Nro. 49. LaMruh Montags i 7 WM UM» Pag. 227. Zeitung. den sz April 8 7. Mt Hschfürstltch » Markgräflich » Badischem gnädigstem Privileg!^ Ladix, vdM'io Merz. Der Kaiser von Marokko hat unsrem General - Con- ftii zu Tanger 4 silberne Casserolen, die zusammen 52 Wind wiegen, zugesiellt, um nach selbigen noch 4 andre von masivem Gold und von eben »er Gröfe in Spanien verfertigen zu lassen. Auch hat der hiesige Französische Consul 50020 Stück von Achten in Gold von obgedachtem Monarchen empfangen, die er nach der Levante remittier» soll. Der Gesimdte des Kaisers von Marokko, Tahat Fenia, wurde zu Algcsi- ras erwartet, von da er am Bord eines Ragusischen Schiffs nach Constantinopcl gehen wird, wohin er eine Summe von 750000 Zechinen in Gold überdringt. Landen, vom z April. Herr Sheridan hat gestern feine neue Anklage gegen Hastings, daß er-sich durch gross Geschenke habe bestechen lassen, im Uvterhause vorgebrachk. Er redete wieder ungemein lange, doch nicht völlig ü Stunden, wie letzthin, sondern diesesmal nur z Stunden. Der Dortrag war sehr trocken, wie er srldst gleich im Anfang seiner Rede vorhersagle. Ehemals wäre er der Meinung gewesen, daß Hastings nicht ans Eigennutz und um sich selbst zu bereichern, lmterdtt'ickt habe; itzt aber sei er überzeugt, daß er sich hierum geirrt und er wäre im Begriff, das Gcgcntheil zu beweisen. Er verglich HastingS Grausamkeit mit plötzlich sich erhebenden Windstürmen , die sich aber bald wieder legen; die Anfälle zur Befriedigung seiner Rachsucht wären wie Wirbelwinde und Orkane; allein, seine Neigung, Eigennutz und Geitz zu befriedigen, könnte er bloS mit der Monsoon Iahrszcik in Indien vergleichen, wo die Winde M unveränderlicher Wmh aus einer und derselben Gegend unverrückt wehen. Er berief sich hicrnächst ans die Parlemmisacte, worinn das Grschenkcnchmen in Indien so scharf untersagt wird und erwies daraus in sehr vielen Fällen, daß Httr Hastings zo, 42220, ja einmal 100222 Pf. Sterl. Bestechungen angenommen habe. Was er bei dieser Gelegenheit sehr umständlich vorbrachke, ist so trocken und uninteressant für unsre Leser, daß wir sie damit nicht ermüden wollen. Dieses einzige wollen wir doch erwähnen, daß Herr Sheridan das Verhalten der Directcms der hiesigen Ostindischen Compagnie in seinem wahren Lichte umstellte, da sie Hessings von seinen Verbrechen des Geschcnkenehmens völlig absolvirt haben. Die Sprache, sagte er, welche diese Oberhäupter unserer Ostmdische» Compagnie führen, ist sonderbar genug. Sie sagen so: »Was euer Verhalten bet euren Gelderprcssmgcn belüft und die Vorwände , die ihr gebraucht, dergleichen zu begehen, so ist «ns beides unbekannt; wir rmsbilügei, dergleichen gänzlich. Allein, da ihr hernach für rathsam erachtet habt, die erpressen Geldsummen in unsre Casse zu rmsrrm Vor- theii und Gebrauch abzulieferu so sind wir mir eurem Verfahren vollkommen zufrieden.« Wie Herr Sheridan seinenVortrag geendigt, beschlos er mit folgendem Antrag, welchen das Haus bestätigen möchte: »Daß Warren Hastings Esq. auch um dieser gegründete« Beschuldigung willen verdiene hoher Verbrechen und Vergehungen wegen angeklagt zu werden. « Wjz mm, eben über diesen Antrag zu stimmen jm Begriff war, stand der Major Scott auf, um Herrn Hastings zu vertheidigen. Er drang sehr auf die Znfticvenheit der' —. < 22 ? DirecteurS der Ostmdischen Compagnie mit Herrn Hastings Verhallen uns auf die Schmause, welche ste zu seiner Ehre vcranstaltel. Er har am Ende, eii en Brief vorzulesen der so eben mit dem Pestschiffe Swalloiv aus Indien eingclauftn wäre und Lobeserhebungen Hastings enthielte, die ihm Lord Cornwallis, der neue dort ange- kommne Generalgouvcrneur, erthciit habe. Man glaubte, es wäre ein Brief vom Lord Cornwallis leibst, aber es war nur ein Brief von einem dritten, der ihn an Herrn Hastings geschrieben, darum er erwähnet, wie sehr Lord Cornwallis mit den Hasting, schen Einrichtungen zufrieden sei. Major Scott laug- nete das Vergeben, als ob Herr Hastings eine hat e Million Pf. Sterl. aus Indien jurüctgebracht habe; er erzählte, wie viel es dem Angeklagten koste, Z i- tungsparagraphen zu seinem Vorthcil in unsre öffent, lichen Blätter einzurücken und wie theucr sich die Zeitungsschreiber dafür bezahlen ließen; er erwähnte, baß die Correspondenz, welche Hastings in Indien unterhielt und die Bemühung, von dorten geschwinde Nachrichten her zu erhalten, chm über 7000 Pf. Sterl. schon gekostet habe. Am Ende dieser wenig zur Entschuldigung Hastings gereichenden Rede gab Herr Scott den Rath, man möchte sich in die Untersuchung des Verhaltens Hastings nicht zu tief rinlassen, weil man finden würde, daß die Mahomedanischen Prinzen in Indien Usurpateurs waren, die den ursprünglichen Indianischen Prinzen ihre Gewalt geraubt und ihre Besitzungen an sich gebracht hätten. Wir selbst also, da wir die Mahomedanischen Prinzen unter das Joch gebracht, wären nicht um ein Haar breit besser, als sie und unsre dortige Gewalt sei im Grunde die ungerechteste Usurpation. Hastings habe auch um deswillen sehr weislich gehandelt, daß er, wo er gekonnt, einfältigen Weibern die Erziehung und Vormundschaft solcher jungen Prinzen aufgetragen, damit sie in der Folge nicht zu klug werden möchten. Lord Mulgrave bezeugte seine äußerste U» zufriedenheit mit dieser Rede. Er hieß solch« Maximen satanisch und wem, unsre Gewalt in Indien sich darauf gründe, so wünsche er, daß sie je eher je lieber ein Ende haben möge — Sir James Johnston fiel sehr heftig über Hastings und die Ostindische Compagnie her. Unter andern bediente er sich in seiner Invective des Ausdrucks: Hastings Misselharen wären so blutroth, daß alle Wasser des Ganges sie nicht weiß waschen würden. Es redeten noch manches andre; allein wie es endlich zum Stimmen kam, ward Sheridans Antrag mit i6z Stimmen gegen 54 bestätigt, so daß Hastings m Stimmen gegen sich hatte. Nun sollte über Herrn BurkeS Antrag ent) —- schieden werden, baß nämlich bas Unterhaus über« Haupt votire daß Herr HG.a.is ms ein Stamsverbrc- ch.r im Oberhaus von dea Gemeinen angeklagl werden sollte. Der A.dcvman Lteharies schlug vor, daß man die Debatte und das Stimmen hierüber, weil es schon n Uhr war, vis heute verschieben möchte. Major Scott unterstützte diesen Antrag. Herr Burke war dagegen. Herr Pitt erklärte sich dafür und wünschte eine» engem Ausschuß des Hauses, um die vcrsehiednen Anklagen, worüber schon gestimmt wäre, von einander abznsondcrn und die einzelnen Anklagen, woraus das sogenannte Impeacliernent sich gründen möch e, dem Oberhaus zu übergeben. Dadurch wür, de mau, seiner Meinung nach, die Debatte sehr ab- kürzen und der Anklage ein stärkeres Gewicht ge. bei. Zu gleicher Zeit bctheuerte er es fcyerlich, dag es sein aufrichtiger und herzlicher Wunsch fei, daß dieser Prozeß bald und nachdrücklich entschieden werden möge. Herr Fox erklärte sich mit vieler Warme gegen den Auf. schub. Das Haus solle itzt für die Anklage aufStaatSver « brechen votireu. Wolle man die Resolutionen, nach weichen Hastings schon schuldig erklärt wäre, auf dir Seite fetzen und ihn nur gewisser einzelner Verbrechen wegen im Oberhaufe auklagcn, so entsage daS Haus seiner ihm zukommenden grosen Gewalt über Staatsverbrecher und opfre seine,eigene Ehre auf. Herr Fox sprach schön, er sprach mit Nachdruck und edler Wärme. Herr Pitt billigte diesen Eifer, welchen Herr Fox zeigte und war überzeugt, daß er aus rühmlichen Grundsätzen herrühre. Nichts destowenigcr halte er keine Lust, nach zugcbcn, sondern verlangte, daß die Debatte M heute verschoben werde, oder er wolle sogleich auf die augczcigkm Verbesserungen antragen. Herr Burke, Herr Fox und andere, waren nicht ganz damit zufrieden, üwessen gaben sie, um Einigkeit zu erhalten, nach und die Debatte ward dis heute verschoben. Diesen Abend also und vielleicht erst morgen früh, wird das Schicksal Hastings im Unterhause entschieden werden.. Viele fürchten, daß, ungeachtet alles bisher im Unterhaus« argen ihn gegangen, er doch durch einen Emsius, davon stark geredet wird, von einöin ImpesLkc-luent durch die Mehrheit der Stimmen'frei kommen möchte. Wir wollen es um der Ehre keL Nation und um der Gerechtigkeit willen nicht hoffen. Wien, vsm n April. Es befindet sich in Wien ein russischer Matter d'Hotel, der im Dienst des russischen Hofs ist und vom Kaiser sehr gnädig anfgenommen wurde, der aber nicht begreifen kann, wie der Monarch so ganz ohne Hofetikette leben könne. Der Großfürst, sagt er/ ahme hierin» seil seiner Reise dem Kaiser nach. Der c 229 ) Monarch hat ihn mit einer goldnen Tabaticre beschenkt. Der rnßische Bolhschastel läßt einen Land- Pavillon, der von Steinen erbaut werden sollte, gegenwärtig eiligst von Holz erbauen und man will ihn zu den Arbeitern sagen gehört haben: wir müssen e>- len, doch muß alles so schön aussallcn, alS wärs von Steinen, denn ich erwarte meine gnädigste Frau. Haag, vom 12 April. So sehr unsre Revublick Ursache hat, sich nach der so lange vermißten Ruhe zu sehnen, so entfernt sich dieselbe doch mit jedem Tag immer mehr und mehr von derselben. Hier im Haag selbst liegen nun wieder Ereignisse in der Brut, deren blose Gedanken im Stand sind, bei jedem wahrhaft Patriotistchgesiimten alle Schrcckbilder des Bürgerkriegs aufzuweckcn. Die Freunde des Prinzen haben ein Mittel ins Werk ge, fttzt, welches ihren Absichten wenigstens einen glücklicher» Erfolg verspricht, alS alle bisher angewandte Kunstgriffe. Zwei Glieder von dem Ritterstand, wovon der eine als der stärkste Anhänger des statthaltrischen Hauses bekannt ist, baben alles mögliche gethan, um eine Gesellschaft Oramenfteunde zu errichten, die sich in 4 Glieder für jede vcrschiedne Bürgerklasse theilt. Der Hauptversammlungsplatz ist im goldnen Löwen, wo man itzt beschäftigt ist , eine Bittschrift zu unterzeichnen, in welcher die Staaten von .Holland ohne Umstände ersucht werden, den Prinzen «ach dem Haag zurück zu berufen und ihm das Kommando über die Haager Besatzung wieder zuzustellen, wie auch alles, was seit 1780 in Betreff der inner« Angelegenheit vorgcfallen ist, zu widerrufen. Dieses gah einem lustigen Kopf Anlas, zu fragen, ob auch wohl tue Allianz mit Frankreich hierunter verstanden seyn möchte. Dem sei nun wie ihm wolle, so finden sich doch die Leute häufig ein, um diese Bittschrift zu unterzeichnen. Itzt bleibt noch übrig, zu vernehmen, was dann die Staaten von Holland für Maasrcgcln ergreifen werden, um diese neue Gährung nicht völlig zu ihrem Ausbruch kommen zu lassen. Die heimliche Absicht solches Unternehmens mag indessen wohl diese seyn, um zu zeigen, daß die gemeine Volksstimme der statthalttischen Sache völlig gewidmet sei. Eben solcher künstliche Handgriff wird i» jeder der übrigen Städte unsrer Provinz angewendet, wobei Amsterdam am meisten in Betracht gezogen zu werden verdient. Diese Stabt hefindet sich ohnehin itzt in einer sehr verwirrten Lage und eS wäre wirklich zu viel gewagt, wenn man eigentlich sagen wollte, ob daselbst die Freunde des Prinzen oder die Patrioten die Ueber- hand gewinnen werden. Verinuthlich wird uns der nächste Postag etwas bestimmteres liefern. Uebrigens ist es fast unglaublich, was mau für Mittel anwendet, um dem gemeinen Mann das Hirn zu verrücken. In der Provinz Groningen zeigte sich erst vor kurzem ein unbekannter Mensch, der recht wunderlich gekleidet und dabei gut bewaffnet war. Dieser reifete von' einem Dorf zum andern und machte den Banre» weis, sie würden mit ehestem einige tausend Preusscn an- marfchiren sehen, um den Prinzen mit dem Degen in der Faust wieder in seine Rechte einzlisctzen. Er hatte wirklich so viel Eindruck gemacht, daß die Bau, re» ihm hauftmveis folgten und zweifelsohne würde es ihm gelungen seyn , in gesagter Provinz einen gefährlichen Aufruhr zu stiften, wenn er nicht, alles Widerstands ungeachtet, bei Zeiten wäre in Verhaft genommen worden. Auf der Insel Düvcland in der Provinz Zecland hat man das »emliche Mittel versucht ; allein es schlug auch da fehl. Aus den übri- ge» Gegenden der Republick laufen ebenfalls immer schreckliche Nachrichten von gewaltsamen Thätlichkeitezr ein, die sich der erhitzte Pöbel theils aus Rachsucht theils aus andern Absichten erlaubt. Erst kürzlich ereignete es sich, daß einige Jäger von dem Salmischen Korps in der Schenke eines Dorfs unweit Leerdam, einer dem Prinzen Statthalter sigcnthümlichen Herr, schaft, fassen und ruhig tranken, als sie auf einmal von einer Menge mit Mitgablen und Flegeln bewaffneter Bauren angefallen wurden. Die Jäger, wel, che sich übermannt sahen, ergriffen die Flucht; zum Unglück waren aber 5 von ihren Kameraden schon so übel zugerichtet, daß sie ihnen nicht Nachfolgen konnten. Nun fiel alles über die 5 Wehrlosen her und nachdem sie halb tobt geschlagen waren, wurden sie ins Wasser geworfen, worlnn sie ohne Zweifel ihr Leben vollends Härten einbüssen müssen, wenn nicht noch dei Zeiten ein Milttairkommando angclangr wäre, weiches jedoch nur 4 von diesen Unglücklichen retten konnte, indem der fünfte schon toht war. Paris, vom i z April. Es soll dem Korps Diplomatique eine grofe Revolution bevorstchen, die aber noch nicht völlig gegründet zu seyn scheint. Herr von NoaiüeS, Heist es, verlaßt die Gestmdtschaftsstelle zu Wien, um in den Staatsrath gezogen zu werden. In diesem Fall würde ihm der Herr von Choiseuil Goussier in der Gesandtschaft Nachfolgen , der Herr Ritter de la Luzerne nach Constantinopel geschickt werben und an dieses letzter» Stelle der Königliche Envoye zu Trier, Graf von Montier, als bevollmächtigter Minister des Königs bei de» vereinigten Staaten von Amerika kommen. Hamburg, vom iz April. Briese aus Pohlen melden, daß die Russische . r- SN ) Men in der Tartarei das Evangelium predigen und sichoi, viele Menschen zum Christenlhum bekehrt haben. Zwei davon sollen sich bei dem Türkischen neuen Re« jjgjons-lmd Sittenlehrer Scheich - Mansur befinden, welcher ihrem Vorgeben nach nicht ungeneigt sei, sich mit Len Russen in Verbindung einzulassen, Paris, vom 14 April. Unsre letzte Briefe aus Indien enthalten die Nach« rieht eines sehr blutigen Treffens zwischen den Marotten und Tippo - Saidwelches zum Nachthcil des tetzlern und mit Zurücklassung von 1220 Mann Erschlagener auf dem Wahlfeld ausgefallen seyn soll. Vermischte Nachrichten. Auruf an Schuberts Liebhaber in der ganzen Deutschen Welt, Die Ihr all ans rimm Munde, All' aus einem Mitgefühl Schubarts Kcttenträger Ziel Habt gewünscht, nun schlagt die Stunde, Die Ihr Jahre lang begehrt . Euer Wunsch wird Euch gewahrt. —- Freuet Euch mit mir der Kunde, Die von Hohenheim erscholl, Mir so wonnig anzuhören, Als die süssen Glaubenslehren: Daß ich wieder leben soll, Daß die Seele nicht verwesen Mil der Seelenhülle kann, —>- Freuet Euch, ich hab's gelesen- Freundlich kündigte mirs a» Herzog Carls vermählte Thcure Freundin,,, die für IHM Der Allherrscher »vählte, Eh Sie noch erschien Unter schöngebohrnen Kindern Seiner Schöpfungsmacht — Schubartü Feffeldruck zu mindew War Sie lange schon bedacht, Aber Schubartsfreunde, wisset, Wenn Sie ganz Befreier nennt:' Einen König, dem Ihr danken- müsseH, Den Ihr unterm Namen kennt Eures vielgeliebten Erben Friedrichs, den man Einzig preist, — Friedrich Wilhelms Winken reist Schubarts ftlsumschlossncn Geist Aus der Gruft zum Ruhmcrwerben,- Zu noch grösser», Ruhm, als Er Schon erwarb durch Hochgesänge ' Durch den Hymnus ringsumher — Vou drr Friedrichs Mm Muss In der ganzen Deutschen Welt Angewundcrc mit Entzücken, Und Sein Grabmahl ausgestellt Für den Königlichsten Held, Wird bei freiem Lichterblicken Uebertroffen noch von Ihm. Freuet Euch, mir wards geschrieben, Schubart wird vor Freude giühn Seine Wolken sind vertrieben Eh die Rosen blühn. . A. L. Aarfchin. Ob das Gerücht gegründet, daß die Kaiserin» von Rußland gedenken ln Kiow durch die Pohlnische Magnaten bei einem künftigen Reichstag den 2ten Prinzen Constanlin, Enkel Ihrer Majest. zum Succcssor derKrone Pohlen zu erwählen und künftig dieses Reich «in Erbkönigrcich werden soll, muß die Zeit lehren. Folgende Anekdote von Friedrich H. ist noch nicht allgemein bekannt: Als dieser Monarch noch zuweilen die Rcdoutcn besuchte, erschien auf einer derselben unerkannt ein Officier von der Garde. Der König fragte die Maske nach ihrem wahren Nahmen, die ihn unverholen sagte, aber niit dem Beisatz: ein Hundssott der es wieder sagt. Nun erst erkannte der Ofsiem seinen Herrn und befürchtete schlimme Folgen. Er entfernte sich sogleich und ritt eiligst „ach Potsdam. . Dec König schickte sogleich einen Jäger an den Obristen der Garde dahin ab, mit dem Befehl, eine genaue Untersuchung anzustelten, ob die Garde- officters alle anwesend wären. Dies geschah und der Commandeur fand sie alle zu Potsdam. Als der König selbst wieder dahin kam und auf der Parade erschien, schlug dem Officier gewaltig das Herz, als drr Monarch auf ihn zugieug und ihn auf die Seite zog. Er ist Haupmaim, sagte ihn, der König inS Ohr, aber ein Hundsfott, der es wieder sagt. Jeder wollte nun wissen, was der König heimlich mit ihm gesprochen hätte, aber er blieb verschwiegen. Nachdem der Officier ein ganzes Jahr das tiefste Stillschweigen davon beobachtet hatte, lies ihn der König vor sich rufen, überreichte ihm nun selbst das Kapi- kaiiispatent und fügte demselben noch ein Geschenk von 1000 Thlr. für seiue Verschwiegenheit bei. Der neulich sich geflüchtete nnd durch Steckbriefe verfolgte Herzogliche Zweibrückifche geheime Rath und Kammerpräsident von Kreutzer, soll sich in Wien kingesunden und beim Kaiserl. Reichshofralh eine Sa- tisfactionskiage gegen des Herrn Herzogs Durchl. an- gestellr haben. Die Apanage von 22200 Thalern, die die Höchst!. Prinzeßinn Amalia von Preussen genos, fällt nun an Er. Majest. den König zurück. Dir 2Zl ) Die Wiener Hofzeitnng vom rgte» dieses meidet, daß der Kaiser nicht nach Kiow, sondern nach Cherson siche. Für Satzungen und nahmentlich für Johannes Volkbard daftlbsi, ist privatim hier aus Carlsruhe 4 ß. 48 kr. Und von Labr wieder, durch Herrn G. 8. pannifer drei französische Thaier also 8 st- — " HL R T 1 8 8 Sebastian Reifder von Wiechs ausgetretene Hufschmidt wird, da seine Ehefrau vor dem hiesig Hochfürsti. Ehegecichl klagend angebracht hat, daß er sie boshasterweise verlassen, sie auch von seinem dermaligen Anffenthalt keine Nachricht habe und deswegen um gänzliche «Scheidung bitte, hiermit öffentlich vorgciadcn, auf Freitag den 2zten May d. I. vor dem Hochfürst!. Ehegcricht zu erscheinen und die Scheidung wegen t Sucher Verlassung anzuhören oder rechlsgegründcte Einwendungen, warum solche nicht Statt finde, vorzudringen; er erscheine nun, oder nicht, so wird gegen ihn in rechtlicher Ordnung vorgefahrcn werden. Signatum Carlsruhe in ^uä. Nscrim. den izten April 1787. Hschfürstl. Markgräfl. Badisches Ehegericht Ht. Sachs Ehegerichts Secrelarius. CtdrlHh'Uh?. Die schon vor 28 Jahren aus Fürstlichen Landen sich entfernt habende Christin« Iarausinn, von Schröck, ober deren rechtmäsige Lcibeöerben werden andurch auf Fürst!. Regicrunzsbe- fehl öffentlich vorgcladen, binnen z Monaten a dato um so gewisser entweder würklich vor dahiefigem Oberamt zu erscheinen, oder aber wenigstens von ihrem Aufenthalt Nachricht zu ertheilen, als ansonsten ihren hicrländischen darum ansuchcnden nächsten Verwandten, ihr in Pflegschaft stehendes Vermögen er^a (lau- tionem ausgcfolgt werden wird. Signatum Carlsruhe de» 7ten April 1787. Hschfürstl. Marggräsi. Bad. cpberamr aUda. Emmendlngen. Alle diejenige, ss an Hansjerg Anckermann den Wagner und Johannes Schell der Schuhmacher becde Burger von Oberschaffhaussen , rechtmäsige Forderungen zu machen haben, «erden hiemit bis den 26. beim ersten und 27. d. M. beim 2.Tag welche Tage pro termino peremtorio ange- sttzk worden »ä liguiclanäum stib pcena przsclust der- gestallen vvrgeladen, daß sie an obigem Tag zu guterVor« Mittagszeit in Bvzingen unter Mitbcingung ihrer Beweisurkunde erscheinen und das weitere abwarten sollen. Signatum Emmcndingen den 4ten Avril 1787. Hschfürstl. Markgräfl. Bad. tvberamt allda. Emmendingen. Andres Lütterer und Balchaser Kanzler in Königschafhausen, Gesrg Klef« iZ kr. und so eben beim Schluß dieses Blatts auch von München durch hiesigen Herrn Gchcimden Hvf- rath und ersten Leibarzt Troxel von Sauersberg ein Französischer neuer Louisd'or oder ii fl. in Maklers Zei. tungs Lcmptöir eingegangen wofür also dasselbe hiermit für Salzungen danknchmigst quittirk. mm in, der Maurer und Andres Luchmüller der Zim, mermann von Bischöffingen, sodann Mattis Gansle und Adam Gänsle in Bickensoh! sind gesonnen sammt ihren Familien fort und nach Ungarn zu ziehen wenn sie hiezu höchste Landesherrschaflichc Erlaubnus erhalten. Da es nun nölhig ist, daß zuvor die Passivschuldcn derselben gehörig liquidst! werden so hat man ln dieser Absicht zur Schnldenliquidatiou des Lütteres und Kanzlers Montag den /ten Mai des Rieflins und Buchmüllers, Dienstags den 8tcn Mai und des Adam und Mattis Gänslens, Mittwochs den yten Mai dieses Jahrs vestgesezt und werden daher alle diejenige, welche an einen ober den andern von bemel- ten Persohnen eine rechtmäsige Forderung zu machen haben bcrgestalken hiermit vorgeladen daß sie an erwähntem Tag und Ort früh um 8 Uhr bei dem Obcramtlichen Commissarius entweder in Person oder durch einen gehörig Bevollmächtigten erscheinen und ihre Fobcrungen durch Vorlegung der etwa in Händen habenden Documente liquidsten im Nichler- scheinungsfall aber sich gewärtigen sollen daß man sie nachher nicht mehr anhörcn sondern schlechterdings abweissen werde. Signatum Emmendingen den ütcn April 1787.- Hochs. Mark. Bad. Vberamrallda. Emmendingen. Demnach der Hans Michel Brand von Königschaffhausen schon viele Jahre verschollen und nichts mehr von sich hören lassen, als wird derselbe auf höchsten Befehl andurch mit dem Anfügen edictaliter vorgeladen, daß er binnen einer peremtorischen Frist von z Monaten vor hiesigem Oberamt erscheinen oder gewärtigen solle, daß sein Vermögen an seinen Bruder gegen Caution ausgcfolgt werde. Signatum Emmendingen den 10. April 1787. Hschfürstl. Markgräfl. Bad. tvberamt Hochberg. Emmendmgen. Einer gewissen Anne Merklin, welche im Jahr I72Z. zu Bahlingen gebohren, in ihrer Jugend aber verschollen und nach Siebenbürgen gekommen seyn soll, ist von ihrer zu Jhringen verstorbnen Schwester Marie Merklin ein Erbe von etwa 60 fl. angefallen: benannte Anne Merklin oder ihre allenfqlsig rechtmäsige Erben werden daher unter Anberaumung eines z Monatlichen Termins dergestal- ten edictaliter citstt, daß sic binnen dieser Zeit um so gewisser vor hiesigem Oberarm erscheinen und sich zu ( 2ZL -ieser Erbschaft legitimsten sollen, als wiedrigens sol, che an die beede noch lebende Halbschwestern der Verstorbnen gegen Caution wird ausgefolgt werden. .-Signatum Emmcnd»ngen den roten April 1787. Hochfürstl. Markgräfl. Bad. Oberamt Höchberg. Lmmendillgeil. Me diejenige, so an Iohannes 8aufflen den Burger und Schuhmacher von Bahlingen, rechtmäfige Forderungen zu machen Haben, werden hiermit bis Frcytag den i8ten Mai d. «.welcher Tag proterminoperemtorio angcsetzl worden »ä liquiäunänm kud poona proecluli dergestalten vor- Keladcn, daß sie an obigem Tag zu guter Vormit- lagszcit in dem Wirthshaus zum Lamm unter Mit, dringung ihrer Beweisurkunden erscheinen und bas weitre abwarten sollen. Signatum Emmendingen den Loten April 1787. Hochfürstl. Markgräfl Lab» Oberamt allda. Emmendingeil. Alle diejenige, so an Maihls Berner den Burger und Weder von Eich- ßetten rcchtmäsige Forderungen zu machen haben, ^ werden hiemit bis Montag den 2iten Mai d. a. wel, cher Tag pro termino peremtorlo angcsetzt worden -sä liguicianäum lub xoens prrecstü dergestalten vor- -eladen, daß sie an obigem Tag zn guter VornMags- zeit in dem Wirthshaus zum Ochsen unter Wirbeln, §»ng ihrerBcweisurkunden erscheinen und das weitre -abwarten sollen. Signatum Emmendingen den 2vlen .'April 1787- Hochfürstl. Markgräfl. Bad. Oberamt allda. Emmendingen. Alle diejenige, so an Ia- '^kob Vollwaider den Burger und Taglöhner von Elch-^ ' sielten rechtmasige Forderungen zu machen haben, werden hiemit bis Dienstag den 22 Mai d. a. welcher Tag pro termino peremtorio angesetzt worden lignüisnöum ürb psena prsecluü dergestalten vorgeladen, daß sie an obigem Tag zu guter.Vormittags- zrit in dem Wirtshaus zum Ochsen unter Mudringüng -ihrer Beweis» Urkunden erscheinen und das weitere ab- vvarten sollen. Emmendingen den 20. April ,787. Hochfürstl. Markgräfl.Lad. Oberamr allda. EMMbtldldlgöM Alle diejenige, so au Joseph Eberlen den Burger zu Colimerstciite recht- niästgc Forderungen zn machen haben, werden hiemit disMontag den 14. Mayd.J. welcherTag pro termi- «o xeremtorio angesetzt worden Nil liqnitlünänm gib xosnkl proeclust dergestalten vorgeladen, daß sie an obigem Tag zu guter Vormittagszeit in dasigcm Wirths- Haus unter Mitbringung ihrer Beweist Urkunden erscheinen und das weitre abwarten sollen.- Emmendmgeu Len rosten April 1787. Hochfürstl, Markgräfl. Bad. Obekamt allda» ) — 'Rehl. Es wird hiermit Jedermann zu wissen gethan daß den i4ten künftigen Monats nnd den darauf folgenden Tagen eine starke Parthie von zu - und unbereitetcn Schnupstaback auch einige mit Tabacks- blättern angefüllte Fässer nebst vielen Tabackspresscn und ander darzu gehöriges Geschirr in der Reuter- casserne zu Kehl öffentlich versteigert und denen lezt und Meistbicthenden gegen gleichbaltig baarc Bezahlung zugeschlagen werden sollen. Wannenhero alle und jede Liebhaber zur bestimmten Zeit sich allhiee cinzufinden belieben. Gegeben Veste und Stadt Kehl den ryten April 1787. Hochfürstl. Markgräfl. Bad. Amt daftlbst. Vtvdenfeid. Es werden alle diejenige welche «n den 8ranz Jacob Ruppcnthal von Nohen et, was zu fordern haben auf i4ten Mai s. 0. zu Nohen bei dem sich daselbst einfindenden Oberamts« Actuario zu erscheinen, ihre Forderungen zu liquidirer» und sich wegen eines in Vorschlag kommende» ?sec! remillorii zu erklären, bei Verlust ihrer Forderungen hiermit vorgeladen. Signatum Bickenftld den 7ten April 1787. Hschfl» Mark. Bad. Overamr allda. E^pH^ktM. Bei der Hochfürstl. Speyers scheu Amtskcüerei zu Edesheim befindet sich noch ein ansehnlicher Vorrath i^zger Gebürgsweineu «nd zwar Alstenveilcrer, Hambacher, Heimseldcr, Edesheimer sanct Martiner und dergleichen Gewächs, welche en gros in mehreren Fudern, auch in kleineren Parthicu als einzelcn Fudern und Ohmweis verkäuflich gegen baare Zahlung abgegeben werden, dicje, nigen welche mm derleyWrine zu erkaufen Lust haben, können zu gedachtem Edesheim in denen Herrschaft!. Kellern die Probe an denen Fässern selbst nehmen, fort des adzuschliessendcn Weinkaufs halber mit der dastgcn Fürstl. Amtskellerei sich einlassen, sohin die erkaufende Weiuquanta alltäglich ohne Hindernüs gegen Zahlung fassen und Abführen, welches man zu jedermanns Nachricht andurch ohnverhäld. Edts, heim den roten April 1787. 8reyberg, Hochfürstl. Speirischer Ämrskeller daselbst. Da 8ranz Peter Hässel Burger und Handelsmann von hier Weib imd Kind verlassen und bösartig Ausgetreten ist; so wird er zu seiner Verantwortung in Zeit sechs Wochen dergestab ten vorgeladen, baß im Ausbieibungsfall ttz hiesiger Herrschaft für je und allzeit verwiesen, feines Bürgerrechts und aller Ansprache au seine zurückgelasftoe Haab - und Haüswirthschast soll verlnstigt fepks» Decrekum in Lonsillo den i7ten April 1787. L Lanzlei der Reichsstadt Gengenbach»