Nro. i2i. MU.' Pag. 57i. Karlsruher Zeitung. Montags den 9 October i 7 8 6 . Mit Hochfürstlich » Markgraflich > Badischem gnädigstem prkvilrgko. Nimwegen, vom 24 Sept. Ecken ein, das Uebe! wurde täglich- ärger. W war Die Staaten von Geldern haben ein weitläuftiges also höchstnöthig, mit Nachsnchung an^de'n ^, 777 "' Manifest bekannt machen lassen, worinn sic lue Ursa- als obersten Krrcgsbefehlshaber, gewassnete Lanblt/ chrn angebcn, die sie bewogen, de» am Zi. August zuschlagen. Da der Tumult auch zualeicb in gegen die Städte Elburg und Hatrein gefaßten Ent- kein eben so gefährlich überhand nahm, so m,.N» schluß ins Werk sezen zu lassen. Als im Jahr 1785. auch gegen diese Stadl gleiche Vcrfüqunaen aetTU» Ihren Hochmogenden aus den Bezirken der Grafschaft werben u. f. w. Die Kabale hat diests MaiE^a , Zütphcn und Veluven mehrere zu offenbarem Aujruhr allen Französischen Zeitungen, die in Holland ! gegen das Ansehen der Staaten sowohl als gegen die den werden, zurück zu Hallen gewußt- all.--,, ^ übrigen Stände und Cvllegicn abziclcnde Schreiben Weil bekommt es doch zu lesen. So eben .77 überschickt worden; so Hessen dieselbe» genau nachfor- Nachricht ein, baß die Staaten von Friesland ssn- sehen und untersuchen, was cs damit für eine Be- Frey-Corps. Versammlungen verboten haben ja 7 , wandnis habe. Da wurde nun gefunden, daß der che gänzlich aufheben werden. Neue Funken ru 777 größte Theil der Unterzeichneten, nicht einmal dazu neuen Feuer. ° fähig, meistens aus jungen, unerfahrncn, dazu min, Wien, vöm 27 Sept derjährigen Leuten, Personen, die vom Wmoftn leben, Des Kaysers Majestät sollen morgen von derAök. Handwerksgesellen und Unwissenden bestanden, die mischen Bcsichtigungsrclse wieder in Prag zurück er ^ blos überlistet und verführt worden. Güte und Nach- wartet werden, um sich daselbst noch 8 Tage aukul sicht war von Seiten der Staaten der erste eingeschla- halten, sodann aber durch Oberösterreich hicber gene Weg. Am ntcn May d. I. wurde eine Aus. rückzukommen gedenken. Der Eilbot, welcher ! kündung beschlossen und den Magistraten und Beam- voriger Woche bey der Nützlich - Kayserl. Keiandt- ten der öffentliche Anschlag derselben gehörig aufge- schaft aus Petersburg angekommen ist, soll'nach Lol tragen. Allein zwo Magistratspersonen von Elburg, tung eines grossen Conseil und vieler mit dem Könisk' desgleichen die Geschwornen dieser Stadt und einige Französischen Gesandten gcpsiognm Conftrenren da- ! Jnnwvyncr widcrsetzten sich auf der Stelle, welches selbst abgefertigt worden seyn. Da auch bald nach 1 dem Gcneralprokuratvr Anlaß gab, einen scharfen dessen Ankunft ein Eilbot an des Kaysers Majestät Bericht zu erlassen. Man verlangte vom Magistrat abgeschickt wurde und hierauf gestern ein andrer nach die Beweggründe der Nichtbcsolgung zu wissen; cs Preßburg abgegangen seyn soll, so vcrmuthet man j war aber schon alles aufgewiegelt. Verachtung des daß eine Römisch- Kayserliche und König!. FramöL Nchtmäsigen Ansehens war das Loos, Ordnung und sthe Inlerposition bey der Pforte im Werk sey, damit Sicherheit stund auf dem Rand des Umsturzes. Die nicht Rußland durch die letztere trotzige Erklärung guten und ruhigen Bürger liefen Gefahr, um Gut und derselben zum wirklichen Bruch genöthigt seyn möae Lcbcn zu kommen. Freyschützen trafen aus allen Der Spanische Reuter Mahle« har während seinem - - c 57- Aufenthalt in Pest fast täglich 400 auch 500 st. eingenommen; er wird den ganzen Winter hindurch hier bleiben und sich jedesmal in der Kayserl. Reitschule producircn. Der hiesigen Judenschaft ist der 'Auftrag gemacht worden/ daß sie sich eine Synagoge/ so wie jene in Amsterdam ist / sollen erbauen lassen/ es würde hieran schon Hand angelegt worden scyn, wenn sie wegen der von jeder Familie hierzu erlegenden Geld» Summe schon einstimmig geworden wäre. Der Monarch wird erst den ryten October in Wien ankommen. Mit Erbauung des letzthin gemcldten Dammes wird schon auf der Seite der Levpoldstätcr Kaserne ein Anfang gemacht. Hang/ vom 27 Sepr. Sämtliche Regimenter/ weiche im Sold der Provinz Holland stehen/ haben die Besatzungen der Ge- neralitäts - Städte verlassen/ um sich hier zu versam- len. Dagegen zieht der Fürst alle Truppen in der Gegend von Loo zusammen/ die noch unter seinen Geboten stehen. Es befinden sich gegenwärtig y Infanterie und drey Cavallerie - Regimenter daselbst. Auch wird ein neues Husarenregiment errichtet. Zu Nimwegen sind Unterofsiciers vom Regiment Plettenberg angekommen/ um für dasselbe zu werben. Ja eben dieser Stadt wird mit den Zubereitungen zur Ausnehmung des Fürsten täglich fvrtgefahren. In Arnheim vergehen wenig Nächte/ wo nicht gewaltsame Auftritte sich ereignen. Zu Groningen darf sich kein Mensch unterstehen/ ohne hervorstechende Zeichen des Hauses Oranien auf der Strafe zu erscheine«. In dem Dorf Voorburg unweit Haag wird ein Freischützencorps zu Gunsten der Statthalterischcn Parthcy errichtet. Der König von Frankreich soll eine vertraute Person nach Berlin gesandt haben/ den König pon Preussen zu bewege»/ von der Theilnahme unsrer Händel abzustehcn; im Fall er es aber nicht thun wollte/ würde Frankreich ebenfalls entscheidenden Theil daran nehmen müssen. In dem Französischen Flandern dürfen die Truppen sich nur concenti- ren/ so ist in 2 mal 24 Stunden eine Armee, beysam- men. Die Staaten von Fricsland/ Seeland und Gröningen würden augenblicklich eine Ausjvhnung zu bewirken suchen / wenn sichs auf mögliche Art thun kesse; da müßten aber fteylich Se. Durch!. in ein und andern Stücken uachgebcn und einige mehr in der Einbildung als wirklich bestehende Rechte fahren lassen/ so wie auch hauptsächlich allem Bestreben nach auswärtiger Vermittlung entsagen. Indessen wird der Graf von Gör; nächstens ein drittes Schreiben an die Herren. Generalstaaten gelangen lassen; obschon an diesen es nicht eigentlich liegt/ die Beschwerde zu heben, die die einzige Provinz Holland nur allein heben ^ ) -------- kann. Noch kann man nicht mit Gewißheit sagen, daß die Provinz Gelder»/ wie das Gerücht sich verbreitet/ den König von Preussen offenbar um Hilfe angeruftn habe und daß vorlänßg Heßische Mannschaft zur Verstärkung der Statthalterischen Armee auf dem Marsch fty. Paris/ vom 2Z SeplV Am Dienstag Abends um ir Uhr ist.der zwischen nuscrm und dcm londner Hof geschlvßnc HandlungS« traktat durch unfern ersten Staatsminister Grafen vvn Vcrgennes und den besonders dazu bevollmächtigten grvsbritamiijchen Abgesandten Herrn Eden unterzeichnet worden. Ein unverbürgtes Gerücht macht uns Hoffnung / den neuen König von Preußen gegen künftigen November zu Paris und Fontainebleau zu sehen. Das Absterben Friedrichs von Preuße» wir- wahrscheinlicher Wcise die Ruhe von Europa nicht stören: wenn nur die neuen Unruhen/ so in Holland ausgebrochen sind, nicht dazu Gelegenheit geben. Unser Hsf kann und darf dabcy nicht gleichgültig scyn, um so weniger da die Herren Regenten von Holland unser» Gesandten und unftrn Hof in allen erheblichen Dingen erst um Rath fragen, ehe sie etwa- thun und sodann auf unsre Unterstützung rechnen. Ludwig der XlV sagte, im Anfang dieses Jahrhunderts: „ Er fty der erste Minister in Spanien geivor, den: „ das kann itzt Ludwig der XVI von Holland sagen. Sie begreifen also leicht, daß wir die Herren Patrioten rechtschaffen unterstützen müssen. Indessen hat man bisher nicht geglaubt, daß gross Anstrengung der Kräfte von uns nölhig styn würde, da erst kürzlich 25 Regimenter der Infanterie, die auf überzähligem Kriegsfuß standen, auf den Friedenfuß zurück- gebracht sind. Seitdem aber ein Eilbot von dem neuen König von Preußen hier angclangt ist und der Erbstatthaltcr wider btt Städte Truppen marschieren lassen, sieht man eine neue Krisis erscheinen, über die in dem Kabmet viele Beratschlagungen gehalten werden, deren Resultat man erwarten muß. Graf von Maillebois war ohne Zweifel in dev wichtigen Angelegenheiten der Nepublick hier. Die Meynungen wegen diesen Handeln sind verschieden; rS gibt unter den Franzosen eine Parthie, die die über- handnchmcnde demokratische Regierungsform alS böse Bcyspiele für andre Völker aissehen ; sodann andre, die wünschen, daß ein Thron für den Prinzen von Oranien im Haag befestigt werden möchte. Ob eben dieses die benachbarte» Höfe wünschen, ist nicht leicht zu glauben. Denn republikanische Staaten sind wcni. ger gefährliche Nachbarn als monarchische. Vorgestern haben Se. Maj. de» Groöbvthschastern eröffnet^ ( 573 ) daß diestr Tag wegen zu Stand gekommncr Unter, jcichnung des zwischen dem Grafen von Vergennes und Herrn Eden verhandelten Kommerziell - Traktats unter die merkwürdigen gehöre. ' London, vom 28 Gept. Unsre Briefe aus Holland versichern uns, daß der Muth der noch immer sehr beträchtlichen prinzlichen P.irtey seit dem Regierungsantritt Friedrich Wilhelms von Preußen in Holland beträchtlich gestiegen sey und unter dem gemeinen Volk läuft in Betreff des neuen Königs allgemein die Sage: 1-1/ rat vist mitten. Mit welcher Frcyheit man übrigens in Ansehung der hoch gestlegnen holländischen Verwirrungen im Haag selbst noch schreibt, wird folgende unter den Augen der Staaten von Holland und ihrer kommitür« ten Näthe im öffentlichen ganz neuerlich erschienene Fabel beweisen. Sie führt den Titel: Der Schrank mit Porzellan und lautet, wie folgt: „In einem sichern Land befanden sich einige Personen, welche sämmtiich Tbcil an dem Eigenthum eines grosen Schranks mir schönem alten Porzellan hatten. Vor genauer Zeit gericlh dicftr Schrank unter die Mobili» rn eines sehr angesehncn Mannes, dessen Familie ehcmai mit obigen Eigerthümcrn in genauer Vcrbin. bunz gestanden hatte. Dieser angesehne Manu blieb nicht nur einige Jahr in dem ruhigen Besitz des Schranks und bediente sich desselben zu seinem Gebrauch, sondern nach seinem Tod wurde er auch den Händen seines SohncS und zwar ohne Wicdcr- spruch eines einzigen der Eigentümer, übergeben. Die Eigcnthümer stellten damals sogar, bey Ueber- liefrung des Schranks an den Sohn, grose Frytrlichkciltn an, ob sie gleich, bey Durchlesung des Jnventariums des darinn enthaltnen Porzellans, wohl wissen konnten, daß der kostbare Schrank, ehemal ihr gemeinschaftliches Eigenthum, dem Sohn des verstorbnen angesehenen Manns durch Erbschaft zukomme. Aber sich, was geschieht! Nachdem man eine geraunie Zeit an den Schrank mit Porzellan gar «icht gedacht, faßten einige der Eigenlhümer ein Mißvergnügen wider den gegenwärtigen Besitzer desselben, sehen das Jnventarium davon nach, verlangen den Schrank so dringend, als könnten sie ihn keinen Augenblick mehr missen, zurück und drohen, ihn allenfalls mit Gewalt zu nehmen. Doch waren die gedämmten Eigcnthümer hierüber nicht einig. Ver- schiedne derselben, welche von dem angesehnen Mann und dessen Sohn viel Guts genossen hatten, sagten, der Schrank sey im Namen sämmtlicher Eigcnthümer ihrem Wohlthätcr geschenkt, könne mit Recht nicht wieder gefodcrt, wie! weniger mit Gewalt genommen werden, deßhalb sie auch beschlossen, sich dagegen zu setzen. Andre schienen sich um den Schrank mit Porzellan wenig zu bekümmern, doch haften sie Absicht, wen» er wieder zu bekommen sey, ihren Theil davon zu fodern. Wieder andre, hielten cs für un, billig, alles Porzellan, welches der angesehene Mann und sein Sohn so lange Jahre besessen, auf einmal wieder zu fodern, dachten auch gleich, daß der itzige Besitzer es sich nicht so gutwillig werde nehmen lassen und besorgten, das Porzellan dürfte, wenn man es mir Gewalt werde nehmen wollen, vielen Schaden leiden. Man lhat Vorschläge hin und her, um den Prozeß im Guten beyzulcgen, aber am End beschloß rin Theil der übrigen Eigcnthümer, dem Sohn vcS angesehenen Manns den ganzen Schrank mit Porzellan, es sey im Guten oder mit. Gewalt zu nehmen und lieber zu sterben, als ihm ein Stück zurück zu lassen. Der Sohn des angesehenen Manns weigerte sich und da die andern Eigcnthümer, wegen nicht übereinkommender Denkungsart, sich seiner nicht ge. hörig annahmen, drangen die Waghäise mit Gewalt in das Haus des Besitzers, hotten das Porzellan von der Wand, warfens über Hals und Kopf in den Schrank und zogen triumphircnd mit dem Schrank fort, glaubten auch eine groft Heldenthat ausgeübt zu haben. Als sie den Schrank aber genau besichtigten , sahen sie erst, welch einen traurigen Fang sie gemacht hatten. Durch die gewaltsame Behandlung und das Werfen bcym Wegtragen, hatten sie all das schöne Porzellan zerbrochen und eL zu nichtswürdigen Scherben verwandelt. Die Gemüthcr der Erobrer waren indessen so erhitzt «iid ihre Augen so verblendet, daß sie nicht einmal bcrmerkten, daß alles Porzellan zerbrochen war, bis sie endlich bey Eröffnung des Schranks, als sie jedem EigenthÄner bas seinige zum allgemeinen Gebrauch geben wollten, ihren Verlust cinsahcn und nun zu spät das Unglück bereuten, welches sie sich und ihren Miteigenthümern. durch.ihre Leichtgläubigkeit und Ucbrrcilung zugezsgen.,, Ma» hält hier diesen Vergleich des Porzellans Schranks mit den Prärogativen des Erbstatthatters unv .de» Eigenthümcrn mit den sänmttlichen Staatcnglieder«, für sehr passend. Wien, vom zs Depl. So eben vernimmt man, daß der Monarch de» Befehl gegeben habe, mir dem Bau des Dammes i» der Leopolbstadc einzuhatten und die mit den Bau. leutcn diesfals gemachte Anstalten bis auf weite« Befehle abzusagen, nicht mir der Herr Baudirector Kromel, sondern auch andre Verständige sollen mit dieser Einrichtung nicht einverstanden seyn. Künftiges Früh-Jahr soll bey Jglau ein Lager von chosoe» Mann gehalten werden, rin Schreiben aus Isla« ! ( 574 ) von iy Sept. meldet folgendes: Künftiges Jahr ist bey Jglau richtig grosses Lager von 80000 Mann/ in Karlswald werden schon die Zimmer für die Rvßifche Kayfmnn zugcrichtct, 14 Tischler Meilen allda, die Fußboden werden alle aufgerissen und neuausgelegt, 2 Kammerfouricr sind hier wegen der Einrichtung, im Schloß soll die Kayscrinn mit ihrem Hofstaat logiren, in den 2 »ordern Portalen oder Belvedern der Kayser mit seinem Hofstaat, zu Sie. ken wird auch das Schloß zugerichlet für den König von Preußen und zü Jglau im Fürstenhaus und dem Collegio, wo der Jgnazer Pfarrer, logirt der König von Neapel fammt der Königin», aus dem Fürster- haufe wird in das Collegium ein Gang gemacht. Gestern find hier in der Stadt die Quartiere alle besichtiget worden und wo anständige gefunden, denen Jnnhabern gleich angefagt, wen sie zu bequartircn bekommen ; Die Mmontten bekommen einen General, 5 Zimmer im obcrn Stock müssen leer gelassen werden, in allem sind 40 Quartiere bestimmt in der Stadt. Die Mährische Arrmee .wird gegen Groß- meferitfch über Obergeß, die Böhmische Armee gegen Deutschdrod zu stehen kommen, die Bauern sollen auch schon Befehl haben, auf dieser Gegend nichts anzubauen. Die höchste Anwesenheit Sr. Maj. des Kayscrs in Wien, nach Dero Rückkunft aus Böhmen, wird denf Vernehmen nach bloß 14 Tage dauern, denn der Monarch ist alsdann gesinnt, über München nach den Niederlanden abzureifen. Berlin, vom zcr Sepr. Man sagt, ein Königs. Befehl läge bereit, nach welchem jedem Officier, der sich bis itzt eine Maitresse gehalten, erlaubt fey, selbe zu heyrathen: hinfüh- ro aber soll kein Officier, bey Cassation, sich unterstehen, eine Maitresse zu halten. Das Gehalt der Subalternen bey den Regimentern soll zwar erhöht, jedoch dadurch denen Compagnie-Chefs kein Abzug gemacht werden. Der Herr Gouverneur von Mellendorf hat Sr. Maj. die schädlichen Folgen bewiesen, die entstehen könnten, wenn die Compagnien ihren Werth verlöhrcn. Der König hak aber darauf einen andern Plan auszuführen geäußert. Es ist der: Bey jedem Regiment soll ein Obrister mit sehr gutem Gehalt, aber ohne Compagnie, angesctzt werden, dessenPflicht es ist, alle unerlaubte, dcmDienst schädliche Benutzung der Compagnie zu verhüten. Auch soll die Suite ansehnlich vermehrt werden. Von jedem Regiment wird ein Officier bey derselben ein Jahr seyn. Der Holländische Gesandte hat häufige Confercnz mit dem auswärtigen Departement. Sollten die dem Erbstatthaltec ergebne Provinzen den Schutz Preus- ftns suchen, so könnte ganz Europa in Flammen kommen; wird aber beliebt, baß die Erbstatthalte, rinn während der Minderjährigkeit ihres ältesten Sohns die General- Capitains-Würde übernimmt und solche demselben, wenn er majorenn geworden, über, giebt, so dürfte dies das Mittel seyn, Ruhe über Europa zu erhalten. Aus Wien wurde der Frau von Ricdesel geschrieben: daß, als der Fürst Kaunitz den Tod des Königs erfahren, soll er sich der Thränen nicht enthalten können und dabey gesagt haben: „ Wenn wird Europa einen solchen Mann wieder erhalten.« Vermischte Nachrichten. Der hochseelige König von Prcussen soll von dem Journal, welches er über alle Merkwürdigkeiten seincs Lebens gehalten, gesagt haben: „ Ich habe darin, nen die reine Wahrheit geschrieben und indem ich mich selbst nicht geschont habe, Hab' ich auch andre nicht geschont.« Die sinnreichen Franzosen hatten 8ricdrich den II. die letzten Jahre seines glorreichen Lebens l!.e I)o^en äes Rois, den Dechant der Ober» älteste der Könige genannt. AlS der gegenwärtige König den Tod seines Onkels erfuhr, war sein erstes nicderzuknien und Gott, den König aller Könige, an- zubetcn. Den General Möllendorf bat er, „ ihn zurecht zu weisen, wenn er etwa fehlen sollte, das könnte anfänglich, setzte er hinzu, leicht geschehen, aber er würbe sich alle Mühe geben, eS bald möglichst zu re- drcßiren.« Zu dem Minister des Criminalgerichts sagte cr,»solls iagetödetftyn,so lassen sie die Marter weg.« Ais er dem Prinzen Heinrich einen Gegenbesuch machte und nicht wollte, daß dieser ihn an den Wagen begleite» solle, sagte berPrinz: Ich schmeichle mir, liebster Freund, daß Sie mein Nevcu sind, aber Sie sind auch mein König und cs ist Schuldigkeit, ein Beyspiel der Achtung zu geben, die man Ihnen schuldig ist. Der König hat den Kauflenten und Fabrikanten aufgegebcn, die Mittel ausfündig zu machen, wie der Handel in bessern Flor gebracht und die seitherige Hindernisse aus dem Weg geräumt werden könnten. Nach Briefen aus Jamaica soll der König von Spanien, vermittelst publicirtcn Edikts, die Provinzen Louisiana und Ost-und West-Florida an Frankreich abgetreten haben und Neu - Orleans sey zu einem Frcyhaven erklärt.! Briefe aus Petersburg melden, daß man an der Reise der Kayserinn nach Cherson zweifle, welches ein Anzeigen des Kriegs wäre. (Hierbey folgt das gewöhnliche Extrablatt.)