Nr. i. Karlsruher Mittwochs Pag. r. Zeitung. den 2. Jan. 9 Mir Hochs Geschenk des Geheimen-Raths CH. E. Hauber an das Lyceum zu Karlsruhe. 1827. rivilegi«!» Huvuriisils ^lniciis Erste Jahres - Hälfte. Römisch . Deutsches Reich. Wien/ vom 16 Dec. Alle aus Polen kommende 'Reisende können nicht genug beschrechcn wie verhaßt der rnßiscke Nähme im ganzen Land sey und versichern, blos dir außerordentlich große Anzahl rußischer Truppen, hinten die Einwohner noch im Zaum. Dir Sache geht so weit, daß, lägen nach ihrem Dafürhalten, nur 20, dis Zo,ooo Rußen im ganzen Land vmhcilt, sehr leicht eine zwcyte sizilianische Vesper ausdrcchen könnte. Zu gleicher Zeit werden die Kriegs, rüstungcu der Türken, durch alle neuere Briefe aus Conliankinopel, bestätigt und scheinen wohl gegen niemand anders als gegen Rußland gerichtet zu seyn. Itzt tn.stcht also die natürliche Frage: kann Rußland, ohn- grachlet eines neuen Türkenkriegs, 60 bis 70,000 Mann m Polen lassen, „m diese Nation im Zaum zu halten, oder rst es dem rußsschcn Interesse angcmcßner, die Polen nicht aust äußerste zu treiben, sondern durch Grvßmuth und einen weisen Mittelweg sich die Herzen vieler Nazion zu gewinnen? Die zwcyte Frage ist: kann Rußland bey diesen Umständen, eine Armer an den Rhein schicken? Man sollte denken, beyde Fra. gen beantworteten sich von selbst,zumal da der von der Republick der West. Franken nach Cosstanlinopel abgeschickte Gesandte Semonville unter solchen Aussichten zu Constaniinopel wie gerufen ankvmmm dürfte ha das Erzhaus Oesterreich dermalen außer Stand ist, Rußland ru unterstützen. Gestern kam ein vom kay. seri. kövigl, Gesandten im Haag Grafen von Skah. remberg abgeferrigter Eilbote mit der Nachricht hier an: die Generalstaaten hätten erklärt, wie sie die Beschiffung der Schelde durch Kncgssahrzcuge der W st- Frankcn, als eine förmliche Kriegserklärung naschen nnd Gewalt mit Gewalt abznircibcn sich gemüßigt se. hen würden. Wien, vom 22 Dec. > Zwcy aus wärtige Vornehme sollen dieser Tagen gegen den Fürsten Adam Czartorisky geäusscrk haben, man spräche viel von einem Plan Polen zu kheilen. Nach diesem soll Ruß'and die polnische Ukraine und Podoli-n bekommen; so daß Polen gar nicht mehr an die Türkey gränzen würde'; Prcussen, die Städte Thorn und Danzig samml allem was davon abhangt und Oesterreich, die Distrikte von Lublin und Chelm erhalten. Dieser Theilung Hauptzweck wäre, in Polen die Ruhe, welche ohne dieß wohl nie ganz erreicht wer. den dürfte, mehr zu befestigen; dem ungeachtet bliebe Polen immer noch ei» sehr wciiläustiqci Reich. Die Zeit muß indessen erst lehren in wie weit diese Nachricht gegründet ist. In einem Morast bey Wcrschetz im Bannat fand ein Jäger jüngst einen bis an den Uktttkid vttsunkncn Türke», der, dem. Urbttrest der —-7-- c r Kleidiip.i »ach »ntz auch nach seinem mit Edelsteinen be. sctzicn Hanglar zu u.cycileu, ein Pascha gewesen seyn muß, der 1788- von Ser Kayserl. König!. Armee hieher versprengt worden. In seinem Letbgürtcl fanden sich iz)zz. Stücke türkische Zechinen und ausserdem eine in>t Brillanten besetzte tückische Uhr. Dem Finder wollte man Anfangs hierüber ein Proceß aufbürden, ihm das gänzliche Eigenihum bestritten werden; allein die Hofstelle entjchied für ihn. Wien, vom 2z. Dec. Den io. dieses haben zu Escarcnne ohnweit Nice die Plemontcser unter General Liutx Grafen von St. Andrees Commando die West - Franken angegriffen; erstere siegten nach einem wechselseitig ausgehatinen Kanoncnftuer. Der Feind verlohr izoo Mann, 800 blieben auf dem Platz «nd die andre 520 wurden als Gefangne mit Zo erbeuteten Canone» und vielem Fcldgeräth nach Turin ge, schickt. Die -Piemvkiteser verlohren bey diesem Vorfall in allem Z70 Mann. Wien, vom 24 Dec. Wie man hier sicher wissen will, ist der ehemalige groSbrittannische Legationsse- lketair Lindsay zu Paris bereits eingetrvffen; keineswegs aber wegen der Schelde, wie einige glauben, (denn seine Dahinreise war schon rcsolvirt, bevor die West - Franken, diesen Fluß bey gegenwärtigen Umständen für frey erklärten) sondern der Zweck -einer Sendung ist vielmehr jener, zu sondircn, »b die West - Franken Grosbriktaniens Vermittlung annehmen würden und ob sich davon mit Grund eine gute Wirkung versprechen lasse; denn mit unter zu versuchen, ob es nicht möglich sey, den Köu-g zu retten. Der Opcrationsplan für instehenden Feldzug ist mit Preußen bereits verabredet. Jede Armee wird zwar unabhängig von dec andern agiren, jedoch sollen sie einverstänblich miteinander zu Werk gehen und sich wechselseitig die Hände dielhen. Die kayserliche königliche Armee marschirt vorläustg aus der Gegend von Nürnberg nach den untern Gegenden, um da über den Rhein zu gehen; das Korps unter General Clairfait aber soll sich mit dem unter Hohenlohe und Bremano vereinigen. Die erste Hauprabsicht ist , Mainz v»n allen Seiten eng einzuschließen, allen Sukkurs hintanzuhaltcn und Lik Stadt so viel möglich zu schonen. Das Gerücht von einer abermaligen Theilung Polens erhält sich noch immer. Gestern wurd' rin Eilbote nach Petersburg abgefertigt, dessen Depeschen hierauf Bezug haben sollen, auch wurden unter militairiichcr Bedeckung ic> Wägen mit verdächligcn Personen nach einer Festung abgeführt. Trier, vom 24 Dec. Den rzten, an welchem die Schlacht bey Pellinge« vorfiel, blieben nichl 2*02, son- ) — .. der« dey 4002 West-Franken De» 17 len wellte« bl« West - Franken einen dicken Nebel benutzen, um die Batterien bey Pellingen z« bestürmen. Sie wurden aber verrarhen und mit Kartekschenfeucr plötzlich so zu. gerichtet, daß ganze Linien fielen. Auf ihrem Rückzug fielen ihnen 700 Wurmser Husaren in die Flanken, so daß man den Verlust über 1522 Mann rechnet. Den Abend brachten die Trierischcn Jäger 6 Gefangne ein. Den iFtcn war eine fürchterliche Kanonade auf ein Oesterreichisches Hcumagazin zu Grc- vemachcrn. Die West - Franken wollten auch eine Schiffbrücke aufschlagcn, um über die Mosel zu setzen, die Schiffbrücke und eine grosse Beute fiel aber den Ocsterrcichern mit 6 Kanonen in die Hände. DaS schönste paar Pistolen verkauften die Husaren um 1 Gulden, einen Säbel für 20 Kreutzer, goldne Sack- uhrcn um-ein Spottgeld und mancher Husar hatte 100 dis. 150 neue Thaler erbeutet. Abends um 5 Uhr griffen die Cheveauslegers ein Korps West-Franken an, hieben sie theiis zusammen, rheils sprengten sie dieselbe in die Saar und nahmen die übrige gefangen. Den lyken wurden die West. Franken überall angegriffen unb geschlagen. Mehrere 1200 verlohren das Leben. Das ganze Mannedacher Thal, alle Wege und Stege liegen voller Tvvlen. Zu Tabcrue stunden 422 West - Franken. Diese wurden bis auf 65 niedcrge- hauen, dir andern aber gefangen. Den L2len Morgens um 4 Uhr rctirirlen sich die West-Frauken in aller Eil aus Saarburg. Kanonen, Schiffbrücke, Wägen und Kasse, wurden von den Ocsterrcichern erbeutet. Auch heut uud gestern wurden lisch über 2222 Gefangne cingebracht Die Tricrischen Jäger machten auch neuerdings 20 Gefangne, bey weichen sie eine herrliche Beute fanden. Düren, vom 24 Dec. Bereits einige Tage hindurch, kamen mehrmalen bis 6 West-Franken zu Pferd in hiesiger Stadt vor das Rathhaus; sie ließen sich ein Zeugniß von ihrer Anwesenheit geben und sprengten wieder zum Thor hinaus; man gewärtigte jeden Au. genblick ihren Besuch, welcher auch Freytag Abends wirklich erfolgte. Sie quartirten sich selbst ein und hielten sich die Nacht ruhig. Den andern Morgen waren die Kayseri. vor den gcschloßncn Thoren; sprengten diese und trieben die West-Franken, nach einem hitzigen Gefecht, wobey sie einige 50 Gefangne machten, aus der Stadt über eine Stunde weit hin« weg, wo sie aber auf ein stärkrcs westfränkischcs Korps stießen und sich wieder zurückzogen. Jülich, vom 24 Dec.' Die West-Franken haben unfern Kommandanten aufgefordert, ihnen den freycn Durchzug zu gestatte»; nach drcymaliger Abfchlagung drohten sie Gewalt zu brauchen; »klein man berief sich hüv auf die bisher beobachtete Neutralität und fügte bey, man würde in solchem Fall Gewalt mit Gewalt LbMrriden wissen. Die WessFranken schwärmen hier ,n einem Bezirk von z bis 4 Stunden her. um; Haid kommen ße näher- bald verschwinden sie' wieder; man erwartet deynatze stündlich deren weiteres Vorbringen; allein ihre wahren Absichten sind noch nicht zu »rachen; die Orsterreicher haben einen ihrer Vorposten nicht weit von hiesigen Thoren aufgehoben. Trier, vorn 25. Der. Izt sind endlich die West- Franken aus Saarburg vertrieben; die Oesierrcichcr setzten ihnen so zu, daß sie alle mit grossem Verlust weichen mußten. Trier ist also glücklich gerettet und so wird cS gewiß nicht unangc>iehm styn, im Kurzen Pie beträchtlichsten Vorfälle noch einmal zu übersehen. Mit Bewunderung sah man hier diesen Wwtcr, was Kriegskunst vermag. Der Kaisers. General Brentano kam im Monat Octoder hier an, nahm das Haupiquarlicr ans der Carthaus, eine Stunde ober Trier; ec ließ gleich daselbst bis an die Konzer Brücke, wo die Saak in die Mosel fleußt, vortreffliche Ver- schanMgen und Batterien errichten. Dergleichen wurden auch zu Pellmgcn, in der Olewig, auf dem Ku- rcnzcr. Awclcr- und Grünenberg, auch zu Ruwer an dem linken User der Mosel unter Trier, gleichsam in einer Kette steiler, eng verbuudner Berge mit so klu« ger Auswahl angelegt, daß alle Pässe, wodurch der Feind auf die Stadt Vordringen konnte, durch diese verpaarten und sich durchkreuzenden Batterien versperrt waren. Hiedurch ward hiesige offne mit keinen Festungswerken versehene Stadt, gleich einer der wichtigsten Festungen in voükommnen Verihcidigungsstand gesetzt, wie eö der glückliche Erfolg bewährt hat. An des Novembers Ende, als der Anzug der Armee der West Franken unter General Beurvonville gegen diese Stadt wirklich erfolgte, kam auch der kommandirende General Prinz von Hohenlohe hierher, welchem nach und nach mehrere Tnrppenversiärkungev folgten. Der Prinz unter suchte , gleich dir angelegten Batterien; fand dieselben meisterhaft; , verordncle mehrere Venheibi- gungsanstaltrn; ritt täglich Morgens früh, vhngeachtct des äusscrst ungünstige» Wetters, in die Verschanzun- Zen und blieb daselbst bis in die Nacht; kommandirie in eigner Person an jenen Tagen, wo die feindlichen Angriffe wider die Verschanzungen tapfer, aber frucht. kos geschahen, nemlich auf dem Grüuenbcrg den 2ten und zu Ruwer am 6ten dieses, wo ihm eine Stückkugel hart am Kopf vorder, flog. Den 15. dieses griffen die West-Franken zu wiederholrenmalen, mit hartnäckiger Wurh, sie Vcrschanzungen zu Pellingen «n; wurden aber mit beträchtlichem Verlust zurückge- W«srn. Den nemlichen Tag siel unweit Saarbnrs, welche Stadt die West-Franken zum voraus ringenom, men hatten, zwischen einem westftänkischen, dcy 8000 Mann starken Korps und einem Korps Oesterre-cher von etwa iZOO Mann ein bluliger Austritt vor, wo lcztre zwar zum Weichen aus dem Könncncr Wald gezwungen wurden, hingegen durch ei» heftiges Kartät- schenfeuer eine so starke Niederlage unter den Feinden anncyteten, daß diese desandern Tags sich nichrnur »om Kampfplatz, sondern auch aus dem Dorf Kören nach Saarburg zurückzogen. Die folgende Tage, nachdem noch eine Kanonade an der Mvfelftite auf das Srädt« chen Grevenmacher, ws Vie Karferl. Magazine sind, ohne Wiukung gewagt worden, geschah der völlige Rückzug sowohl aus der Stadt Saarburg nach der westfränkische» Grenze, als der übrigen wcsrsränki ehe» Armee aus dem hohen Wald über Cochheim und Mer. zig nach Saarlouis. Bcy dieser ehrenvollen Vcrihci. biguug der Stadt zeigte der kommandirende General Prinz Hohenlohe jene große Kriegsialcnte, wodurch er sich bereits in dem Türkcnkrieg so ruhmvoll ausgezcich. net hat. Auch betrug sich sämmlliches Kaiser!. Mlli- lair bey den in so später und schlimmer Iahrszeit Tag und Nacht in den Verschanzuugen übertragnen sehr harten Mühseligkeiten mit standhaftestem Much und der ihnen eignen Tapferkeit. Darmstabt, vom 24. Der. Main; wird wohl izt nicht belagert werden, da es Winter und die Wit, leruog allzu streng ist; durch Wimerkampagnen werden die schönsten Armee« ruinirt.General Beurnonville erfährt dieses bey Trier. Unterdessen ist General Custine s» gut als blockirt. Der Mayn ist durch die Prcnßen gesperrt; der Rhein ober und unterhalb Mainz durch die Hessen. Was von Landau den Rhein herunter will, wird von benseiben weggenommcn, oder i» Grund geschossen. GeneraiCustine fühlt itzt deutlich, daß der Besitz von Mannheim für ihn schäzbarer wäre, als der von Mainz. Allein Mannheim ist eine gute Fe. stung und hat eine starke Garnison. In Main; ist bereits grosser Mangel an vielen Dingen: diese arme Stadt wird einen bösen Winter haben. Die Stadt Frankfurt hat sich bey der Natioüalkonvention gegcnGe. neral Custine's ofßcjcüe» Rapport sehr gründlich unb mu. sterhast verlheidigt. Sie verdient den wärmsten Dank von ganz Deutschland. An ihr scheiterte der weitaus, sehende Plan de- westfränkischen Generals, Deutsch« lan» nicht durch grosse Armeen, sondern durch Frcy- heitsprcdigcr zu erobern. Aber es herrscht auch ia Frankfurt ausser einer vortreflichcn Verfassung die mu. sterhaste wechselseitige Liebe zwischen dem Magistrat und den Bürgern. Mannheim, vom Zzl auch die Nacht über m dem Saal zu bleiben, den Saal geschlossen haben, allein man vcrvrdneie hierüber nichts; eben so wenig über den Harken Verschlag: alle die Frauen, Kinder, Väter und Verwandle derienigk» welche de» roten August in den Thuil- lcrren ihr Leben verstohlen, Ludwig XV!. 'als ihrem Mörder gegenüber auf diN Gallerrcn Platz nehmen zu lassen; zu deren Gunsten gab aber dagegen die Na- twttalksnoculwn das wohlchäugc Dekret < daß, ollicne» weiche durch dieses unglückliche Treffen, Krüppel geworden, täglich 20 Sols, Willwcn und Ellern jährlich 225 Livres, Kinder nnter 8 Jahren 40 Livres unter rb JahrenLZLivces u. die übrigen zoLmres erhalten sollen; itzt wurde» die Herzen verschied»« Mitgli.dcr durch das Verlangen, alle Nahmen der besagten roten , Aug. Getödicten und Verwundeten auf eine Ehren- Taftl graben und im Pantheon ansstellen zu lassen , noch mehr erweftert; allein man gierig auch hier still, schweigend zu andern Geschäften über. Ludwig XVI. wurde, da er immer gewohnt war, sich selbst zu rasieren, sich also von niemand raßiren lassen wollte, sein langer Bart ihm aber beschwerlich fiel, ein Raßnr - Meßer und zugleich seinem Frauenzimmer Schcercn zum Nägel - Abschvelben zugestanden. Ludwig Philipp Orleans - Egalste besprach sich mit ( 8 ) isM Pethkon und mehreren anderpDeputirrcn dcsNaki- «M/konventsühcrdasBctragen, weiches er zu einer Zeit ,a beobach'en habe, wermn er die Aufmerksamkeit von HariS und der ganze» Rcpirdiick auf sich zieht. Dieser Rach vechch't, ihm nicht, daß er, ohn' es zu wollen, ein Vr;-M'Lgnngsnunct für alle Nottensüch, !ige «u» der Götze wäre, welchen diese Facrienenstifttr ihren Anhängern aE-Mken; daß er jenen natürliche« Unruhen, dir das Blut, aus welchem er stamme, im Busen aller fk.-:^m Frcyhcitsfreunde rege mache, nicht wohl anders, als durch gänzliche und weite Ent» fernung vom Schauplatz der westfränkischcn Begeben, heilen, zusorkoaumn könnte. Die Versammlung lud ihn ein, die Sprccherbühne zu besteigen, selbst den Dollmctscher seiner aufrichtigen Gesinnungen und sei» ner Selkstverläugliung, zum Vorchcil des allgemeinen Wohls zu siyr» und anzukündigen, daß er bereit wäre sich in dir vereinigten Staaten von Nordamerika zu begeben und so lange darinn zu verweilen, bis die Grundsteine unsrer republikanischen Konstitution gelegt und die Säulen, worauf bas künftige StaatSgebäude ruhen soll, fest gegründet wären. Als, denn würden ihn seine Vccläumder keines willkühcli- chen, noch unwillkührlichen Einflusses auf die west« fränkischen Angelegenheiten beschuldigen können; seine Güter würben unter dem Schutz einer gegen seine Aufovf- rung nicht unerkenntlichen Nation unangetastet bleiben und die West-Franken würden es sich rur Pflicht machen, ihn und seine Familie bald wieder in ihren Schoos znrückzurufcn. Tchionville, den 24. Der. Die Armee unter General Beuroonvillr wird ehestens in den Gegenden dieser Stadl, so wie in der Nachbarschaft von Saarlouis, Merzig und Saarbrücken kantoniren. Seit einigen Tagen haben die Soldaten der Republick ohne Auf, hören geflochten. Den Feind, der sich bis auf die Anhöhen von Trier zurückgezogen, aus verschiednen Posten vertrieben. Der feindlichen Armee größter Theil ist auf dem grünen Berg, eine Stunde von Trier gelagert. Um diese Stellung beynahe unüberwindlich zu machen, trugen die Feinde ungeheure Steinmaffen zu, sammen, häuften Baumstämme aufciuander, um ste auf ihre Gegner herabrollen zu lassen, sobald diese gegen ihre Vecschanzungen hinauf klettern wollten. In, besser! verlshrcu sie doch in den verschiednen Angriffen viele Leute; der West-Franken Verlust ist ganz unbeträchtlich. Grosbrinanlen. Landen, vom 14 Dec. Die Regierung soll gewiss, Nachricht erhalten haben, nach welchen re 020 West-Franken, wofern man Transvortschiffe hätte hrrbryschaffen können, in Groödrmamrn eine Landung habe unternehmen wollen, dieses sey die Ursache gewesen, warum die an der See liegende Landmiliz der Grafschaften zusammenberuftn worden. Indessen läßt sich schwerlich vermuthcn, baß wcstftankische Trup. pcn auf der Küste von Gcosbrittanicn eine Landung wagen würden und wäre dieses je ihre Absicht gewesen, Iso würden sie die Küsten von Irrland oder Schottland wohl eher dazu erwählt haben, weil sie sich da vielleicht eine beßre Ausnahme versprechen dürsten, als in Grosdnttanien < wo man solchem Unternehmen aufS stärkste widerstehen würde. Nach einem aus Philadelphia gekommnen Schreiben, wären die amerikanischen 'Freystaaten willens, eine Anzahl fteywilliger Truppen auf ihre Kosten nach Frankreich zum Bcystand der Republick zu jchicken. Indessen ist dieses wohl zu be. zweifeln, sobald man bedenkt, .daß die Freystaaten auf allen ihren westlichen Gränzen mit Krieg von den Indianern bedroht werden und also selbst ihre Trüp. pcn zur eignen Vcrrheidigung nöthig haben. Ihr Beystand auf den westfränkischen westindischen Inseln, wo nach hier eingelaufnen jüngsten Berichten, alles in großer Verwirrung seyn soll, würde für die neue Rr- pudiick auch erwünschter als in Europa seyn. Vermischte Nachrichten. Mehrere Nachrichten aus dem Churfürstenihum Trier stimmen alle darinn überein, der Verlust, welchen die Armee der West-Franken unter General Beur, nonvillc bcy ihren verschiednen Angriffen auf die Kaüerlichen Verschanzungcn erlitten, sey sehr betracht, lich^ gewesen und betrage mehrere tausend Mann an Todien, Verwundeten und Gefangnen, hierzu kommt, nach diesen Nachrichten, noch eme Menge Leute, wel. che besagte Armee durch Krankheiten, Desertion und Nachhausgehen ganzer Bataillons Freywilligcr verlob- rcn und dadurch soll sie von 33,002 Mann, die sie anfänglich stark gewesen bis aus iz.ooo zusammenge- schmolzen seyn. General Bcurnonoille's Berichte lauten frcylich ganz anders; allein sein Rükkzug über die Saar, den er doch selbst nicht in Abrede stellen kann und das gänzliche Abstehcn von seinem Vorhaben, scheinen offenbar mehr für erste« Nachrichten, als für seine eigne Berichte zu beweisen. Die Brücke, welche zu Jülich über dir Roehr geht, soll abgebrannt seyn. Der König!. Preußische Siaatsmmistrr, Freyhrrr von Hmbcnbcrg, ist wieder hier von Frankfurt nach Anspach gegangen. Graf von Artois soll wirklich entschlossen gewesen seyn, nach Rußland zu reisen. Aber der rußssch- Kayserl. Gesandte Graf Romanzow soll ihm die Resse wlderraihc» haben. Itzt wird er den unglücklichen Zustanv der framöstschen Ausgewanderten brr Kayft, rinn schriftlich vvrlrgkn. c 6 > Dir «ekftänkischr Arm« bey Mannheim hat sich unter General Birvn in Bewegung gesetzt. Ihre Ad« sichten sind aber noch unbekannt. Die gegen Mai»? hin stehende combmirte Armee legt starke Vrrschanzunqrn an. Der Fürst» Bischoff v»n Konstant hak sämtlichen Einwohnern dieser Statt, um der grossen Menge Fremden willen, den Genuß des Fleisches Mitlwschs vnd Sonnabends bis Ostcrn erlaubt. Auch der Fürst» Bischoff von Basel ist daselbst «»gekommen und hat t>aS bischöffliche Hotel bezogen. Ausser diesem best», Len fleh itzt in Konstanz, der Fürst Obristmeister des Iohannitcr.OrdenS aus Heidelsheim; der Erzdlschoff »on Paris; die Bischöffe von LangreS, Nimes, St. Malo, Trvyes, CommingeS, die Marquisin von Bouiüe mit ihrer Familie rc. Auch soll der Fürst» Bischoff von Lüttich den Winter hier t«bring«n wot» ilen. In Mavnz ist der Holrmangel aufs höchste gestie. -en; dir West- Franken nehmen sogar das Gebälk« «us den Dachstühlen, Ställen und die Diehlr« aus Len Stubenböden um damit heiyen zu können. Hat der Krieg mit Großbrittanien und Frankreich Statt, so wird der Herzog von Clären« das Kom» rnando der brittischen Schiffe erhalten, die nach den Inseln unter dem Wind abgeschickt werde». Auf der Themse werden Matrosen gepreßt. Das Linienschiff hie Andromeda von Z- Kanonen kreuzt auf der Hohe »on Brest. Die kayserl. Truppen beziehen itzt, nach den vielen Lberstaadnen Schwierigkeiten, im Churfürssrnlhum Trier die Winterquarttte. Di« Mühlen bcy Mainz sind bis auf r Gänge zu Grund gerichtet und den West. Franken daboy viele Fracht verlohren gegangen. ^VKKTI88LlULbl1-. Bühl. Aman Heizmann von Steinbach ist vor einiger Zeit »ach Ungarn gezogen, und soll sich in Fünfkircheu niedergelassen habe«, dort aber auch bv rcirs verstorben styn. Da nun inzwischen demselbr» von seinem dahier verstorbenen Vetter dem Gerichts, mann Joseph Meper eine Erbschaft von I4Z st, zu. gefallen, so wird demselben, oder dessen allrnsalsig«» Leibeserben zu deren Empfang eine Zeirftlst von , Monaten hiemit anderaumt. Zugleich werden jede OrlS Obrigkeiten, wo etwas von gedachtem Heiz» manns Leben ober Tod bekannt, «ach Slankesgrbühr anmit ersucht, hievon gegen die Gebühr gefällige Nachricht anhcro gelangen zu lasse«, um in Rücksicht dieser Erbschaft dar weitere verfügen zu können. St» gnarmn Bühl den n. Dec. 1792. Gberamt Aber-. Lmmendingen. Die seit mehreren Jahren abwesende Iaeob und Christian Wagner von Co'marS, rente werten «»durch vorgeladen, daß solche, oder ihre , . aüenfallsigr ehelich« Leibeserben innerhalb 9 Monate» um so gewisser vor dahiesigem Oberamr erscheine» solle», als widrigenfalls deren dahier besitzendes Vermögen ihren nächsten Anverwandten erg» cautionen» ausgefolgt werden wird. Eignalum den izten Dec. 1792. Gberamt Hochberg. Rodalben. Der ledige Burgerssohn Georg Maurer von Clauffe», welcher zum zweylenwai böslicher» weise ausgetreten »nd zugleich die Entscheidung der gegen ihn von der ledigen Sandin auf der Birkwieße «mgrstellken Paternitäts - Klage nichts adgewatter hat, wird hiemit öffentlich vorgeladen, binnen 6 Wochen dahier vor Amt zu erscheinen, sich feines Austritt- und der gegen ihn augcstellten Klag, wegen zu rechtfertigen, oder zu gewärtigen, daß in Rücksicht des er» stern fein Vermögen cenfiScirt und er der Fürst!. Landen verwichen, in Rücksicht deS zweytcrn aber iv< 7 on- tnmsciLm gegen ihn erkannt werden, waS Rechtens. Verordn«, Rvbalben den 15. Dec. 1792. Amt der Herrschaft Grävenstein. Nachricht an das geehrt« Publikum. Dieik Blätter erscheinen wöchentlich dreimal, Montags, Mittwochs und sre^tags, mit vielen Bö* --N und Extrablättern versehen und sind auf allen Löbl. Kaiser,. Reichs-Postämtern rmd posthalte- reven zu haben. Abonrren kann man sich von itzt an zu jeder Zeit, fürs ganze ^ahr unter einem Laiben Jahr wird aber keine Abbestellung angenommen. Neue Bestellungen für die,cs ^ahr erlittet man sich bald möglich, sowohl von den Löbl. Kaiser!. Reichspsstamtern als den hiesigen and aus- rvartigen geehrten partikular - Personen, um fick nach deren Anzahl naher bestimmen zu können. Lualeickd bittet man auch besonders die Saumseeligen, diesen Monat, -re Zahlung gefällig zu entrich. Ir«, auff »diesem kann man es «ns nicht verargen, die fernere Abgabe dieser Blätter von iZZig- gem Ner'jahr an verweigern -der Vorauszahlung von so Saumseligen fordern zu müssen.