Nro. 7 ;. Pag- ;S5- Larlsruher Zeitung. 8revtagsdey2L. Juny 1792 Mit Hochfürstlich . Markgräfltch . Badischem gnädigsten Privileg!». Auszug eines Briefs aus dem Lager nahe Hey .St. Amand, nach dem Treffen, worinn Herr Gouvion fiel. Wir kainpircn eine kleine Stunde von dem Ficken St. Amand, auf der rechten Seite der Heerstraße von Ryffel. Indessen glauben wir doch nur 48 Stunden hier zu bleiben. Wo wir hingehcn? Ja das ist eben das Geheimniß, das der Marfchall für sich be« hält und welches niemand zu errathen sucht. Paris, vom izten Juny. General Luckncr wünscht izt Hrn. Burcaux v. Puzy, Devutirtcn bey der konstituirenden Nationalversammlung und ehemaligen Hauplmann des Jngcnierkorps, zum General-Adjutanten zu haben. Ec wandte sich deßhalben an diele Versammlung, welche sich jedoch durch ein Decrct nicht nach General Luckncrs Wunsch erklärte, zumal da Herr von Puzy ijt wirklich noch als Hauptmann unter General la Fayette's Armee dient. — Herr Gareche, Maire von Röchelte und berühmter Handelsmann, der vor zwev Monaten der Naitonalversammiunq zum Bchuf der Kriegsunkosten ein patriotisches Geschenk von zo,oos Livres machte, hat eben mit5 andern Kaufleuten einen Bankerot von 7 Millionen gemacht. Man vermulhei, Herr von Bi« ron werde mit ehestem zum Befehlshaber brr rheinischen Armee ernannt werden. Paris, vom r6 Jnnv. Auch der Minister der Gercchtigkcitspflege Herr Duranton hat seine Stelle niedergelegt, will jedoch, HiS der König seine Stelle ersetzt haben wird , die Unterschriften noch besorgen, im König!. Rath aber nicht mehr erscheinen. Herr Dumourjcr vorheriger Minister der auswärtigen Angelegenheiten, itziger neuer Kriegsmmister, verlangte schriftlich von dem König die Samtionierung der Dekrete, die Geistlichen und das Lager von 20 lausend Mann betreffend, widrigenfalls, sähe e sich genöthigt, seine Stelle nicderzuiegeu. In einem dicien Mbrge» gehalinen ausserordentlichem Konigl. Gcheimbenralh, verweigerte der König die Sancllvn deyder Dekrete. Die Folge dieses gevaltnen Konigl. Raths war, daß nicht nur der neue Kriegsmi, nister Herr Dumourier, sondern auch der neue Minister der inner» Angelegenheiten Herr Mourgues und der Seeminister Herr Lacoste ein gleiches thatcn, da nun an Herrn Clavierc's Stelle auch noch kein neuer Finanzministcr ernannt ist und sich so leicht keiner vorfinden wird, welcher dieserSttlle vollkommen verstehen kann, so sind dermalen alle diese Ministerstellcn unbesetzt; der König hak dieselben bereits mehreren Personen angelragen, es will dieselbe aber niemand annehmcn, wir werden also darunter hauptsächlich leiden. Triest, vom zo May. Vor 2 Tagen ist ein Wrrdungskommando vom Szlumcrregiment hier eingetroffen, um die Werbung zu einem frischen Freykorps zu besorgen, wozu man sich, da alles mit den Franzosen lieber fechten will, als mit den Türken , grosen Zulauf verspricht. In Toulon soll eine Flotte von 6 bis 7 Linienschiffen ausgerüstet werden, welche die Franzosen zur Bom- bardirung hiesiger Stadt bestimmen. Wer die Lage von Triest in seinem Halbzirkcl kennt und weiß, wie mühsam eine feindliche Flotte zwar mit emem Süd. wind sich nähern, keineswegs aber nach Gefallen zu. rücksegcln kann; wer den zur Kriegszeit mit Z2 Ka- noncn bespickten grosen Molo, die neue Batterie von 24 Kanonen erster Größe in dem Lazarett) gesehen, übrigens auch die kleinste Kcnntniß von der österreichischen Artillerie hat, der wird leicht einsehen, daß iede Flotte , wie stark sie immer sey, in der Ferne schon abgeschreckt, in der Nähe aber sicher ganz zerschmettert werden muß, auch die König!. Kriegsschiffe, weiche ihrerseits auf das Beßre Mitwirken können, nicht einmal einen Schuß khun. Hiezu kommt noch der Umstand, daß hier bey drohender Gefahr alles bewaffnet herbeyeilk, um zur Vercheibigung des Staats so. wohl, als seiner eignen Haabe minuwirken. Warschau, vom z Junv. Die Rede ist allgemein, zoo Polacken hätten ein Korps Russen von 2000 Mann geschlagen und icro Kosacken erlegt, dahingegen wir nur zo Todle und 24 Verwundete zählten; allein es braucht noch Bcstä. tigung. Inzwischen ist das Feldgepäck des Königs c 3y6 ) - völlig in Bereitschaft und unser geliebter Stanislaus geht nächstens von hier ab. Bon Seiten des Königs ist bereits rin Znkularschreibcn an alle Edelleure, wie auch an die übrigen Landseinwvhner ergangen, daß sie die Waffen zur Verlheidigung des Vaterlands ergrei» fen und zu Feld riehen möchten, wodey besonders die Edclleute aufgefocderr werden, durch eine freye großmülhige Enlschlicsung ihren Eifer um somehr an Tage zu legen. N)ien, vom y Iuriy. Allgemach nähert sich der Zeitpunkt, wo der Knoten des grosen Revolutions-Schauspiels in Frankreich sich entweder selbst lösen, oder mit dem Schwerdt enizwey gehauen werden wird. Es ist itzt ausser Zweifel, daß die ersten und größten von Europens Mächten nach allen Kräften und mit allen Mitteln ihrer Gewalt zu solchem Ende sich gegeneinander auf die feierlichste Weise verpflichtet und verbunden haben. Hebt sich der Vorhang, so wird man sich nicht mehr wundern, daß es so lang währte, bis der ganze Plan zu Stand kam. Es versteht sich, baß eben diese Mächte ihre Millionen, welche der Feldzug kostet, nicht umsonst auSgeben, sondern sich dafür rntschädi. gen werden und bey dieser Gelegenheit werden Ent. würfe zur Reife und Ausführung kommen, die vielleicht nie zu Stand gekommen wären. Alle Briefe aus Ofen können nicht genug des Adels Freude und des Volks Entzücken bey des Königs Ein. zug, der einem Triumph gleich sah und bey seiner Krönung beschreiben. Alte Personen, die Marien Lhercsieus Krönung beygewvhnt haben, versichern, diese könne mit der itzigcn nicht verglichen werden. Man sah sie Frcudcnthränen bey dem Anblick des Enkels der herrlichen Königin» vergießen, wodurch der König, die Königin!! und der ganze Hof gerührt wurde. Den Zten hielt der König eine herrliche Anrede an die versammelten Stände. Lsurtrai, vom y. Zun. Gestern ist unste ganze Garnison nach dem Lager abgerclßi. Eine Staffelte von Herrn von Vogelfang, tinserin Kommandanten, hat einer Division Infanterie, die zu Dens kantonirle, Befehl üderdracht, sich so- glciL auf den Weg zu begeben, um sich hicher zu verfügen. Von Ryssel meldet man, gegenwärrig befänden sich lz.ooO Mann dorr, die aber alle Augen» dlick Befehl erwarten, um von da wieder auszuzichen. Nur die Schweizer werden zur Verlheidigung der Stadt Zurückbleiben. Man hat daselbst ein Korps aus lauter Bürgern errichtet, welche den täglichen Dienst thun iollen. Die Passage durch Menin ist für den Handclsstand noch immer offen, indessen wendet man die größte Strenge an, um Unterschiciftu vorzu- beugcn, deren sich »edelgesinnte etwa bedienen möchten, eben so ist man in Rücksicht der Geleilsbriefe äusserst scharf. Haag, vom y. Juny.' AIS die Oestecreicher vor 2 Jahren die Brabanter Empörer zerstreuten, erbeuteten sic zugleich eine grosse Menge Waffen, besonders Flinken, Pistolen u. d. gl. Das Generalgouvernement überließ solche für eine ge« wisse Summe einem Handelshaus zu Rotterdam, je» doch unter der Bedingung, sie nicht wieder in Europa zu verkaufen. Von diesem kamen sie an ein andres Handelshaus, gleichfalls zu Rotterdam und zwar unter dtt nemlichcn Bedingung, welches sie hernach an französische Kaufleute verkaufte, die sie nach den französischen Besitzungen in Wcstindien schicken zu wollen Vorgaben. Die Gewehre wurden auch wirklich zu Mwdeldurg eingeschiffc. Daselbst aber legte die Ad. miralnät, welche Verdacht schöpfte, Beschlag darauf. Der französische Gesandte de Maulde, beschwerte sich darüber bey den Grneralsiaalcn. Diese erwiedecten ihm, sie wollten sogleich Bericht von der Admiralität zu Middelburg einbolen und alsdann ihm bestimmtere Antwort ertheilen. Mittlerweile kam auch der hiesige Oesterreichifche Geschäftsträger mit einer Vorstellung ein, ivoriiin er die Anfuchung that, jene Waffen nicht an Frankreich verabfolgen zu lassen. Man ist nun voll Erwartung, was die Generalstaateu in dieser Sache beschließen werden. Tournay, vom io. Juny. Die fränzösische Truppen verstärken sich täglich auf ihrem Kordon. Die Regimenter, die in Dünkirchen und andern benachbarten Plätzen lagen, sind gegenwärtig auf den Gränzcn von Mvns dis nach Tvurnay. Man erwartet nächstens einen Angriff und unsre Truppen sind sehr geneigt, den Feind zu empfangen. Gestern zog unsre Garnison, auf die crhallue Nach« richt, die französische Armee würde sich von der Seite von Cisoing sehen lassen, um vier Uhr Morgens von hrer aus. Um eilf Uhr kamen die Truppen aus dem Lager von Ramekroix hier an, um sie im Nothfall zu unterstützen. Da unsre Garnison gegen Cisoing an« kam, sahen sie ein Korvs Infanterie und Kavallerie Ilnksum machen; da sie sich nicht zusammen vereinigen konnten, so riefen sie: Es lebe der König! Es lebe der Kaiser! Man entwaffnele sie hierauf und brachte ihre Gewehre nebst der Freyheitsfahne hierher. Unsre Garnison zog um 2 Uhr hier em unv die Truppen von General b'Happcncourls fliegender Armer besetzten den Weg von Ramecroix wieder. General Iorkls bleibt hier. Das Lager von Rousselaer ist zwischen Courlrai und Wevelgem. Dasjenige von Flandern unter de- c 397 ) Obersten von Vogelfang kommt, wie wir vernehmen, anderthalb Stunden von Courtrai zu stehen. Wien, vom Inny. Heute Nachmittags schickte der an dem königl. Hof, lager befindliche türkische Jnternuntius, Raub Effendi, seinen Kiaja oder Gesandfchaftsoberhosmeister zu Pferv in Begleitung von 8 Ciohadarn oder Livrecbcdien» ten zu Fuß und feinen Gesandschaflsdollmetscher, Ro- sctti Murusi, nach dem Garten des geheimen Hof. unv Staatskanzlers, Fürstens von Kaunitz, zu Maria, hilf, um Hochdemselben den Empfang seiner neuen Kredilive an Se. itzt regierende königl. Maj. sowohl als des gewöhnlichen Visiralfchreidcns an gedacht Se. fücstl. Gnaden anzuzeigen und sich die Bestimmung des beliebigen TagS zur Audienz auszubitlcn. Bcydr vbgedachte Abgeordnete wurden durch den wirklichen königl. Hoffecrclär und HofdoUmcischcr, Herrn Stürmer, vorgcführl und der nächstkünstige Sonnabend um 6 Uhr Abends zur verlangten Audienz bey dem geheimen Hof und Slaatskanzler bestimmt. Worauf beyde in einem Nebenzimmer mir Kaffee, Obst und allerlcy Erfrischungen bedient wurden und auf die nämliche Art wieder in ihre Wohnung zurückkehr- ten. Von der Elbe, vom n Iuny. Man kann von guter Hand versichern, es werde aller kriegerischen Anstalten in Rußland und Pohlen ungeachtet zwischen beiden Mächten doch schwerlich zum Krieg kommen. Oesterreich, Rußland und Preu- sen sind dahin einverstanden, die neue pehlmsche Konstitution dahin abzuändern, wohin es auch mit der französischen geschehen wird und so jedes gefährliche Beyspiel einer Vciksrcglerung, wozu Frankreich den Ton gab, aus dem Weg zu räumen. Brüssel, vom n Iuny. Henke erfuhr man aus Mons, daß sich Marschall Luckncr mit General la Fayctte wirklich vereinigt habe, daß ihre Armee zusammen y2,voo Mann stark scy und ihren linken Flügel bey Quievrain, den Mit, telpuokt im Dorf Warquignies (zwischen Quievrain und Mons) den rechten Flügel aber bey Mercieu, (Marieuxi und Glisnclle unfern Maubeuge bade. Aus dem Lager bey Guenre vom 12 Iunv. Der Verlust unsrer Truppen in der gestrigen Affaire belauft sich auf 8 gctödlete Hulanen und io B esfirle. Zwcy Dragoner vom Regiment Kvburg, 4 Hussaren und 16 Infanteristen wurden ebenfalls getödlet Der Erzverzog Karl war bey der Aktion gegenwärtig. Man sagt, die Franzosen hätten sich sehr gut verthci. diqt und in der schönsten Ordnung zurückgezogen und Ach gestern Nachmittag um z Uhr wieder in ihre Ver, schanzungen begeben, welches sehr wahrscheinlich ist, weck niemand sic daran verhindert hatte. Ihr Verlust beläuft sich überhaupt gegen zoo Mann, worunter General Gouvion sich befindet. Diesen Augendl ck erhalten wir die Versicherung, nur iy von unfern Truppen scheu ivdt und zo verwundet, mit deren größte» Lheil geh' es aber schon wieder recht gut. Wien, vom iz Iuny. Unbeschreiblich ist der Enthusiasmus, mit welchem die ungarische Nation ihren neu gekrönten König verehrt; als Se. Majestät nach voUzogner Krönung eine Rede vom Thron hielten und in derselben die Auf. rechthaliukig des Reichs den Ständen an das Hcrz legten, ward die ganze Versammlung so sehr gerührt baß sie zugleich den Säbel zog und einstimmig schrie: Noriemus pro noüro. (Wir wollen für unser» König sterben.) Es ward sogleich beschlossen, Sr. Majestät nebst dem gewöhnlichen Krönungsgescheok von 50,002 Dukaten, eine Mill-ou Metzen in Korn» früchlen anzubielen, welchen Antrag Se. Majestät, wofern es die Umstände erfoderten, auch anzunehmen geruhten. Jhro Majestät die Königin» erhielten 25002 Dukaien zum Geschenk. Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Toskana sind von Sr. Majestät zum Feldmarschall ernannt worden. Man versichert, 25,020 Mann in Galligen hätten Befehl erhalten, sich der pohlnischcn Gränze zu nähern. Heilbronn, vom 15 Iuny. So wenig der König von Ungarn und Böhme» seinen Unterthaucn die Last des gegenwärtigen Kriegs mit Frankreich fühlen lassen will, so wenig sollen auch die Länder, durch welche die Truppen marschi- ren und diejenige, in welchen sie sich versammeln, da, von erfahren. In der preiswürdigen Absicht, damit der schwäbische Kreis und die Rheingegcnden nichts von einer drückenden Thcurung zu fürchten haben, läßt Franz Gelraibe aus Ungarn kommen. 120,000 Cenlncr Mehl und 800,000 Mczcn Haber werden in 420 000 Säcken zu Schiff nach Ulm gebracht. Heute hak das hier aufgcstcllle Königl. Proviartkon missariat die Nachricht davon und mit derselben den Auftrag erhallen, die nölhigcn Veranstaltungen deswegen zu treffen. Brüssel, vom 15 Iuny. Vorgestern kamen 280 Mann vom Regiment von Werfet von Namur h,er a», so wie auch ein Transport vom Bamberger Regiment, das hier zur Besatzung emrückt. Auf die unter dem n. dieses >rlaßne Proklamation unsrer erlauchten Gencralgouverneurs in Betreff der unter Belhüne Charosts Fahne ausqewan» derken Bradanter, ,st eine beträchtliche Anzahl Sol. baten, die von den wallonischen Regimentern beseetirt 398 waren » wieder zurückgekommen , um sich freywillig zu ihren rcspectivcn Korps, wozu sie gehören, zurück. zubezcbkN. Diese aufrichtige Reue hat ihnen vor dekn Kriegsrath die Befteyung von der Todtcsstrafe bewirkt, die durch eine Venmheilung zum Gassenlaufen vermil- dert worden. Major Stevh'>icz von Esterhazy Hussaren hat mit seinem Kommando in dem lüillchcr Ol Rochefort Z64 mit dem französischen Constilutionezrichen bemerkte volle Habcriäcke, neost 620 za einem wciiern Ful- lerankanf bestimmt gewesne Kronen, als gute Beute tu Empfang genommen und nach Nomur abführcn lassen, t Brüssel, vom 16 Iuny. Die Truppen - und Munitionsversendungen nach der Gegend von Mons werden itzt mit verdoppelter Eile betrieben und es scheint, als ob wir ehestens etwas entscheidendes zu gemärten haben. ' Nürnberg, vom rb Iuny. Bey dem Fränkischen Kreis ist angezeigt worden, daß izooo Russen an den Rhein marsamen werden. (Gleiche Anzeige ist auch bey der Preußischen Regierung in Breslau geschehen.) Es scheint, diese Truppen sollen mitten durch Pohlen über Breslau, Nürnberg re. ziehen. Mons', vom ib Iuny. Es treffen hier beynahe täglich frische Truppen ein. General Bcaulieu hat sich mit booo Mann nach der Gegend von Dornick begeben und lauert auf die Bewegungen der Armee unter Marschall Luckner, welcher gegen Rysscl rückt. In weicher Absicht dieses geschieht, ist em Räihsel. Die Armee unter General la Fayette scheint durch die deydcn ihr augchänqlen Schlappen ganz mukhlos geworden zu fty». Viele Soldaten broh.m, nach Hanß gehen zu wollen. 8rankfurt, vom 18 Iuny. Dem Vernehmen nach, kommt wieder ein hessisches Lager zur Deckung der Kayserwahl und Krönung in die Gegend von Bergen. Von Stettin wird Mehl zur See nach Holland geschickt, welches von da weiter für die Armee nach dem Rhein gehet. Heute gegen Mittag hatten die hier versammelte fürtnffilche Heeren Wahlbothschasler ihre erste ftyer- ltche Auffahrt und kehrten in gleichem Staat erst nach 2 Uhr in ihre Hotels zurück. Mainstrom, vom iy Iuny. Der Hcrwg von Weymar war zwar den z. dieses von Weymar abgereißr, nicht aber nach Koblenz, wie unrichiig war gemeldet worden, sondern nach Aschers, leben. Den 10. führte derselbe scinRegiment a»S Aschers- leden diS Frosa, das nächste Bernburgschaumbnrgische Dorf und kchrie sogleich nach Weymar zurück. Das Regime»! setzte seinen Marsch nach Golterslebrn und so weiter nach Koblenz fort. In die Gegend von Andernach kommt ein prcusisches Lager. Künftigen Freytag kommt Miradeau's Korps in unsre Ge. genden und wird bey Höchst nach den Niederlanden emgrschiffl. Z-> Clausen unweit Trier, haben sich r Krämer, die zugleich Schwäger waren, über die Er. bauung eines Krämcrstands einander mit Messern er. mordet. Zu Amsterdam sind einige eooo Last Haber, für die Lager am Rhein aufgekauft worden. Allerlei» Schiffe, die Köüncr ausgenommen werden damit de» laden. Vermischte Nachrichten. Der römische Hof hat eine Bulle nach Brüssel ge» sandk, welche die vckularisation der Kloster geistlichen beiderley Geschlechts erlaubt, die das Verlangen hegen, ihr Kloster zu verlassen. Bisher har vur der Bischofs von Dornick seine Einwilligung m dieser Bul. le gegeben; die übrigen Bischdffe, besonders der Kardinal Bischofs von Mccheln, der doch bey andern Gelegenheiten so viele Anhänglichkeit für die italienische Grundsätze an Tag gelegt hatte, haben sich geweigert, diese Bulle anzunchmen. Die Genkralstaaie» der vereinigten Niederlande haben des Königs von Prcuffen Verlangen durch einen Theil ihres Gebiets Preussische Truppen nach Brabant marschiren zu lassen , abgeschlagen und hinzugesetzt, in dem itzigen Krieg gegen Frankreich würden sie, nach GrosbrittanicnS Beispiel eine vollkommne Neutralität beobachten. Grosbcittanien, um an dem Krieg mit Frankreich ohne Thcilnahme zu bleiben, verwendet sich djescrwe, gcn ungemein, hat also neuerdings Frankreich durch iriuen Minister Mylord Elgin folgende Vermirllungs Punkte zustellcn lassen. i) Avignon den Römischen Stuhl wieder zurück zu geben. 2) Den König von Frankreich, mit nur wenigen Veränderungen, wieder in seine vorige Rcgicrungsart einznsezzen. g! Die auSgcwandertcn Prinzen und Edelleute ebenfalls in ihre vorherige ade. liche Rechte, jedoch so wie sie bereits vorher ge- khan, daß sie gleich allen Bürgern die gehörigen Ab, gaben bezahlen, wieder herzustellcn. 4^ Alle Geistliche, sowohl treue als ungeschwvrne, ihre Pfründen wieder grniesen zu lassen, insoweit die aufgehobnen großen Abreyen zur Bestreitung der Schulden hin« länglich sind. 5) Eine allgemeine Verzeihung bekannt machen zu lassen. Sowohl im Fall der Annahme oder nicht Annahme dieser Bedingungen wird Grosbritta, nien eine große Flotte ausrüsten lassen, da die mit andern Mächten im Haag geschloßne Convention Gros, brillanten unausweichlich verbindet, diesen Mächten den versprvchnen Beistand zu leisten.