Nro. ioi. Pag- 477. >at an M, stet !» en. lie- dn- aft nn- drs hen ten )se, den mg Pas >m« -m- >cln )Uh >or- be- lase mit ver, No. m, lde- Die Lasten ha, ,nft er, iche Lr- oon ich, ver- ent- sich stel- md rn, !ca- -er, den >er» ch. Larlsruher Mittwochs i 7 8 » Zeitung. den 2s August. 8 7 . Mt Kochfürstlich - Markgräflich « Badischem gnädigstem privilegks» r Aus Kasselt, vom r A»g. Gestern Abends sind hier za Mann gewaffnete Bürger von Kampe» angeksmmcn und die Herrendes Verlheidignttgsivescns folgen ihnen nach, um sich Güter aus dem hiesigen Magazin abzuholen. Unter dic- l sen Gütern, deren Werth man auf zoaoo Gulden > schätzt, sind sehr feine Gewehre, die, wie man sagt, der Hof von Nimwegen der ehemaligen Negierung dieser Stadt geschenkt hatte, um die hieher gesand, ten Deserteur damit zu bewaffnen, die aber mm zu ganz andern Absichren angewandt werden, indem ^ man bereits einige zu Schiffe nach Kampe» abzufüh, , ren sucht, > Auszug eines Schreibens aus dem Schloß i SZstdych, vom r August. , Vivat es lebe der Prinz v.Oranien! sie sind zurückgeschla- l gen, mein Freund, die Herrn Patrioten und auf welche Art, davon hören Sie folgende treue und völlig der Wahrheit gemäse Beschreibung: Ohngefahr j Ivo Mann machte die Besatzung in nnserm Schlosse aus. Herr Graf von Salm harte durch einen Deserteur alle Umstände unsrer Lage erfahren, besonders auch daß unsre Soldaten in einem grossen Stall, etwa Z2 Schritte von dem Schloß, lagen und zwi« sch diesen und jenem die Wache mit 20 Mann besetzt fty. So dachte er uns b.y Nacht zu überrumpeln und gefangen nach Utrecht zu führen. Frcytags Nachts um 12 Uhr geschah der Ueberfall und das schreckliche Schreien: Heraus, heraus, unsrer Schlid- wache weckte uns. Nur halb augezogen und in der größten Geschwindigkeit lief man und fand schon viele unsrer Soldaten vor der Wache rangirt, zu welchen aus dem Stalle immer mehrere kamen. 2 unsrer Sildwachm feuerten unaufhörlich. 2 Grenadiers, eine halbe Stunde von hier im Feld postiret, nebst einem Untcrofficicre und 2 Mann als Patrouille wurden bcym ersten Anfall gefangen, welch» letztre zwey aber wieder entkamen. Itzt in Reih' und Gliedern hörten wir den üoo Mgnn starker Feind mit entsetzlichem Geschrete uns nahen. Unsre 2 Grenadiers hielten durch ihr Feuern die Menge so lange ab, bis wir in Pelotons abgetheilt waren. Unsre 16 bis itzt zerstreute Grenadiers, nebst 22 freywilligen Musquetiers, nahm nun unser alter wyrdiger Major Seiffart, kommandirte Marsch, redete in wenigen Worten seinen Leuten Mich zu und wir, deren Standhaftigkeit und Bravour selbst die Feinde nicht genug loben konnten, folgten ihm mit vollewGeschcey: Orange boven , da von feindlicher Seite: Orange Vieh wir wollen sie alle todr machen erschallte. Um uns den Hinterhalt, zu decken, feuerte ein vor dem Thor stehendes Peloton unaufhörlich nach einem Wege, durch den die Feinde mit groser Menge, wie besonders auch in der Strasse ankamen und von einem gewesnen Oberstlieutcnant von Maillebois kom, mandirr wurden. Sie bestund aus ioo Scharfschü- zen, 8o Husaren und Küraßier vom Salm, 62 Soldaten von Tnlarti, 40 Ueberläufer von Efferen, 122 Amsterdamer Soldaten, 60 Dragoner von Bicland und das übrige waren Bürger. Der kommandirende Officier schrie immer: avance, avance. Wir mar- schirten um die Ecke einer kleinen Allee, die nach der Hauptwache zugieng und auf zmaliges Rusen unsers Majors : Wer da? folgte die Antwort: Korps von Salm. — Bey Freunden weis ich kein Korps von Salm, wohl aber bey Feinden; Grenadiers macht -------- c 47 «ich fertig, gebt Feuer. Unsre Salve wirkte so gut, daß die Feinde auseinander liefen. Auf Zurufen iy- rcs Chefs: Meine Herren, hallen sie ihre Leute in Ordnung, formalen sie sich wieder, feuerten auch, aber ohne Wirkung. Unser zweyies Peloton gab die Lte tüchtige Salve gleichfalls von bester Wirkung und wir marfchirten vor u. gaben das zte Feuer. Ader GOlt! wel- cher Schrecken, eine Kugel kam und zerschmetterte unserm braven Major den rechten Arm. Standhaft kom- mandirte er fort, bis durch das viele Bimen er ohnmächtig zu Boden sank. Nun ist er, dem Himmel scy Dank, wieder ausser aller Gefahr. Die Jager von Salm feuerten nun so gottlos, baß, ohngeachlet sie sich in Gruben und Hecken versteckt Hallen, 4 Grenadiers und z Musquencrs stark m die Beine, Acrme und den Leib verwundet wurden. Auf Befehl unfers Obersten retirirten wir uns in den Hof, drcymal geschah der Hauptangriff deS Feindes in Fronte, aber allzeit wurde er ordentlich bewcllkomml, und wir feuerten durch das eiserne Garteulhor und Pallisaden unaufhörlich. Der Angriff geschah um 12 Uhr und dauerte bis 2 wo die Feinde in gräßlicher Unordnung auseinander liefen und hinter dem Schloß Retirade bliesen. Nun kam unser Kommando aus Soest von 50 Mann zur Hülfe, auch um halb z Uhr unser Prinz von Darmstabt, mit unserm Betragen ausnehmend zufrieden. Ein izo Mann starkes Kommando von Orangegeldern, nebst zv Reutern gleichfalls. Gefangene, tobte und bleßirte Feinde von cllerley Galtung wurden in Menge eingebracht und wir erbeuteten noch 25 Gewehre und Büchsen, 46 Bajonetten, Z2 Säbel mit Kuppels, verschiedne Sattel und Halftern, zo Palrontaschen mit 500 Patronen, Z Husarenpfcrde, 8 Karabiner und 16 Paar Pi, stolcn, Zimmeräxten, Grcnadiermützen, ganze Uniformen, kurz so viel daß 2 Wägen ganz voll damit, wie auch 42 Gefangene nach Amersfort abgiengcn. NB. Die Wägen waren bestimmt die Meublcs und Kostbarkeiten des Prinzen wegzuführen, dann das Schloß in Brand zu stecken. Ihre Anzahl Blcßirre belief sich auf 72. Von uns haben sie z Gefangene, z Gewehre, 4 Grenadiermützen und z Säbels. Tode haben wir 1. Bleßirte 7. So erfochten wir einen herrlichen Sieg mit augenscheinlicher Hülfe des Allmächtigen, der vorzüglich unser kleines Häufchen beschützte. Der Ruhm unfers Bataillons in allen 7 Provinzen ist unbeschreiblich! er wird nie erlöschen und schon hört man nebst Orange dovon, Darm- stadr boven. Der Prinz von Orange und Prinz von Darmstadt in Begleitung einer Menge von neugierigen Menschen kamen und statteten unserm Bataillon den lebhaftesten Dank für erwiesene Tapferkeit ab. ! ) -- Die Bleßirten wurden von dem Prinzen beschenkt, das ganze Bataillon bekam ein Präsent von 6 Wochen Tractameul und emen begnadigte er mit einem Officierspatent. Bauern und Burger beschenkten unsre Soldaten und schon sind 1100 fl. in einer Subscription bestimmt, die in Amersfort und mehreren Städten von Geiderland für das brave Bataillon von Darmstadt umhrrgegangen sind. Wien, vom 8 August. Die Ungerisch^n Regimenter haben bis auf weitern Bcfthi Hass gemacht und ein gleicher Befehl ist auch den Öberösterreichischen Regimentern nachgeschickl worden. Es scheint also, daß man vor Fassung irgend einer Enkschlicsung erst abwarlen wolle, was für eine Wendung die Belgische Deputation hervorbringcn werde. Nach den Nachrichten, die man hier hat, sind bereits die Provinzen Flandern und Limburg sehr zum Nachgcdcn gestimmt, die Brabanter aber und Namurer sind die Hartnäckigsten und scheinen daS Acussersre abwartcn zu wollen. Von der Reise nach der Krimm verdient noch bemerkt zu werden , daß der Wonach zu Sedastvbolis auf das Angenehmste überrascht warb, indem er dort ein Schiff mit Oestcrreichischer Flagge antraf. Es war der von Mailand gebürtige Kapitän Donadcs mit dem Schiffe Beatrix, der auch Se. Maj. mit seinen 8 Kanonen begrüßte, als Höchstdieselbeu ihm die Ehre erwiesen, an sein Bord zu gehen. Den zcr. Iuly kam in der Zipsergespanschaft, in Königl. Waldungen nächst dem Königsberg, nicht weit vom Dorf Thiergarten, uuversehencs Feuer aus, wodurch über Zoos Klafter geschlichtetes Holz, nebst vielem unge- Ichlichteten, viele Pleiten und ein Theil der noch un. gefällten Waldung ein Raub der Flamme» geworden. Landen, vom io Aug. Vorgestern haben Se. Königl. Hoheit der Herzog von York in dem geheimen Staatsrath Sitz genom, men und sind von Sr. Majestät dem König zum Mit, glied desselben ernannt worden. Der Hauptbcweg- grunb, wärum Sc. Königl. Hoheit aus Deutschland hiehcr gekommen sind, soll dem Vergeben nach da. rinn bestehen, um die Einwilligung seines Herrn Vaters zu einer vorhabenbcn Vermählung mit einer Prin. reßinn von Preussen nachzusuchen. Heute hat der Hof Briefe von unsrem Gesandten in dem Haag er. halten, welche anzudeuten scheinen, als wenn die Herren Staaten nicht ungeneigt seyen, sich in kurzem zu Aussöhnungsmitteln zu bequeme». Wien, vom n Aug. Die Römische Hoftammer hat es für gut gefunden, die Bestätiguugslaxen unsrer Bischöffe zu erhö, t 479 ) hen, damit dasjenige eingebracht werde, was für Dispensen, Ablässe rc. aus den Oesterreichischen Staaten seit einiger Zeit weniger cingehl. Aus dicstr Ursache hat der Bischof zu Brünn 70^0 Gulden für seine Bestätigungsbulle zahlen müssen. Den 7icn dieses ist daS Küraßierrcgiment Hohenzollern von h>er nach Böhmen abgegangen und dagegen das Regiment Nassau hier an gekommen. Nächstens soll den grossen Güterbe,itzern in Ungarn und andern K. K. Erblanden das Recht über Leben und Tod in Criminalvcrbrechen ih. rer Unterthanen abgenommcn werden. Es heißt, der Baron von Vockel habe sich hier als Resident des Prinzen von Oranien legitimirt; ein Umstand der grosse Aufmerksamkeit erregen lnuß. Wien, vom 12 August. Wer sollte es wohl glauben? Am letzten vorigen Monats kam in einer Lembcrger Vorstadt Feuer aus; die »ächstgclegnen Carmeliler verjagten das Wasser ihres Brunnens unterm Vorwand, es zur Brauung zu gebrauchen — und Prinz Coburg mußte die K>v- sterthvre sprengen lassen — hingegen gab ein nicht reicher Brauer 57 Tonnen Bier freywlllig zum Löschen her. Hanau, vom 12 August. / Ein gewisser grofer Monarch soll einem andern eine Offcnsivallianz gegen eine gewisse Macht, mit welcher er nicht wohl zufrieden ist, haben antragen lassen; worauf dieser zu erkennen gegeben, er werde zwar einen allgemeinen Krieg so lange es möglich fty, zu vermeiden suchen; allein wenn sich diese Macht bey einer gewissen Gelegenheit nicht so, wie er wünschte, gegen ihn betragen würde, so sey er nicht abgeneigt, sich in rin solches Bündnis wider sie einzulassen. Lippstadt, vom 14 August. Das Infanterieregiment von Marwitz ist gestern Morgen auS Bielefeld hier eingetroffcn und hat heute seinen Marsch nach den holländischen Gränzcn forige- setzt. In dieser und künftiger Woche werden noch mehrere prcnsische Regimenter hier emtrcffen. Man will hier Nachrichte» haben, der Kuhrfürst von Pfalzbayern sey wirklich dem deutschen Fü.rstendunde bevgetrrten und habe in dieser Absicht de» Grafen als Gesandten nach Berlin geschickt, welcher auch nebst 'dem da angestcllten ordem-.chen pfälzischen Gesandten Herr» von Posch Sr. Mas. dem König vorgestellt worden ist. Einige baierisMe und fränkische Kreis- stände sollen wider den Marsch der kayserlichcn Truppen Vorstellungen gemacht und denselben unter aller. Hand Einwendungen zu erschweren ,uchcn. Dieses ist aber vermnthüch doch die Ursache nicht, warum die Oesterreieher nicht vor nicken. Man spricht von ei- «cm Bündnisse, welches zwischen dem wiener Hof und dem nnscrigen geschlossen seyn soll und man hofft, erster Tagen schon die Hauptpunkte öffemüch zu sehen, die zur Grundlage dieser Adlcrvereüilgung dienen sol- Icn. Von Wien vernimmt man auch, daß unftrm Gesandten daselbst mit ganz ausgezeichneter Achtung begcgnel werde und daß zwischen ihm und dem Fürsten Elaatsiimcrredungen Vorfällen. Gebe der Himmel, daß der Unstern der gegenwärtig so schrcckbar über Europa leuchtet, durch eine aufrichtige Freundschaft zwischen diesen beyden Machten und ihre wechselseitige Bemühungen wieder verscheucht werde. Brüssel, vom 14 August. (Fortsetzung der von den niederländischen Deputate« an Se. K. K. Mai. zu überreichenden Vorstellung.) Geruhen Sie nur, Sire! die Quelle zu verstopfen, woraus rin so mannigfaltiges Unglück entspringt» Hierzu wird genug seyn und es ist wohl das zweckmäßigste und einzige Mittel, daß Eu. Majcst. die Erklärung von sich geben, daß die Gesetze, Freyheiten und Rechte der belgischen Provinzen sowohl-überhaupt,.als insbesondre gewissenhaft beobachtet; dagegen aber die beiden neuen Urkunden, welche man ganz augenscheinlich durch schiefe Vorstellungen von Eu. Mazcst. erschlichen hat, ihre Gefttzkraft wieder verlieren und allen ferner» Eingriffen in diese Gesetze, Freyheiten und Rechte, so bald es nur möglich ist, wieder abgeholfen werde. Seit wie langer Zeit, Sire! durch wie diele demü- thige und unterlhänige Vorstellungen haben wir uns über diese Eingriffe beschweret, wie oft unsre Klagen vorgelegt und umständlich dargethan! Wie ostmal, Sire! haben ihr« getreuen Stände sich darüber beklagt, daß man, ohne Rücksicht auf gegründete Rechte und ganz authentische Verträge, die erledigten Ab- tcyen unbesetzt gelassen; wie oft haben sie geklagt, daß.ma» einen zur Aufhebung der Klöster, die einem willkührigen Vergeben nach, dem Staat nicht mehr nutzten, vorläufig erlassenen nichtigen und verfänglichen Befehl zur Grundlage nehmen wolle , um aller Rechtsordnung zuwider geistliche, oder gottselige Stiftungen, wie dieselben immer Namen haben mögen, entweder völlig, oder zum Thcil abschaffrn zu können; wie oft-endlich geklagt, daß, wenn ein dem Recht des Eigenthums so schnurgrade zuwider laufendes System gellen sollte, die Nation zusehen müßte, wie der beste Kern seines reinen Vermögens frühe, oder später verschlungen und durchgebracht würbe. Mit welcher Zufriedenheit, Sire! haben wir gcbethen und noch bitten wir Eu.Majcst. demülhigst, die Einführungsurkmi- dc der neuen Gcrichtssielle blos aus der Ursache wieder ejuzuzichen, weil unsre offenbarsten und thcuer- sten Rechte dadurch zu Grunde gerichtet werden; wir ( 482 ) wollen es demnach nicht einmal berühren, daß die der diesen Gerichtssteüen rinzuführende neue Art zu rechten nichr anders, als ein Fantom von Iustitzpflege, eine Banncichlergewalt erzeugen würde, die unmöglich in einem Land einzuführcn ist, wo das Eigenthum so unendlich sehr vertheilt ist, wo die Belangungen vor Gericht nothwendigcr Weise sehr häufig seyn müssen, oft wegen einer unbedeutenden Sache, die auf der Stelle adgethan werden muß; oft aber wegen Sachen von solcher Wichtigkeit, die eine allgemeine Aufmerksamkeit verdienen und daher kömmt's, daß die Partheyen, daß die ganze Nation das Recht hat, zu fodern, daß man den ganzen Schleyer aufdecke, der den Gang der richterlichen Erkenntnisse verheimlicht, dieser Gang darf zwar langsam; allein er muß allemal sicher seyn. Bey der neuen Gerichtsverfassung, Sire! wird alles unter dem üesiien Geheimnisse betrieben, der Richter waren sehr wenige, aber auch darum desto mehr zu fürchten. Der Präsident war unbeschrankt, der. Sachwalter blieb unbekannt; es schien nicht darauf anzukommen, eine Sache wohl, sondern dieselbe nur geschwind abzuurtheilen, just als wenn die Nation nach Solbatenart regiert und unter Kricgsgesetzen stehen sollte. Bey Obrigkeitlichen Personen verlor sich jeder wahre Begriff von Ehre: immer geheimen, aber doch durch die Gesätze verordneten Angebungcn ausgesetzt, wurden sie blos durch Eindrücke einer knechtischen Furcht geleitet und da sie auscrdcm keine blci. bende Stätte hatten, sondern willkührig abgcfttzt werden konnten, so halten sie mehr Aehnlichkeit mit Anführern einer Bande reisiger Knechte, als mit hohen Justitzbeamtcn. Zudem, Sire! war diese so sehr verunstaltete, so unkennbar grwordne Iustitzpflege nur noch auf Gegenstände eingeschränkt, worüber Privat- patteicn rechteten; Personen die öffentliche Aemtcr bekleideten, die Odecrichier, Sachwalter und Delegir- ten brauchten gar kein Maas einzuhalren, sie waren an diese ausgeartete Justitzstekftn nicht gebunden; sie befahlen und man mußte ihnen gehorchen; die vollziehende Gewalt und die gesetzgebende Macht waren in den Händen eines einzigen Konseils und dieses Konseil hieng von einer einzigen Person ab; Auf solche Art waren Menschen, die von Menschen abgesondert lebten, verlassne Personen die keinen Beystand, keine Stütze, keine nachbarliche Hilfe halten, beständig in bebender Angst von dem Obderrichter und dessen Ge- richlsbeamten, die Befehle wurden durch eine sehr rbentheuerlich zusammen vereinigte Macht ertheilt und schleuderten, wie ein Blitzstral, einen Bürger mach dem andern nieder: däs war keine bürgerliche Gesellschaft mehr, es warm Menschen , oder vielmehr durch Schreckrn leblos gewordne Leichname, die nicht anders ms unter beständiger Furcht und mitten durch Todesschaiten einherwanderten. Unter dem Druck einer solchen Regierung, Sire! würde» ihre niederländische Provinzen in kurzer Zeit zu einer Ungeheuern Wüste geworden seyn. Industrie, Vermögen und Glücksstand würden weit von einem Erdstriche entflohen seyn, wo der Mensch weder auf die Früchte seines Fleises, noch auf die Freiheit seiner Person rechnen dürfte. (Der Beschluß folgt.) Vermischte Nachrichten. Die Preusfischc Revüe in Schlesien soll dem Vernehmen nach, dieses Jahr nicht statt finden. Die zu Florenz durch'Prokuration an den Prinzen Anton von Sachsen vermählte Prinzeßinn von Toskana Maria Theresia wird am -rote» künftigen Monats durch den kuhrsächsischcn Minister am K. K. Hof, Grafen von Schönfrld nach Wien gebracht werden, wo sie lg Tage verweilen wird. Der Kayser gicbt dieser seiner Nichte eine prachtvolle Ausstattung wobcy die reichen Stoffe 25000 fl. kosten. Ihre Morgengade besteht in einer Million Gulden. Man erzählt sich in Berlin folgende Anekdote. Ein Vornehmer sagte einige Tage vor dem Ausmarsch zu einem Husarenfteund, ich gebe dir 2s Fridrichö- d'or, wenn du den holländischen Patrioten Gyzelaar zum Gefangenen machst. Ich kann nicht dienen, gnädiger Herr, versetzte der Husar, denn ich habe schon mit einem andern deshalb einen Accord um 100 Friedrichsd'or geschlossen. Die Kayseri. Fcldequipage mit den Kayserl. Reitpferden, ist am iiten durch Würzdurg nach Florenz paßirt. Die nach Westphalen commandirte Preußische schwere Kavallerie hat die Kürasse zurücklaffen müssen, weil sie bey einem Sturz die Brust des Reuters unheilbar beschädigen; auch sagt man, die Infanterie habe die Seitengewehr abgelegt, weil sie dem gemeinen Mann auf dem Marsch nicht nur lästig, sondern in der Action auch unnütz sind. Der König von Prcussen hat dem Lorpori LvsnZe- licorum in Regenspurg II2Z Gulden zur Proccßkaffe zucrkannt. Nach Briefen aus Spanien soll dje Pest in der Provinz Estremadura so sehr wüth;n, daß schon über iZvOOs Mensche» gestorben seyn sollen. Die Regierung hat um die genannte Gegend einen Cvrdon ziehen lassen. Es »st falsch, daß die Stände von Brabant sich an den König von Frankreich gewendet und dieser ihnen ein auf ihre Angelegenheiten sich beziehendes Schreiben zugesüM habe.