! Nro. 48 . Pag. 229. ss a r ls ruher Zeitung. ^ MittwochSden ro. April 1793 Mit Hschfürstttch - Narkgräflich « Badischem gnädigsten Privileg!», Ivv^rk'risi78 /ekrivis — Römisch «Deutsches Reich. Kreuznach, vom Zo Merz. Der zu Bingen gefangne General Ncuwingcr sprach zum König: Iiioulienr! fe suis vorre prisonnier. (Mein Heer ! ich bin euer Gefangner.) Hierauf besah! der König seinen umstehenden Ofstcicrs, diesen Nonsteur nicht anders, als L i'^Me mit den übrigen gemeinen Gefangnen zu bchandlen und forkzuführrn. Tagöbericht der Kaiserlichen Hauptarmee 6. ä. Mons vom Zi Mer; Heute hielt die Armee Nastag. lieber der Henne- gauischcu Provinz glückliche Besitznehmung ist heute, unter Abfturung zer Salven, das Te Deum abgesungen worden. Die Einwohner der Stadl Mons, so wie der ganzen Provinz, bezeigten allgemein sihre lebhafteste Freude über die Einrückung der Kaiser!. Truppen m,l vielem Jubelgeschrei und Vivatruftn. — Feldmarschallieutnant, Graf Latour , berichtet die Vor. rückung seines Korps in die Gegend Goßlies. Nach des Oberste», Freiherrn von Mylius Bericht, ist gestern, du erste Kolonne der französischen Besatzung von Licr nach Gent und die 2tc Kolonne von Antwerpen nach Lier marschjel. Nach der bestehenden Kapitulation, soll auch heule die zte und letzte Ko- leime > Antwerpen abmarschiren. Obrist Michalo- wich erstattet Bericht von Räumung der Stadt Brüse» wo der Feind avermal ein beträchtliches Magazin zuriickgclassn hat. Laut desFeldzcugmeisters,GraftiiCiair- faitsRapport, hat der Feind heute früh Dornick verlassen und das unter besagtem Fcldzeugmeister stehende Korps, ist in der Gegend Dornick in Kamonirung eingerückc. Zrveibrüchen, vom z April. Die französtschen unter General d'Estournclles Kommando seit einiger Zeit in hiesiger Gegend gelegne Truppen, brachen vor einigen Tagen alle nach Laukerecken auf, zogen 'sich jedoch, als ein Theil ihrer Avantgarde zu Salzbach im Rheingrc-ßichcn von den Kaiserlichen überfallen unb hark mitgenommen worden waren, in foccirlen Märschen über Laulern und Homburg wieder zurück. Bei k L r L n. 0. LLixiniei dieser Gelegenheit erhielt hiesige Stadt, jedoch nur auf kurze Zeit auch wieder Besatzung, den» in der Nacht vom Montag auf den Dienstag zog sich dieselbe so wie jene bei und in Homburg gestsnbne Truppen, wieder nach Saarbrücken. In Homburg so wie iw verschiedncn benachbarten Ortschaften waren indessew noch einige kleine Detaschemenrs derselben zurückgeblieben. Diesen Morgen 4 Uhr kamen endlich unerwartet 400 Kaiserliche, thcils zu Fuß, thcils zu Pferd, durch Carlslust auf dem Karlsberg an. Der dieses Korps kommandirende Major Vogel, dckaschirke jv- glcich i8 Mann an des Bergs Fuß; diesen wurde daselbst die Zeit zu lang, sie sprengten, demnach, nach medergeworfner französischer Vormacht in Homburg ein; fünf derselben fingen an zu Mezeln, die andern hielten kheils auf dem Markt, thcils holten sie gegen Zv Pferde als Beute aus den Ställen und gegen 4oFranzosen wurden indessen dabei entweder mcdcrgehau» en oder verwundet; von den Kaiserlichen Hussarcn blieben z und einer wurde verwundet. Während dieses' Vorgangs hielt der Rest der Kaiserlichen vor der Städte ' Schrecken und Verwirrung welche der Kaiserlichen Hussaren beherzter Angriff rmlcr den Franzosen ver-» breiiete, war so groß, daß sie nicht nur von Homburn, -' Erbach, Limbach, Blicskaffe! rc. sondern sogar vom. Saargemünd bis nach Saaraiben in größter Eil und Unordnung entflohen. Die in Homburg gelegne Besatzung bestund in 2 bis zoo Mann Kavallerie und loo Mann Infanterie. Frankfurt, Pom 8 April. Der französische Kriegs- Minister Beurnonville kam mit 4 Deputaten von der National . Konvention bei General Dümouriers Armee an, um diesen und die andern französisches Ge« nerale in Verhaft zu nehmen und sie nach Paris vor der National - Convention Schranken zu führen. General Dümourirr kam ihnen aber zuvor, ließ diesen Minister nebst den 4Deputirten gefangen nehmen und überlieferte sic dem FeldmarschallPrinzcn vonSachftn-Kvdurg. Nach so eben von mehrere«, Orken eWMriMn sicherst c rzo ) Nachrichten ist nun General Dümourier mit besagtem Fcldmarschass Prinzen von Sachsen. Koburg wegen der weitern gegen Frankreich und deren Hauptstadt Paris vorzunchmendcn Maasregeln vollkommen einverstanden. General Dümourier steht an der Spitze der Gegenrevolution, dessen ganze grosse Armee hat bereits die weisse Cokarde aufgesteckt; mit dieser Armee vereinigen sich noch die französische Besatzungen der wirklich jn Frank, reich liegenden vier Festungen, Lille, Ls»,de, Mau. beuge und Valenciennes, so wie allein dieser Gegend weiters befindliche Truppen; diese 4 wichtige Festungen werden den K. Kriegsvölkcrn eingeräumt und General Dumourier istwirkltch denzten dieses mit dieser grossen Macht nach Frankreichs Hauptstadt, Paris abmarschirt; Alle König!. Gesinnte, so wie jene Glieder der Ratio, nal, Convention, welche «och rein und bieder dachten, von der Menge aber niedergedrückt und überflügelt waren, auch die sogenannte Rebellen - Armee, welche mit aufgesteckter weisen National-Cocarbe unaufhall. sam durch alle Departcmenke sich immer mehr wach, send verbreitet, wird sich unterwegs anschlicßen und mit General Dümourier sowohl, als den Kaiserlichen und andern sich ebenfalls anschliesenben deutschen Truppen, vereinigen. 8rankr«ich. Paris, vom i und 2 April. Der Nationalkonvention heutige Hauptbeschäftigungen waren : General Dümou- riers sträfliches Betragen gegen unsre Republick. Das allgemeine VcrtheidigungS Comite erstattete von de« Klag, punkten gegen ihn Bericht. Auf folgende Z Aktenstücke gründen sie sich hauptsächlich, i.) Ein Schreiben von General Dümourier an den Präsidenten der Nationalkonvention vom 12. Mer; folgenden Jnnhatts: Der Feind zeigt gegen uns Schonung, welche wir be, nutzen können, sandte die Ausgewanderte hinter die Fronte und bultete keinen unter sich, behandelte unsre Gefangne und Verwundete sanfcmüthig, ohngcach, tet ihm bekannt ist, daß viele schändliche Feigherzige unter unS die ihrigen ermordeten. Hierüber denken Sie nach und melden mir, wie ich mich dabei zu verhalten habe. 2.) Jn einem andern Schreiben an den Kriegsminister Bemnonville vom »8- Merz sagt er: Er habe nur noch aus io Tage Lebensmittel, würbe man uicht mehrere Linicntrupvcn anwerben und 50 Gewalten, eine ungeräumter als die andre, ferner fortsahrco, seinen Operationen entgegen ;u arbeiten, so wüßt' er zu sterben, könne aber die Oestcrrcicher nicht mehr hindern, nach Paris zu kommen, sie hat. tcn 20,000 Mann vortreffliche Kavallerie, mit denen man alles verheeren könnte und er Hab' ihnen nur Flüchtlinge ohne Waffen, Lebensmittel und Munition entgegen zu stellen, davon würde Frankreichs Repu, blick mehr Schande als Ruhm haben und dessen Um- stur; um so gewisser und bald erfolgen. Z.) DaS wichtigste und merkwürdigste Actenffl-ck ober ist daS ist Protokoll der Unterredung zwischen Genera! Dümou- «cd rier und den z Commiffaricn res Vollziehungsraths dc> Prosly, Percyca und Dubuisson zu Tournay den sü. de und 27. Merz Nachts, worinn er sich vollkommen vH als einen Vcrräkher des Vaterlands entlarvt, wie auS ih> nachstehendem Jnnhalt ersichtlich iss: „Die National- vo Convention und die Jakobiner find an der Republick G> Unglück schuld. Nenne man mich Cäsar, Cronwell, bä ober Monk, alles ist mir gleichgültig, ohne National- X' Convention und trotz dieser werd' ich dennoch Frankreich rie mein Vaterland retten. Die Nationalkonvenrion be- S> steht nur aus 745 Königsmördern und Tyrannen, alle Fr einen wie den andern verabscheu' ich und verachte ihre den Dekrete, diese würben auch bald, ausser im Umfang un der Hauptstadt Paris, nicht die geringste Kraft mehr Ar haben.« Das Revolutions-Tribunal nannte General ten Dümourier abscheulich und er wieverhohlte mehrmals, so *"> lang' ihm nur noch z Zoll von der Degen-Klmgr au sei- nc> ncr Seile übrig bl-cbc, würd' er diesen Greuel zu he- ha ben wissen. Sollten sich aber in Paus die traurigen vei Sccnen erneuern, so würd' er mit seiner Armee au- genblscklich gegen diele Stadt marschieren und die 3 « Nalionalkonvention kaum länger mehr a/s z Wochen >"> eristiren. — Die Lsmmiffaricn. Eie wolle» also ^sts keine Constitution? — Genera'. Dümourier. Nein, uw die neue ist viel zu toll und eines sonst verdienstvollen der und geistreichen Mannes wie Condorcer, ganz unwür, st*" big. — Was wollen sie denn für eine statt dieser? ' — Die alte, so unvollkommen und fehlerhaft sie auch ^ ist, so war sie doch um vieles voükommner. — Doch den mit Ausnahme der Königswürde? — Nein, mit ei- dm uem König, dieser ist uns absolut unenkdchrüch. — Ew Bei diesen Worten wurden die Commissarien äussecsi ^ aufgebracht, der dritte aber gal» zur Antwort: — Kein Franke wird jemals mehr einen Ludwig wollen. d"l — Dieses ist einerlei, ob er Ludwig, oder Philipp ^r heiße, erwieverte General Dümourier. — Der Jacob? diar fügte der Commissair hinzu: Ader durch wen werden ^ Sie der neuen Constitution Annahme bewürkeu? — Durch ein ganz einfaches Mtttel» durch die Distrikts Präsi, deuten, diese werden sie schon in ihrem Bezirk annch. men lassen. Hier wurde die Unterredung durch Gene. ral Valence, welcher der Festung Mons Räumung A" meldete, ein wenig unterbrochen. Darauf fuhr Gene- ral Dümourier im größten Eifer wieder fort, sprach von den mit dem Prinzen von Koburg gcpflognen Un- terhandlungeu. Seine Absicht wäre, Friede zu stiften, A wolle ihn aber allein machen, weil Prinz von Koburg weder mit der Nalionalkonvention, noch dem Vollzic- hungsrath, welcher 74-; Tyrannen untergeordnet wäre, dM negociiren würde. Dann fügte er hinzu: Bring' ich * binnen z Wochen den Frieden nicht zu Stand, so sind die Oestrrreicher in Paris, Eure dermalige Republick "" ( 2ZI ) ist eine TEM, seil der Schiacht bei Gcmappe weint' iw immer über umrer Waffen glücklichen Fortgang bei so einer ungerechten Sache, ohne König und Frieden ist unser sonst blühender und glücklicher Staat oh»' alle Rettung veciohren. Die Commissairs stellten ihm vor, er möchte doch einen weniger gewagten Plan vorlegcn, sonst stünde ja auf die erste Nachricht seiner Gcstmiungen das Leben der sich noch im Tempelgc- däude befindlichen unglücklichem Familie von Ludwig XVI. auch in größter Gefahr. — General Dümou. . rier antwortete darauf: Würde auch Bourbons letzter e Stamm durch Henkers Hände fallen, so muß doch Frankreich wieder schnell einen König haben. Wagte ! das Pariser Volk einen Sturm auf das Tempelgedäu. I und begieng eine neue Greuelihac, so h-n mit meiner Armee in 8 Tagen in Paris, stürze durch einen brit. tcn Aufstand die ganze Nalionalkonvenlisn und rufe unter des Hauses Oesterreichs Schutz, Frankreichs neuen König aus. MiSglückt mir mein gutes Vor. haben, wert»' ich dcßwegeu als rechtschaffner Mann verkannt und der Anklage schuldig erklärt, so sind dir Häußer Oesterreich nnd Preußen ohnverzüglich meine Zuflucht, in einem kleinem Galopp bin ich bei ihnen und werde mir zuverläßrg eine weil deßcre Aufnahme als la Fayetle zu verschaffen wisse». — Dieser Briefe > und Verbalprvzcsse Vorlesung machte auf die Mitglie. j der der Nattvnalkonvcnnvn und der Gallerte gewallt» ' gen Eindruck und ihre Wuth stieg aufs höchste. Fer» s rrer wurde berichtet: Alles beweist ein Complot und ! General Dümouricr sei das Haupt davon. Dieses l bewog das Comüe, alle mit Orleans Familie in Ver, , binbung stehende Personen, ausgenommen die Bürger > Egaiite und Siüery als Repräsentanten, arrctiren zu lassen. Beite letztere veriprachen übrigens, sich allen I Maasreqeln zu unterwerfen, welche öffentliche Sicher. ' hell erfordern. Mehrere Briefe'von General Dümou» rier und den Commissairs in Belgien sagen: Letztere wären m ihrer Sendung, den General zu arreliren, nichr glücklich gewesen. Auf ihre Aufforderung von . Ryffel aus, zu ihnen zu komm«» und die gegen ihn ! ergangne harre Anklagen zu beantworken, Hab' er k ganz höflich erklärt, seine Armer könn' ec nicht ver» lassen und an Kriegsmimster Bcurnvnviiie schrieb' er, . seinen Kopfwoll'er nicht so leichtsinnig einem willkührli« chen Tribunal Preis geben, seiner ganzen Armee wegen rrär' er bereit, über alles Rechenschaft zu geben und selbst zu fordern; er scheint also vollkommen entschlossen zu seyn, sich als ein offenbarer Rebell gegen unsre Repudlick zu betragen, am Ende drang er darauf, unverzüglich mit dem Feind Unterhandlungen anzufan- gcn und einen Frieden zu schließen. Paris, vsm z. April. Die National-Konvcniion erließ heilte wegen General Dumoucier folgendes De- krtt: Dieser General ist als Meineidiger und Verrä- lher des Vaterlands erklärt, setzt ihn außer kem Ge» setz, erlaubt jedem Bürger ch» als vsgelfrei anzuarei» fen, und verspricht demjenigen' welcher ihn lebendig oder lobt nach Paris liefern würde, eine Belohnung von Zoo, 002 Livres und eine Bürger-Krone. Schreiben aus Paris, vom Z April. Unscrs Reichs Genius (Schutzgeist, ist, seit Ludwigs XVI. Tod entflohen. Ration und National - Konvention, be, finden sich in wahrem politischen Slurm und Taumel; den Unglücks-Knoten, welchen sic in des ganzen stau, nenben Europa's Angesicht sich selbst knüpften, werbe» itzt die kalten, ernsten, zum Krieg erwachien Kern. Deutschen zerhauen, denn, langsames Harren geht zu» letzt in volle Thätigkeit über; üdermüthiger Trotz gleicht dem in Bewegung gesetzten Hammer, welcher auD bas harte kalte Eist» durch oft wiederhohlte Schlage, in Giukh setzt. Dieser Nation politische Bcbeut- heit und Größe schwindet, ist bereits geschwunden und wird von allen Seiten nicht nur bestürmt , son. dern ist mit traurigen politischen Unglücks - Wolken itzt so umgeben, daß sie darinnen, wie in einem Nebel steht, nicht mehr wahrnchmen kann, wo alle Blitze und Donner, welche sie Vermalen treffen, Herkommen. Der Erde unv Meere sämmlliche Mächte haben sie gegen sich aufgereitzt, in dem Wahn, sich nicht nur zum ersten, glücklichsten Volk der Erde zu erheben, sondern all andre Monarchien und Staaten , zwar nach aus derPhilosophie hergenommncn aber falschen Grundsätzen, unüberwindlich und allein zu beherrschen. Ihre Sslvne oder Gefttzgebere wähnten sich Göllern gleich z» ftyn und in ihrer überspannter Einbildung trunken, bauten sie gleichsam einen neuen Thurm zu Babel, welchem Bau jedoch eben eine solche Sprachen - Verwirrung folgte. Sie verachteten und entheiligten so» gar Religion und Gottesdienst; mit Stolz, Uepvig- keit, Wollust, unglaublicher Verschwendung so, wie mit allen andern damit verbundnen Lastern und derenFol» gen, welche wicPolypcn (vielfüßige sich ins Unendliche vermehrende Thierarl) sich vermehrten, lhürmten einen solchen ungeheuer» Berg gegen sich auf, aus welchem unaufhörliches Gift und Unglück sie itzt anhauchl und verfolgt. Viele hundert tausende der Nation traf bereits Unglück und Tod und doch, sind des Unglücks Folgen noch unüber» schdar.Die vorliegenden neuesten Begebenheiten bewahrheiten dieses nicht nur, sondern die Verlegenheit in welcher sie sich itzt befinden, wird immer gespanntcr.Auch der rechtschaffenste Mann war bcy ihnen nicht ohne Tadel; heute erhoben sie ihn zum Gott, den folgen, den Tag war er Angeklagter, Verworfner, mit dem Tod bedrohter Verbrecher. So wurde Necker ange. betet, so fiel er und wie mancher Rechtschaffne mußte, so wie selbst ihr liebevoller trefflicher König Ludwig XVI. schon bluten. Mehrere ihrer besten Heerführer, hauptsächlich Dümvurier, welcher von der ganzen Nation ( 2Z2 ) für des Vaterlands Retter anerkannt, denn beneidet, nicht mehr gehörig unterstützt, angcklagt, a!s ein Verbrecher und Verrälher des Vaterlands erklärt und auf deßen Kopf itzt, ihn lebendig oder tvdt zu liefern, Zoo tausend Livres gesetzt worden, ist tavon der neueste auffallendste Beweis, konnr' er also wohl gegen eine undankbare Wnih - trunknc Nation anders sich benehmen und handeln? Nein! so muß der rechtschaffne Mann, mit innerm Gefühl, mit wah. rer Würde handeln. Welch ausserordentliche nach- rhcilige Wirkung wird auf Frankreichs sämtliche unter des Kriegsministers Beurnonvllle's Befehlen stehende Armeen dessen einsmalige Unthätigkeil in all diesen Geschäften nach sich ziehen, welche noch wichtigere Unordnungen dieses veranlassen, da auch der, welcher deS Ganzen Ueberblick und ordnungsvolle Leitung sogleich übernehmen wollte, gleichsam ein Gott unter den Menschen seyn müßte, läßt sich leicht abnchmcn. Paris, vom g. April. General Dumourier ließ jene von der Natisnal-Konvention an ihn abgesandten 4 Commiffaricn und den Kricgsminister Bcurnonville gefangen nehmen und in sichere Verwahrung bringen. Sie sollen ihm als Geisel bienen, wofern etwa den Unglücklichen Gefangnen im Tempel etwas zu Leide geschehen würde. In einem Schreiben an bas Nord. Departement kündigte er einsweilen an: Sogleich werd' «r mit seiner ganzen Armee nach Paris eilen, um der daselbst herrschenden Anarchie plötzlich ein Ende zu machen, Ordnung und Constitution von 178h dauer. hast wieder hcrzustellen. All dieses veranlaßte gestriges Dekret, welches ihn vogelfrci erklärt. General Dumourier will, sagt' ein Mitglied ferner: 24,002 Mann Ocsterreichischer Cavalleric mit sich nehmen und rr ihnen selbst mir seinen Lmientrnppcn zum Vortrab dienen. Dieser Verräthcr habe mit dem Ocsterreichi- ichen General Clairfaik zu Mittag gespcißt und bereits mit Frankreichs Feinden abgesprochen. Das Departement erschien sogleich vor den Schranken und trug darauf an: alle Bürgere von 18 bis 50 Jahren «sollten sich bewaffnen und ein Theil von der Naiional- -Cvnvenkivn Mitglieder selbst mitgehen, da dieses daS -emsige Mittel sey, das Vaterland zu retten. Der Commandant von Paris meldete dem allgemeinen Vcr- -zheibigungs-Comite, er stünde gut dafür, binnen 24 Stunden wären allem hier 40,002 Mann mit 1202 Kanonen zur VcrthclLigung parat, übrigens sey ganz Paris ruhig und alles brenne von Eifer, gegen den --^rückenden Feind anszuziehcn. poiriers, vom >26. Merz. Obrist Gaston hat wirklich 40,222 Mann Königlich Gesinnter unk rveiftn Cotarden, unter seinem Kommando. Er hm Kanonen, Munition und die Mannschaft wird Ichr ordentlich bezahlt. Diese Armee besteht meistens aus Edeüeutcn und Bauern; eS sind nur wenige Stäbtler dabei. , Die Bauern schwören allen Städten das gröste Unglück, weil eigentlich die Städte die Revolution uulcrhallen. Diese Armee hat keine Uniformen, sondern jeder sein eignes Kleid. Sie marschiren in Z Kolonnen; thun Niemand etwas zu Leide; sondern lassen überall, wo sie hinkommen, das Volk schwören. Der Eid ist: Ludwig den XVII. als ihren wahren König anzucrkennen. Dieser Gaston ist von - alter Familie; war Bouille's vertrauter Freund; kom« manbirte unter den Patrioten in der Stadt Philippe- . ville; wanderie hernach aus, macht? den Feldzug mit l den Ausgewanderten in Champagne mit, gieng hernach wieder nach Frankreich zurück und arbeitete ganz heimlich an dem Plan der Gegenrevolution, den er nun ausführt. Man sagt, fein sich itzt in Engclland befindlicher Freund Bouille, sei mu ihm einverstanden und gäb ihm alle Mittel an Hand, um den Gegen, Revolutionsentwurf auszirführen. Man vcrmuchct, Bouille werde mit 8020 Ausgewanderten auf einer Küste in Bretagne landen unv da das Feuer recht aufbrausen. Die National-Blätter äußern große Besorg, niß wegen der Ncbellenarmce. Die National-Konven«, lion verhehlt unterdessen den guten Fortgang dieser' Aristokratte. Man verspricht dem Volk, die Republick werde 502,202 Mann auf die Beine stellen. Aber cS finden sich nur wenige, die mKcieg gehen wollen.DicNe- kriitirungs-Commiffaricn werden in alle» Provinzen übel behandelt; einige wurden schon ermordet und der Deut, scheu Siege dringen durch, ob man sie gleich so viel möglich verbirgt. Ein anders Schreiben aus Holland vom Z2. Merz versichert, die Britten seien bereits wirk, lieh unweit Sk. Mato augelandet und hätten sich mit der Aristokraten-Armee vereinigt. Diese innerliche Gährung wird die Nepubtick zernichten. Bürgerkrieg stellte zu allen Zeiten Ifr-'Frankrcich Befestigung und Herstellung des Königkhrons wieder her und befestigt ihn auch itzt wieder. Italien. Rom, vom 19 Merz. Der Befehlshaber von Sardinien trifft Anstalten, Mit 6022 Mann in Korsika zu landen, weil die Korsen nur auf fremde Hilfe warten, um sich von der Herrschaft der Franzosen frei zu macken. Unsre sämtliche Geistlichkeit gicbk, so lange der Krieg dauert, jährlich den gsten Theil ihrer Einkünfte. Ja Spanien und Portugal geschieht mit päbstl. Genehmigung dasselbe. Die französischen Seettuppcn auf Aomirai Trugnets Flotte, sterben seht häufig am Scorbut. Vermischte Nachrichten. In Polen haben die Preußen bereits 66 Städks und 800 Dörfer in Besitz genommen,