Mo. ;o. L a r l s r u h e Mittwochs den Mit Hochsürstlich . Markgräflich - §rankreich. Nationalversammlung -er zweyten Legislatur. Sizzung, vom r6 April. Neue, vom Direktem des Departements von Gard sowohl als von Iales eingegangne Nachrichten, enthalten noch traurige Bilder von Verheerungen und Verwüstungen der Güter, alhenrr, welche der Aristokratie verdächtig sind; die unlängst unglücklicher Weise im Wasser umgckommne-8 fteywiüige Nakionalgarden, haben diese Gähruug erregt, das Volk wähnt, es wäre deren unglücklicher Tobt, ein von den Aristokraten denselben zubereikeker Streich und diese Verwüstungen, von Arrstokraien ^ Güter sind Folgen der Rache, welche sie sich dicftrwcgen erlaube»; auch dir Geistlichen haben sich dieser Gelegenheit bedient, die Unruhen daselbst ;u vermehren; die öffentliche Gewalt, zu schwach hierzu, konnte diesen traurigen Greueln we- Ber verbeugen noch dleftlbigen hemmen. Es wurde hierüber lange gesprochen und dieses Unglück bald dieser, bald jener Ursache j'igeschrikben. Auch in verschied- «en andern Theileu des Königreichs herrschen noch Un, ruhen, wovon ebenfalls Nachr.chlen eiugelauftn waren und verlesen wurden, allein man hat sich daselbst der Ausrührer, durch Gcftngennehmung versichert und abermahls fand man darunter sehr viele Geistliche. In dieser Sitzung erschien auch der neue Minister her Gerechligkeitspsieqe > Herr Duranton, um der Nationalversammlung seinen Huldigungs - Bestich abzu- iegen. Seine Rede bezeichnete einen rechtschaffnen, aufgeklärten, vom Patriotismus beseiten Mann; er äusctte in >einer Rede, er habe sich bereits ro Jahre, frey «nd unabhängig, mit dem System der Gleichheit tha> tig beschäffrigt, Montesquieu, Rousseau und Voltaire studirt und itzt würib' er, in seinem neuen Wirkungskreis, nach den Grundsätzen dieser Männer, arbeiten. Seine Rede wurde mit Bcysall beehrt. — Itzt trat der RednerVanblank auf und sprach heftig, über dir Ja- lkobüm - G-lellschaften überhaupt und über die zuMarseille «vd Arles insbesondre; schrieb denselben all entstand« PU. rdl. r Zeitung. 25. A p r i l 1792. La-ischem gnädigsten prlvilegi». ne und noch dauernde Unruhen zu, sagte, weder das Gesetz, noch die Nationalversammlung noch der König herrschten allein, nur die Jakobiner wollten des Reichs Regenten seyn, wetteiferten sogar, mit derNatiooaloecsamm- lung, suchten sich als eine doch immer gesetzwidrige Macht, sogar über dieselbe zu erheben; nur Eine Herrschaft , blos diese des G-fttzes fty nolhwenbig, widrigenfalls, cs gleich viel, ob man von einem oder vielen sclavijch beherrscht würde; das Volt muß nichts Ehrwürdigrrs kennen, alS seine in eine erhabne gesetzmäßig zusammengetretne Versammlung seiner Stellvertreter; dieselbe muß die ganze Nation, als einen unüdecsiciglichen Damm betrachte», nicht zugeben, baß er beleidigend angclastet wird, seine Hochachtung oder die ihr von der ganze« Nation übertragne Würde verliert, sonst ist des Gesetzes Herrschaft zcrstöhrk, denn blos eine zügellose Oberherrschaft zerstört unser so blühendes Reich; indem sie, meine Herren! noch über daS allgemeine Verzcyhungs - Decret für Avignon Rath hielten, beschäftigten sich auch die Jakobiner damit, kamen ihrem Decret zuvor und setzten Räuber und Mörder in Freyheil , ließen sie, im Triumph, nach Arles führe»; dieser Triumph des Verbrechens, sollte sie, Meine Herrn! mit scyauerhaften Gefühlen durch, brungen, ihnen fühlbar gemacht haben, daß, gegen eine zügellose Gewalt , als das fürchterlichste aller unsrer Uebel, mit aller möglicher Kraft, gekämpft werten, dieses Ungeheuer, besiegt werden muß; erst vo» dem Tag an , da es besiegt in Staub liegt, sine, wir srey. Zuletzt schlug Herr Vaudlanc vor: Dem Minister der inuern Angelegenheiten, Herr» Roland de lg Plattere und dem Küegsminister Herrn DegraveS auftutragcn, über diese Unruhen mit einander sich zu beralhen und ihre getroffne Maasregeln der Nationalversammlung hernach, mit z« thci- len. Dieses wurde denn Decretirt. Dem Kriegsmi- nister wurden hierauf folgende Summen übergeben. Für Ausbeßrung der Festungen 2 Millionen 4 mal Hunderttausend Livres. Für die, durch ein Decret vom 20 Juch bestimmte Ausgaben, 4 Millionen. ( r6r ) Ebenfalls 4 Millionen für Feldequipage. Für die Arbeiter in den Seehäven » Havre und Cherbourg, r Million und 50 Tausend Livres. Zulezt zeig« te der Minister der Gerechtigkcitspflege an, er habe in Ansehung der.gesetzwidrig fteygelaßnen Misselhärer zu Avignon nichts thun können, 'habe buch von denselben und deren Befreyung keine zuverläßige , Nachricht. Ueberdcm habe das Gericht sich zerstreut ' und dessen Richter seyen entflohen; durch ein überall hingesandtes Signalement würbe man die Verbrecher jedoch aufziisinben und zu ergreifen suchen. Noch in gestriger Adendsitzung gab die Gesellschaft der Freunde der Constitution von Maubege, der Nationalversammlung die Nachricht, es seyen binnen kurzer Zeit wohl rer Reuter auf prächtigen Engelländern Maubeuge eilig passirt; dieses habe Verdacht erregt, man habe daher 4 derselben angchalten und da ihre Antworten nicht mit einander überein stimmten, habe dieses den Verdacht vergrößert, wodurch denn die Vermuthung einer neuen Königsflncht entstanden, wobey, wie brr Brief enthält, ein Mitglied bemerkte, die Frcyheit müsse vollkommen seyn, es wäre gleichviel, ob eine Person mehr oder weniger in Frankreich scy. Nach eben diesem Brief hat man noch an 8 Orlen unter« wegs frische Pferde parat gefunden. Der Krieg ist auf den 2i. May erklärt und übermorgen wird das Manifest darüber erwartet. Sizzrmg, vom 17. April. Na ch einem in der Nationalversammlung vcrlesnen Schreiben, sollen, nah an Frankreichs Küsten, eine grost Anzahl Raubschiffe gesehen worden seyn; man vermulhet, sic seyen auf Oesterreichs Veranstaltung dahin gesandt worden und verlangt, von dem Seemini, ster Herrn Rolland, Bericht von den von ihm vorge. kehrten Maaßregeln, unsre Küsten und Kaufarlhey« schiffe, vor aller Verletzung, von Seiten der Seeräuber sicher zu stellen. Dieses wurde denn auch, sogleich dekretier. Hierauf kam in der Nationalversammlung vor: Die Ausgewanderten König!. Prinzen zögen, theiis alS Ersetzung der ihnen entzogenen Apanagen l Million, noch eine andre Million als jährliches Gehalt. Das Konnte ist des Dafürhaltens, die erste« Million be« sagten Prinzen zwar ferner zu bezahlen, jedoch so, daß damit ihre Schulden getilgt werden, die andre als Gehalt bestimmte aber zu des Staats Vortheil zu confisciren; viele wslllen diesen Prinzen alles genommen wisscn.DieEnlscheidung hierüber wurde jedoch verschöben. Eine aus dem Departement der Vendee verlesne Adresse verlangt, man sollte alle Geistliche, welche den Bürgereid zu leisten sich weigern, nach Italien bringen lassen. Ein Mitglied unterstützte diesen Vorschlag aus dem Grund, für den Pabst scy dieses wegen Avignon und der Grafschaft Venaissin eine würdige Schadlvshallung. Der Kciegswmistcr zeigte hierauf an, n Regimenter seyen theiis auf 745, theils auf Zoo Mann überzählig. Die Stadl Lyon wurde der Nationalversammlung als der Hauptsitz der Gegenrevolution angegeben, von wo aus in Süden der Aufruhr genährt und geleitet werden sollte, auch erhielt die Nationalbersammlung Nachricht, in den Hafen von Jersey und Gernfty hielten sich zoo Cor,arm parat, auf unsre Kaufarkheyschiffe, sobald der Krieg erklärt wird unter der Flagge von Ostende loS zu gehen und sie weg zu nchmen. Der Sccminister soll der Na. twnalversammlung ebenfalls die dagegen genommnen Maasregeln mittheüen. Sizzung, vom 15. April. Das Milikair- Komicc schlug vor: Alle alte Fah, nen der Regimenter, welche vurch drwyfa.vigkr zu ersetzen sind, nach darüber im Kriegs-Hoiell m de» Municipalikät von Paris Gegenwart und von derselben gefertigtem Aufsatz in Beyseyn der National-Garden verbrannt und die an denselben befindliche goldne und silberne Franzen an alte Soldaten ausgetheilt werden sollten. Auf gleiche Art soll in andern Städten, in welchen sich Garnison befindet, dieses Verbrenuen der Fahnen geschehen. Dieser Vorschlag vom Militair-Komite wurde becrctirt. Das aufdicAusftiyr derBaumivoüe durch ein vorläufiges Dekret gelegte Verbot wurde «usgehoven und oagcgen auf jeden Centn« Baumwolle, welcher ausser Land gehr, eine Abgabe von 50 Livres gelegt. Hierauf erschien der Minister der GerechligkMspstrge von sämtlichen andern Ministern deglttter, in der Nationalversammlung; sie Hanen vom König den Auftrag, der Nalionalversammlung anzuzeigen. St. Majestät hätten für Ihren izc 7 Jahre alten Königs. Prinzen, einen Gouverneur, gewählt; der Min,ster der Gerechtigkeitspstege übergab zugleich dem Präsidenten einen Brief des Königs , folgenden Jnnhalls: „ Ich bitte Sie, Herr Präsident! der Nationalversammlung anzuzeigen, daß Ich, da Mein Sohn das 7te Jahr erreicht hat, ihm den Herrn von Fieurieu zum Gouverneur gegeben: seine Redlichkeit, seine Kenntnisse, seine Anhänglichkeit an die Constitution, haben Meine Wahl bestimmt. Ich habe dem Gouverneur Meines Sohns' empfohlen, demselben eine tiefe Ehrfurcht für Gerechtigkeit, für Menschenliebe und für alle Tugenden, die dem König eines freien Volks geziemen, cinzuflößen: Ich had' ihm vor allem einge. schärft, ihn wohl davon zu unterrichten, daß ein König nur für das Wohl Aller c-nstirt; daß er sich in allem den Gesetzen unterwerfen muß und daß er durch das Beispiel des Gehorsams, den er den Gesetzen leistet, nur in deren Namen befehlen soll. Ich hoffe, daß Mein Sohn einst die Liebe der Franken durch c »oz ) feine Ehrfurcht gegen die Gesetze und seine Anhäng, sjchkeit an allem, was die öffentliche Wohlfahrt befördern kann, verdienen wird. Die Nationalversammlung wirb, wie Ich hoffe, hieraus sehen, daß Ich alle Gelegenheiten ergreife, die Begierde zu bezeugen, die Ich hege, die vollkommenste Harmonie zwischen allen Vertretern der Nation herrsche» zu sehen. « Unterschrieben: Ludwig. Luranron, Minister dev Gerechcigkstlspficge. Nach dieses König!. Briefs, mit Beyfall angehör, ter Ablesung, bemerkte man: Daß nach einem in der Constitution enthalkncn Artikel, dem gesetzgebenden Korps es zukäme, wegen res König!. Prinzen Erziehung, Verfügungen zu treffen; dem zufolge, wurde »orgeschlagen, den vereinigten Comike'6 des Unterrichts und der Gesetzgebung aufzntragen, über diesen wichtigen Gegenstand, eine Abhandlung, abzufassen, zugleich auch über die Frage: Ob der König oder die Nationalversammlung das Recht habe für den König!. Prinzen einen Gouverneur zu ernennen Vorschläge zu rhu»? dieses genehmigte die Nationalversammlung und will hierüber binnen 8 Tagen dasNvlhige gewärtigen. Itzt verlangte der Kriegsministcr Gehör. Da man wußte, daß seit 4 Tagen des Königs von Ungarn letzte Antwort angekommen fty und Krieg mitgebracht habe, so herrscht' in der National. Versammlung die größte Stille; allein Hr. Dumvurier, Minister der auswärtigen Angelegenheiten erklärte, er könne den Inhalt besagter Depeschen noch nicht mitthcilen, da darüber im Staatsrath die Berathsclilagung noch nicht geendigt sey, ße jedoch die relfiichste Uebcrlcgung verdienten; sie seyen des Königs und ressen Slaats- «ths dermahligcr wichtigster Gegenstand und der König würde nicht ermangeln, Seine endliche letzte Maasrcgeln der Nationalversammlung, binnen wenigen Tagen vorzufchlagen. Die Nationalversammlung gieng also zu folgenden Dekreten über, i.) Der an- gcstcvten Generale Zahl sollte, während des Kriegs Dauer, dieselbe bleiben. 2.) Der Kriegsministcr habe unverzüglich, sowohl vie ehemaligen, als die nach der neuen Bildung ernannte Generale dem Druck zu vergeben, damit man sehe, ob sich lauter tüchtige stricken an der Armee Spitze befänden. — Herr ^Npon , las hzersuf seiner Staats Bilanz, MMi Theil vor. Nach derselben wird in ^ Tagen die Summe der verkauften National- DvMnen bereits 2100 Millionen übersteigen; das Emn aus den Kirchen betrug 1791. yo,ooo Mark; As Mgihümer gaben 6 Millionen; die Glocken, 5. Million leztern wurden für 7 Millionen Solds Des Mgltheser Ordens Gükhcr werden roo MillAen geben. Paris, vom 17 April. Man versichert, daß die Schweizer -> KantonS alle mit Frankreich geschloßne Verträge für null und nichtig erklärt haben und die Schweizer - Regimenter nächstens Befehl erhalten werden, das Königreich zu verlassen. Paris, vom 20. April», Herr Dumvurier, Minister der auswärtigen Ange, legenheiten, hat endlich der Nationalversammlung die lezken Wiener Depeschen mitgekheilt; nach denselben ist der Krieg unvermeidlich. Der König hat während der gestrigen Sitzung dem Präsidenten der National» versainmluuq durch ein Billet angekündigt, Er würde morgen Selbst in der Nationalversammlung erscheinen. Was alsdann in besagter Verjammlung vergehen, verabredet und deichloßen werben wird, wird uns eine Zeit von einigen Tagen belehren. Strasburg, den sz. April. Hr. Laveaux, Verfasser eines ftanzöstschin periodischen Blatts, wurde gestern in der ziemlichen Stunde, in welcher, wider alles Erwarten, von den Kanzeln eine ftyerliche Proclamation hiesiger Municipalilät gegen Aufruhr und Aufrührer, mit welcher wir bedroht und umgeben wären, abgclesen wurde, gefangen genommen. Seine Gefangennehmung war mit geheimen Befehlen zur Verdopplung der Patrouillen und wachsamer AufsichlO auf die Truppen begleitet, gieng aber sonst ganz ruhig vor sich. Er gieng mit seiner rothen Jakobiner Mütze unter dem Huth zwischen der Wache, ins Gefängniß und halte Erlanbmß seine Freunde daselbst eine Stunde lang zu seven; viele Hunderte eillen theilnchmcnd zu ihm. Heute erhielt er die ziemliche Eclaudniß; beschreibt, aus dem Gefängniß, seine Gefangennehmung und rückt sie in sein Tagdlatt. Für uns ist sie zu weitläufig und würde vielleicht unsre Leser nicht so sehr inlcrreßj. ren, wir unierlaßen demnach deren Einrückung. Madrit, vom 2 April. Graf von Aranda unser Staatsminister hat eine sehr drohende Depesche vom Minister der auswärtigen Angelegenheiten in Paris erhalten, die er aber ganz kurz und ohngefähr aus folgende Art beantwortet hat: ,, Der König, mein Herr, versteht gar nichts von ihrer Depesche, die ich ihm vorgelegt habe und ich verstehe cUn so wenig davon. Alles, was ich ihnen sagen kann , ist dieses: Se. Majestät leiden nicht, daß man sich in seine Angelegenheiten mische und werben es auch nie leiden.« Unser Hof scheint an Frankreichs Angelegenheiten thätigen Anlhcii nehmen zu wollen und ist des Enkes mit den Hören von Wien, Petersburg, Stockholm und Berlin völlig einverstanden. L L64 ) Aus Kpanlen, vom 6 April. Die Zahl der französischen Auswandrer an den Gränzen nimmt noch immer zu unk im gleichen Maas verstärkt unser Hof den an den Pycenecn gezognen Truppenkordon. In Bilcapa sind 15000 Landleute, auf deren Treue der Hof zählen kann, mit Waffen versehen worden und im ganzen Königreich wird ge, worden damit die Armee in Stand gesetzt werbe, jeder Gewalt Wiedrrstand zu leisten. Amsterdam, vom io April. Briefe aus dem Haag melden, Gencrallieutnant, Graf von Weldercn, Kommandant zu Mastrichl, habe in Abwesenheit des Gouverneurs, Prinzen Friedrich von Hessen, einen Eilboten an Ihre Hpchmögendcn mit der Nachricht geschickt, die französischen Truppen machten alle Anstalten , um mit bewaffneter Hand einen Einfall ins lüttichcr Land vorzunehmen und die, sem zufolge würde Marichsll von Bender gleichfalls Anstalten machen, um dieses Fürstenkhum zu decken. Diese Nachricht hat im Haag um desto mehr Aufsehen erregt , da die Administration vor 8 Tagen die gewisse Nachricht erhalten, die in Frankreich herrschende Parthey habe di« Absicht gedachtes Land anzugrei- fen und überhaupt wär' ein Plan vorhanden, nächstens angreifend zu verfahren. Ueber die Bewegungs- gründe, die zu solchen ausserordentlichen Anstalten Anlaß gegeben haben, ist man ga^nicht einig. Einige glauben, es sty eine WirkuD der Vereinigung der Franzosen mil den Lütticher, Brabäntern, ja auch mit den Holländer Patrioten und eine Einladung der Lütticher Epegenten habe ihnen den scheinbaren, Vorwand gegeben, kiciemge Ordnung der Dinge, die vor 2 Jahren daselbst Statt Halle, herMellcn. Andre Hallen dafür, es fty die Entwicklung eines Plans, die Staaken des Königs von Ungarn anzugreifen, da man durch ein offnes Land und gerade zu einer Zeit, da «svon österrercherTruppen beinah ganz entblößt ist sozure- »en, bis ins Herz der bclgier Provinzen cinrückc und sich von dannen entweder zur Rechten nach Luxem, bürg, oder zur Linken nach der Grafschaft Namurund der Provinz Brabant, welche dieses Bißthum trenur, wenden kann. Noch andre enldccken darinn eine Ao- stcht, Furcht und Schrecken unter den Brabantern und Holländern zu verbreiten und zu versuchen, was fix Wirkung die zahlreiche Parlhcy, welche sie daselbst Hch zu machen gewußt haben, hervorbrmgen könnte. Im Haag hält man die Sache für so ernßhaft, daß fie Dorsichismaasregeln veranlaßt und da bereits ein Plan «nlworfen war, bey den ersten Anzeigen eines Bruchs einen Corden an der Gränze zu ziehen: so glaubt man itzt, nächstens werde einer in der Gegend »on Breda gezogen. Aus dem Lrandeu-urpischen, vom 14 April. Der Oberkammerherr, Fürst von Sacken und der Herr Skaaismimster, Graf von Göctz, sollen, dem Vernehmen nach, als König!. PrenK schr Bothschafr-r bey dem Kayserl Wahlgeschäffl ausersehen seyn. Wien, vom 14 April. Die von dem verstorbnen Kayser niedcrgesetzte Kricgökommisfion, von der es hieß, sie sey wieder aufgehoben, hat den y. dieses ihre Sizzungen aw gefangen und man erwartet den Erfolg ihrer Beralh, schlagungen, der zum Vortheil der Officiers, der Ge. meinen «nd des Schazes des Staats ausschlagen soll. Von Yaßi wird um« dem 19. folgendes geschrieben : Aus Petersburg berichten uns unsre Freunde, Ihre Maj. die Kayserinn wäre niemals bey so erwünsch. ter Gesundheit gewesen, als eben itzt. Im ganzen Russischen Reich herrscht Ruhe und Zufttcdeuheit und alles freut sich über das Glück des glorreichen Frie. den-s mit der ottomanischen Pforte. Die in BcterS, bürg befindlichen Franzosen werden dermalen für dir gefährlichsten Leute angesehen. Der Regierung mußt' ein Verzeichn^ aller Französin mit Nahmen, Kunst und Gewerb vorgelegt werden und an alle Statthalterschaften, wie auch an die Seehävcu, ist der Befehl ergangen, ein gleiches Vcrzeichniß cinzusenden. Ueber Gespräche und Utthcile von Staalssachen wacht die geheime Polizey und alle Tage muß von Seiten der Oberdirektivn derselbe», an die geheime Staats« kanzlcy von auffallenden Reden und Vorfällen Bericht erstattet werden. Es ist gewiß, daß die Kayserinn die ausgewanderlen franzdfischcu Prinzen, welche die Partei ihres Königs halten, mit Geld und guiom'Rath unterstützt. Ob dieses zur Verfechtung der Majestäts. Rechte auch mit Truppen geschehen werde, wie cs oov einiger Zeit hieß, hierüber läßt sich gegenwärtig noch nichts bestimmtes sagen. Die Prinzen empfangen indessen ihr Geld, welches ihnen durch die Holländer-de» händiget wird. Es ist itzt so viel als zuverläßig, daß die Russen mit Ausgang des MaymonalS die Moldau und Wallachci verlassen und unsre dcrma- ligen Wltthe diesen Abmarsch mit Belrüdniß anfthen werden. Die Einwohner mögtcn gern alle mit uns fort, wofern eS möglich wäre. Die Unlcrrhanen dieser Länder sehen zum Voraus, daß der türkische Despo. tismus bald wieder die eiserne Ruthe ergreifen werde, um das bisherige Unglück zu rächen. Wien, vom lZ April. Nach Vorderöstcrreich kommen 8 Bataillons Jn- fanlerie von yzyr Mann und ü Dwistons Kavallerie von 2262 Mann, nebst 920 Mann Ariillcrie und des Fuhrwesens. Dieses Korps kommandirtFewmarschall- Lieuteuanl Graf Olivicr Wallis, mit den Generale» c 265 ) Welsch, Ksspoth, Erbach und Brentano. Denselben werden mitgegebcn/ 2l Scchspfünder, 2 Zwölspfün. der und r Haubitzen. Nach den Niederlanden mar« schieren 24 Bataillons Infanterie und 14 Divifions Kavallerie , zusammen 40830 Mann, mit 84 Sechspfündcr, 12 Zwölfpfündrr und 12 Haubitzen. Als Generals sind bey diesem Korps angestcllt: d'Al, »on, Strasaldo, Stuart, Kavanagh, Schmackers, Fürstenbcrg, Türkhcim, Collonitsch, Lichkenbcrg, Auersberg, Draschkozy, Werncck und Einsidel. Wien, vom 16. April. Prisatbricfen zu Folge soll auch i» Petersburg eine gräuliche Verschwörung entdeckt worden seyn, in die viele der ersten Familien des Reichs verflochten seyn sollen. Es heißt, man habe die Kaiserin» vergiften wollen. Die in vcrschiednen Zeitungen enthaltne Nachricht, Venedig würbe für einen Freyhafcn erklärt werden , ist gänzlich nngegründct. Dieser Tagen kam hier ein von dem königl. Geschäftsträger in Paris Herrn von Blumendorf abgeschickter Erpresser an, dessen Depeschen vorgestern die Haltung eines ausserordentlichen Sräatsralhs vcranlaßten, nach dessen Endigung an das ungarisch und kroatische Generalkommando Staffele» mit der Ordre expedirr wurden, sogleich vcrschiedne Regimenter nach den Rheingegenden aufbrechen zu lassen. Zugleich kam gestern ein preußischer Feldjäger als Eilboihe von Berlin, welcher die Nachricht mitgc- bracht haben soll, daß im Klevischen sich wirklich 20,000 Mann Truppen befinden und andre 45000 aus dem Magdeburgischcn nach dem Rhein ausbrechcn, wogegen man auch hierorts den Aufbruch der Truppen beschleunigen möchte. Des Prinzen von Hohenlohe Adiuiant ist seit dem noch Prag abgegangcn und man vermuthct, der Fürst selbst dürfte nun nach Berlin ab- zehen, um daselbst wegen der Vereinigung der' öster- reichcr Truppen mit dem preußischen Kontingent das ndlhige sestzusetzen; damit, ließen sich ja die Franzosen beygehcn, einen Einfalt zu wagen, alles, sie gehörig zu empfangen, bereit wäre. Lettin, vom Id April. Gestern traf Herr General von BlschofSwcrdcr von Wien hier ein und izt ist alles doppelt rhätlg. Man trifft Verfügungen, welche einen Truppenmarsch ver- mmhen lassen. Die Schmiede und andre bey einer Mobilmachung nölhigcn Handwerker arbeiten fleistg. Vorgestern wurde bcv der Parole der Befehl erneuert, daß die Regimenter keine Franzosen, Elsässer, Lothringer, Schweizer und selbst keine andre Deutsche, welche in Frankreichs Diensten gewesen , hinführo an- werben sollen, damit sich keine Meulmacher ein schleichen. Man sott die Rekruten bey ihm Ankunft ge« nau ausforschen. Se. Majestät haben 'dem franzöff. fthcn General von Heymann eine jährliche' Pension von 2000 Thalern gegeben. Loblenz, den iZtm April. Mit Befremden hat man in den K. R. Oberpost« amtszeitungen von Frankfurt und von Kölln vom ibten dieses gelesen, der Marechal von Broglie habe zwischen Luxemburg und Trier unweit Frankreichs Gränze ein Lager ausmeffen lassen, wo die Ausgewanderten in Zeit von 6 Wochen kampircn würben. Dieser Nachricht wird hierdurch als ganz nngegründct wieder, sprechen; sie gehört in die Reihe mannichfaltiger Ge« rüchte, womit man das Publikum schon so oft von hieraus Irre geführt hat. Gleich nngegründel ist die in der Clever, Zeitung aus einem Schreiben d. d. Trier vom Ztcn April eingerückle Nachricht, daß im Churfürstcnlhum Trier wieder Rassemblemcnts gemachl und alle nvlhige Vorbereitungen zu Militair-Uebungeu getroffen würden, da es in Rücksicht der Ausgewan« betten lediglich bey dem von Sr. churfürstl. Durchs, angenommenen Stand eines gastfteyen Aufenthalts derselben als Partikuliers nach wie vor ohne Abänderung sein Bewenden hat. Loblenz, vom ly April. Hier ist alles in der arbeitsamsten Thatigkeit; die Ausgewanderlcn werben nächstens das Lager beziehen und haben sich verbunden, unser Land vor jedem feindlichen Einfall der Franzosen zu schützen. Graf von Artois läßt ebenfalls die Feldequipage zubereiten. ES kommen täglich noch viele Auswanderer. 8 r e y b u r g. Den itten und izten April hat hiesige Garni, son dem König Franz den Eid der Treue geschworen. Bisher stunden in Vorder- Oestreich unter Generals Welsch einstweiligen Befehlen 2 Infanterie- Bataillone von Neugcbaucr, i Bataillon Stabs-Infanterie, r Bataillon von Gemmingen und z Divisionen Kürassiers vom Regiment Hohenzvllcrn. Zählt man zu diesen noch die gegenwärtig einrückcnden Korps, nemlich noch ein Infanterie. Bataillon von Gemmingen , 1 Bataillon von Erzherzog, Ferdinand, 2 Bataillone von Kltbcck, Z Divisionen von Chcvaux, Legers. Regiment König, ferner die Artillerie und das Fuhrwesen, ss enthält wirklich Vorder-Oesterreich 12,002 und einige hundert Mann. An Geschütz kamen neulich an 21 Scchspfünder, 2 Zwölfpfünder und 2 Haubizen. Das Kommando in Vorder-Oesterreich werben führen: General-Lieutenant Graf Oiivier Wallis und die Ge. mal, Majore Welsch, Aoebolh, Erbach und Brentano. ( 266 ) L V L K D I 8 8 L M L.N D. Carlsruhe. Johannes Nuding, der Burger und Kübler von Pforzheim, wird, da seine Chefrau Fri- derika, eine gebohrne Schäferin,,, wegen böslicher Verfassung auf Ehescheidung gegen ihn klagt, andurch öffentlich vorgeladen, auf Mittwoch den Mn May 1 . 3 . dahier vor Hochfürsil. Ehcgerichl zu erscheinen und sich auf diese Klage vernehmen zu lassen, oder die Scheidung ex caplts maliüolW öelertionis zu er» warten; er erscheine nun, eder nicht; so wird in Ordnung Rechtens gegen ihn vorgefahren werden. Signatum Cartsruhe den 28ten Merz 1792. Hochfürsil. Markgräfl. Badisches Ehegericht allda. Vt. Heidinger Secretair. Lmmendingen. Die Jung Martin Rnoll'sche Eheleute zu Thenningen , besitzen eine nahe bey dem Ort Thenningen gelegne, vor z Jahren erst ganz maf. siv aufgebauke, schön und wohl eingerichtete, sehr geräumige , zweistöckige Mühlenbehausimg mit z Mahlgängen und dem Recht zu einem Oelgang, nebst zugehöriger Scheuer, Stallung, Schopf, Schwcinstal. lang und Bauchhavß, alles auch neu, geräumig und schön. Sie finden ihrer Convenienz angemessen, die. ses Weesen nebst den dazu gehörigen 12 Juch Kraut« und Graßgarten, Acker und Mattscld, zu verkaufen, haben auch bereits im August vorigen Jahrs dazu ei. uen Versuch durch Versteigrung gemacht, die aber aus Mangel eines genügsamen Gebots nicht zu Stand gekommen. Jzo hingegen machen sie sich Hoffnung, daß mehrere Liebhabers und ein annehmlicheres Gehört zu erwarten seyn dürfte; Und man hat deswegen Montag den 7km May Nachmittags zu einer neuern Versteigrung bestimmt, bey welcher der Lczr- bietende den .Zuschlag ohne weiters erhalten wird. Dieses wird mit dem Anhang öffentlich bekannt gemacht , daß die Liebhadere sich auf gcmelte Zeit zu Thenningen auf der Gemeinen Stube einzufinden und Auswärtige sich mit gerichtlichem Vermögenszcugniß zu versehen haben. Emmenbingcn den 7. April 1792. Oberamt Hochbrrg. Müllheim. Jakob Friedrich Schüffelin, ein lediger Maurcrsgesell von Blankenloch, Oberamts Durlach, welcher wegen der dritten ohneheliche» Schwängerung dahier in Untersuchung gekommen, aber vor deren Beendigung entwichen ist, wird hiedurch unter der Bedrohung vvrgeladen, daß, wenn er sich nicht binnen A Monaten ä dato, vor dahiesigcm Obecamr stellt, er der Fürst!. Lande verwiesen und sein allenfallsigcs Vermögen consiscirk, auch auf weiteres Anmeldrn der von ihm angeblich geschwängerten' Klägerin« in contumaciam gegen ihn werde verfahrt!» werden. Müllhrim den Mn April 1792. Oberamt Ladenweiler. In Macklots Hofbuchhandlung in Larlsruhe ist wieder neu angekommen und zu haben. Lieder der Schwedischen Heerscharen, herausgegeben, von einem Verehrer des großen Gustavs. 8- Frf. 1791. Z2 kr. Lectüre für die erwachsene Jugend zum Unterricht, Vergnügen und Veredlung des Herzens. Mr Theik. 8. Frf. 1791. z6 kr. Leben Conrad und Siegfried von Feuchtwang Grosmeister des deutschen Ordens. 2 Theile mit Kupfern. 8- Franks, und Leipz. 1792. i fl. zb kr. -Graf Donamar. 8. Franks, und Leipz. 1792, 30 kr. -Der Hofspiegel oder Prinz Ferdinand eine Für- stengeschichke. 8- Franks 1791. z fl. -Die nächtliche Erscheinung im Schloß Mazzink. 8. Hanover. 2 Theile. 2 fl. - -Erasmus Schleichers Leben, Meinungen uny seltsame Abendlheuer. 4. Theile. 8. Leipz. 279? 7 st- -Der Miß Hennriette Stuart. 2. Theile. 8. Breslau. 1791. 2 fl. iz kr. —- .Der Genius aus den Pappicren des Marquis C. * * *. v. G. * * *. 8. Halle. 1791. i fl. zo kr. ——! Alf von Dülmen. Geschichte aus den erste» Zcitew cher heimlichen Gerichte. 2 Theilz. 8. Franks, und Wpz. 1791. 1 fl. 36 kr. -Veil Webers Sagen der Vorzeit, z Theile. 8. Franks und Leipz. z fl. -Friedrich mit der gebißnen Wange. 4 Theile. 8. Franks, und Leipz. z fl. -Menschenschicksale älterer und neuerer Zeiten. 2 Theile. 8- Leipz. 1791. 2 fl. 54 kr. —- Vvlkserzählungen der Deutschen und des AuS, lands, aus der wirklichen und Ideenwelt. 8. Hat» bersradt. 1792. 48 kr. -Amalgunde Königinn von Italien, oder das Märchen von der Wunberquelle. 2 Theile. 8. Mannheim. 179,. i fl. Zü kr. -Hatto Bischoff von Mainz. Legende des zehen. den Jahrhunderts. 2 Theile mit Kupf. 8- Frf. u. Lpz. 1791. i fl. 36 kr. -Der Genius aus den Papieren des MarquiS C * * * von G * * * 8- Halle 1791 i fl. 30 kr. Obern,aper (I. B.) Ausführlicher Unterricht in der Eniblnvungckunst, hauptsächlich rum Gebrauch für Wundärztt und Stabt - und Land. Hebammen, gr, 8. Sulzbach 1791. 2 fl. 24 kr.