Pag. r6;. ^ Nro. 5;. ! Tarlsruher ! Montags » 7 Zeitung d e n 4. M a y. 9 5 . Mtt HochfüksNich . Markgräflich - Badischem gnädigstem Privilegs. - » > >WW^I I I», - Fwoll/ vom 19. April. Unser von Paris in dem Haag zurückgekommne Gesandte, der Bürger Blaauw, hat das Ultimatum der französischen Republick in Betreff dessen milgebracht, was sie von der Republick Holland verlangt, um sie für unabhängig anzurrken. nen und Friede mit selbiger zu schließen. Dieses Verlangen besteht in folgenden Arttckeln: 1) Die fran. jösische Republick giebt von nun an alle eroberte Plätze uno Länder zurück, welche den 7 Provinzen der ver, einigten Niederlande zugehörl haben. Hievon sind aber die Grenzstädte der Generalität, nemlich Ma. stricht, Venlo, Breda und Bergen op.Zoom, nebst iy. ren Territorien, ausgenommen. Die Länder, welche die decken Ufer des Honds auemachen, namentlich an der rechten Seite, die Inseln Süd.Bcverland und Walcheren und an der linken Sette Slaats.FIander», müssen so lange im französiichen Besitz bleiben, bis ihr Schicksal entschieden seyn wird und dieses wird von dem Schicksal der Ocsterreichischen Niederlande abhängen. Alle Länder an dieser Seite des Rheins snd der Waal sollen also zurückgegebcn werden; coch diejenigen, weiche auf ,ener Seile liegen, sollen von den Franzosen bis auf weiters, militairisch besitzt blei» den. 2) Die Franzosen sowohl, als die Bataver, (Holländer) sollen die fttyr Schiffahrt, ohne einige Zölle zu bezahlen, auf der Schelde» dem Rhein und der Maas und aus ihren Armen, bis an die See, genießen, z) Die Bataver sollen, für ihren Aulheil, der französischen Rexublick die Unkosten des Kriegs de« zahlen, welchen dir lezterr gegen bi« ersten hat führen Müssen. Diese Bezahlung aber kann durch freund, schafltiche Ettirichtungen abgetragen werken; doch sollen hir Bataver ohne Zeitverlust und vorläufig, zwanzig Millionen in klingender Münze, oder in guten Wich, ftlbriefen auf Frankreich oder neutrale Lande, ablra. gen. 4) Die französische Republick wird die Unobhän« gigkeit und Souverainität ver Bataver anerkennen» 5) Die französische Republik wird eine Off» und De« scrisiv-Allianz mit den Batavern schließen. 6) Die Franrosen und Bataver sollen keinen Frieden oder an. dre Traktaten schließen, ohne daß beyde daran Theil nehmen. Leipzig, vom 22 April. Die polnischen Angele- genhetten werden gegenwärtig eben so lebhaft in des Cabinelern betrieben, als die Friedensriegociatjouen mit Frankreich! Man will seil kurzem von mehren, Seiten her behaupten, Danzig bürste nach dem Mansch verschicdner Mächte wieder eine freye Stadt und ein Freyhafen für alle Nationen werden und der grössere Theil von Polen aufs neue einen Rang unter den europäischen Mächten mit einem weniger eingeschränk, tcn König einnehmen. Delitz, vom 22 Aprill Nach den Berichten von unten haben die Kaiserlichen itzt die bisher besetzte preußische Lande gänzlich geräumt und sich in daS Belgische zurückgezogen. Die Kommunikation bey Wesel soll übrigens der Zeit und noch so weit offen styn, daß zwar französischer Seils jedermann auf diese Seite herüber, hingegen von dieser Sette nur solche Preußische Unlerthane» hinüber gelassen werden, die jenseits seßhaft waren und bey den, Einzug der Franzosen auswanderlcn. Sonst sollen zu Ruhrort uno der Gegend bereits wieder Schiffe ausgerüstet werden, um nach Holland zu fahren. Wien, vom 22 April. Dem Kayserl. Königl. Hof ist itzt bereits dir offieieüe Nachricht von dem - ---- -- - - ( mischen Preuße» und der französischen Repu. Klick zu Stand gekommnen Friede» zugekommcn. — In diesem Augenblick ist die Erwartung des Publikums aufs höchste gespannt. Einer Sens versichert man mit vieler Wahrscheinlichkeit, daß auch der allgemeine Friede nicht ferne mehr fey, andrer Snts dauern die Kricgsrüsiungcn dennoch immer sehr lebhaft fort, so, daß man wirklich nicht weiß , woran man ist. Den Eilboten, und Staffeienwechftl, der itzt herrscht, kann man mit Recht ausserordentlich angcbcn, ein Beweis, daß allerdings wichtige Sache» Vorgehen Müssen. Hamburg, vom 2z April. Laut eines Schreibens aus Barccllona ist auf einen ergangnen königlichen Befehl auf alle in den spanischen Häoen liegende hoi. ländische Schiffe ein Beschlag gelegt worden. 3 » gedachtem ^fthl wird jedoch zugleich angeführt, daß diese Verfügung blos eine Vorsichismasregel fey, um das spanische Eigenthum in Holland zu sichern. Wien, vom 25 April. Nachdem für die Eröff, »ung des heurigen' Feldzugs unsre und des Reichs» Armeen am Rhein ihre seitherige Stellung auf die Art verändert haben, daß die Reichsarmee mit unfern zu derselben gehörigen Gruppen von dem Main bis an die Sieg und Wipper, die K. K. Armee hingegen vom Main an bis Basel zu stehen kommt und Sc. König!. Hoheit der Herzog Albert, von dem bisher auf sich gehabten Armee. General. Kommando den 17. April abgegangen sind, so haben Se. Majestät bas Interims. Kommando über AÜcrhöchstdcroselben fämt» liche am Rhein stehende Truppen an den seitherigen Herrn Feldzeugmeister, Grafen Clairfait, welcher auch inzwischen die Reichsarmee zu kvmmanbiren hat, aller, gnädigst übertragen und gedachten Herrn Grasen von Clairfait, zugleich zu Dero Fcidmarschall ernannt. Frankfurt, vom 29 April. Nach einem Schrei, den aus Wien ist daselbst den 10. dieses ein Eilbote von dem toskanischen Gesandten zu Paris, Grafen von Cmlelti, angekommen und seit dieser Zeit soll bas Ge« rede allgemein sexn, daß ein Frieden zwischen Oester, reich und Frankreich nicht mehr fern fty. — Bey Main; vermehrt sich die Kaiser!. Armee noch täglich; man hat aber auch Nachrichten, daß die Franzosen sich daselbst in großer Anzahl zusammcnziehen und starke Bewegungen machen.General Pichegrü ist wieder bey der Armee angckommen, hat ihre verschiedenen Positionen besichüat und die Truppen gemustert. Es scheint, daß «s in kurzem zu wichtigen Auftritten kommen werde. — Durchs Fra»kcnl-md ziehen täglich viele frische Truppen, Geschütz und Munition nach dem Rhein.— In verschiednen öffentlichen Blättern ließt man eizie Berechnung der von den Franzosen auf dem linken Rhunufer ausgtschriedenen Brandschatzungen und Re. .66 ) ------ quifltionci,, wornach dieselben, die österreichische Me. verlande mit eingcjchlossrn, sich auf 179 Millionen Gulden belaufen. In dieser Summe ist jedoch der in den Waldungen, den Herrschaftlichen.-den Gemein, de. und Privatgütern angerichttte Schaden noch nicht mit einbegriffen. Frankfurt, vom Zo April. Von Main; her hör. te man seit beule früh eine gewaltig tzarke Kanonade, die bis nach n Uhr noch forrsauene. Nach eben eingegangncn Nachrichten rückte eine starke Kolonne deutscher Truppen, welche durch Mainz marschiere, aus der Stadt gegen die Franzosen aus, in der Ad. > sicht, ihnen verschiedue Mucker nah an der Frsiung;u ruinieren. Diesen Morgen um 4 Uhr fiengen die Kaiser!. Truppen an , auf die Franzosen mächtig zu kano. Nieren, letztere beantworteten das Feuer eben ft, stark. In. dessen wurde der beabsichtigt.' Zweck erreicht, die Franzosen an verschiednen Orten mit velrächchchemVerlust an Tod. ten Blessirken u. Verwundeten zurück-getrieben, ihnen der > Hartenberg und die Harlenmühle abgenommen, 4 Ka, uoncn und l Pulverwazen erobert, auf der Spitze dcS Hartenbergs wurde sogleich eine Flesche rrrichict, bey dieser hitzigen Affaire sollen deutscher Scits etliche 100 Mann, worunter 8 Officiers todt und blessuck scyn', jedoch ist heute der beyderseitige ziemlich bedeutende Verlust noch nicht genau zu bestimmen.— Der Angriff auf Mvmbach war von weniger Erfolg, weil man von brn Kauvnicrdoten das Soutien nicht erz-alken ! konnte, weiches man erwartete. Die Generäle Clair, fast, Beaulieu und Wartensieben waren zugegen, letzterer wurde an der Schulter dlesflrt. Am Abend bemerktemanin der Gegend von Mombach Feuer. DaS Dorf Mombach soll bey dieser Gelegenheit sehr stark milge. nommen worden sevn , da die Kanonade von beydcn Seiten sehr hartnäckig und fürchterlich war, einmal war solche so nahe bey der Festung, baß mehrere Haubitz - Granaten in die Stadt Main; flogen. Mainz, vsm i May. Um den Hartenberg ganz, lich von den Feinden zu reinigen und denselben zu uns, rsr Sicherheit mit neuen Verftbanzungen zu decken, wurde gestern ein Ausfall beschloss»». Früh um halb 4 Uhr gab man das Zeichen; die Unsrigen griffen an und halten 2 feindliche Verschanzungcn zu stürmen; auf beyden Seiten wurde hartnäckig gefvchten; die Feinde konnten aber am Evbe der Tapferkeit unsrev Truppen nicht widerstehen und räumten den Platz bis in den Momb acher Wald , wodcy sie 2 Kanonen und 2 Pulverwagen zurücklassen mußten. Mittags rückten die Franzosen wieder mit verstärkter Macht an und stürmten unsre vorgestern neuerrjchtete Flesche; wurden aber hier durch ein gut angebrachtes Kartät« schenfturr ft empfangen, daß, was nicht auf dry- ( 267 ) Stelle blieb, von unsrer Kavallerie noch vollends zu. sümmlngkhauen und gefangen wurde. G'." Abend sah man im Wald einen dicken Ranch und Flammen anfsteigen, waraus zu schinsse» ist/ daß entweder ein Verhau oder die feindliche Hütten angcstcckt worden ßud. Das Kanonen, und Hauditzenseuer von der In. gelheimer Aue auf die Momdacher Verschanzungen und von da hinüber, gierig bis in die Nacht in gleich heftigem Gang fort. Es sind viele Gefangne ringe, bracht worden u> d nach Aussage der diesen Abend an. l gekommnen DcftneurS schätzt der Feind selbst seinen l Verlust gegen 2020 Mann. Unsrer Seils haben das Kaiienl. Regiment Klebcck, die Kuhrmain,rr Grcna. dierkompaMen und die Warasdiner am meisten gelitten. Der ausführliche Bericht hiervon wirb noch Nachfolgen. Frankreich. Brüssel vom ro April. Nachrichten aus dem Franz. Lager vor Luxemburg infolge, ist eine Abheilung der repr-blikanuchea Truppen in der Nacht vom 5. auf de» 6. diefts Monats bis an das Glacis der Festung vorgcrückc und hat einen feindlichen Posten von 25 Mann aufgehoben, worauf die Franzofen wieder Ui ihre Verfchanzuiigkii Mückgckchtt sind. Das bcy. derzeitige Feuern ist nicht anhaltend; bald dürfte cs aber lebhafter werben, denn cs ist eine Anzahl der ge, schick..,i> „ I. genienroh Bombardiers und Kenoniccs deh derZcla ikrnngsarmce eingctroff n, um kl« Belage, rnag d e er Festung durch alle M r,el -er Kunst zu de. jwlcnmgtn. Neulich kam einOkstcrr.Off»cicr indem fran« zosischcn Hauplq «artier an, um auf eine Auswechslung der bcrdcrscrttgrn Kriegsgefangenen anzuirageu. Dir Brlag'rren leisten Lbrrgeur immer »och mmhigen Wl. derfa ch und suchen, so viel es in ihren Kräften steht, drr Belagerung «rlwcber durch ihr Feuer, oder durch sehr lebhafte Li ne falle zu erschweren. — Aus Ostende wird berichtet daß eine sehr ansehnliche Adthcüung sch'rerkr sranftsisMer Fregg'cn an den Küsten von Eechandcrn angeln,..wen ist, um die br-ttliichcn Schis» * ft, welche die Häsen zu Dünkirchen, Calais, Bvu. 1o>ue unb H-vre de Grüc« blöktet Halit», aus den dösig,» Gewässern zn venreidc». Par iS vom 22 April. Das französische Geschwa. der liegt un See. Hasen von Toulon. Man sagt, es scheu die vornehmsten Kommandanten desselben arretiert worden. — General Kellerm.ann ist in Nizza mit einer Verstärkung von 4222 Mann angekvmmen. Marokko hat den amerikanischen Freystaatcn den Krieg erklärt und den Korsaren erlaubt,ihre Schiffe wegzu» nehmen. — Die General »Staate» sind unabiäßig be. /chGigt, die Sc«, und Landmacht neu zu organisiere» und ganz umzuschmelzen. Die Sache ist von der M sten Wichtigkeit, da viele Personen, welche zur See, oder zu Lande dienten, erklärt haben, daß sie ferner nicht mehr dienen wollten.— In einem Augenblick, wo alles von einem nahen und zum Theil selbst schon Unterzeichneten Frieden mit Spanien spricht, hört man nicht nur, daß in diesem Reich aufs neue stark rekru. tirc wird, sondern vorgestern hat auch Merlin von Douai im Namen des Heils, usschusses die Absendung eines zwcyten Volksrepräsentanlen zur westlichen Py, rcnäenarmee vorgeschlagcn und bcy dieser Gelegenheit in einem drohenden Ton gegen die Verbreiter von der. gleichen falschen Nachrichten geeifert. Dieser Tagen ist auch öfters heftig gegen die katholischen Priester deklamirt worden, welche ein Theil der Convention als die Urheber der meisten Unruhen, die bald hier, bald dort ausbrcchen, ansteht. — Die zwcy Küstenarmeen von Brest und von Cherbourg, die vor kurzem miteinander vereinigt und einem Befehlshaber untergeordnet wurden waren, sind wieder voneinander getrennt worden. Ersicre wird Hoche und letztere Aubcrt Du- dajet kommandiren. Diese Verfügung macht es nicht unwahrscheinlich, daß man Besorgnisse wegen einer Landung von Seiten der Britten hegt. — Nach ver. schicdnen Privatschrciben har sich der Theil derVendee, der unter Slofiel bisher »och Widerstand geihan hatte, nun größlentycils auch unterworfen. Die ChouanS auf dem rechten vier der Loire scheinen dagegen den Republikanern noch immer viel zu lchaffen zu machen. Paris vom 2Z April. Heute trat Merlin von Douai im Nahmen des Comile des öffentlichen Wohls auf und, sp ach: Den 27cen Iuly vor: I. sagte man Euch von dieser Tribüne, mir den fremden Mach, ten soiil Ihr Luch in Swalssachen nicht anderst alS mit Kanonen emlass-n, seit diesem Zeüpunkt aber, wieder zu Euch selbst gekommen, erklärtet Ihr, Ihr wolller das Völkerrecht respectircn, die Rücksichten und Achtung in Betreff dieser Mächte, welche ihnen gebüh. rcn, beybehalien. Euer Comite glaubt also, Eure Absichten zu erfüllen, wenn cs Euch, die Art und Weise zu bestimmen vorschlägt, wie man auswärtige Gesandte empfangen soll. BiS auf diese Stunde machte allein der Bruderkuß alle Umstände der Aufnahme aus, die Achtung aber, welche die Mächte sich einander wecdielscitig schuldig sind, fanden bcy der Audienz ihrer Gesandten ein gewisses Ceremoniel. Es gibt zweyeriky Gesandten. Einige als blose Residenten oder Gesandte (Lnvo^s) sind nur von ihrer Regierung abgeordncle Mandataricn, andre sin der Eigenschaft a!' Ambassadeurs sind Rcpresentantcn der Regierung jber Nation selbst, welche sie regiert. 3 tzt ist es gebräuchlich, diesen einen Sessel zu geben, -- - ' > - ( 268 «uf welchem fle MM denjenigen, über welcher den Souvcrain vorstelli, sitzend reden. Dem ersten An blick nach scheinen dieft Distinktionen unbedeutend, ste sind aber einmal angenommen und Ihr müßt ste so lange rcspectiren, bis die Mächte einig werben, etwas anders anzunehmen. Hierauf folgt bas Projekt deS Dekrets' Art. i. Bey Aufnahme der Gesandten fremder Mächte in dem Schvoß der Repräsemanien des Volks sollen die Ambassadeurs auf einem Sessel gegen dem Präsidenten über sitzen. 2. Für alljene von seinem Gefolg sollen zur Rech, len und zur Linken Bänke gestellt werden. z. Für alle bevollmächtigt« Minister soll die Auf. nähme die nemliche ftyn. 4. Dem Ambassadeur soll der Präsident die nemli. cheu Titel geben, die chm im Bcglaubigungs Schrei, den deygelegt sind. Dieses Project würbe allgemein angenommen unb dekretiert. Der Präsident kündigte rtzt die Ankunft des Schwedt, schen Gesandten an. Er erschien, eine Deputation des Comike des öffentlichen Wohls, begleitet von einem zahlreichen Gefolg, qieng vor ihm her. Gegen dem Präsidenten über siund eia Sessel, darauf setzte sich der Gesandte, dir Personen von seinem Gefolg aber setzten sich zur Rechten und linken auf Bänke. Es herrschte eine grosse Stille. Der Ambassadeur sprach alsdenn: Im Namen des Königs von Schweden komm' ich, den Repräsentanten des Volks der Rcpu. blick Frankreich Höchstdesscn aufrichtige Wünsche und Freundschaft zu -bezeuge». Mir ist es sehr angenehm, zu dieser ehrenvollen Sendung ausersehen worden zu scyn, um die Bande, welche schon so lange beide Na, tionen vereinigen, fester zu knüpfen und den Zweck der. selben mit derjenigen Redlichkeit unb Freymüthigkeit zu erfüllen, welche unter zwey freundschastlichrnMächten Herr, schen soll. Möchte nur ein baldiger allgemeiner Friede bie glorreichen Fortschritte ron Frankreich krönen; möchten die immer muthvsllrn, immer tugendhaf e Franzosen dem erstaunten Europa ein auffallendes Bey. spiel von Siegen unb Tugend darstellen. Unaufhörli. ches Veyfalljurufen ließ sich hören. Hierauf erwiederie der Präsident: Ericmagnus, Baron von Siäl aus Hollstem! bas Beyfallzurufen, weiches meiner Antwort vorhergieng, ist Euch der sicherste Bürge der Gesinnungen, welche die Repräsentanten des französischen Volks beseelen; es beweißl Euch, daß die alle Buu. desfteundfchaft, welche beyde Nationen vereinigt, un^ sero Herzen werth ist. Die glänzende Freundschafisbe. zeugung, welche Ihr den Repräsentanten eines sreyen Volks abstalM, macht bem Fürsten« der Euch absen, det, Ehre. Er hat nicht erst diesen Miqenbsick erwar, tet, um di« Gesinnungen, die er zu Gunsten der Re, pudlick Frankreich hegt, öffentlich an Tag zu legen; lange vor dem Zeitpunkt unsrer Siege hat sich die Schwedische Nation zum Gesetz gemacht, keine Rolle in der gegen Frankreich entstandncn Loalition zu über» nehmen und sie unterhielt bie Bande der Freund chaft und Brüderschaft mit uns, welche zins der sicherste Bürge sind, daß ihre Anhänglichkeit an die Republick Frankreich sich nie verläugven wird. Im Namen der französischen Nation glaub' ich versichern zu dürfen, daß ihre Gesinnungen gegen sie sich immer gleich blei, den werden. In Ansehung rarer, Ericmagnus Baron von Stael ans Holstein, machten Eure persönliche Eigenschaften, die unter uns schon lange bekannt sind, Euch der eh« renvollen Sendung würdig, die Bande, welche Schwe« den und die Republick Frankreich vereinigen, fester zu benutzen. Der Ambaßadeur trat hierauf in den Saal, der Präsident gab ihm de» Bruderkuß unter tausendmal wiederholten Beyfallsdezeugungen. Merlin von Dvuai sagte: Ich begehre, daß dcr Ba, ron von Stael aus Holstein als Ambassadeur voa Schweden anerkannt, seine Anrede, die Antwort deS Präsidenten und das Protokoll der Sitzung in alle Sprachen sogleich übersetzt, gedruckt, den Departements, den Armeen und Agenten der Republick an auswärti« gen Höfen zugesaudt werden. Dieses wurde cinstim, mig angenommen und dckmirt. Paris, vom 24 April. Dir Volksrepräfentavte» bey der West - und Cherdurger Armeen schreiben an das Cvmitte unterm rten Flvrcal. Wir kündigen euch den glücklichen Ausgang unsrer Conftrenzcn an. Der Friedcnsschluß wurde diesen Abend um 6 Uhr von den Häuptern der ChouanS unterzeichnet. Sie haben die feyerliche Erklärung unterschrieben, sich der Einen un, theildaren Republick unterwerfen und nicmahl mehr die Waffen gegen sie ergreiffcn zu wollen. Wir sind in RenneS mir allen Hänptrrn eingrzogen, diese haben die dreyfarbigc National. Kokarde unv FederSuschauss gesetzt, bie Nationalgarve dieses Distrikts gieng voran, eine Kriegsmusick entflammte aller Herzen. Ucberall hörte man bas Geschrey, cs lebe die Republick, cs lebe der Frieden, cs lebe die Einigkeit. Die weitere um, stündliche Berichte unsrer College» nächstens. Der Bericht soll ins Bulletin cingerückt werden. Unter, schrieben von Ruelle rc. — Der Brvdmangcl und die hieraus für die Regierung entspringenden Verlegen, heiteu, dauern noch immer fort. Vorgestern war die öffentliche Ruhe auf eine andre Art in Gefahr, ge. stört zu werden. 50 Gefangne sind gewaltsam aut r 26Y > dem Bicetre gebrochen, wovon aber Z4 bereits wieder «rwischr sind. — Um die National'Konvmt'vn voll« zählig zu machen, sind gestern aus den Suppleanten sämtlicher Departements 12 Mitglieder durch das Leos gewählt worden. — Auf eine Denuntiatio» deS MayenncdepaNemcnts gegen den Repräsentanten La. vatle »st gestern dekretin worden, baß dessen Betragen von den Aus chüssen untersucht werden soll.— Der Finanzausschuß hat gestern einen Bericht zu Gunsten dcrLndrevt« tierabgestairet, der in einigen Tagen erörtert werben soll. Gestern hielt Gregvire eine Rede über Vas Völker, Recht. Er entwickelte darinn die allgemeinen Grund- sätze, welch« die Nationen unter sich vcreivigcn sollen; sie haben Pflichten zu erfüllen, wie ein Mensch gegen den andern. Jedes Volk hat das Recht sich seine Rcgrcrungsform zu wählen. Jedes Volk ist Herr über sein Gebiet. Das desondre Interesse eines Volks aber, muß dem allgemeinen Interesse der grosse« Volker. Familien untergeordnet scyn. Fcnclon sagte: „Ich liebe meine Familie mehr als mich, mein Vaterland mehr als meine Familie, die ganze Welt mehr a!S mein Vaterland. « Merlin von Douaj sagte heute im Namen des Comite des öffentlichen Wohls. Indem ganz Europa von der Erklärung Eurer Grundsätze wtederhaül, indem die Freunde des Friedens demjenigen ihren Beyfall geben, was ihr gesagt habt, daß Ihr Euch niemals in die innere Einrichtung fremder Regierungen mische» wollt; so könnt Ihr nicht zuge. den, daß ein Mitglied hier diesem allen eulgrgenge. setzte Maasachmungcn vordringe. Euer Comite des öffentlichen Wohls läßt Euch deßwegen durch mich er« suchen, das gestrige Dekret, wodurch Ihr den Druck der von Greqoirc gchallnen Rede verordnet habt, wieder zurück zunehmen. Das Comite billigt die Absichten, die ihm dieses Werk eingegebcn haben; sie sind rein wie die Seele des Verfassers; er hat aber Grundsätze darinn anerkannt, die Ihr nicht billigen könnt und die auf Euren Befehl gedruckt, in den Au. gen fremder Mächte das Siegel Eurer Billigung tragen würden. Ich schlage also den Widerruf des ge- steigen Dekrets vor. — Hierauf erwiederie Gregvire: Sobald in meiner Arbeit Grundsätze enthalten, die Vicht schicklich sind, so unterstütz' ich selbst de» Widerruf des Dekrets. Angenommen. — Borge- stern sind die n Mitglieder der neulich dekretir» ten Komm-ssion ernannt worden. Die bekanntesten darunter sind Camdaeeres, Merlin von Douaj, Sie- ycs, Thlbaudeau, Borsst b'Anglas und Loubet. —In der nemlichen Sizmig hat -der Grsetzgedungsausschuß auf Zurlickerstalrung des confiseirten Vermögens des Hingerichteten ehemaligen Mairs zu Strasburg, Die, Inch, au dessen Familie, angekragcn. Die Versamm. lung hat aber die Sache bis zur Erörterung der Frage von der Restitution der Güter der Hingerichtete» im allgemeinen, aufgcschoben. — Da die Vernimm« lung ohnerachtct der dekretirten Religionsfteyheit das Verfolgungssystcm gegen die katholischen Priester er, neuern zu wollen scheint, so ließt man in verschied»» öffentlichen Blättern starke und treffende Bemerkungen gegen diese Jnconsequenz und Ungerechtigkeit. — Die Zahl der hiesigen Gefangenen belief sich vor einiges Tagen noch auf 2ZZ8- Preußen. Berlin, vom 2t April. Vergangnen Sonnabend ist auch der SlaalSmiiuster von Struensee zu seiner Majestät berufen worden. Die wichtigen Geschäfte des Friedens und der damit > rbundnen Sorgen beschäftigen den König itzt ausschlicßend in Potsdam, so daß bas Publikum noch nicht die Freude gehabt hat, den LandeSoatcr seit der erfreulichen Nachricht de- Friedens hier in Berlin zu sehen. Groödrittanien. Portsmouth, vom 14. April. Morgen oder über, morgen wird Lord Hood mit folgenden Schiffen nach dem mittelländischen Meer absegeln: Viktory von no; Zealous von 74; Cumbcrland von 74; Malbrough von 74; Tremendous von 74; Aubaueus von 74; Jnvüicivle von 74; Minotaur von 74; Ruffel von 74 Kanonen, nebst'2 Fregatten und 2 Cuttern.— Der Pöbel ist hier und zu Plymouth noch immer unruhig. Die Regierung läßt alles Korn verkaufen, welches sich am Bord der in den verschiedncn Häven dieses Reichs angehaltnen holländischen Schiffe befindet. Man will hier itzt Nachricht haben, der Friede zwischen Spanien unv Frankreich sey unter andern unter der Bedingung geschlossen, daß die Spanier ihren An. theil von St. Domingo den Franzosen abtrette». Die Bestätigung hiervon ist aber noch zu erwarten. N. S. Durch einen Erpressen, welcher heute Mor. gen bey der Admiralität angekommen, ist die Nach, richt eingegangen, der Admiral Colpoys habe die bey» den französischen Fregatten, la Gentille und la Gloire, jede von 40 Kanonen, genommen. Eine dritte fran, zösische Fregatte, la Fraternite, entkam, nachdem zo Stunden Jagd auf sie gemacht war und sie alle ihre Kanonen über Bord geworfen hatte. Eine der erober« ten Fregatten wurde nach Portsmouth und die andre nach Piymourh gesandt. Im ersten Hauen ist auch der Admiral ColpoyS wieder eingelausen. Schreiben aus London, vom 17. April. Unge, achtet man hier noch sehr zweifeln wollte, ob Preußen wirklich mit der französischen Republick ein» Friedens, traktat geschlossen Hab«, so find u»s doch gestern die ( 270 ) Beweise davon durch Herrn Dietrich, welcher von Bern in der Schweiz hier angekommen, mitgebracht worden. Auf die Nachricht hiervon stiegen die öffentlichen Fonds sogleich um ein Procent. Man glaubt itzt/ daß, da d-e zweyke militainsche Macht m Europa von dem Buttkniß gegen Frankreich abgegangen, dieses eine allgemeine Pacification zur Folge baden werden. Zu Exerer ist ein grosser Aufstand des gemeinen Volks wegen des hohen Pceiics der Nahrungsmittel gewesen. Unsre Minister haben auf die Unterdrückung desselben gedacht. In Irland soll der Lärm aufs neue ausgebrochen seyn, wozu die Katholicken, welche nun auf ihr Gesuch bestehen, vielen Anlaß gegeben haben. Wir erwarten mit heutiger Post das Nähere.— Das Postschiff Tartar ist in ia Tagen von Corunna in Spanien zu Fallmoulh angekommen. Eine französische Fregatte machte bey Ecyich Jagd auf dasselbe, der es aber glücklich entkam. Die französische Armee bat noch weiter keine Fortschritte in Spanien gemacht. Aus Paris ist hier ein Herr Sommers, ein gedohrncr Engländer, argekommen, der, wie in unfern öffentlichen Blättern angeführt wird, mit Aufträgen an NN. ser Ministerium versehen ist. Es fehlen uns itzt z Pa, kcldöle vom vesten Land. Sir Sttney Smnh ist itzt sm Begriff, dir geheime Expedition zu unternehmen, von der so lange gesprochen worden. Seine ESkarre besteht aus einer Fregatte, 7 Kanonenböten und zwty Sloops. London, vom 2l. April. In unfern hiesigen öf- sentiichen Blättern ließt man folgenden Traktat, der zwischen dem Charterte, Anführer der Royalisten in der Vcndee und den französischen Volksrepräsenlanttn geschlossen worden: i) die französische Repräsentanten versprechen, 80 Millionen unter die Einwohner der Vrndee, a!s Entschädigung für ihren crlittnen Verlust, zu verrheilen und sogleich qo Millionen auf Adickilsg zu zahlen. 2) Alle von den Generälen der Royalisten ausgestellte Sckewr sollen von der Republn gewisser Advo-at Blasi war das Haupt derselben. Er und alle seine Mltoerichwormn, deren Zahl in die Hunderte g/hl sind arrrlirt und zum Theii bereits auf bewaffne» ten Schiffen Kicher in gute Verwahrung gebracht wor, den. Unt rdcsscn erregen doch dergleichen Verschwörungen, ob sie gleich bisher glück'-chcr Weife entdeckt worden, nicht geringe Besorgnisse. n a r s i n i e n. Turin, vom r - April. Zur Unterstützung der drückenden ruicgkkvsten ist auf alle Gattungen Taback, Ca!,, Schießpulver und Postspesen eine neue Taxe gelegt worben; zugleich ist eine allgem-ine Kopfsteuer cwrge. schrieben. — Au- Savona vernimmt man, daß brr Franzosen einen großen Vvrra h von Tüchern, Leinwand rc. für :hrc Armee sammeln, weiche 5 ,coo Mann stark ich ! soll. — Die französischen Voikore- präskiuanttn dev kcr italienische!'. Armee haben wEm« vcrstandniß mit dem Gem.ral Scherer eine scharfe Veecrdnuag zm Erhaltung decMarrnschchk ergehen las. len und einige in diesem S'.ück nnchläß-ge OsslcierS avae'etzk. Turin, vom 15 April. Dieser Tagen fiel zwischen den Franzoien und unfern Truppen dcy Mandovi ein hitziges Scharmützel vor, wobcy die Unirigen 120 Mann an Todieu und 6c> an Kriegsgefangncn ver, lehren. Vermischte Nachrichten. Oeffentüche Berichte aus Mainz sagen, der Chur, fürst von Kölln habe seinen Minister den Grafen vv» c Bclderbusch nach Paris geschickt, um den Frieden mit dem deutschen Reich zu betreiben. Man har die Bcmerkung gemacht, daß die spanische Seemacht von der Zeit an, wo die Britten Toulon wieder räumen mußten, welches den 17. Dcc. 179z. geschah, nicht mehr gemeinschaftlich mit diesen gegen die Franzosen gesuchten hak. Es befindet fich auch gegenwärtig eine Flotte von wenigstens 20 spanischen Kriegsschiffen in dem mittellän dt sehen Meer, die ver» kiiiigt mir der Flotte des Admirals Hordam alte süd« jiche Häven Frankreichs sperren könnten, allein die spanischen SL-sse entfernen sich nicht aus der Gegend von Carthagena und Varceüw.a. Zu Luxemburg ist der dasige Präsident gestorben. Man glaubt, daß er aus Mißverstand mit dem Gou» verncur Fettmarschall Bender, als wenn dieser gestor. den wäre, sey verwechselt worden. L V L k 1' l 8 8 L kl L N T. Larlsruhe. Montags den uten d. M. Vormittags um 9 Uhr wird das von der ohnlängst verstorbenen Frau Oeconomleralh Lcrnharbin zueückgeiassene, in der verlängerten Crvnengaß, einerseits neben Herrn Hosralh Lichrodrs Behausung gelegene, andrerseits ober auf das Mtthsyans zum goidncn Lamm stoffen» de, wohl eingerichtete dreyfiöckigte Gebäude samt Zu» gebvrdc, ein für allemal öffentlich verstaigert werden. Licbhadere dazu können daher dessen innere Beschaffen» heit in ZeitiNtzbraugrr.schemigen und sich an angezeig. lem Tag und Stunde in gedachter Behaußung «tnfinden. Carlsruhe. Zur Schnldenliquidatisn der verstor. denen Vüchsenspanner Gaiblischen Eheleute dahier, haben sich alle diesen,ge, welche rin Eigrnthum, oder eine Schuld aus der Masse zu fordern haben, unter Mitbringung ihrer Beweise, Dienstags den 26. Mah d. I- dey Verlust ihrer Rechte und Forderungen dahier aus der Registratur cinzufinden und dem Recht abzu» warten. Verordnet beym Marschallnaml den rzten April 179 z. Carlsruhe. 2 " einer gangbahren Apotheke im Breisgau, darinnen etwas zu profitiren ist, wird cm Mgcr Mensch von honette» Eltern und guter Erste» hung, unter billiqcn Bcdingnissen täglich in dir Lkhre gesucht. Das Nähere ist in Carlsruhe im Zeilnngs Comptoir zu erfahren. Carlsruhe. D ^ Hochfürstlich Markqräflich.Badische und Herzoglich Sachsen - Hildburghaußische Zahoope. rateur, Hirsch Salomsn, rekommandirl seine Ankunft, er nimmt die faule, schmerzhafte und ansteckende stumpft und unbrauchbare Zähne mit der größten Geschick« lichkit heraus; ohne ju befürchtroz.daß de? Kiefer rP 71' ) —-1 geringsten Schaden leidet. Er psttzt auch die Zahne mit seinem approdirttn Zahnpulver und vertreibt den üblen Geruch aus dem Mund, ohne zu befürchte», daß die Glasur der Zähne Schaden leidet. Er ver. treibt auch die Hünecaugcn und eingewachsene Nagst im Fleisch ohne Gefahr und Schmerzen zu leiden. Er bittet fich aus sich in Zeiten zu melden. Sein Aus» enthalt wird hier nicht lange seyn, logirt im Ritter. Dir Armen bedient er unentgeltlich. Durlach. Allda sind drcy viertel von einer große» Scheuer und cm schöner Keller mit Weinfässer zu 45 bts 52 Fuder zu verlohnen. Nachricht gibt Wesfalls Herr Pssthaltcr 8ischer in Carlsruhe und die Bnefpost in Duriach. Durlach. Demnach die ohnlängst ohne Kinder verstorbene Ehefrau des hiesigen Burger und Bier« wirst) Christoph Cichtenfels, Jacobina Latharma Elisabeth gcbohrne Scbcrerin in ihrem kurz vorher errichteten Testament gedacht ihren Ehemann zum alleinigen Erben eingesetzt hat. Als wird dieses ihre» längst abwesenden Brüdern, nrmlich r) Johann Wilhelm Scherer, welcher ehehin nach Amerika ge» gangen und dorten Schiffkapitain geworden styn soll, 2) Johann Thomas Scherer, der sich als Schuma. cher in der Gegend von Genf ekablirt und z) Ernst Scherer, welcher auch nacher Amerika gegangen, dort aber dem äußerlichen Vernehmen nach gestorben seyn soll und ihren allenfavstgcn Erben bekannt gemacht und der Aufruf an dieselbe erlassen, baß sie in Zeit von 6 Monat bas Testament entweder selbsten oder per Nsnäatsrios einschen und sich erklären sollen, ob sie dasselbe anerkennen wollten, oder ob und welche rechtliche Einreden vorzubringen gedächten, im Unter» blcibungsfall aber haben sie zu gewärtigen, daß nach Vorschrift besagten Testaments verfahren werde. Verordnet bey Oderaml Durlach den izlen April * 795 . Rastatt. Jacob Siegel, ein verheirathcter Schll. sicr von Dreyfen aus dem Nassau Weildurgischen Amt Kirchhejm Polandcn, welcher schon vorher wegen eines begangnen Verbrechens von Haus entwichen ist, hat sich eines in Gesellschaft Philipp Jacob Jungen von Königsbach in der Nacht vom 26. auf den 27. Jan. 1794. r« Hügelsheim, disseikigen Oberamts, bcgan. genen beträchtlichen Pferde. Diebstahls aufferst ver» dächtig gemacht, sich aber, ehe man seiner Person habhaft werden können, aus hiesigen Gegenden entfernt. Er Jacob Siegel wird daher unter An, brraumung eines z monatlichen Termins hiermit öffent. lieh vvrgeladen, um sich wegen des ihm zu Last lies genden dringenden Verdachts bey hiesigem Oberamk in verantworten, ^widrigenfalls er des Verbrechens für ( 272 ) «Verwiesen erklärt, der Fürstlich > Badischen Lande ver. wiesen und sein Namen an den Galgen geschlagen werden solle. Verordnet Rastalk bei Oberamt den szten Merz 1795. Rastalt. Verfloßnen Donnerstag den 16. dieses ist tst ein fremder Mann, der sich für «inen Uederrheincr und zwar von Weissenburg, jedoch ohne sich zu nennen, ausgegcden, mit einer Beltelnihr nach Oetkigheim, hiesigen Odeiamrs gcdrachl worden, welcher auch noch nemlichen TagS daselbst verstorben; zur Nachrichr für diejenige, welche mir dem Verstorbenen in Blutfreund. fchaflö. oder andern Verhältnissen stehen möchten, wird hiermit öffentlich bekannt gemacht, daß derselbe eia Mann von cilich und Lo Jahren, mager, etwa 5 Schuh groß gewesen und einen schlecht» zwilchenen Avck, eben solche lederne Hosen und graue wollene Strümpfe an, auch ein blaues Camisshl bey sich ge. habt habe. Rastall bey Odnamt den 21. April 0795. Laden. In der hier zu Baden mit landesherrlicher Eclaubmß errichteten Lichter und Saiftn Fabrique «erben aller Gattung durchaus sehr gut und schöne gedunkte Ranziger Lichter zu 4. 5. 6. 3. oder 10. auf das Pfund» auch zwcylachrige Tafel. Lichter zu 4. «der 5. auf bas Pfund und sehr guie Saife in zer. fihiednen Sorten und Preisen fadricirr, wer hieven en Aros des geringsten, Viertels Cenrner weiß verlangt, beliebe sich unter Addresse, an die Lademer Lichter und Tarsen » Labrique zu Baden zu wenden und versichert zu seyn, daß er mit schön und guter Waare in billigem Preiß werde versehen werben. Baden den s8ten April 1795. Sadenrverler. Alle diejenige, welche an das ver schuldete Vermögen des gewesenen BinzenmüllerS Adam Renkens von Wolscnwcürr, etwas zu fordern haben, sollen sich bey der auf Montag den uten künftigen Monats May angcstelltcn Liquidalions und Puo- rikäls-Handlung mil ihren Urkunden um so gewisser zu Wolsenweiler auf der Gememmstube ver dem Com- mlssario einstndcn, als man sie bey nichl geschehender Erscheinung mit ihren Forderungen abweifea wird. Verordnet Müllheim den 7ien April 1795. Hochberg. Der seit 20 Jahren abwesende Balsar Renh von Weisweil hat sich binnen 9 Monaten, entweder sechsten, oder durch einen hinlänglich Bivoll- mächtigttn dahier zu meiden und sein Vermögen in Empfang zu nehmen, widrigenfalls zu gewärtigen, daß solches seinen nächsten Anverwandten sr§a eaurlo- »em ausgefolgt werde. Verordnet bey Oberarm Em, menttngen den 22. April 1795. Sivdeisingen. Ifac 8rioürich Ruoff, Strumpf« Weeber, ledig, alt 24 Jahre, Lhliüoph Kriedrich Ganzhorn, Schreiner, ledig, alt 19 Jahre, und Johann Christian Seeger, Wtkbsr, ledig, all sr Jahre, sämtlich vrrburgert allhier, werden htemkt tdir laliter vsrgeladeu, a Dato innerhalb z Monaten welcher Termin ihnen zum rüen 2ten und zren m» gegeben wird, bey Verlust des Burger. und Unlertha neu. Rechts, dahier sich einzufinden und vor Oberain zu stellen, um als ausgewählte Rckrouten Militair Dienste entweder in Person zu leisten, oder an ihrer Statt dienstküchlige Leute anzuwerden. Im Richter, scheiunngs, Fall aber haben sie sich selbst zuzuschrei» den, wenn von ihrem anerstorbencn - oder von dem ihnen über kurz ober lang anfallenden Vermögen ihre einstweilige Stell - Vertrettrr nach Maßgab gnädigsten RescriptS vom üLten Febr. d. a. ausgeiößt und em« schädigt und sie in den blsssilig Herzogl. Landen nicht mehr geduitek werben. Sign. Sinbelfingen, den sz. Merz 1795. Gberamt allba. Carlsruhe. In Macklors Hvfbuchhandlung allhier ist wieder angekommen: Llrchenholz (I. W. von) Krieg in der Venbee L St. 8. Leipjig u. Hamburg. 1794. 24 kr. Briefe des Feldmarschalls Prinzen von Koburg an Jhro Majestäten von Oesterreich und Preuffen m Betreff seiner geforderten Entlassung als Chef d'Ar« mce. 8 - 1794. 15 kr. Bemerkungen über die dem Herzog zn Sachsen. Koburg K. K. GeneralftldmarschallS angedichtele Briefe 8 . 179Z. kr. Lalendcr Beyträge und Bemerkungen ökonomische zur Landivirthschaft auf das Jahr 1795 , ober Uv» terrichr für den Landmann rc. als Fortsetzung teS ehemaligen Lanbwirthschasts-Calenber. gto Stult» gm dt. 12 kr. Dispensatorium deutsches oder allgemeines Apolhkcker. Buch nach den neusten und besten lateinischen Dt. sprnsator'.cn und Pharmacopöen, von Pfingsten. Zwcyte vermehrte und verbesserte Auflage, gr. 4t» Frsl. und Lpz. 1795. Z st. Zs kr. 8lora, Demschlands Töchtern geweiht, zier Jahr» gang 2tes Bändchen, 4tts H-sl. 8. Tübingen. Garkenbuch vollständiges von Müller, 2 Theile. 8. Slullgardt 1794. 48 kr. Leben Hanns Kiek in die Welts, Reisen in alle 4 Welllheile und ken Mond. 8- Hamburg 1795 ^8kr. Leiden de? jungen Werihers, von Göthe 2 TheUe, neue Auflage. 8. i? 95 - 24 kr. possrlks europäische Annalen, Jahrgang 1795, Zte- Stück, gr. 8. i 79 Z> Tüblngen. Rechenbuch Schmal;rjeds vollständige Anleitung zur Reiflichen Rechnung. 8. Sluttgardt 1791. 1 fl. Schmids (I. C. E.) Bauern Calhechlsmus, oder auf Vernunft und Eriahrung gegründeter Unterricht m der Landwikthschast, 8. Arft, u.Lpz. I 79 ö. 54 kr«