Larlsruher Zeitung. Mtttwochö den n. Iuly 1792. Mit Hochfürstlich . Markgräflich . LaLtschem gnädigsten privilegio» Römisch Deutsches Reich. Wien, vom 1 Iuly. Nebst den 40. deutschen Gardisten, welche dereils zur Krönung nach Frank, furk abgeaangen sind, werden noch 14. derselben den König auf der Reise begleiten und wechselsweise 4 an des Königs Waren reiten. Wien, vom 2 Iuly. Die Aufstellung eines Truppenkordons in Gallizie»'längst an Polens Grenz« bestätigt sich; es sind dazu vorläufig iz. Bataillons und 8 Divisionen Kavallerie bestimmt. Auch , hierorts werde man sich in Polens Angelegenheiten nicht mischen und das Einvcrständniß zwischen dem hiesigen «i d Berlienerhof in Absicht auf Frankreichs Angelegenheiten scy das engste, man kann daher sicher glauben, daß, da beyde Höfe eine gemeinschaftliche Sache daraus machen, d»e alte Ordnung der Dinge in Frankreich wieder herzustellen, solche auch in Polen durch Rußlands Macht Witter Herstellen zu lassen, dieses auch eher als man sich es versieht, erfolaen dürfte. Rehi, vom 10 Iuly. Die Rheinbruckeauf sranzö« sischer S ale ist bis itzi noch ekne ziemliche Strecke abgeworfen und das Schiff abgezogen, vor bald einrref- fenven Unruhen sind wir daher keinen Augenblick sicher, da Snasburq sogleich bcym Einrücken der Kayserlichen Trupp: n hicher eine» Eilboten nach Darts sandte, u-n eisf-lls Vtthaltniigebesehle einzuhohlen. Ilid ^n oar Herr General Brentano auf desoudres Ansu-en erlaudk, die Commuiuiakion zwilchen bceden Ufern vermittelst emcö Sch ffs wieder herzustellcn. Ma n; vom 8 ssuly. Gestern Abend um 4 Mr lande len auch Se. Durchl. von Kölln an dem Sand dcy Mo dach und besahen die dortigen Anlagen. Hö st ieft.be vcrsügie» sich sodann m einem 2 panm« gen Wage - nach der Stadl, delUchlen einige hiesige M> kwürcigkerien und machte» hierauf eine Promenade um die Stadt, wo Sie gegen 9 Uhr an der kiirfürsil. Favoriile ankamen > daselbst Höchstdero Leidj >gd wieder bestiegen, sodann wlipirlen und sich zur Ruhe bcgaven. Heule füh nahmen Se. kunffstl. Durchl. dicFaooritte in höchsten Augenschein, Hünen hierauf um 9 Uhr die heil. Messe in der Kapuzinerkirche, glengc» sodann wieder au Bord und setzten gegen io Uhr Ihre Fahrt auf dem Mayn nach Frankfurt weiter fort. Höchstdie. selbe hatten sich hier alle Ehrenbczeugen verbeten. Oesterreichs Niederlande. Brüssel vom z. Iu y. Von der französischen Armee hat Feldmarichall Iarry unterm 29. Juny von Kortrik aus an die Generalofficiers der Oesterrcichi- schen Armee geschrieben und sich wegen den durch sein Korps in Korlrick ausgeübten Verwüstungen entschuldigt. „ Einige eurer Jäger und Vorposten, sagt er in seinem Brief, haben bcy andrechendem Tag aus Zäunen und Häusern, hinter welche sie sich versteckt halten, aut unsre Leute gelauert und .mehrere derselben niedergeschossen. Auch habt ihr ihnen diesen Morgen eine Kanone nachgeschickt, aus welcher sie aus den benachbarten Häusern auf unsre Batterien ftuenen. Durch dieses Verfahren MM. HH. habt ihr also dloS euch allein die heule durch meine Truppen ausgeübke Verheerung und Verbrennungen in den Vorstädten von Koririk vorzuwcrfen. « Herr Iarry sagt in seinem Brief noch viel von Ungerechiigkeik, die von der Oe. sterrcichiftben Armee gegen die französische auSgeüdt worden ftyn soll; gerade als lief es wider alles Kriegs« recht und keine Parchcy sey berechtigt, ihrem Feinv Swaden zuzusügen. Man hält' ihn, fähn er ferner fort, zu dieiem Verfahren gezwungen, da seine Vorposten diejenigen der Oesterreichischen Armee niemals beunruhigt hätten u. f. w. Feldmarichall von Beaulieu antwortete ihm aber darauf folgendes: „ Mein Herr! Sie sagen in ihrem Brief, Ihre Pst chr hält' I.-ncn geböte», in den Vorstädten von Korrrik ein Mordbrenner zu fty»; in einer Stadt, deren Einwohner ganz unschuldig sind; in einem Krieg, den Sie, oder Iyre Nation nicht nur dem König von Ungar» und Böhmen aus Vergnügen erklärten, sondern auch noch allen seinen Uaterthanen, die niemals dir Waffen wider Sie ergriffen unb die nicht wissen, was Sie wollen. Sie bemächtigten sich eines ganz unverlhei, biglen Platzes, der ruchi Ionen gehörte, den Sie ve. ftstigien und unter dem mchligen Vorwand; Ihr Ver, brechen zu bemänteln vie Hauser in Brand steckse». Wären oie französischen Gesetze auch noch so ft chr, so werden sie es doch noch nicht ganz so ftyn, daß sie Sie Ihrer wohlverdienten Strafe über Verbrechen, worüber der guic Mensch stuzr, entgehen >asssn. Wenigstens wir, unsrer Sens werben uns niemals ähnlicher Mittel bedienen u. s. w. Beaulieu. Hier folgt die Liste eines Theils der Verwüstungen, welche die französische Truppen in den Vorstädten von Kortrik angerichtet haben. In der Ryßler Vorstadt verbrannten sie 15 Häuser und eine Scheut; eine Bleiche nebst einem kleinen Feld; 4 Meyereyen; ein Feld und eine Oehlmühle nebst dem zugehörigen Haus ward sehr verwüstet. In der Dornicker-Vorstadk verbrannten sie eine Windmühle nebst dem Haus des Müllers; eine große Meyerey; ein Lusthsus nebst Garten und einem dazu gehörigen Haus; 8 Meyereyen; z Häuser mit Stallungen und Zugchör; 40 Häuser; ein beträchtliches Landgut und eine Mühle sammt des Müllers Haus. In der Jo. Hanneö-Vorstadt verbrannten sie 19 Häuser; 4 Land, gürer; 5 Lustgärten, die sie obendreit^noch ganz verheerten; z Schenken und eine andre «schenke, die nur halb abbrannte; übcrdieß nahmen sie auch noch 700 Stück Leinwand mit sich fort. Krieg den Schlössern und Friede den Hütten! sagen sie und unter allen Ge, bäuden, die verbrannt wurden und deren Werth sich auf z Millionen beläuft, war nichtein einziges Schloß. Ein Bote, welche die Deputirten der Slände von Flandern, in Sachen dieser Provinz nach Kortrik schick, ten, schrieb denselben unterm zo. Juny, es sey ihm unmöglich, die Traurigkeit zu schildern, in welche die Einwohner brr Vorstädte von Kortrik, durch die Ver« hcerung der französischen Truppen versetzt worden seyen. ,, Ich sah noch alles rauchen, schrieb er, allein in der Stadl ward keine Feuersbrunst gewahr; man be« hauptet, der Magistrat von Kortrick habe es durch Vorstellungen, die er dem General machte, verhindert. Gestern Abend ward allen Bürgern verboten, sich nach halb io Uhr auf den Strafen sehen zu lassen, auch mußten sie alle Thüren und Fenster zumachcn, um, wie man behauptet, soviel als möglich die Flucht der Franzosen zu verbergen, die vor der Ankunft der Oe- stcrreicher mit Wa^en' nnd Gepäck aus Kortrick zogen. Ich hörte auch von keinen ankern Gefangnen reden, als von 22 ausgewandcrlcn Bradantern, die sich betrunken hatten und welche die Ocsterreicher bey ihrer Ankunft sogleich in Empfang nahmen. Die Freude der Bürger in Kortrick ist itzt nicht auszudrücken, da sie vorher, so lange die Franzosen sich bey ihnen auf- hieltcn, in beständiger Todesangst lebten. « Die Franzosen haben nun ganz Flandern geräumt und wieder ihr alteS Lagr bey Marquette bezogen. Schreiben »Mö dem Lager jenseits von JeMap- pe. vom z Jmy. General Beaulieu soll dem Marschall Luckner nach Kortrick geschrieben haben^ Kie. ser habe dem General von Beaukien geantwortet, er fäni e, um einen Verlust von 10,222 Mann von beiden Parlhien zu vermeiden, für gut, abzuziehen, welches auch ln mmlicher Nacbt geschah. Als unjre Jager an, fiengcn, sie anzugre-fcn, haben sic verschieone Vorstädte augeslecn uno eine M.nge Tuch von den Bleichen mitgenommen. Sie ichie-un bey ihrem Abzug, entweder, um uns ihre Abreise zu verberge», oder aus Furche, wir möglen ihre Acriergarde anfallen, uns an- greifen zu wollen, zu dem Ende schickten sie loa Mann voraus, um eine Brücke über die Schelde schlagen zu lassen, welches aber unsre Jäger immerzu vechindcrn suchten; in dieser Zwischenzeit reihte ihre Armee ad. Unser Bataillon von Murray und eine Hussaren Schwadron vom Wurmser Regiment, die mit uns zu Beurry kampirten, sind gestern Mittag um 12 Uhr verreißt und kampiren itzt jenseits von Jemappe, wo wir waren, als wir das erste mal auS Mons zogen. Unsre Armee die zur Serie von Kor« trick und Dornick lag, ist gestern zu Beurry angekommen und inan sagt, sie würde heute hierher kommen. Die Franzosen verjammlen sich itzt alle zur Seite dcS Bourbonner - Gehölzes. Der Jägerofficier, der, wie man behauptete, in der letzter» Affaire im Bourdvn- ocr , Holz gelödtct worben scyn soll, ist zum Gefangnen gemacht worden; allein von guter Hand wird itzt versichert, die Franzosen hätten ihn in Stücke zerhackt. Frankreich. Maubeuge, den 28. Juny. Bulletin von der Central. Armee. Marschall Luckner hat einen um, stündlichen Bericht über die Lage seiner Armee nach Paris geschickt. Hr. Valence, der mit Hrn. Lafayette abgercißl ist, wird den Bericht, der eigentlich einem Comitte der Nationalversammlung anvertraut werde» soll, überliefern. Herr Balance hat zugleich den Auf, trag, sich mündlich mit den Ministern über die Mittel zu beralhschlagen, die Armee zu verstärken nnd mit Proviant zu versehen. — Der Feind, welcher Herrn Lafayette's Abwesenheit vernommen hatte, fiel uns an, sobald das Lager von Bavay aufgehoben war. Er setzte unserm Nachtrab, der vom Marschall de CampLallcmand angeführt wurde und aus einem Theil der Regimenter ehedem Chamboran und Lauzun Husaren, dcS men Regiments Jäger, des Freybataillons der Cevennes und eines Dciaschemcnts des 99ten Regiments, ehe, dem Zweybrücken, bestund, heflig zu. Lallemand stellte sich, als wollt' er seinen Rückzug fortsetzen. Die Oe, sterrcichische Korps, Uhtanen, Husaren von Blankenstein, vor bene» eine große Anzahl tyroler Jäger und ungarischer Grenadiere Herzogen, rückten sehr schnell an, als unsre Truppen auf einmal umkehrteu. Unsre Jäger und Husaren drangen mit so vielem Ungestüm auf den Feind ein, daß sie ihn gleich zur Flucht brachten, ohn. gesähr 40 «rltsittn, 50, worunm r Capitains r>», -ii, Manen verwundeten und 84 Gefangne machten, die mchrknlhcils aus tyroler Jägern bestehen. Herr Vallory, Obristlieutcnant des dritten Regimenks Jäger, Generals Lafayette's besondrer Freund, nahm «inen Husaren - Offwier von Blankenstein gefangen. Herr de la Tour Maubourg, Odrist dieser Jäger, hat sich besonders ausgezeichnet. Die Husaren von Chamboran haben mit vielem Muth gefochten. Unsre Infanterie, so wie das grobe Geschütz sind nicht im Treffen gewesen. Die Säbel unsrer Husaren und Jäger waren hinreichend, sie zu zerstreuen. Wir haben sie bis auf eine halbeStunde von Mons getrieben. Unsrer Seils sind zwey Mann gefallen und wenige verwundet. Von diesen letzter» Hessen sich mehrere geschwind verbinden, um wieder ins Gefecht zu gehen. Zufälliger Weise fand sich rin Kapitain von dem 4ten Bataillon Freywilljger der Mosel bey der Armee, der auch auf sein Begehren mil unser» Truppen focht. Unter den Tobten Hai man zwey Kapitains von Condr erkannt. Die Husaren von Chamboran haben-einige Pferde erbeutet. Dieser Vorfall ereignete sich den 2?ten Juny. Paris, den Zo. Juiy. Die Stadt Bordeaux hat «ine Adresse an die Nattonalversammlung abgcfaßt, worinn sic ankündigtc, daß sich in ihrer Nachbarschaft 50,000 Manu befänden, die bereit wären, auf den ersten Wink nach Paris zu marschwcn und sich mit den Bürgern der Vorstadt St. Anloine zu vereinige«. Ein Brief von der Gesellschaft der Constitutionsfrcunde in Dvie redet im nemiichen Ton, mit dem Zusatz, daß, erhielten die Einwohner dieser Stadt bas Decrct wegen der 20,000 Mann nicht bis auf den isten Juiy sanctionirt, so würde» sie sich zur Bundes-Fcycr den i4ten Juiy, anstatt 5 Mann aus jedem Cauton, 50 Mann stark einfindcn. Ryssel, vom I Juiy. Ein Mißverstand oder eine »bereilte Vorsicht hat einen Zufall veranlaßt, der allen Menschenfreunden tiefe Betrüdniß verursacht. Einige Detaschsmenler von 6 bis 700 Mann Oester- reichcrn zeigten sich, um unsre Vorposten bey Cvur- irai anzugreiftn. DerMarschall de Camp Jarry, der -en Vorlrab der Nord - Armee kommandirt, statt diese Posten zu verstärken, ließ sie gegen die Stadl zurück ziehen. Der Feind näherte sich den Vorstädten und es entstund ein allgemeines Treffen. Herr Jarry befahl, gleich als wäre Courtrai mit einer Belagrung bedroht, die Vorstädte in Brand zu stecken und vierzig Häusser lagen bald in der Asche. Der Macschall halte kaum vernommen, was vvrgicng, so eilte er auf Courtrai und befahl zu löschen. Der Magistrat kam zu ihm und bat, doch die Verfügung zu treffen, daß man das Völkerrecht gegen die Einwohner deodachir, di« sich gegen die Franken so freundschaftlich betragen. Der MksHgst W serühtt, Wckle dem Ne-ner dir Hand und konnte nichts mehr sagen, als: «Ich habe diesen Befehl nicht gegeben. « Ohne Zweifel wird die Nationalversammlung den Verunglückten den erlittncn Schaden ersetzen und den Völkern das Bey» splel einer grosmülhigen frryen Nation geben, die nicht wie ehedem Ludwig der 14» in der Pfalz, gleich ei. nem Würgengel kommt, alles ohne Schonen zu verheeren , sondern nur ihre wahre Feinde, d. i. die Feinde der Freyheit, den bewaffneten Gegner zu bekriegen. Herr von Valence, den der Marschaki nach Paris gesandt hatte und der mit so vieler Ungeduld erwartet ward, ist den 2Zten Abends um 7 Uhr angelaugt. Gleich hierauf ward Kriegsralh gehalten, bey dessen Schluß Herr Alex. Beauharnois nach Paris abreißte und gleich darauf ergirng der Beseht , das Lager aufzuhcben. Den stcn Juiy. Nun ist es entschieden, daß die Armee sich von neuem bey Famars, nahe bey Valcn« cicnnes setzen wirb. Gestern brach sie von hier auf und übernachlete zu OrchieS. Heute langte sie wieder an ihrem allen Standort an, wo sie vielleicht bleibe» wird, bis sie die Winterquartiere bezieht. Nach gewissen Bemerkungen« nach dem Abzug unsrer Armee aus Wcstflaubern, ihrer glücklichen Fortschritten ohn. geachtet, ist zu vermurhen, das wir die traurige Rolle eines Defensiv-Kriegs übernehmen werden. Dieser Entschluß scheint indessen sich nicht mit der unbeschränkten Vollmacht zu räumen, die der König den Gene, rälen der Nord - und Centralarmee crtheilt haben soll; allein der plötzlich gehaltne Kriegsrarh nach Herrn Valence Ankunft, der mit so vieler Ungedult erwartet war, die schleunige Abfindung Herrn Beauharnois nach Paris, der Befehl, das Lager unter Menin ab» zubrechen, die Räumung der eroberten Plätze, lasse» vermulhen, daß die Vollmachten nicht so ausgedehnt waren, als man glaubte, oder daß der Mangel der begehrten Verstärkung diesen Schritt nvthwendig ge» macht. Dem fiy wie ihm wolle , so versenkt diese plötzliche Veränbrung unsrer bisherigen glückliche» Kriegsanstalien alle Gemüther in eine Menge vo» Mulhmassungm und verursacht eine starke Gährunz. Herr Carle, Gcnerallicurnant, gehl nach seinem Kommando nach Dünkirchen zurück und das erste Regiment Infanterie uno das ehemalige Regiment Flandern sind dahin in Garnison zurück gekehrt. Die Oesterreicher haben Courtrai, Menin, Wres rc. wieder in Besitz genommen und behandeln die Einwohner als wie in Oertcrn, die mit Sturm eingenommen worden. Sie kommen über unsre Grenzen. Halluin, Roncq und die benachbarte Dörfer sind durchaus von ihren Ein» wohnern entblößt, die sich mit allem, was sie fort« dringen konnten, geflüchtet haben. Auf der Seit« von Baisieux, Camphin, Leers rc. haben sie den Baum der Freyheit Hingerissen. Nach einem Brief, Yen wtz «den von Paris «halten , wird an einem Vergleich zwischen dem Hof der Tuilerien und dem Wiener ge» arbeitet/ welcher b.ynah schon zu Stand gekommen und schon soll der Befehl an die österreichische und preußische Truppen ergangen seyn, da, wo sie sich bcfin« Len, Halt zu machen. Paris, vom i July. General Lafayette ist wieder zur Armee allem höchst n»ß"crgnügl abgercißc, der König hat itzl. in seinem Garten einen Frechetts- banm pflanzen lassen. Er heftete seine Kokarde daran und d e Kömgmn nebst noch vielen andern Damen ihie Bänder. Für den 14101 July sind wir am mei» stcn bang. Das Lager von 20,000 Mann ist zwar nicht lanftionirt worben; allein es sind schon eine Menge C o>ratcn von Marseiile und Toulouse hier ange- kommen die man auf diesen Tag zu benutzen gedenkt. Neulich fodertc man m dem italiänischen Schauspielhaus dir Arie ha ira, hernach war die Arie von Heinrich IV- verlang!, auch diese ward gespien.' Endlich rief em Zmchavcr, der über bas ewige Anen- spielen ungeduldig warb: So spielt dann nun auch den Marsch des Lönigs von preuffen, worüber ein allgemeines Lachen und Händeklatschen «tstuiid. Paris, vom 2 July. General Lafayette ist gestern Morgen wieder nach der Armee zurückgegangen. Vor seiner Abreise hat er die Nationalversammlung nochmals an die verschiednen Artikel seiner Petition «in. nert. In der vorgestrigen Abendsitzung verlas Herr Rull ein Schreiben, worinn die Ankunft der Königl. Preußischen Truppen in Koblenz angczeigt und zugleich die Vesorglichkeit geäußert wird, daß von dieser Sette irgend ein Einfall in Frankreich Statt haben dürfte zumal, da die Oesterreich« für sich allein schon Mit. lel genug dazu in Händen haben. Der Kricgsmin,- tzer hat geäußert, daß dem Marschall Lucka« Befehl zugegangen ,cy, Kortrick zu verlassen und sich nach Rysse! zurückzuziehen. Maubeuge, vom 2 July. De» 28. vorigen Monats schossen einige Reiter. Schildwachen aufeinander, aber ohne Erfolg. Den 29. lraftn unsre Jäger vom zlcn Regiment, vie patrouilliren giengcn, in einem Haus 5 Uv ancn an , die mit Karten spielten. Gegcn 6 Uhr Abends brachten die Dragoner vom roten Regiment eine Zufuhr »an Haber ein, die von einem Oisicier , 14 Marechauffee-Reiter und einigen Manen begleitet war. Sie bestand in 40 Wagen. D'.e Uhlancn und z Marechauffee - Retter nahmen die Flucht. Den goren erbeuteten die nemlichen Dragoner noch 2 Wagen mit Haber und nahmen zwey Dragoner gefangen. Paris, vom Z July. Unsre Stadt wird höchstwahrscheinlich nächstens einen Schritt veranlassen, der tik poltzirte Welk/ sollt' er ihr auch nicht unerwartet kommen, doch in Verwunderung feien wird. Die Krone wankt l Einstweilen ist dev Siaab der Ratio- nalmrde in allen iLlädien. die über 50,000 Seelen enthalten, aufgehoben. Die Nationalversammlung glaubt eine grosse Menge Feinde auf diese Art unwirksam gemacht zu haben. Die Bürger sollen ihn künftig selbst waylcn. Dieses Dekret hat den Hof m eine solwe Bestürzung gektzi, daß «, wie bereits in einem öffentlichen Blatt steht, einen Euboreu an General Lafayette abgeschickr um diesen zurück zu rufen. Desto besser, so kommt er der Stadl Orleans um so nähert Der 14« July wirb eine ungeheure Menge National- garden hier sehen. Alles strömt dieser Hauprstabl zu; die Einwohner deeifern sich, einen, zwey, auch drcy ihrer Waffenbrüder umsonst zu beherbergen. DaS Dekret wegen des Lagers von 20 000 Mann wollte der König nicht sankzwniren und nun kommen wohl dreymal soviel hierher. Polen. Warschau, vom 24 Juny. Bey der Schlacht den I7ten, wodcy die Russen 4000 Mann verivhren, haben wir 850 Mann Infanterie und beynahe 400 Mann von der Kavallerie dabei) eingebüßt. Den Tag vorher war schon eine hitzige Affä re, wodey cie Russen über 1000 Mann verlshce» haben. Hingegen betrug sich unser Verlust dcy 700 Manu von der Ju« fanlcrie und über 400 von der Kavallerie, nebst einigen Kanonen. Lieuinanr Zwizda hat mit 100 Pf«- » den einen Streiszug gemacht und ist mit 80 rußischen Gefangnen ins Lager zurückgekommen. > Portugal!. ! Lissabon, vom 8- Den eingcbohrnen spanischen ^ Exjcfuilen ist nun, nach vollen 25 Jahren ihrer V«» e trcibuiig, erlaubt worden, wieder nach Spanien zu s kommen. Auch ist ein eigner Rath ernannt, den s wichligen Gegenstand ihrer ehemaligen »eulichen Gürer zu unlermcheu: man behauptet, die J-smten hatten im Königreich M«:ko einen Fond au Besitzungen auf 18 Millionen harten Thal« gehabt. Vermischte Nachrichten. Der Prinz von Nassau - Siegen , ist den 27km zu Berlin angekommen, den 2ytcn nach Potsdam zum König gcrcißl und von da nach Koblenz adgegangcn. Dem Dernchmen nach habe» Sc. Maiestäl der König von Preußen den Prinzen von Würtemderg , Var« der Grosfürstinn von Rußland , zum Statthalter 1 der. Markgraslhümer Anspach und Bayreuih er« ! nennt ! Es heißt, die französischen Prinzen bekommen für ihre Arm« von Preußen monattich 20,000 Friedrichs- d'or, auch sollen sie von bcyden Mächten izo Ka«o- nen bekommen. Die Ausgewanderten find itzt völlig gerüstet.