Nro. 46. Karlsruher Montags 1 Pag. 2IZ. ZeitunK den »6 April 8 7. Mit Hochfürstlich, Markgräfkich « La-tschem gnädigstem Privllezls.' Ancona, vom 17 Merz. Gau; frische Briefe ausBosmen von guter Hand lasse» Änfliesscn, der Bassa von Scutari habe sich erst vor kurzem der Stadt Scopie in Rumelien nebst der um» liegenden Gegend bemächtigt und einen berüchtigten Mordbrenner, Namens Bctal, zum Kommandanten darüber bestellt. Auf die crhaltne Nachricht von diesem Unfug, fertigte der Grosherr dem in Rumelien kommandircndcn Statthalter den Befehl zu , in aller Eil seine Truppen zu versammeln, um die Rebellen aus diesem wichtig,» Posten zu vertreiben. Diesem zufolge schickte gesagter Statthalter einen Erpressen nach Scopie, welcher daselbst für ihn und ftin Ge- ssvlg Quartier und Lebensmittel bestellen sollte ; allein, des Kommandanten Antwort war kürzlich diese, daß er mit einer Armee von 42020 Mann ihn schon den Rückweg weisen würde. Der über eine so verwegne Antwort äusserst aufgebrachte Bassa, lies den vornehmste» Einwohnern zu Scopie andeuten, daß sie sich ohne Zeitverlust entweder für den Grossultan oder für den Bassa von Scutari erklären sollen; im letztem Fall sei er entschlossen , die Stadt mit Feuer und Schwerdt zu verheeren; im erster» aber svkten sie ihm, zum Beweis ihrer aufrichtigen Gesinnung den Kopf des rebellischen Kommandanten Bctal z»- schicken. Die Einwohner von Scopie überlegten nicht lange; sie schützten vor, als wollten sie sich über dft Vertheidigunasmittel wider den Bassa von Rumelim berathscl laieen und luden deshalb den Bctal zu einer Versammlung ein. Kaum war dieser angclangt, als man ihm ohne wrikre Umstände den Kopf vom Rumpf lrmrte und ihn dem Bassa von Rumelien zu- sandte , , weicher gleich daraus du Stadt in Besitz nahm., Die durch diesen glücklichen Erfolg. aufgemiM tertcn türkische» Truppe» mache» sich mm gefaßt, die Stadt Scutari anzugreifen; allein, hier dürften sie wohl die Köpfe ziemlich zerflossen. Aus dem Mecklenburgischen, vsm 24 Merz. Die bei diesem Frühlings - Aequinoctis gemachte» Bemerkungen geben zu folgenden Schlüffen Anlaß: daß vom i. April bis den 5. Mai anfänglich eine etwas trockne, nachher» abe- eine vermischte fruchtbare Witterung zu erwärm, stchl; späte Nachtfröste werden keinen Schaden thun, aber plötzliche Sturmwinde sind zu vermuthen. Vom 6. Mai bis den 10. Juni wird fortdauernd eine vermischte fruchtbare Witterung herrschen, aber Anfangs Iunii wird eine vorzügliche Trockenheit rmirttcn. Vom n. Iunii bis den ik, Juli ist noch eine vorzüglich, trockne Wittrung zu erwarten, dahingegen werden viele Gewitter kommen, wodurch an vielen Orken der Mangel des Regens ersitzt werden ,wird, da rvv die Gewitter ihren Lauf hin» hmen werden ; andre Gegenden werden über grose Dürre klagen müssen, wo die'Gewitterwolken nicht ihren Zug haben werden. Vom 17km Juli bis dm 22. August wird es eben so fco», nur daß im August die Trockne etwas Nachlasse» wird. Vom Tz. August bis Ende Septembers wird eme fruchtbare vermischte Wittmng kommen, fv daß die Wintersaat alle gut bestellt werden kann. Aus- diesen hier gemachten Schlüssen wäre anzuralhen, daß ein jeder, so viel ihm möglich, Mt BestMma aller Arten Sämereien eile; aller Saamen mus tief umcr-- gebracht werden, welches durch eine Walze am bestem geschieht, damit die im Boden befindliche Wmter- ftuchtigkeit erhalte» wird, wodurch der Wachsttmm, da wenig Rege» kömmt dennoch befördert wird, W«v tiefes Jahr seine Saat spät bestellt,, hat wenig O«- ( 2!4 ) gen in der Erndte zn gewarten. Die Heuerndte wird ergiebig seyn und gut eingebracht werden können. Die Korncrndti wird an vielen hochliegcnden Orten und auf den Sandftldcrn wenig bringen; die Wintersaat aber wird ergiebig seyn. Landen, vom 27 Merz. Nachrichten aus Canton, in China haben mitge- bracht / baß man in dortiger Gegend zwei Quecksil- berwerke eröffnet habe, wodurch der Preis dieser Waare um 50 Prozente gefallen und die Schiffe, weiche mit dieser Waare beladen , dorten angckommen, emen beträchtlichen Verlust erlitten hätten. wieii, vom 28 Merz. Die Abreise vr. Kaisers. Majestät ist auf den ntcn April vestgesetzt. Es verlautet, daß Aller- höchstdenenstlben' diesmal wegen alljugrosserEnkfernung keine Geschäfte uachgeschickr werden, sondern die Präsi, deuten eben so wie im Jahr 178z. die Freiheit erhal, ten sollen, ohne vorherige Anfrage die erforderlichen Entschliessungen abzufassen. Schreiben aus Warschau, vom 28 Merz. Wir lesen in einigen öffentlichen Blättern, als wollen drei uns angränzende europäische Mächte Pohlen endlich theilen und Frankreich für dessen Zustimmung einen Theil der österreichischen Niederlande abtrelen. Der erste Schöpfer dieser vorgeblichen Neuigkeit scheint von dem allen, was seit 15 Jahren vorgegangen ist, eben so wenig Kenntnis zu haben, als er selbige seinen Lesern anmist und als die mivorthcilhafte Meinung ist, welche er sich erkühnt, von der öffentlichen Gerechtigkeit eines Staats gegen den andern zu äusern. Haben die drei Mächte ehemal Ansprüche au Pohlen, gehabt, so ist weltbekannt , daß sie selbige durch Unterhandlung, durch Deduktionen und durch beigebrach- ke Urkunden geltend zu machen gesucht und nachgc- hrnds auf die feierlichste Weise nicht nur allen fernen, Ansprüchen an Pohlen entsagt, sondern auch die Erhaltung der Besitze dieser Republick gcwissermascn gemeinschaftlich versprochen haben. Uebrigens haben sie sogleich ihre nachbarschaftliche Freundschaft von neuem dadurch zu gründen angefangen, daß sie zur Abändrung und so zu sagen zur Verbesserung der Regierungsform , durch ihre dazumal bevollmächtigte Minister beizutragen gesucht und die immerwährende Dauer derselben auf die förmlichste Weise garantirt haben. Wenn nun diese Feierlichkeiten vorhcrgegan- g-m; wenn die pohlnische Nation ihre Gesetze verehrt und durch genaue Befolgung aller Slaatsversprechun, gen eine guteNachbarschafc zu erhalten sch bestrebt ist,, so ist die verbreitete Nachricht einer ringeoildeten Thei- lnnq eine Art von Beleidigung gekrönter gerechter Häupter und es ist in allem Berstckih billig, dass man einem lesenden Publikum den gesetzlichen Sinn von der Theilung Pohlens dicsergestalt kürzlich mit- theile. Nachrichten'ans Thorn bestätigen, daß Preus- sen den verwichnen Winter, durch sehr viel Geträide aufgekauft und die Anfuhr desselben durch gute Preise daselbst verstärkt Habe. Der bewächtliche angekaufte Vorrath wird gegenwärtig zu den bestimmten Magazi, ncn geflößt. Am 20. traf.auch der König in Kiow ein und befindet sich, der.auägestandnen Beschwerlichkeiten ungeachtet., sehr gesund, auch besonders vergnügt. Damit dir Reife des Königs der Nation nicht beschwer, lieh falle, Hat dir Russische Kaiserinn Sr. Majestät zur Bestreitung der Reisekosten ein überaus groseS -Geschenk au baarrm Geld gemacht, welches, dem Vernehmen nach, in 2 Millionen Rubeln bestehen soll. Die Türken ziehen sich zu Oczakow, Bender, Ismai- low und Brailow stark zusammen, lassen auch aus der Moldau niemanden mehr über den Dmester. Es erregt Auftnerksamkeit, daß viele preusische Eilboten hierdurch mach Lonstantinopel gehen. Donaustrom, vom ry Merz. Die Suite des Kaisers besteht in sieben Wägen, die Kabinetskanzlei hat den Befehl erhalten, einen Tag zuvor abzirreisen. Reiseroute des Kaisers. Den n. Avril bis Brünn, den 12. bis Ollmütz, den ,z. bis Altschein, den 14. bis Bielitz, den 15. bis Boch- horze, den -6. bis Wielitzka, den 17. bis Bachina , den 18. his Dembika, den iy. bis Iarislow und den 20. bis Lemberg. Rach einem zweitägigen Aufenthalt reist der Monarch von da nach Brvdy, von wannen die Reise durch das flache Land binnen acht Tagen mach Cherson fortgesetzt wird. Lnpferzett, im Hohenlohischen, vom 2y Merz. Die gross Wirkung des Dungens mit Gyps, welches vom Herrn Pfarrer Maier allhier von mehren, Jahren empftsien wurde, ist jzt nach so vielen glücklichen Verftrchen, ausser Streit gesszt, nur war mancher Oekqmm versiegen, woher er den Gyps bekommen solle» Weil nun Meier auch behauptet hatte, jeder Stein dünge , Zur einer mehr als der andre, so machten Graf Karl von Lanzus und der Ockonomiedirektor und Burggraf Alexander Stephan in Böhmen, zugleich Versuche mit den dort häufigen Steinkohlen und fanden, baß diese um eines mehr denn Gyps düngen, r-iohc Steinkohlen zermalmt, oder auch Sceinkohlen- nsche, denn die Pechkohle brennt zu Asche> 5 — 10 Hände voll ausgestreut, sind auf eine Qnadratklaster Felds genug und. es wäre zu wünschen, daß noch in biestm Frühlig damit Versuche gemacht und die Fol, gen durch öffentliche Blätter nngezeigt werden möchten. c 2iz ) Landen, vsm Zo Merz. Ein Gerücht beginnt von neuem, den Vertausch von Gibraltar, als nahe bevorstehend, auszustrenen. Wenn man aber erwägt, daß diese Festung unsrer Marine in dem mittelländischen Meer das ist, was eine schöne die schönste Perle einer Königskrone ist und daß, so lange wir Gibraltar besitzen, unser Ansehen in diesen Gewässern immer furchtbar bleibe» wird: so ist wohl nicht zu glauben, daß ein solcher Gedanke jemals durch den Kopf eines Britrischen Ministers fahren, noch daß Spanien es wagen werde, uns einen solchen Tausch jemals anzübieten, da es rirrs sehr schwerlich dafür ein vollkommnes Aequivalent dürfte zu geben haben. Auf Anstehen des Venetianischcn Ge» sandten haben 9 Officiers die Erlaubnis Erhalten-, sich in den Dienst der Nepublick zu begeben. Einer von denselben soll Admiral werden und den übrigen wurden grvse Versprechungen gelhan. Der Rcpublick ist es also ganz Ernst , ihre Marine auf einen des. fern FuS zu setzen und ihre Feinde zu demüchigen. Paris, vom i April. Mit der Reise der Königinn mach Brüssel hat es nun seine Richtigkett. Gir ist -auf den nächsten Iunii vestgesezt. Der Hof wird daher diese- Jahr weder nach Kompirgne noch St. Eloud gehen. In Betreff der zum Made vrrutthcilten Gefangnen, ist ein Zwischcnurtheil ergangen, welches ihrer Sache eine günstige Wendung zn gebe» scheint. Den isten künftigen Monats wird der Dauphin dem Herzogen von Harkourt übergeben werden und den Tag darauf geht die Herzogin« von Pvkgnak nach Eugelland ab, um sich des Bades zu Bath zu bedienen. Neulich ist eine König!. Anforderung von 10 Mill. Vorschus auf die Kassen der Generalcinnehmer geschehen. Bei der dcsfalls gehalten Versammlung der 48 Generaleinnchmer wurde beschlossen , stall der -geforderten 10 dem König 20 Millionen anzübieten; welches Anerbieten auch soll angenommen worden seyn. Die feit -einiger Zeit so häufig ad - und zugcgangne Eilboten haben keinen andern Gegenstand, als die Aussöhnung Auslands mit rer Pforte. Wie wett es nun damit bereits gediehen, oder ob diese Aussöhnung bereits halb oder ganz vollendet fei , wird die Folge enthüllen. Aus Pohlen, vom 2 April. Man sagt allgemein, daß der Rußifche Hof neue Absichten aiss Oezakow und die angcänzcnden Gegen, den rnr Beförderung der Marine haben soll. An den Gränzui stehe» lüooov Russen. Die Türken sind 'nissscu auch nicht ganz unzuberritet. Ihre Ve- si»,n u> sind von frauzöjiühcn Ingenieurs verbessert und fast täglich wird ihre Mannschaft bei Oezakow mit neuen Corps verstärkt. Fürst Potemkin soll der Meinung seyn, den Plan mit Gewalt durchzusetzen, da hingegen Graf Romanzen» den Frieden anräth. Von -er wcsrr, vom 2 April. Die Hessen haben noch das Bückeburgische besetzt, ob sie glkich feit 6 Tagen marschfertig sind und wirklich nach einem Kaiser!. Befehl bei 2000 Mark Gol. des Straft das Land verlassen sollten. Der Hessische Minister ist von Bückeburg abgereißt und die Fürstin» -beharret dabei, daß sie das Land nicht abtretten wolle. Nun haben die Hessen aufs neue Kontrakte wegen der Lieferungen auf einen Monat geschlossen. Berlin , vom z April. Wegen der Standquartiere der Regimenter vermuthct man grvse Veränderungen, weil der König gesonnen ist, selbige so viel möglich rn die Nähr ihrer Cantons zu bringen, damit sowohl die Rekruten, als Beurlaubten nicht so beschwerliche weite Märsche haben. Denn nach der bisherige« Vcrtheilung der Garnison hatten sie bisweilen einen Weg von 80 bis ga und mehr Meilen zu ihren Regimentern zu mache». Wien, vom 4 April. Aus Kiow wird berichtet, daß der K. K. Botschafter am Rnssich « Kaiser!. Hof, Herr Graf von Cobenzl, am Josephs Tag einen prächtigen Ball ge. geben Habe, den die Kaiserin» mit ihrer Gegenwart verherrlichte. Die K. Hofliverci mußte bei diesem Zestin die Dienste mit verrichten. In der Kaiser!. Burg ist man mit Zubereitung der Zimmer für die jungen Prinzen von Toskana fortwährend beschäftigt. Es läßt sich vermuthen, der Erzherzog Grosherzog werde diese feine Söhne, gleich nach Zurückkumt des Kaisers Mai. in Person nach hichcr führen und sich einige Zeit allhier verweilen. Paris, vom 4 April. Auch in Frankreich ist man begierig auf die Erscheinung der in unsrer Sprache gefchriebnen Werke des grosen Friedrichs, worinn die Sraatskunst dieses Königs, wie jene des Cäsars in den Schriften dieses Helden, in entschleierter Gestalt sich darstellen wird. Von diesem Monarch war dieses besonders: er war Franzos, gefällig in der Gesellschaft, Kenner jn den Werken der Kunst seiner Akademie und Deutsch in den Werken seiner Regierung. preßlurg, vom 4 April. Noch immer bleibt die Pforte bei ihrer Entschlie- sung, lieber alles aufs Spiel zu sczen, als jemals in die Forderungen des russischen Hofs einzuwilligen. Daher werden die Rüstungen zum Krieg, sowohl zu Wasser als zu Land, mit dem grösten Nachdeuek betrieben. Uebcrall wimmelt cs von Janit,charen, f 216 . ) GpaM und- andern türkischen Truppen ;u Fus und Kaiser!. König!. Majestät NamenSfest bei dem K. K. zu Pferd, welche für Begierde schäumen, die gekränk- Botschafter Grafen von Cobenzl gefeiert) in dessen te Ehre der Muselmänner zu. rächen. Auch hat der Quartier Sie Ihre Küche, indem Sie sich zugleich Sultan den Ianitscharrn ihrm Sold auf z Monate zur Tafel bel Ihm cinladcn lassen, des morgens früh »orauszahlen lassen, welches sonst gemeiniglich das hmgesandt haben. Die Abreise von Kiow nach Cher« untrügliche Zeichen eines bevorstehenden Kriegs war. son hat in den ersten Tagen diefts Monats erfolgen Hiezu kömmt noch, daß sich das türkische Heer in der sollen und es werden hierzu auch in Wien alle Anstal« fürchterlichcuAnzahj von 220 tauftndMann in der Ge- ten so getroffen, das man es um so mehr für vestgt» gend V2I-! SÜiürien lagern soll. Das wäre nun frei- setzt hält, daß' Se. Majestät der Kaiser in der Nacht sich ein zimlicher Haufe, der allenfalls Schrecken ein- des io. dieses die Reift anzutreten gedenken, als ein jagen konnte, weun die Erfahrung es nicht lehrte, Theil des Gefolgs bereits Befehl erhalten hat, sich daß dieser unordentliche Schwarm den zwar kleinern, auf den nächsten Montag reiseftrtig zu halten; auch allein um desto geübtem Heeren, der christlichen muß alles, was von der Reichskanzlei zu. unterschrci- Wächte nicht Stand zu halten vermag. Der russi- ben ist, noch in dieser Woche vvrgelegt werden, fche Hof bcharrt seinerseits eben so fest aus seinem Llön, vom 5 April, einmal gefasten Gmndsäzen.. Erst neuerdings eröffnet« Gestern sind zwcen der hiesigen Siraftnränber auf der Bothschaster dieses Hofs, Herr von Bulgakow, dem Altenmakt gedrandmarkt und von dannen bis dem ottomannifchen Ministerium, wie seine Mvnar- an das Severinsthor gepeitscht worden. Alle z bis chinn von der Gerechtigkeit ihrer Forderungen, dergestalt 4 Schritte erhielten sie einen Hieb. Von Altenmarkt überzeugt feil daß sie in diesem Stück nun noch nim- bis. ans St. Scvcrinöthor ist es über eine gute halb« niermehr daß mindeste nachgeben, sondern wöchigen- Stunde. Da sic noch jrmg sind, so schrieen sie er« falls dieselben mit gcwaffneter Hand behaupten würde, bärmlich. Der Zulauf von Menschen war unbeschreib.' Ob nun gleich der Divandem äusserlichen Anschein lieh; den» seit. 1738. ist Niemand hier gepeitscht und nach, immer den nämlichen Muth zu behalten scheint, gcbrandmakt worden. A-n dem Schlagbaum vordem so glaubt mau doch zu Constantinopel selbst, daß die» St. Severinsthor, wo das Gebiet unsrer Stadt auf-> se Erklärung des russischen Ministers einen tiefen. Ein- hört, wurden die Delinquenten von. den Kurfürstlichen druck auf-die. Gemächer der Verweser des türkischen Soldaten abgcnommen und zu Frise nach Bonn auf" Reichs gemacht und. blos die Furcht vor der Wuth. iz Jahre ins Zuchthaus geführt. Noch 4 dieser des Pöbels ihre Nachgiebigkeit im Zaume Bösewichtcr sizcn i» dem hiesigen Magistratsgefäng- gehalten habe. Die Wunden, die unlängst Auslands ms, dem Frankenthurin, zwcen sollen diese Tage dem starker Arm diesem Reich schlug.; die. Besorgnis, wes- Gräven ober Kurfürsil. Richter des hiesigen hohen che die. in. der Nähe, stehende Armee des deutschen Gerichts übergeben werben. Diese Uebergabe geschieht Kaisers verursacht, sind hjnlänlich triftige Gründe, allzeit mir der Ccremvnie, daß der Gräve oder dessen um ben ohnehin gedruckten Muth der ehemaligen Be- Substilul gegen de» Ausdruck der Magistratsdeputir- sieget der Christcnwelt vollents zu Boden zu. werfen, ten: „freie Reichsstadt Köln.« protestier, indem der Der russisch - kaiftrl. Bothschaster, Herr von Bulga- Kurfürst unsre Stadl für keine freie Reichsstadt er-, kommst, wie der Kaiser!. König!. JnrermintiuL, kennen will, sondern sic blos Unsre Stadt nennt, Freiherr von Herbert ^ machen wirklich Anstalt, nach das Heist: Ihm gehörig und die hiesige Stadt Hab Cherson abzureiftn. wirklich ihr Privilegium der Freiheit in dem Mitteln!- Den jüngsten Briefen aus Kram zrrfolge, hat die ter zum Präjudiz des Kurfürsten erhalten und behaupt tzaftldst. eingelaufire Nachricht von den ungeheuer« trt,. da, sie noch rm eigentlichen Verstände mächtig war Kriegsrüstungen der Pforte dem russischen Los nicht- und in dem Hanseatischen Bunde, eine. der. grossem dre mindeste Besorg,riß verursacht. Im Gegentheil Rollen spielte., hatte die Kaiserinn Befehl gegeben, daß. verschiedne Pari«, vom 6 April. Regimenter-, theils Reiterei, theils Fusvolk, ans dem Die Reichsversammlung der Notables wird bis aus Innersten-dev Provinzen^ nach dem Nieper aufbrechen Pfingsten verlängert werden. Neulich sollte eine Gk Mten.. Auch hat. man bereits Anstalt getroffen, diesen, neralverjammlung gtt,allen werde», da aber, der Her- Fluß, im. Nothfall zu übersetzen.. zog von Orleans über eine. Stunde lang auf sich Donaustrsm, vom 5 April: warten ließ, so dauerte die Sitzung nur iz Zufolge der neuesten Briest, aus Kiew wird es Minuten lang, Der Herzog von Gevres hat auf schwerlich zu einem Krieg mit den Türkin kommen» dem Dere Russischst, Kaiserin» Majestät Wen daselbst Sr:. k. n h h !, S t 1 - f r t e z v-z r > > > >- 7 l t "7 ) »NU Verzeichnis der Lontribuenten zur Errichtung der »irr Hospitäler für ir tausend LivrcS unter der Bedingung subftribirt, daß der Herr Le Doux nicht Ar- «hitrct davon seyn sollte. Einige Tage hernach war in der Versammlung der NotableS stark die Frage von den Summen, welche der König begehrte. Ich sehe wohl, daß wir bezahlen werben, sagte der Herzog de la Rochefoucault, aber unter der Bedingung, daß »er Herr le Doux nicht Archikect davon seyn soll. Um dieses witzige Epigramm zu verstehen, muß man wissen, daß die Gegenparlhei des GeneralcontrolleurS alles versprach unter der Bedingung, daß dieser grsse Minister die vorgeschlagenrnEntwürfe nicht zur Vollziehung dringen sollte. vermischt« Nachrichten. Die Baronesse Kemps zu Wien, die sich durch ein «ms ihre mit dem Krebs behaftete Brust gelegtes Marienbild geheilt zu seyn glaubte, ist dennoch am Krebs gestorben. Seit kurzer Zeit wird in den Apotheke» zu Koppen- hagen auf Anrarhen des Professors Tode, Dephlogi« stistrte oder Lebenslust verkauft. In Wien ertheilt eine Person Unterricht, auf die einfachste Art zwei Strümpfe zugleich und zwar nur mit den gewöhnlichen z Stricknadeln zu stricken, so, daß man damit, wie bei den andern, in Gesellschaften arbeiten kann. Der Unterricht kann in einer Stunde absolviert werden. Das Honorarium beträgt nicht mehr als einen halben Souverain, welcher erst nach erlernter Krmst bezahlt wird. Für die Stadt Salzungen, grenz verwichnen Freitag, von einem Menschenfreund in hiesiger Stadt, dessen ansehnliche praktische Wohlthaten hier im Stil, len glänzen, fein «dl«S gefühlfolles Herz so genug aus» zeichnen und welcher, wie wir wissen, für Salzungen dnrch andre Wege bereits freigebig mitgewirkt hat, auch bei uns noch 5 zo kr. ein, wofür wir als» danknehmigst qoftüren. ^VLK'l'ISSLILLIs'rL Carlöruhk. Die schon vor 28 Jahren ans Fürstlichen Landen sich entfernt habende Christin« Iaraufinn, von Schröck, oder deren rechtmäsige Lcibrserben werden anburch auf Fürst!. Regicrungsbe- feht öffentlich vorgcladen, binnen Z Monaten a dato um io gewisser entweder rvürklich vor dahiefigrm Oberamt zu erscheinen, oder aber wenigstens von ihrem Aufenthalt Nachricht zu ertheiien, als ansonsten ihren hicrlänvischen darum ansuchenden nächsten Verwandten, ihr in P-egschast stehendes Vermögen erx-a Lau- «iouem ausgcfoigk werden wird. Signatum Carls- ruhe den 7ten April ,787. Hschfürstl. Marggräfl. Bad. Gberamt allda. Carlöruhc. Die verwillibte Z Königwirch Schipplinn dahier ist gesonnen ihre Wirthschast und Backerei auf den azten Juli d. I. zu verlchncn die Liebhaber beliebe» sich des weitern zuelkunbigcn. DUklUÜ.). Der von Grösingen heimlich aus« getretne dasige Burger und Beckenmeistcr Christoph Benz, welchen die ledige Magdalena Heidin««, von La, als Vater ihres vorgeblich mit ihm aus Ehebruch erzeugten Kindes angegeben, wird hiermit unter Anberaumung eines H wöchentlichen peremlorische» Dermins edictaliter vorgelaben, sich binnen solcher Zeit dahier zu stellen, Kid per Lcto vernehmen zu lassen und den Ausgang der Sache abzmvarten , an» drmfakls sich zu gewärtigen, daß sein nicht erscheinen als ein Eingeständnis werde angenommen, er in dir gewöhnliche Ehebruchs-rsf« verfallet und znm Vater des von der Heidin« gebohrnen Kindes cm» eftecla slimematioms desselben werde erklärt werden. Signatum Durlach den rkten Merz 1787. Hschfürstl. Markgräfl. »ad. Gberamr allda. Emmendingen. Andres Lütterer und Balthaser Kanzler in Königschafhausen, Georg Rief. Un, der Maurer und Andres Luchmüller der Zim. mcrmann von Bischöffingen, sodann Manis Gänsl» und Adam Gänsle in Bickensohl sind gesonnen sammk ihren Familien fort und nach Ungarn zu zie- hen wenn sie hiezu höchste Landesherrschafliche Er. laubnus erhalten. Da es nun nölhig ist, daß zuvor die Passlvschuiden derselben gehörig liquider: Werder« so hat mau in dieser Absicht zur Schuldcnliquidatio» des Lunerers und Kanzlers Montag den 7tcn Ma« des Kieflins und Buchmüllers, Dienstags den 8ten Mai und des Adam und Maltis Gänstens, Mittwochs dcn ykcn Mai dieses Jahrs vestgesezt und werden daher alle diejenige, welche an einen oder den andern von bemel» ten Perjüyneil eine rechtmäsige Forderung zu mache!- emdea bcrgestalken hiermit vorgeladen daß sie an er» aonlem Tag und Ort früh um 8 Uhr bei dem Oberamilichen Commissarius entweder in Person ober durch einen gehörig Bevollmächtigten erscheinen und ihre Foderungen durch Vorlegung der etwa in Han, den haderten Dvmmrnle liquidiren im Nichten. Mmungsfalk aber sich gewärtigen sollen daß man sie nachher nicht mehr anhören sondern schlechterdings abweiffen werde. Signatum Emmendingrn den 6ten April 178?. Hochs. Mark. Bgd. PheramkEs, riL ) ENINIbNdlllgeN. Einer gewissen Anne Merklin, welche im Jahr 172z. zu Bahlmgcn gcbohrcn, in ihrer Jugend aber ver,choUen und nach Siebenbürgen gekommen seytt soll, ist von ihrer zu Jyringen verstorbnen Schwester Marie Merklin ein Erbe von etwa 6c, fl. angefallen: benannte Anne Merklin oder ihre allcnfalsig rechtmäsige Erben werken daher unter Anberaumung eines z Monatlichen Termins dergestal- ten ediclaljter citirt, daß sic binnen dieser Zeit um so gewisser vor hiesigem Oberamt erscheinen und sich zu dieser Erbschaft legitimsten sollen, als wiedrigens solche an die beede noch lebende Halbschwestern ber Verstorbnen gegen Camion wird ausgefolgt werden» Signatum Emmendingen den roten April 1787. Hochfürstl. Markgräfl. Bad. Ober«,nt Hochberg. Emmendmgen. Alle diejenige, so an Hansjerg Anckcrmann den Wagner und Johannes 6>cheU der Schuhmacher beede Burger von Oberschaffhaussen , rechtmäsige Forderungen zu machen Habens, werden hiemit bis den 2b. beim ersten und 27. d. M. beim 2.Tag welche Tage pro termino peremtorio eingesetzt worden sä liczuiäsnäum lub poens prmcluli der- gestallcn vorgeladen, daß sie an obigem Tag zu guterVor- ' Mittagszeit in Bözingen unter Mitbringung ihrer Be- weisurkunde erscheinen und das weitere abwarten sollen. Signatum Emmendingen den gten April 1787. Hochfürstl. Markgräfl. Bad. Oberamt allda. Eknmendingen. Demnach der Hans Michel Brand von Königschaffhauscn schon viele Aahre verschollen und nichts mehr von sich hören lassen, «ls wird derselbe ans höchsten Befehl andurch mit dem Anfügen cdictaliter vorgeladcn, daß er binnen (irrer peremtorischcn Frist von z Monaten vor hiesigem Oberamt erscheinen oder gewärtigen solle, daß sein Vermögen an seinen Bruder gegen Caution ausgefvlgt Werde. Signatum Emmendmgen den io. April 1787. Hochfüvsi». Markgräfl. Bad. Oberarm Hochbcrg, Lövrcrä). Auf ein eingekommenes Hochfürstl. Regierungs Decret vom 7ten Mer; 178?. HRN. L88ü. wird der verschollene Johannes Zeiher von Eichen hiesigen Oberarms, hiermit unter Anberaumung eines z. Monatlichen Termins vorgeladen, daß er kch in solcher Zeit vor Odcramt stellen solle: im Ausblcibungsfall, wird sein Vermögen an seine Anverwandte gegen Caution ausgefolgt werden. Signatum Lörrach den 22ten Merz 2737. Hochfürstl. Markgräfl. Bad. Oberamt Röteln» Gtauftnberg. Der von Martha Lühle- riim zum Schwängere angegebene Joseph Meier aus denen Htöckcn wixd anmit dergeßalten edicrakitcr «ttrt und vorgeladen; daß er binnen 3 Monaten sich vor dem hiesigen Amt bei sonst zu gewarten habender Landesverweisung und Confiscation seines Vermögens stellen und wegen seinem Austritt verantworten solle. Signatum Staufenberg den glcn April 1787. Hochfürstl. Markgräfl. Bad. Amt« Nkahlberg, Der seit etwa 20 Jahren abwesende Jacob lvohlschlegel von Schutterzell wird dergestalt edictaliter vorgeladen daß er binnen z Monaten dahier vor Oberamt erscheinen seines Ausscnblci« bens Halden sich verantworten oder aber gewärtig ftyn soll , daß sein Vermögen seinen nächsten Anverwandten gegen Caution ausgcfolgt werde. Sign. Mahlbcrg den roten April 1787. Hochfürstl. Markgräfl. Bad. Oberamt dahier. Emmendingen. Alle diejenige, so an Jacob Drob den Zimmermann in Vörstetten rechtmäsige Forderungen zu machen haben, werden hiemit bis Montag den zoten April d. I. welcher Tag pro termino peremtorio angesctzt worden sä liguiäsn- äum lub poens prseoluli dcrgcstaltcn vorgeladen, daß sie an obigem Tag zu guter Vormitlagszeil bei dem Theillingskommissario in Vörstetten unter Mitbringung ihrer Beweisurkunden erscheinen und das weitere ak warten sollen. Signatum Emmendingen den zte» Merz 1787. Hochfürstl. Markgräfl. Bad. Oberamt allda. EniMeNdNIgkN. Alle diejenige, so an den Ganthmäsigen Bernhard Heß, Burger und Beck von Emmendingen rechtmäsige Forderungen zu machen haben, werden hiemit bis den iztcn April d. I. welcher Tag pro termino peremtorio angesetzt worden sä iiczuiäsnäum lub poens xrmciuü dcrgesialtcn vorgeladen, daß'sie an obigem Tag zu guter Normitags- zcit in hiesiger Fürst!. Stadschreiberci unter Mitbringung ihrer Beweißmkunden cricheinen und daß wcitre ab- warten sollen. Sign. Emmendingen den 17. Merz 1737. Hochfürstl. Markgräfl. Bad. Oberarm allda. Alle diejenige, so an die Gantmasse des in Emmendingen verstorbnen Schuz- iuden Lörv 2 luerbachers rechtmäsige seit seinem hiesigen Etablissement ihme creditirte Forderungen zu machen haben , werden hiemit bis Donnerstag den ryten April p. I. welcher Tag pro termino peremtorio angesetzt worden, sä iiguiäsnäum et certsnäum luper prioritsts sub pcsns prsecluli dergestalten vorgeladen , daß sie an obigem Tag zu guter Vorinit- tagszeir in hiesiger Fürst!. Stadtschreibcrci unter Mit- brinqung ihrer Beweisurkunden erscheinen und das- weitre abwarten sollen. Signatum Emmendinges den roten Mer; 1787. Oberamr allda.