g. Nro. 146. Pag. 679. Karlsruher Z etLun Montags den 7 Deeember 1789. Mit Hschfürstlich - Markgräflich - Basischem gnädigstem Privilegs. Aus der Ukraine, vom rr Nor. Die Türken Hallen sich noch in Bender, obgleich Fürst Pokemkin die größie Macht der russischen Ar. mee dorthin gezogen hat. Aus dem Dniesier ist eine Art von schwimmenden Batterien verfertigt und mit Kanonen versehen worden, Bey der Sokoly, welch« an der Mündung des Bogsiusses liegt, werden rutsche Ech'ffe gebaut. Auch ist daselbst über diesen Fluß eine Brücke geschlagen worden, um die Route von Soksly nach Bender in gerader Linie zu ziehen. Auf demselben durch wüste und öde Steppen führenden Weg, ist bey jeder Meile eine Menge von einer Art Wohn- hütten in der Erde gegraben worden. Aus Akiermann kommen einige Fahrzeuge bis in die Donau. Der Exkapudan - Bassa hält sich noch in Ismailow. Schreiben aus dem Layserlichen 8eidlager, vom (Hrssva, vom 14 Nov. Man stelle sich ja die türkische Festung Ncuorsova nicht als einen unbedeutenden Platz vor. Es ist ein wahrer Donauricqcl und, unendlich schwerer einzunrh. men, als Belgrad und falls Laudon auch diesen Ort bezwingt, so hat er ein größres Verdienst, als bey Belgrad. Ich will nur eine kurze Beschreibung der ero- berleuFcstung und der itzt belagerten bcyfügen und ich lasse dann die vernünftige Well urthellen, ob ich ohne Grund gesprochen habe. Belgrad besteht auS der Fe» stuvg oder dem Schloß und aus zwcycn grosen ebenfalls befestigten Städten. Alles zusammen ist uncnd, lich weilschjchtig und sowohl die Städte als die Fe. stung> selbst mit grosen, aber auch iheils nur von Holz und Stroh verfertigten Gebäuden voll gestopft. Die Zahl der tarlun befindlichen Greise, Weiber und Kinder übcrtraf jene der Garnison mehr als dreymal und sowohl Stadl als Festung ist von allen Seiten zugänglich ; nur hat letzirc den Voriheil, daß sie auf einem Felsen liegt, was aber zugleich das mit sich bringt, daß kein hinlänglicher Vorrach an Wasser vor- findig ist. Orsova ist eine von dem berühmten Doxan, auf einer Donauinstl erbaute sehr reguläre Festung, die Werker davon reichen dis hart an das Wasser es ist dahec zwischen ihnen und der Fluch kein Fusb'.cil Erde zu sehen. Die Kasematten sind geräumig und oen Bomben undurchdringlich, nicht nur Lebensmittel und Munition, sondern auch dir Garnison hat darinn hinlängliche Unterkunft. Sowohl ge« gen Osten als Westen formirk diese Festung eine kren- fache Stcrnschanze, welche gegen Aufgang eine Fläche und gegen Untergang 2 BastioneS zu Vorwerken, hat. Ucbrigens zählt man in der ganzen Festung nicht mehe als 15 Häuser, die insgesamt von Stein erbaut und mit Schieferstcincn oder Ziegeln gedeckt sind. Die Tsihaiken haben alle Meublen, so iw den Kasematten: nicht unterbracht werden konnten, oder entbehrlich waren , nach Wibdin geführt und folglich sind alle Bemühungen , einen Brand zu erregen, vergeblich. Auf der Seite von Servien hart an dem Ufer der Donau? an hohen unzugänglichen Gebirgen, liegt das Fort St. Elisabeth, das die Festung unterstützt und das seine Lage und jene der Festung unangreisiich macht. Iw der Festung selbst befinden sich gegen iooo streitbare Männer und kein Weib, kein Kind, kein Greis. Welcher Unterschied von Belgrad! Diesen Ort konnte eiw heftiges Bombardement in Höllengammeu versetzen? die Menge der Verunglückten, bas Geichrey der Weiber und Kinder, der Mangel an Wasser konnte die Garnison auf das äußerste bringen;, ein Sttrrim konnte die Starcköpfe mit Gewalt zwinge» und Jahrs- zeit sowohl als Zugänglichkeit des Orts erlaubte Anlegung der Minen, wodurch die starken Werke zw Boden gestürzt werden konnten. Hier ist alles das nicht anwendbar. Seit gestern iw der Nacht um Uhr bombardirk man die Festung aus allen Kräften ? ohne einen Brand erregen zu können; die Dächer dee Häuser find mit unzähligen Bomben durchlöchert, allein die Steine wollen nicht brenen; die Garnison? aus enlschloßnen Kmgcrn bestehend, sitzt in dew Kasematten und hört daS Geheul und das Iammerm der zaghaften Weiber und Kmder nicht; dort ist auch ihr Gesthütz in Sicherheit, das durch die engcw Schußscharlen nicht dcmontirt zu werden befürchtet x an Lebensmitteln, Wasser und Munition ist kein Mangel und die Anlegung- eines Sturms müßte so viel! Blut kosten, daß die Donau selbst noch ins schwarze Meer rolhe Finthen wälzen würde. Wäre Laudo« nicht an unsrer Spitze- der Unmöglichkeiten zur Wirklichkeit bringt, so würd' ich sagen und mit G'cwißheib behaupten können, Orsowa ist mit Gewalt schwerlich zu bezwingen. Allein s» lange dieser graue Held» c 682 ) gegenwärtig ist, so läßt sich alles hoffen und cs wäre Ungerechtigkeit, an einer Sache »u verzweifle», die er lhu.iUch Haft; nur muß sich die Weit üderzcuak halten, baß diese Unternehmung, wofern sie kwßttngt, ausznsühren unmöglich war und sollte sie enien erwünschte» Ausgang nehmen: so kann man zuversichtlich glauben, daß mehr als Menschenkräste erforderlich waren, um eine Arbeit zu vollenden, die jene, jo bie Fabel dem Herkules anbichrel, an Beschwerlichkeit weit üdertnfft und daß die Bezwingung von Neuorsova ungleich mühsamer und bcwundrungswürdl- biger als jene von Schweidnitz, Glaz, Duditza, Novi, Berbir und Belgrad fty. Semlrn, vom 16 Nov. Wir hörten vor 8 Tagen eine starke Kanonade und mm wissen wir, daß sie bey dem türkischen Schloß Sokoll war. Die darinn gewesnen Türken wehrten sich aufs äußerste; da sie aber durch ihre Verzweiflung nur den Much der Unftigen anfeuerten und unsre Kanonade verdoppelten, so räumten sie das Schloß. Wir crbeureten darinn y. Kanonen und eine Menge Früchte aller Act nebst sehr vielem Vieh. Von Zwor- nlck soll itzt nur die «Ltadt in Brand gesteckt werden, um für das Frühjahr die Beiagrung der Festung selbst zu erleichtern, welche desto fester ist, da ihre Kaiamatten meist in gewachsne Harle Naturfelsen gehauen sind. Monden, vom 17 Nov. Alle Nachrichten welche durch Blätter der Wieder, spruchs - Parkhey ins Publikum kommen, als herrschten im Ministsrio Uneinigkeiten und, cs würden Ver- ändrungcn in demselben vergehen, sind völlig ungcgcün- dec, auch hören alle Gerüchte wegen baldiger Aushebung des gegenwärtigen Parlaments gänzlich auf, pon allen Siaacovariheyen scheint itzt eingestandcn zu scyn, daß vor künftigem Herbst dieses »ich? Statt haben werde. Gras von Gover gehr nun ais KrosbriNan. nischcr Ambassadeur «ach Paris; unter dem nemli- chcn Karackier Lord Auckland nach dem Haag, Lord Spenzer Svh« des Herzogs von Marldorough wird ihn als Gesandschasts Secretair begleiten, Herr Fttz- Herbert, welchen man, in wenig Tagen, aus dem Haag zurück erwartet, geht als Ambassadeur nach Malmt. Warschau, vom rZ New. Jsmaels Einnahme hat sich nicht bestätigt, die Türken haben die Russen vielmehr wieder aus Krtta vertrieben; Fürst Potemkm ist daher genöchigt worden, weiter zurück zu gehen; Bender zu erobern wi>2 schwer scyn. Der Grosveziee sehr mit gelammter Macht, die einige auf 120002 Man» rechne», aus den Prinzen von Kvdurg los ; die Russen unter General Suwarow haben sich bereits wieder mit ihm vereinigt; überhaupt wird diese Kampagne noch mit wirbligen Begedeuheiien gesculvßen weide«. Auch die Rußischc Flotte auf dem schwarzen Meer hak der 17. diö lylen Oct. durch Sturm viel gelitten und ist mit Verlust zwcyer Schiffe unter Oczakow tingelausen. Die Türken scheinen durch ihren zeitherigen Verlust ganz muihvoll und em,chlosscn zu scyn den Verlust zu ersetzen. Aus dem 8k!-!ager, beym Berg Allion, vom 2 ; New. Die Belagerung von Ocsova dauert noch fort; die Türken wehren sich wie Verzweifelnde und beschlossen ohne Unterlaß und nicht ohne Wirkung unftr Lager und unsre Batterien. Die Regimenter Durlach und Rciskv sind am schlimmsten daran, indem ihre Zetter gleich bey verdrossen Batterie demfeinoliHen Feuer am meikm ausgeftzt sind. Von den übrigen Regimentern, die ihr Lager viel weiter zurück haben, ist nur jene Mannschaft der feindlichen Kanonade ausgefttzt, weiche bey der Nacht an dem Bactericbau arbeite«, wozu die Leute aus sämuuttchen Regimentern ausgezv- geu werden. Wir haben dem Feind in der Festung vielen Schaden gcthan, allein es fehlt auch bey uns nicht an ^Blessirre» und Tobten. Feldmarfchall Baron von Laudon hat in Beyscyn vieler Leuce m der Batterie zu den Osficiers sich geäußert: Orsova fty eine Festung besondrer Art, dergleichen er noch nicht vor sich gehabt habe, er wollte lieber und eher z Belgrad einnehmen. Orsava ist zwar nicht groß, aber tsjA eltelFcstung.Die meisten Häuser darum haben wir freylich schon in einen Steinhaufen verwandelt das schadet aber der Besatzung in den Kasamattcn nichts. Sturm will der Fcidmarschall keinen wagen, weil cs zu viel Leute kosten würde. Das übelste ist, daß wir der Festung nur von einer Seite zufttze» können, indem uns das am ftrvi,chcn User der Donau gelegne Fort Elisabeth den Zugang von dieser tiefte sperrt. Aber auch dieses FM ist diokirt, indem oberhalb desselben im Berg das Freykorps alle Zufuhren ab- schneidct. Gestern ist noch viel schweres Geschütz aus Temcswar angekvmmcn und min heißt cs, der Fctdmarschaühabedcft-hien, den ib. 17. und 18. Tag und Nach! der Festung ans allen Kräften zuzufttzen, so zwar, daß binnen diesen z Tagen dis 32000 Bomben, Hau» bizgranaten und Kanonenkugeln in die Festung gejagt werden sollen. Man hat schon vor 5 Tagen den Anfang zu Aufwerfung der Erdhütten gemacht. Der Feldmarfchall hat befehlen, daß >edem Kopf der über Winter hier bleibenden Mannschaft täglich ein Seidel Wein und das Zugemüs nnentgcivlich abgereickt werken soll, mit beygksezler Versicherung einer besonder« Belohnung für diejenigen, die durch behutsame Lebensart de« Winter «der nicht erkranken würden. Sie - r 68i ) werden sich selbst »vrsteSe«, welche Kälte wir hier im Gebirg uuv neben der Donau auszustrhcn haben, zumal da wir ans der Erde liegen, indem in dieser für so viele Leute unmöglich genug Stroh aufgtdeachk werden kann. Brod ist sehr thencr und Zugc- mus fast gar keins zu bekommen. Wein stehl^ zwar genug in Schuvanek, er kann aber wegen des schlechten Wegs über das hohe Gebirg nicht heranfgedracht werden, rs paar Ochsen ziehen sich vergebens an einem Faß von ro Eimer lodt. W«r und der Wein i stehen nur eine Stunde von einander und können schon ! seil ,4 Tagen nicht zusammen kommen Von der Gefahr, in der wir stets schweben, können ße schon daraus schließe», daß während der kurzen Zeit, als 1 ich Liesen Brief schreibe, schon über 10 Kanonenku, geln über und neben meinem Zelt vordeygesiogen sind. Man sagt, des Erzherzog Franz K. H. werden den 24. und Fcldmarschail Laudon den 2/ten d. M. »ach Wien abgehen. Wien, vom rz Nov. Ein sich von Wlddin nach Czcrnesi geflüchteter griechischer Kaufmann sagt ans, die dortigen Tucken j seyen nach dem Verlust von Gladova so in Furcht gefetzt worben, baß sie nicht anderst glaubten, als nun ^ komme die Reche an sie. Um daher die sehr wcit- laußgen Festungswerke zu besetzen, wozu wenigstens . ZO/vOo Mann erforderlich wären, habe der Pascha alle Türken dis unter Nckopolis avsgcbolen und ei- . nlgc Ivos griechische Bauern mit Geweckt auffangen lassen, die nun an Reparation der Festungswerke arbeiten müßten. Ein Privarschrciben aus dem Feldlager bcy Orsova meldet folgendes: alle Belgrader Türken sind auf m. Schiffen glücklich bey Orchva , sngckommen, aber gleich nach Wlddm weiter befördert worden. Rur ein einziges Schiff scheiterte bey der Vetcraner Höhle, aber kein Meirich ersoff. Nur mußten die auf dem verunglücken Schiff befindlich gewcienen türkischen Weiber sich gefallen lassen, sich in andre Schiffe neben Kayserl. Soldaten, die als Bedeckung dienten, hinzusetzen; der Pascha von Belgrad ist vor der Ankunft in WiLdin gestorben und also aller Verantwocluug mrt cincmmal entgangen. Bcn- j>ec ist umzingelt, aber noch nicht förml.H belagert. Mau wird wahrscheinlich nicht eher etwas von der Belagerung oder Eroberung dieser Festung hören, als bis die fumpfigte Gegend, welche sie umgiebt, mit Lrs bedeckt ist; dieses kann sich also bis zum St. Nikolaustag verziehen. General Fabry ist mit 5002 Mann über die Donau gegangen und gelingen die Plaue des FeldmarschMs Laudom so werden unsre Vorposten weiter hinter Widdin und Nissa zu stehen kommen. Un,er Monarch hat ledem Russen, welche Hem vom Prmi Koburg erfochtenen Sieg über den Grosvezier bey Martinestie bcywohnten, 2 Rubel aus- theilen lassen. Wien, vom 28 Nsv. Ohne Thaten mußte sich der Paffa von Scutari, über Wibacz zurück ziehen; wahrtcheinlich werden seine hckvnackte Albaueser diesen Winter, meist zu Grund gehen, der Rückzug «ach Scutari ist wohl zu weit; kommt der Friede diesen Winter nicht zu Stand, so läßt sich diesem Pascha, nach Hinwegnah, me des Bcrgschlvstes Usizza durch Servien durch m Scurari selbst gar wohl eine Gegenv'site machen; des Kaysers Majestät selbst, dessen treuloser Handlungen noch eingedenk, sind dazu eben auch nicht ab« geneigt. Löwen, vom 28 Nsv. DieJnmrgeritcn machen in ihre» Eroberungen Riesenschritte ;Dicst, Lean,Tirlcmooc knd Arschol sind von iy. ncn unterjocht. Ihr Ppetrab ist nur noch anderthalb Stunden von unsrer Stadt; die österreichischen Niederlande wollen sie in eine Rcpublick verwandeln; die in Le» Erklärungen vom 2 Mann derselben haben die Cidakelle besetzt, die übrigen sind, kheils in der Nähe, kheils in die Ortschaften und kleine Städte des platten Landes, vmheilt; di« Kuhrpfälzische Truppen kommen in die Vorstädte und Klöster ausser dec Scadr und auf dem Landeg mit den Münstcrischen wird cs wohl eben so gehen. Herve, vom i Dec. Alles Bestreben des Generalgouvernements die Insurgenten durch Nachgiebigkeit zu ihrer Pflicht zurück zu führen, war bisher fruchtlos; durch ihre bisherige Eroberungen aufgebläht, dauern, ohngeachtet der kay- chrrsi königl.LMmnLSom2o, rr und 25. die Unruhen zwischen Heyden Partheyen noch fort; in Flandern, welches ganz in Empörung ist, wo den Absichten der ' Insurgenten nichts mehr im Weg steht, haben die ! Stände den 24 und 2zten Nov. sich versammelt und > in Anwesenheit des bewaffnet erschienenen Stabs der j Nation Z Punrte beschlossen und in ihre Provinzial ; Bücher eingetragen. Der neu errichtete Rath zu Lim. s bürg besteht nicht mehr. Präsident und Glieder, einige Stände dieser Provinz und mehrere Personen ; welche durchAcmter oder Zuneigung an das Gouvcr- i nement sich angesihlosseu hatten, haben dasLand verlassen. ; Wienvom 29 Nov. ! Man sagt, der Pascha und die Besatzung von Or- sova wären lange ichon bereit, die Vestung auszulie. fern, aber der Seraskier Iussuph Pascha, der so feigherzig vor unser» Truppen floh, habe die Grausamkeit gehabt , dem Pascha den Befehl zu ertheilen, sich bis auf den kzim Mann zu wehren, mit der Drohung, jeden Hiimchten zu lassen, der auS der Vestung adzöge. Der Tos ist also das unfehlbare Loos der unglücklichen Besatzung, sie mag widerstehen oder nachgebcn. Wegen der Partie, welche in Rücksicht der niederländischen Handel ;u ergreifen ist, sind, die Mcinun, gen sehr gelheilr. Manche behaupten, es würden Truppen aus Böhmen nach den Niederlanden marsch,, re»; allein mau sagt, der fränkische Krers habe bereits die Erlaubnis zu ihrem Durchmarsch durch sein Gebiet abgeschlagen. Andre wollen wissen, der hiesige Hos stehe mit dem berliner in Unterhandlung und leckrer scheine auch wirklich dazu bewogen werten zu kön, nen, die wider die Imurgcnten in Lüttich bestimmten Truppen auch wider die Armee der Stande von Bra» band brauchen zu lassen. Als Laudonvon Belgrad nach Orsova abreißie, sagte er beym Abschied von den Ge- ncculs und OssicierS mit einer Bewegung, die fast alle zu Thräncn rührte: »Der Kavser will Orsova noch dieses Jahr habe» und darum reise ich dahm; es ist meine leztt Reise. Ich wünsche, nur im Stand zu seyn, alle die Wünsche ausführen zu können, deren Erfüllung andre glücklich macht. Leben sie wohl; dieß ist meine lezle Reise " Aus -ec Wiener Zeitung No. 9z. vom 28ten Nov. nehmen wir folgenden Artikel in unsre Blätter. L ü r k e y. Die Nachrichten aus diesem Reich werden immer bedenklicher, so sehr auch das Mimstermm die Un. fälle des Kriegs dem Volk zu verbergen weiß. Ein Schreiben aus Konstantinspel vom 22ten Sept. meldet folgendes: »Zu dem Mangel an Lebensmitteln, den man in dieser Hauptstadt schon seit einiger Zeit sehr hart fühlt, gesellt sich nun eine andre, nicht we, Niger , 683 ) . -ff- »sgrr schreMche Plage - der Mangel an baarem Geld, de» durch das ganze Reich fühlbar wird. Die Ne, Sierung kann auch schon nicht mehr die Erschöpfung des Schatzes bergen, welche die ausserordentlichen Kosten dieses unseligen Kriegs verursacht haben, indem nach einer jüngsthin genommnen Entschließung, der Sul. tan bereits die Umschmelzung der Piaster mit Ver. Minderung des innern Werths, ««geordnet hak. Die neuen Piaster werten nicht ganz zwey Drittheil Sil» der und mehr als ein Drittheil Kupfer enthalten und durch diese Umprägung glaubt man, nach Abschlag der Kosten, iz bis 20 Millionen zu gewinnen; aber der Rachtheil, der daraus für den Handel erwächßt, läßt sich gar nicht berechnen, umso Mehr, als jedes« mahl, sobald die Pforte sich zur Verminderung der Piaster entschloß, derselben Kaufwcrth weil unter den wahren sank, weil die Türken von diesem Zweig der Nazionalökonomie nichts verstehen. Die Folge davon ist,, daß der Staat fast- nichts gewinnt und einige Müuzbeamte allein sich bereichern, der Handel aber ganz zu Boden- geschlagen wird. Personen welche gut unterrichtet zu seyn vorgeben, behaupten, die Pforte habe sich zu dieser Umprägung größtentheils in der Absicht entschlossen, um 25 vom roo an den Sudsi« dien zu gewinnen , die dem Schwedischen Hof sind zu, gesagt worden, welches, falls es wahr wäre, keine sehr aufrichtige und innige Freundschaft zwischen bey- Kn Hosen anzeigte.«' Zirkular von der Rayserl. Lönigl» Regierung und Lämmer in Vorderösterreich. Seine Kayserl. König!., Apostolische Maj. haben in Betreff der Kirchen«Stiftuiigs-und Waisengelder über die von uns wiederholt gemachten Vorstellungen für die österreichischen Vorlaube, aus besondrer allerhöch« sten Gnade, eine Ausnahme zu machen geruht, berge» stall, daß- Allerhöchstdieselbe- mittelst Hofdekrets vom zoten vorigen Monats allergnädigst bewilligt ha« den : Daß der arbeitsamen Klasse in Vorderöstcrreich, nämlich den Bürgern und Bauern noch durch drey Jahre, das ist, vom-erstem Winkermvnat 1789. bis auf den letzten Wemmonat 1792. aus den bereits cinge« gangncn, oder sonst vochandnen Kirchen-Stiftungs« und Waisengeldera, Kapitalien gegen dem angeliehen werden dürfen, daß sic solche mit einer gerichtlichen, doppelt unbekümmerten Hypothek-" bedecke», mit dem landsüblichen Fünf vom Hundert verzinnten und das Kapital selbst in fünfjährigen Fristen znrückzahlcn. Hiernach haben die obrigkeitlichen Behörden sich zu benehmen, die Untcrthanen davon zu verständigen und die ihnen unterstehenden Verwaltungen der Kirchen« MftunLs«und Waisengelder-wegen Ausleihung derselben gegen die vvrgeschriebnr Sicherheit' geHöriz M zuweiscn. Freyburg den 2Zten November 1789. Johann Adam Lreyherr von Posch. Ferdinand Fechtig: Vermischte Nachrichten. Me Wohnungen in Orsova sind schon zerstört »tch verbrannt. Den i2ten Rov. sind von Temeswar 53 Wagen mit eisernen Oese» nach dem Lager voa Orsova abgegangen. Dieses zeigt, daß der Feldmarschall nicht weichen will, bis er Orsova eingenommen. Ader die eisernen Oefen werden wohl wiP>er umkeh- ren müssen, denn eben (den iz. Nov.) h-ißt eS, die Besatzung in Ncuorsova habe schon dir weiße Fahne ausgesteckt, um zu kapituliren. Den rgten Nov. war auch in Semlin das Gerede schon allgemein, Orsova sey mit Kapitulation übergegangen, obschon kurz vorher ein -Schreiben aus dem Feldlager von dicstr Festung gesagt: Vor diesem Mordliest werden wir uns wohl bis jm Januar die Füße verfrieren müssen: Die alliiren r Kaiscrhöfe sollen dem Englisthekssdie Bedingungen mitgelheilt haben, unter welchen sie mit der Pforte Friede zu machen rinwikige» wollen, eS find folgende: Der Kayser beyarrt darauf, die Grenzen seiner Staate« und der PMe sollen auf den gleichen Fuß festgesetzt werden, wie im Passarvwitzer Frieden geschehen. Auchdoß alle Drstricte und Orte, welche die Türken seit diesem Frieden von den Ocsterreichischen Staaten weg und in ihren Besitz genommen haben, dem Haus Oesterreich m statu quo sollen wiederge« geben und für immer als ftin Eigeurhum. abgetreten werden. ^ Ferner soll die Pforte an Oesterreich als eine etwaig« Entschädigung der Kriegskosten, so viel Land von der Moldau abirelen, bis an Roman und Stuz. Die Kaysermn von Rußland fordert zwar nicht viel für sich, aber desto mehr für den Prinzen Potemkin. Ihro rußisch Kayserl. Majestät verlangen für- sich das übrige der Moldau, so nicht an des Kay«> fers' Majestät überlassen wird. Ader sie fordert, daß die Pforte die Wallachen und Bessarabien,'Bender ausgenommen, dem Prinzen Pelemkin mit dem' TMel eines Hospodars für ihn üsertkagen soll ; die Pforte soll aber auf das Recht einen! Hospodar zch entsetzen in Ansehung-dieses- Prinzen Verzicht thun' und diese Provinzen ihm und seinen Erben als Ei- genthnm übergeben und abtrcten, doch mag-sich die- Pforte einen jährlichen bestrmmten Tribut,- welchen' dieser Hospodar zu entrichten haben soll,-Vorbehalten;, dieser Hospodar soll als VasaLoder Lehenrrägcr der' Pforte angesehen werden, adermie entsetzt werden kön-^ mn, so lang er den jährlich überemgekommscn Tribut nach eines jeden Jahrs- VerstWms«.' bezahlen wird;. ----- ( 6 Diese Bedingnngm ob sie gleich für Rußland nicht be- trächtlich scheine», würden doch den Weg zur Vertreibung der Türken aus Europa sehr bahnen; das werden sie ohne Zweifel auch cinsehcn und dieselbe nicht eingehen, bis sie müssen. Dann das Beyspicl des Chans der krimmischen Tartarev hat die Türken belehrt, wie wenig sie auf einen Fürsten Staat machen Annen, der nicht mehr von ihnen abhängt und dann werden sie diese Abtrettungen, welche, als obs nur für Nachricht an das Karlsruhe. Da dieses in physischer und politischer Rücksicht so ausgezeichnete thaienreicheJahr nun bald seiner ganzen Vollendung entgegen eilt, so glauben wir nichts angelegentlichers thun zu kön, neu, als unser» geehrten Lesern, die nun schon seit zo Jahren ununterbrochen unsre Bemühungen mit Beysall und steigender Lheilnahme gütigst unterstützten, Len gefühlvollsten und lebhaftesten Dank abznstatrcn und um ihre fernere uns so wichtige ungecheiltr Begünstigung dieser unsrer lilterarifchen Unternehmung ehrerbietig zu bitten. Ww versprechen feierlichst von unsrer Seite, weder Mühe, Nachdenken, noch Kosten zu schonen, um die frühesten, sichersten, reichhaltigsten 84 ) ------- einen Partikular Len Prinzen Potemkin wäre und Ml von keinen Folgen für die Pforte seyn könnten, nicht so ansthen, sondern in dem Licht, blos vbs diese Ablw wogen an die rußische Monarchin» selbst geschehen. ^ Rach einem Privatschreiben, welches wirft eben bcym Schluß dieses erhalten, ist die Festung Bender, mit Accord, an die Russen übergegangcn, die Türken erhielten fteyen Abzug, die Russen fanden darin» zoo Kanonen und ko tausend Centner Pulver. geehrte Publikum. Nachrichten für unser Blatt zu erhalten, aus diesen jederzeit das wichtigste ftrgfältigst auszuwählcn und mit unparthepischer Wahrheitsliebe, im anständige« Gewand und im historischen Zusammenhang unser» geehrtesten Lesern vvrzustellcn. Der bekannte, sehr geringe Preis dieser Blätter wird übrigens ganz rmgkändcrl bleiben obgleich viele, nicht unstatthafte Gründe, würklich zu dessen Erhöhung da sind. Unser erster Zweck ist: nützlich zu seyn: der nächster Zufriedenheit und Beyfakl des Publikums. — Und nach «Sein diesen erst mäßiger Vortheil; der jedem thäcigeu Arbeiter mit Billigkeit ansprechen kann. ä VL « DI 8 Neujahrswänsche. Znm Vergnügen für Herren und Damen rc. vieler- ley Sorten, der schönsten, in Blumen, Rosen rc. in Kupfer gestochen und schön illuminirt, auch ge. zeichnete und gewählte, auf Atlas, Medaillen mit Innschriften in Zinn gegossen, Quodlibet, Pyramiden rc. auch geringere in Bögen, mit den üusgesuch- icsten Versen für alle Bedürfnisse, sind wie alljährlich in Meng« zu haben. in Macklots Hofbüchhanblung ln Larlsruhe. Ciwlsruhe. 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Zufolg Erkanntniß eines Hoch- löblichen gesammtcn Raths, vom kgten November 1789- ftye bey bevorstehender Wcynachtmeß allen Orgel « und Leyernspiclern und andern Musikanten, Liedcrhändlcrn, Taschenspielern, Seiltänzern, Sprin« gern und Marioneltenspiclern, wie auch denjenigen, welche fremde Lhiece und dergleichen mit sich führen, der Eingang und Aufenthalt i» hiesiger Stadt zu untersagen, übrigens aber allen und irden Personen, benannNichen Kauf - und Handelslemen, welche mit beglaublcn Paßporten versehen, der fteye Eingang zu gestatten und scye diese Verordnung auf Fleiß un, ftrs Procuratoris Fisch durch die öffentlichen Blätter und sowohl hiesige als fremde Zeitungen in beiden Sprachen kund zu machen. Signatum Metz ex LommWcme mit Handzug. Lauterburg. Hiesige Bürgerschaft wünscht nebst der hier schon errichteten Apotheke noch eine zwcyte zu haben, da hiesige Stadl nicht genug damit versehen ist. Fände sich ein junges dazu taugliches Subject, von guter Aufführung, von braven Elter» mit enveißllchcm Vermögen, catholischer Religion, fs beliebe er sich nur an hiesige Münicipalität, zu wenden wo er dißfallS die nvthige und beste Unterstützung fin» den wird.