Rro. m. M. 599. Larlsruber Zeitung. Zreytags den » 4 . September - 792 . Mit Hochsürftlich. Markgräflich . Badischem gnädigsten privilegis. Römisck, Deutsches Reich. Wien, vom i Sept. D-r Fürst Esterhazy, Welcher rin Corps in Vocderöstcrrcich komman. dirr, hat in verwichner Woche ein gedoppeltes Unglück gehabt. Den 2r. Aug. schlug der Donner in das schöne Schloß zu Eisenstadt und legte den größte» Theil davon in die Asche. Tags nachher zündete der Blitz sei» Schloß zu Hornstein und rS brannte nebst dein ganzen Ort ab. Neulich wurd' ein groser Kricgsrath hier gehalten und Tags nachher mehrere Staffelten in vcrschiedne Provinzen der Monarchie adgesandt. Die 10,200 Kroaten, welchen der Befehl, fich zum Aufbruch fertig zu halten, geworden, sind itzt befehligt, mir möglichster Eilfertigkeit zur Kayserl. König!. Armee im Vreisgau zu marschircn, zu welcher ehestens noch verschiedne Corps fremder Truppen stoßen sollen. Berlin, vom i Sepr. Der rußische General cn Chef, Rcichsgras von Elmpt, ist aus Riga hier an. gelangt. Die rußischcn Generäle Fersen und Mcllin marschircn mit einem Korps Russen von izooo Mann aus Pohlen nach dem Rhein, um gegen die Franzosen zu fechten. Wien, vom 2. Sept. Heute Vormittag geschah die feycrliche Einführung des von Sr. itzt regierenden Kaiser!. Majestät bestätigten Reichshsfraths durch den Odristhosmeistcr Fürsten von Slaremberg, in dessen Hände der Herr Präsident Graf Uebcracker den Eid der Treue abicgte. Gleichen Eid legten demnach die Herren Rcichshosräihe in die Hände des Herrn Präsidenten ab. Dieses höchste Reichsgericht war gerad 6 Monate hindurch verschlossen. Auf die hier angelangle Nachricht von Herrn Lafayettc's Gefangennch- mung ist von Seilen des Hoskricgraths dem niederländische!! Generalkommando der Befehl zugeferligt worden, denselben wohl zu verwahren, aber auch gut zu behandeln und sich zn bemühen, alle mögliche Aufklärungen über den Zustand der französischen Armeen sowohl als Festungen, wovon er natürKcherweis die beßre Wissenschaft hat, vsn ihm zu erlangen. In dem Mailändischen hat sich eine grosse Hyäne, die mrmulhlich aus den Schwcheralpen gekommen ist, sehen lassen und bereits zi Personen, mehrenthM Kinder, theils ganz umgebracht, theils zerfleischt. Da die bisher auf dieses Thier gemachte Jagden ohne Erfolg waren, so sind auf Befehl des Hofs ioo Dukaten Prämium für denjenigen ausgefczt worden, dem es glücken würde, dieses schädliche Thier zu erlegen. In Ungarn haben die Werbungen »Schimmer, wie vorhin, ihren starken Fortgang; auch sind mehrere Grenadier und Füsilier-Bataillons auch Kavallerie.Regimenter beordert, sich auf den erstes Wink marschfertig zu machen. Regensburg, vom 5 Sept. Der Grund der späten Erscheinung eines Kaysirl. Kommissionsdekrets wegen der französischen Angelegenheiten sollen die dazwischen gckommnen Vorgänge in Paris vom raren Aug. siyn, indem dieselbe gerade zn der Zeit, als man Nachricht davon erhielt, hier eingetroffen und man sich dadurch veranlaßt gefunden haben soll, vorher noch in Wien darüber anzuftagen. Wien, vom 6 Sept. Der GroSbrittanifche Hof wich lauge Zeit der Koalition aus. Herr von Sta. remberg, welcher nach Landen mit der Ankündigung der Krönung Franz II. gesandt war, hatte den Auftrag , ben Grosbrittamschen Hof zur Koalition zu bewegen. Zu gleicher Zeit wurden darüber an den Ma- driker Hof Eröffnungen gemacht. Nach vielen hin und her Entschuldigungen geschah endlich die Mörder- Scene den ro. Aug. und die Absetzung des Königs von Frankreich har die gegenseitige Politick mit einem Schlag dahin bestimmt, daß Grosbriktanieu und Spanien darum übcreingckommcn sind, folgende Punkt« zu bestimmen: r) Beyde Mächte garantircn sich ihre auswäitige und einheimische Besitzungen. 2)Allezwr. scheu ihnen vorsallcnde Zwisten und politische Zweifel sollen dis zu Frankreichs Herstellung in Statu quo bleiben, z) Sollte die itzige Koalition nicht lssnlang- lich siyn, Frankreichs Mörderfackel zu löschen, so per. binden sich beyde Mächte der Koalition beyzutreres unv alle ihre beyderkeitige Alliirtc dazu wirksam einzu- laden. 4) Veyde Mächte werden sich unterdessen waff. MN, um in, Fall drr Erforderusg gleich vky des c 6<>o ) Hand zu seyn. 5) Bey Herstellung der Ruhe, wird jede Mach! in die Koalition seine Stimme geben, wcts che Regierung am füglichsten sey, Frankre-ch von dem Unglück künftig zu schützen. Oesterreichs Niederlande. Lornick, vom Z. Sepr. Generallieutcnant Graf Baillet von Latour wollte das Lag.r von Maulde un, tersuchen und, wofern es sich thun ließ, einen Streich daraus wagen. Um i Uhr Nachmittags marschine dieMannschast in drey Kolonnen gegen das feindliche Lager und nahm seine Posten bcy Rougie nnd Bleba- rics. Bcy lczterm Ort pflanzte man 2 Zivölspsünd- ner und ließ sie mit dem dcßlen Erfolg auf die Batterien des feindlichen Lagers spielen. Die Feinde waren auf ihrer Huch und feuerten heftig von allen Batterien' allein die Unsrigcn hatten eine so gute Stellung genommen, daß die feindliche Kanonade sic nicht beschädigen konnte. Um 5 Uhr Abends zogen unsre Truppen wieder in ihr voriges Lager und der Feind wagte es nicht den Unstigrn nachletzrn zu lassen. Nom z. Generallieutcnant Graf Baillet von Latour hatte sich einmal vorgenommen, den Feinden eins zu versetzen; er wollt' ihnen die beyden Posten von Longwy und Roubaix, welche sie besczt hielten, wcgnchmcn; er befahl daher dem Obersten Freyhcrrn von Mylius, gestern gegen Abend von Menin gegen Mouvaux vorzurücken und flch von Roucrou und OUignics, wohin er eine Verstärkung, welche aus der zweiten Division von Ligne destuob und eine Kanone bcy sich führte, abgeschickt halte, gegen Roubaix zu ziehen. Herr von Mylius griff diesen Posten zur nrmlichen Zeit an, als Herr von Latour jenen von Lannoy anficl. Dieser hatte sein Korps in z Kolonnen gecheckt, diese bestunden aus einer Division von Klairfait, aus einer Kompagnie Tyrolcr Jäger und einem Korps Hussaren unter Major d'Aspre's Kommando. Herr von Latour nahm seinen Weg über Marquain, Willem, Hem und kam über die Landstraße, welche von Lille gegen Lan- uoy führt; eine Division und eine halbe Jägcrkom. pagnie besezte ein anliegendes Dorf und die Brücke von Lampampont, um die Garnison von Lille im Zaum zu Hallen und ihr Schrecken rinzujagen. Diese zurückgelaßne Mannschaft sezte sich dann nahe bey den Thoren von Lille; den übrigen Abheilungen waren ihre verschiednen Märsche und Posten angewiesen und um 4 Uhr Morgens unfehlbar mußte jeder an seiner Stelle seyn, welches aufs genaueste beobachtet wurde. Sobald Herr von Lsrour erfuhr, alle Kolonnen wären an ihrem Posten, gab er das Zeichen zum Angriff, er führte einen Mörser und drey Sechspfündner; der L Feind machte ein lebhaftes und anhaltendes Feuer und wan antwortete ihm darauf mit so gutem Erfolg, baß er nach einem Gefecht von sieben Viertelstunden die Schanzen verlassen mußce. Er warf sich in Lannoy und steckte die wc-sse Fahne aus; schon hatte Ma. jor d'Aspre's Korps eiu Thor emgesprengc. Auch Lieulcnanl MennecSdorf von Klairfait, welcher sich bey allen Gelegenhcilen besonders auszeichncl und Oderst- lieucenant Montigui halten sich emen Weg in die Stadr gchffner; man nahm die Stadr in Besitz, die noch übrige Garnison rettete sich m eine Kirche; wir mach, ten r HaiipUcule, 4 Lieutenants und 144 Mann zu Gefangnen. Oberst von Myiws hatte sich auch nach einem hartnäckigen Widerstand der Stakt Roubaix bemächtigt, wo er einen Hauptmann und ungefehr 50 Mann zu Gefangnen machten Gestern um ro Uhr Morgens haben wir dem Feind bcy Warncron 14 Schisse verbrannt: 402 Mann, welche diese Schiffe bewachten, wurden uut einem beträchtlichen Verlust zmückgefchlagen. Brüssel, vom 5 Sepr. Mehrere von Lille hier eingettoffne Personen, berichten, daselbst fty seit dem Ztcn alles im Aufstand. Die Thore von Lille seyen geschlossen, nnd jene Reisende von.da nur mit vieler Mühe weggckvmmcn. Eben läuft hier- die Nachricht ein , Obnstliculnaiit Vogelfang und Maior d'Awre hätten mit einem Trnppenkorps vom Lag--r vonMons vorgestern ein französisches Detaschnuem von ztauscnd Mann auf den Anhöhen von Roubaix überfallen und nievergemacht und die ganze Artillerie, Munitionen und Gcpäcke desselben erobert. Als eine Folge dieses Siegs, sind die Oerter Lannoy, Roubaix und Tour- eoin von dm Unftigen eingenommen worden. Frankreich. Wadern, in der Reichsgrafschaft Dachstuhl, vsm 2 Sepr. Aus SaarlouiS läuft so eben dir Nachricht ein, daß käsige Bürgerschaft rz Dep», tirte in das Lager der König!. Preußischen Armee mit Z Artikeln abgesandt habe: worunter der , das sie zu Einstellung der Feindseligkeiten von Seiten S.aarlouis alles beytragen wollte; nur bälhcn sie, die Stadt von dem Gesang der leidigen Wachteln (diese Arr kleiner mit Granaten gefüllten und aus Weiden geflochtener Bomben ist aus rem letzten Türkenkrieg bekannt) zu verschonen. Rittenhofen be^ Diebe,ihofen, vom Z. Sepr. Gestern ist die französische Prinzenarmec in Frankreich eingedrungen und hat gegen Thiom'ille über io den angrenzenden Dörfern Posto gefaßt. Uederzeugt, daß den Einwohnern vonThionvilie «„Erhaltung ihres Freyheitsbaums, den sie zu Manv'.im, einem im Ge, sicht ihrer Festung liegenden Dorf aufgepflanzt und zu dessen Beschützung si» einen Theil ihrer Batterien gerichtet hattest, gelegen wäre nahm der Marquis von Anti. ( 6sl ) champ, der dieReitercy kvmmandirt, eineAbrhcüung von 50 Mann mit sich und ließ den Baum nicderwerfen. Während dem Marsch war diese Mannschaft vielen Schüssen aus-kleinem Gewehr und dem groben Geschütz der Festung ausgesezk: allein sie macdtcn nicht die mindeste Würkung; auch der Marquis du Hallay, -er den der zivotcn adüchcn Kompagnie als zweyter Kommandant angrsteNr ist, war bcy dieser gcfahrvvl. len Unternehmung gegenwärtig. Der Frcyheitsbaum und die Freyheitsraxpe, worauf die Bauern zu Ma- noum und die Schwmdelköpfe zu Thionvitle einen so hohen Preis setzten, ist von vorgedatzter Mannschaft glücklich hier ciugebracht worden. Paris, vom 4 Sepr. Im Karmelitergebäiide, wo snt dem 29. Ang. ewige hundert unbeeidele Geistliche zusammengcbrachi worden waren, wurden eigentlich 264 dieser Unglückuchen geschlachtet; nur 12 Schul. Meister blieben verschont. Bey den meisten dieser Geistlichen fand man Karlen, die als Loftingszeichen, die. ucn sollten, worauf eine Fahne nur einem Creuz und der Jnnschrist: sichrere IN«! — ZLlus! gezeichnet war... Während der Unruhen hörte man den königl. Kammerdiener Hue das bekannte Lied: (l) Richard! 0 mein Rönig! pfciffcn und singen. Er war cs, weicher -cs Königs Briefe schrieb und, ungeachtet der scharfen Aufsicht, eine geheime Korrespondenz unterhalten haben soll. . Dieser ist itzt ins Gcfangniß, der König und die Königinn aber in engere Vcrwah. rung gesetzt worden. Aus dem Lager von Soissons wurde« vorgestern i z «rreliree Personen hier eingcbrachl; Mein, das Dd!k bemächtigte sich ihrer und crmordtte sie auf der Stelle. Wahrend Paris also zur Mör, dergrude wird, rückt der Feind immer näher. Ueberaü liimmr er daS Gerraidc weg, um. es ins. Luremdurgi» sche abzuft'ihrcn und so unfern Armeen die Lcdensmil- tcl adjuschneiden. Jnbelsen hat General Dümourier den ziten bey Mauide dem anrückcnden Feind mit wenigem Verlust 250 Manngelödlet »nd ferne Armee zusammengczvgcn, um auf St. Mmehould zu mar- schircn. General Kellermann rückt von der andern Seiie gegen Rheims zu, wohin auch Genera! Duhoux an der Spitze des Lagers von Soissons itzt aufgebcv- chen ist. Bey RhcimS sog der Vcreimzungspunkc der z Generäls scyn. Nach einem Decrek der Nationalversammlung, soll von nun an die Allarmkanone durch ganz Frankreich donnern; die Sturmglocke im ganzen Reich geläulet werden; alle waffenfähige Bürger nach den Gränzen marschiren, oder bey Lebensstrafe nie, mand dem Gang der vollziehenden Macht einige Hin» bernisse in'den Weg legen. Alle Departement« des Reichs lollcn Lebensmittel und Munition bereit halten. Die umliegenden Departement« sind bereits alle in Bewegung und man rechnet, daß itzt 300,000 Frey, willige gegen die Ebene von ChaloM im Anmarsch sittd. An dem Lager bey der Hauptstadt wird noch immer m-t mehreren tausend Händen gearbeitet und soll selige von einer Armee von Pikenträgcrn sonnwr werden. Rschcsvrls Bürger wellen mehr als 92 Ka, nonen von verschlednen Kaliflke, 5s Mörser, eine Menge andre Kriegög-wehre, als Pistolen, Piken und Hellebarden hiehcr senden; das Departement der Oise will -ovo Mann, wohl bewaffnet und eben so viel Pferde; das der Somme, 4020 Mann, 922 Pferde, Z2O Wägen, mit ihren Fuhrleuten liefern. In kur. zem wird sich demnach eme Volksmasse von 42222s Mann dein Feind entgegen wälzen; in allen Städte» und Oettern auf dem Lande befinden sich nur Wei. der und Greise. Uebrigcns fangen Minister uud Ge» sezgebcr an, das schreckliche und Gefährliche dieser kein Gesetz mehr anerkennenden Zügellosigkeit des Volks zu fühlen. Einer der erster«, Hr. Roland, hat der Ver- sammlung einen weitläufigen Brief darüber geschrieben, der nun gedruckt und an sämtliche Departements verschickt werden soll. Letztre aber haben verorvnec, das Volk durch eine feyerliche Proklamation zur Ordnung und Ruhe zu bringen. Die Verlegenheit der Versammlung ist um so größer, als zugleich täglich Nachrichten von den siegreichen Fortschritten unsrer aus, fern Feinde einiauftn. Ei» eben eingctroffner ausser» vrdenllicher Eilbote, welcher von Fort . Barraux ab- gcftrtigt worden, dringt »ns die Nachricht, General Montcsquion sey an der Spitze der Südarmee in Sa» voycn eingcrückt. Auszug eines Schreibens aus dem Lager bep Richemrnt vom 7 Sepr. Den zkcn d. Nachmittags lies unser kommanbiren» der General, Prinz von Hohenlohe - Kirchberg, di« gegen uns liegende Festung Thionville durch «inen Trompeter zum zweitenmal auffordcrn, erhielt aber gleichfalls wieder eine abschlägige Antwort. Er beschloß nun die Stadl zu bombardirrn, womit auch um Mitternacht der Anfang gemacht wurde. Die Nacht war schwarz und erst zwischen i und 2 Uhr schien cs, als ob der Donner der Kanonen die Wol. ken zerißeilr hätte, indem Sterne und Mond nach und nach sichlbar wurden. In der Eile hatte man eine Batterie aufgerichtet, von welcher man beinahe mir kleinem Gewehr auf die Werker hätte reichen können. Beinahe eine Stunde lang waren bereits unsre Haubitzen abwechselnd mit 6 und 12 Pfündern in die Fe. stung geflogen, als die Schlaftrunknen darinn endlich erwachten und unser Feuer zu beantworten «Mengen. Prinz von Hohenlohe, unser tapfrer Anführer und Vater, gieng zu Fuß ohne Begleitung in jene Batterie. Aiö er zurückkam, rühmte er den Mulh und die Unerschrs. kenhrik des Artillerie« Kommandanten Odnsteu »bn ( 6or ) Funk; Fürst Waldeck, der die Kavallerie und Vorpo- sten kommandirle, halte dieses kaum gehört, als er den Wunsch äußerte, Zeuge des braven Verhaltens dieses Odristen zu ftyn und zugleich bedauerte, seine Pferde schon zurückgesch.ai zu haben. Plötzlich er« duckte er aber das Pferd eines andern Officiers; so- Lleich schwang er sich auf dasselbe und ritt, vhnerachtet der kommandirende General ihn durch inständiges Zureden abzuhalten suchte, in die Batterie. Beim Zu, rükreiten kam eine ib vfündigc Kugel aus der Festung und riß dem tapfccn, von der ganzen Armee geliebten und geschätzten Fürsten den linken Arm ab, so daß nur ein Stumpen von ohngefehr ü Lis 7 Zoll übrig blieb. Noch che diese traurige Nachricht bekannt worden war, fielen auch häufig Kugeln gegen den Platz hin, wo Prinz Hohenlohe nebst meh- rern andern Officiers stund. Eine derselben, die 8 Schritte vor ihnen niedcrstürzte, zog dem Prinzen eine Contusion am Knie zu; Major Desaux vom Gcnie- ckorps aber, der sich auch schon im Türkcnkrieg ausgezeichnet hat, erhielt eine starke Quetschung im rechten Schenkel, so daß er zu des Prinzen Füßen nieder» sank. Dieser, eben so sehr Mensch, als Held und Krieger, ließ den Verwundeten gleich wcgbrmgen und trug selbst Sorge für dessen Verband. Mittlerweile wurde das Unglück des Fürsten von Waldcck bekannt. Thräuen drangen bcy dieser Nachricht in die Augen des grauen HUben und die einzigen Worie, die der Schmerz ihn ausstoffcn ließ, ihn, der noch vor einer halsen Stunde selbst in der Batterie gewesen war, waren: »Warum war ich doch nicht im Stand, ihn abzuhalten ? « Nancy, vom 7 Scpt^ Zu Crepey, nahe bey Degellse, sind Personen arrrtirk worden, tue ken scheußlichen Auftrag hatten, die Quellen zu vergiften. Der Fürbitte von 822 Bürgern ohngcachtct, welche die Erhaltung der Bildsäule Ludwig des XV. verlangten, ist sie doch umgestürzt worden. Sie hat Lurch ihren Fall das Füllhorn und einen Bienenkorb zerschmettert. Thionvillc hält sich gut. Die Vorwer- ker der Feinde find zum zweytcnmal zerstört worden. Die Garnison hat einen lebhaften Ausfall gckhan und Zoo von unfern Bauern zurückgebrachl, die von den Feinden zu ihren Schanzarbeiten gebrauch! wurden. Alles ist in dieser Stadt thäljg, selbst die Wcider le- 'gen die Hand an das Werk. Auszug eines Briefs vom Herrn Servan, Rriegs- minister, an General Liron. Paris vom 8 Sepr. Die Feinde stehen noch bcy Verdün, die nach dem Leyssiel von der Stadl Longwy, sich nicht verthcibi. gen wollen. Herr Dumonricr ist in den enge» Päs. fm des Ciermontefischcn und rückt dis St. Menehould »sr. General Keiiermann befind« fich zu Toni, Marschall Luckner steht zu ChalonS, kann aber noch nicht agiren. Herr la Bourdonnaye zu Rheims, um die Truppen die von hier aus oder den Departement«» verreisen, zu empfangen und zu organiffrcn. Paris, vom 8 Sepl. Muth und Eifer belebt al« lcs, diese grosse Stadt ist über alle Beschreibung eifrig. Je näher der Feind anrükt, je stärker zeigt sich Enthusiasmus. Diese Gesinnungen herrschen bcy bey- den Geschlcchien. Nur allein von Paris sind gestern 10s lausend Mann abgegangcn, .um ihren Waffen» brüdcrn zu Hülfe zu eilen. Während diese mit Freuden der Gefahr entgegen gehen und vielleicht viele darunter ihr Leben aufopsern, um daS unsrige zu verrheibigen, bleibt bas weibliche Ge» schlecht auch nicht müssg. Alle Hauvtplätzc, Ma« gazine und Buden sind in Arbeitsstätten verwandelt, in welchen sie sich mit der Nadel beschäftigen. Einige machen Karpcy (abgeschabte Leinwand die Wunden zu verbinden), die andern Uebcrwürffe oder Kittel, Hem« der für die Soldaten rc. An geräumigen für diese Arbeiten bestimmten Orlen stehk man mehr als 502 Bürgerinnen vereinigt, um grobe Leinwand zu Zelten für das Lager von Paris zusammenzunäycn. Alte und vcrheuralhete Männer arbeiten an Ver-chanzun« gen, welche Paris 4 Stunden rings umher umgeben sollen. Man steht nichts als Hacken und Schau« fein; alles legt Hand an, alles ist in Bewegung und wie sollte bcy einem so allgemeinen Eifer, bcy einer so anhaltenden .Thätigkeit die Arbeit, nicht von statten gehen? Ein ungeheurer Graben, von za Stunden im Umkreiß, soll gezogen werden ; wer die Arbeiten auf dem Mactisftld gesehen hat, wird fich leicht überzeugen , daß es keine lange Zeit erfordern wird, dieses Unternehmen auszuführcn. UebngenS hat sich die Gährung noch nicht gänzlich gelegt; daS so lange ein Spiel der Verschwörer gewesne Volk, fürchtet immer, cs mögte, indem es gegen den Feind marichirt um seine Heerde zu vcrthudigen, hier Vcrrather zurück lassen, deren Complvttcn cs nicht, sobald cs nicht mehr gegenwärtig ist, mehr entgehen kann. Indessen fangen doch die Gemächer nach und nach an sich zu beruhigen, so wie sie sehen, daß das Gesetz wider sein voriges Ansehen erlangt. Man macht sich auf alles gefaßt und gewöhnt sich selbst an den Gedanken einer Belagerung. Der Characrer der Bürger indem er sich auf diese Weise mit den Gefahren erhebt, wird auch bald lernen, ihnen Troz zu dielen, vermischte Nachrichten Der Herzog von Braunschweig soll Befehl er, thcilt haben, daß aus den Niederlanden 12,202 Mann zusammengezögen und mit dem gehörigen Geschütz versehen, nach Dünkirchen ohne Verzug marschieren und dessen Belagrung vornehmen sollen.