Nrv. 97. ar F r e y t a g s I 7 Pag. 4s;- Zeitung den 14. A u g « st 9 5 . Mt HochfürMch - Markgxäflich - Badischem gnädigstem privilegis-» » <§aafl, vom Zr. Julv. Da man jeden Augenblck kcn ftanzößschen Gesandten Noei erwartete so haben die devden französischen Volkörepräsenkanten Alqujer M'N Rchard, erster» von per Wunicipalitär von Amsterdam 1 tzterer von de» Staaten Abschied genommen. DaS Schreiben des Alqnier ist von der Bürgerschaft gut ausgenommen worden» Auch hat er sich durch seine Aufführung in Amsterdam die allgemeine Achtung erworben. —- Die Voikseepräsentanten von Holland d>?>den dcy den Generalstaalen vor ge sch lagen? knrch unsre Gksandken den auswärtigen Höfen berichten zu lasser,/ daß: miste Reqierungssörm bald in eine Convc, csreg erlü'g viriva, de k werden würde und besagte Hose zu enucheu, daß sie die BcglaubignngS- schre-ben ihrer Gestrickten bey unsrer Nepublick ändern lassen möchten. — Die Capikulati-n über die 25/ cs Mann französische in unsre Di.nste tretende Truppen ist durch die französische Volksrexrajentanten und Unsre Staaten nncerschrieden worden» Diese Truppen werden also nun bald mit baarem Geld bezahlt unv folglich hören d,c Aß-anatcn alsdenn diy ur-ü auf. — Zu Osnabrück/ in W-.stphalrn sammle» sich die mer. st.» holländischen Deserteurs, Rach Briefen aus Gros, brittanien soll der Prinz Friedrich von Oranten, zweiter Sohn deS Erbstanhaiterö, der vor Ende des Juli aus Loodcn nach Deulschland und Holland auf britlu sehe Kosten eine neue Armee anwerbea und, wenn sie stark genug ist, von Osnabrück unv den nächst Hol, lar-d i» Westphalen gelegnen Kurhannövvsschcn Be» sitzungen aus eincnVersuch gegen Holland unternehmen. Ein GrafvonPfaff errichtet ein dazugehöriges Freikorps aus iau.er holländischen Deserteurs. Auch ein Graf Lamas errichtet rin solches hollaadifches Bataillon an der holländischen Gränze. In den Preußisch. Westphä- lischen Staaten werden keine solche Werbungen ober Sammeiplä^e hcüändiicher Deserteurs geduldet» Aber manche dieser Ausreißer sind in Preußische Dienste getreten und werben in die Staaten des Königs unter die Regimenter als gewöhnliche Rekruten vcclheilt» 8rankfury vom io Aug» Von den bey Neuiviclp stehenden KuserlichenTruppen haben mehrere Abtheilan« gen Beseht bekommen, den Rhein weiter hinunter zw marschieren? wo die Franzosen Kleichfaüs mit eincnr Uebergang drohen» Bey Wesel sind kürzlich rzo holländische Fahrzeuge passirt, welche zu dieser Expedition bestimmt ftyn sollen» — Die großen Rüstungen, welche Großdritlomm in diesem Augenbük macht, scheinen nicht bloß gegen die Französischen Küsten, wie man bisher geglaubt hast sondern auch gegen Holland grrjch» tot zu ftyn. Prinz Friedrich von Oranien, der sich an dir Spize des Dupperkorps, Vas zu diesem Ende in Deut chiand errcchlet wirb , stellen soll, ist bereits zu Braui'sLweig an g-kommen und wirb sich von da nach Oe nakrükbegeben.—Die Holländer habenalleGarden und Schwcizcrreglmentcr, die m ihrem Sold waren, entlassen. Mannheim, vom n Aug. Sestern feierten die uns gtgkk'überstehenden Fravyftn den io August. wo, bey sie Abends um y Uhr io. dem Friesevheimer Wald, bey Oppau, Oggersheim? Maudoch, Munbenheim auL Kanonen zu feuern anfiengen und damit eine Stunve lang ferkfuhren; auch wurden mitunter, besonders bey Munbenheim, Salven aus dem klemm Gewehr qege. den. TagS vviher hatten sie das hiesige Gouverne« ment davon unterrichten lassen. — Vor einigen Tagen sind einige Bataillon kaiserlicher Truppen und etwas Kavallerie aus unsrer Gegend gegen Mainz aufgrbrvchen» ( 49ö ) Frankreich. Paris, vom 4 August. Ohngeachtet des Friedens mil Spanien nnv des Siegs zu Quiberon sinkt der Kredit der Aßignakcn und die Prciße aller Lcdrnsmit. kel und Maaren steigen noch immer. Auch unsre meisten Journalisten werden täglich Heissender in ihren Bemerkungen über die National. Konvention und ihr Benehmen. Eine Sache, die sie gegenwärtig besonders beschäftigt, ist das Schicksal der zu Quiberon gefangenen Ausgewanderten und Vorstellungen zu Gun. sten derselben, worinn sie bloß die Dollmetschcr der öffentlichen Meinung zu styn scheinen.-Aus der Bretagne sind sehr unangenehme Nachrichten cingegan. gen. Die Chouans vermehren sich und setzen ihre Verwüstungen und Grausamkeiten aus eine fürchterliche Art fort. Auch bestätigt es sich, dech Charelte, an der Spitze einer zahlreichen Armee, in Bewegung ist. — Zu Rocheforl ist den 22ten. July das Schiff Experiment von der Afrikanischen Küste angekommcn, wo es mit seiner Abkheilung alles, was es an britti, scheu Besitzungen, ComtoirS re. fand, verwüstet hat. Dieselbe hat 71 Schiffe versenkt, 17,000 Afrikanischen Sklaven, die bereits von dm Britten in Besitz gcnvm. men waren, die Freiheit wieder gegeben und fünf reich beladne Schiffe miigebrachr, die alle glücklich in den Hasen von Rochesort, unter den Augen und Kanonen der Britten, cingclaufcn sind. Nur eine Flüle kam in Gefahr und wollte lieber stranden, als sich den Britten ergeben. Der Schade, der den Britten angerichtet worden, soll unermeßlich seyn. Eben jenes Schiff ist es auch, bas die Besttznugen der Britten aus Sierra Leona zerstörte, wie Englische Blätter vor kurzer Zeit öfters berichteten. Paris, vom 5 Aug. Defcrmont gab gestern Namens des Comike des öffentlichen Wohls von uv. fern Colonicn der Inseln unter dem Wind folgende Nachricht; die nach unfern Schätzen und unfern, Blut begierigen Britten, hatten alle ihre Macht dahin ver. einigt, sie find aber überwunden. Zu Guadeloupe besonders zeigte sich die französische Tapferkeit in ihrem hellsten Glanz. Eine Flotte von 14 Kriegsschiffen biockirte Baßeterre, während eine Armee von 8002 Britten es belagerte. Eine Handvoll in der Stadt eingeichlossene Republikaner machte alle Bemühungen der Feinde unnütz. Aus Belagerten wurden sie Be. lagerer. Man sah unsre Scesoldalen auf ganz ein. fachen Pyroguen die bekannten Wunder unsrer alten Flibustiers wieder erneuern, die bnltischen Schiffe an, greifen, sich deren bemächtigen, anzünden, den britti. stchen General innerhalb 4 Stunden sich mit seiner ganzen Armee zu ergeben, auffordern und eine dreh. mal größere Anzahl zu Gefangenen machen, als Streiter waren. DaS Fort Sr. Charles wurde von den Republikanern mit Sturm eingenommen. Man fand darinnen 7b Fmerschlürde, 2 tausend Cenkncr Pulver unb La tausend Kugeln. — Die Britten wa. reu so eilfertig auf der Flucht, daß sie alle ihre Pa. piere und Effecten Mücklrcßm; allenthalben stritten wir einer gegen Fünfzig; überall war der Sieg auf unsrer Sette. Es wehet die drcysarbrge Standarte zu St. Lncie, St. Vincent, Grenada, Stt Martin, St. Custach, auf Guadeloupe und Martinique. Die Britten werden in allen unfern Cclvnicn verabscheut, sie haben so viele Grausamkeiten darinn ausgcübt, sie knüpften alle Caraibm aus, die sie von uns zu Ge. fangmen machten. Diese krauchten Neprcssalim und brachten alle Britten, die in ihre Hände fielen, un. barmherzig um. Eine woht bewaffnete, wohl eqai. pirte, wohl bezahlte Armee von 20 tausend Mann streitet unter den republikanischen Fahnen auf Guade» loupe. Die von den ausgewandcttm Einwohnern zu, rückgclasine Rtichlhümcr liefern dazu hinlängliche Fonds. Das Kapital ihrer Güter deirägl 822 Millionen. Z8 dewaffnrle leichte Fahrzeuge machen die dreyfarbige Flagge auf den Meeren, worauf die Feinde 46 Kriegs« schiffe hatten, rcfpcclirm. Mehr a's 152 Schiffe von allerlei) Größe hat man ihnen verbräm,!. — Diese um. stündliche Nachrichten sind in einer von dem Civil Com. miffair Hugues eingcsandlm Depesche enthalten. — Die National Convention dckceurt, die in unser» Colonicn auf den Inseln unter dem Wind, zur Ver» lhkldtgung der Rcpublick, bewaffnete Leute hätten sich um bas Vaterland wohl verdient gemacht. Schreiben des Bürgers Lavellier an den ReprL. sentantcn Marcc, Mitglied des Hells Lomire, aus vannes vom 4 Thermidor (22 July.) Mit Schweis, Staub und Lorbecrn ganz bedeckt, eil' ich, mein lieber Pierre, dir unsre glänzen« den Thalen in ihrem ganzen Umfang zu erzählen. Wir haben einen vollkommnen Sieg über die aufQui, beron verschanzler» Ausgewanderte» und Chouans er, fochten. Ungefähr 202 sind gclöttet, mehr als 6022 zu Gefangnen gemacht, ohne die Weiber und Kinder, die sich auf 1222 belaufen, dazu zu rechnen. Die drcyfarbige Fahne wehet auf dem Fort Pcnihicvrr. Um auf diesen Krieg nicht zu viel Wichtigkeit zu legen und der Gefahr auszuwcichcn, ihn in die Länge z« ziehen, da die Feinde Verstärkungen hätte» erhalte» können; so wurde beschlossen, Sturm zu lausen unb in diesem Entschluß richtete man sich nach den Berich, ten der Uebcrläufcr. Dem zufolge begaben wir uns den sten ins Hauplquarkier. Nachmittags stiegen wir, L 497 ) zu Pferd und begleiteten bey der General. Musterung der Truppen und Recoznoscirung der Vorposten die Generäle Hoche, Humbert, Lemoine und Valtaux. Den ncmlichcn Tag Abends degabc» wir uhs ins Lager; die Kolonnen wurden formjrt und in einem ab, scheulichen, unfern Absichten aber günstigen Weller setzte man sich in Manch; eS war sehr windig und regnete/ was vom Himmel wollte, ssnster, daß man auf zwey Schritte nicht vor sich sehen konnte. Generäle und Repräsentanten und ihre Eekrekawe, als treue Gefährten ihrer Kriegs-und GefttzgeSungs. Beschäftigungen, ritten vor ccm Vortrad der Armee her und Pttärderlen alle Augenblick den Marsch, um ihn der Beobachtung des Kembs zu cn'zichcn. Dadurch er. reichten wir vollkommen unsre Absicht, die Vorposten wurde» niederqemachi, ohne einen Laut von sich zu geben, um z tthr stunden wir vor dem Fort und des Kartälschenftuers aus den Kanonierschaluppen und des Kanonenftuers aus den Verschanzungen und einer sehr lebhaften Fusillade ungeachtet, war dieser Ängrrff um 4-Uhr geendigt und das Fort in unfern Händen. Bey un. ferm Einzug sandeinvir niemand, es war alles leer. Wir verfolgten den Feind auf offnem Feld bis an em andresFort an der Küste auf dem äusscrstc» Ende der Halbinsel. Dahin' hakten sich durcheinander Ausgewanderte , Ehouans, Weiber und Kinder geflüchtet, die bey dem Anblick der Btauröcke, die von allen Seiten auf sie Hinsahen, die Furcht beynah entseelte. Jh c Wünsche und ihre Bl'cke waren auf die brittische Estadre ge. heftet, aber vergeblich; wir blieben der Kanonen ^und der Kartätschen - Kugcl-i, welche uns die Britten zu- schickten, ungeachtet, Meister des Users. Unterdessen kam ein sehr schöner Mann auf ciuem prächtigen Pferd zu dem Gmcral Hoche, neben wclchkm ich stund, (es war Svmdrcml kur Sohn) und degehrle zu kapttuli, ren. Der General antwortete: „Mit Verräthern capltulir' ich nicht anders als mit dem <800-!; legt die Waffen nieder, oder ich lasse euch auf der Stelle erschießen: Grenadiers! zum Sturm, jeder fcurc sein ' Gewehr ab, das übrige muß bas Bajonet thrm.« Dieses geschähe nur iss Schritt vom Fort. Unser Adjutant, Namens Bacon schrie ihnen zu, alle Frau, j zvftn im Fort Penthievre sollten ausrreie» und sich zu Gefangnen ergeben; sogleich kamen die seit langer Zeit in Grvödrillanien ausbcwahrle und durch Hunger und üble Behandlung, gegen ihr Vaterland zu dienen, gezwungene Gefangenen hauftnweis heraus und warfen ihre Waffen hin, die Chouans folgten ihnen und die i Ausgewanderten ergaben sich ebenfalls. Unter letzter» ^ erkannte ich Coatauton den 2ten Sohn, den alten Soulanzes und einige andere. So hat sich dieser be. rühmte Tag geendigt, der einer der merkwürdigste« der Revolution seyn wird. Ich habe also die Schre. cken und Bewunderung erregende Krirgssccne und den schönen schauervollen Austritt eines Sturms mit mei. neu Augen angesehen. Ich habe die Gefahren mit den Repräsentanten und dem General getheilk; Kugeln fielen zu meinen Füßen und nicht einen Augenblick had' ich das Gefühl der Furcht in mir empfunden. Delille, Talliens Sekretair wurde bey dem Angriff des FoctS Penihievre am Schenkel leicht verwundet. Da ich ins zweite Fori kam, sah' ich auf der Ebene eine» Hauptmann zu Pferd, welcher entwischen zu wolle» schien; ich lief auf ihn zu mit geschwungenem Säbel; ich machte ihn zum Gefangnen und nahm ihm sein Pferd und seine Waffen. ES ist eine schwarze englische Stutte von einem sehr schönen Gang und kann nicht weniger als 10,000 L vres werth seyn. Die Chasseurs haben eine Beule von mehr als einer Million in Loulsd'or, Guineen und Kostbarkeiten gemacht, ohne die Pferde zu zählen, deren ungefähr zs waren, davon den nemiichen Tag einige für 25,000 Livres verkauft wur- den und zo,sos Livres wenhwaren. —Nun Ein Wort von General Hoche. Er ist ein zunger Mann von 27 Jahren, groß, wohlgebilbet, von einer sanften und zugleich Respekt einflößenden Gesichtsbildung, herzhaft mit kaltem Geblüt und versteht sein Melier, das rr leidenschaftlich liebt, vollkommen. Er hat mir viele Frcundschaftsbezeugungen gemacht, baß ich ihm immer zur Seüe und eben so ruhig als er war, da die feindlichen Kugeln ;wey Schrille von uns eine große Masse mederschmellerten. Adieu, wem lieber Pierre, iS um. arme dich und deine werthe Familie. LaveMer. N. S. 14 Stunden bin ich zu Pferd und habe, ohne adzuzäumen und etwas zu mir zu nehmen, mehr a!s 25 Meilen gemacht. Groebrittanlen. Schreiben aus Landen, vom 29 July. Der Erbprinz von Oranien wird, wie die hiesigen öffentlichen Blätter melden, in kurzer Zeil von hier nach Wkstphalen abgehen. — Nach den neusten Nachrichten aus Westindien wurden auf den Inseln St. Eu- stach und St. Martin, wo die Z farbige Flagge wehre, Kaper gegen die Britten ausgerüstet. Auf Guadclou, pe hatte der Französische Commissaic Victor HugucS 20,00s Mann versammelt, so daß an die Wiedereroverung dieser Insel nicht mehr zu denken ist. — General Arnold ist aus Westiudien m Lenden angekommen.-Zu Liverpool sind viele Ladungen von Indianischem Korn aus Amerika angckommcn, welches ein ganz gutes Bros giebt, wenn ein Vicrthcil davon mit Dreivier« theil Waizenmehl vermischt wird. ( 498 ) ffcntzon, vsm Ai I'uly. DerCapitainder Fregat. le Ansvu ist hier angckommen und ha», drr Admiral« ät unangenehme Depeschen von dem Admiral Wurrcu überbracht, nach welchen das Fort Penlhtevre den Frau» rosen durch Vcrräthecey überlasten worden und die gan» ze Halbinsel verlohren gegangen fty. Seil dem i6kcw pergiengdeynahe kern Tag ohne Scharmützel. Den 20. ließ Hoche den ganzen Tag die Vorposten, und das Hort beschikffcn. Abends schrei, es, ctwsS ruhig zu seyn. Das Regiment.von Dudrcsnay hatte die linke Seide des Forts imre, welche von dem Regmunt d'Her- vrlly bewacht wurde und Herr von Sombreuil milden tapsern 2 Bataillons der Regimenter der schwarzen Kokarde, war auf der rechten Flanke, um die Passage zu vertheidigen. Mitten in der Nacht hörte man mitten in dem Fort Flink; «schösse und sähe sogleich zum Er» staune» die Zfarbigic Fahne avfgcsttckt. Es schiene, daß ein grosser Lheil ,der Soldaten des Regiments b'Hervilly, das aus französischen Kriegsgcfaiigncn bestand, durch Einverstänkmß mit dem Feind, ihre Offs- ziers »nd rrngesähr 150 ihrer Kümmernden, ermordet haben, welche lieber umkommen, als ihrer Pflicht um rnn styu wollte», während als zu gleicher Zeit die Thoren een Truppen, welche Gen. Hoche schickte, ge. öAet wurden. Wahrscheinlich stellte sich der meiste Theil VecSoldaken ausdieSeite berPairiotc» eben ii, brinAugen- blick, als sie in das Fort cinzogcn. Der tapfere Herr von Attlly, ein verdienstvoller Offizier, welcher baS Regimct-t Hecvilly kommanbirtc, war eins d.r ersten Opfer von der Perrächerck seiner Svttatcn. Jeder, mann bedauert vcn Verlust dieses Offiziers und so vie. ter braven Leute. Wan gioudt, daß 2 DstUri der Offiziers dieses Corps nmgekowmcn sind. Die Unordnung war im höchsten Grad. Ais Herr von Puissye die Unmöglichkeit, sich zu halten, sähe, suchte er so viel Volk zu retten, als er nur konnte Die grosse Menge von Werder und Kinder, die sich nach d>r Einnahme von Aurav in die H-ttdmftl gistöchttl Hallen, vermehrte die Verwirrung. Er befahl Herrn von Som.- drruil, sich zu fluchten und «ne gurr Stellung zu netz» men, um die Eusch'.ffuag zu dicken. Cr konnte aber k,inc andere finden, a!S die von einem kleinen Fort m dem mnern der Halbinsel, an dem Ort, wo die Landung geschehen war. Er hielt dascikst mtt den 2 Bataillons Stand, während als d:e andern trachteten, k»c Schiffe zu erreiche«, weiches aber dir Ebbe schwer wachte. Sir B. Warrcn machte ans seiner Seile ei» beständiges Feuer aus seinen Kancniercha.up. pen, welches vis nemüche Sache unnütz machte. — Herr von Sombreuil schlug eine Capittklalio» vor. Die Battwtt!, begehrten, daß die Wiederemschiffung aushö- re« ftü, tieft Bedingung aber wurde Verworfen. Wahrend diesem flieg die Fluih. D»S F.uer der Kanv- rierchalupm wurde mörder,scher ued da die Schiffe stich den Küsten mehr nähern keimten, geschähe die E-mch-f» ft-ng weit leichtcr. Herr von Sv-mdrem! !„ß hierauf Sir Warren bitten, nicht mehr zu feuern. w,tt «r zu kavilutiren hoffte, allein die Cc?iiUalttw hatte nicht statt und er mit seiner ganzen Mannschaft war gevö» lhigt, ßch ;-.i Kc-egscesüngnel, zu ergeben, bis aus 80, die sich ruttun. Die Zahl, die umgekon men sind, oder sich geflüchtet haben, kann bis fttzl ,.chr g>.«;ßge- sagt werden. Von dem Regiment, das zum Feind üdergegangen, smd die Offiziers ind die kleine Anzahl der lapfern Soldaten zu bedauern, weiche dasselbe nicht verlassen wollten. Auch hat man 12-0 Mann vom den Regimentern mit der schwarzen Kokarde vcriohren, weiche das Gewehr sireckiii mußten und der Kern der toitigen Truppen gewesen waren. Sonderlich ist Herr von Ssnibreuil, ein junger Krieger und Wann von grosser Hoffnung, ein grosser Verlust. Unter die Tod. teu werden auch die Herren von Nonautt, von Brige und Baron von Damas gerechnet unv^wie cs scheint, hat letzlrer seinen Tod fteywillig gesucht, weil er sich' mit seinem Pferd vom Felsen herunter gcsiürtzt unv ertrunken ist. Die Anzahl der Geretteten, besaust sich auf 2A20 Mann, unter welchen sich der ganze Staad, das Arkilleiie-unb Geiu,korps b,fia;ket, welche sich iw die Inseln Houat und Hebic grflrichtel hatten. Evsterc, ein guter Posten, kann 4 Metten rm Umkrciß haben. Die Britten suchten 1697 sie vergebtrch weaznn.hmen, nahm-iki ße aber 1756, und gaben sie im Fijedcw 176z zurück. Nach trr Aucsage eines in Londni an- gekowmeiun und entflohenen Ausaiwanderttn, habe derselbe gehört, w e Hoche die Geianuiien versichert hat, daß sie mtt alter Menschlichkeit sollten dehandeit werben; da er nichts aus sich nehmen kö.ure , würbe er selbste» an den Convent schrcidcu und sie inzwischen nach Vanncü schicken, als dem Ort, wo sie a»r sichersten seyn würden. Indessen haben wir durch diesen Unfall viele brave Leute v-rloxren. Die vortheil- hcfte Lage, weiche uns die Hnibinsil Qu-deron vcr, schafft, ist durch Len Besitz d>.r Insein Houat und He- dic grösteniheils wretec metzt. Zum Glück war 'die Artillerie und Muniuvu, die wir zuletzt abgeschcke hatten, noch nicht ausgeladen. Wir w ederholen es noch einmal, unser einziger und wahrer Verlust besteht dies darinn, daß wir so viele wackre Leute vettrhicw haben. Uedrigens ha: durch dieses Unglück noch keine unsrer Hanptalstchien etwas gelitten und wir finden nun einen Beweggrund wehr, cyngeachkct der französi. scheu Einstellungen und Vergrößerungen dieses Unfalls, unsre Maasregeln zu beschleunigen, vm den Mull) derer bald wieder zu stärken, die berett sind, uns so- ( 499 ) kräftig zu unterstützen. Daß man einem Ausgewanderten einen vergifteten Dolch abgenommen, mit welchem man an einem Hund einen Versuch gemacht habe, der auf der Stelle geüorben, ist eine Verläumbung, um den Namen der Ausgewanderten verhaßt ru machen. Genua. Genua, vom 26 Jul?. Die Britten haben eilf unsrer Kaufmannsschiffe, die aus der Provence kamen, weggenommen und nach Vado gebracht. Die Regierung schickt dteserwegen gleich einen Eilboten nach Sa- vvnna ab.DasKanvniren, welches man neulich von weitem gehört hat, soll derGruß gewesen seyn, derben bril, tischen Schiffen von dem Gcneralliffimus de Vins von den Forts zu Vado gegeben wurde, als sie den in Genua residirendrn bnltischen Minister, Herrn Dracke, ans Land setzten. Die Oesterreichcr sind wieder vorgerückt undhabenihr Hauptquartier naher gegen den Feind verlegt und man glaubt, sie würden denselben angreifen. Die Franzosen haben noch 12202 Mann Ver. stärkung erhalten und drohen, einen Streich gegen die Thäler von Moyra auszuführen. Gen. Argenteau ist von Monte. Calvo nach Terre.Bianchedi Zuccarli vor. gerückt. Zu Sk. Remo liegen Z22 kranke Franzosen im Spital. Vcrschiedne franz. Officiers und Soldaten verlassen die Armee. Türke? Rsnstantinopel, vom 10 Iuly. Das schon lang unter dem Volk wegen derTheurungherrschendeMißver- gnügen ist endlich völlig ausgebrochen. Die erste Wirkung davon war eine erschreckliche Feuersbruust, welche den 7ten d. in der Nacht entstund und über zwölf Stunden dauerte. Ein beträchtlicher Theil der Stadt ward dadurch in die Asche gelegt; das größte Unglück da- bcy war noch dieses, daß beinahe 200 mit Lebensmit. teln a-ngefüllle Magazine ebenfalls mit verbrannten. Man rechnet den Schaden auf 22 Millionen Piasters. Die Truppen zeigten bcy dem Löschen nicht die Tätigkeit, die man sonst bey dergleichen Vorfällen an ih. nen gewohnt ist. — Dem Herrn Baron von verderl ist es endlich gelungen, die zwischen der Pforte und dem Wiener Hof seit dem Belgrader Friedcnstraktal über die Gränzlinie von Kroatien obwaltende Sirei. tigkeiten auSzuqleichen. Sie soll nun ganz nach dem Innhalt dieses Traktats und nach der weitern Erläu. terung darüber in dem Traktat von Szistow gezogen «erben. Der Fluß Unna soll beide Reiche von einander scheiben. Es ist aber zu befürchten , die Bos- niacken, die dadurch unter österreichische Herrschaft kommen, möchten der Vollstreckung dieser Gränzberich« tigung Hindernisse i» den Weg legen. Vermischte Nachricht««. Man behauptet für gewiß, daß Schweden und Dän- vemark sich für die Wiederherstellung der alten Verfassung in Holland einstimmig mit Großbrittanien und Preussen interreffiren, indem obgcdachke zwey Höfe nicht zugeben können , daß sich der ganze Handel des Baltischen Meeres in französischen Händen befinde. Auch sollen sie erklärt haben, sie würden jede Ver. letzung des Eigenrhums des Erbstallhalters als eine Kriegserklärung ansehcn. — Die Erndte ist in Sicili. en und Neapel ungemein reich ausgefallen. Allen unfern Gönnern, Freunden und Anverwanb. ten mach' ich hierdurch das harre Schicksal bekannt, das mich und meine noch unerzogene drey Knaben durch den auf eine breykägige in Brand übergegangene Colera heute Nachmittag zwischen 2 und z Uhr im ZZsten Jahr ihres Alters erfolgten Tob meines unvergeßlichen zärtlich geliebten Weibes, einer gebohrnen Sophie Petersohn von Carlsruhe betroffen hat, und bemerke nur noch unter gehorsamster Verbitkung aller Bcyleidsbezeugungen, daß dieselbe mit unbegrcisticher Standhaftigkeit und gänzlicher Ergebung in de» Willen ihres Schöpfers sanft cinschlummerte. Der ich mir unv ven Meinigcn die Fortsetzung der bisher bezeigten Gewogenheit, Freundschaft und Liebe ganz ge- horsamst erbitte. Rastatt den io. Aug. 1795. Hofrath und Amtmann Rutschmann. äVL»1'k88LI«lL81'. Erfindung eines sehr nützlichen Rads. Unterzogener hat in Nro. 8Z- Pag. 428. ein Rad, welches ohne aller seitherigen Kraft allein geht, bekannt gemacht unv die Liebhabere bis den i. Sepl. elogela- den, für jeden Abriß 22 Louisd'or zu bezahle». Da aber viele noch zweifeln, ob cs auch große Werker betreibe, so erbiete ich mich auf Unterstützung, selbst eln grosses Werk zu stellen, in Ermanglung dieses aber solches Modell durch einen Sachverständigen Mann prüfen zu lassen, wenn ich gcstcherk werde, daß sich ei- ne hinlängliche Anzahl Liebhabere gefunden, die meine Forderung, nämlich ms Große zraufend LouiSd'or, im Modell aber tausend Louisd'or zu zahlen bereit sind. Wer also die Erfindung und den daraus ent. springenden Nutzen zu schätzen weiß, wird jene For, derung nicht viel finden. Demnach werden, alle Lieb, hadere Wichst ersucht, mich mir frankirken Briefen von jezo bis den 15. Sept. zu benachrichtigen und denen es gefällig wäre, mich cinswcilen mit einer Louisd'or zu unterstützen, um allen Zweifel zu heben. Es haben sich zwar schon viele gemeldet, die ihren Wunsch äußerten, daß ich bey ihren Handwerksieuten zugegen seyn möchte, allein das Rad ist so einfach c zoo ) gesucht, Laß wenn jeder eine» Mann, der die Zeichnung nur ein wenig versteht, abschickt, der wird es ganz leicht machen und viele würden es vom bloßen Sehen nachmachen können. Demnach ist es zu dessen, daß durch die Mehrheit der Liebhabers jeder Abriß noch weniger als 20 Louisd'or kosten kannn. Pforzheim den uten August 1795. Streng, Informator. Medicinische Nachricht. Nach vorhcrgegangencr Untersuchung von der königl. chirurgischen Akademie zu Paris, so wie von dem hoch, löblichen Medicinalralh ru Mannheim crhalkncn Ge. nrhmigung darf der Fürst!. Leiringische Ralh und Leibmundarzl Ialaberr einem geehrten Publikum eine neue und leichte Hcilarl der Liebesseuche mit stärkenden Metallküchelchrn milkheilen. Diese Heliarl Hot vor al. len bisher bekannten den Vorzug, daß i) bei dem Gebrauch des Mittels weder der lästige Speichelfluß, noch Leidreiffen und Durchlauf erfolgt. 2) Diese Heil, arl vermehrt vielmehr die Kräften, als daß ste diese!, den niederschlägt. Z) Sie heilet die Krankheit aus dem Grund und der Kranke kann dabey mit einer ge- wissen Mäßigkeit im Essen und Trinken seinen Berufs, geschästen, sogar mit Leibesdewegungen ja sreyer Lust obliegen; hat folglich nicht nöihig, sich wie ein Ge. fangner, in seinem Zimmer eivzuschließen. Das Heil, mittel sammt einer genauen Vorschrift des Gebrauchs ist zu finden in Mannheim bey Herrn Fieua, Luffa und Lomp. unter dem Kaufhaus und bei Hrn. Ja. labert, dermalen zu Ilbesheim nahe dcy Mannhcrm, sonst zu Türkheim an »er Haard. Der Preis für eine ganze Cur sammt der deutlichen Gebrauchsvcrschnfk kostet iZ Haaslach. Nachdem mit letztem Georgi abhinder 9. jährige Bestand von dem gemeinschaftlichen Prcch. thalischen Ladhofwirthehaus nebst Zug,Hörde zuEnde ge. gangen und man von Conkominaks Herrschasts wegen >fich entschlossen hat, diese Wirtschaft und die dazu gehörige Felder, welches ein von allen Beschwerden de. freyles und noch mit zerschicdenen Frcyhciten begabtes Cammeralgut,auf weitere y Jahr in der Maaß jedoch auf Condvminat » Herrschaftliche Ratification in dem Meistdoth auszusetzen, daß «in Theri der zu dem gc. meinschastlichcn Ladhoftvirthshaus in Pttchlhalgehörige Güter stückweise an Untcrihanen in Prechthal verlehnt und dem künftigen Ladhoswirth nun so viel Güter überlassen werden sotten, als derselbe zu Haltung «inrger Eücke Viehes nöthig hat. So will man dieses Vor. haben mit dem hiemit öffentlich bekannt machen, da. mit die Liebhaber« von einem solchen Bestand Mon. tags den 24lcn künftigen Monats August in der Früh .4. Uhr auf dem Ladhof im Prechihal bey dieser Siei. gcrung sich cinfiuden, auch unler dieser Zeit das Wirt, schastsgur selbst einst hen mögen. Wvbcy denen auSwär. tigcn BestanSölicbhabcrn andurch zugleich zu wissen ge, macht wird, daß diese ohne vorzuweissendes Obe^ig. restliches Zmzniß ihres Vermögrnshalbcr zu der Siei. gcrung nicht zugelasscn werden können. Haaslach vom 2otcu July 1795. von Fürstlich . Fürste,tbcrgischen und Margräflich Ladischen Londominais tvberämter wegen. Steinbach. Da der Baron von cvrb bey dem löbi. Kaiserl. König!. Mackischen Kürassier. Regiment dm 25. May 179z. zum Un'.cilieutnanl befördert wor. den, derselbe aber während dieser Zeit von seinem Aufenthaltsort dem Regiment nicht die mindeste Nachricht gegeben har, auch solcher auf keine Art ausfiu. dig gemacht werden konnte; so wird ob'ocnannter Un» kerlicutnanl Baron von d)rb hiemit edictalter vorgela. den, vom 15. Aug. 179z. anfangcnv, binnen sechs Wochen beym Regiment zu erscheinen, oder falls selbiger Krankheits halbir daran verhindert wäre, seinen Aufenthaltsort schriftlich anzuzeigen; wie im Widrigen dessen Untcrlieurnank - Charge einem andern verliehen würde, und derselbe ferner auf diese Charge einen An. spruch zu machen nicht berechtigt seyn solle. Signa, tum StaabSquartier Steinbach im Baadlschen, de« Zten Aug. 1795. 8«m; Graf von Rosenberg, Oberster und des odgedachren Regiments Kommandant. Mießlr, Ob-rlicutnank, gus Quästor. Frepburg. In der wagnerischen Buchhandlung allhier ist itzt das Sendschreiben des alten Weltbürgers Sprach an Frankreichs National Convent ebenfalls zu haben. Da seitdem die Nachfrage dar, nach zu stark war, um alle Liedhabere sogleich bescie. digcn zu können und die Anzahl der vorhandncn Exem, plarien sehr klein ist, so werden alljcnc, welche tetr Wunsch äuffertcn, diese gut geschriebene, für iyige Zeilen ganz passende Schrift zu besitzen, gebeten, sel. bigc zeitlich abhohlen zu lassen. Das Eremplar kostet gebunden 54 kr. Auch ist in der ncmlichen Handlung das RippollSauer Wasser, für dieim'gen, weiche ein« Kur brauchen wollen, die Flasche für 15 kr. zu haben. MackiolS Hrfbucd Handlung in Karlsruhe hat auch noch Lxempla,i«n von obigem Weltbürger Sprach a 54 kr. gebunden. Ferner ist daselbst so eben wieder angekommen und zu haben. GartengeseUschafter sdcr) und der immerwährende Gartenkalender für Damen und Herren, mit Kupf. 12. Taschenformat, Leipzig 179.;. geh. l st.