Nro. 8Z. Pag. 42;. Karlsruher Zeitung Montags d e n iz. I n l y. 9 5 . » 7 Mit Hochfürstltch. Markgrafltch. Badischem gnädigstem privtiegko. Aachen, vom -y Iunv. Die Volksrepräsentanten, Gesandte zu Berlin das Bündniß mit Frankreich habe Merlin von Thionville und Jouberl, haben zu Luxem» übergeben wollen; man hätte ihm aber bedeutet, sol-, bürg folgende merkwürdige Proklamation ergehen lassen: ches zu unterlassen, weil man von einem noch nicht i) Die Stände des Fürstenthums Luxemburg sind auf.- anerkannten Gouvernement nichts annehmen könne, gehoben. 2) Die Glieder der Cenlraladministration, Wien, vom 4. July. Aus Ungarn sind 2 be- welche gegenwärtig zu Luxemburg sind, werben befch» trächkliche Transporte französischer Kriegsgefangner hier ligk, sogleich die Briefe, Register, Archive und Staats» vorbey gegangen. Sie werden nach Kehl, Strasburg Protokolle, unter Siegel zu legen, z) Die Centralad- gegen über, gebracht und daselbst ausgewechselt. — minisiratron, die ihre Sitzung zu St. Hubert hielt, Die hiesige Generalität und mehrere StadsofficierS soll dieselbe nach Luxemburg verlegen u»d zwar an den werden dem Feidmarschall Bender eine Poststaüon Ort, wo sich ehemals die Stände versammelt hatten, weit entgegen gehen und ihn fcyerlich empfangen. Der 4) Sobald die Ceniralabministration in ihren neuen Fürst von Walveck giebt ihm am Tag seiner Ankunft Wohnort eingesetzt seyn wird, soll sie die Siegel ab» ein prächtiges Gastmahl zu 84 Gedecken, weil der nehmen und die Papiere, Register rc. der ehemaligen Feldmarichall 84 Jahr alt ist. — Die Bewegungen Stände unicrsuchcn und zwar in Gegenwart der vor- der Russen schränken sich bis itzt noch blos auf Märmaligen Glieder und des Gerichtsschreibers dieser sche und Lager bcy Warschau ein. Der Baron von Stände. Barkensiem ist noch hier. — Von unfern Kriegsan, Mörs, vom zo Iunp. 'Die Nachrichten, die grlegenhciten ist es ganz still, alles, was man im Pu, vom Urtcrrhein heraufkamen, sind sehr bedenklich. Bei dlikum hievon sagt, ist, daß ein Theil der Kaiserlich, Mö s hat sich der Feind stark versammelt. Alles, was Königs Armee Bcfehkrhalten habe, sich an dem Rhein zum Brückenbau nöthig ist, wird in hiesige Gegendge- hinaufbls in das Brejsgauische und die umliegende Gebracht. In Düsseldorf ist alles in Furcht und Schre. senden zu ziehen. Um diese grosse Bewegung zu er, km, weit die durch den Basler Frieden diesem Rhein. leichtern, ist vox 5 Tagen ein Transport von z Mil- Ufer einigermaasenjugeficherkeNeutraliiäts-Frist bald vcr. lionenGcld von hier in General Clairfaits Hauptquartier strichen ist.—Dev zwischen der Maas und dem Rhein lie. abgegangen. Die Kaiser!. König!. Transportschiffe gendcn Gegenden sind von neuem 22 Millionen Contribrr. mit Getraid passiren ungehindert auf der Elbe bey tion aufgelegt worden. Achtzehn dazu soll die Geist- Magdeburg und Preußischer Seits hat man sehr ftmnb, lichkeir und der Adel beischi ßen. Diese sollen noch schaftlich, weil das Wasser schnell gefallen und die gros, vor dem b. August entweder in baarem Geld, ober sen Schiffe nicht m hr recht fort konnten, das Getraid Assignaten nach laufendem Werth, also 18 Li».Papier in Preußische kleinere Schiffe umlaken lassen, für i Lio. im Geld entrichtet werden; widrigenfalls Bamberg , vom 4 July. Ein neulich von Brüs» wird die ganze Erndle auf Rechnung angenommen. sek hier angekommner Frcm'er hak von Brabant kol» Wien, vom z July. Dem hiesigen Hof hat der gende Umstände mitgebracht: Die Franzosen halten PreuMche bekannt machen lassen, daß der holländische die beste Mannszuchr. Jedes auffallende Betragen ( 424 ) wird auf der Steke mit der Todesstrafe belegt. — Ein Affignat, weiches in Paris 820 Lio. gilt, hat in Brabant nur einen Werth von 620. — Auf dem Markt wird gar kein Assgnat angenommen. Nur bey Kausieuten sind sie gangbar. — Die Provinz Namur hat sich bis itzt mit glücklichem Erfolg gegen ihre An. nähme geweigert. —^ An Lebensmitteln ist gar kein Mangel. — Franzosen und Niederländer bezeigen sehr viel Hochachtung und Ncrgung gegen den Kaiser, weil er bey dem zeithcr geführten Krieg keine unedlen Kunst, griffe benützt hat. — Gegen bas Eingehen in Bra. Hanl zeigen dir Franzosen keine Schwierigkeit; aber gegen das Ausgehen setzen sie sich auf alle Art und Weist. Müllheim (bey Basel) vom 6 Iuly. Marschall von Castries ist von Eisnach nach Verona vercißt. Prinz Ksnde hat von Monsieur folgendes Schreiben erhallen: Mein Vetter! Ich bin gerührt, wie es auch seyn muß, über die Empfindungen, die sie mir wegen des unersetzlichen Verlustes bezeigen, den ich in der Pcrfon des Königs, meines Herrn und Neveu, erlitten habe. Wenn etwas meinen gerechten und liefen Vchmerzlin. dern kann, so ist es die Theilnahme derjenigen, die mir lieb sind. Frankreich verliert einen König, dessen glück« liehe Eigenschaften, welche ich aufblühen sah, den würdigen Nachfolger des Beste« der Könige, ankün. digten. Es bleibt mir nichts mehr übrig, als die Hilfe der göttlichen Vorsehung zu erflehen, mich würdig zu machen, meine Unlerthanen wegen eines fo grossen Unglücks zu entjchädigen. Ihre Liebe ist der erste Gegenstand meiner Wünsche und ich hoffe einstens, wir Heinrich IV. mein Königreich wieder zu erobern, oder wie Ludwig Xil. de» Tutel eines Vaters meines Volks verdienen zu können: sagen Sie de» braven Edelleuten, den getreuen Truppen, über welche ich Ihnen das Kommando anvertrank habe, daß die An. hänglichkeit, welche sie mir durch Sie bezeigen, schon für mich die Morgenrölhe dieses schönen Tags ist und daß ich sonderlich auf Sie und diejenige rechne, um sie völlig hersüc leuchten zu sitzen. Ich wiederhole Jh. neu mit Vergnügen die Versicherung von allen den Gesinnungen, mit welchen ich bm, mein Vetter. Donaustrsm, vomjiIuly. Der Adichluß der Berath» schlagungen am Reichstag in Betreff der Friedensangele« genheiten istwi küch den z. dieses (wie wir dieics in unscrm lktztcn Blatt in dem Abschnitt, Regcnsburg, bereits angekündigt haben) zu Stande gekommen. Das Rcichssiädltsche Kollegium, deffrn Glieder beynahe alle, einige wenige ausgenommen, gegen die Verwendung des Königs von Preußen gestimmt hatten und deswegen ein eignes Gutachten an das Reichsoberhaupt erlas, sen wollren, sind endlich auch die Srimme» der kur. und fürstlichen Kollegien in Betreff dieses Punkts, je. doch sind jps l-akl , beygetreten. Dieses Itzt erfolg, le vollständige Reichsgutachten, welches in einer Krise des deutschen Reichs und unter Umständen abgefaßt worden ist, wie die Geschichte deren wenige und viel, leicht keine aufzuweisen hat, ist ein zu wichtiges Denk, mal, als daß wir dasselbe unftcm lesenden Publikum nicht mittbeilcn sollten. Wir liefern es folglich hier umständlich. Nachdem man in allen drcy Reichskollegicn das Kaiser!, aürrgnädigste Hofdekert vom iy. ocs Monats May in Vortrag und Umfrage gestellt hat, so ist dafür gehalten und beschlossen worden, daß eS r.) Fordcrsamst als ein neuer Beweis der redlichsten, sich immer gleichen Fürsorge für das B ste des Reichs dankbar zu erkennen sey, daß Ihro Römisch Kaisers. Maj. die allgemeine Neichsversammlung von dem Voll« zug des allergnädigst genehmigten Reichsgntachtens vom 22. Dcc. vorigen Jahrs genau zu unterrichten, die nähere Bestimmung, wie das besonders vordehaüne Zuthun des Reichs und dessen Konkurrenz zu den Frie» denSunterhandlungen in Wirklichkeit und Ausübung gebracht werden soll, frühzeitig zu verlangen und zu Eröffnung aller Mittel und Wege, welche man zuEr« reichmig des groscn Zwecks eines dauerhaften und an. ständigen Friedens beförderlich erachtet, die Veranlassung durch bas höchstverehrliche Hoftekret vom May der allgemeinen Reichsversammlung zu geben geruht haben, daß sofort 2) Der beharrliche Wunsch und Entschluß des Reichs dahin gerichtet bleibe, in ungctheiltec und unwandel, barer Vereinigung sämmtlicher Reichsstände mit dem RcichSoderhaupt einen allgemeinen Reichsfrieden im Weac der Constitution und durch denselben die Wieder. Herstellung der Integrität seines Gebiets und die Sicherheit seiner Verfassung je eher, je besser auf eine dauerhafte Art zu erhallen. Daß zu.dem Ende z) in der dermaligen Lage der Sachen die Geneigt, heit und Bereitwilligkeit des Reichs zu Eröffnung der Fciedknsunterhandlungen zwischen beiderseitige» B-'voll. mächtigten in Frankreich zu erklären, und sich üSer die Zeit, und den Ort der wechselseitigen Zusammenkunft vor allem zu vereinbaren seyn werde. Daß 4) diese erste Einleitung lediglich Ihrer R. K. Ma. jestär auf eine Art, wie es Allerhöchstchro Weisheit am angemessensten dünke, in ehrerbietigem Zutrauen an, heim zu lassen, jedoch das Ersuchen beyzusügen sey, selbige m allerhöchst Jbrem und des Reichs Namen zu machen, sic nach Möglichkeit zu beschleunigen, zu dem Ort des Kongresses die Reich stuft Frankfurt, wenn dadey kein besonderes Brde-rken obwalte, sonst «der eine andre gulgeregne Stadt i« Vorschlag zu brm, ( 4r; ) gen, für Pie gänzliche Sicherheit des Kongresses die vorsorgliche Ueberemkunfl ;u lr>ffen und zugleich den Bedacht darauf zu nehme», daß (wo es ohne Nach, theil für die Fncdcnsuntechanblimg geschehen kann) wo nicht ein Waffenstillstand, wenigstens die einstweilige Einstellung aller Requisitionen, Lieferungen und Verheerungen erzielt werden möge und wie alles dieses erreicht worden, der Rcichsversammlung die Nachricht zugehen zu lassen. Daß Z) zur gewissen Erreichung dieses Zweckes Ihrer Ma, jestät dem König von Preußen das zuversichtliche Ver- trauen und der Antrag des Reichs zu erkennen zu ge. den scy, daß Höchsidiefelben zur Erreichung eines all. gemeinen, die Integrität und Verfassung des Reichs sichernden Friedens, nach ihren öfrern freywilligen, trostoollen Versicherungen, ihre beyhülfliche Verwendung und Mitwi kung eintrelen zu lassen geruhen werden. Daß man 6) während Ihro Kaiser!. Maj. die erste Einleitung in vorstehender Maaft zu treffen beschäftigt seyn wer. den, die Bcralhschlagungen über die übrigen Punkte de- allerhöchsten Hosdekrels fortgesetzt und baldmög. lichst über dieselbe der weitere Schluß befördert werden solle; welches alles dann 7) an Ihro Römisch Kaiser!. Mas. mittelst eines zu erstattenden all runterthänigsten Reichsgutachrens zur fordersamcn allerhöchsten Genehmigung allecgehor. samsi zu bringen sey.-Das Conclusum des Fürstenraths wurde auch vom Chursürstl. und Reichsstädtischen Collegium angenommen und ist die Grund, läge des nun darüber verfaßten Reichsgutachlens, welches daher, wie man sich in unfern Gesellschaften äus. ftrt, zu allerscitiger Zufriedenheit ausgefallen ist. F rankretch. Paris, vom 2. Iuly. Die Tochter Ludwigs des XVI. ist endlich aus dem finstern Tempelgefängniß be- frcyt und mit den Frauen von Orleans und Bour. bon in ein Landhaus gebracht worden. Gestern hat die National - Convention folgendes Dekret erlassen: »Den nemlichen Augenblick, da Oesterreich die gefangnen Repräsentanten, Gesandten und den Kricgsmmister samt ihrem Befolg an die französischen Grenzen liefert, sollen ihm dieTochler Capels, des unglücklichen Königs Ludwigs X VI. und andre Glieder der BourbonischenFamilie dieFrankreich ver lassen wollen, zugesteül werden. « So nähmen sie denn balv ein Ende, die unverdienten Leiden dieses interessanten Geschöpfs, das sich durch eine schöne Seele und durch körperliche Reize so sehr auszeichne» soll.— Thisaut legte vor etlichen Tagen zwey Plane vor, wcl. che die Assignaten heben sollen; der erste besteht in cr- uem Anleihen von lautend Millionen, zu z Proccnt; der zweite betrifft die Eröffnung einer NationalsTontine, zu tausend Lims jede Aette gerechnet re. Nach drey Tagen sollen seine Plane untersucht werden. — Ei» Brief vom 17. Juny, den der General Hoche an die Drputjclcn Lansuinois und Ferment geschrieben, enthält sehr beruhigende Nachrichten über den Krieg mit den Chouans, den einige Personen mit so schrecklichen Farben ichilderten. Die Bewegungen der Chouans, sagt Hoche, sind nie weniger im Fall gewesen, Besorgnisse zu erregen, als itzt. Vom 24. bis zum 29. May haben sie tüchtige Schläge bekommen und cS dünkc mich in Wahrheit, daß auf dem Lund eine Re. voiution durch unsre bewegliche Cslvnnen bewirkt werde. Die Einwohner der Distrikte Sr. Brieux, Lam. balle u. a. weigern sich durchaus, die Chouans zu er. nähren und ich zweifle gar nicht, baß wenn wir fort, fahren, das Eigentdum zu schonen und die Kirchendiener in der Autüvung ihres Gottesdiensts zu schützen, das V-'lk gegen die Chouans ansstchen w.rd, wuche es drücken. Paris, vom z. Iuly. Heute meldete Gillet, im Namen des Heilsausschusses, die Armee i» Italien habe brry auf einander folgende Stege über die Oe. sterreicher erfochten. DirftNachcicht enthält ein Schreiben des Volks-Repräsentanten Chiavpe. Es ist daraus soviel ersichtlich, daß den 21. 22. und 2Z. Juny unsre Armee bey Vado angegriffen worden. Der Feind wurde nachdrücklich und mit Verlust von iooo Mann zurückgclrikben. Das allgemeine Gcschrey der .igsgcn Armee ist: Die Qesterreicher wollen in die Repuviick emfallen, wohlan! wir wollen auf Turin losgchen. — Unter den Neuigkeiten von Lyon ist vorzüglich die Z-rstrenungdtv Iesusgcsellschaft (die Jakobiner), die Fuichl der Ausgewanderten, die Zurückgabe von ro tausend Flinten; die Ankunft des Matts und össntli- chen Anklägers zu Paris und endlich die völlige Unterwerfung unter das Dekret der Convention, morgen witichgere umständlichere Nachricht davon. Bericht aus Scm Hauptquartier 8inal, vom 2Z. Juny. Von dem Volksreprasenlant Dumas und dem General der Aloen, und Italienischen Armee Keller, mann an den H-ttsausjchuß im Auszug: Durch unsre gestrige kurze Depeschen haben wir Euch von den Maas, nkhmungen in Ansehung der Communication mit Sa- vona, welche zu erhalten wichtig war, Nachricht' gegeben. Aus den Bewegungen der Qesterreicher bey diesem Umstand, der Stellung ihrer Truppen, ihrer An, zahl und allem konnten wir wahrnehmen, daß unsre Armee von den Feinden auf allen Punkren würde angegriffen werden. Wir haben schon zu Vado die Wirkung dieser drohenden Dispositionen gesehen; wir kön, ncn Euch aber melden, daß dieses Vorspiel für unser» Feinb nicht glücklich gewesen. Gestern Mittag haben zehntausend Qesterreicher in vier Coionnen ge- theiltz 7 Stunden lang «»fern Vorposten Vad» ( 426 ) und Trrfatio heftig angegriffen. Eine starke gegen die Vado Brücke sich ausdehnende Coionne griff den Posten dieser Brücke an, welcher der überlegnen An« zahl weichen mußle. Diese Coionne, glaubte sich den Berschsnzungen nähern zu können; die Canonen der Vrichanzung machten ihr aber so warm, daß st« halten mußte. Die Brücke wurde sogleich mit dem Bajonett wieder eingenommen und der Feind gezwun« gen, sich jenseits wieder zu sormiren. Ern« andre Colonne zog sich gegen Cgapclle Delmont, das mit Grc« nadiren besetzt war, die sich nach der ihnen gegebnen Ordre an das Lager bey Termno anlehntcn. Die Feinde kamen den Berg herunter und stellten sich an den Fuß des Tersuno in dem Bett des Srroms bey Cuglrano in Schlachtordnung. E-^e Batterie von 2 Haubitzen und einem 12 Pfündner konnte sie reichen, «ine Disposition- die den Abend vorher von dem die Artillerie kommaabirenden Brigade Chef Manfort war gemacht werden. Aus dieser Batterie feuerte man so zu rechter Zeit, daß die Feinde in einem Augenblick in Unordnung gebracht waren. Nach dem Bericht des DtvisisnS « Generals Freyttc wurden die Oesterreicher i>ey ihrer Deployrung mitten im Thal Cngliauo durch das Feuern aus dem Lager bey Tecsano sehr übel lugerichtct. Wir haben 12 Tobte und zz Bießirte gehabt; der Verlust des Feinds belauft sich auf zoo Todre und zoo Bleßirte. General Laharpe aber giedt Len Verlust des Feind» auf 500 Tovte an; er will solches aus der Anzahl der Pantalons, deren sich unsere Grenadiers bemächtigt haben, behaupten. Morgen die umständlichere Nachsicht von den besonder» Actio« rien, dieses Tags so wir von den übrigen Vorfällen; denn es hat das Ansehen, als ob uns der Feind in andern Stellungen angreifen wolle. Grosbrittanien. Lsnden, vom s6 Juny. Aus Plymouth wird unterm 2Z. Juny folgendes gemeldet„ Diesen Mor» gen kamen Hier die Amerikanischen Schiffe, Betfty von Philadelphia und Sl. John von Salem, mit ei. »er nach Nantes bestimmt geweßnen Ladung von Mehl und Brod an, welche von dem Geschwader unter Be fehl des Admirals Cornwallis angehalten und hleher gesandt norden sind. L«e melden, daß eine große Kauffahxreyflotte , wovon sic selbst ein Theil waren, vor üqiich mit Lebcnsmmcln beladen, von Sr. Scba. stian unter Bedeck mq von z Linienschiffen und einigen Fregatten nach Frankreich regelte, unterwegs aber bey Bclteisle obiger Eskadre unter Admiral Cornwallis in die Hände fiel, welche 8 sranzösischc Prev'antschiffe, «in holländisches «mmuniuonsschiff und z Amerikaner wcgnahm. Es ist wahrscheinlich, baß seitdem noch »mehr Prisen gemacht worben sind, weil die Eskabre noch auf die Convoy Jagd machte, di« sich mit der größten Eilferiigkeit zu retten suchte. Admiral Coin« walliö hat 2 Fregatten au Vas Ufer und die z bjuien. schiffe nebst 7 andern Fregatten unter ihre Batterie« getrieben, von welchen bas Kanoniren auf dem britli- scheu Schiff Phaeton ü Matrosen tödlete. Die britli, sche Eskabre feuerte heftig auf die französischen Krieg», schiffe, welche schrecklich zugrrichlcl sind, aber wegen ihrer Nähe an der Küste enlwuchken.« — Durch ein Postschlff, welches in 21 Tagen von Halifax zu Fol« moulh angckommeu, ist die Nachricht emgegangen, daß unsre Fregatten Thetis von zz und Husar von 28 Kanonen auf die französischen Fregatten ta Scmil« lanie, ia Pourmwaate, ia Raison und 2 Fiütchiffe, jedes von 20 Kanonen, gestoßen sind. Nach einem Seegefecht von beynahe anderthalb Stunden strichen die sianzöstichen Kriegsschiffe Ia Raison und Ia Pour« suwanlk die Segel und wurden nach Halifax aufgebracht. Elstreö führte 20, daS letztre 24 Kanonen. Sie sind aber von größrer Bauart und eistrcs ist zu 40 und letztres zu 64 Kanonen gebohrt. Auch die französische Fregatte, la Semilanke von 40 Kanonen, Hakte schon die Segel gestrichen, entkam aber mit de« deydcn noch übrigen Fiütschiffen, da unsre Fregatten nicht im Stand waren, sie zu verfolgen. Die Fregatte Thetis haue 12 Tobte und 6 V.rwunbete. Auf den französischen Fregatten sind viele Leute geblieben. — Von der Expedition der Ausgewanderten gegen di« französische Küste hat man noch keine weit« Nachricht. Es heißt zwar, daß die Landung bereits an der Küste von Mordihan geschehen sey; allein diese Nachricht ist noch eben sv wenig zu verbürgen, als diejenige, baß -er Admiral Cornwallis in einem neuern Gefecht ff cingeschiffl worden und wird nach Cuphaven gebracht. Spanten. Madrid vorn 7 Iunp. Den Z dieses wurde der Marchese Jranda von seinem Landgut an den Hof berufen, wo er mir dem König, der Königin« und dem «rstcn Minister «me lange Unterredung Halle und dann «ach St. Sebastian abreißke. In dieser am Fuß der Py'enäen liegenden Stadt befindet sich bereits der französische Unterhändler Bourgoine, der vor der Revolution französischer Gesandter in Madrid war. Die Sendung des Marchese Jranda deutet ohne Zweifel aufernsrhaste Friedensunttrhandlungcn. Er ist ein Mann von vielen Talenten und von grosser poliliicher Gewandhell. Trotz Leines Alkers von 72. Jahren ist er noch sehr munter. Schweiz. Lasel, vom 6 July. Indem EssaSfängt itzt das Korn an, im Werth beträchtlich j« fallen. Der Saek der vor einiger Zeit 16 Neuelhaler galt, kostet ictzi ro. Es zeigt sich auch, daß nicht der wirtliche Mangel, sondern der Wucher der Leute und bk Nedcrumstände der Revolution, die Tbeurung in vielen GearrdenFrank. rcichs hervorgedracht haben. Alle, die ans diesem Land kommen, können nichl genug den Segen rühmen, den die Kornfelder und auch die Wemstöcke versprechen; fvsonkerhcil festen lehre in den Gegenden von Bordcaur so ausserordentlich schön ssyn, daß, wenn die Mitteilung ferner günstig ist, man kaum Fässer genug ha, den wird, den Weinaisszuheben. Arhnliche erfreuliche Bericn. .wegen dem Abschlag der Früchte und der Hoffn - meinem ergiebigen Jahr Hak man auch Bus Italien. G e n u a. Genua, vom 24 Juny. Den 2l. hieß brach plötzlich ein Theil der kayf. Truppen aus dem Lager .von Carcare auf und mar,ch>rle in z. Colonnen gegen Eavona, (im genuesischen Gebiet gm mittelländischen Meer. L. deutsche Meilen westlich von hier-) bey Makona stiesseu sie zuerst Ni f eine ftauzöfi,che Batterie, die sie erobntenr Heute ariffei' sie mehrere Hauvlbat, tericn der Franzosen, in Z. Cvionnen, 10,000. Mann stark an konnten sie aber nicht übrrwäittgen. Das Gerecht lauerie 7. Stunden. Der Verlust der Kaiserii- che« soll 320. Tobte unp 500. Verwundete Mn. Unter letztem befindet sich der General Burkarkn und s.- Odristlieutenanes von Nadastiund Alvinzr. Der sranzö, sifche Verlust ist noch nicht bekannt, nach Generat la Harpes Bericht besteht solcher m 15 Tovten und zz Verwundete. Morgen soll es zu neuen Angriffe» kommen. Genua, vom 25 Junp. Der den 20. dieses von dem französischen General Laharpe gemachte Angriff war blos eine Recognoscirüng. Nachher ereignete» sich ernstlichere Vorfälle. Die Dispositionen beckersei» tiger Armeen waren folgende: Die Fra zosen ha len 3 sehr starke Posten besetzt, Vads, St. Jaqucs und Bar« danettv; darinnen waren io bis 12 tausend Man» und eine furchtbare Arljllrrie verkheibigle ihre Verschan« jungen; Eme Strecke vor Vado war ein Corps der Armee unter den Befehlen des General Laharpe von io b °. l2 tausend Mann , welches sich bis nahe aa Savona ausdchnle. Die Oesierrelcher setzten sich in der Ebene bey Bragno, ihr linker Flügel stieß bis auf eine Meile von Savona. Auf diesem Punkt waren sie am stärksten: die Macht, die der Division des Gene, rals Laharpe gegenüber stund, dellef sich auf 18,002 Mann Infanterie und 1200 Mann Kavallerie. Die Festung Savona schien der erste Gegenstand beeder streikender Parlhien gewesen zu seyn; unsere Regierung aber, welche standhaft in ihren Neuiraliläts Grundsätzen und entschlossen ist, ehre Unabhängigkeit zu behaupten , ist bereit, jeden Versuch auf diesen Platz mit Gewalt gdzuwciien; kicks »fuhren die Franzosen und hie Oesterreich» nacheinander. — Den 22. Morgens in aller Früh zogen sich hie Oesterreich» in z Colon» ncn in die Ebene herunter, davon die stärkste sich auf Mabona von Savona ausdehnte und General Lahar« Pe schickie Zoo Mann unter den Befehlen des Generals Dupurs unler bre Kanonen der Festung; Dieser bat den Kommandanlen um die Erlaudniß- seine Trup, pen hineinzusühren und erbot sich, die Verlheidigung des Platzes auf sich zu nehmen, dessen, wie er sagte, die Oeftcrrerchcr sich bemächtigen wollten. Die Bitte wurde abgeschlagen und da r«e Franzosen sich Nach, mittags dennoch der Festung bis auf einen Flintenschuß genähert Hallen, wurde sogleich von den Genue. fern aus sie gefeuert, bis sie Hall machten. Der Kom. Mandant ferligte sogleich den Odrist Svmvla an de« General Laharpe mit Dcp-schcn ab, wodurch er den französischen General ermahnte, «r möchte ihn nicht nölhigen, baß er das Aeußerste ergreifen müßte und auf einem Entschluß nicht harioäcklg beharre», welcher das gute Vernehmen beeder Republicken unterbrechen könnte. General Laharpe antwortete, seine Absicht wäre nicht, Savvna gegen den Willen des Comman. danten eilizunchmen und wenn man sogar gegen das srantösische Bataillon Gewalt brauchen würde, so wollt ( 428 ) er sich lieber bis aufdrn letzten Mann aufreiben lassen, als seine Waffen gegen diesenPlatz zu wenden. Dem zufolge ließ man die Franzosen ruhig unter den Kanonen von Savona. Den 2z. da sich die Oesterreicher mehr und mehr näherten, rccognoszirte sic General Dupuis mit zoo Mann, wurde aber bald zum Rückzug genölhigt, da die Oestreichcr, die ihn verfolgten, zu stark waren, izo Franzosen gelang es, ihre Verschanzungen hinter der Brücke wieder zu erreichen, die izo übrigen aber, die nicht Nachkommen konnten und sich abgefchnitlen sahen, -ohen unter die Kanonen des Platzes und bald darauf auf das Glacis, um den Oesterreichcrn zu ent« kommen, die ihnen immer nachsetzten. Die Festung, nach den gegebnen in solchen Fällen gewöhnlichen Sig« nalen, gab Feuer auf die Oestcrreicher und bleßirke ihnen 17 Mann. Der Ocsterreichische General begehrte vom Kommandanten der Festung, chm die Franzosen, die sich unter den Platz geflüchtet hatten, «ls Gefangne auszuliefern; der Kommandant schlug es ab; die Franzosen ficngen sogar wieder an, auf die Ocstcrreichcr zu feuern und ködirtcn ihnen 8 Mann. Da becbe Befehlshaber, der eine auf seinem Begeh, ren, der andre auf seiner Weigerung beharcien, so wurde endlich vorgeschlagen, die Franzosen, nachdem man ihnen die Waffen abgenommcn, abziehen zu las. ftn und sie so in ihr Lager vor Vado zu schicken: Diese aber weigerten sich schlechterdings, diese Capi- tulalion anzunehmen; endlich nach vielem hin und her. reden kam man überein, sie mit ihren Waffen, unter Begleitung eines genuesischen Detaschcmenls zurück, kehren zu lassen, welche^gestern Morgens geschah. Dieser Zufall hak eine Convention zwischen dem genue. fichenCommandanten und den französischen und oster, reichischen Depukirten veranlaßt, vermög welcher keine der kriegführenden Parthcycn Verschanzungen erreichen darf, die nicht wenigstens eine halbe Meile von der Festung entfernt sind. Den 24. Mittags griffen die Oestcrreicher mir 12 tausend Mann die Franzosen auf allen Punkten in ihrem Lager vor Vado an; es war eine fürchterliche Kanonade, welche dis in die Nacht dauerte; die Oestcrreicher wurden endlich zum weichen gebracht; der Punkt, wo sie am meisten litten, war gegen der See zu, wo sie sich bemühten, die Batterien der Franzosen zu tourniren, diese Unternehmung glückte aber nicht und kostete sie viele Leute, besonders ihrer Kavallerie, da die Franzosen Bomben und Haubitzgra. «alen auf sie schleuderten, während sie auf der Chans, fte von Vado postirl war. Man gibt den Verlust per Oestcrreicher auf 6oc> Tobte an, die Anzahl der Bles. sirten ist weit größer. Das Spital von Savonna und das Schloß des Marquis von Mari sind mit ihren Blessirtcn angcfüüt. Der Vorfall ist noch nicht geendigt ; diesen Morgen mit anbrechcndem Tag hal die Kanonade mit der nemlichen Lebhaftigkeit wie gestern wieder angesangcn, un von Savonna angckommnes Schiff bringt die Nachricht mit, die Franzosen seyen noch keine handbreit gewichen und bcy seiner Abfahrt habe bas Treffen noch sorigcbauert. Vermischte Nachrichten. In venchiedncn deutschen Zeitungen ließt man um tcr dem Artikel Achen, die Basis zur Friedens, stiftung zwischen Deutschland und Frankreich, von weicher litzieccs nicht abweichen werde. Eine zu Luxemburg erschienene Proklamation der französischen Volksrevrasinrankea au die Armee enthält ähnliche Aeufferungcn. Im russischen Hauptquartier des Feldherrn Grafen von Souwarow, soll die Nachricht von Ihre Majest. der russischen Kaiserin« emgelrrffkn seyn, daß die okto- mannifchc Pforie sich nicht in du Angelegenheiten von Polen mischen werde, folglich von dieser Seite kein Friedensdruch zu befürchten fty. Nach neuern Nachrichten aus Genna vom aZten Iuny soll es gewiß seyn, daß die Oesterreicher den szlcn Iuny bey Tags Anbruch die Schlacht aufs neue in weil größerer Anzahl als den vorhergehenden Tag wiederholt hätten und so eben verbreitet sich die Sage, die Franzosen wären sodann an diesem Tag total ge« schlagen worden. Dißfallsige nähere Umstände sind ic« doch noch nicht bekannt. ' Erfindung. Informator Streng von Pforzheim, hat das schon so laug gewünschte Rad, welches ohne Wasser, ohne Wind und ohne Gewicht allein' geht, erfunden. Es gehl in einem so gleichen Gang und so scharf, als man es haben will und kann eingelassen und wieder gestellt werden, wenn man es verlangt. Man kannS auf alle mögliche Werker richten; wenn man bas Rad vergrößert, kann man die größte Mahlmühle, Ocl, schlag, Gipsstampfe» Segmühlc, Hanfrcibe und der, gleichen damit betreiben und kostet vielleicht kaum den -roten Theil eines Wasserrads, weil man hiezu keinen Wasserbau nöthig hat, und wie viele Gegenden giebt es, wo kein flieffnides Wasser ist und doch dergleichen Werker nöthig wären und von grossem Nutzen seyn würden. Auch kann man eS zu allen Maschinen gebrauchen, sie mögen stehen, wo sie wollen und mögen schon gemacht styn, oder erst gemacht werden, die durch Menschen ober Pferde betrieben werden; alle Gold- Stahl, und andre Schleifer können Nutzen dar, ans ziehen, die ihre Maschinen durch besonkre Perso, nen müssen betreiben lassen und sie in einem Jahr hoch zu stehen kommen, auch kann der Fall eintrelen, daß solche Personen oft krank werden, oder' nicht immer zu haben seyn. Demnach werden alle diejenige Liebhaber, die Nutzen daraus ziehen wollen, bis nächjUvnimendm 429 ) iten Srpt. Wichst eingeladen, dieses Werk, worinn das Rad sich befindet, ,u besichtigen, und welchen cs gefällig ftyn wird, einen Abriß davon zu nehmen; cs har im Durchschnitt nicht mehr als z Schuh und der Wclldaum 6 Zell, die Länge des Welldaums Z Schu und betreibt doch 4 kleine Segen, wo jede ein Z Zoll dickes Holz durchschneidct und ist lo einfach ausgesucht, als nur immer möglich, mit 4 Louisd'or ist man im Stand, eins von ,sichet Größe machen zu lassen, ob es gleich den Erfinder sehr viel gekostet hat. Der Preis ist auf jeden Abriß 22 Louisd'or, wenn demnach von teder Stadt und Amt- oder auch mehrere Aemter ihre viele zusammen legen und schicken einen ab, einen Abriß davon zu nehmen, würde es einen sehr wenig kosten. Sollten aber viele Liebhaber sich «infindcn, so könnte der Preiß noch etwas geringer werden. Wann etwa Einer oder der Andre nicht hie. her reisen wollte oder könnte, so belieben solche die ob« Genannten Summe an den Erfinder adzuschickcn, wofür Ihnen ein pünklicher Abriß samt einer demlichen Ec. klärung zuzesandk werden soll. Die Zeit zur Besieh, ligung wird deßwegen weiter hinaus verschoben, wcil eS auch in mehrern Länvern bekannt gemacht wird. Karlsruhe. Da die Anverwandte des abwesenden MetzgerknechtS Daniel Werners von Rußheim, um die Auslieferung dessen bisher i» Pflegschaft gestandnen Vermögens gegen Caution gebeten haben; so wird zufolge ergangncr Hochsürstlicher Regierungs-Verfügung derselbe, oder seine allenfalsige rechtmäßige Leibeserben unter dem Bedrohen vorgeladen, daß er, oder seine allenfalsige rechtmäßige Lsibeserben binnen 6 Wochen um so gewisser dahier erscheinen sollen, als ansonsten sein zurückgclaßncs Vermögen leinen nächsten Anver. wandten gegen Caulion wird verabfolgt werden. Verordnet bey Oberamt Carlsruhe den 4tcn July 1795. Karlsruhe. Die in den Niederlanden von ihrem Mann desertirte Kanonier Brikschin, gebohrne Rißlin vou hier, soll auf angebrachte Ehescheidungsklage ihres Mannes gcocn sie, wegen treuloser Verlassung, binnen 9 Wochen von heut an, vor hiesigem Eheqericht persönlich erscheinen und auf die Klage antworten, sofort des Rechts abwarlm, widrigenfalls implorantischer Kanonier Lrirsch seines Ehcbands für entbunden er. klärt, gegen imvloratischcn Theii aber bas Weitere auf Betreten Vorbehalten werden wird. Verordnet im Fürstlichen Ehegericht Carlsruhe den r. July 1795. Karlsruhe. Nachdem? Zerenillimus gnädigst geruht haben, denen zwiy Schipplischen Töchter» die Trübung der Wirthschaft ans dem ihnen erblich zuge. fallne» Dreyksuigswitths - Haus aus 8 Jahre lang zu gestatten und befragte Wirlyschafts-Heyaußung um in einen 4 jährigen auf Georgy 1799 sich endigten Bestand gegeben werben soll, zu welcher öffentlichen Verlchnnng Dienstag der rite dieses Monats Nachmittags 2 Ubr anbera'-mt worden ist; so wird anmit solches dem Pu- bliko öffentlich bekannt gemacht, mir dem Anhang , daß die allenfallsige Liebhaber« daS Wirthchaus zu denen Dreykönigen mir sc ne r Zugkhörungen indessen einfthen, das Nähere bey dem Pfleger der Schipp >» schm Kinder Sattlermeister werrmann vernehmen, und sich an besagtem Tag Nachmittags 2 Uhr in dem Wirthshaus zu denen Drcykönrgcn cinsinden und der Steigerung abwarten können, wobcv angemerki wird, daß der Steigerer wegen Bestandweiß r ttebernehmurig der Wirthschaft sich bey der Steigerung zu lcgitimircn habe, daß er hiezu hinlängliches Vermögen besitze» Verordnet bey Obcramc CarlSruhe den 9. I:>ly 1795. Karlsruhe. Der vor ohngesehr anderthalb Jahre» Schuldenhaldcr, böslich ausgetretene und seine Frau und vier Kinder treulos verlassen habende Bürger zu Maulvurg Johannes weyrer soll auf angebrachte Ehescheidungsklage seiner Frau gegen ihn, wegen böslicher Verlassung binnen 9 Wochen, von heut an, vor hiesigem Ehegcricht persönlich erscheinen und auf dl« Klage antworten, widrigenfalls die Klägerin, gebohrne Greleriun ihres Ehebands für entbunden erklärt, gegen Beklagten aber das Weitere auf Betreten Vorbehalten werden wird. Verordner im Fürst!. Ehegericht Carlsruhe den i7len Iuny 1795. Karlsruhe. Hr. Satzger fertigt aller Gattungen blasende Instrumente: Flöten, Hoboe, Clarinetten, Fagot, Flaschenetgen, Bassethorn und Servent, wie auch elfenbeinerne Tabariers, Buxmaßer und Billiarb. kugeln. Durlach. Den 22tcn Avril d. I. ist in der Nacht 2. z. 4. Uhr zwischen hier und Bruchsal ein versiegelt Paquet in Pappicr mit der Ueberschrifc, an das Postamt Bruchsai und mit emgeschloßmen 2 Briefe, an Herrn Brey und Iordas und Herr Parot und Compagnie in Frankfurt, vcrmuthlich verlohren gegangen. Demjenigen der es gefunden har und es noch in die D'-irlacher reitende Dost bringt, wird ein Douceur versichert. Rberg. Der böslich ausgetrettne Burger und Müller Joseph Rukenbrod von Altschweier soll längstens bis auf den 28. July d. I. dahier sich wegen seines Austritts persönlich verantworten, sonst wird er seines Unterthanenrechts verlustig), sein Vermögen dem Fisco verfallen erklärt und er der Fürstlichen Lande verwiesen werden. Verordnet bey Oderamt Bühl den zoten Iuny 1795. Badenweiler. Johannes Hemnster von Sk. Nick- laus w.rv öffentlich vorgcladen, bmnc» 6 Wochen vor hiesigem Oberamk zu erscheinen und auf die vom Sa- ( 43 <- ) mue! Annes zu Opfingen verlaßnen Ehefrau gegen ihn angebrachte Schwängerungs. unv Vatterschafts, Klage zu antworten ober zu gewärtigen, in Lontum». ciE für überwiesen und für den Vater des Kindes der Iennin erklärt zu werden. Verordnet dev Oder, Amt Müllheim den i. Iuly 1795. Badenweiler. Alle o»'jentge, welche an das ver, schuldete Vermögen der Mezger Johann Martin Annisrten Eheleute zu Opfingen, elwaS zu fordern haben, sollen sich bey der auf Montag den 2/ten Iuly angestellten L quidations.nnd Prioritäls ^ Handlung mir ihren Urkunden um so gewisser zu Opfingen in dem Ochsenwirthshauß vor dem Commissario einfinden, a!S man ste bey nicht geschehender Erscheinung mit ihren Forderungen abweisen wird. Verordnet bey Oberamt den 24km Iuny i 05. Röteln. Zur Schulden. Liquidation derer beeden Hanns Arg Rozlnr Vater und Sohns von Maul» bürg haben sich alle diejenige» welche ein Eigenihum, oder eine Schuld aus der Masse zu fordern haben, un» ter Mltbriagung ihrer Beweiße Mentags den 27ten Iuly dieses Jahrs bey Verlust ihrer Rechte und For, derungcn in dem Srraußwirihshauß allda cinzufinben «nd dem Recht abzuwarten. Verordnet bey Oberamt zu Lörrach den 17km Iuny 1794. Röteln. Alle diejenige, so eine Schuld oder Eigen» thumsrechl an die Ganntmasse des Wlltwers und Ket» tenschmidlS Lonrad Glatten in Huuftn zu fordern dermcinkn werden Hiemil auf Freitag den 77tenIuy 1795 ausgefordcrt, ihre Forderungen m und vor der Fürstl^ Smdtichreiberey Dchopfheim unker Mitdringung ihrer Beweise und Urkunden entweder in Person oder durch bevollmächtigte um so gewisser zu l quiviren, als sie wr-iten mir ihren Forderungen und Rechten mcht mehr angchört werden können. Wobcy noch bemerkt wird, daß die Cretitoren von irer bis i2ter Klasse das ganze Vermögen himvegnehmen und also für die Ccediloren in den nachfolgenden Ckassen garnichtsmehr übrig bleibt. Verordnet bey Oderamc Lörrach den 27. May 1795. Larlsruhc. In Macklots Hofbuchhandlung ist wieder gpfs neue zu haben: Darstellung der Neutraliräts»Linie, welche von Preuf» sen und Frankreich, in der den 17km May 1795. zu Bafel Unterzeichnete» Convention verabredet worden. Deutsch oder Französisch 36 kr. Berger (I. E) die Angelegenheiten des Tages. 8. Schlesw. 179z. 24 kr. Briefe.. Schweizer. Briefe an Cäcilie, im Sommer. 8- Berlin 1795. 1 fl. 48 kr. Lomedien. Armuth und Edelsinn. Lustf. in z Ackten» »vn Kozebue. 8 . Lpr- 1795. 36 kr. Lom. Der Mann von 40 Jahren. Lustf. in i Ackt. v. Kozebne 8 - Lpz. 1795. 20 kr. siebter (C. W.) Anzeige über die Kennzeichen de- Mergels als ein sehr nützliches Düngungsmittel. 8» Cassel. 1795. lZ kr. Gesetzbuch der modernen Spiele Caßier, Wist, Boston, BiUiarv. re. 8- Wien. 1795. 54 kr. Rotzebue (A. v.) Die jüngsten Kinder meiner Laune. 3 Theile. 8- Lpz. 1795. 1 st. 48 kr. Kritik der Vernunftgrünoe wider die Schrecken des Todes. 8- Schlesw. r795. 1 fl. 48 kr. Leben. Franz Rosenberg, eine Geschichte unsrer Zeit, von A. Weisling. 8. Berlin 1795. 2 fl. Reisen. Schilderung oder Reift eines Kosmopoliten. 8. Leipzig 179z. i fl. 24 kr. Schreibekünstler (rer zauberische) Eine Sammlung belustigender und nüzlicher Schreibekunstsiücke. 8» 779z. Zs» kr. Sonnenmüller neueste Destillierkuast. 8. Leipzig 1795. zü kr. Snell (C. W.) Lehrbuch der Kritik des Geschmacks mit beständiger Rücksicht auf die Kantsche Kritik der äuh kischen Urlheilskrast. 8- Leipzig >795. 2 fl. Dssot (W.) neue Medizin. Hausapotheke. 8.179z. 45 kr. -das kuriose Ebcstanbeduch. 8 > 1795 4Z kr. Raffs Naturgeschichte für Kinder mit ^Kupfertaftln, neuste Auflage. 8 7795. 7 st- 30 kr. jVlLiornüLn (). V.) 6rummgil-e krLN«ifs, rote durchaus vermehrte und verbesserte Auflage. Z. Franks» 7795. 7 st. Sendschreiben des alten Weltbürger Sprach an Frankreichs Nalionalkonvent, emhallend eine Prüfung der Rede, welche Boissy b'Auglas in der Coirventsst» tzung vom zs. Jan. 7795 über das wahre Interesse der coalisirten Mächte und über dir Grundlinien eines dauerhaften Friedens gehalten hat. gr. 8. Sar- matien 1795. r fl. Denkwürdigkeiten aus dem öffentlichen und Privatleben Mar. Robespicrre erste Epoche bis zur Hinrichtung des Königs. 8. Stultgardt 1795. mu einem Portrait von Rvdespierre in punktirler Manier. I st. 7A kr. Das schöne Porjrait besonders. 78 kr» Durch diese Schrift wirb der Wunsch eines grossen Theils des Publikums befriedigt werden, Vas schon lange auf etwas Umständliches von dem Leben dieses ausserordentlichen Mannes begierig wartet, wanzenau (R. F.H.) Gedichte. 8. Stuttgardt 7795. Schreibpapier. 30 kr. Diese Gedichte haben eine leichte Versssicarion und werden wegen des vorzüglich darinn herrschenden Frohsinns den Freunden und Freundinnen der Muse nicht unwillkommen seyn.