Nr», i;;. MM? MM« Pag. 6Z7. Larlsruher Zeitung. Keytags den io November > 7 8 6 . Mt äschsürftNch, Markgräflich . Badischem gnädigstem Privilegis, Pkizza, vom ib cr. ruhiger Bcodachrungögeist— nicht schröckeud, :ur Der junge Herzog von Bedsord hat zu Ncwmarfet Wahrheit suchend sieht hervor — sein Blick ist heiter ein Pferd zum Wettrennen gekauft, dafür er rzoo wie der Himmel, wohlwollend wie dre veredelte Guineen bezahlt har. Nach dem Bericht eines aus Menschheit und Liebe gebietend, so daß sich Respect ^ Amerika zurückgekommnen Reisenden, herrscht in da- ihm nicht versagen läßt. Wer das Aug studirt Hut, sigcn Staaten-Versammlungen bey weitem nicht das dem bleibt die Seele nicht fremd. In dem Aug des s Dccorum, als in den Europäischen Regicrungs-Ver- Kömgs liegt jene geheime unerklärbarc Kraft: Herzen sammiungen üblich ist. Wissen und Lvback liegen an sich zu ziehen — mit den Banden der Ergebenheit auf dem Tisch; noch ehe die Deputieren der Staaken sie,;» ftßeln. Es ist fast unmöglich, daß ein solcher zmammeu kommen und ehe ein Wort gesprochen wirb, König, icinals unallaschirte Diener haben könnte.« brennt jeder Dcpulirte seine Pfeife an. Es ist dabey »Eine große Fürstinn soll, als sie zum erstenmal den nicht ungewöhnlich, daß derjenige, welcher eben das itzlgen Monarchen noch als Prinz sah, sich erklärt ha, Wort führt, seinen Hintern am Kamin wärmc und ben: IchoauLtteco eck p-ckms lur ck»n vick^e, (der Adel die Asche seiner Wisse an dem Stuhl des Präsiden- der Menschheit, von Gross, Rechtschaffenheit und Güten ausklopft. Der vcrsto-dm Admiral Keppel hat te gemischt, liegt offen in seinem Gesicht.)« seinem Busenfreund, Charles James Kor, eine jähr. Aus dem Haag, vom z Nov. liche Revenue von 1002 Pfund auf Zeitlebens vcr. Dem König!. Preußischen Staatsminister Herrn macht. Ein Beweis, daß Hr. Zoe nicht ft arm an Grasen von Görz find dieser Tag« wieder neue Ver- ' Mitteln und Resourccn, als unwissende Personen ihn haltungsdefthle von Berlin zugegangen. Es scheint, schildern, siyn mag, daß derselbe kürzlich ein Land- der König sem Herr wolle erst alle Wege der Mäfi, gut gekauft und 15022 Pfund dafür bezahlt hat." gung versuchen, ehr er sich entschließt in, dieser Ange. ' 2 lus dem Lrandendurgis. vom 28 Mcr. lege^heit etwas entscheidendes vvrzunehmm. Allem An« Unter verschiednen Muthmassungen, die das Publi- ssyciu nach wird die Einmischung fremder Mächte, kum herlimträgt, ist auch diese, daß gewisse neue Ein- wttchc man hier ft sehr scheut, dennoch zuletzt nolh- richttmgcn dem Militair bcvorsiehen und deshalb 21 wendig werde». Diese Scene dürfte vielleicht auch Plane dem Monarchen sollen vorgelegt worden ftyn. so sehr ferne nicht mehr seyn. , Gewiß ist cs, daß ber Es heißt, die Kön. Regimenter würden ihre Wer- Preußische Hof mit dem sranzöfifchcn über diescAngcle- ^ bunqen allein haben und keine mehr auf Königl. Rech- gcnheir i» Briefwechsel und Unterhandlungen einge- ming Start finden, weil geglaubt wirb, daß der Chef treten ist und eben so gewiß ist es, daß Engelland hiebey kei- ^ der Kouipaguie alsdanw besser für seine Leute sorgen nen inüßigen Zuschauer abglebl. Gcrviß ist cs auch, würde. Auch soll ein besondres Kriegsgericht in PotS- daß Frankreich gar nicht Sinnes ist / sich zolcher Hän- dam niedergesstzt werden und dieses cie Vergehungen del wegen in einen Krieg einznlassen, der diesem Reich - ber Regimenter wider das König!. Inicressc uutcrsu« desto deichwerttcher werbe» würde, da England und chen und entscheiden, das General - Auditorat jedoch Preusscn m diesem Fall gemeinsame Sache machen seine Proceßftchen behalten. Ferner soll eine neue und Oesterreich unter einer Bedingung, die Preussen Invalidenkasse für Officicr errichtet werden und jeder alsdann zugestchen würde, die genaueste Partheylofiz, Kompagnie-Chef zu derselben bcytragen, um Prnsions- keit beobachten würde. Die unerwartete Erscheinung gcider daraus zu bezahlen, u. s. w. des ausserordentlichen Holländischen Gesandten am Berlin, vom 2Y Dct. Französischen Los Herr von Brantsrn im Haag i Vor gewiß vernimmt man, daß Se. Majest. der deutet auch riar genug an, daß rin nruer ( 6za ) höchstwichtiger Gegenstand vorgekommen sey. Der französische Botschafter im Haag Marquis von Verac ist fast täglich mit den vornehmsten Staatsgltebern in Konferenz und hat am isten dieses mit dem berühmten Rathspensionair von Amsterdam Herrn van Berkel eine lange und ernsthafte Unterredung gehalten. Einige Patrioten sagen itzt selbst, daß man eine vernünftige Einschränkung der Rechte des Erbstatthalters zur Absicht habe und sich auf diese Weis das grose Schauspiel durch Vermittlung endigen werde. Ob aber diese Beendigung ohne alle gewaltsame Mittel geschehen kann und ob das verworrene Chaos durch bloie Worte eine neue Schöpfung werden wird, muß die Zeit lehren. Armt-rdam, vsm z Nsv. Der wahre Imchalt der von Seiten hiesiger Stadt in der Versammlung der Herren Staaten von Holland am 2zsten Oetober vorgetcagnrn Präposition zur Ernennung zwser Wiederherstellungskommißiouen beschrankt sich hauptsächlich auf folgende zwey Punkte: i) Durch Wegräumung aller alten und neuen Ueber- bleibsel eingeschlichner Mißbräuche die republikanische Souveränität der Herren «Staaten zu demjenigen wahren Ansehen einer Oberherrschaft wieder herzuftcl- len, welche von allen Mächten von Europa jederzeit anerkannt worden und welche der Grund ist und bleibt, worauf alle Bündnisse und Traktaten der Rc- publick mit auswärtigen Höfen und fremden Völkerschaften beruhen. 2) Die erblichen Civil - und Militärämter des Durch! nichtigsten Hau,es von Oranien gemäs der gedachten «Souveränität der Herren Staaten sowohl, als den unvorgreisiichcn Rechten und Frcyhciten dcrBürger undLandeseingescssencnsolcherge- stallt zu berichtigen und zu verbessern: daß die drey erblichen Acmter des Prinzen von Oranien, nemlich das Statthalter das Generalkapirain und Generaiad- miralamt endlich einmal so nützlich und glänzend für die Nepublick iverden möchten, als alle Vorfahren und erleuchtete Regenten der Nepublick bey dem erblichen Ueberlrag derselben an das fürstliche Haus von Oranien solches dezi-'lt haben und unividcrsprechlich noch itzt immer bezirken. « Diese Präposition ist dem ruhmvollen Karakter unsrer weisen Stadtregcntcn allerdings angemessen und ihrer hohen Einsicht würdig. Lleve, vsm 4 Nsv. Zu der auf den 6. dieses anberaumten Huldigung unftrs Herzvglhums werden allhicr viele Anstalten gemacht. Die beüdcn Fürst!. Söhne Sr. Durch!., des Prinzen Staatthalters, wollen diese Feyerljchkejt mit Ihrer Gegenwart beehren. Nieberrhei», vsm Z. Nov. Londner Berichte gedenken einer Vermählung zwischen dem Herzog von York, Vischeff von Osnabrück und der Pcinzeßimi Louise von Preußen, alle,«» Lachter des regier. Königs. Heidelberg, vsm 6 Nsv. Heute früh um 6 Uhr zeigte ein allgemeines ein viertelstündiges Läuten mit allen Glocken .a.vie schon gestern Abends geschehen) ü«iscru I-unvoynee» samt den in hiesiger Stadt in ganz ungemeiner Menge sich eingefundnen Fremden an, daß mn dem heutigen Tag die ausserordentliche Feyeriicht. c des Andenkens der vierhundcttiahrigei'. Stiftung unsrer Universität wirklich ihren Ansaug nehme. Schon des Abends vorher waren der Herr Staats - und Konfe. renzmtnistrr, Freyherr von Oberndorf, als hoher Re- prescnlant Sr. Kuhrfürstl. Durch!, unter veranstalteter Empfangnehmung und solenner Begleitung der oberamtlichen Unlcrchancn der Ortschaften Seckenheim, Edingen und Wiblingen, von Mannheim hier eingctrosscn. Hochdieselbe fuhren heute gegen halb 9 Uhr in einem Kuhrfürstl. sechsspännigen Skaaeswa- gen, an der Hanpcwache vorbcy, nach dem Universitätsgebäude auf, woselbst alle zu dem ftyerlickM Zug bestimmten Personen bereits versammelt waren. Nachdem sämtliche Herren Professoren und Deputiere daselbst vorgestelll worden, begaben Sie sich in den Akademischen Hörsaal, woselbst von dem kcAori Na.«;- mklco, Herr» geheimen Rach von Harrer, die Ers'ss« uungsredc gehalten wurde, wsrnach der Zug in foi, gcnder Ordnung in die heil. Geist Kirche vor sich gieug: i) ein Commando der bürgerlichen Reuter. 2) Der erste Pedell, z) Die Trompeten und Panete«. 4) Die zwey Pedellen mit ecu Unioersitälszeprern. 5) Die Zugehörigen der Universität vom Land und m der Stadt vom Bürgersiand. 6) D«e HerrenExerci- tieiimeistcr. 7) Die Herren a) die Philosophen, b) die übrigen der verschieduen Fakultäten o>)nc Unterschied, c) die Herren ln ftabicu clei> call. 8) Die Herrn Lehrer der hiesigen Gym >asicn. 9) Die Herren Pfarrer tind Beanice der Universität. lQ)DicHerren Privat Doccnten und Assessoren der Fakultäten. ca) Die Herren ftookLlftores cxkr^m'ämal'ü. 12) Die Herren LrokLslE-i «rsiinani der verschiednen Fakultäten nach ihrer gewöhnlichen Ordnung, ig) Der hiesige Stadirath. 14) Die Herren Depntirten der Collcgiakstiftcrn von Worms, iz) Die Herren Deputirlen der Kayscrlichcn fteyen Reichsstädte Heü- bronn, Frankfurt, Speier, Worms. >ü) Die Herren Deputieren des Q^mnassl illustrls von Zwcvdrncken. 17) Die Herren Dcputirten der Curpfälziseben Deutschen Gesellschaft. 18) Die Herren Deputieren der Curpfälzischen Akademie der Wissenschaften. 19) De Herren Deputiere» der Universitäten von Bonn, so) ------ < k Die Heeres Deputieren »vn Stuttgard, -r) von Bamberg, 22) von Jena, 2z) von Main; 24) von 'Basel, 25) von Ingolstadt, 26) von Wirzvnrg. 27) der -Herr Kanzler der hiesigen hohen Schule- 28) der Herr Abgeordnete von dem hohen Domstift Worms. 29) dir hohe Repreftntant der Höchsten Person Sr. Kurfürst!. Durchlaucht, begleitet von Frcyherrn von Venningen und Freyherrn von Fick als Ober - Curatoren. zo) die Herren Präsidenten. Zt) Die Herren Adelichen und Herren geheimen Staatk'rälhe. 32) Die Herren geheimen Räche, zz) Die sämilichen Herren Depucirceu der verschjednen inländischen Corpvrum und Dicastcrien ohne Beobachtung des Rangs und ohne Nachtheil desjenigen, so ihren Collcgiis gebührt, jedoch zwey zu zwey. 34) Die Dienerschaft und ein Commando zum Schluß. Die Inbelpredigl wurde von dem hiesigen Herrn Dechant und das Hochamt mit vollstimmigcr Musik und Losbrennung der Kanonen vom Schloß, von Herrn Weibischoff Würdtweiu von Worms gehalten. Nach dem Gottesdienst solle der Zug in voriger Ordnung wieder in das Umversitätsgcbäude zuri'iek gehe», wegen der äusserst schlimmen Wittrung aber fuhren Sie in dein Wagen dahin. Herr Reglcrungs- rath und Professor Wedekind hielc daselbst die zweyte Rede, welche, sowie die Eröffnungsrede, mit allge- ncm Bcyfaü aufgeiiommen, das Glück der hohen Schule pries, diese seltne Feycr unter unftrm Durchlauchtigsten Curfürsten Carl Theodor halten zu können, der nicht nur ein so gütiger Regent, sondern auch «in so grostr Wohllhäler und Vater der Musen ist. Nach diesen ersten ftyerlichenHandlungen gicng man erst nach 2 Uhr zur Tafel, welche in dem neu erbauten Saal zu 140 Gedecken gehalten wurde. Bey dem Trmken auf die Höchsten und hohen Gesundheiten wurde» abermals die Kanonen vom Schloß gclößt. Der hiesige Magistrat und übrige Beamten speißten an einerbesvndcrn Tafel von 40 Gedecken. Abends solle die Beleuchtung der Stadt, wozu recht viele schöne und allgemeine Anstalten gemacht worden, von statten gehen; allein der gar zn unge- Hümme Wind und Schnee licssen es nicht zu ; man mußte daher diese Ergözllchkeil bis auf den Mittwoch Verschieben. Morgen, Dienstags den 7. dieses, früh um 8 Uhr Nehmen die Doktors - Promotionen der verschiednen Fakultäten und zwar an diesem Tag in der theologischen, Katholischen und Reformieren Theils und in -er Juridischen ihren Anfang. Nachmittags wird -ein Rede in dem Gebäude der Staatswirlhschast- Achen Lehrer gehalten. Abends um 10 Uhr ist Ball mit freyem Eintritt in dem nenenWi-derischM. Saal. 40 ) .. . Mittwochs den 8. diese- werden Morgen- di« Promotionen in brr Medizinischen und Philosophischen Fakultät fortgesetzt und Nachmittags eine historische Rede in dem griffen Hörsaai vorgctragen. AbendS ist Konzert mit freyem Eintritt und nach diesem di« Illumination. Donnerstags den y fahren der dmgircnde Herr Staatsminifter, Freyherr vou Oberndorfs, abermals, wie am ersten Tag auf. Um y Uhr ist die Jnstau. rarionsrede und nach io Uhr der wiederholte sicherlich« Zug in die heil Geistkirche, woselbst das DarEamt gehalten wird, Nachmittags um 4 Uhr geschieht ein ähnlicher feycrlicher Kirchengaug in die Neformirkc Kirche zum heil. Geist, wo ebenfalls eine Rede und ein musikalisches Te Dcum gehalten werden. Abends um 7 Uhr werden die Herren Akadcmici einen solennen Aufzug machen und um 10 Uhr ist wieder Bat in dem Wlddcrischcn Saal. Auch Se. Herzogliche Durchlaucht vvn Würlemberg haben, unser Jubelfest mit Höchstdero Gegenwart verherrlicht und beehrt. Höchstdieselbe trafen unter dem Namen eines Grafen von Aurach, Sonntag Abends, mi; Dero Durch!. Frau Gemalin hier ein und wohnten nicht nur den heutigen Verhandlungen in dem akademischen Saal, soubern auch dem Gottesdienst in mehrdefagter Kirche bey; diesen Nachmittag aher besuchten Sie, unter Begleitung des Herrn Regirungsraths und Professor Zentner, die erneute Bibliothek und das Ecaatswirth'chaftliche Gebäude, womit Sie etliche Stunden zubrachten. vermisch!« Nachrichten. Ein Salsburger Gcbirgbaucr beobachtete kürzlich in einem Wirthshaus m der vtadt, daß zwey Herren die Bratwürste so sparsam in ein Süppchen tunkten. Er ftug den Keller, was dies für eine kostbare Suppe wäre, weil diese Herren so sparsam davon äffen? „Ernst, scy's, sagt ihm der Kellner und zar nicht lhcucr.« Der Bauer, von Jugend ans gewohnt brav zu löffeln, forderte gleich eine ganze Schüffelvoü davon, die ihm auch mit einem tüchtigen Löffel gebracht ward. Er sieng an so gierig von diesem Na, senrcisser zu che» , daß er bald am ersten Löffclvoll erstickt wäre: Senf, verlegner Taback Blut u.d.g. brachen im Stroin aus Maul und Nase hervor, daß man für sein Leben besorgt war. Er erholte sich aber bald wieder und gelobte allen Anwesenden feyer- lich an, Zeitlebens keine solche Suppe mehr mit Löffel zu essen. Die Summe her männlichen und weiblichen Haus, bedienten in Wim kann wenigstens auf 20,000 Köpfe gerechnet werden. Wien -raucht jährlich zooevoo Klafter Brennholz.