schiffahrt auf der Schelde werden den erstcn Gegenstand erleichtern. Die Unmöglichkeit, ganz Europa zu widerstehen, der Reiz persönlicher Vortheile?. verbunden mit der Versicherung der Ruhe in ganz Europa, werden die Häupter der deutschen Ligue zur stärkern Par- thie zurückführen. Man hatte von einer Militair- Promotion gesprochen, welche aber wie cs scheint, nicht statt finden wird. Von Vermehrung der Anzahl und dev Finanzen, der Generalpachter ist die Rede gar nicht mehr. Der Herr Baron von Breteuil steht noch immer bey beyden Majestäten in grossen Gnaden. Es stehen neue Verordnungen bevor, . durch welche die Marine auf einen ganz andern Fuß gesetzt werden soll. Erst den i6tcn wird der Hof Fontainebleau verlassen;j diese Reift kästet altemal mehrere Millionen zum Trost, aller derer-, welchen , etwas von dieser Summe zukömmt, z. E. nur von der Oper zu sprechen, Ms^ Mitglied derselben, so agirt,. hat LA Louisd'vr, eins Paar seidene Strümpfe, ein Paar Handschuh und .Wachskerzen für jede Vorstellung, andere Personen,- so auch dabey zu thun haben, in Verhältniß und 'dir. Anzahl dieser Personen erstreckt sich vielleicht auf 400. ^London, vorn Z Nov. Vorgestern erhielt der Hof g Felleisen aus Flandern^-worinn sich unter andern Briese von unseren aus,' scrordentlichcn Gesandten zu Brüssel, Lord Tvrrington,, wie auch von verschieden Ministern an -emigen beut-! sehen Höfen befanden. Die bey dieser Gelegenheit cin- gegangene Berichte- müssen von äußerster Wichtigkeit siyn,..Dmal da,sie verschiedene male in demStaatsralh erwogest wurden/ ' Man' nimmt immer mehr und mehr wahr, daß die deutsche Konföderation, welche wirklich ein fürchterliches Gegenbüstdiiiß veranlasset.hat, gewisse Ereignisse nach sich ziehen dürfte, die man ver- muthlich zur Zeit sich nicht einmal im Traum einfal, len ließ und denen man gegenwärtig alle Behutsamkeit entgegen ftzen muß. Das häufige Ab - und Zugchen der Eilboten zwischen England, Deutschland und Nor. den, bestätigt die Vermuchung, daß unsre Zeiten mit wichtigen Angelegenheiten schwanger gehen, deren Entbindung nicht so ferne mehr ftyn dürfte. Es fehlt indessen noch viel daran, daß unser Kabinct über ver, schtedne Punkte, die Angelegenheiten Deutschlands betreffend, einig sey. Dcrley Begebenheiten stürzten unsre Nation mehr als einmal in die kostspieligsten Kriege; itzt aber findet man hierorts seine Rechnung nicht dabcy und unser Hof möchte sich, diesmal lieber mit seinen eigenen Angelegenheiten, abgcbcn. Unter ! allen Gerüchten, die itzt unfern politischen Gesichtskreis t in dichten Schwärmen durchkreuzen, scheint folgendes die meiste Achtung zu verdienen. Der König soll nämlich seinem ältesten Prinzen, dem Prinzen von Wallis, eine jährliche Rente von 100,000 Pfund Sterl. nebst svO,OOo Pfund zur Zahlung der Schulden Sr. Kö- pjgl. Hoheit und eben so viel zur Verfertigung des Pallasts Karleton, welchen der Prinz aufbanen läßt, versprochen haben, falls derselbe sich mit der ältesten Prinzessinn des Prinzen Statthalters der Repnblick Hol, land, die itzt 15 Jahr alt wird, vermählen wollte. Se. Majestät gestatteten dem Prinzen eine 8 tägige Bedenkzeit, nach derer Verlauf Se. Königs. Hoheit folgende Antwort crtheilten: «Höchstdieselbe hätten -e. gen den Ehestand keine Abneigung, hegten auch die ( 645 ) vollkommenste Hochachtung für die Ihnen vorgeschla- genc Prinzessin«/ von welcher sie die größten Lobeser- r Hebungen gehört haften; Sie bäten sich aber aus, daß man Sie einstweilen entschuldigen möchte, indem Se. K. Hoheit Sich mit einer Prinzessin,,, die Sie nieche- fthen hätten und wovon Sie nicht wissen könnten, vb dieselbe sich zu Höchftihrcn Gcmükhs-Eigenschaften schicken würde, oder nicht, sogleich nicht vermählen könnten. Man will versichern- vieler Vorschlag fty ech aus- gesonnener Staarsstxich. Die Erneucrug der alten - Verbindungen mit Holland wär.en sreihch',cine natürliche >Folge davon; allein, unsre.Staatsgrübler tre-heu - ihre Gedanke» weiter. Im Jahr 17,48 wurde die weibliche Linie des Hochfürstl. Oranischen Hauses eben so, wie die männliche, für erbfähig erklärt. Die - Prinzeßinu Wilhelmine von Oranicn ist die älteste unter ihren Geschwistern und, fals ihre beide Brüder ohne Erben stürben, so wäre nichts sicherer, als daß sie in allen dem Hochfürstl. Hause anklcbigm Würden folgen müßte, es wäre also, wenn dieselbe sich mit dem Prinzen von Wallis verehlichte, nicht unmöglich,,daß dereinst ihre Nachkommen in Engel-und Holland zugleich herrschen würden. Welch eine weitschichtige Aussicht! Bcy dieser Gelegenheit machen unsre öffentliche Blätter folgende Bemerkung: Schade - ist es, sagen sie, daß die Verschiedenheit der Religion und Geftze unftrm Kronprinzen verbieten, seine Blike auf verschiedue Höft Eurvpens zu werfen. Er würde in Frankreich eine Prnrzeßnm finden, nemlich die Schwester Sr. Allerchristl. Majestät, welche an Schönheit und persönlichen Eigenschaften alles übertrift, was sich ein Prinz zu der glücklichsten Aussicht nur wünschen kann und waS ließ sich nicht von einer solchen Verbindung für unser Reich versprechen! Der Han- lungsträkral zwischen England und den Amerikamfthen Staaten soll auf fthr gutem Weg ftyn; gleichwohl vermuthet man, daß die Privataudienzien, zu welchen der Amerikanische Minister, Herr Adams, in des Königs Kabinct gelassen worden, vielleicht eine Allianz betreffen, um die beiden hohen Thcile in engere Verbindlichkeit zu schlingen. Indessen dürste die zwischen dem Gouverneur zu Boston und dem Kapilain Stan- hope sich ereignete Irrung sehr unangenehme Folgen nach sich ziehen. Der Geschwaderführcr zu Hallifax, Herr Sawyer, besteht auf einer Gnugthuung, die der Gouverneur den beschimpften Englischen Osscircn und Seeleuten leisten soll. Hierüber sind die Gemüther in allen Häfen der neuen Amerikanischen Staaten ungemein aufgebracht. Regensburg, vom y Nov. Der bekannte Landescausch macht aufs neue grosse Bewegungen und ist fast das einige, wovon itzt gesprochen wird. Viele wollen als ganz zuverläßig behaupten, daß solcher mit allerseitiger Zufriedenheit bereits unterzeichnet fty und auf den 22len dieses Monats wirklich vollzogen werden würde, als bis dorthin .Hann auch die aus den Niederlanden znrückkvmmeiide Kayftrj. Regimenter in der Pfalz einrücken würden. Diesem Gerücht, welches auf den gemeinen Mann '.in Bayern einen tiefen Eindruck macht, widersprechen aber andre gerade zu, mit dem Bemerken, baß die lezt schon gedachte von Seiten des Kayscrl. König!. Hofs nächstens zu gewartende Gegenerklärung, auf dft König!. Preußische Erklärung der Ursachen rc. jenes. Gerücht selbst widerlegen werde. Diese so ver- schiedneu Behauptungen müssen sich in bälde aufklä- rcn, indem nicht nur der neue Kuhrböhmische Gesandte, Herr Graf von Sailern, morgen erwartet wird, sondern auch der Erzherzoglich Ocsterreichische Gesandte, Freyherr von Borie, nächstens zurückkommt, welche vielleicht über die ganze Sache «in näheres Licht verbreiten werden. Haag, vom 9. Nov. Auf das Königl. Preußische Schreiben an die Staaten von Hol-und Westfriesland, haben Ihre Edel- und Grosmögende am 7. dieses die Antwort mit einem Staatsboten nach Berlin gefertigt. Sie ist nachstehenden Imchalts: Aller-urchlauchtigster, Grosmächtkgster R§nig und Herr! »Das Schreiben vom r8ten Sept. mit welchem Eu. Majestät uns zu beehren beliebt haben, ist uns richtig zugcgangen und wir haben aus demselben mit dem größten Vergnügen die erneuerten Versichrungen der Freundschaft und Aufmerksamkeit Eu. Majestätfür die Wohlfahrt dieser Republik ersehe», von welcher unsre Provinz einen vornehmen Theil ausiiracht." »Wir kennen den Werth dieser Freundschaft und Wohlwollens viel zu fthr, als daß wir nicht, den höchsten Preis darauf setzen und unsre aufrichtige Erkenntlichkeit an Eu. Majestät deswegen bezeugen sollte» , mit dem feurigen Verlangen verbunden, baß unser Staat, noch lange die anhaltende angenehme Erfahrung davon genießen möge.« „Allein, je reiner unsre Sehnsucht nach der Bcy- behailmig dieser günstigen Gesinnung Eu. Majestärist; so viel stärker hat cs uns auch getroffen, da wir aus dem erwähnten Schreiben bemerkt haben, daß eine vorzügliche Ursache zur Abfertigung desselben in den Berichten zu finden ist, die man Eu. Majestät gegeben zu haben scheint, als ob wir dem Herrn Prinzen von Oranien nicht nur etwas genommen haben sollten, wa- ohne allen Streit zu der Charge eines Erbstatt. c S46 ) Halters und Crbkapi'tain - Generals gehörte, sondern als ob auch weiter die Beschaffenheit der Sachen in unsrer Provinz von der Art seyn sollte, daß es das' Anlehen gewinn«, als ob man wvhlgemeldten Prinzen der wesentlichsten und wichtigsten Vorrechte der Erbstalthalterschast nach und nach berauben wollte, so, daß Ihm davon nichts, als der bisse Nams und der Schatten sollte übrig gelassen werden, ans welchen Eu. Majestät zugekommnen Berichten dann auch der fernere Jnnhalt des erwähnten Schreibens gebaut ist." »In so fern diese Eu. Majestät mitgetheilten Berichte auf eine allgemeine und unbestimmte Vorstellung der Sachen auslauftn, ist es uns nicht wohl möglich, Je einzeln zu beurtheilen, oder zu untersuchen, ob auch ohne unser Wissen und wider unfern Willen hie und da etivas unternommen seyn möchte, worauf insonderheit bey solcher allgemeinen Vorstellung gezielt wird. Dies aber können wir Eu. Maiestak mit aufrichtiger Offenherzigkeit, derer sicherster Grund in der Billigkeit und Liebe zur Gerechtigkeit liegt, die Eu. Majestät uns öffentlich zugestche», versichern, daß, so sehr wir auch von der Nolhwcndigkeil der Herstellung verschicdner, zum Wrheil des Landes itzt gereichender Misbräuche überzeugt sind und so wenig wir uns dem entziehen dürfen, daran mit zu arbeiten, wir dan- nvch niemals dazu behilflich gewesen sind, oder seyn werden, daß etwas gegen unsre gesezmäßige Konstitution oder die gesezmaßigen Rechte des Herrn Prinzen Erbstatthalters oder sonst jemanvs ftstgesezt werde. « » Wir schmeicheln uns, daß diese unsre aufrichtige Versichrung völlig hinreichend seyn werde, um alle widrige Eindrücke, welche die erwähnten gegebnen irrigen rmd wie cs scheint, ganz unbestimmten Berichte bey Eu. Majestät verursacht haben könnten, völlig zu vertilgen und daß wir diese unsre gegründete Erwartung auch mit eben demselben Recht auf dasjenige aus- Lehncn dürfen, was. wie wir aus Eu. Majestät Schreiben abnehmen mäßen, speciellcr Höchstdenseiben und zwar, wie es scheint, aus unsrer Entschließung vom r-ren Sept. jüngsthin als eine Thal berichtigt ist, wodurch dem Herrn Erbstatthalter in seinen bekannten und unstrittigen Rechten zu nahe getreten seyn sollte, da wir, in Rücksicht auf diese Entschließung, gleich fest versichern können, daß weder ihr Jnnhalt, noch ihre Absicht etwas in sich fasse, oder fassen könne, was uur im mindesten mit dem deswegen geschehncn Bericht Übereinkommen, oder sich auch nur darauf beziehen sollte.« (Die Fortsetzung folgt.) Haag, vom 12. Nov. Dem gerichtlichen Ausspruch in der Brest« Sache har- map bisher mit schmachtender WMegierde fruchtlos entgegen gesehen; wir vernehmen aber nunmehr, paß diese Angelegenheit den Admiralitätskammern von der Maas und Zceland aufgetragen und der FiSkal- Advvkal, Herr Paulus, ernannt worden, von Seilen der Generalstaaten bey dieser Gelegenheit die Amtspflichten zu versehen. Die Sache des Unterschultheißen von Mastricht, Herrn van Slype, wird wieder rege. Nach dem Urlheil des Staatsraths, sollten ihm seine Schriften wieder eingehändigt werden, um somehr, weil darinn nichts verfängliches vorfindlich wäre. Der Fiskal Tulling hat > aber eine neue Rcchrsklage wider ihn angehoben und nunmehr ist dev Schiedspruch dem Hofgericht aufgetragen. Die Freunde des Herrn van Slype zweifeln keineswegs , er werde triumphirm. Zu Amersfoort wachßt der Haß zwischen den Bürgern und Soldaten dermassen an, daß man neuerding> schauervolle Auftritte besorgt. Ein in dem letzten Auflauf verwundeter Soldat ist wirklich gestorben und es hat das Ansehen, daß verschiedne andre, ^die eben- fals verwundet wurden, zu Krüppeln werden dürften, vermischte Nachrichten. Vor kurzem gieng ein kleines Schiss (man sagt des Kapitains Vanderpoel) westwärts des Hävens von Ostende mjt dem ganzen Schiffsvvlk zu Grund. Bald darauf halte bey der Einfahrt in Vuylpot^ Heaven das Schiff des Kapitains P. Kunne das nemliche Schicksal. Dieser unglückliche Seefahrer-hatte sich mit seiner Gattinn, die er in seinen Arnien hielt, ans die Grundpfähle geworfen, die diesen Haven umgeben; aber eine Welle stürzte sie in die Fluchen, wo sie ihr Grab fanden. Als man diese beiden' Unglücklichen ausfischte, hielten sie sich an den Armen noch vest umschlossen. Die nemliche Welle, welche für bas Ehepaar so nachteilig gewesen war, brachte drey Männer vom Schiffsvolk ans Ufer, welche glücklich gerettet worden sind. Da es windstill war, so suchte man sich dem Schiff zu nähern, wo ein vierjähriges Kind in einer Hangmatte lag. Dieses Kind war durch eine Folge der Pocken seit vier Monaten an allen Gliedern lahm und fast ganz stumm. Durch den Schecken, den es in diesem fürchterlichen Augenblick auS- stund, ward es vollkommen geheilt. Herr Conlure, ein französischer Arzt, schlägt rin besonders Mettel vor, wie man Ertrunkene wieder zum j Lebe» bringen soll. Da man bey solchen Umständen ! das Athemholen und den Umlauf des Bluts durch das Reiben wieder herzustellen sucht, so schlägt er ein vick ! kräftigeres Mittel vor, nämlich das Geißeln und Peitschen, mit welchem man mittelst einer Besenruthe ^ die Operation in einigen Mmutcn über den ganzen Körper verbreiten kann, um durch den starken Rcitz ! Empfindung und Leben hervor zu bringen.