Nro. 8. Karlsruhe Mittwochs dön Mit Hochsürstlich - Markgräflich « - .„ Frankreich. Nationalversammlung -er zweyttn Legislatur« Sizzung vom y Jan. Vortrage über viele minder beträchtliche, theils schriftliche, theils mündliche Dinge, als: U-mrsiützung der Nvthleitenden. Unter vcrschicdnen hierüber verzeichnen Planen erhielt der, die Dürftige dadurch zu nähren, daß man sie mit Verbcherung der öffentlichen Wege beschäftigte, weil dadurch eine doppelte Absicht erreicht würde, ncmlich, Beförderung des Feldbaus und dcrHandliing undAusübung von Gerechtigkeit, durch müde Unterstützung, den meistenBeyfaü. Dieser wurde denn kcmDruck zu übergeben befohlen und in einer folgenden Sitzung wll derselbe weiter untersucht werden. Auch die Frage: Ob die Decrete, wegen Einrichtung des hohen National - Gerichtshofs zu Orleans die König!. Sanctwn nöthig haben, wurde dießmal wieder nicht erörtert, auch keineZeit bestimmt da es geschehen sollte. Man suchte dieser kritischen Untersuchung dadurch aus- zuweichen, daß man dem Minister auflrug, das er binnen cinnZeilftist von 8 Tagen die Nationalversammlung benachrichtigen möchte, welche Maasregeln derselbe, vm besagtes Hobe-National-Gericht ganz auszubüden und in Thätigkeit zu setzen, genommen habe; hierdurch wich dieselbe der Sanctwn derselben am geschicktesten aus, denn sic würde den König in der Norhwendigkeit gesetzt haben den Gang der Gerechtigkeit zu unter, brechen und zugleich die Lage Seiner Herren Brüder noch weit kläglicher zu machen, dann das Gefühl auch der größten Seelen muß doch der Menschheit angemessen seyn, kann sie also nicht auch im Uebcrgewicht andrer Pflichten entehren. Selbst der Nation Stimme war aus Empsindung für den König, als» Nicht-Sanktion, so stark auch deren Nochwendigkeit von andern behauptet wurde. — Denn wurd' eine Dankaddressc von General Luckner, wegm dem ihm erilMen Marsthalisstad verlesen, welcher im Prvto, kvll ehrenhaft gedacht werden soll. Daß dis Unruhen in Avignon auch nicht gestillt seycn, war dem Mch noch ei» trauriger Gegenstand dieser Sitzung. Pag. 41. r Zeitung. i8. Januar 1792. Badischem gnädigsten Privilegio. Sizzung vom ic> Jan. Die peinliche Gesetzgebung, oder die Pflege gerichtlicher Gerechtigkeit war der Hauptge-gcnstand dieser Sitzung und es wurden darüber noch verschiedne wichtige Artikel, als Zusätze decretirt. Sizzung, vom n Jenner. Des KriegsmimsterL Herr» von Narbvnne Rechenschaft von seiner Reise an die Grenzen, war darinNe das Hauptsächlichste. Er lobte der Garnisonen Much und Patriotismus; versicherte Lille, Maubeuge, Char- kcmsltt, Sedan, Mez, Bitche, Landau, Strasburg, Lauterburg, Hüningen, Blamont, Besan^on, ftyen, imbcßtenVerchcidigungsstand; einige dieser vcsten Plätze Härten zwar auch schwache Seiten, allem, mit möglichster «Kunst ftyen flevor einem Ueberfall gesichert; im nördlichen Departement befände sich die Armee noch 'in einem weit beßern Zustand, als sich erwarten ließ; Herrn Marschall von Rochambeau's Eifer habe man dieses zu danken; Magazine und Zeughäußer ftyen mit Lebensmitteln, Futter und Waffen hinlänglich versehen und der vom Militair- Comite gegebne Bericht, wur. de von diesem Minister bestätigt; dem Eifer der Na- tionalgarden, der Linientruppen und der Generals, ließ er Gerechtigkeit wiedersichren, denn fuhr er fort; wir stehen im Begriff, einen schrecklichen Krieg anzu- fangen, oder einen ehrenvollen Frieden zu unterzeichnen ; alles muß man anwenden, um uns vor einem nachcheiligen Vergleich zu bewahren, da sich Fremde erlauben, in unsre Angelegenheiten sich zu mischen. Herr von Narbonne bemerkte der Versammlung, daß, nachdem alle Kriegspiätze besetzt ftyen, noch 75 tausend Mann übrig blieben, um ins Feld zu ziehen, doch gestund er mit Kummer, daß sich« in der Armee ein Desicit von 51 tausend Man» befände, um sie auf den vollständigen Kriegsfuß zu setzen; er schlug meh. rere MMel vor, diesem verdrießlichen Mangel abzn. helfen« Er endigte seine Rede mit sehr wichtigen Betrachtungen über die Umstände, die uns umgeben und über dic'Lage der Dinge und der Gemächer; er ver, theidigte die Sache der Freiheit und der Constitution. Giebt es Menschen , die noch etwas jenseits der - — ( 4L Constitution sehen, so mögen ste wissen: daß 8rank, reich nur durch die Lonstirulisn gerettet werden kann. Der Adel ist der Nation fremd, wie dem König. Lassen Sie die kleinen Besorgnisse, die kleinen Unruhen uns nicht anfcchtm: wir woilen es H machen, daß der Adel zweimal seinen Prozeß verliere, indem wir die grosmülhigen Eigenschaften zeigen, wovon er sich allein im Besitz glaubte. Der Ruhm der Minister muß von dem der Nationalversammlung unzcr- -trennlich ftyn. Der lauteste Beysall ertönte von allen Seiten und des Ministers Freymüthigkeik und Patriotismus , schienen alle Herzen für ihn zu vereinigen. Die Versammlung decrctirle: Sein Bericht sollte ge- dr»kt, in alle Lepartemenkcr und an die Armee gesandt werden. Paris, vom z. Jan. Sehr viele Departements , unter andern Code - d'Or, Niederrhcin, Gironde, die Stadt Marseille; Hc- rault, Calvados, Ardenncs, Loirel, Morvian, Fmis- Terrä, l'JSlc und Vilalne/ Nord - l'Isece, Dronte, Cher, Prinz - de - Dome, Mayenne, L>ainc und Marne, Dubs und Inra, Hallen einstimmig dafür, daß die Nationalversammlung nur constituireud ftyn soll; mehrere darunter wünschen, daß neue Wahlen statt haben möchten. Auch hat der Kriegsminister Nardon- ne seit seiner Bereisung der Grenzen des Jakobiner, klubbs Vertrauen verlohreu und von mehreren Orten her, sind bereits Vorwürfe und Klagen, gegen ihn ein- gekommen, insonderheit ist man mir seinem Betragen zu Belfort höchst unzufrieden. Zu Avignon sind die Commissärs izr mit Verfertigung einer historischenDarste'- llung jener daselbst vorgcgangncn unglücklichen Begebenheiten, deren Würkungen, Folgen und allenfatisigen Hülfsmirrel zu dauerhafter Herstellung der Ruhe, un. gemein beschäftigt; sie gedenken diese Schrift jedoch nur der Nation, nicht der Nationalversammlung, zu welch lezterer sie kein Vertrauen mehr zu haben vorgeben, zu überreichen. Neue Gäh.'ung der Deparke- menler wird, den patriotischen Deputirterr in der Nationalversammlung bcygemessen, diese seyen die Haupr- ünstifter dieser neuen bürgerlichen Unruhen; man befürchtet, die izige Nationalversammlung der zweyken Legislatur, wofern sie nicht die nemliche Eigenschaft, wie die erste annähme würde, der Nation Vertrauen gänzlich verliehren. Sollt' es in Frankreich zum wirklichen Krieg kommen, so muß derselbe , nach der «Constitution, in des Königs Nahmen geführt werden, vorher jedoch, von der Nation gut geheißen worden ftyn. Diese Grundsätze öffentlich auszusteüen, geltend zu machen und einzuprägen , war es vorzüglich erforderlich , jene, vom König erlaßne, (in unfern Bla^ lern bereits gegebne) wichtige Proklamation öffentlich Verkündigen zu laßen. Unsre Stadt ist nicht mehr so ) .l. prachtvoll und glänzend, wie vor dem; Mangel an pünktlicher-Polizey, macht sie unsicher und unrein; deren vorherige so schöne und regelmäßige Beleuchlung wird vernachiäsigt und verabsäumt,- Raubereyen und deren gräßliche damit verbundene Folgen, Ermordungen , werben immer häufiger und immer nachläsigcr, wohl gar nicht ernstlich geahndet und ,o findet man sich gcnöthigk, die Marcchausee beträchtlich zu vermeh, reu, damit die Summe der Verbrechet, nicht noch höher steige. Man ist hier des Aufdraußcns völlig müde und sicht dessen Ende doch noch nicht vor sich, wird zwischen politischen Wellen hin und her gewälzt. Marsche,! kmckner, hat angezcigt, ein förmitcher Krieg fty in ltziger Jahrszeit nicht anznfangen, man müße sich demnach, bloß auf kleinen Krieg , auf Scharm», zieren , emschränkcn. Ein Eilbolhe aus Spanien, brachte jüngst sagende Depesche: Es scy historische Thatsache, baß ein Prinz Conde zu Zeiten ber Ligue, oder des Vereinigungs. Bunds zu den Spaniern über, getreten, nach dem Pl-m,ätschen Fricdensschiuß aber, wieder nach Frankreich znrückgegangen. In besagtem Frieden mit Frankreich, habe jedoch Spanien znm Vortheil besagte» Prinzens, den Artikel eingc. schaltet, dieser Prinz solle das Land Clermonlois für sich und seine Nachkommen zu Lehn tragen und behalten ; da aber die crnstituirende Nationalver. sammlung alle Lchnrechle aufgehoben, hierdurch alsv de» Prinzen von Conde und ftine Erden, auch dieses seines Lehnrcchls beraubt habe, so fordere der König von Spanien, Kn.ft besagten Pyrenäischcn Friedens, dieses Lehn für gedachten Prinzen zurück; würde König und Nation die Rückgabe verweigern , so fände der König von Spanien sich gcnvthigt, dieselbe vermittelst seiner Waffen zu erzwingen. Diese Depesche wurde nicht geachtet, sondern gieng an bas Lehns- Comite, um ste ad Acta ^u legen. Mehrere mir schwerem Ge, schütz versehene Spanische Truppen ziehen sich zwar an den Grenzen zusammen, allein bie Süd-DepartemenrS behaupten, sie fänden sich stark und muthig genug, je. den feindlichen Angriff der Spanier zu vereiteln. Das seit einigen Tagen verbreitete Gerücht von Desertion zweyer Kavallerieregimenter, samt dem G. L. von Toulongeon, aus Bcsan^on ist ganz falsch. Hr. von Toulongeon befindet sich noch immer bey sei. ner Division zu Besan^on und die zwei Regimenter, wovon die Frage ist, einige Stunden von km in ihren Kantonnicungen. Gar haben einige der hiesigen Blätter die Zahl jener Regimenter auf 4 gesetzt, um die Lüge desto interessanter zu machen. Eben so falsch war das dieser Tage verbreitete Gerücht von einem neuen Mordgctümmcl zu Avignon , bey Gelegenheit eines daselbst im Pallast cntstandnen Brands. Nichts ist davon wahr, als daß jener Brand bald gelöscht und - - - c die Ordnung in der Stadt nicht gestört worden ist. Die Gefangnen sind gleichwohl auS dem Paliast anderswo in Sicherheit gebracht worden und chr Prozeß wird von dem dazu niedcrgesetzttn Tribunal fortdauernd emgeieilct. Es kommen täglich verschledne Soldaten «.»d Nationalgarden aus de»Departements au, welche für die neue Garde des Königs bestimmt sind. Die Pariser Nationalgarde sicht es nicht gern, daß sie die König!. Garde nicht mehr allein ausmachen soll und es heißt, daß sie Gelegenheit zum Streit mit deniieu- angckomwnen suche. Einige derselben sind schon mit ihnen handgemein geworden , zwei von denen, die zur neuen Garde des Königs bestimmt wann, sind getödict und 6 verwundet worden. Paris, vom io. Jan. Man verbreitet die Nachricht, Hr. von Peirouft und seine unglückliche Reisegefährten ftyen neulich in Ostindien ge,'unten worden. Seien zwar am Leben, aber über und über mit Aussatz bedeckt. Paris, vom rz Jan. Stanislaus vor» Clcrmont- Tonnerr-, ein bekanntes Mitglied der vorigen Nationalversammlung Stifter des monarchischen Ciubbs und einige andere, welche eben so denken, haben ihre MilitairsteUen iiiedergciegt, weil sie nicht in eiucm solchen Krieg dienen wollen. Es find hier von Herrn Septeuil, Schatzmeister der Ci- villiste, nur Hil-'e des Herrn Ludwig Julien und andrer für z oder 4 Millionen Londner Pavpiere aufgekausc worden. Warum? — Man wird sich erinnern daß versiossnen Junius für io oder 12 Millionen aufBrüs- sel gezogen worden. Es befinden sich zu Tournay bey 200 Emigranten - Familien, welche alles baare Geld aus Frankreich ziehen. Man versichert Gens diene zu einem Kriegsplaz für die Savoyer und Schweizer gegen Frankreich. Um die noch übrigen Freunde Frankreichs in dieser Stadt zum schweigen zu bringen, werden täglich die adentheurüchsten Nachrichten von einem feindlichen Anfall auf Genf von Seiten Frankreichs ausgchrcitcl und man wendet alles an, um die Konstitution herunterzufetzen und die Gegenrevolution als etwas Unfehlbares zu schildern. Die Desertion der Ossiciers der ftanzösischeu Armee hört noch nicht auf. Seit dem Besuch des Ministers Nardonne sind die noch übrigen abelichen Ossi» ciers des Regiments Foix über die Gränze gegangen. Es sind auch n andre Ossiciers vom zz Regiment ehemals Elsaß, desertiert. Des Kriegs- Ministers Entschlossenheit hat sie, scheint cs überzeugt, daß ihre Gegenwart den Verrälhorn bey ihrem Regiment nicht mehr nützlich scyn kann. Die Konstituti- ousgeMschaft !U Bourdeaux Hatzeno Spieße verftr- 43 ) — — tigen und unter diejenigen Bürger austheikrr lassen» welche keine Flinten haben. Warschau, vom 28 Der. Bey der großen Neuigkeit von Jassy wegen des form, lieh Unterzeichneten Friedens zwischen den Rußisch und Türkischen Bevollmächtigten, ist dieses zu bemerken, daß, obgleich dieser Friede verabredet und regulirt und was noch mehr, Punkt für Punkt in bcyten Ex. emplarien des UnterhandlungsportokollS unterschrieben worden, er dennoch das sogenannte letzte Siege! noch nicht erhalte» hat, indem der Desinitivicaktat noch nicht unterzeichnet worben und zwar wegen der äußerst großen Furchtsamkeit der. türkischen Bevollmächtigten, deren Vollmacht nicht immer ein Gewähr für ihren Kopf ist. Eie haben sichs daher ausgebe» ten, einen Boten, in Begleitung eines andern vom Grasen Bcsbvrodko, welcher bezeugen könnte, daß dieses die Oonciitio sine czus non wäre, zum Grosve- zier nach Schmmla zu schicken. Dieses ist ihnen zuge» standen worden , jedoch mit der Bedingung, daß, falls der Grosvezier die Vollmacht hätte, sie zu de» richtigen, den Frieden, so wie er verabredet morden, zu unterzeichnen, er spätesten den 26. Dec. unterschrieben werben sollte; wofern aber nicht und falls die Autorisirung des Sultans nöthig wäre, den i2tcn oder spätestens den 24km Jan. Man hat entdeckt, baß man türkischer Seils jenseits der Donau vor hat» le,die rußischeMagazincundFlottille anzuzünden. Einige verdächtige Personen sind deßwegcn eingezvgen worden, wie«, vom 7 Jenner. Den 24. Dec. traf dcrTürkifche nachMen bestimm» le Gesandte in Herrmannstadl ein. Sein Einzug geschah Abends bcym Schein derWachSfackeln und war prachtvoll. Auf eine Adlhcllung von Toskana Husaren folgten 14a Bagagewägcn, dann vollständige tür. k.schc Mnsick der Garnison, nach dieser 40 tartarische Hengste, einer nachdem andern geführt, mit kostbaren Decken und-Reutzeugen geschmückt. Hierauf der Ge» sandte zu Pferd, von 4 Türken zuFuß begleitet. Ihm folgte sein iziährigcr Schwiegersohn auch zu Pferd, dann kamen noch 40 Türken paarweis geritten und VenBeschluß machte eine andre Abtheilung von Husaren. Seit wenigen Tagen erneuert sich hier das Gerücht daß die durchlauchtigsten Gouverneure aus den Niederlanden zurück berufen werden. Der kommandiren- de General in Italien Baron von Stein soll auf Ansuchen des Gcneralfcldmarschalls Baron von Bender bey der bedenklichen und immer mehr überhand nehmenden Gäyrung ihm als Gchülfe gegeben werben. Der Hofkricgsrath dringt auf die Stellung der ücroo Rekruten, die Hungaru noch zu leisten verbunden ist. Den Herren in Brabant wird itzt in allem Ernst die ZechePemacht; man wird sie durch milirairische Mittel -- - ( 44 zur Räson zu bringen suchet nachdem politische nichts misrichten; cs ist bloset drohen, das Volk in den Niederlanden aufzuwiegcln und dann ihren van der Noot zum Marschall der Niederländischen Bundsarmee her- beyzuholen. Herve. vom IO Jan. Das Kayserl. König!. Dragonerregiment Koburg ist zum Theil gestern und heut hier cmgelroffen und morgen wird der übrige Theel erwartet. Man sagt, es werde seine Standquartiere zu Namur und Mons beziehen. Trier, vom is Jan. Non wegen Sr. Kuhrfürstl. Durchl. zu Trier ist an Höchßdcro Stadthakter allhicr den Freyherry von Kerpen die neue bestimmte Weisung ergangen, daß: 1. Allen Franzosen in der Stadt Trier (mit Aus- nähme der Frauenzimmer, Geistlichen, Civilpcrsoncn und jener Particnliers, welche mit ihren Familien in der Stille leben und zu keinem Corps gehören) wie auch alle Franzosen, welche zu Conz und über der Stadt Trier gegen Frankreich, oder Lothringen zu, ihr Quartier haben, bekannt zu machen scy, daß solche in Zeit von 8 Tagen sich hinwegbegeden sollen. 2. In denen Aemtern Mcrzig, Saarburg und St. Wendel sind gar keine Franzosen, welche Uniform tragen, oder zu einem Korps gehören, aufzuuehmen. z. Würben einige den Franzoien zustehende Gewehr entdeckt, so sind solche zu arrecircn und in Verwahrung zu nehmen, auch zu sorgen , daß solche nirgends exercirc». g. Kämen französische Edclleucc, allenfalls aus den Niederlanden an , so sind solche nicht über 22 Per» foucn stark in der Stadt aufzunehmen und dieselbe nicht länger, als eine Nacht hindurch zu dulden. 5. Sollten französische Werber sich ohngeachket des Landesherrlichen Verbots einfindcn, so sind sol. chen alsobald gefänglich einzuziehea und unter Bede, kung auf die Festung Ehrenbreitstein abzusckKken. 6. In der Stabt Trier ist das Landesherrliche Verbot wegen Lüftung von Kanonen, Flinten und Schießpulver nochmahlcn zu wiederhohlcn und darauf zu halten. 7. Auf alle Art zu sorgen , daß die ausgcwander- re Franzosen nichts feindliches an denen Tückischen Gränzcn vorzunehmen, sich deygehen lassen. Damit diese höchste Landesherrliche Verordnung in rhrrrWescnheit vollkommen erfüllt werbe, «0 ist dicscloe nicht allein den anwesenden Herren Franzosen iii französischer Sprache bekannt zu machen, sondern auch in öffentliche Blätter cinzurücken befohlen und fort jeder Kuhrfürstl. Umctthan zugleich angemahnt die ihm allenfalls bekannt werbende Cvntraventionssalle der Obrigkeit sogleich anzuzeigen. Noblen;- vom ca Jan. Die Ausgewanderten französischen Pnnzen, haben von dem General - Ecbstailhalter von Holland als re. gierenden Fürsten Nassau - Oranien ein freund, ichastliches Einladungs-Schreiben erhalten,in welchem er denselben und allen andern Ausgewanderten Aufent. halt u»o Wohnung in seinen zu den deutschen Reichs- landen gehörigen 4 Fürstenlhümern, anbiettt. Weiter trägt man sich hier mit folgenden wichtigen Neuigkeiten : 1) Eacopms sämtliche Mächte wollten mit ihrer ganzen politischen Kraft und Würde dem König von Frankreich uns der Nationalversammlung eine Aussöhnung mit den auszewanderlen ftanzösischenPrin- zen unlcr so mächtig muckenden Gründen vorschlagen, daß ein glücklicher Erfolg mehr als wahrscheinlich feyn, an nahe Geivißeett grenzen müsse; fände jedoch diese Aussöhnung allenfalls nicht statt, so würde 2) das ich sich auswärtig befindende Frankreich oder die französischen Prinzen mir sämtlichen Ausgewanderten, bis auf weitere Verfügung sich in die Königl. Preußische Staaten zurück ziehen, um dort, in «Lüchecheit den Angriff der französische Nationalgarden ruhig erwarten. Regenoinrrg, vom lZ. Jan. Hier in Regensburg wird nun eine neue Druck, sehnst mit großem Beysail gelesen, bclittclt t „ Die Oberherrschaft und Obe lchicherrlichkcit Karners und Reichs über die Rcichsständnche Länder, kinmittclbare Terri» tonen und Reichsstädte in Elsaß und Lothringen, bios aus öffentlichcn Akten und Friedensschlüssen bewiesen, mit praktischen Anmerlungen über das Reicbsgulach. ten vom 6. Äug. 1791. Dnichchland imNoo. 1791.« Diese meisterhafte Arbeit macht dem Herrn Verfasser viel Ehre. Kaum werden die neue darum vi lfäiktg enthaltene stattlich« Bcweislhümer, Reichs,ubsidicn und bündige Argumentationen für den reichsständlichcn gerechtesten Besitzstand, von den Wortführern der französischen Nationalversammlung auszulösen seyn. vermischte Nachrichten» In ten Gebürgcn von Chili hat man eine ArtWai- zcn entdeckt, der, würde er dey uns eingeführt, die ganze Art des Feldbaus verändern müßte. Es ist ei, ne Stande, die beständig dauert und alle Jahre Saa, men in Ueberfluß trägt. Jede Familie har eine An, zahl Stauden, di« hiniänglich find sic zu ernähren. Mau sagt, der in Slultgarv befindliche französische Agent Pftffel sey bevollmächtigt, nach Regensdurg zu gehe» und den imElsaßtc.angescffnenRelchsständen, einen Lanbsbezirk an den Lothringischen Grenzen bis an den Saarbach anzubieten. In Genua ist der vormalige Doge, Marcello Du- razzo, gestorben.