Nro. 74 Pag. M. Karlsruher Zeitung. Freitags den 21. Juni 179z» Mit Hochfürstlich - Markgräflich « Badischem gnädigsten privilegis. Ivvx«nsvs ^»nel8 —— rr rni»noi RZmisch - Deutsche» Reich. Larlsruhe, vom iy Juni. Den ryten kam der durch Jhro Rußisch-Kaiserliche Majestät eigcnds von Petersburg hierher «bgesandte Fürst Wiasemskoy «n hiesiger Residenz an und überbrachte die förmliche No- tificalion von der feierlichen Verlobung der Durchlauchtigsten Prinzessin« Louise von Laden, itzt AaiscrUchen Hoheit und Groß . 8ürsti»in, mit des Groß-Fürstcn von Rußland Kaiserlichen Hoheit ältestem Prinzen und Groß - Fürsten Paul Pctrowirsch, Kaiserlichen Hoheit. Wegen dieser glücklichen Botschaft war heute bei Hof große. Gala. 8reibnrg im Breiegau, vom 8 Juni. Zur freiwilligen Kriegs-Steuer haben beigctragenr Gemeinde Harkheim, wozu die Schulkinder fl. i fl. ^ kr. beitrugen. — — — 25. Freiherr von Rink, Lanbvvgt, und Mitritter. 122. Ein ungenannter Ritter, welcher noch keine an- gefallnc Güter hat — — — 275. Freiherr von Reichenstcin, Mitritter. — 22. Freiherr von Schackmin, K-K. Vorderösterreichischer Regierungs - und Landrcchten- rath — — — — — 250. Nomiaftchulkinder zu Bollschweil — — 1. Gemeinde Wyhl — — >— — 102. Wien, vom y. Iunl. Der von der Buchhaike- rei für der im vorigen Jahr gegen die Franzosen ge- stavdnen Armeen Verpflegung vorher gemachte Anschlag, delrug im Jan. 69 Millionen und 502,002 fl. hierum tcr ist der erst dazu gekommoen Reserve Armee Verpflegung noch nicht begriffen. Man urthelle hieraus, wie groß Deutschlands Verbindlichkeiten gegen seinen Kaiser für solche Aufopferungen sind. Wien, vom io Juni. Der auf den Kriegsfuß gesetzten Armee, gegenwärtige Unterhallunqs - Kosten betragen s nach genauer Berechnung jährlich 79 Millionen Kaiftrgulden, wobei die Transport-Kosten des schweren Beiagerungs, Geschützes nicht in Anschlag gebracht sind. Die Militair-Konscription bei der jä- dischen Nation soll ganz aufhören und dagegen eine Taxe von ihren Gemeinden erhoben werden. Altona, vom ri Juni. Heute früh haben Ihre König! Hoheiten, der Erbprinz nebst Dero Gemah. linn, Ihre Reise von hier über die Elbe weiter fortgesetzt. Saarburg, vom 12 Juni. Der Schauplaz dieses unseligen Kriegs nähert sich uns wieder und spielt wirklich bei Luxemburg. General Schröder har sich auf Luxemburg gezogen; dastgc Garnison ist ausge. rückt und lagert vor dem Nluthor; der Feind wird xesich hüten, diesem Platz nahe zu kommen. Zu dem ' dürft' er seines Siegs nicht froh wcrd'en, da Genera! Beaulicu mit einem Korps von 6020, nach Versicherung der «misten aber, von 10,202 Mann im Anzug und wirklich bis Neuschatrau (etwa 6 Stunden von Arlon) vorgerückt «st. Einige in hiesigem Amt gelegne Kompagnien Kroaten, Sclavonier und von Klebeck, wie auch Dragoner und Huffacen - Eskadrons, sind nach Luxemburg beordert worden. Heute morgen traf ein Preußischer Officicr, mit dem zu Zerff einguarrilten Mitrowkischen Hauptmann Kurz bei dem Kaiserlichen Generalmajor Grafen von Merkedm hier ein, worauf Vieser Gcncrab nach Mittag plötzlich mit 4 Handpferden über die Saar verreißre. Alle noch übrigen T upvcn haben Befehl erhallen, sich alle Au- genbilk marschfertig zu Hallen; ihre Qfficiers sind Wiek, lich mit Empacken beschäffcigt. Wohin der Marsch dieser Mannschaft geh!, sb auf Luxemburg, Trier oder Mainz, weiß man nicht. Vom iz^cn Mittags 12 Uhr.) Allgemeine Freude! so eben vcrbrcttet sich die Nachricht» Genera! Beaulicu sei dem Feind von Neuschaleau aus in den Rücke«', gekommen und habe ihn völlig geschlagen. Möchte cs sich doch bestättgen! Trier, vsm IZ. Juni. Unsre Lage wird wieder bcvcnkllchcr als sie vor 6 M' len «rar; von allen Setten werden wir mit ff ck'' he.i Ueberfällen von neuem bedroht. Mainz muß fallen, wofern wir sicher 420 ) seyn wollen, denn diese Stadt will der Feind entse. tzen und irgendwo durchdringcn. Bei Landau gelingt cs ihm nicht, deswegen scheint er in hiesiger Gegend sein Hei! zu versuchen. Der Streich, im Luxemburgischen einzufallen, ist ihm durch Ucbecmachr gelungen ; rs hat ihn aber eine Menge Menschen gekostet- die durch der Kaiserlichen Femr und Sabel sielen; von diesen har besonders das Regiment Kinsky vic! gelitten. Der Verlust von beiden Seilen, der auf jener des Feinds, da er der angresseude Theil war, ist der beträchtlichste, iäßc sich aber noch nicht genau bestimmen. Indessen blieb er Sieger; nahm Arlon weg und drang in der ersten Hitze bis auf 2 Stun. den von Luxemburg vor. Dort ist uns der Feind nun nahe und von dieser Seil? der Mosel macht man uns noch neue Furcht vod einem Ueberfak und spricht bereits von des Feinds Anmarsch. Hiesige Schiffer- Zunft ist aufgeboienalle immer alsszubringevde Schiffe bereit zu Hallen, um »ach Grevenmachern zu fahren und dortiges Kaiserliche Magazin wegzubringcn. Gleiche Verfügung trifft man auch mit dem hiesige« Kaiserlichen Lazareth. Diese Anordnungen mögen wohl nur zur Vorsorge geschehen. Der erste Schrecken pflegt jede Sache zu vergrößern; man denkt hier schon ans Flüchten, so wie sich alles aus Arlon, was noch fort, kommen konnte, wcggcmacht hat; gestern Abend um 10 Uhr gicngcn hier noch Arloner Flüchtlinge auf den Straßen herum und suchten unterzukommen. Allein unser aller Rettung mag näher seyn, als wir glauben. Unsre Gegenden sind nicht ganz von Truppen entblößt, diese sammeln sich zum Kampf und sicher ist es, daß General Beaulieu mit seinem Korps von io ooo Mann wt-klich bis Nruschateau vorgcdrungen ist. Beirrt er. sten Ruf von dessen Annäherung hat sich der Feind gleich auS der Nähe von Luxemburg bis Arlon zurückgezogen. Also neue Hoffnung! General Beaulieu ist gewiß der Mann nicht, der seinen Feind, sobald er ihn im Aug hat, nach Belieben haußen läßt. Ob er aber den Feind wirklich geschlagen und auf seine Gränzen zurückgetrieben hat, wie sich die Nachricht verbreitet hat, ist noch nicht bestätigt. 'Koblenz, dom 14. Juni. Abends halb 9 Uhr.) General Beaulieu har den Feind bei Arlon geschlagen, heißt cs allgemein; allein noch bis izt hat man keine bestimmte Nachrichten. Man spricht jedoch wieder von eben angekommnen, bestätigenden Briefen. Heute Morgen um 9 Uhr sind die Holländischen Kanonier. Schaluppen hier vorbeigefahren. Der im Seewesen erfahrne Major Zemmers wird sie bei der Unterneh- Mung vor Mainz kommandiren. Frankfurt, vom 18 Juni. Verwichncn Sonntag in der Nacht, sollte die Festung Mainz von den Kaiser!, und Castel von den Preuße» und Hessen zu gleicher Zeit bombardirt und angegriffen werden. Die Franzosen erhielten aber von diesem Vorhaben durch ihre Spione» Wind, waren auf ihrer Hut und machten auf allen Seite» zugleich starke Ausfälle, wobei beiderseits viele Leute sollen geblieben seyn, doch war der Französin Verlust weit beträchtlicher und so wurde kiese Unternehmung wieder vereitelt. Den iä> Abends 10 Uhr fieng aus Mainz und Castel die fürch. lerlichsts Canonabe an und dauerte unmilerbrochen bis gestern früh; dabei brannten immerfort, rund herum, die Lcrmstangcn und überall flogen Leuchtkugeln auS beydcn Festungen die ganze Nacht hin' urch , in alle Lager, um alle Bewegungen gegen sie beobachten zu können, itzt ist auf beiden Seilen wieder alles ruhig. Oesterreichs Nie-er laude. , Lfffieieller Tags-Sericht -er Kaiserlichen, mirBrit- j ten, Hannoveranern, Preußen und Holländern verbundnen HauplÄrmee. Hauptquartier Herin vom 6. bss loten Juni. Obrist von Mylms berichtet aus Zpecn vom zten dieses: der Feind rückte, de» qtcn Nachmittags, mit 400 Mann von Ostcapelle über Roßbroughe und mit andern 400 Mann von seinem Houtkircher-Posten über Bronwen gegen unfern zu Popevinghe unter des Obrisi-Licutnanl Dchlichtigs von Grün-Laudon Kom. mando stehende» Posten vor. Leztcrer behauptete denselben 2 Stunden mrl ungemeiner Bravour, dis ihm vom Obrist Mylms ein Detaschemenc Grün Laudon und Hussarcn, auch 2 Kompagnien Orange-Geldern ihn zu untcrstüzcn ankamen, um den Feind in die Flanke zu nehmen, worauf der Feind, mit einem Verlust von io Tvdten und 1 Ofsicier nebst 8 Kriegs« gefangnen zum Zurückzug gebracht wurde. D-sscitS blieb von Grün-Laudon i Manu tott und i Jäger und i Holländer wurden blessirt. Feld-MarsLall- Lieutnant Graf la Tour berichtet: der Femv habe Nachts den Wald Tille«! bcsezt und sei heute früh schnell auf die im Dorf Douziers postirlen Servier .vorgerückt; er habe dmelbe zurückgedrückl und sei b:s an dieses Dorf vorgcdrungen. Odristwachtmeister Graf Kegievies von Blankcustei» sei, mit seinen Hus, faxen, zur Unterstüzung herbei geeilt, weil aber die Kavallerie in den Gärten nicht habe agiren können, ss sei der Obristwachtmeister vom Pferd abgesiiegen, habe sich an bet Servier. Spizc gcsezt und dieselbe mit so vieler Entschlossenheit angeführt, daß dev Feind mit Verlust von einigen Tobten, aus dem DorsDou- ziers und dem Wald Tilleu! vertrieben und zum Ruck, zug, ohne daß die Uuftigen den mindesten Verlust erlitten, gezwungen, unsre Posten aber wieder, wie vorher, brsczt worden. Den 7ten rückte der Feind, nach Felv-Marschall-Lieuinnnt Schröders Bericht» auf die von beiden Bataillons Murray und Fr. Kinsky, ( 421 ) mit Kavallerie unterstüzt, besezten Posten bei Messa»- gy, Hardegy , Mcixle , Tige, Chatillon und St. Le. gers m 4 starken Kolonnen vor. Obrist.Lleutn-ant Immens, rückte mit dem Bataillon Murray auf die Anhöhen gegen Ast für Crost, wurde jedoch von weil «verlegner feindlicher Infanterie und Kavallerie zurück- gedrückt, so daß der zur Unlcrstüjung in der Nähe gestandne Rittmeister, vom Chevaux.Leger Regiment Kmsky > Graf Wrbna nölhig fand, den Feind, mit seiner Eskadron in feinen Flanken anzugreifen, um diesem Bataillon Luft zu schaffen. Rittmeister Graf Wrbna blieb dabei und Odrist-Lieutnanl Baron See- ger, auch einige Gemeine von Kmsky Chcvaux-Legers wurden vlefstrt. , Rittmeister Ankendrands, vom ncm. lichcn Regiment, kluges Benehmen, verhinderte des Feinds weitern Angriff gedachten Bataillons. Zu gleicher Zeit gicng auch eine starke Kolonne Feinde auf Harbegy , woselbst ein Dckaschement von Fr. Kmsky stund. Weil der Posten von Messanay zum Weichen gebracht worden, zog sich die feindliche Kavallerie gegen das Dctaschement Fr. Kinsky u. griffsolches dergestalt au, daß gegen 40 Mann kheils imdcrgehauen, theils i« feindliche Gefangenschaft gmethen. Hierauf zogen sich alle unsre Posten in eine zwene Steilung von St. Crost zurück, um dem Feind das weitere Lordcmgen zu verwehren; in dieser Absicht rückte General. Ma>or von Schmcrzmg, mit einer h Pfündncc und einer Haubitze, nebst eirm Division von d'Aitvn und zweien Divisionen von Kmsky Chevaux-LegerS zur Unterstützung vor, wodurch der Feind ganz aufgehsllen wurde. Kurz darauf zog sich der Feind links über Udan- ne, um die Anhöhen von Tonüch zu gewinnen. Das Regiment Kinsky nebst einer Eskadron Uhlancn, wurden dahin gezogen, worauf der Feind wieder über Mange zurückgicng. Wir machten bei dieser Gelegenheit vom Feind sowvhl von Infanterie als Kavallerie einige Gefangene. Des Feinds Verinst belauft sich auf etwa ros Mann, worunter e,n Oberster von den Ka. radiniers sich befindet. Den z. und 9tcn fiel nichts vor. Den 10. Nach den vom Erbprinzen von Nas, sawOranicn eingeganzuen Nachrichten, hat der Feind heute, mit sehr überlegner Macht, den Posten von Walrelos zu dreien wiederholte« malen angegriffen, ist aber von den unter dem Lausten von Geusau stehen, den holländischen Truppen, seines sehr heftigen Feuers ungeachtet, jedesmal zurückfchlagcn und der Posten, ohne beträchtigen Verlust, holländischer Serks, behaupiel worden. Eben so wurde auch der Posten von Laney vom Feind , mehrmalen, angegriffen, der holländische General Baron von Rrizcnstein wies aber den Feind mit der tapfersten Gegenwehr ab und nö. Ihigte denselben zur Flucht; zwei ErkadronS König!. Preußischer Hussaren »on Vslz leisteten ihm hierbei sehr thärige Hilfe. Der mit einem Korps von 4 bis Z2S2 Mann bisher bei Arlvn gcstandne Feld-Marschall - Lieudnaut Baron Schröder, wurde den ytea dieses Mmags, vom Feind mit 26 020 Wann und 40 Kanonen angegriffen. Das Regiment Fr. Kmcky und ein BatMou Iellachich drangen mit dem Baio- net Z mal in den Feind und richteten eine große Niederlage an. Kinsky Cheveaux - Legers drangen hierbei eben so oft in dessen Infanterie und Kavallerie ein und richteten ein ganzes, feindliches Karabiner Regiment zu Grund, eroberten auch Z Kanonen. Blos des Feinds allzugroße Uebermachr, nölhigke den Fels - MarschaK- Lieutnank Baron Schröder, sich bis Marnern, ws derselbe izt kampirt, zurückzuzichen, welches aber in größter Ordnung geschah. Das große Magazin zu Arlon ist nach Luxemburg in Sicherheit gebracht. Des Feinds Verlust wird auf zooo Mann berechnet; der einstige beläuft sich etwa auf 202 Mann. Gent, vom IZ Juni. Vorgestern ist eine Abthci- lung von de» in holländischem Sold stehenden schwei- zer Grenadiers aus Sas von Gent hierdurch nach dem Lager gezogen. Es heißt, man erwarte aus da- siger Gegend noch mehrere Truppen. Valencienner Belagerung wird izt beginnen. Zweihundert und 4c» schwere Kanonen zeigen ihre Feuerchlünde fürchterlich gegen diese Festung und drohe» derselben unvcrmeid. Ilcheu Untergang. Nur auf einen einzigen Punkt sind 48 Kanonen gerichtet, die mit solchem Nachdruk in ein und daffldige Ziel spielen sollen, baß auch Mauren von naiürlichen Felsen der Gewalt weichen und den stürmenden Kaiserkchen einen Eingang in die Stadt bahnen müßten. Gestern in der Früh hörte Ulan aus der Gegend von Tüccoilig und Menin stark kanomren. Frankreich. ? Neue französische Lsnstitution. Fünftes Rapiiei. Von Ur-oder primär. VersammlunASN. Art. 1.) Die Ur-obcr Primär«Versammlungen werden aus Bürgern, welche seit 6 Monaten in jedem Kanton ansässig sind, zusammengesetzt. Art. 2.) Diese Uc - Versammlungen müssen , wenigstens aus 200 Etimmgedenden bestehen, jedoch dürfen auch nie mehr als 6so zum Stimmgeben zusammen gerufen werden. Art. z.) Diese Versammlung formt oder bildet sich in ein vollkommnes gesetzmäßiges Ganzes durch eines Präsidenten, ihrer Sekretairs und Wahlstimmen, Sammler Ernennung. Art. 4.) Polizei oder gute Ordnung unter sich zu erhallen, hangt von ihnen allein ab.Art. 5.)In dieser Ur-Versammlung bars niemand sich bewaffnet einfinden. Art. 6.) Der Devuttrtcn Ernennung richtet sich durck« aus nach der Stimmen Mehrheit. Art. 7.) Jede Uld - Versammlung bewirkt der Aahlsiimine freiwilli. ( 40L ) Kt Einziehung. Sowohl die allgemeine, als nähere Untersuchung in der Ur - Versammlung Mitte, geschieht durch 2 von ihr selbst an den bestimmten Ort abgesankle Kvmmissarien. Art. 8.) Ist bei der ersten Stimmen - Wahl die dazu nöihigc Mehrheit nicht vorhanden, so wird zur zweiten Wahl geschritten; beide Kommissarien können du'ch -hre Stimmen den Ausschlag geben. Art. 9.) Im Fall der Stimmen- Gleichheic, hat der älteste den Vorzug, sei es durch Balloite oder Wahl. Im Fall eines gleichen Alkers entscheidet bas Loos. Art. ,0.) Jeder Franzos, welcher eines französischen Bürgers Züchte ausübt, ist, in der Republik ganzem Umfang, wahlfähig. Jeder Deputirtcr gehöre zur Nation. An. n.) Im Fall daß ein Depttlirler stirbt, erstzc die Ur. Versammlung, durch Ernennung eines andern, dessen Stelle wieder. Nimmt einer seinen Abschied, oder wird cmlassen, so mus er auf seinem Posten bleiben bis seine Sülle ersetzt ist. Art. is.) Das französische Volk versammelt sich alle Jahre auf den iten Mai zu diesen Wahlen. Gechtes Uapitel. Von der National - Vorstellung. Art. iO Der Nattona-Repräsentaüon, oder Volks- Vorstellung alleinige Grundlage' ist: Bevölkerung. Art. 2.) Einer jeden Ur - Versammlung Vereinigung, ent. hält eine Bevölkerung von zy bis 41,02a Seelen und ernennt, aus ihrer Mitte, einen Deputaten. Art. z.) Aus 40,000 Seelen wirb ein Dcpuürter ernannt. Auszug eines Briefs aus Nizza, vom Zi Mai. Unsre Truppen machen alle Tage neue Fortschritte; seil vier Tagen haben wir den Feinden sechs Dörfer weggenommcn, die eben so viel starke Posten ausmach« ten, ncmlich; La Bouline, La Roquelte, Rinplas, St. Salvador, Le Roux und L'Jsola. Wir haben viele Gefangene gemacht, unter welchen sicheln Capi- !«iin und ein Adjudank befinden. Ein ganzes feindli. ches Regiment ist mit Waffen und Gepäck zu uns übcrgegangcn. Ein leutschcs Regiment verfolgte dasselbe, ein Gefecht begann und die Folge war, daß auch des deutschen Regiments Hälfte , gutwillig ober gezwungen, auf unsre Seite Irak. Wir haben also unsre Truppen mit ein und einem halben Regiment vermehrt. Lyon, vom 5 Juni. Diese Stadt genießt der-, male» dte vollkommenste Ruhe, die Vermattungen haben ihre Geschaffte wieder vorgenommell und olles gehl seinen gewöhnlichen Gang. Eine neue provisorische Muliicipatttär hm sich gebildet. Des Bttttvcrgicfsens Ursache war: der Reichen willkührlichc Taxation , da man von dem Einen yooo Livres von dem Andern 20,020 Livres re. mit Androhung einer Plünderung forderte, wofern sie mchl gehorchen würden. Ja, alle die, welche sich nicht unterwürfen, in des Gnueinhauses unterirdischen Gervöidtt. einzusperren drohte.. Italien. Rom, den 25. Mai. Durch deS bekannten gross sen Gelehrten und Alterthumeforschccs Ritters Hamit, tons, eines Brillen Bemühungen und Veranlassung, ist die alte ehemalige römische Municipattläks-Stabt Gabst, deren die römischen Schriftsteller so oft crwch. mn, wirklich entdeckt worden. Deren Ruinen lagen weniger tief wie die der auch ehemaligen Städte Her. kulanum, Stabia und Pompest. Bei dieser Gelegen, heit fand man, gleich im ersten Nachgrabcn viele Statuen, Basreliefs (halb erhaben gearbeitete Kunstwerke) Bäder und Jnnfchrifkcn, von weichen die ge» lehrte Welt durch cmen italienischen Gelehrten bald schätzbare Nachrichten erhalten wird. Holland. Rotterdam, vom n Juni. Den 8le» dieses lie» fen 2 Rußische Kriegsschiffe, die Brigantine McrcuriuS von 20 Kanonen und die Fregatte Venus, von 40 Kanonen in den Haven von Helvoetsluys ein; sie brachten den Grafen von Artois von Petersburg nach Hüll i» Engelland und von da wieder in unser Land zu» rück. Den ytcn traf der Prinz, ganz in der Stille, in hiesiger Stadt ein und setzte gestern morgen die Reise zu seinem Bruder nach Hamm eiligst fort. Es ist zuvcrläßig, daß der Prinz, während seine Schiffe in Enqellanb im Humberfluß vor Anker lagen, nicht ans Land gekommen und gar nicht nach Landen gereißr ist. Indessen sind Unterhandlungen gepflogen worden. Des Prinzeu Begleiter Bischoff von Arras, welcher auf der beiden Königs Brüder Rathschläge großen Einfluß hat, war allein in Landen und öfters bei den Ministern; so hat auch der Rußische Gesandte in Engel» land, Graf von Woronzow, den Prinzen auf feinem Schiff besucht. Es ist gar keinem Zweifel mehr unterworfen , daß nächstens eine Rnßffche. Flotte erscheinen wird, welche bestimmt ist, der König!. Französische» Familie Wiedereinsetzung zu unterstützen; denn man hat unmittelbar aus Crvnstadt die Nachricht erhallen, daß besagte Flotte, an deren Bord em Korps Landtruppen eingeschiffl worden, den i?ken vorigen Mona s in Z Divisio nen hak unter Segel gehen sollen. Der französischen fernern Nachrichten 8ortse- tzung, folgt im Montags . Blatt. LarlsruhU Nach einer beinahe fünfmonatlichen abzcyrenden Krankheit entschlief diesen Morgen um 4 Uhr meine gcliebleste Gattinn, Caroline Eleonore, gehobene Volzinn, in einem Alker von 24 Jahren; ich mache dicien mir so schmerzhaften Verlust allen unfern Freunden und Bekannten, statt der gewöhnlichen Trauer-Briese, hiemit bekannt und empfehle mich Ihrer Gewogenheit. Carlsruhc, den 22. Juni 174.?. D. 8r>'örich Wilhelm Maler Hofrath und Lankphysicus.