Montags Mit Hochfürstlich - Markgräflich - Badischem gnädigstem Privilegs». --r»--- Römisch Deutsches Reich. erforderlichen Fall, seinen treuen und wohlgemeinten Wiener Hofbericht, vom 24t«-« August. Rath mitzutheilen, forlfahren. Des Fürsten StaatskanzlerS Entlassung wird fol- Wien, vom 24 Aug. Obschon man die Grafen gendergestalk angekündigt: Der Kayserl. König!. Haus, von Codenzck und Metternich, bereits als die würdig- Hof-und Staalskanzler, Herr Fürst von Kaunitz-Riet, sten Kompelencen,um den hohenvosten eines Hof-und berg, hat, zu wicberholtcnmahlen, dey des KayscrsMa, Slaatskanzlcrs nennt, so »st cs doch bcyuahe zuoerläßig, jestär die schriftliche und mündliche Bitte eingelegt, von daß diese Stelle bis zum Absterben des Fürsten von der ferner» Besorgung der Haus«Hof - und Staats, Kaunitz nicht besetzt werben wird, indem sich dieser wie auch der Niederländ . und Italienischen Geschäfte stets rastlose Minister ans Ansuchen des Monarchens enthoben zu werden. Se. Majestät, ungeachtet Dero ausdrücklich erklärt hat, in den wichtigste» Slaaisge, herzlichen Wunsches, einen Minister von soverchrungs» schafften noch ferner milzuarbeilcn und nur die gewürdigt«, Eigenschaften und so erhabnen, in ganz Eu- ringern Staatsgeschäften dem Vicestaatskanzlcr Gra, ropa bekannten Verdiensten, in der vollen Anttsaktivi. fen von Cobenzel übertragen worden sind. Traurige Nachrät dcyzubchalten , haben gleichwohl dem sehnlichen richten erhören wir um so mehr aus den türkischen Gren- Vcrlangen desselben endlich und dergestalt nachgeben zen, indem dir Pest in den dortigen Gegenden so weit zu sollen erachtet, daß AUerhöchstdensclden Vorbehalten überhand genommen Hst, daß täglich 120 Personen bleibe, den weisen Rath des ernannten Herrn Fürsten sterben. Dieser Umstand-greist auch bereits unser» An- als Staats - und Konfercnzministers in den wichtig« theil an, so, daß sich an den umgrenzenden Ortschaf, sten innerlichen und auswärtigen Geschäften auch künf« ten bereits mehrere Familien der Rettung wegen flüch- tighln zn vernehmen. Da nun Herr Fürst von Kau« tig gemacht haben. Es ist daher wegen Befürchtung niz - Rieiberg nach seinem durch mehr als ein halbes der Verbreitung der strengste'Kordon gezogen worden. Jahrhundert der Wohlfahrt der Monarchie gewidme- Trier ,'vom 26 Aug. In der Bcrgfestung Longwn ten ruhmvollen Diensteifer diesem Vorbehalt Sr. haben die kdnigl. preußischen Truppen 1820 Mann Majestät zu cutsprechen sich willfährig erklärt hat und zu Gefangnen gemacht und» sind solche nach Luxcm- zu dem Ente in der ununterdrochuen Kenntniß der bürg transporlirt worden. Ausserdem hat man 7r Geschaffte erhallen werden wird, so haben Se. Ma- metallne Kanonen, die aber nur von 45 Artilleristen jestäl zugleich weiters für Mit befunden, die unmttlek- bedient wurden, in der Festung gefunden. Den 24. bare Leitung der auswärtigen Staaksgrschäffte und der Aug. Morgens hat der französische Kommandant für beiden Derwriemntte der Niederlande und , der Lombar. gut gefunden, sich zu ersäufen. Den nemlichen Tag ist Lcy, dem Herrn Grafen vonKobeuzl, indessen bisheriger die königl. preußi»che Armee aus der Gegend von Et-aenaaft encs Hof-uno Staats-Vizekanzlers Longwy und Cheniercs ausgebrvchen und vorwärts giindiasi i» üoerkragen. Fürst Kauniz wird mit marschiert. dem ichenslangliche» Genuß seiner ganzen Besoldung Trier, vom 27. Aug. Nachher Einnahme von von Zoovo ß, bltiden und dem Menarchen in jedem Longwy sind dir preussischen TnWen berrttsdiö vor ( 56k MsntmM vorgerückt. D 2 unter des Generalfeldzeug, Meister Fürsten von Hohenlohe Kommando stehende Kayser! König!. Armee von zü,ooc» Mann ist itzt in unsrer Gegend auf dem Saar - Gau ohnweit der Ab- tey Mettlach gelagert. Man vermutbet nicht ohne Grund, daß es auf Saarlvms angesehen scy, denn den gestrigen Tag hindurch bis an den Abend hat man hier stark kanoniren gehört So eben verlautet ganz sicher, Saarlouis scy gestern Abend erobert worden. Die nähern Umstände nächstens. Niederrhein, vom 27 2lug. Der Herr Ritter von Bertrandy, vormals Kommandant von Rodemachen, hat, mit Genehmigung deS Königs von Preussen und der französischen Prinzen, wieder Besitz von diesem Platz genommen unv wurve so wie dcrtreu gebliebne Pfarrer, HerrErnings von den Einwohnern mit vielem Vergnügen aufgenommen jedoch hak derselbe nachher dieses feste Bergschloß neuerdings vcrlasien müssen. Zwepbrückcn, vom Z0 Äug. Die Armee unter Vermal Kellermann hat das Lager bey Weisscnvurg verlassen und kommt heute in der Gegend von Busch an. Nun heißt eS, ThionviUe scy auch erobert und der König von Preussen wirklich schon zu Toul, um an der Svize seines Kricgsheers nach Paris zu gehen. Fortsetzung des in No. 105. abgebrochnen kaiserl. königl. und königl. preußischen gemeinschaftlich erklärten Nanlfests gegen die französische Re. volmion. Die Vorsehung, deren Weisheit mitunter, zur Belehrung der Weit die berechnetsten Entwürfe scheitern macht, wollte nicht, daß ein so gerechtes, so gesetzmäßiges, dem Wohl Frankreichs so zuträgliches Unternehmen gelingen sollte. Eine verrufne Stadt, de« ren Name die Nachwelt nur mir Abscheu aussprechrn wird und deren gerechte und schreckliche Bestrafung allen rebellischen, eidbrüchigen Städten, dir thörizt genug scyn werden, sie nachzuahme», und die Freyhett ihrer Souveraine anzutasten, zum warnenden Bevspiel dienen wird; diese Stadt hatte bi« Kühnheit, ihren König gefangen zu nehmen. Zwar konnte dieses Hinderniß durch ein Zeichen gehoben werden, aber es hätte Blut fließen müssen und seine allerchristiichste Maiestär haben bey allen Gelegenheit gezeigt, daß sie lieber ihr eignes Leben opfern, als das ihrer Unler- lhanen aufs Spiel setzen wollen und der Lohn dieser Güte, dieser Großmulh, dieser Seelengcöße war, zu- rückgeführt zu werden, mitten unter lausend Belcidi, gnngcn in seine Hauptstadt, sich daselbst gefangen geftzk zu sehen, gleich als ob rS eine Macht in der Welt gäbe, die das Recht Härte, einen dergleichen schrecklichen Ausspruch zu thun. Kurz, in die Alternative gebracht zu seyn, vom Thron fteywiSiz herabzustcigen, ) ... das ist, zu wählen zwischen einem Bürgerkrieg, welcher Frankreich zu einem weiten Grab gemacht haben würde, oder zwilchen eink Konstitution, die von einem ver- ächtlichcn Haufen Meineidiger ohne Vollmacht selbst, ohne Freyhett, mitte» unter Dolchen, Brand und den Explosionen der Anarchie und der Empörung m die Feder dikttrk war. ES gewann das Ansehen, als würde der grössere Thell der französische Nation, geschreckt von den Uebela, die sich zusammengezogen, zu gemäß'gier» Grundsätzen zuruckmkehren und die Nothwendigkeit erkennen , die einem grossen Staat einzig angemessene Form zu Hanl», haben und dem Thron «eine Würde und ss,nrn Ein« ßuß, die ihm in monarchischen Staaten zukvmmen, wieder zu verschaffen. Seine Kayierlicbe Majestät wa. ren freilich durch diesen Anschein nicht gänzlich beru« higt, aber es war ihr Wunsch, baß die mtt ihnen vereinigten Mächte noch einen Aufschub versuchen möch- ren, bevor sie zu den strengen Maasreqeln schritten, wozu sich itzt alle Mächte gedrungen sehen. Unterdessen verließ eine ausserordentliche Anzahl treuer Franzosen ihr Vaterland, wo sie die Gegenstände oder doch die Zeugen grober Vergehungen gewesen wären unfruchtlos bey furchtsamen oder bestochoen Richtern und bey Gesetzen, die zu ihrer Unterdrückung gegeben waren, Zuflucht gesucht hätten. Gehorchend der Stimme der Ehre und der Treue flohen sie zu den des Kö. nigs Brüdern und den Prinzen vom Geblüt, die ebenfalls, gleich ihnen, zur Auswanderung gezwungen wor. den waren. Eine neue usurpuende Versammlung, di« ihre Ambition darein zu setzen schien, die erster« an Exzessen zu überlrcffen, wagt' es, Seine Königl. Majestät noch verwegner zu behandle,,, seine Kerlen zu beschweren, dl« almählig entschlummernde Thäligkeik der populairen Gefahren uv, den Thron zu vervlelfäl» ligen, sich über die von auswärtigen Fürsten den Ausgewanderten erwiesene Gastfreundschaft herauszulafse» und ällr Svuverains Europens mit einer unerträglichen Kühnheit zu behandeln. Ungetreu ihren eignen Gesetzen, bcr vorgegebnen Verzichtleistung auf Erobrun- gen, besetzte sie Avignon und das Bißthum Basel bolh mehrern Deutschen Neichsständen für ihr heiliges Eigeinhumsrechi auf ihre Besitzungen im Elsaß und Loihringen eine willkührliche Entlchädigung an Geldern und fand sich noch wohl gar beleidigt, daß die Polizey in den benachbarten Staaten ihren mordbren- nenschen Schriften den Eingang versag!, wie auch ihren ansgeschickten Propagandisten der Revolution, di« allenthalben cinhergeschickt waren, um die Völker zu verführen, das E'gcnthuwsrccht zu beeinträchtige» Könige zu entthronen und alle Religion zu vertilgen. Immer verwegner, da sie ungestraft blieb, bestärkt c 569 ) durch dir Mäßigung der benachbarten Fürsten, schmiedete diese Versammlung in ihrer Raserey den Plan, dk französische Urfurpatiou und Zügellosigkeit im ganzen deutschen Reich und zweifelsohne in der ganzen Welt zu verbreiten. Ein Ministerium, zu dessen Annahme sic Se. aklerchristlichstr Majestät gezwungen hatte, ward das Werkzeug ihrer geheimen und sehr bekannten Absichten aller Volksversammlungen. Vom Wiener Hof wurden Erklärungen verlangt und mit all der Deutlichkeit, Genauigkeit uud Umständlich, keil gegeben, welche der Biederkeit und Würde Sr. «postol. Maj. des Königs von Ungarn- und Böhmen angemessen ist. So befriedigend sie aber auch in allen Punkten waren, mußten sic doch einer Versammlung und den Gesellschaften mißfallen, die den Frieden bre. chm wollten un) durch ihre Jnlriqucn, durch ihre strafbaren Machinationen den König dahin gezwungen, daß er den heftigen Eingebungen seines Ministeriums und der Versammlung nachgeben und seinen Nachbar« — Verwandten, seinem guten lind treuen Murten dem König von Ungarn und Böhmen, gegen alle Rechte, gegen die Vernunft und gegen Frankreichs klares Interesse , den Krieg erklären mußte. Die «surpircnve Versammlung schmeichelte sich, eben so wie Frankreich auch ganz Europa zu unterjochen, in dem sic die Truppen bestochen, das Volk verführen und empören, die väterliche Macht der Souverams verhaßt machen, Verbrechen befehlen und sie auf jeden Preis bezahlen, die Leidenschaften der Völker erhitzen und ihnen schnuichcl», mit einem Wort, indem sie alle politische und moralische Bande der Gesellschaften zerreißen würde. Sie schmeichelte sich besonders die Jrrthümer, welche vor kurzem noch die Belgisch. Oesterreichischen Provinzen verführt hatten, aufs neue zu beleben und zu erweitern; sie hoffte das Feue» der Empörung daselbst zu verbreiten, zahlreiche Mitverbrechcr zu finden; das reiche Erblheil der Kirche zu verwunden; die Güter des Adels an sich zu reißen; die rechtmäßige Gewalt der Stände zu ver, Nichten und wie sie es sich mit Wohlgefallen durch ihren Minister (Herr Dumourier) wiederholen ließ, das baare Geld aus den Niederlanden wegzunehmen und durch jenes Papiergeld zu ersetzen, welches ans das Geheiß der Uebcrgewalt zirkulirt, kein« andre Hypothek hat, als usnrpirte Güter und dessen Mißkredit in seinem eignen Land, seine Unrechtmaßigkcit hinlänglich bezeugt. Auf diese Art hoffte sie die Misscthaten ihrer Satelliten und dieThätigkeil ihrerUnruhe stiftenden Patrioten mit dem Raub an ihren Nachbarn und den Rerchthümern eines arbeitsamen Volks zu bezahlen. Auf diese strafbare, in den Augen aller Naiionen abscheuliche Basis gründete Ke also ihre Wünsche für den Krieg, ihren Plan zu Me« WHMA und wünschte sich Glücks dt« Vor, schlag dazu von einem billig gesinnten Monarchen zwungen zu haben, dessen ganzes Leben seine Gerech. tigkeilslicbe — ftine Treue gegen seine Murten und seinen aufrichtigen Wunsch für EncopenS Ruhe beweißk. Allein der Triumph der Versamnrlung war von keiner Dauer. Die Vorsehung segnete die Waffen eines un, rechtmäßiger Weife angegriffnen Monarchen und rächte einen König an seinen rebellischen Truppen, die ihn in Paris gefangen hielten und demnach gegen seine Alliirten in seinem Namen zu streiten kamen. Die Armeen der fvanzösischen Anführer, welche zu Tournay und Wons zurückgcschlagen; zu Florcnf und Glifnelle überwunden wurden, magren einen Einfall N, daS offene und vertheidigungSlose Flandern; sic wäre« aber bald genöthigk, dasselbe zu verlassen und lehrten die usurpi- rcnde Versammlung, daß Se. avostol. Maj. beherzte Soldaten und treue Untcrthanen hätten und dieser rebellischen Armee und ihren Projekten nun nichts übrig blieb, als die Schaam, sic geschmiedet zu haben; die Schande, in ihren Bürgern Gefangne zu sehen und der Schimpf, zu Kourlray die Wohnungen und das Eigenthum von zoo Familien - über die man kerne Klage halte, ohne Interesse, ohne Ursache und sogar ohne allen militairischen Vorwand verbrannt zu haben. Allein dieses vereitelte Vorhaben der usurpirenden Ver, sammlung wurde durch ein andres Vergnügen ersetzt. Gegen den förmlichen Innhalt ihrer eignen Gesetze, ohne Rechtserfahrne, ohne vorhergcgangne Untersu, chungen, ohne sie selbst noch jemand an ihrer Stelle zu hören, danckte die Versammlung ungerechtcrwcise eine tadellose Garde ab und entfernte sie vom König; aus allen Provinzen riefsic Räuber zu Hülfe, von jenen nur aüzuberüchtlgten Räubern, deren Rul-m den entferntesten Jahrhunderten noch ein Denkmal der Schande styn wird; und als hätte sie ihre Machtund die Energie der Bos, heit ihrer Sachwalter prüfen wollen, ließ sieden 20. Juny 1792 den Zufluchtsort des Königs verletzen und würde die größten Verbrechen haben vollenden lassen, hatte die Mai. des groscn Monarchen und seine Tugenden und Standhaftigkeit die Rotte der Mörder nicht geschreckt, bereu Aerme geleitet und bezahlt waren. Ganz Frankreich, das man «ach der Gerechtig. keit von den Anführern unterscheiden muß, empörte sich vdll Abscheu gegen diesen verruchten Tag und per, verlangte, daß man die Schuldigen bestrafe; der aber, welcher sich, das Verbrechen zu strafen, wei, gert, ist selbst und allein strafwürdig und Europa wird sich in den Uctheilen solcher gewaltthärigen Verletzten, gen nicht irren. Dieses zeigt also, die französische Revolution ungerecht und unrechtmäsig in ihren Grundsätzen, abscheulich in ihren Mitteln und Un- glückverbreitenb in ihren Wirkungen. ( 87» ) Ähre Kayserliche urid Königliche Majestäten, die sich »u Ecsüllung ihrer wechselseitigen Verbündungen bewogen sehen, indem sie die Menschheit von so vielen Un-> thaten defreyen, haben die Revolution in ihren Ver« hälrnissen betrachtet. i) mit Sr. allcrchristlichsten Maj. persönlich, s) Mil der französischen Nation. 3) Mil Deutschlands Fürsten, welche Besitzungen in Frankreich haben, 4) mir der Ruhe von Euro-pa und dem Glück aller Völker. ^ (Die Fortsetzung folgt.) Oesterreichs Niederlande. Merzig an der Saar, vom LZ Aug. Die bey Landau gestandne hohenlohifche Armee rückte ganz un- vermuthel über Zweybrücken, Lehcbach, Losheim den 22. und rz. dieses hier zu Merzig ein; die erst« Kolonne führte Fürst von Hohenlohe selbst, die zwcyle Graf d'Alton, die dritte Graf von Wallis; hier war das Hauptquartier, linker und rechter Hand der Stadt waren die Truppen gelagert, die den 24. und 25. dieses über eine Schiffbrücke ihren Marsch auf Remich an der Mosel foctsetzlrn, wo sie sich an die vereinte Armee angeschlossen haben. Die ganze ho, hcnlohische Armee wird auf 36,000 Mann angegeben. Heute zwischen 5 und 6 Uhr Hörle man ein ganz ausserordentliches Kanonieren aus der Gegend Luxemburg. In einem vorgefaklncn Gefecht, wovon man noch keine nähern Umstände angeben kann, wurde ein französisches Kavallerie-und ein Infanterie Lmienrcgi- ment von den Ocsterreichern hinter Luxemburg, so mitgenommen, daß beinahe alles zusammengehauen wurde. Brüssel, vom 26 Aug. Vorgestern am Ludwigs, Fest hielt hier der Erzbischofs von Rhemis in der Kirche Kaudenberg ein feyerliches hohe Amt, wozu alle sowohl Ausgewanderte, als von jeher hier anfäßige Franzosen eingeladen waren; rührend erinnerte man sich dabcy seines unglücklichen Königs und flehte für seine Befreyung. Auch General la Fayelte, der sich vielleicht eine bessere Aufnahme versprochen hatte, be- klagte sich über verletztes Völkerrecht; er behauptet, er fty itzt, da man ihm fein Kommando genommen, eiichr mehr als Kriegsmann zu betrachten, sondern gehöre wieder zur Bürgerklasse und als Bürger steh es iym wie jedem andern frcy, hinzugehen, wo eS ihm beliebe. Brüssel, vom 27 Aug. Vorgestern wurde Gene, ral (a Fayetle mit den Gefährten seines Unglücks hier rmgebracht. Wahrscheinlich kommt er von hier in die Hnlwerper Citabelle. Wem und Menin sollen befestigt werden , um Westflandcxn gegen necke feindliche Einfälle zu fchüzcn.Den iy. dieses früh hatGeneralDümou» ritt einen Versuch gemacht, Tonrnay zu überrumpeln; er wurde aber mit einem Verlust von 47 Takten, vre. len Verwundeten und 27 Gefangnen zurückgcschiagen. Ein ähnliches Schicksal hatten die Franzosen den 22. und 2Zten dieses, wo sie unsre Vorposten bey Mons angrjffen. Brüssel, vom 28. Aug. Vorgestern um halb a Uhr Morgens traf der als Eilbote vom General, Grafen von Cwirfait, an Ihre König!. Hoheit, die Fra» Gouvernantinn gefertigte Adjutant, Prinz v. Schwarzenberg, mit der Bothschafc hier cm, die Festung Longwy fty von dem Korps d'Armee, unter dem Kommando gesagten GenemlS, am 23. erobert worden. General Graf von Clairfait ließ den 21. seine Armee bey Longwy vorrückcn und gleich einige Batterien auf, werfe», welche die Belagerten durch ihr anhaltendes Feuer in der Nacht vom 21. auf den 22. unbrauchbar zu machen trachteten; da die französischen Konstab, ler aber ihre Kanonen übel gerietet hatten, so war ihr Versuch fruchtlos und bey Anbruch des Tags spiel, ten unsre Batterien auf die Stadt, die zu verschicdncn malen in Brand gericlh, aber auch von den Bela. gerten gleich gelöscht w,ir"e. In folgender Nacht fieng bas Feuer aus der Festung von neuem an, gleichwohl ohne Wirkung und man erwiederle dasiclbe sehr lebhaft. Inzwischen fertigte der Herr General einen Trompeter ab und ließ den Kommandcmirn zur Ucber. gäbe auffordrrn. Auf seine a'oschtäg'.ichr Antwort machte man sich gefaßt, der Stadt näher zuzufctzen; die Belagerten aber verlangten zu kapituliren. Die Bedingungen waren: baß die 12 dis izoo Mann aus, machende Besamung mit den Kncgsehren ansziehen, das Gewehr auf dem Glacis der Festung strecken und die Freiheit haben sollte, in das Innere des König, reichs sich zurück zu begeben, mit der Ansage, wäh, rend gegenwärtigem Krieg nicht mehr zu diene«. Man beschäftigt sich nun, das Jnventarium von der in die Gewalt der kombmirtcn Armee gefallenen Artillerie, Munition, Bomben rc. zu machen. Der Landgraf von Hcsscnkassel ist mit seinen 6000 Mann Hesse» (womit er Kraft einer mit dem König von Preußen zu Koblenz den rb. und Mlhelmsdad den zi Julius voUzognen Verbindung auf eigne Kosten zu der Preußischen Armee stößt) den 22 August durch Trier im Lager zu Traverne bey Saarburg eingetroffcn. Namur, vom 29 Aug. General Lafayette und die übrigen in seinem Gefvlg gewesnen Officiers sind heute unter Major Paulus und eines starken Detaschc« mcnts Hnssarrn Begleitung nach Nivelle gebracht worden. Man sagt, G^yeral Lafavctle wäre Willens, wofern er seine Freyhcit wieder erhält, nach Anittil« zu gehen, ws er ansehnliche Güter besitze. ------- c 4 Frankreich. Nordarmee (Lamoy, Vorposten zwischen Lille und Tournay) vsm 2Z Aug. Nach gcenvigler Patrouille zeigte sich diesen Morgen ein Hussar. Man sandte aisodalb erne Compagnie ab, um zu sehen, was vorgehl. Sie stieß auf einige Jäger, auf die sie feuerte und auch mulhig zurücktrieb. Wir verfolgten dieselbe bis zur Rcchiner-Mühle, einem Vorposten, den sie verließen, nachdem sie 5 bis 6 Mann verlohrcn halten. Da »vir uns hierauf auf des Commandanten Befehl wieder zuruckziehcn wollten, sch-ckle der Feind shnge- fahr ho Husaren gegen u,is, um uns zu beunruhigen. Wir ließen sie uns näher»; mehrere von ihnen wurden Hierauf verwundet und einer gcködiet. Im Dorf Tou- fiers, eine Halde Stunde von unserm Vorposten, bis wvhm uns der Feind verfolgte, wurden z Tyroler. Jäger gelobtet. Von uns wurde niemand gelobtet; nur der Uiitcrliellkliant Antonis bekam eine Kugel in der linke Schulter. Aus dem Lager von Vau, bey Mouzzsn, vom ri. Aug. Hr. Dhangest hat feit General Lafayelte's Flucht cmstwcilc!, das Kommando über die Armee. Er besitzt den Grad eines Marschalls de-Camp und ist Kommandant der Artillerie. Aus dem Lager von Fontoy, den 22. August. Den lyten gegen 2 Uhr Morgens griffen die Preußen unfern Vorposten an; um 6 Uhr war alles handge» mein. Bald nahm die feindliche Reilcrcy durch unsre Artillerie zerschmettert und zerrüttet die Flucht. Zwey Schwadronen von Conly, unterstützt durch die Jäger zu Pferd, verlhcidigtcn sich mit größter Unerschrockenheit gegen iz preußische Schwadronen. Ohngeachtct auch wir einigen Verlust erlitten haben, so ist er doch viel geringer, als der deS Feinds, dem unsre Batterien viele Leute löbtcten. Wir zählen 202 Todtc. — De» »osten Morgens mußten wir wegen einer plötzlichen Bewegung des Feinds, dessen Anzahl man auf 20,000 Mann schätzte, aus unserm Lager rücken; General Luctner ließ uns aber bald wieder einmarschieren. Die »vn ihm an die Armee gehaltene Rede machte starke» Emdruck auf dieselbe. Er sprach zu den Soldaten: »Kameraden, Freunde! Ihr wißt, was sich in Paris zugctragen; Empörer wollen den König vom Thron stoffen und uns einen neuen Eid verschreiben. Ich erklär' euch, daß der König das höchste Oberhaupt -er Armee ist; daß ich alle meine Gewalt von ihm erhalten habe. Meine ganze Gewalt hat also ejn Ende, so bald kein König ist. Die Nation ist souveram. Ihr könnt machen, was ihr wollt; aber ich versichre euch, daß ich nie einen neuen Eid schwören und euch verlassen werde, sobald man ihn von mir fordert.« Arlon, vom 25. Aug. Den 20. dieses erschien die 71 ) - - — kombinirte Kaiferl. Königs, und Königs. Preußische Armee auf 2 Anhöhen Longwy gegenüber und fchlu; ihr Lager dreyviericl Stund von gesagter Festung auf. An eben dem Tag stellte sich der Preußische Vorcrab zur Linken der Armee. Das aus 1500 Mann beste« henbe Hussarcnregiment Wolftad, so eine» Theil de- Vortrabs ausmachte, entdeckte das in Schlachtordnung stehende Jägerregiment Lothringen zu Pferd, welches von z in dem Gehölz versteckten Bataillons Infanterie unterstützt war. Die Huffaren stürzten mit sol. cher Wuih auf die Jäger, baß sie ihres Widerstands ungeachtet, zum Weichen gciiöthigt worden, nachdem sic 700 Mann eingebüßt hatten, davon 500 tsd.k auf dem Wahlfeld blieben, die übrigen aber verwundet und zu Knegszcfangncn gemacht worden. Die Hussare» haben 24 Mann eingebüßt. Tags darauf wurde Longwy zur Uebcrgabe aufgefordert. Dastger Kom» Mandant, Herr de la Vergne, antwortete, er wollte sich bis auf den lczten Mann vertheibigen. Nach dieser Antwort griff man in der Nacht vom 21. auf de» 22. die Festung an. Die Bomben zündeten viermal in der Stadt; allein der Regen unterbrach den 4 Stunden angehaltnen Angriff. Den 22. wurden Schanzkörbe und Faschinen gemacht; die Stadt aber' ergab sich noch an demselben Abend und der General, Graf von Clairfait Unterzeichnete die Kapitulation de« 2z. Abends. Gestern brach er aus feinem Hauptquartier nach der Stadt auf und um halb 5 Morgens ließ er durch seine Truppen die Posten besetzen. Alsdann versammelten sich das Infanterieregiment Angoulemr» ein Detaschcment von Lauzun Huffaren und dir Ra- tionaigarve auf dem Markt und zogen aus der Stadt in Ordnung, streckten das Gewehr vor dem Thor, legten ihre Flinten, Säbel, Patrontaschen «nd die Nationalkokarven ab; die Huffaren ließen auch ihre Pferde zurück. Diele entwaffnete Mannschaft zog vor 2 Preußischen und 4 Oesterreichischen Bataillons» welche in Reihen stunden, ab, wurden nach Fonts» und von da weiter in das Innere des Lande- zurück- geschickt. Die Bürgerschaft in Longwy schien mit der Befreyung von der patriotischen Nation ziemlich zufrieden zu scyn. Um 7 Uhr Morgens rückten die beyden Ksnigl. Prinzen von Preußen ein. Die nunmehrige Besatzung zu Longwy besteht zur Hälfte au- Preußischen und zur Hälfte aus Oesterreichischen Trup« pen. Durch eine aus der Stabt geworfne Bombe ist rin Preußischer Unterofficicr getödtet und 4 Konstabler verwundet worden. Metz, vom 26 Aug. Gleich nach der Einnahme von Longwy hat der Herzog von Braunschweig die Belagrumg von Tbionville anfangcn lassen, während L. von) Einzelne Bauschriften. 2 Theile Mit Kupfern. 8- Frkst. 1792. 4 fl. zo kr. — — (F L- von- Technologische Werke. 5 Thri- ^ ft mit Kupfern. 8. Giestn 1^91. 4 fl. zo kr. Lomödien. Der Papagay. Schauspiel IN z Akten von Kozebue. 8. Frkf. und Lcipz. 2792 »8 kr. — — Die ekle Lüge. Ochamo »1 i Akt von Ko- zebue. Fortsetzung v. Menschenhaß und Reue. 8-Zrks, und Lpz. 1792. !L k. Geographie von Frankreich, nach der neusten Cinthti«- lung dieses Reichs mir einer Charte, z. Frkst. 1792. 48 kr. Herchenhan (I. C.) Geschichte der Entstehung, Btt« düng und gcgeiuvärtkgen Verfassung des Kayserk. Reichchvfraths. 1. Thl. g. 8- Mannheim 1792. z - Zo kr. Jakobi Versuch eines Plans zu Errichtung eines Arbeitshauses in der fteyen Reichsstadt Achen. 8. Düs« seldorf. 1791. 40 kr. Lieder der Schwedischen Heerscharen, herausgegeben» von einem Verehrer des großen Gustavs. 8- Frf. 1791. zo kr. Te on l» Nonarciiis kran^lse rekahlis tlans les loix primitives et. conllitutipnelies. s^vea tsbleaux et planekes. Zr. 4. 1792. 2 Ä. Lexicon Geographisch « Statistisch « Topographische- von Schwaben. 2 Theile. gr. 8- Ulm 1792. 4 fl. go kr. Mauchart (I. D.) Allgemeines Repertorium für empyrifthe Psychologie und verwandle Wissenschaft ten. 8. Nürnberg 1792. i fl. zo kr. Nahuys (A. P.) chymjsche Abhandlung von der Entstehung des Wassers, gr. 8- Wien 1790. i fl. z6kr Overbecks Lehrgedichte und Lieder besonders für zun» ge Knaben von deßrcr Erziehung von 6 — 12. Jahren. 8- Lindau 1792 W kr. Reisen Lesseps vom Kamtschatka nach Frankreich, alldem Französischen von Villaume. 2 Theile mit Charten. 8. Riga r fl. 48 kr. Reise eines Marsbewohners auf die Erde. 'Zur Zeit der Wahl und Krönung LeopoldsII. zum deutschen Kayftr. 8. 1791. i fl. 15 kr., Rosemanns Sraatsrecht des Königreichs Ungarn, nach der heutigen Versüßung dieses Reichs t>c«r. beitet, gr. 8- Wien 1792. 1 fl. iz kr.- Röchlms (I. G ) Lchreiche und angenehme Hebungen des lateinischen StylS, für obere Klassen. 8. Frankfurt. 1790. 45 kr. Diro für Untere und Mittlere Klaßen. 8. Frans. 1789. 4 Z kr. Reift (eine kurze) in Wcstindien. 8- Mannheim 1792 48 kr. — __ Zu den Moriaken, mit Kupfern, gr. 8. Lau, sänne. 48 kr. Slömer (F. A.) Biblische Geschichte zum Gebrauch bcym Unterricht der Jugend b> sonders in öffentlichen Schul.n. 8- Aks. 1791. 24 kr. I^ui'us irij-euü Üc vorborum. 12. ^r^eMo- ruti. 1792. ao Irr. Snell (F. W. D) Darstellung und Erläuterung der Kauilüeu C-tt-ck. 2. Tht. g. 8. Maunhum 1792 I fl. 12 kr.