Nro. 84. Pag. 447. a r l s r u h e r Zeitung. Freitags den iz. Iuly -792. Mit Hochfürstlich . Narkgräflich - Badischem gnädigsten privilegio« Römisch Deutsches Reich. Wien, vom 2y Iunp. Unser Ministerinm ist itzt überaus lhälig unv der Eilbotenwechftl gehl stärker, als jemals. Der Krieg mik Frankreich scheint besonders unser Kabinct zu beschäftigen. Die Franken werden auch schwerlich im Stand seyn, ihre Konstitution zu bchanpten; man will aus mehrern Umstän. den folgern, dieser so gerämchvolle Krieg werde noch vor Ende des Winkers geendigi seyn. Wien, vom zo Iuny. Den 24ten dieses erhielt der an hiesigem Hof bevollmächtigte Gesandte von Grosdriltanicn, Ritter Keuh, eine» ausserordentlichen Eilboten aus Bengalen, weicher vo» dort aus, Ende Februars abgirng, um die wichtige Nachricht nach Londen zu ud-rbringen, daß General Eornwallis einen glorreichen Frieden mit Tipp» Sah>b geschlossen habe. Anfangs dieses Monats kam er in Constantinopel an und erhielt daselbst eine Begleitung von Jarulicharen, um seinen Weg ohne Hmdermß zurücklegen zu können. Nach oerschiednen Treffen waren die Brillen so glücklich, diese» indianischen Fürsten in einer für ihn sehr nuSlichen Stellung'anzugreifen und seine Kavallerie, in welcher seine groß e Macht bestund , aufzurcidcn. Tippo-Aal-chs Lage war w kritisch, daß er sogar we» gen dcr Hauuistadt seiner Länder, die alle seine Schätze enthielt, besorg! gyn muß Er sah sich als» genö- thigi, den Sieger um Frieden zu bitten, der ihm dann denselben unter Bedingungen bewilligte, die diesen Fürsten ausser Stand setzen werden. Grosbritlanien zu schaden. T'ppo Sahib tritt den Brille» ein Stück von »einen Staaten, welches sie sich wählen woben, ob. Er zahlt übcrdem z Millionen Pf. Sterlmg, welche Summe zwischen den Britten und ihren Alllir- ken, den Marcueen , aelhuil w rd. Zur Geisse! seines Vcr»vrechms üdergiebt er den Bruten seine beyden Söhne, die er zärtlich liebt. Dieses sii-d die Hauptpunkte dieses i» Indiens Geschickte merkwürdigen Friedens , welcher der ostmdjschcn Kompagnie der Bruten zu einer Quelle von Rcichlhümern wen cn wird, indem sie itzt beynahe den ganzen Handel in diesen Ländern mit wenig Kosten zum Nachtheii der übrigen Mächte an sich reisten kann. Der Eilbote hat nach einem kurzen Aufenthalt seine Reise nach Landen fortgesetzt, wo er den lten Iuly einzulceffen gedachte. Koblenz vom Z. Iuly. Borge »lern traf der Her» zog von Braunschweig bey uns ein. Er speißte bey den französischen Prinzen zu Nacht, auch Prinz Conde war gegenwärtig. Er har sein Quartier nicht in unsrer Stadt, sondern in Horchheim bey dem Frey. Herrn vo» Eis. Abends besah er unter Marschall Broglio's Begleitung die Festung Mrenbreitstein unv kehrte sodann nach Horchheim zurück. Täglich kommen in unsrer Gegend preußische Truppen an. Sie zeichnen sich durch Mannszucht und strenge Ordnung vorzüglich aus. Frankfurt, vom y Iuly. Sr. Majestät des Königs Franz Reift ist so festgesetzt, daß Allerhöchstdieftl- bcn noch den nemlichen Tag Dero Abreift von Wien, ncmlich den zten dieses zu Burkersdorf, den bten zu Schärding, den 7ten zu Regensdurg, den 8 ten zu Nürnberg, den 9tcr» zu Kiotzingen, de» roten zu Würz- bürg und den uten dieses, gegen Abend hier in untrer Stadt cinlreffen werden. Tags darauf werden Se. Majestät feyerlicb bekomplimentirt nnd in hiesige St. Bariholamäi - Stifts ober Domkirche, zur Bcschwö. rimg der Wahlkapirulation geführt, worauf, wie man sagt, künftigen Sonnabend »en i4tcn dieses die seyer. lichr Krönung vor sich gehen wird. (pesterre i ch s Niederlande. Brüssel vom ü. Iuly. Ihre König!. Hoheit, »nfte Durch!. Gcneralgt'uvernantinn wollen in kurzem nach Wien recken. Vom Krieg ist cs itzt wisoer ganz still und erinnerten die verschiednen Transporte von Muni, zionS- sowohl als Bagagcwagen und Kanonen uns nicht an Ierungcn mit Frankreich, so sollten wir hier glauben, air wäre» mitten im Frieden. General Lafayeice soll wieber bey seiner Armee angckommen unv Willens seyn, seine Völker nach den Mosel- oder Rheingegen- den, vielleicht näher nach Paris zu ziehen, weil die vereinigten Heere ehestens im Stande «cyn werden, einen entscheidenden Schritt gegen Frankreich zu wagen, ( 448 ) oder weil er bey Begehung der Bundesfeyer den 14. Juiy bcy der Hand ftyn will. Frankreich. ^ Paris/ vom 4 Juiy. Vom Marschall Luckner ist der Nationalversammlung bje schriftliche Nachnchi zu. gegangen / daß unsre Truppen Orstrrrrichs Flandem wieder verlassen und sich nach Rysscl zurückgezogen haben. Zugleich wird berichtet , daß der in Kortrick gelegne französische Kommandant, Jarry, vor seinem Abzug dasige Vorstädte m Asche gelegt. Diese Nach, richk erregte den Unwillen der Nationalversammlung. Es warb auf Marschall LncknerS Antrag eine Ent. schädigunq für Kortrlcks Einwohner, welch« durch diesen Brand gelitten haben, bekrelirt; das Dekret soll auch sogleich durch einen ausserordentlichen Eilboten abgefcrligr werden. Der Milicairausschuß hat itzt über die von dem König in Vorschlag gebrachte Aushebung der 42 Bataillons sein Gutachten einge. geben. Die Nationalversammlung dekcelirte hierauf die nöthigen Maasregeln zu dieser Aushebung, welches Dekret auch vom König gleich sankcionirt wurde. Marschall Luckner verlangt, baß sein Rückzug gegen Ryssel und Valencicnnes dem König vorgelegt, sein Benehmen von Sr. Majestät gutgehcissen und sein zu, künftiger Marsch ihm vom Staalsraty vorgeschricben werde, sonst könn' er das Kommando nicht forlsetzen. Ec hat ebenfalls an die Nationalversammlung in Betreff des Vorgangs den roten Iuny geschrieben und General la, Fayette's Bitte beygcstimmt. Ein gleiches hat auch Herr la Morliere, der die Ar, mee am Rhein führt, gethan. Sic verlangen samt, lich, daß die Urheber jener Greuel ausgeforschl und zur Strafe gezogen werben, widrigenfalls sie den König mit ihren Truppen unterstützen würden. Im. wer noch vermehrt sich die Beunruhigung für den 14. July. Beynah jede Stunde kommt eine Menge Men. schen nach Paris und man will bereits eine Wiederholung der Bartholomäus Nacht ahnden. Die sogenannten Feuillanlen und Jakobiner werden immer er. bitlerler gegen einander. Das System der erster» bestehr fest auf der Konstitution, will aber dabcy Grosbrittaniens Regierungsform mit zweyen Paclaments- Cammcrn eingeführl wissen; die Letztem wollen kei, ncs von beyden, sondern eine völlige Anarchie, um sich dadurch den Weg zur Ausführung ihrer Entwürfe vollends zu ebnen. Wenigstens werffen die Feuil- lanlen jenen dieses vor. Paris, vom 5 Zuty. Hiesige Hauptstadt wird izl alle Tage, lhcils mit Gukdenkenbcn ungefüllt, lheiis such mit schlechtem Gesindel überschwemmt, aus dem ganzen Königreich ströhmen sie gleichsam herbey; der letzter» Blick verräth sie schon; was sie um so furchtbarer macht, «st, baß in dem nemiichm Grad in welchem sie sich anhäufen, alle Mitte! zusammen schwinden, deren man sich, um Ordnung und Ruhe zu erhalten und Verbrechen zu verhüten, bedienen könnte. Des Königs Garde ist bekanntlich verabschiedet. Das Jägcrksrpö und z Regimenter Infanterie, welche hier garnisonirten, sind tm Begriff, diese Hauptstadt zu vcr, lassen. Die Nalionalggrde est unter sich uneins und was sie voüevS ausser Stand setzt, -er guten Sache Dienste zu leisten, ist die in der Nationalversammlung den 2. dieses beschloßne Verabjchiedung Aller zum Slaab dieser Garde gehörigen Personen. Erwägt maa alle diese Umstande, so kann man für das -ganze Kö« nigrrich, insonderheit für Paris, nichts anders, als eine traurige Zukunft ahnden. Folgender Plan, soll im Werk und seiner Ausführung nahe seyn: Die Nation« Versammlung erlaßt, unter der Jacvbiner und der von ihnen destochnen Gallene» Einstuß ein Deercr, welches der König weder sanktioniren kann, noch wird. Hierdurch entsteht ein allgemeiner Aufstand; der Pöbel rollet sich zusammen und die Nationalversammlung«!, klärt: Der Staat scy in Gefahr; ist die Mmiicipa« iilät bey allen diesen Ausschweifungen der wütende« Menge entweder unihälig, ober hat nicht Kraft genug, Ordnung zu erhallen, oder sucht, unter der Hand, selbst noch Blutdurst anzufachcn, Har die Nauonal- Garde keine Anführer, erhält sie zu Abwendung al, ler dieser Greul keinen Befehl, fs bleibt sie uulhätig; so sieht sie ruhig zu; so überwältigt der Pöbel alles; so ist weder Leben noch E'genlhum mehr in Sicher, heit; so fließt Blut in Ströhmen und so beschließt endlich düs letzte und höchste aller Verbrechen, das schreck, liehe Tagwerk, denn, bereits in der Sijzung vom z. dieses stichte man zu dcweissen, der König sey, eines Einverständnisses mit des Königreichs innern und äußern Feinden wegen, im höchsten Grad verdächtig, man müsse sich seiner also entledigen; noch den nemli« chen Tag wurde in der Abendsizzung bereits der An, trag gemacht, in Zukunft sich nicht mehr im dißheri- gcn Versammlungs. Saal, sondern unter den Hallen, mitten unter dem Pöbel zu versammeln und Tags darauf den 4. dieses setzte die Nationalversammlung in 16 Arrickeln die Art und Weise bereits fest, wie sie sich auf den Fall, daß der Staat in Gefahr scy, zu verhallen habe. Merkwürdig ist jedoch noch aus diesen Sizzungen, daß die Nationalversammlung den Einwohnern von Courtray zoo,ooo LioreS bewilligte um ihnen den Schaden, welche» General Iarcy's un. menschliches Verfahren zugefügt, eimgermassen zu er. setzen: auch zeigte der König der Versammlung an, er habe den dtsherigen Minister der mner» Angelegenher- kcn , Herrn Duranlon, entlassen und dem Herrn Joly diese Stelle gegeben. Der Minister der auswarugen Angelegenheiten las penn noch in der Abendsizzung vom t 449 ) Z. Iuly folgende Notificaton ab/ welche des Königs Mai. an olle auswärtige Höfe ausferngen zu lassen, für gut gefunden. Nolisscaiion an Europcns sämtliche Mächte. „ Da der König der Franken erfahren , daß man fort« fahrt, bey fremden Höfen Unterhandlungen in seinem Namen aiizulragen, Anlehcn zu eröffnen und sich sogar die Errichtung einer Knegsma yk zu erlauben und «r nochmals feine Anhänglichkeit an dir Constitution, dir er freywillig angenommen und zu verlheidigen geschworen hat, anfü ftyerlichste an den Tag legen will, so mlskennt und verwirft er alle Beralhschlagungen, Proicsta.uoncn, Unterhandlungen bey den fremden Hofer, die Anlehen, Truppciiiverbung, Ankauf von Waffen, Kriezsmuriizion rc. und überhaupt alle öffentliche oder Privaihandlungen, die in seinem Namen von Ludwig Stanislaus Lavcr, Carl Philipp, Ludwig Joseph, Ludwig Heinrich Joseph, und Ludwig Anton Heinrich, französische Prinzen und von den andern gegen die Gesetze ihres Vaterlands aufgetrctne Ausge. wanderte vorgenommen worden; erklärt/ daß fein Jn- keresse mit dem des Volks, dessen erblicher Slellver- Lreter er ist, auf ewig unzertrennlich sey; baß die Negierung, der Verwaltung ihm anverlraut, durch ihn in ihrer ganzen Reinheit aufrecht erhalten werden -wird. Standhaft bey diesem Entschluß, trägt der König der Franken seinem Minister der auswärtigen Angelegenheiten auf, Europcns sämtlichen fremden Mächten anzukünbigeu, daß er der Sache des französischen Volks vollkommen ergeben, die ganze Macht, die ihm die Constitution in dir Hände gegeben, gegen Frankreichs Feinde aiuvcndcn werde, unter welchem Vorwand sie auch die Verfammluugcn bewaffneter Ausgewanderten dulden, ober deren ftindfcllges Ver« fahren unterstützen. Nordarmee. Ungeachtet dies« Armee bereits seit n Tagen bie Winterquartiere bezogen, daher keine «cur Begebenheiten mehr zurrwähnen sind, so wollen wir auf einige Augenblicke vergessen, daß wir weit wichtigere Berichte haben könnten, wenn — (aber dieses Wort ist uns immer fatal.) folgendes noch er- zäien. Kurz vor Räumung der Stadt Menin hatte man mehrere Schiffe mit Heu in dieser Stadt geladen und den Lag darauf im Angesicht berO.stcrreicher, die sich dieser Gegend schon vemcisterl hauen, durch Werwick gebracht. Zu eben dieser Zeit, nemiich in der Nacht vom Frevlag auf Sonnabend, machte ein Detaschemcnt von zü Belgiern, das sich durch War- nelon zurückzog, einen guken Fang. Ihr Anführer, ein OdnstUeutnant, verlangte in dieser Stadt Quartier für seine Leute und für noch andre boo Mann, die bald, wie er sagte, einlrcffen würben. Die Emwoh- ner, welche noch nichts von Räumung da Städte Cvrtlyck und Menin wußten, beciferlcn sich, den» Overstiicutnant zu erklären, daß in einem Magazin zt, Fässer Wachhslderbrandwein wären, welche nebst einer Summe Gelds dem König von Ungarn gehörten. Die Belgier bemächtigten sich sogleich des ganzen Vorraihs. Als die Armee bey Lille angelangt war, beobachtete sie, so wir auf dem ganzen Marsch tiefes melankoli« sches Stillschweigen, das nur selten durch einiges Murren unterbrochen wurde. Sie setzt grenzenloses Zutrauen in den Marschall, aber ihre Wehmuth, sich von der Bahn der Ehre abgeleitet zu scheu, ist unbeschreiblich. Paris, vom 8 Jury. Die gestrige Sitzung der Nationalversammlung war äusscrst interessant. Man sprach unter andern darinne von den Gefahren, die über dem Vaterland schweben , machte die Bemerkung, die Uneinigkeit der Nationalversammlung trüge vieles dazu bey und äusserke den Wunich, der Präsident mögle den Vorschlag in Umfrage bringen: „Daß alle, die den Gedanken einer Rcpublick, daß alle, bie den Gedanken von zwey Kammern verabscheuen, ver- wünschen, aufstündrn.« Bekanntlich wird ersterer den eifrigen Patrioten, oder sogenannte» Jakobinern und dieser den gemässigten oder sogenannten Feuillanks vor- geworffen. Im ncmlichen Augenblick stund die ganze Versammlung auf, wie ein einiger Mann. Es war weder rechte noch linke Seite mehr. Die, welche ein. ander als die ärgsten Feinde betrachtet harten, um. armten sich. Mau fand' eine Deputation an den König, um ihm diese angenehme Nachricht zu dringen. Der König erschien bald selbst und sagte, dieser Tag sey der schönste seines Lebens; bey seinem Weggehen erlönte der Saal von dem freudigen Ausruf: „Es lebe die Frcyheitl es lebe d,e Nation! es lebe die Versammlung und der König!« Ohne Zweifel wird der Tag des igten Ju!« das Siegel auf Liese iroem Patrioten so schätzbare Scene drucken. — Die Rede gehl , Marschall Luckner werde mit seiner Armee zu General la Fayelte's dry Bavay stoffen, wo dieser wuklich stehen soll. Niemand weiß, worauf es abgesehen ist. Alles wird sehr geheim gehalten. Strasburg, den io. Iuly. Mehrere ösierreichuche Detaschements sind, bcm Befehl gemäß, den zosten vorigen Monats gegen Breysach zu marschiren, ze? Frie- seuhcmi, wo eigentlich der Sammelplatz war, ange« kommen. Man führte zugleich aus Freydurg r/ Kanonen, welche aber nur Nachts mmschirlen und auf Feldwegen sich Kehl näherten. Bey Tags Anbruch waren sie in einem Wald drirthalb Stunden von Kehl, wo sie den Lag über biieben. Um io Uhr Ab 's brachen sie auf und kamen nach L Uhr za Kehl an» c 450 ) Die Detafcheittnks, welche am Rheinufe; sind, werd-n ehestens verstärkt. Die Kreislruppen nahmen de» zlen dieses die Posten ein, welche die Oesterr-jaer verlassen hotten. Die zwischen Frepbmg und Schütter» hegende Truppen gehen alle nach Kehl und zwey eme halbe Meile weiter unterhalb D>e Truppen tcy Fr-yburg erictzr» sie, bis die zweyte Colonne ankommt Das Bataillon Gradiskancr kommt hrute nach Einmend n- gcn. Sobald die zweyte Colonne, lammt den Zooo Preussen, welche man erwartet, augekommen skyn wird, werden zwey Lager gebildet. General Graf Wallis ist Sonnabends zu Kehl angekommen. Er hak alle Posten besucht und rollte Sonntags NachtS in Offenburg schlafen. Zu Wlllstädk sind 1450 Mann mir 6 bis 8 Kanonen und 60 Kanoniers angekommen. Das ztc Bataillon des Infanterie-Regiments Erzh. Ferdinand kam den rten Iuly, das Obrilien Bataillon des ntwlichen Regiments den zten Iuly und ein Bataillon des Infanterie-Regiments Iallachich den bien Iuly in Freyburg an. Das zie Bataillon des Inf. Regiments Giulai soll gestern dafelbst einmarschirl lcyn. Das Dragoner-Regiment König wird kiN 25. Iuly erwartet. In den oberrheinischen Kreis soll oas Leib- Bataillon des Inf. Regiments Mrtrowsky den c-lcn, das Ovristen Bataillon des nämlichen Regiments den uten, und ein Inf. Bataillon Warasdiner den 29. dieses Monats eintreffen. — Das preussische Husaren. Regiment von Eben marfchirte den isten Iuly vurch Giessen; der zweyte Prinz von Preussen war dabey. Den folgenden Lag erwartete man den Herzog von Vraunfchweig. Der Herzog von 'Weimar und Landgraf von Darmstadl waren schon da. Die prcustsche Truppen-Colonne, die aus Böhmen kommt, Halden isten Iuly den fränkischen Kreis betreten. — Der kaiserl. Commissair hat von der Regierung in Mannheim den Durchmarsch für 42000 Mann verlangt. Man widcrsitzlc sich und berief sich auf die Neutralität; allein der Commissair erwicdcrle, baß, wollte man nicht gutwillig die Thore der Städte öffnen, würden die Truppen über die Felder ziehen. — Zu Heidelberg ist die Frldbeckerey. Sobald die Oefen gebaut sind, werde» täglich 2;,ovo Laibe Brod gebacken. Mannheim wird in guten Vertheidigungsskand geictzk. — Prinz Conde, sagt man, werde ein Lager bey Speyer auf- fchlagen. Ein Theil der Ausgewanderten, welche in Coblenz sich aushiclken, gehen ins Luxemburgische. Grrasburg, vom n Iuly. Die itzt wieder Kayserl. Truppen, haben ebenfalls ihrer Seitö, zu Kehl einen Theil der Rheindrücke abgeworfen und auf bey- den Seiten ist man beschäftigt, Rccranchements zu errichten. Vcrmuthlich werden die Kayserlichen irgendwo einen Einfall wagen; daß es aber hier geschehen sollte, wirr aus Gründen bezweifelt. In unser Elsaß, sollet, noch 20 Bataillon? Linientruppen kommen. Herr la Moriiere, Kommandant unsrer Rhein - Armee hat wegen Herstellung wenigstens in Rücksicht des Handels» Verkehrs an denKayferl General Herrn Brentano gefchrir, den, letzlrer aber noch nicht geantwortet. Holland. Haag, vom zo. Iuny. Die Bewegungen der Franzosen an unsrer Grenze fangen a», die Gencral- staaken aufmerksam zu machen und einige Sicherhrits- unb VorsichiSmaasregeln zu veranlass«. Unter andern hak eine Fregatte Befehl erhalten, an der Küste von Seeland und auf der Hohe von Dünkirchen zu kreu. zen, um auf die in dortiger Gegend stehenden fran- zöstschen Truppen ein wachs-mes Ang zu haben. Ferner sind einige Bataillons in Seeland angewiesen wor, den, sich bereit zu halten, um auf den ersten Wink marschieren zu können. Auch werben Schiffe zu schien, nigerer Transportirung der Truppen ausgerüstet, wie dann zu Bergenovzoom schon wirklich 42 solcher Schiffe zu diesem Endzweck beysammcn sind. Endlich scheint auch dir vor k>rzun geschehene Abreise des Herrn Erb« stallhatterö nach Breda keine andre Absicht zu haben, als um «m Fall der Noch sogleich an der Grenze zu siyn und alle erforderliche Vcrthcidlgungsanstalte» un« verzüglich treffen zu können. Vermischte Nachrichten. Wunderbar! der rgte Iuly dieses Jahrs wird ein merkwürdiger, in Emopcns polinschem System Evoche machender Tag werden, dem röm, ch-deuischen Reich durch König Franz reö 2tcn Krönung zum römisch, deutschen Kauer gewiß höchst erfreulich seyn. Wie sich dieser Tag in Frankreich, hauptsächlich zu Paris, endigen wird, ist um so nichr Eurovcns allgemein gespannte Erwartung, da der König von Frankreich der Nationalversammlung schriftlich erklärt hat, Er wünschte sich, mit dem gesetzgebenden Corps auf das Bundes-Feld zu begeben, um der erhabnen Feyer dieses Tags (den iglen Iuly) bcyzmvohnen; den Franken den Eid abzunchmen; zwischen den beyden Hauptgkwalren, der gesetzo,ebenden und ausübenden die vollkommenste Ucbereinstimmung noch mehr zu befestige» und nochmals eidlich zu dethruren, die Con» stikittloii oder den neuen Codex der Rcichsgewtze gegen all: innere sowohl als äußere Feinde zu handhaben. Die Nsuonalversammlang beschloß aber noch mchts auf diese königl. Erklärung, da das Wort: Avnehmei» (des Eids) als constitutioiiswidrig angeiehen wurde. Polen bedauert itzt, Preussen die Städte Danzia und Thor» nicht überlassen zu haben, da cS itzt auf dessen Freundschaft und Veystand zählen könnte.