Nro. iob. LaMrvher Fveytags 7 Pag. ;4Z. Zeitung den 4. September. 9 Mit Hochfürstlich « Markgräflich . Badischem gnädigstem privilegto. Worms vom 78 Aug. Folgende Verordnung von den Agenten der französischen Rcpublick in Worms ist uns zugekvmmen. Ihr Innhalt und ihre Form schie. nen uns gleich wichtig zu seyn. Wir theüen sie daher wörtlich mit. . Freiheit, Gleichheit! Worms, den 17 Therm. (4ten Aug.) Im dritten Jahr der Frankeiircpublik. Ohlcur, Agent des Wormser und Frankenthaler Be, zilks. an die von den fränkisch. VolkSrepräscnt. niedergesetzte Municipalität zu WormS. Bürger! Ihr seid eingc'.adcn und gehalten und zwar unter eu- rk?Vcrantwor!lichkut, sogleich den von euch ernannten OekonowreauSichuZ (das Pörtelaml genannt) anzuhal» ten, daß derselbe ein Verzeichnis auflegen möge und zwar auf Kosten des Erd. und Tcmporaldcständcr, u. s. w. wie folgt: — Wie stark die Morgenzahl der ganzen Wrrmftr Gemarkung im allgemeinen ist, wie viele Morgen Wiesen, Stecker, Holzungen, Klarier, Angern, Gärten, in und ausser dem Bann und Weingarten in dcislbcn enthalten sind Ferner soll das Pörkclantt angewiesen seyn, ein genaues Verzeichniß vru den Erddcstandsgütcrn, dem sie gehören, die Na. me» der jetzigen Besitzer, worinnen der Erbbestand be- stehe, uns anzugeden. Weiler: wie viele Tcmporalde. stände sich in der Gemarkung befinden, wem die Gü^ »er gehören, wie stark jevis Gut an Mvrgerzahl scy; desgleichen, was die ganze Gemarkung an Z henden, als Früchten lc. zu entrichten schuldig sey und wem sie denselben vor diesem bezahlen mußte, als auch was die Einwohner an Gült, von ihren Haussern und der, gleichen entrichten müssen und an wen — ob und wie viel die Bewohner an Berqeidern, Ranchhabcr, oder sonstigen Früchten dieser Act jährlich adzugedcn haben, Mas dieselben an Zinßen, Herrschaft/. Geldern »ab Gefällen zu bezahlen haben; wie viel die Müller an Was. sergefällen, Früchten und Geld zu entrichten schuldig find, wie viel und an wen? Zu Berichtigung Vieser Arbeit, wird dem Pörtelamt eine Zeit von 74 Tagen eingecäumt und zwar mit dem Anhang, daß, wenn es diesem Auftrag nicht entsprechen würde, dieses Geschäft alsdann auf ihre Kosten vorgenommcn werden so«. Damit sie aber die allenfalls geflüchteten Herbregister und andre Urkunden, nicht zum Vorwanv ihrer Nach, lässgkeir nehmen möchten, so werden dieselben angewie. sen, sich theils dey den Aelttsten der Gemeinde Raths zu erholen, theils Mann für Mann derselben, dey sei, nen Pflichten zur schuldigen Angabe anzuhalten und die nölhige Erkundigung aus den Quiltungsöücheen jedes einzelnen Mannes einzuziehen.Das gefertigte Verzcich. niß, wird nach Verlauf dieses Termins, vom Commis des unter,chriednen Agenten, auf dem Gemeindehaus abgcholr werden. Bruderliebe. Ohleur, Agent. Düsseldorf, vom 21 Aug. Wahrsch ml'ch werben die Franzosen zu ihrem prolckrrtten Uedergang eine Brü.- cke unterhalb Uerdingen schlagen. Dort bildet der Rhein eine kleine Insel. Dieser wollen ste stch zuerst bemächtigen, uw so den feint l chm Batterien näher zu kommen. Von diesem Punkt wollen sie diese Batte, ricn durch em fürchterliches Feuer zu temonUrcn suchen, und dann ben rken Theil der B ücke an!egen.Di-ie Insel, erfahren wir so eben, zoll wirklich schon vom »8. me den ly dieses ein sra cksischtk Iägtrr-korps zu Fuß unter dem G neiaj Jacobin besetzt dabcy eicht mchr als ci> nen Mann vm- hren uns die Demschcu von derselben vertrieben haben. Haag vom :2. Slug. Zu Anfang dieser Woche Hörle man von Grm i qca her eine Ka -onake; man glaubt oahcr, die Britten hätten unsre Küstm bereits angefallen. Die Holländische Flotte hat vor der ( 544 - ^ Waal r starke brittische EZkadren entdeckt. Ausser de» bnküsthen Schiffen sind auch russische un Ka»a1. D>e Nachricht, die Drillen hätten wieder ri ostinbiiche Re. lourschiffr weggenonimen, weiche mit den in Grosbcit. tanien ui Beschlag genommnen 21 ausmachcn, Hot hier viel Niedergeschlagenheit veranlaßt. Wien, vom 24 Aug. Die Tochter des Königs von Frankreich wird täglich erwartet und man sagt, daß für sie eden die Zimmer dry den Salesianer. Klo. ster. Jungfrauen zuderciret würben, weiche vormals die Prm,elsian Elisabeth von Wittenberg als Kvsigängc. rinn - emohnt hat.— Man glaubt nun sicher, daß der Reichsfriede bis Ende Septembers und der aligememe Friede bisEndc dieses Jahrs werde zuSkandegedrachl wer. den. — Das brittffche Cabinet scheint das Vorhaben noch nicht verlassen zu haben, die Franzoicn durch Franzosen zu bekriegen und ihnen den Zugang der Lc. bensmillel von mehrern Orten abzuschnciden. Wesel, vom 29 Aug. D>e den gegenwärtigen Machthabern in Holland wiederholt gegebnen Winke, aus die anwachsendcn patriolischen Gesellschasten ei» wachsames Aug zu haben, scheinen nunmehr als zu sehr gerechtfertigt zu seyn: Einige Lausend Ab. geordnete der holländischen Kiuds sind nämlich, glaubwürdigen Nachrichten zu Folge, auf einmal im Haag erschienen, um die Generalstaaren zu ver« drängen und einen Nationalkonvent zn formtreu.- Nach einem andern Bericht, den wir jedoch nich^vcr- dürgen können, ist der größte Theii der aus bemTcrel in See gcgangncn Flotte von dem Feind genommen worden. Mainz, vom zo Aug. In der vorigen Nacht überfielen die Franzosen die Rvthmäntler, kränzten die vor Weisenau stehende Vorposten zurück und liefen bis in das Dorf, in welchem wieder viele Leute wohnen. Die Tschaikisten machten ein lebhaftes Feuer vom Rhein und in sehr kurzer Zeit war der Feind zmückgeworsen. Mehrere Franzosen und auch Rvthmäntler binden aus dem Platz; auch wurden von letztem einige gefangen. Unter den Verwundeten befindet sich des Gouverneurs Gencraladjutant Major von Weiarotter, einer der verdienstvollsten und geschicktesten Offiziers, der so ge. fährlich an der Schulter dlejstrt ist, daß man an seiner Herstellung zweifelt. Allcü war in Allarm und der Hcchtsheimer Berg wimmelte von Franzosen. Itzt ist alles wieder ruhig. Schreiben aus Mühlheim im Breisgau, vom ZI Aug. Gestern Nachmittag hat in dem Ort Bug- gingen der Blitz eine volle Scheuer angezündet. Die allda cantomrenden Cavaüers Nobles von der ersten Eskadron unter Commando des Herrn Grafen von Astor waren die ersten auf der Stelle zum Löschen. Sie giengen in bas Wasser bis an die Knie, munter, re» jedermann zur Arbeit auf, zerhauten die Balken, um die Flamme eher zu ersticken und zogen stch da. durch d,e Bewunderung und Verehrung der Einwohner starrh., als der zusammen herdeyzeeuicii, benach, barien Gemeinden zu. Der Prinz von Conde schickke kilien Atjiitanien auf den Plrtz. um noch mehrere Hülfe anzubierhcn, erkundigt, sich sodann, wie groß der Schade des Eigcnkhümers? Ob dieser bemittelt und besonders ob es ein gut und treugesinnter Unier. than sei- ? — und beschenkte hierauf den Beschädig., len , Matthias Süklrrlin mit 25 Louisb'or unter der ausdrücklichen Bemerkung: daß ihm lie-es Geschenk hauptsächlich wegen desselben treuen Gesinnung für unfern gnädigsten Landesherrn gegeben werde. Der Eindruck ciejer men,chenfteu»dlichen und grosmüihigen Handlung ist stch leicht vorzustellen. Mannheim, vom i. Sept. Nun hat auch daS kaiserliche Hauptquartier Schwetzingen verlassen und kommt, wie man glaubt, fürs erste wieder nach Gros, gcrau. Die noch bey Schwezingen und in dortiger G gend gksrandncn Truppen stad seitdem auch größten, lhrils ausgebrochen und marjchicien lheiis den Rhein hinaus, theils h nunterzu. Vorgestern Nachts ist ein Eilbote von Basel nach Berlin hier durchpass,rk. Larieruhej vom 4. Sept. Diesen Morgen um 8 Uhr pa,strte das schöne Regiment Kaiser Dragoner aus drei- Divisionen bestehend, welches ei-nge Zeit m unsrer Gegend zwischen hier und Mannheim lag, en Parade durch hiesige Residenz, um sich ebenfalls zur obern Rhemmmee zu begeben. F rankreich. Paris, vom 25. Aug. Gestern hat Defcrmont im Namen des Heusaursschusses die Anzeige einer Be. gkbcnheid gemacht, welche, wie er sich ausdrückte, de» weißt, wie aufrichtig der mit Spanten geschloßne Frie. den ist und wie strafbar diejenigen sind, welche Zweifel darüber zu verbreiten suchen. Drei unsrer Schiffe ka» men mit einer reichen Ladung von Materialen für dir Marine aus Amerika an und waren schon unfern Kü. stcn nah, als cm spanisches Geschwader von 7 Kriegs, schiffen ans sie stieß. Es begann ein ungleicher Kampf zwischen unsren und den spanische» Schiffen; erster« kamen in das Gedräng; dcr Repräscnlank Anguis, der von der Höhe eines Thurms zu Sr. Sebastian dem Gefecht zusah, traf sogleich Anstalten, um den spanischen Befehlshaber von dem zwischen beiden Mach, tcn geschloßnen Frieden zu unterrichten. Diese Nach, licht verbreitete die lebhafteste Freute unter den beiderseitigen Sch-ffsbkfttzungcn; der spanische Kommandant, dcr itz! in unfern Seeleuten nur noch Allittle und Brüder sah, ließ ihnen alle mögliche Hülse und Un. kersiütziing angedeihcn und unsre drcy Schaffe sind glück, lich in unser» Häven eingelaufen. Die National-Cvn, ventlon bezeigte viel Vergnügen über diesen Bericht mi> verordne« die Einrückung drfflben in das Bulletin. ( 545 ) In der gestrigen Sitzung ist der Name Sanscülotides, welchen die 5 letzten Tage in dem republikanischen Ka. icnder führen, in Ergäl zungnage (conrplemencsires) verändert warben. In der nemitchcn <7itzui-g hat d,e National. Convention 402 durch den HeilsauZichiiß ge. schchcne Ernennungen zu ledigen Officierssicllen bestat, ttgt und auf eine« Bericht über den verstvronen Gene, ral Dügommicc, der vom bloßen Volontäre sich d,s zum General en Chef aufgeschwungc», Toulon weggr. nommcn und sich im Krieg gegen die Spanier ausgezeichnet hat, der Wi'.twc desselben eine lebenslängliche Pension von zooo L>o. und jedem seiner Kinder jähr. liehe 1520 Liv. auSgrworfen. — Vorgestern ist auf den Bericht des Äcsetzgedungöausschusses nach einigen De. batten die Ausstreichmig des ehemaligen Maire von Strasburg, Dietrich, auf der Liste der Ausgewauder« ten und die Rückgabe deS Verinögens desselben an seine Erde» dekrclirc worden. In dem peinlichen Grab, als man auf einer Seile das Volk auf seine ehemalige Begriffe und Meinungen zurückzuführen sucht, arbeitet man ,a der Conveniion daran, die Revolurivu zu de. festigen. Man deklamirk mehr als jemals, mit Härle und.Leidenschaft gegen die Ausgewanderten und Val der Coustillüionsakte abermals einen sich auf dieselben beziehenden Arricke! hinzugesetzt, wodurch die Güter der Ausgewanderten für «mvwenuflich der Nation erwor. den erklärt werden. Vorgestern hat Mailhe im Na. men der Ausschüsse in cu-em Beucht über die Reste dcrVolksgeffllfchoften,kin« Parallele zwischen der königl. Regierung und der Herrschaft der Jakobiner gezogen, die republikanische Verfassung gepriesen und all« Pa, trioten aus ieber Epoche aufgetorderr, in der neuen Constitution, aiS dem einzigen Weg zum Heil, ihren Ver- einigungspunkt zu suchen. Dieser Bericht, dessen Druck und Verschickung an die U Versammlungen und Ar. meen verordnet worden ist, endigte sich m-c folgendem Vorschlag: Alle unter dem Namen von Klubs oder Voiksgesellschaflcn bekannte Gisill.chasten sind aufgeho, den; dem zufolge werben die Säle, welche z» den Ver. sammlungen derselben bienten, geschlossen und ihre Pa. Piere in dem Sekretariat der T.meindehauscr hinter, legt. Dieses D km ist unter allgemeinen Bcysaüsde. zeugungen angenommen worden. Man berachschiagre hieraus über eine Addrcffe an Vas französische Volk in Rücksicht der bevorstehenden Konstilutionsannahme und wurde endlich über einen Entwurf, den Berner vor. legte, einig. Beim Schluß der Sitzung lral Boissy d'Ängkas auf und kündigte in einem Bericht über ««jre politische Lage mit stolzen Worten an, daß ohngcachtet Grosbrittaaien alle seine physische und moralliche Mil. trl erschöpft habe, um uns zu zernichten, es sich den. noch geaöthigt sehen werde, die französische Repuvlick emzuctkennen und sich durch seine Treulosigkeiten jelost de« Abgrund gegraben habe, der es zu verschlingen drohe. Das Dekret wegen Zusammenberufung der Urvcrsammlungcn und der Mittel, die Konstitution in Thätigkeik zu setzen, wovon man das Wesentliche schon kennt, rst endlich tn der Sitzung den 22. d. semeirr ganzen Innhalr nach angenommen worden. Das was am meisten dem Publikum zu mißfallen scheint, ist, der größte Thcil soll ver Convention der neuen gesetz. gebenden Versammlung einverleibt werden. Mehrere Journalisten haben sich mit vieler Frcymüchrgkcir dar. über gcäusscrt und selbst ein Mitglied der Versammlung Saladm, hat dagegen sprechen wollen; man hat ihn aber nicht zum Work kommen lassen. Man hak ein rührendes Schreiben an Madame Chanterel, die bc- der königl. Prinzessin» im Tempel ist, bekannt gemacht, das sich mit folgenden Worten schließt: „ Sie können insbesondre der erhabnen Gefangnen sagen und ihr Her; fest versichern, baß, die Mörder ausgenommen, in Frankreich Niemand ist, der sie nicht aufrichtig beklagt, daß beinahe alle von den schmerzhaftesten Empfinbun, gen über ihr Unglück durchdrungen sind, es gäbe kau» sende, die sie von Grund der Seele liebten und unter diesen manche, welche diesen Augenblick selbst Ihren Kr pf auf bas Schaffst der Rodespierristen tragen könn. ten, um auch nur den kleinsten Theil ihrer Leiden ab. zukauftn. O möchten diese Empfindungen auf einen Augenblick in bte Herzen derjenigen übergehen, die Gewalt haben; die Gefangenschaft der reinsten Unschuld würbe bald aufhören.« — Das bisherige Müuzwe» sen erhält Kraft des Dekrets vom 16. Aug. eine ganz, itche Umänderung. Die Einheit der Münze soll künf. tig nicht mehr Livre, sondern Frank heissen und erhält ein andres Gewicht als bisher. Der Franc Silber wird in zehn Zehnter und der Zehnter m zehn Hun. derlei abgelheilt. Der Gehalt, ober innere Werth der Sllbermünze besteht aus 9 Theilen fein Silber und einem Tyerl Zusatz. Es werden Stücke von 1, 2 und 5 Francs geichlagen. Auf der einen Seite der Silber« 'münze steht ein Herkules, der die Gleichheit und Frei, hiit umfaßt, mir der Jnnschnft: Einheit und Slätkszlt auf der andern Seile ein Eich-'«- und Oelzweig ia ander gc,ctzlungen, mit der Inschrift: Die frMstchs Repudllck, m der Milte der Werth der Münzte, MMl dem werden kleine Münzen aus G1kckenspeiHis-»sMt*lk>ss' 2 Zehnter, 1 und 5 Hunderter geschlagen. Sie stellen aus der einen Seue daS Bild der.FrsHdst »or, mir der I-ischrfr: Die fränkische Repudück. dtr Kehrseite steht in der Mure der Werth Und (.die re.- puvlikamsche Jahrzahl. Es sollen auch Gol'Mcke ge. prägt werden, deren Gehalt aus y TH eklWrtzinem Gold und einem Theil Zusatz bestehen soll. 7)l Aus dieselben kommt das Bild des Friedens , t.«qp HSnem des Uederflusses vereinigt und der JnschrlN'f-'rHrkde und Uederfluß. Auf der Kehrseite eia Eichstt L>Wnd Oelzweig m einander geschlungen, mir der ZnU'tch: ( 346 ) Fränkische Republick. In der Milte das Gewicht. Aussen herum bas republikanische Jahr in arabischen Zahlen. Wer Gold unv Silber in die Münze liefert, kann dagegen Gold, und Silberstücke erhallen. Preußen. Berlin, vom 22 Aug. So.wenig es noch auSge, macht ist, unter welchen Bedingungen der Friede mit dem deutschen Reich und der französischen Republick abgeschlossen werden wird; so gewiß sind wir doch hier, daß die westphälischcn Provinzen der preusschen Mo. narchie keineswegs von ihr abgesondert werden, wie manche ui'vorchulhaste Gerüchte anfangs oermulhen ließen. Man kann mit Best.wmrhctt versichern, daß bcy dem hiesigen Generaldirectorium sowohl, wie bey andern Collcgien verichierne Anstalten geiroffen werden, die de» erneuerten Geschäftsgang gebachier Provinze» betreffen und daß verschick ne vacanre Platze bereits itzt wir neuen Subjekten besetzt werden. — In Posen hat sich der Ton seil der preussischcn Besitznehmung schon so auffallend verfeinert, dcß diese Statt bald mit einigen sehr Ansehnlichen des übrigen Reichs wird wetteifern können.— Dem Vernehmen nach wird der Herzog von Curland ehestens hier rintreffen. Italien. Livorno, vom 17 Aug. Durch Briefe aus Ca, liari vom 7. d. vernimmt man, daß der Genera! Mar. quis Pagliacciv, der sich Vergehungen gegen das Volk schuldig gemacht hatte und deswegen in Verhaft war, durch den wüthcnben Pöbel aus seinem Gerängnjß herausgerisscn worden ist, welcher ihm seine Generals. Kleidung anzog, ir Flintenschüsse nach ihm lhat und ihm durch Säbelhiebe vollends den Rest gab, ohne ihm zu erlauben, zu beichten. Die nemitchcn Briefe fügen hinzu, in ganz Sardinien fty ein allgemeiner Aufstand und rin Bürgerkrieg seinem Aucbrnch nahe. Man hat schon 2 Schriften an den Turrner Hof geschickt, worinn man die Wiede,Herstellung der allen Privilegien der Insel verlangt. Dle Einwohner beste. 77^4. daraus, sich selbst als ein dem König zinsbares HP beherrschen, nicht aber sich von P'.cmvuuftra .ft> wssen. Man befürchtet, dieses möchte tVOtzss Wöem.für die Anhänger der gegeuwäriigen Mgirn'-jg Mesr . .n:>, G e n u a. Genua. 45 Aug. Die auf unsrer Riviera befindlich«.- hel^eftchtige Armeen fahren noch immer fort, sich.-r schanzen; die österreichische zu Bado und die-'sxa^"-)sche zu Borghcito und A.denga. Ge. neral DrrWl', Hat befohlen, daß auch noch der Berg Balinq-Mkcr . auf der einen Seite die Festung ron SaviW Hstlg auf der andern von Vado bestreicht , bc. festig^soll, vcrmuthtlch um im Norhfall unfern RückM Mecken. Ohngcachiek der vonheilhasren Sr^»r^.itzkr Franzosen auf der Gebirgskette wurden sie dennoch den iz. d. von den Oestcrreichern auf allen Punkten angegriffen, aber cs scheint, daß die letz, lern keinen Vertheil dabey erhallen haben. Genua, vom 16 Aug. Vcrmög Nachrichten auS Barcellona vom Zten dieses haben die Spanier vom 2Zten bis zu Ende des Monats Jvly. mithin gerade um die Zeit, wo in Basel der Friede unterzeichnet ward, in Katalonien noch beträchtliche Vorthcile über die Franzosen erhalten und unter andern die Stadt Pucierda mit Sturm erobert. Einige kaufend Frau, zofen wurden bab.y zu Gefangnen gemacht. —- Von Pentimiglla wird geschrieben, die zu Nizza aus der Provence angekommne 7000 Mann Republikaner seyen sogleich noch dem Hügel von Tender und nach den übrigen Anhöhen abmarschirt. Zu Nizza sind vie, le Gerälhschasrcn angekommcn, um eine Brücke über den Fluß den Nercio zu schlagen, über welche die östliche Pyreneenarmee, die auf dem Marsch nach Italien dcg -ffe» ist, gehen soll. Bei der französischen Armee sind wieder viele Wägen mit Lebensmittel und Muni« tisn angekommen. vermischte Nachrichten. Die Anstalten der Franzosen, um über den Rhein zu gehen, werten immer ernsthafter; wirklich haben sie bereits Neuwied beschossen und man war daselbst rn banger Besorgniß, auch bcy Oppenheim weifen sie viele Batterien auf, welche einige Absicht mulhmascn lassen. Sobald die brittischc Flotte, welche an der ge> mst. schen Küste kreuzt, die Nachricht von dem mit Spanien und Frarkrcich gclchlcssuen Frieden vernommen hatte, bemächtigte sic sich aller spanischen Schisse, die ihr oussticßen. — Dieses Jahr haben die Malchcsee Corsaren in -der Levante, weit zahlrcichre Beulen ge. macht, wie sonst. Auf einer derselben befand sich ein Aga m l seiner ganzen Familie und der Kadi selbst, welche nach Kosianilnoxel gehen weliien. Wie man vom Niedkrehem hört, so werden die An« statten der Franzosen, den Rhem zu pajsircn, mit je. dem Tag ernsthafter und drehender. Sie sollen bivfttS vcrschzcdne Rherninftln bese tzt haben. _ Der Vorict ui g hat Is^ttalien, unS unfern innigst geliebttn ältest.» Sohn Wilhelm Ludwig vicror Lamill, kulch eine Gallcnruhr mil Entzündung, nach einem rzlägig-n Krankenlager, den 2ten dieses Monats zu entziehen. Tiefgebeugt, melden mr diesen schmerzlichen Verlust alle» unfern Gönnern, Verwand, ten und Freunden, von Ihrer gütigen Thcilnahme überzeugt, deren schriftliche Aevserunq aber w r uns gehorsam verbitten. Carlsruhe den z. Eept. ,795. Der Markgräfl. Badische Hvfmartchall, Marquis von Montperny und seine Frau gcbohrnr von Srldencch.