Nro. 142. Larlsruher Montags i 7 Pag. 669. Zeitung. den 27 November 8 6 . Mit HschfLrstNch . Markgräflich . Badischem gnädigstem Privilegis. Danzig, vom 4 Nov. Der.Reichstag zu Warschau hat den beßken Fortgang und die Partcy des Königs Vre Oberhand. Man spricht auch von einem Entwurf, einen Thronfolger zu erwählen. Wien, vom iz Nov. Derpäbstl. Nuntius begleitet den Kayserbey Ordensfunktionen in den Vorrechten eines Nuntius, hält auch zuweilen das Hochamt bey Hof, bleibt aber m Anfe, hung andrer Verhälmiße nur Boihschaster einer sonve- rainen Macht und ohne sonstige Nuntiaturjurisdikiion. Landen, vom 14 Nov. Die Denkschüften der gelehrten Gesellschaft von Manchester erwähnen eines ausserordentlichen blinden Menschen, der, che er blind geworden, den Vedirrlen in zwendeutigen oder oft durch tiefen Schnee verlohr- nen Fuhrstrassen zum Wegweiser gedient. Dieser Mensch besitzt von den Land - und Heerstrassen und überhaupt von der ganzen Lage der Lande so viel Kenntnisse, daß er die allen Fuhrstrassen verbessert und neue durch die Gebirge vorschlagt. Durch seine Anleitung ist die Postkarte in der Grafschaft Derby verbessert worden. Ein junger Mensch, ein Korbmacher kündigte neulich an, er wolle für 20 Pf. Sterling den Wettcrhan von dem Sk. Albans - Thurn abnehmen. Am Sonnabend führte er dieses geschickt und ohne Gefahr aus, indem er sich von Weiden Staffeln dis hinauf stochte. Wien, vom rg Nov. Bey den fortwährenden günstigen Nachrichten aus Egyvtcn fängt der Divan an, das Haupt empor zu heben und spricht ganz öffentlich vom Krieg mit den Russen und Venetianmi. Sonderbar iß 4s/ daß der ehemalige ins Elend verwiesne Reis - Effendi, E;;k Hassan eben derjenige scyn muß, der vom Grosadmiral ansgcwählk worden, die in Egypten zusammen, getriebnen Geldschäze nach Constantinopel zu überdüngen. , , Donanstrohm, vom lb Nov. Die Holländer haben nicht Unrecht, wenn sie argwöhnen , daß man sich mit ihrer inner,, Gährung beschäftigen werde» die einen Gang nimmt, der in den Augen von Europa ein Stein des Anstosscs wird und baß der erhabne Bruder der Prinzcßinn von Ora- nien von der Freundschaft Josephs U. versichert, endlich mit ihnen in einem Ton sprechen werde, der fähig sey, sie zur Verminst zurück zu führen. Die Abtey von Martinsberg, die erste und reichste in Ungarn, wird so eben abgeschast. Die Mönche lebten in Uneinigkeiten mit ihrem Abt. Eben so wurden auch die Ordenögcistliche von St. Paul in dem nemtichcn Königreich abgeschast, weil ihr eigner General ihre Abschaffung verlangt hatte. Es sind auch Uneinigkeiten zwischen einigen Klostergemeinschaften und ihren Kommenthureyäbtcn. Z. B. zu Gold- weyh. Man versichert, unsre Bank werde den Capita- listen, welche ihr Geld in dieselbe gelegt haben, bald 8 Millionen st. abtragen. Das Kupferamt werde kein Geld mehr, als zu z von hundert annchmen und die Zinsen der Bank würden bald auf z vom hundert herabgesetzt werden. Diese Operation kündigt in den Augen unsrer Raisonneurs an, daß so bald noch kein Krieg zu befürchten sey. Bey unserm Criminalgerichtshof oder dem Stadtgericht soll nächstens verordnet werden, denen Verbrechern, welche -ty ihren Verhören offenbare Lügen Vorbringen, für ( 6?s ) jede ro Stockfchläge zu geben. Des Herrn Erbprinzen von Nassau - Weilburg Hochs. Durch!., welche sich h,er befinden, hatte bey Sr. Mai. dem Kayfer Audienz und wurden hier überall mik allgemeinem Beyfall ausgenommen. Aus dem Brandenburgischen, vom 17 Nov. Die neue Gardeuniform, welche sich der Monarch verfertigen ließ, hat Er zum erstenmal am Gcburtsfest der verwituveken Königinn getragen. Sie besteht in einem blauen Rock mit rosenrothen Aufschlägen und einem zwey Finger breiten gestickten Kante, die dis unten hinunter geht. Auch die Knopflöcher find mit Schleifen gestickt. ' Man glaubt, daß diese Uniform für die erwähnte Leibgarde bestimmt scy. Ob gleich die Sage allgemein war, daß die Compagniechefs die Ocßonomie der Compagnien verlieren und auf 1220 Thir. Besoldung gefetzt würden , so versichert man itzt doch, daß auf Vorstellung verfchiedner grossen Generals dieser Plan nicht ausgefnhrt werde. Paris, vom 17 Nov. Zwölf Pumpen, die auf beiten Seiten der Seine angebracht find, werfen in 24 Stunden 55842 Eimer Wasser aus. Die Feuerpumpe gibt in eben so viel Zeit nur 42 tausend Eimer. Hier war seit kurzem die Sage, daß Graf Eduard Dillon die Gräfin» Fries in Wien heurarhcn werde. Vom Graf Eduard war niemals die Frage, wchl vom Graf Robert Dillon, aber auch nur diesem hat Ach die proiectirte Heyrath zerschlagen. Was den Grafen Eduard Dillon bctrist,so haben wlrzuver- läßige Nachrichten erhalten, baß er in Egypten ist. Als er zu Cairo war, entwarf er den Plan, die Ruinen von Theben zu besuchen; seine Freunde wi- derriethcn chm, diese Reise mit einem kleinen Befolg zu thun, er möchte auf Gesellschaft warten oder eine große Begleitung mit sich nehmen, weil cs gar zu ge. wagt und wegen der Streifcreyen der Araber zu gefährlich sey. Seine Herzhaftigkeit verwarf diese» wohl- meynenden Rath und er glaubte mit 7 bis 8 detcr- mimrken und wohldttvaffneten Leuten allen Angriffen widerstehen zu können; aber er betrog sich. Sein kleiner Trupp ward auf der Reise von einem grossen Schwarm Araber attaquirr, geplündert, mißhandelt und der gute Graf nackend ausgezogcn und mit ab- geschniltnen Haaren cnm ffen. Also wahrhaft nackend und blos kam er mit st nen Begleitern nach vielem Ungemach zu Alcxandric-, bey dem Französischen Con- sul an, der ihn und scim Lenke kleidete und fernere Hülfe versprach. Diesen Vorfall hat der Consul unfern, Sceminister, Marse: all von Easiries, gemeldet und ssr also keinem Zweifel unterworfen. So weit kann Liebe zu Reisen, zu Erwerbung nützlicher Kennt« niße- fuhren! Ihre K. K. Majest. beyder Sicilien werden, wie man versichert, aufs Frühjahr eine Reise hiehrr machen, um die Harmonie zwischen den unter- schiedncn Seitenlinien des Bourbonischen Hauses noch näher mit einander zu knüpfen und man glaubt selbst, daß beyde Konigl. Majest. auch Madrid besuchen dürften. Dir Siciliantschen Herrschaften werden sich zu Neapel einschiffcn und eine kleine Flotte wird ihnen von Seiten unsers Hofs von Toulon aus entgegenge- schickt und zur Begleitung bis Marseille gegeben werden, wo sie sich auLschiffen wollen. Während ihres Aufenthalts zu Paris, woselbst ihnen ein schöner Pallast zubereikct wird, soll des Königs vvn Siciiicn Majest. sich vorzüglich auch eine Zeitlang wegen der Jagd zu Compiegnr aufhalten, von welcher Dieselbe» wie Dero Königl. Vater, ein paßivnirter Liebhaber sind. Haag, vom 17 Nov. Beyfpiel der Subordination unter den Vr> 4 corp, zu Utrecht. Ein Bäcker stand am ahsten an der Treppe des Wachthaufes Schildwach und gcrieth mit seinem wachthabenden Officier, der vorbey gicng, in Worlwechfei. Man wurde hitzig,-man wurde noch hitziger-man packt? sich ,„,d der Bäcker gab dem Officier am Ende mit der Snaphan-Kolbe einen Stoß vor die Brust, daß er die Treppe hinunter stürzte. Bey diesem Lärm kamen die übrigen Bürger herzugelaufen, die Säbel wurden gezogen »wd der Bäcker hieb einem derselben die Nase rein ab. Er wurde arretirt und von den neuen Rathsherrn, welche gern Geldstrafen auflegen, zu Erlegung von 102 goldiicn Ryder» (1400 Gulden) verurtheilt. Die Spötter sagen nun, der Bäcker solle sich für die 1400 Gulden wenigstens die kostbare Nase geben lassen, um sie cinzubalsamircn und sie zum Andenken auszubcwahren. Berlin, vom 18 Nov. Der Monarch sott fein Vorhaben, die meiste Zeit seinen Aufenthalt in Berlin und Charlottenburg zu nehmen, abgcändert haben, weil das Heer der Bittenden seil dem Antritt feiner mildthätigen Regierung zu sehr auf Ihn losstürmt und feine nahe Gegenwart dcnutzt, nach Belohnungen, Gnadcnbczeugungen und Hülfe zu streben. Der Sage nach wird also der Monarch bis zum künftigen iZten Merz größtenstheils in Berlin bleiben und sodann nach dem Beyfpiel des verewigten Friedrichs Sans-Souci z» seinem gewöhnlichen Aufenthalt wählen. Ein geringes Mädchen, deren ältcrliches HauS in der Berliner Landoverger Straße sehr baufällig war, schrieb kürzlich in der offcnherziBen Sprache an b,n König und bath, dg- c 67l ^ HauS neu bauen zu lassen. Düs Naive und Offenherzige in dieser Bittschrift gefiel dein Monarchen so sehr, daß Er ihr Gesuch bewilligte. Der König hat der verwittweten Königin zu ihrem Geburtstag ein sehr kostbares porcellam Tafchervice zum Geschenk übersandt. Die beyven ältesten Prinzen, Söhne des Königs, haben von Sr. Mai. die Erlaubniß erhalten, sämtlichen Affambieen, so diesen Winter allhirr scyn werden, beyzuwohnen. Ein abermaliger Beweis, wie sehr Se. Majestät bedacht sind, der Handlung neue Quellen zu cröfnen, ist unstreitig dieser, daß Höchst, dieMen dieser Tagen die bisherige Tabacks. Administration aufgehoben haben, so daß wahrscheinlich der Rauch-und Schnupftvback in der Folge ein frcycr Handlungsartikel seyn wird. Man will auch verstchern, in Ansehung des Koffers stünden sehr viele günstige Veränderungen bevor. Unter andern heißt es die bisherigen Koffeebreunereyen würden in der Folge aufhörcn. In der Redoute ist das Kartenspiel voin König erlaubt. Die Wintcrlustbarkeitcn . sind noch nicht bestimmt; indcß ist der berühmte Sänger Marchese aus Petersburg für die hiesige Oper mit ansehnlichem Gehalt engagirt. Die Tabaksadministration wird aufgehoben und soll jedermann damit handeln können. Der König will alle Tabacksactien, die noch bis 1792. laufen, mit ihren Zinzen bezahlen und es soll keiner darunter leiden. Der vorräthige schlechte Tabak soll unter die Soldaten vertheüt und der gute verkauft werden. Dagegen soll eine Kopfsteuer eingeführt werden, die doch nur die Mannspersonen trist. Die Magdeburg:« sche vttrvirte Kornyandlungsgesellschast und das Lagerhaus in Berlin, sind in so weit aufgehoben, daß jeder Fabrikant und Kaufmann wieder alle Arten Tücher verfertigen und verkaufen kann. Die Sechand- lungs - Gescllichast soll nächstens wieder emgehcn, die Caffccbrenncrcy aufhören mid der Handel und Debit des Caffee sämtlich wieder an die Kaufleute kommen. Sonst noch spricht man von mehrcrn grossen Veändcrungen, die nächstens bekannt gemacht werde» dürften. DerKönrghat in der Cabinersvrdr über diesen und den vorhergehenden Punct gesagt, daß die Unlcrthancn nur zur Contrebande verleitet würden, welches auf ihren moralischen Karakter emen schlimmen Einfluß hätte. Der Gencrallieulnant von Wartenbcrg hat eine Unrcrfuchungskommißion im Hause, die aus dem Minister von Heinitz, dem Gouverneur und Herrn Finanzrath Hartmann besteht. Sie sollen untersuchen, ob alles untere der vorigen Regierung richtig zugcgangcn sey. parm, von, 17 Nc>v. Die Wiederaufnahme -er Protestanten i« Frank» reich soll gewiß scyn und das Edict dieserwegen schs» bereit liegen, um registrirt zu werden. Diese wichtige Sache gieng ohne den mindesten Widerspruch durch den Rath, dessen Glieder alle dem Herrn Grafen von Necgennes wegen dieser Propostlioncu die fchmeichet» Hastesten Complimenre machten. Die Geistlichkeit verehrt die damalige Negierung zu sehr, als daß sie etwas dagegen eimvendcn sollte: Kurz, Intolerant ist nicht mehr Mode und Verfolgung »st rin altes Wort. Haag, vsm 2, Nov. Der durch feine befondre Geschicklichkeit bey Schlie» ßung des Hanblungsvertrags zwischen Frankreich und dem nordamerikamschen Freistaat berühmte Herr Gerard von Rayneval wird mit ehestem hier er. wartet. Er soll an die Stelle des Grafen von Coet- loury kommen, welcher die Sachen des K. Französt« sehen Hofs, die Handlung und das Finanzwesen betreffend, hier besorgt. Herr Coerkoury ist bereits von hier nach Versailles adgereißt. Zweifelsohne ist derselbe unsrer Sachen halber, die er grünblichst kennen z« lernen, die beßte Gelegenheit hatte, nach Hof beruft» worden. Antwerpen, von, 21 Nov. Dem Ansehen nach, bürste die zwilchen dem Kaviert. König!. Hof und den Generalstaaken herrschende Einigkeit nicht von gar zu langer Dauer seyn. Wenigstens entspinncn sich in Betreff der Schelve- sahrt neuerdings Irrungen, die in der Folge bedenklich werbe» könnten. Der Beweggrund ist folgender: Die Holländer halten seit einiger Zeit bemerkt, daß die Ocsterrcichischen Schiffe in der kleinen Bucht Haiegras auf Oestcrreichifchcm Gebiet in dem Zwjnflusse ihre Ladungen ausfetzen. Da nun die Gencralstaaten behaupten, vcrmög des münsterfchen Vertrags müsse nicht nur die Schelde, sondern auch per Zivin geschlossen seyn Ihre Hochmögende, haben also mittels einer Entschließung von» 6ten v. M. er» Schiff von 10 Kanonen und 70 Mann vor gesagte Bucht legen lassen, nm bloS den Holländischen Schiffen die Ausladung, wiewohl gegen Entrichtung der tandsüblichen Zölle, zu gestatten; als aber die Re. gierung zu Brüssel hievon Nachricht erhielt, so war» am ivten dieses eine Abteilung Konstabler mit Kanonen aus Mecheln nach Hazegras kommandirr, um das Recht in ihrem eigenen Gebied geltend zir machen. Vermischie Nachrichten. Englische Briefe sagen, daß der Fürst-Primaj »» Pohlen zu Gunsten einer Erb-Monarchie in diestm Königreich ein Manifest pudlicircn lassen, wodurch er Mn Unruhen abzuhelftn glaubt. — - - - ( 672 ) - - Zu Londen haben feit einiger Zeit die Herrcn Gil- von zwey Stunden im Umfang befindet) Platz zu wabert und Flarty, zween Modehändler und ein ge- chcn. Mochten doch die Akademien unverzüglich zur schickter Fneftur in Compagnie, die Speculatisn ge- Preisfrage aufwerfen: welche Belohnung verdlenr macht, ein — französisches Modecabinet im Grossen der Sterbliche und welcher Ehrenbezeugungen ist anzulcgen. Es besteht aus 24 recht schön gemachten er würdig, -er alles das erfüllt, was Herr Lol- wciolichcn Puppen in Lebensgrösse, die in einem gross lignon zu leisten verspricht? Ich würde unmaß- sen Z mmcr in vcrschiednen Attitüden stehen und sitzen gcblich grsüs antworten: die Apotheose, und an denen immer dir neusten Moden in Coeffü- Am iZten merkte der Mütter einer Rheinbrücke, einen, Hauben, Hüten, Halstüchern und Kleidern, wcl- ne Stunde von Mainz, daß sein Mahlwerk still stand, che die Gesellschaft aus Frankreich erhält, zu,sehen Er lief in die Mühle und fand in dem Schiff schon find. Diese Modestückt lassen sie alle Tage von Mor- 2 Schuh Wasser. VollrrAngst lief er zu seiner Frau gens um 10 Uhr bis Abends um 6 Uhr sehen. Der Eintritt kostet r Schilling 6 Penns, die tägliche Einnahme ist sehr beträchtlich und die Herren Entcpre- ncurs stehen sich sehr wohl dabcy. Denn ausserdem, daß die ganze feine Welt in Londen Stutzer und Stutzerinnen, diesen Tempel der Mode, in ^ir d'rreet Nro. z. sehr fleißig besuchen und ihr Opfer bringen, geht auch selten jemand weg, ohne Bestellungen gemacht zu haben. Prinz Ludwig von Braunschweig hat nun actenma- ßigen Bericht von dem ganzen Verfahren der Holländer gegen seine Person bekannt mache» lassen. Dieser Bericht enthält 69b veilen. Wir brauchen unser» Lesern nur zu sagen daß Herr Hvfrath Schlötzcr Verfasser dieser wichtigen Schrift scy, um einen jeden zur Lektüre dieses wichtigen Berichts zu reizen, der, theiis wegen des Verfassers, thcils wegen des wichtigen Gegenstands bald durch Ucbersetzungcn durch gaw. Europa verbreitet seyn wird. Die Sache» sind ins hellste Licht gesetzt und die Rolle der Patrioten erscheint in ihrer ganzen satanischen Gestalt. Herr SHwtzcr mahlt die drückendste aller Tyranncyen den Uebermulh des Geldadels und das Gehäßigc der ka»f- mä'Nischen Majestät, den Kaufmamisgeist der holländischen Jure»-Seelen, von welchen er mit dem Amsterdamer Bviand sagt: wenn sie des Gewinnsts wegen, durch die Hölle fahren wüsten, so wagten sie das Versengen der Segel daran. Doch man lese. — BllugerweiSe sollte der König und die Republick Polen dem Herrn Advokat Collignon einige Skarosteien von nngefthr einer Million jährlicher Einkünfte und ein Regiment Leibwache ziiin Geschenk für das unsterbliche Werk geben, das er unter folgendem Titel jn acht Octavbänden herausglbt: Dl« vcrändruua -er ganzen Welt, durch die Lcqueinlichke t, die gute Erzi.hung und die allgemeine Wohlfahrt aller Menschen rc. rc. Alles was gegenwärtig von Menschenhänden auf der Oberfläche ?der Erke cxistirt, muß gänzlich bemolirt werden, um der Ausführung der Entwürfe des Hrn. Collignon (worunter sich auch dir Anlegung tausend neuer prächtiger Städte, jede und Kindern, um sie zu retten. Aber kaum hatte man die viele Früchte heraus gebracht, so mußte er zusthen, wie seine Mühle, sein ganzes Vermögen, bey stillem Wetter von dem Wasser in die Tiefe verschlungen wurde. Die Prmzeßinn Gabrielli zu Nom, welche der Rußss schen Kayserinn 2 prächtige alte Camecn verehrt, hat von derselben zum Gegengeschenk eine prächtige Feder woran ein Adler gefaßt, 2 Ohrbouclcs, einen Ring von Brillanten, auf 8202 Zechinen Werth, erhalten. Nach den neuesten Nachrichten aus Constankinopel, soll die nachdrückliche Verwendung des Wiener Hofs für die gütliche Beylegung der zwischen Rußland und der Pforte obwaltenden Streitigkeiten von so guter Wirkung gewesen seyn, daß die Türkische Truppen die Lande des Heraklins mit keinem Fuß betreten und den Lesgiern auf keinerlei) Weise beystehcn sollen, sondern auch die übrigen Punkte zum Theil schon vermittelt und zum Thcil eingeleitel seycn, daß Rußland in kurzem auch darüber eben so gewiß vollkommen befried igt seyn dürfte, als es sich schon itzt der Noch- Wendigkeit eines Kriegs enthoben finden werde. Wegen dem Chaussee - Bau von Ulm nach Nürnberg sind alle Hindernisse aus dem Weg geräumt und wird solcher in z Jahren vollendet seyn. In einer angcsthncn Handelsstadt klagten die Christen gegen die Juden und baten, daß letztere die vor ihren Häusern, zur Beschwerde der Bürger und des Kommerzes, aufgcführre Lauberhültcn wcgschaffen mochten. Die Beschwerden der Kläger waren allerdings gegründet, die Inden hingegen hatten nichts zu ihrer Vertheidigung als beschnittne Dukaten und das mosaische Gesetz. Der Richter wog die Gründe und erlheiite folgenden Bescheid: „ Soll die Judenschaft, innerhalb achr Tagen ihre in den Strassen aufgcbau- te Lauberhütlen, bey Vermeidung einer Strafe von 2202 Stück Dukaten, wegschaffen und das V. R.W. Beyde Theilen waren zufrieden, die Kläger wegen des kurzen Termins und die Juden, weit ihr Fest, nach 8 Tagen ohnehin zu Ende wäre. (Hterbey folgt das gewöhnliche Extrablatt)