Karlsruher Freytags » 7 EÄAZ d e n s8. A u g u st Zeitung 9 5 . Mit Hochfürflltch - Markgräflich. Badischem gnädigstem Privilegs. Nöiln, vom 74 Aug. Die Anstalten zum Ueber. augenblicklich alle um Osnabrück versammelte Holla'n, gang über den Rhein werden mit immer gleicher, oder der weg müßten, welches auch in dieser Minute geschieht, vielmehr mit steigender Lebhaftigkeit fortgesetzt. Ver» Selbige marschiren vor erst nach Diepholz und den gangne Nacht wurden ans den sämtlichen Stadtfah. dastgen Gegenden und werken fich dann hinter der We. üen, deren 52 send, 8 Mann von jeder Fahne zum fer setzen. Man schließt hieraus, baß Se. Preußische Schanzarbeiten kommandirt. Cs wurde die ganze Majestät durchaus nicht zugebcn wollen, daß irgend ei« Nacht, bis zu Tages Anbruch, gearbeitet und man ne Veranlassung zur Verletzung der bekannten Neutra, mußte babrv alles GcräustH möglichst vermeiden. Die likäts Linie gegeben werde re. Bürger waren ober.und unterhalb der Stadt, die Wien, vom i6Aug. Den ic> dieses hat der spa. ftanzssi'chc Soldaten aber an und in derselben ange« Nische Charge t'Affaires, Ritter von Oratzeo, unserm stellt. Die Einwohner der Rhrivseite gcrikthcn dadurch Hof: den zu Basti zwischen dem König von Spanien in grosc Angst, so daß die^wrnigstcn in ihren Häuftrn und der französischen Nrpublick geschlossnen Frieden be. schiefen. Allein, während die Franzosen lene Demo», kannt gemacht.-Der Herr General von Wurmscr ist ürationen vornehmen, bleiben die Oestcrrcicher an dem nicht wieder hierher zurück berufen worden, (wie andern Rheinussr nicht müsig sichen. Ihre Armer in mehrern Blättern gesagt wurde) sondern wirk- erhält täglich neuen Zuwachs und in kurzem wird sie, klch zur Rheinarmee abqereißt. Er wird ein von ohne die brittischen und hannövrischcn Truppen mit der Armee des Herrn FeldmarschaüS von Clairfait de. inbegriffen, ein eben so smchlbarcs Heer, ols im ver. tachirrcs Korps von 7000s Mann kommandiren, mit floßncn Jahr, dem Feind entgegen stellen können, dem fich jenes des Prinzen von Conde vereinigen soll. Die beständige Zufuhr von Munition und groben Ge- Dieses Korps ist hauptsächlich zur Deckung des Breis, schütz, welches vom Obenhein täglich ankommt, unter gau und zu Ausführung wichtiger Unternehmungen de» welchen man vorzüglich eine gross Anzahl Wägen mit stimmt. Als Oberhaupt des Reichs sind Se. Kaistrl. Bomben beladen bemerkt, ist beträchtlich. Des gan. Majestät wohlgeneigt, zu einem Reichsfrieden die Häci. zc Rheinustr ist mit Batterien besetzt und zwischen Düsscl. de zu bieten, wenn die Integrität des Reichs dabiy borf und Uerdingen steht dcynahe eine neben der andern. erhalten werden kann; allein als Souverain uns Schreiben aus Osnabrück, vom iz Aug. Schon König von Ungarn und Böhmen scheinen Sir den men dieses hat der tönigl. Preußische General» entschlossen zu seyn, den Krieg noch länger fortmsttzen. Maisr von Schladen, von dessen Regiment ein Bata. Aachen, vom 16 Aug. Zs dem Friedeostraktat tllo» ssitMln 22. Jury hier liegt, auf höher» Beseht mit Spanien soll, wie man zu Paris versicherte, durch sämtlicherer d-fi-, klicken Holländern anzeigen lassen, einen geheimen Artickel fcstgesttzt worden styn, daß die binnen 24 Stunden die Stadt zu verlassen. In von» spanische Marmc unter gewissen Umständen und Be. gcr Nacht kam auch auf ausdrücklichen Befehl des Kö> dingungen sich mit der französischen und holländischen nigs von Preussen durch den General von Romberg vereinigen werde, um einst dem brittischen Despotismus -us Münster eine neue Ordre hier an, daß ebenfalls zur See zu steuern. Ueberhaupt sollte es darauf adg^ ( 5Zo ) scheu scyn, statt de- ehemaligen Familien , Bündnißcs mit Spanien, bald ein Nationalbündniß zum gemein, samen Wehrstand gegen gemeinsame Feinde zu Stand zu bringen, wozu ein geschickter Gesandter nach dem Madridrer Hof bestimmt werden sollte. Lvien, vom 17. Aug. In den Kriegsrüstungen wird riseigst foctgefahreu und cs vergeht beinahe kein Tag, wo nicht Geld, Montur, Munitions - oder Truppentransporte von hier za den Armeen abgehcn.— Die Belgrader Aufrührer suchen doch ihren Plan mit Gewalt dm chzusctzen, ohngeachlet sie von den Griechen und Rachen überall verfolgt werden. Sie sollen an dem Bassa von N-ssa eine neue Stütze erhalten haben. Dieser erfuhr, daß ein Capidgi.Paschi von Coastanti« nopel abgegangen war, um seinen Kopf dahin zu brin. geu, weil man ihm Schuld giebl, er habe zu sehr gezögert, um dem Bassa von Belgrad HüilSlrvppen zu schicken und dadurch die Festung in grosse Gefahr gef'tzl. Der Bassa, über diefe Nachricht entrüstet, hat sich nun mit dem Bassa von Widdin vereinigt und lriffl alle Anstalten, um mit jenem von Boretsch gegen Belgrad zu marschrren. Leiden, vom 17 Aug. Nach zuverlässigen Briefen aus dem Haag ist nun die ganze in den vmchiedenen bolländiichrii Häfen ausgerüstete Eökadre der Nepubiick vorgestern in die See gegangen. Wesel, vom iy. Aug. Den Anstalten nach zu mlhciien, scheint es den Franzosen doch noch Ernst zu seyn, einen Uebcrgang über den Rhein zu versuchen. In den Gegenden von Krefeld haben sie ein Lager von Z 032 OMam>, wozu noch 15 Regimenter stoffen sollen. Lahnstrc-m, vom 20 Aug. Von dem Kanonen« feuer dcy Ncuwid hat man folgende Nachricht: „ Die Franzosen haben dcy dem gmcn Mann einen verdeck, ten Weg gemacht , um die Pontons in den Rhein zu bringen. Die Kaiserlichen halten dagegen in der Nacht Verschanzungen angelegt. Bcy Anbruch des Tags such, len die Franzosen die Arbeit der Deutschen durch Haubitzen und Kanoncnfeucr zu hindern, wobey 4 Mann der k. k. Truppen getödtek und 6 verwundet wurden. Dermalen stnd aber die Deutschen so rief in der Erbe, baß ihnen keine Kanonenkugel mehr schaden kann. Durch eine anfangs bloße Näckcrey ist es end. t,ch dt hin gekommen, daß das Ort Hünningen am Rhein (zwcy Stunde» unter Lcidensdorf) das Unglück traf, mit üea Granaden und 80 Stückkuzeln beworfen za werde». Ein Kind blieb hiebty in der Wiege tob, einige Häufler wurden gänzlich ruinirt und andre sehr beschädiget. — Auf dem Nolher.hahn soll auch wieder e>n Lager ron 14 Bataillons kaiserl. königl. Truppen zu stehen kommen, obgleich schon 40020 in der Ad. wehrang eines Uebergangs bereit sind. In einem an. der» Schttideu liefet man: »Es ist nur zu gewiß, daß die Franzosen ernstliche Anstalten machen, über tx« Rhein za sstzen, daß aber auch die Geginanstalten der Kaljerücheu, die um rovOv Mann verstärkt worden sind, nicht minder ernstlich ftyen. Gegen Urmitz über werden ycue Batterien angelegt, welches die Franzosen nicht bullen wellen. So dauert die Kanonade vom i-r. bis heute fort. Regrnbburg, vom 21. Aug. Heute ist nach lan. gen Debatten das Nitchsguachten zu Stand grkom. men, ln welchem auf zehn Devulirte und zwar auf Mainz, Sachsen, Oestrcich, Bremen Baiern, Baden, Würzbarg, Hessendarwstadl, Augsburg und Frankfurt der Antrag gemach- wird. Hoch, und Deutschmeister thal auf seine Ernennung fceylvillig Verzicht. Eßlingen, de» 24. Aug. Man sagt, die seit langer Zeck hier befindliche Kaiserl. Königl. Reserve. Artillerie werbe nächstens von hier »ach Obcrschwaben und Vorderöstreich abgehcn. Aus dem Lager Tt. Georgen bcy Zreyburg im Vreisgau, vom 24. Aug. Alles wimmelt itzt hier von Menschen, überall in unfern Gegenden, wo man hinsteht, erblickt man nichts anders als Lager und Uni. formen. An Lebensmittel» fehlt es uns nicht, von alle» Orten her wirb herbkygeführl und getragen, aber es ist freylich lheuer, jedoch zahlen wir gerne, wenn nur kein Mangel da ist, sonst hätte der Feldzug bald ein Ende. Immer kommen noch mehrere Truppen und täglich trifft schweres Belagerungsgeschütz und Munition von Günzburg an der Donau dry uns ein. Das Hauptquar. ticr des Herrn General Grafen von Wurmstr, welcher das Commando der Armee am Obercheln wieder über, nommen hat, ist wirklich in Frcydurg. Gestern wurde dem Komimmdirenben zu Ehren, die Oper Fernando und Hank» aufgeführk. Hiesige Akademie veranstaltete solche. Die Zariko hielt einen Epilog, von Herrn Professor Feiner bearbeitet. Als Zinks wurde ein unschuldiges Mädchen, die Tochter des hiesigen Buch. Händlers Herrn Wagners gewählt, diese cmpficng unfern würdigen allen Greisen Wurmscc vor dem Schauspiel. Haus und überreichte ihm die Wünsche von FnyburgS Bewohnern auf Atlas adgebruckk. Herr Appellations. raih von Petzeck thcilte der übrigen sich daselbst befindli» chm hohen Generalität dieses ncmliche in andern Ab, drücken aus. Vortrefflich fiel im Ganzen die Ausfüh. rung Vieler Oper aas. Jedermann in der Stadt und der umliegenden Gegend nahm an der Fcyer diese- Tags unftrm grauen Helden zu Ehren den wärmsten Anlheil. Gott erhalle uns nur ferner noch lange vor feindlichen Ueberfällen und Unruhen. Stuttgart, vom 25. Aug. Seit ein paar Tagen gehen sehr viele Wagen, die bisher bei dem Magazins- Fuhrwesen von Kanstatt nach dem Rhein gebraucht wurdrn, durch uns« Statt nach Oderschwabkn und ( 5Zr ) den dortigen Vorderöstreichischsn Gegenden ab. Altes Fuhrwesen/ das bisher von Günzdürg und Ulm über Kansiatt ,u der Armee an den Rhein abgieng/ nimmt Itzi den Weg oben herüber an der Donau, nach der Gegend von Freidurg. Frankreich. Nantes / vom 8- Aug. Fünfzehnhundert ChouanS Hanen sich auf die brittische Flotte gereuet. Der Kom« Mandant des Geschwaders schickte zum General Hoche und ließ ihm sagen, er würde sie ans Land setzen. General Hoche antwortete: Wenn sie mir sie zuschicken, so lasse ich sic alle erschieße» — Sie können mil ihnen machen, was sie wollen, versetzte der Engländer und entledigte sich von ihnen den Lag darauf an der Küste von Quibtion. General Hoche ließ sie alle gefangen nehmen und-»ach Va-nes führen. Paris, vom 1/ Aug. I» der gestrigen Sizung wurde ein« Depesche vom General Kellermann aus Nizza vom 6. b. verlesen, wornach unsre Truppen wie, der in verschiedncn kleinen Gefechten Vorlheile davon getragen haben und Kellermann alle Anstalten zu ei, nein nachdrücklichen Angriffskrieg getroffen hat. — Alle Briese aus Brciagnc melden, baß die Chouans zahlreicher und grausamer als jemals scyen. Sie ha» den kürzlich mchrere Städte überfallen und gebrand, schätzt und man fürchtet selbst für Rennes. Charme thut nach einem Schreiben aus Nantes das nämliche und sucht auch Stoflcl, der sich bis itzt noch ruhig verhalten zu haben scheml, zu bewegen, seinem Bcy. splii zu folgen. — Alle Nachnchicn, die wir aus den Departements erhalten, sagt ein Journal, verkündr« gen, daß der Sonntag überall den Dekabi verdrängt hat; man richiet die Kreuze wieder aus bcn Thücmcn, auf Pen Anhöhen unb den Landstraßen aus; der wach, same Hahn zeigt sich wieder statt der rochen Mütze auf dem Dach der Kirchen. Man brsssrk die Kir» chen aus, man reinigt ihr 'Inneres, man schließt die von Vandalen geöffneten und entheiligten Gräber. Auf den Dörfer» und selbst in den Städten läutet man das Gebet; der Klang der Glocken, die den Van. dalismus überlebt haben, versammelt die Gläubigen; wieder miteinander ausgesöhnt, umarmen sich die Bür. ger am Fus des Altars, bitte» GOtt um Frieden, um Verzeihung des Jrnhums und Bestrafung deS Verbrechens. Paris, vom «8- Aug. Gestern hat die National. Convention die zweite Vorlesung und nochmalige Durch, flcht der neuen Constitmion geendigt. Von dem, was während der ersten Bcrach.'chlagung gukgefunkea wor, den war, ist itzt noch einiges ahgeändertworden. Auch wurden noch etliche kleine Zusätze beigcfügt. Und, un. erachtet der täglich Ankommenden Beschwerden gegen den neuen Kalender, wurde als ein Arückei m die Constitution ausgenommen, daß die französische Zeitrechnung von dem Anfang der Republick, vom 22. Sepk. 1792. angehe. Heute wird dir Elfer,Commißwir ihren Entwurf verlegen, nach welchem die Revolution geendigt werben und Frankreich nun einen bleibenden, gesetzlichen Zustand anfangen solle. Ein Brief aus Bannes, im Departement Morbihan, Mestdrctagne) vom z. August meldet: Der Steg der Republick auf Quideron hat unsrer Dach« auf dieser Seile eine andre Wentung gegeben. Die Laudleute kehren in Haufen zum Gehorsam gegen die Republick zurück. Mit wei. ftn und klug ausgcführten Maasregcin wird es leicht ftyn, den Frieden herzustellen. 5 Knegskommijflonen find niedergesetzt, um über die gefangen gcnommnen Ausgewanderten zu richten, die zu Bannes haben ihr Werk schon Vollender: Auf ihren Ausspruch sind ,88 Ausgewanderte in vier Tagen hingerichket worden. Die meisten starben mit dem Ausruf: cs lebe der König. Hier haben sieben und zwanzig hundert gefangne Chouans die Waffen abgelegt. — Ganz verschieden lauien aber Briefe aus Nanles vom 4. August. Sie jagen, man könne sich nicht ohne Lebensgefahr vor den Chouans zum Thor hcrauswagcn. Nach Briefen von Bannes, ist der junge Somdrcuil, erst 23 Jahre alt, der als Held gefochlen hat, ebenfalls wie ein Held gestorben. Er sah mit heitern Bücken auf die Volks, menge» welche ihn bis zum Gerjchtsplatz begleitete. Der jüngste Sohn des Marschalls von Broglie, Na. mens Carl, nebst viele» Anführern des GenickorpS wurden mit ihm erschossen. Der Bischofs von Dol, sein Bruder, sein Generalvikar und viele ausgewan, derie oder deporiirle Priester hatten sich wohl zum Tod bereilel; sie starben mit voller Ergebung in den göttlichen Willen und erbauten alle Anwesenden durch ihre Gelassenheit. Die Uedclgcsinnten flüsterten einander ins Ohr, daß man die Gefangnen wider das ge. gebcar Ehrenwort schlachte. Aber dir Volksvertreter haben in einer Proklamation versichert, baß sie die vorgischlague Capilulatton nicht eingewilligl haben. Preußen. Berlin, vom 15 Aug. Das den 29. vorige« Monats erfolgte Ralifikalionsdekrct Sr. Majestät des Kaisers, durch die Vermittlung Sr. Preußischen Mai. den Frieden des Reichs mit der französischen Republick einzuleuen, ist dieser Tagen auch hier bekannt gewor. den und die völlige Zustimmung des ReichsoberhauxkS zu der von unserm Monarchen zu übernehmenden Vcr» mittlung wird Se. Majestät nunmehr in den Stand setzen, mit allem nur möglichem patriotischen Eifer sich dieses heilsamen Geschäfts mizmichmen. Man be« hauptet, der Freiherr von Hardenberg fty bereits im voraus mit Ordres versehen worben, die allen fernem Aufenthalt dieser wichtigen Negotiationen ve» t ZZ2 ) -inkern könnten und man erwartet in kurzem sehr ent» scheibende Nachrichten, den Rcichsfcieden betreffend. Grosbritranien. London, vom 14. Aug. Alle Officicrs, die unter Lord Moira dienen sollen, harten Ordre erhalten, sie sollten längstens gestern in Southampton seyn. Mit Einschiffung der Kavallerie und Infanterie wurde, den jüngsten Nachrichten zufolge, aufs eifrigste fortgefahrcn, man glaubt aber nicht, daß man vor Ende dieser Woche mit allem so weit fertig seyn werde, um abscgeln zu können. Charrette hat in. der VcndcZzlauscnd Mann zum Krieg gewöhnte Truppen, ohne noch die gleich, falls exercirte Bauern zu rechnen, die ihm nach der Erndte zu Hülfe kommen werden. — Man bemerkt, die Abtretung deS spanischen Antheils von St. Domingo an die Franzosen, sey einem Artickcl des Ulrcchter Friedens zuwider, nach welchem dem König von Spanien und seinen Erben und Nachfolgern untersagt ist, unter keinerley Vorwand etwas von dem, was Spanien in Amerika besitzt, an irgend eine Macht ad» zutreten. Italien. Aus Italien, vonr IZ Aug. Alles was seit ei« Niger Zelt bcy den beiderseitigen Armeen rorgefaüen ist, scheint sich auf Vorpostengefechke von keiner gros. se» Bedeutung cinznschränken. Beide Thüle vcrstär. ke? sich unterdessen und treffen Anstalten, die jeden Augenblick wichtigere Austritte erwarten lassen. — Die Genueser, welche, seitdem der Krieg sich in ihr Gebiet gespielt hak, bey jeder Gelegenheit gezeigt haben, daß sie nicht sehr gut auf die Oesterreicher zu sprechen sind, haben nun auch Streitigkeiten mit den Franzosen. Folgendes hat Anlaß dazu gegeben. Der französische Gesandte ließ durch eine Proklamation alle Corfarcn, welche die dreifarbige Flagge führen, auf» sordern, auszulaufcn und alle Fahrzeuge ohne Unterschied, welche der Kaiser!. Armee Lebensmittel müh. ren, wegzunchmcn. Die Regierung von Genna legte zwar dem Auslaufen der Corsaren nichts in den Weg, verlangte aber, daß sic den Navigattonsgesitzen gemäß vor Ablauf von 24 Stunden keine Busen machen sollten. Die Franzosen wollten sich hieran nicht kehren und giengen unter Segel. Man trohre ihnen, Feuer auf sie zu geben und als dem ohngrachtek einer der Corsaren die Rhede verließ, setzte man diese Dro, hung in Erfüllung. Der französische Gesandte führte darüber des andern Tags die bittersten Klagen bey der Regierung, welches die Folge halte, daß diese die Officicrs, welche auf der Rhede kommandirtcn, arre. »iren ließ und baß die französische Corsaren unter Be. deckung einiger Fregatten und Kutter ihrer Nation den x. d. wirklich ausgelauffen sind, ohne daß man von Men das Versprechen erhalten konnte, die gefttzmäsige Frist von 24 Stunden zu rcfpcclfren. — Zu Rom halte man kürzlich Charettc's Manifest gegen die fran. zöstfche Republick zu drucken angefangen ; der Pabst har aber verboten, damit fortzufahren und alles, was bereits gedruckt war, nach dem Staatssccrctariat drin, gen lass.». Schweben. Schreiben aus Stockholm, vom n Aug. Der Krieg, welchen der Kayser von Marocco an Schwc» den erklärt hat, wird nicht von Dauer seyn, weil die verlangten Geschenke schon langst mit der Fregatte Diana, welche in der Mim des Iunius aus dem Sund akgicng, unterwegs find. Im vorigen Monat segelte auch noch ein Schiff mit Masten und Bauholz für den Kaller von Marocco nach Tanger ab. — Der Herzog Rezent war am vorigen Sonnabend in der Stadl und besah einige Kanonen, die für unsre reiten, de Artillerie aus Frankreich angekommen. B Y dieser Gelegenheit waren die Dänischen Osseters und Cadct» ten zum Sch'ffholm cingeladen, wo sie dem Herzog vorgestellt und ihnen darauf vom Contre, Admiral Skedingk die Werste und Verrärhe für die Flotte, die Galeeren und die vielen Siegeszeichen von Schwenkst» sund oorgezeigt wurden. Sardinien. Turin, vom i2. Aug. I» dem Thal Stura griffen den 29. Iuly 250 Piemontcser, unter dem Major Aibrion, das kleine Lager bcy St. Anne an,, wo die Franzosen Zoo Mann Hanen. Diese wurden, nachdem sie eine Slunbe lang Widerstand gelüstet hat» ten, gcnölhjgt, ihre Zeiten, Munition, Flinken, Le. bensmilttl und eine Brigade von iz Mautthkren den Picmonteftrn zu üderlassn. Wir nahmen dem Feind auch 17 Gefangne ad, doch rcttere er noch seine zwcy Vierpfündmr Kanonen. Den Abend nahmen wir noch eine ftalizcsische Patrouille ^von K Mann gefangen. Vermischte Nachrichten. Man sagt, der Herzog von Chartres, ältester Sohn des giulloMilttn Herzogs von Orleans, werde nach Nord - Amerika gehen und daselbst als Privatmann leben. Mehrere Blätter behaupten, der Fürst von Ctah- remberg b.finde sich gegenwärtig in Paris, als Abge» ordmter des Kallers, um die Herausgabe der Königlichen Prirz sinn in R'ch.'igkeil zu dringen. Der russische Gesandte, Graf Romanzow, ist letzten Sonnlag, de-, 2I. Aug. in Stuttgart angekommen. Nach neuen Berichten aus Bafel sollen die Franzosen als ih e künstiae Grenzlinie gegen das deutsche Reich, dir Gebü-.Mte von Lautern durch das Triert. sche nach Luxemburg und so um Belgien herum vorgeschlagen haben.