Nr. 46. Montags Mit yschfurstliÄ» Pag. 2^7. Zeitung. den 16. April. 9 2. Markqräslich - Badisckiem gnädigstem Privileg!». §rankreich. Natisnalversammlung der zweyten Legislatvr. Sizzung, vsm 7 April. In einer gestern Abend noch gehaltnen ausserordentlichen Sizumg wurde voraeschlagcn, von dem Plan, welchen das Comite zur Verbcßeruna des Seewesens vorgcschla,-n, ganz adzugehen und dasselbe, nach einem andern bester» neuen Plan, ganz umzudildcn. In 8 Tagen, will man darüber enischeidender sprechen. Vom Minister der inner» Angelegenheiten erhielt die Nationalversammlung mehrere Briefe, welche, das Departement der Ardcche ihm zugcsandt; man las sie vor. Sie enthielten, Plünderung und Greuel des bürgerlichen Kriegs. Znsammengcrotketes, mit Feu- ergewehr und andern lödllichen Waffen versehenes Gesindel, erlaubt sich widerrechtliche Gcwaltrhätigkeiten aller Art, zerstöhrt Schlösser mit Feuer. Dieses Departement tütet also um Vollmacht bey benachbartem Departements, sowohl Nationalgarden, als Linienkriippen zu Hülfe zu rufen, um diese Nuhe- Stöhrer bändigen zu können. Sowohl für dieses, als, für das Departement der Seine und Marne, wo,ebenfalls neue Unruhen beginnen, wurde dieses nicht nur zugestanden, w»dern der ausübenden Macht ausattragm, hierin,, lhäiig mttzuwirken. — Der Constitution Befestigung und Sicherung, durch des Kriegs guten Ausgang, ennre Ruhe, des Staats Wohl überhaupt, hängt von der Finanzen Ver. besserung, vorzüglich ab; zur Erreichung dieses Haupt-Zwecks, wurden bereits viele Mittel vor- gcschlagen, hcute< jedoch insonderheit darauf ange» tragen, alle unnölhige, oder entbehrliche Ausgabe», als ein hierzu dienendes vorzügliches und sichres Mittel, einzuschränken; die Hälfte der Gerichtshöfe zu unterdrücken, war einer der Hauptpunkte Ver Ersparung, wodurch mehr als zwey Millionen in dem öffent. liehen Schatz bleiben wüidcn. Man übertrug verschleimen Comite's, hierüber Vorschläge und Gutachten zu überdenken, auszuarbeiten und einzureichcn. Dadurch, daß ein Mitglied der Nationalversammlung die Nachricht errheilte, in bcnPyrenäen ftyen sehr ergiebige Sübecminen entdeckt worden, öffnete derselbe, schöne und angenehme Aussichten, für unsre Finanzen; machte dieselbe zugleich, da er fünfzehn sehr reichhaltige aus besagten Bcrgmmenizewonnene Silderstuffcn dem Aug, wirklich anschaulich , indem er sie' , auf einem Schrcibkisch, sämtlich vorleqte. Diese glückliche Emdeck- ung läßt uns ermatten daß diese Stuffcn bey der Untersuchung unsrer Hoffnung mit dem veßteu Erfolg entsprechen werde; einem dasigcn, der Bergwcrkswissen- schaft kundigen Mann, verdankt man dicft kostbare Entdeckung; die Nationalversammlung decrelirle, demselben als einem grosnu'tthiaen Bürger, eine Danksagung uyd erwähnte iz. Silberstuffen, wurden an das Comite des Ackerbau's gesandt mdd SiesesComile zugleich mit einem neuen Mitglied, dem Herrn la Cepede vermehrt. Herr le Noy, Inge'-ieur erbot sich auf eigne Kosten die Güte dieser neuen Silberminen zu untersuchen, um sich zuerst selbst und hernach desto sicherer , auch die Nationalversammlung von ihrem reichen innern Gehall zu überzeugen. Schriftliche Nachrichten von B aucaire enthalten; D-e Natwnalgardcn von Marseille hätten sich, gcsetzmäsig nach Arles begeben, man Hab' ihnen sogleich die Thore geöffnet, sie seyen aber, nicht durch dieselbe einmarschiert, sondern hätten cs ehrenhafter gefunden, dieses über eine Bresche zu thua r an > «nd eS sey geschehen, ohne daß dabcy der mindeste Widerstand, oder die geringste Unordnung vorgefallcn wäre; umer der brßren Mannszucht und Ordnung habe die Armee dasige Festungswerke sämilich geschleift und der Freiheit Fahne überall aufgcsteckr. Unvermeidliche Unglücksfälle, als der traurige Zufall, von Verunglückung vieler Nationalgarden, im Angesicht der Stadt, welche unrettbar gewesen ; die Unordnungen, welche der Troß der Armee sich unterwegs erlaubt habe und welche alle näher entwickelt wurden, minderte frevlich, daS Angenehme dieser Nachricht, doch wurden sie, durch einige andre gute Nachrichten wieder erhöht, als durch die, daß zu Toulon sich gegen 2oo Seeofficiers, bcy der Musterung Ungesunden, mit allen andern Officiers und Gemeinen, sowohl von der Artillerie, als der Infanterie und Marine, brüderlich sich vereinigt und mit ihnen friedlich die Wachen bezogen; baß in deiy Departement der Locere, hauptsächlich in der Stadt Mendes, wieder vollkommne Ruhe herrsche. — Zuletzt wurde der ehemahlige Kricgsmi- nister, Herr von Nacbonne, da alle Cvmile's, welchen seine Anklagen zu untersuchen aufgetragen war, ihn ftey sprachen, als vollkommen gerechtfertigst erklärt und darauf angctragen, demselben zu erlauben, diese Hauptstadt wieder zu verlassen. Sizzung, vom 8- April. Unter mehreren vorgelesnen Briefen äußerte das Departements - Direktorium des Niederrheins ihrer Mitbürger Besorgnisse, wegen der um 10,000 Mann geschwächten, unter Herrn Marschaü Luckners Oberbefehl stehenden Armee. Besaglcs Direktorium sinder diese Anzeige um so nölhlger, da wirklich jen. scits Rheins starke Bewegungen bemerkt würden. Ein Mitglied zeigte hierauf der Rakionaivcrsammlung das zwischen einer Fregatte aus Frankreich der Resolution und einrrFregstle ans Grosbnttanien, denPhömr, an den Küsten von Koromandci vorgefall iicGcfechk an; erste« Fregatte Härten Z2 Kanonen und letztere z6. Die Schiffskapttams der Britten vermulhcten, das Schiss der Franken habe Kriegsbevürfnissc für Twpo-Saib an Bord , wollten rs also durchsuchen; da die" Fregatte der Franken sich wcigcrre, kau, es zum Gefecht; dasselbe dauerte rz Minuten. Aus bevden Setten war Verlust; die Franken verwhrcn 2z Mann und hatten 40 Verwundete; die Fregatte der Britten hatte 6 Tobte und n Verwundete, die schwächere Franken wurden endlich die Eeegel zu streichen gezwungen. Als die Britten ih. ren unacgrüudetcn Verdacht wahrnahmen, auf der Fregatte der Franken keine verbothne Kricgsbedürfniffe vorfanben, wollten sie dieselbe wieder frev forlseegcln lassen, die Franken aber verlangten nach Madras ge- sühn zu werden. Die ganze Geschichlscrzähluog dieses Vorfalls wurde nach London gesandt und ohne Zweifel wird die Regierung der Britten, ihrer Kapital«» Betragen, nicht nur mißbillige», sondern der Fregatte der Franken hinreichende Geaugthuung gewähren. Der Minister, welcher gerufen wurde, erschien und erklärte i Er habe von diesem Vorfall noch keine osfi- cielle Nachricht erhalten, er würde sonst der Nationalversammlung dieselbe sogleich mitgetheiit haben. Un, ter mehreren eingereichm, «nerhedlichen Bittschriften, reichte ein an Nord-Amerika's äußersten Ende ange- ftßner, nach Europa, seinem Vaterland, in der Ab, sicht zurückgekommocr Mann die seinige ein, um eine von ihm entdeckte neue Erfindung der Nationalversammlung mitzutheilen, sie besteht aus einer gemischten Materie, welche, statt der Seife, zum Bleichen und noch vor- theilhafkrr als jene gebraucht werden und, wie er sich ausdrückr, die ganze Welt bereichern kann und der Nation der Franken, welcher er dieses sein Geheimniß zum Opfer bringe, würde hierdurch jährlich über 80 Millionen erspart werden können. Man gestattete ihm die Ehre, der Sitzung bcywohncn zu dürfen. Paris, vsm 5 April. Ss eben heißt es, unser Gesandter in der Schweiz habe Solothurn verlassen müssen. Dieses ist in eine Folge, von den Beleidigungen, welche daS Schwei- zerregiment Ernst erlitten har. Lonstantinopcl. vom ,7 8ebr. Dieser Tagen cröffnete derhicr restoirende Gejandte des Königs von Schweden dem Divan, sem Monarch habe mit der Rußuchen Kayserinn eine Defensivallianz geschlossen, durch die sich beydt Mächte wechselseitig anheischig machen, im Fall eines feindlichen Angriffs einander mit 8- Linienschiffen, und ,2000. Mann beyzusiehen, üderdiescs mache sich die rußische Kayseriim anheischig dem König jährlich 8 Jahre hintereinander zoo,Oöo. Rubel zu bezahlen und erkenn' ihn als umimschränk« tcn König von Schweden. Auf diese Eröffnung gab die Pforte die kalte Antwort: wünschte und suchte der König von Schwe den mehr das Wohl seines Volks als sei» eignes, so würd' er die Freundschaft mit der Oltomannischen Pforte der von Rußland vorgczogcn haben. Mit Pohlen sucht die Pforte immer mehr in ein engeres Verständlich zu treten, dagegen erkaltet die Freundschaft mit Prcuffcn. Schreiben aus London vsm 2Z. Nlerz. Die letztem Briefe aus Neu-Iork können den blühenden Zustand der Finanzen von Nord. Amerika'- Staaken nicht genug erheben. Viele reiche Holländer haben in die dasigen öffentlichen Fonds ansehnlich« Summen eingelegt und selbst von Grvsbriitanien ausist eben dergleichen geschehen. Der Credit der vereinigten Rrpublickm soll schon sehr groß seyn und noch täglich ( LZ» ) steigen, so daß man sich dort mit der Hoffnung schmeichelt, die Fonds der Americancr werden mit der Zeit die reichsten und sichersten seyn. Viele unsrer hiesigen chemal-qcn feurigen Widersacher der America- ner Frcyheir kratzen sich itzt hinter den Ohren und fragen: W-r sollre das gedacht haben? Sie schrieen damals, der Amerikaner Papierchalcr sind keinen Pfenning werth! und wünschen itzt, daß sie eine Million derselben an sich gebracht hätten. In Aorkshire hat jemand eine Mühle erfunden, in der alle Acten von Seilen und Stricken, von den dünnsten an dis zu Ankertauen eines Kriegsschiffs vom ersten Rang verfertigt werde« können. Achzig Menschen wurden sonst erfordert, um ein Ankcrscil eines Linienschiffs zu ma. chen, dagegen vermittelst dieser Mühle ein einziger Mensch dazu vermögend seyn soll. Sollten solcher Mühlen viele in Gang kommen, wie viele Menschen würden dadurch außer Arbeit und Brod gesetzt wer den! Schreiben aus Landen, vom zo. Merz. Im Unterbaust wurden vorgestern oz Bittschriften für Abschaffung des Sclaven-Handels übergeben, worunter sich eine von der Stadt Derby befand, welche 3669 Personen unterzeichnet hatten. Herr Wilberforce überreichte eine im Nahmen der Quäcker im ganzen Reich, die von einer großen Anzahl der angesehensten und würdigsten Männer unter ihnen unterschrieben war. Er übergab gleichfalls eine von der Stadt Glasgow, darunter 13,022 Nahmen Kunden. Alle diese Bittschriften wurden zu den übrigen auf die Tafel des Hauses gelegt. Die ganze Anzahl derselben steigt izt auf dcynahe 422 und der große Tisch, auf welchem sie aufgelhürml liegen, ist damit so angefüllt, daß bei. nahe kein Raum für andre Dinge darauf mehr ist. Hr. Pitt trug darauf an, das Haus möchte sich in eine große Comiee verwandeln, welches sogleich genehmigt ward. Sein Vorhaben hicdey war, von dem Haus zu verlangen, dasselbe möchte 81,2522 Pf. Sterling bewilligen, welche vermittelst einer Lotterie aufgebracht werden sollten, die 50,222 Loose enthielte. Er setzte hinzu, er habe dieselbe schon au jemand verkauft, der für jedes Loos ib Pf. 5 Schill, bezahle. Hr. Taylor eiferte jchr gegen die Lotterien, wodurch der Spicl- geist unter dem Volk so stark erweckt und in Bewegung gesetzt würde, daß die Moralität dabcy äuße-st litt. Er führte mehrere Beyspicle des Selbstmords an, der von der gegenwärtigen noch nicht völlig gezognen Slams-Lotterie siy veranlaßt worden. Seinem Dafürhalten nach hätten die Minister, deren Pflicht es fty, nicht nur über dir Finanzen des Reichs, jon» dern auch über dis Sitten des Volks el« wachsames! Aug z» haben, weit besser gelhan, keine Taxen abzu- nehmen, als durch Lotterien des Staats Einkünfte M vermehren. Cr fragte Hru. Pitt, ob er wirklich die Absicht habe, künftig alle Jahre Lotterien halten zu lasse»? — Der Minister erwiederte, die Sache sey za vorkheilyast für die Finanzen, als daß er sie aufgebe» könne; er sey wirklich für eine jährliche Lotterie. — Hr. Taylor bedauerte diese Antwort und sagte, sie heißt eben so viel, als der Minister sey berechtigt, die Moralität und den sittlichen Charakter des Volks de» Finanzen aufzuopftrn. Er sey ge-onnen, deswegen nächstens einen Antrag zu thun und darüber das HauF stimmen zu lassen. — In dem Augenblick ward vo» der Ministeria!-Seite gerufen, daß (über Hrn. Pitts! Antrag) gestimmt werbe» möchte. Sogleich rief des Vorsitzer des Comiie, die dafür sind, sage» ja! und die, welche dagegen sind, nein! — Ein Spaßvogel fragte uuvermglich: »Dafür, daß der Minister die Sitten der Nation den Finanzen aufopsern dürfe?'«' welches ein gewaltiges Gelächter verursachte. Indessen war, wie gewöhnlich, die Mehrheit der Stimme» für den Minister. — Gestern ist nichts von Erheblichkeit vorgefallen, außer Paß wieder 79 Bmschriste» gegen den Sclavenhanbel überreicht worden sind. — Wie rasend der Baugeist sey, um London zu vergrößern , erhellt unter andern daraus, daß zufolge dee Accist-Register über die verfertigten Ziegelsteine, inr venvichnen Jahr nicht weniger denn 722 Millioneu derselben in der Nachbarschaft von London sind verfertigt worden. — Aus Irland wird gemeldet, dce römisch-katholische Bischoff und die Geistlichkeit zu Dublin hält' eine Declaration bekannt gemacht, i» weicher sie erklären, i) daß sie die Lehre abschwöre» und verwerfen, nach welcher ein vom Padst cxcom- municirler Prinz deßhalb von seinen Unterthanen ab« gesetzt oderums Leben gebracht werden könne; 2)nach welcher ein Ketzer könnte ums Leben gebracht odev beleidigt werden; z) nach welcher man den Ketzer» keinen Glauben halten müsse; 4) nach welcher der Pabst die Unterthanen einer Macht von dem Eid ber^ Treue und von andern Conkracken entschlagea könne; 5) erklären sie, daß sie nicht glauben, daß der Pabst, oder sonst ein auswärtiger Prinz, Prälat rc» die geringste Jurisdiction, Macht oder Gewalt in diesem Königreich habe; 6) es wäre kein Glaubensartikel für sie, baß der Pabst unfehlbar sey; 7) sie glauben nicht, daß der Pabst ober em Priester ihnen ihre Sünden vergeben könne; 8) daß sie auf keine Weise den prorestanrisüM Glauben im Reich »in- ( 2-s2 ) werfen und den katholischen an dessen Stelle bringen wollen. — Doctor Willis hat bey seinem Besuch der Königin» von Portugall zu Lissabon erklärt, ihr Zustand sey von solcher Art, daß er zur Wicderherstel. lung Hoffnung machen könne. Ihm ist die ganze Cur der Monarchen allein anvertrauc worden. Er hat bereits kurze Fahrten auf dem Fluß verordnet und die Königin» macht täglich eine Fahrt in einer Gondel, die so gemacht ist, daß das Volk die Fürstin,, nicht sehen kann. Roppenhagen, vom zr Merz. In der HAitigen dänischen Zeitung ließt man ein Verzeichniß von den Personen, die wegen der Verschwörung wider den König arretirt sind. Es sind folgende: General , Graf Horn; General, Baron Pechlin; Kapital» Ankerström, der auf den König geschossen; Baron Walstierna; Graf Ribbing ; Graf Clais Horn; Baron Kurt; Björkmann; Rilhmann; Adleareen; Enhärning; Rittmeister Ehrenskiold; Oberstlicutnant Wiehorn; Lieutnanr Troil; Baron Palbitzky; Baron Oernschiold; Prediger Herpelms pnd Baron Vielte. Lsppenhagrn, vom z April. Ein bey dem Grafen von Bernsdorf, aus Stock« Holm eingeiroffner Eilbote und noch zwey andre Staffetten, bringen so eben die wichtige Nachricht, Sc. Majestät dcrKönig von Schweden,Gustav. III. seyen den 29ten Merz, Vormittags kurz vor 12. Uhr, an den Folgen des von dem Meuchelmörder Ankerström erhalt- ncn Schußes, zu dessen Wunden ein Seitenstechen gekommen und sie tsdilich gemacht, nach andern aber an einer hinzu gekommnen Versetzung des Eiters auf die Lunge, gestorben. Se. Majestät waren gebohren, 1746. den 24tcn Jan. vermählten sich, 176b. den 4. Nov. mit Sophien Magdalenen, Friedrichs V. Königs von Dännemark Prinzeßinn Tochter; welche izt Wirtweist; folgte feinem Herrn Vater, Adolph Friedrich König von Schweden auf den Thron, 1771. den i2ten Febr. setzte Schweden meinem blühenden Zustand und würd'es vermittelst seiner rastlosen Thärigkeic vollkommen glücklich gemacht haben, wäre der Krieg mit Rußland nicht dazwischen gekommen. Der verewigte Kö. nig hat also sein thätiges Leben nur auf 4b Jahre und einige Monate darüber gebracht. Sein einziger 1778. den iten Nov. gebohrner, also noch nicht volle 14. Jahre aller Sohn und Kronprinz, Gustav Adolph folgt ihm in der Regierung, ist sogleich unter feinem Namen zum König ausgmifen morden und hat auch bereits, als neuer König nach der Sicherheitsakke den Eid geleistet und Stockholms sämtliche Bürgerschaft ihm gehuldigt und geschworen. Bis dieser junge noch minderjährige König mit dem l8ken Jahr seines Alters in seine Volljährigkeit tritt, ist der Herzog von Sü-mnannland, des verstorbnen Königs ältester Bruder mit uneingeilchräntter Gewalt zum einzigen Administrator, Reichsverwcser, oder Regent, jedoch mit Ausnahme der Gewalt ernannt worden, niemand in den Adclstanb zu erheben und keine Orden erlheilen zu können, im Fall eines Kriegs kann derselbe beym Militair dieses icdoch lhun. In einem von König Gustav III. noch den Tag vor seinem Abster. den mit, eigner Hand geschriebnen CvdiciU empfiehlt er dem Herzog von Südcrmannland, für den jungeu König, sobald er das i7le Jahr vollendet haben wird, eine Gemahlin» zu wählen, vornehmlich aber vor des Königs Volljährigkeit die ,796 den i. Nov. einkritk, keinen Reichstag zu versammeln. Alle den jungen König umgebende Personen und sämtliche Beamte, behalten alle, ihre dermalen besitzende Stellen; des jungen Königs Erziehung soll pünktlich so, wie sie der verstorbne König cingelcitel und angeordner harte,fortgesetzt werden. In der Königl. Hauptstadt Stock- Holm, ist Der General von Armfeld, zum Gouverneur oder Oberstatthallcr ernannt worden. Als die Ellbogen von Stockholm abziengcn, war daselbst alles ruhig und die Negierung hat die zweckmäßigsten Vorkehrungen getroffen, dieser Ruhe fortwährende Dauer zu geben. Der Monarch starb standhaft als Held, hielt andcn Kronprinzen noch eine rührende Rede, in welches er demselben eines Regenten Pflichten trefflich schilderte, behielt Geistesgegenwart, besorgienoch vieles, iröstetc die Umstehenden und soll auch noch all denen, weiche an au seinem Tod Antheil gehabt, grosmushig verziehen habe». Man öffnete nachher des Königs Leichnam und fand in der vierten Ribbe beyde Kugeln, sowohl die runde als viereckigt geschlagne, samt zwcnen Nägel«. Ueber dieser Begebenheit Folgen etwas bestimmtes zu sagen, ist dermalen noch unmöglich. Wirklich vermachet und hofft man auch, viele, die um die Verschwörung gewußt haben, würden Verzeyhung erhalten. Ankerström läugnet nichts was auf ihn Bezug hat, ärgert sich sogar, daß die Thal ihm nicht besser gelungen, giebt sich als den einzigen Schuldigen an. Das Mißvergnügen gegen den König soll großencheils durch folgende, seinem Vertrag mit Rußland eingcrückte Clauftl vermehrt worden feyn: „ Daß im Fall einer innern Empörung beyde Mächte sich gegenseitig mit ihrer ganzen Macht unterstützen sollten. « Diese Clause! sahen die Mißvergnügten, als eine Gährung des gegenseitigen Despotismus an. Bey allen, gewiß schmerzhaften Operationen der Wundärzte , war deS Königs Betragen, sogar seine Miene ausdauernd und fest. Baren Bietke Hst sich mit Gift das Leben genom, men. Man sagt , er habe sich vergift« , um die Thcilnehmer an der Verschwörung nicht zu entdecken. Noch immer darf niemand aus Schweden heraus und in Helsindurg sind sehr viele Reisende, die nicht weiter kommen können. Baron Biclkc's Leichnam, der sich durch Gift ums Leben geben gebracht und nach seinem Bekanntniß, einer der Hanvturhcber der Verschwörung gewesen, ward gestern Mittag auf desBüt- tels Karren, umgeben von der Dcliquenten-Wache »um Galgen gebracht. Ein Kommando Dragoner war babey gegenwärtig, um die öffentliche Ruhr aufrecht zu erhalten. Wien, vom 4 April. Der preusische General von Bischoffswerder ist heute morgen nach Berlin gegangen. Er hatte noch eine lange Audienz bey unserm Monarchen/ der ihn, wie man sagt, versicherte, wie sehr er wünsche, das zwi- scheu bcydcn Höfen vestgcsetzte System wirksam zu erhalten. Obngcachtet die Ratißeation des Allianz- trackats noch nicht ofsiciel bckatint gemacht ist, so zweifelt hier doch niemand an dessen wirklichem Da- scyn. Der ;nm ersten Churböhmifchcn Wahlbothschaf. 1er bestimmte Fürst Anton Esterhazy , läßt in größter Eile an seinen Equipagen arbeiten und er wird eine Pracht, ohne ihres gleichen, zu Frankfurt an Tag legen. Der meiste Theil unsrer Goldsticker arbeitet an seiner Livree, die ausserordentlich kostbar ist. Unser Monarch hat ihm das große Band des Lt. Siephansordens ertheilt. Er wirb im Anfang des Julius, gleich nach der Krönung in Ungarn, der «r bcywoynen muß, nach Frankfurt adgehen. Die bey- ben Colonncn österreichcr Truvpcn, die zu Lmz Halt machten, haben nun Ordre bekommen» ihren Marsch »ach dem Brcisgau fortzusctzcn und werden morgen Bayerns Territorium betreten. Morgen reifet der bisherige französische Bolhfchafccr, Markts von Noaiücs, nach Lucca ab, um dastldst als Privatmann zu leben. Vor der Hand wird an hiesigem Hof, weder em an. drer Bvthschafter,noch Gcschäftträgcr von Frankreich angenommen. Das Regiment Klebeck ist itzt ebenfalls aus Linz ausmarschirt, um, die nach den Rhein- gegendcn bestimmten Regimenter zu vermehren. Vorher wurden alle Ausländer davon abgesondert und unter das Regiment Stein gesteckt, dafür aber eben so viel östcrreicher Landeskinder von diesem Regiment genommen, so daß die Ausmarschirten aus lauter sichern Leuten bestehen. Schreiben aus Wien, vom 4 April. Rußlands Erklärung wider die neue polnische Constitution hat hier viel, Aussehen gemacht and weil die ) - -72 Folgen davon in diesem Augenblick nicht vorauszuse- he» sind, ist dieses aller Wahrscheinlichkeit nach, eine Ursache mehr für den hiesige» Hof, um sich der ftan, zösischen Angelegenheiten halben eben nicht zu übereilen. Wien, vom Z April. „ Man behauptet mit Zuverläßigkcit, das Testament, welches weiland Se. Mai. vor Ihrer lczten Abreißö verfertigt hatten, scy vorgefunden worden. Die Al- lodiaierdichüfc soll sich auf 2Z Millionen belaufen und Se. König! Hoheit der Grosherzog von Toskana, als Verwund der unmündigen König!. Familie ernannt seyn. Die getreuen Ungarn können den Augenblick kaum erwarten , Ihrem geliebten König ewige Treue zu schwören und wollen allein 60,020 Mann stellen, um die Unannehmlichkeiten und Beleidigungen zurächen.die man dem friedliebendenKöutz Leopold angekhan. Londen, vom Z April. Wir erwarten hier in dem Herrn von Chavelin einen neuen französischen Minister dcy unserm Hof. Der vormalige Bischofs von Autun Herr Taileyrand, der seit kurzem von hier abgercißc war, wirb mit ihm zurück kommen und ihm zur Seite seyn. Man glaubt, er werde sehr delikate Aufträge haben, besonders, sollt' es wahr seyn, was daS Gerücht sagt, die Franzosen ftycn Willens, die österreichcr Niederlande feindlich anzugrcifen. Man dächte doch, zu Paris sey es keine unbekannte Sache mehr, daß Grosbrittanicn neuerdings bis Ocsterrcichcr Niederlande garantirt habe und der Wiener Hof in dem Fall, wo diese Provinzen auf ungerechte Art angegriffen würden, berechtigt wäre, auf die Wirkungen dieser Garantie Anspruch zu machen. Herr-von Chavelin hat also eine sehr mühsame Unterhandlung einznleitcn und er mag sich versehen, nicht so voreilig, wie Herr von Segür zu Berlin zu handeln. Unser Gesandter bcym Wiener Hof, Graf von Elgin, ist den Ziten v. M. von hier mit einem wichtigen Auftrag nach Paris abgeschickt worden; er wird vermuthlich seine Reise von da nach Wien zu seinem Gestmdtfchafksposten fortsctzen. Durch die zu Porlhmouth angelangte Fregatte: die Themse, hat man die Nachricht aus Indien erhalten , General Lord Cornwallis sey im vcrwjchnen Dec. von Madras mit seiner Armee aufgebrochen und ja vollem An. marsch wider Scringapatnam begriffen. Diese Fregatte ist eigentlich aus Indien abgeschickt worden, um wegen eines feindlich behandelten ftänzösischen Schiffs, das man im Verdacht hakte, als wä? es mit Kriegs» bedürfnissen für Tippo - Saib befrachtet, die Verantwortung zu überbringen und Entschuldigung einstr, legen. c 242 ) Arankfllrt, vom ir Zkpril. Die Nachrichten aus Schweden erfüllen die ans. gewanderten Franzosen in unser» Rhcingegendcn mir groser Niedergeschlagenheit und Kleinmuih. Denn Gustav war just derjeniac unter Europcns Mo, narchen, von dessen Betriebsamkeit und Eifer für die Parthie der Aristokraten sie sich am meisten versprachen. Zwcy andre Umstände wirken nicht weniger stark auf sie. Der eine ist, daß das französische Ministerium von lauter Jakobinern besetzt worden , die das Vertrauen der Nation haben, durch welchen Umstand sowohl die Aistgnars, als der WechselkourS plötzlich besser wurden. Der andre Gegenstand ist das Dekret der Nationalversammlung wegen Bcschlag- nehmung aller Güter der Ausgewanderten. Dieses wirkt so stark, daß allein aus Coblen» seit 14 Tagen über zco nach Frankreich zmückqcreißl sind und täglich noch folgen ihnen ganze Wagen voll dahiu nach. Lorisetzung derinNo.gZübgcbroämcn Proklamation, Brüssel, vom 2 April. Ein dergleichen Konnte war cs, das Graf von Relhüne noch gegen den ztcn vorigen Monats Nvv. im Hennegau durchaus errichten wollte, da er einer dem Hof wohl bekannten Person zuschrieb und dieselbe fragte: Ob cs nicht das ncmliche scy, zu Mo.iö ein vertrautes Cemile avfzurichtcn und ob,be. stünde dasselbe einmal, sie auch Mittel haben würden, Mami'chaft zu schicken und vor allem sich gewisse Fonds zu verschaffen, es möge scy« von Ablcven, oder von Privatpersonen. Voraus h§l sich der Graf viel Mühe gegeben, diese ncmlicye Person zu sich nach Frankreich zu locken, um gemeinschaftlich mit ihr das, jenige überlegen zu können, was zur Leitung feiner verrahrischrn Plane am dienlichsten seyn möchte: sei- ne Absichten giengen dahin, aus dieser Person einen einheimischen Agenten für diese Provinzen zu machen: anch sieht man ans seinem Brief vom 12. September jüngsthin, daß er verlangt habe, diese Person möge sicher auf fein Wort trauen, dabey aber bescheiden seyn: allein aller lebhaften Vorstellungen ungeachtet, die der Graf sowohl in eben gedachtem Brief vom rs. Scpt. als auch in einigen jüngern , vom aZtcn des nemlichen Monats und rbten Oct. und machte, ungeachtet der Grafe um die Ucberkunft dieser Person za .beschleunigen, sich rühmte, er sey des glücklichen Erfolgs seiner Unternehmung völlig gewiß und dieselbe zu bereden sachte, der Knoten würde sich erster Tagen aujkösen, könnt' er diese Person doch nicht gegen seine Bitte willfährig machen, worüber er sich denn in sei, kielst Brief vom zten Nov. sehr beklagt. Allein Graf Dethüne fand leider nur allch viele Privatköpfe, die -chimmr waren, seinem Interesse beMreten und He Vaterland zu vcrrathcti. §r hatte nur barunker zck wählen und ein Ucberrest der Verblendung »er Ge« müiher war die traurige Ursache dieser grölen Menge. Man ficht cs gleich beym ersten Anblick aus seinem Schreiben an ein gewisses Mitglied der Umrersität zu Löwen vom 28. Scpt. jüngsthin, daß er denselben zur Theilnahme an dem Verbrechen der Staaisverrä, therey und Verschwörung zu bereden gcwvßt habe. Ec berichtet ihm: Mit unfern Angelegenheiten geht alles wohl, wenigstens werden dieselben in kurzer Zeit eine entscheidende Wendung nehmen; schlieslich bittet er ihn, er möge diejenigen Stände, die er standhaft zu seyn kenne, zu gewinne» suchen. Die Nachricht dieses Briefs ist ebenfalls sehr merk, würdig: »Ich würde an Herrn *«* schreiben, sagt der Graf von Bethune, hätte man mir nicht gesagt, er befände sich dermalen nicht zu Löwen.—Laßt unS aber anfhörcn, hier eine Sache weiter auSzuführc», welche mir in der Folge näher auseinander sezen müssen und die Geschichte des innern Komike'S der Vcr, schworncn wieder anfangcn. Um zu beweisen, daß das Gemälde, welches man hievon schon entworfen hat, nicht übertrieben sey, darf man nur einen Blick auf jene Vcrhaltungsbefehle werfen, welche unter dem zo Nov. von Douai an einen gewissen Kennis von Antwerpen, für das damol schon errichtet geweßnen Komite's, von welchen er ein Mitglied war, abgeschickt wurden. (Die Fortsetzung folgt.) Frankfurt, vom 14 April. Des Herr» Landgrafen von Hessen . Caßel Hochkürstk. Durch! haben allen in Dero Staaten befindlichen aus, gcwandcrkcn Franzosen befohlen , binnen 2 mal 24 Stunden dieselbe zu räumen und heute ein Schreibe« an hiesigen Magistrat gesandt, das nemliche zu thun. Vermischte Nach richten. Die ganze Armee der Franken wird izl mit baarem Geld und nicht mehr mit Assignaten bezahlt. In Frankreich kommt itzt das Caffeelrmken so aus der Move, daß man denjenigen für keinen guten Pa. triolcn mehr hält, der an diesem ehemaligen Lieblings, gctränk noch Geschmack findet. Aus dem letzten Reichstag zu Geste hatte der König von Schweden von der Geistlichkeit 34 für u. 12 Stimmen wider sich; vom Bütgerstand 17 für und 19 wider, vom Bauernstand 120 für und zo wider; »nd vom Rilterstand endlich 42 für und Zbo Wider sich. Der König halte folglich eine Majorität in z Ständen und beinahe den ganzen 4len Stand wider sich. V L k 1* 1 8 8 L M L ^ Lartsruhk. 8eremssimo ist ein anonymer Brief an Höchstdiesclbe, welcher auf hiesigem Markt gesundes worden, zu Händen gekommen. Wüßte der Vek- ( 24z ) fasse» solchen Briefs über dessen Jnnhalr nähere Auf« schchsse aiuugcben und sie mit Anzeigen der Glaubwürdigkeit zu begleiten , so erwarten Ihre Hochfürsti. Durch!, deren Eröffnung, da ohne solche auf jene Angaben keine Reflexion gemacht werden kann und hat der Angeber in diesem Fall sich eine dem Werth der Entdeckung augcmeßne Belohnung und die Verschweigung seines Namens zu gewarten. Signatum Carlsruhe den i6. April 1792. Von Hschfürstl. Regierung wegen. Larlsruhe. In Macklotö Hofbuäidruckerey hat so eben die Presse verlassen: „ Lauxittels Markgräflich « Badischen Regierungs - Secretairs und StadkschreiberS der Markgrafschaft Höchberg in Lmmmdingen practische Anleitung für alle bey Land - 2lmt-und Gradtschreibereyen vorkommenden Geschäfts, um angehende Scribenken zu bilden und zu vervollkommnen Erster Land 34^Logen octav. Ohngeachtel dieses sehr brauchbare und praktische Werk mit ungemein vielen mühsam zu setzenden Tabellen versehen und alle Materialien dermalen in höherem Preiß als nur noch vor mehrern Jahren verhältnißmäßig sehr gestiegen sind, will Machlots Hofbuchhandlung doch dasselbe allen in unfern sämrlichen Fürstlichen Landen diesen Geschäften sich widmenden gegen gleich baare Zahlung für den sehr billigen Preis das Exemplar dieses ersten Bands für i fl. z Hschfürstl. Markgräfl. Badisches Ehegericht allda. Vt. Heiöinger Secretair. Larlsruhe. Da über das äußerst verschuldete Ver- mögen des hiesigen Burgers und Sassensteders, Larl Lruckers und seiner Ehefrau Lacharina, eine geb. Maifarchin der Ganlhproccß erkannt und zur Liquidation der Passivorum und zum Streit über deren Vorzug Terminus auf Dienstag den s^en nächst ein- trettenden Monats UprilS anberaumt worden ist; s» werden alle Bruckcrische Gläubigere anmit dergestal- tcn öffentlich vorgcladen, daß dieselbe an bemcltem Tag entweder in Person oder durch hinlänglich Bevollmächtigte vor dem Oberamtlichea Commissario auf dem hiesigen Rachhanß um so mehr erscheinen und wegen ihrer Forderung die erforderliche Documenken mitdringen, auch über bas aUenfallsige Vorzugsrecht streiken, als sie sich sonsten der proeclustou gewärtigen sollen; wobey noch nachrichtlich angefügl wird, daß da nach der vorgenommncn Vermögens-Untersuchung an dem Mann bereits schon 1995 fl. 46 kr. verloh- ren gehen, die gemeine Gläubigere keine Hofnung haben, an ihren Fordrungen nur das mindeste zu erhalten. CarlSruhe den 24. Merz ,792. Vberamt allda. Larlsruhe. Ein Apotheker in einer angesehenen Stadt am Oberrhcin, dessen Officin stark frequentirt wird und der sschs zum Vergnügen macht, junge Leute, die sich dieser Kunst widmen wollen, durch grünv. liehen Unterricht zu bilden, erbittet sich, noch einen oder zwey Lehrlinge anzunehmen, die aber evangelischer Religion, von guter Erziehung und im Besitz hinlänglicher Schulkennrmsse ftyn müssen. Das Weitere ist in Macklots Zritungs und Jmelligenz- Lomptoir zu erfahre». Larlsruhe. Bey F. C. Müllberger in Ulm sind immerhin um billige Prciße zu haben: Geringelte Ulmer Gerste von allen Gattungen, Spargel« Pflanzen, Rüdsamen, vielerley Gartcnsamcn, Ulmer Tadack. Pfelfeiiköpfe rc. Briefe werden kranco erwartet. Eberstein. Dem seit IZ Jahren verschrllnen Andreas SchiU von Lautenbach, wird anducch eine z monatliche Frist anbxraumt, in welcher er sich stellen, und sein in Pflegschaft laufendes Vermögen übernehmen soll, widrigenfalls solches seinen Gcschwistrigen, gegen die gewöhnliche Camion verabfolgt werden wird. Sign. Gernsbach den 22. Merz 1792. Vberamt allda. Müllheim. Die Anna Katharina Grerherin von Nieder-veiler, welche 4 mm in Unzucht schwanger worden < ist per Rescripkum vom aesten vorigen Monats, statt der sonst verwürkten Strafe, der Fürst!. Lande verwiesen worden; weiches zur Nachricht hier, durch öffentlich bekannt gemacht wird. Müllheim den 27. Merz 1792. Dberamt Badenrveiler. Emmendingen. Die Jung Martin Knoll'scken Eheleute zu Theuningen , besitzen eine nahe bey dem Ort Theuningen gelegne, vor z Jahren erst ganz mas, fiv aufgedaute, schön und wohl eingerichtete, fthr geräumige , zweistöckige Mühlendchausung mit 3 Mahl- c 244 ) z«ngcn und dem Recht;u einem Oelgang, nebst zugehöriger Scheuer, Stallung, Schopf, Schweinstal. lung und Bauchhauß, alles auch »eu, geräumig und schön. Sie finden ihrer Convcnieuz angemessen, die- ses Weesen nebst den dazu gehörigen 12 Juch Kraut, und Graßgarlcn, Acker und Mattfeld, zu verkaufen, haben auch bereits >m August vorigen Jahrs dazu einen Versuch durch Verstcigrung gemacht, die aber aus Mangel eines genügsamen Gebots nicht zu Stand gekommen. Jzo hingegen machen sie sich Hoffnung, daß mehrere Liebhabere und ein annehmlicheres Gebell zu erwarten seyn dürste; Und man hat deswegen Montag den 7ten May Nachmittags zu einer rieuern Versteignmg bestimmt, bey welcher der Lezr- biclcnde den Zuschlag ohne weiters erhalten wird. Dieses wirb mit dem Anhang öffentlich bekannt gemacht » daß die Liebhabere sich auf gemelte Zeit zu Thenningen auf der Gemeinen Stube einzufinden und Auswärtige sich mit gerichtlichem Vrrmögenszcugniß zu versehen haben. Emmcndingen den 7. April 1792. (Uberamt Höchberg. Emmendingen. Der seit 25 Jahren abwesende Jakob Mutschler von Malterdingcn, wird anmit um ter der Bedrohung vorgeladcn, daß wann er a dato binnen 9 Monaten nicht erscheinen und sein zu Mal- terdingcn stehendes Vermögen in Empfang nehmen würde, dasselbe deßen nächsten Anverwandten gegen Caution ausgefolgt werden wird. <2ign. den rzten Merz 1792. Oberamt Hochberg. Emmendingen. Der ledige Mühlarzt Martin Wils von Schluchsen St. Blaßschcn Oberamrs Bett- nuningcn, wird, wegen der von der Anna Maria Franzin von Sexao dahier gegen ihn angebrachten Echwängerungs. Klage, dergestalt cdickaliler vorgcla- den, baß er binnen z Monaten um ss gcwißcr dahier «schienen und auf obige Klage sich veruehmrn lassen soll, als widrigenfalls essluxo termino in Eontuma- tiam gegen ihn erkannt werden wird. Sign. den2ü. Merz 1792. (vberamt Hochberg. Lörrach. Der verschollne Michael Glanacker von Weil, wird andurch mit dem Bedrohen öffentlich »orgeladen, baß, wenn er sich innerhalb z Monaten vor hiesigem Obcramt nicht stellen wird, sein Vermögen gegen Sicherheitsleistung an dessen nächste Anvcr. wandte werbe ausgefvlgt werden. Lörrach den 29M1 Merz 1792. (Uberamr Rötteln. Rodalben. Da über das verschuldete Vermögen der Franz Joseph volzischen Eheleute auf der Kaltenbach der Ganrprozeß von Ainlswegcn erkannt worden, so wird sowohl zu Liquidirung per Fordrungcn,' aitz zu Verhandlung über bas allenfalls angcsprochen werdende Vorzugsrecht Tagfahrt auf den 26ten künft tigen Monats Aprils anbrraumt, an welch« sämtliche derselben Gläubig« in Person oder durch hinlänglich Bevollmächtigte sich Morgens 9 Uhr bey dahiest- gem Amt einzufindcn, im Fall des Ausbleibens aber, von der Maße ausg schlvßen zu werden, zu gewärri- tigen haben. Rodaldcn de» 27. Mer; 1792. Amr Grävenstein. Reichenau im Bödensee. Johann Eggerk ans der, dem Fürstbischofs von Konstanz zugehörigen Insel Reichenau den 8 Dccember 171z. gebühren, reißtt im Jahr 1732. als Kieftrknechr in die Fremde und ohugcachtci aller Nachforschungen, konnte man seit 1758. keine zuverläßigr Nachricht mehr von ihm erhal- len, wo er zum leztenmal aii seine diesseitige Anverwandte schrieb: baßer sich wirklich im Amerikanischen zu Surinam, in der Stadt Paramaribo befinde. Da nun des abwesenden Vermögen immsttelst unter Obrigkeitlicher Aufsicht auf 1669 fl. i8 kr. angeivachsen ist, so wurde schon 1788. in den ZnrungSdlättern von Frankfurt, Augsburg und Schasshausen, der abwe. sende Eggert, ober seine rechtmäßigen Leibeserdcn vor- gefordert. Da riese peremtorische Vorladung aber ohne allen Erfolg war; so könnte man daher sfter- wähntcn Eggerr als wirklich verschollen erklären und mit der Auölheilung seines rückgelassenen Vermögens an die bekannten nächsten Erden fürfahren; indessen will man zum Wohl abwesender Personen doch alles erschöpfen und erklärt demnach: daß wann in Zeitfrist von Z Monaten, kurzermclvter Johann Eggerch ober dessen rcchrmäfige Erben dahier nicht persönlich erschemen, oder sich aä kcowcolium über ihre gcqrün- bete Ansprache ausweisen soltten, man sofort gleich mit der Auslheiiung deö gänzlichen Vermögens, ohne weitere Rückfrage oder Caulion an die nächsten Verwandten rechtlicher Ordnung .nach, die behörigen An, statten treffen wird. Reichenau im Bodens« den zten April 1792. Hochfürstl. (vberamtskanzley allda. In Macklots Hofbuchhandlnng in Larlsruh« ist wieder neu angeksmmen und zu haben; RöchUns (I. G.) Lehreiche und angenehme Uebon- gm des lateinischen Styls, für obere Klassen. 8. Frankfurt. 1790. 45 kr. Dito für Untere und Miltlene Klaßen. 8. Frans. 2789. 45 kr. Gedicke (F.) Lateinisches Lesebuch für die ersten Anfänger. 8- Berlin. 1791. Z- kr. ^ , — — Griechisches Lesebuch für die ersten Anfänger. 8. Berlin 1791. 36 kr.