Nro. 116. Pag. Karlsruher Montag« » 7 KM?! den 28. Septembev. Zeitung 9 4 Mit H-chfürftltch . Markgräfltch . Badischem gnädigstem prlvtlegio. Wien, vom 14. Sept, Die Tochter Ludwigs Wien, vom 16 Gepr. Unsre heutige Hofzeitung des Scchszehnren wird bald hier ankommen, man be- enthält Folgendes: ,,Aus Berichten, die der Felvmar« reitet ihr eine Wohnung im Pallast, die Erzherzogin» schall Graf von Klairfatt, aus Grosgerau unter dem Maria Amal a genannt. Durchzüge von gefangnen 8, 9 und loten Sept. eingesandt hak, ist zu ersehen, Franzosen, die in ihr Vaterland zurückkchren, sieht daß der Feind, nachdem er den zten bei Speldorf und ma» beständig, allein noch ists still von Befreyung der Saren über den Rhein gegangen war und sich verdor» Minister Semonville, Charet, Bcurnonviüe und an« gen gehalten hatte, in der folgenden Nacht die ganze brcr Deputiere». Rheins-oute unsrer unter General Feldmarschall-Licut« Haag, vsm 14. Sept. Seit Sonntag wird alle nant, Grafen von Erbach, gestandnen Truppen, von französische Artillerie von hier ab und in die Gegend Angerbach (A-gerort, H Stunden oberhalb Duisburg, von Breda geführt, wo sich ein Korps Franzosen zu« am Einsi-ß des Angekbachs in deu Rhein) bis Ober- san-.mrnzirht. — General Dändels verlangt zur Ver, Hamm (eine halbe Stunde oberhalb Düsseldorf) auf the-digung des Lands 60 002 Mann. — General allen Punkten mit grosser Uederlegenheit an Trupven Moreau hak seine bcy den Bürgern cinquartirte Trup. und schwerem Geschütz auf das heftigste angegriffen, pen in Kasernen gelegt. zugleich auch durch die aus der Erft l» den Rhein Wien, vom 15. Scpr. Vorige Woche sind einige gebrachten Schiffe, noch mehrere Mannschaft bcy hundert französische Kricgsgefangne, lauter Ober, und Hamm und Lausewerth an das Land gebracht und Unterossciers aus Ungarn auf ihrem Weg nach dem diese Posten überwältigt hat, worauf Feldmarschall- Rhein zu Penzing rächst Schönbrunn eingetroffen. Leutnant, Graf von Erbach, sich durch das Gebürg Hier hielten sie Nachtlager, aiengen in den Hosgartcn über Bttkerftid und Siegen gezogen hat und den 6tcn spazieren und führten sich überhaupt so gut auf, daß Abends bcy Mcttman in das Lager gegangen ist, um niemand die geringste Beschwerde gegen sie. hakte. Sic nach Umständen dry Uckeradl mir den Truppen, un» waren durchgängig gut gekleidet, sahen gut aus, hat. der dem Feldmarschall-Lieuinaut, Punzen von Wir. tcn hübsch Geld und bezeigten sich mit ihrer Behänd- temberg sich zu vereinigen, der de» 8ten noch bry lüug in Ungarn sehr zufrieden. Einige ihrer Offciers Mülheim im Lager gestanden ist und wo, nach de» suchten den Kaiser zu sprechen, allein Se. Masestät Berichten, seine Vorposten bis an die Wipper hm, der waren eben nicht zugegen. — Da derDivan gesehen, Feind sich ganz ruhig hielt. „ daß sowohl der russische als römisch kaiserliche Hof An. Vegensburg, vom 17 Sept. Bey der hkesige» stand nehmen, einen türkischen Gesandten anzunehmen, hochansehulicheu Rüchsverssmmlung ist vorgestern fol» west es gegen bas diplomatische Herkommen sey und geades Kaiser!, allerznädigstcs Hokralistcarions. Dekret, sonst verschiednc Jnkonvenienzen hervorbringe, so hak be dato Wien den y> Sepr. die Einleitung zu einem derselbe kiese Idee wieder fahren kaffen. Die in annehmlichen Reichsfrieden und insbesondre die des. den türkischen Provinzen pestartigen Krankheiten sollen wegen vorläufig ernanlj(e aufferocdeniliche RcichsSevu. bereits beinahe gänzlich nachgelassen haben, welches tation betreffend, nie Diktatur gekommen: um so erwünschter ist, da per Handel und Wandel ohne» „ V»n der römisch - k'iseri. Majestät Franz deS 2ten, Din schon durch die dortigen Unruhrfl leihst, unsors Mrgnäiügsten Herrn wegen, den bey gegen. ( Z94 ) wärüger MgtMkitttt RekchSversanrmlung anwesenden des heil, römischen Reichs Churfürsten , Fürsten und Srank-e füelre-i'chcn Rathen, Bolhschaftern und Ge. Md»en io Gnaden anzufügen: « Tr. römisch. kaiserl. Majestät sey alleruntetthä. b'gst vorgetragen worden, daß man tn den breyen ReifhSkollegidn die Deratyung über das kaiserl. aller.. HL M Hofdekrek vom ly. May dieses Jahrs und den darim. durch das letzte Rcichsgutachrn, vom z. Iuly dieses IahrS noch nicht erledigten Punkt der reichsstän, bischen Kovkurenz bey dem künftigen Reiche fticdens. Kongreß in vcrfassuagsmasiger Art fortgesetzt und mit« trist emes den rr. Aug. erstatieken küeruvlrrlhänigsten Aeicliögurachtcvs dafür gehalten und deichlcKn habe, »daß dermalen zu diesem Ende bereits verlaust z eine aosservrdrniliche ReichSdeputatisn von Höchstens io Ständen aus allen brcyen Rcichskstlegien , in der Gleichheit der Religion, zu bestimmen und hierzu dies, mal ans dem Churfürstl. Collegium: Churmkinz und Chursachsen; aus dem Zürsti. katholischer SftrS: Oe« üerreich, Baiera, Würzdurg; A. §. VerwandrarLeits: Dremen, Hrstr«darmst«dk, Baaden und aus dem Reich, städtischen, kacholischer Keils: Augsdmg; A. C. Vcr. waobtec Seils: Frankfurt um Main, zu erkiesen und zu ernennen sichen. " » Indem Sr. kaffe l. Maj stät diese Auswahl, der Rkichrdepritirten vnd deS gestammten Reichs Bcvoll. rnächügten zur besonder« allerhöchsten Zessnttcnhclt ge-- reicht: so geruhen zugteech Sc. kaiserl. Majestät dieser reichsgütachllichcn Ernennung hiemit Allerhöchst Ihre reichsvberhavVliiche Krvcbmigung rn der vesten reichs. väierlichen Zuversicht aLeegnäbigst zu iriheilen, baß Lee nunmehr durch eine» allgemeinen Reichsschluß «i. res ausgezeichneten Vertrauens gewürdigten depulirke» Stände, dem grosen EryattungSgefttz -er Einheit und Gesammchertdes deuffchraRetcheiupßichkmäsigkrVrrbin. düng emt dessen Oberhaupt unvcrrückt getreu, auch Las gemeinsame Interesse und Wohl deS r-eukschen Da. lerlandS durch ihre verfaffungsmäsige Milwürkmig zur Besorgung der grosen Reichsfriedens. Angelegenheit mit patriotischer und deutscher Standhaftigkeit bestens uusterstützen und befördern werden. « » Se. kaiserl. Majestät find übrigens um so genug, ter, die vorgrdachte Bestimmung der Reichsdcpulatto« auf iy Mitglieder der ordentlichen sowohl als ausser, ordentlichen DcputaliovsbefugniS eines jeden für dieses, mal nicht drpklirtcn Reichsstaudes, insbesondre auch für die rcichsständischr Klaff! der sh-älaten und Gra. fen, Curie» unter aller Rücklicht fmz unnachtherlgzu erklären , als xz vhachm ein v.i'. den: Aarrttt Ihrer kaiserl. Regierung PS« Allerhöchst Ihnen angenommner Grundsatz ist, sämtliche und einzelne Stände und eil!« jede Klaffe derselben, dey ihrer, verfassnnzsmästgeo Rechten und Befugnissen aufrecht zu erhalte». « „ Schließlich erneuern Se. kaiserl. Majestät dir he« rriks im allergnädigsten Hosdekret vom sy. J'uly der ullgcmrincn Reichöversammlung gegebne allerhöchste Zu. sschecung , lieseibr von dem Erfolg rer damals schon zur ersten Fmdenscinleitung gelroffnrn Anordnung uu. verzüglich zu unterrichten, sobald nur an Allerhöchst. Sie dir bisher erwärme Autwort gclargen wird." Labey verbleiben Se. Römisch Kcyferl. Mal den des heil. Römischen Reichs Churfürsten, Fürsten und Stänve fürteestichen Rärhen, Lothschaftcrn und Ge. sandten mit Kaiserl. Gnaden wehl und gewogen. Signatum zu Wien unter Sr. Römisch Saise-l. Mas. aufgediuckrem Kaiserl. Sekrelmstcgcl, dev y. Scpt. im Jahr 1795. Wien, von, 19 Sept. Der Fürst Dominik von Kaum; hak von dem Kaiser de« Auftrag echaiten, die Tochter Königs Ludwigs XVt. in Basel in Em. pfang zu nehmen. Den rs. tiests reißce auch die Ge. mahltnv des Fürstender Prinzcssmnentgegen — Durch ei« nen aus Romersborf beyNeuwied, unter dcm sr. S>pt. tlitgesandtenBcrlcht.ffatderZffsmarschaU, GrakvonClatr« fach die Nachricht bestätigt, daß denk,. mit Tagsandruch - 22,2-0 Feinde brv Etchtlkamp üd:r de« Rhein gegan. gen sta". und dir Anzeige des den n. zu Siegderg gestand,tenFeltmorlchall-Lieiitnants, Prinzen ron Wür« temderg deyqcfügl, nach welcher die feindliche Arme« herwärts von MüLtzeim sicher und mehrere Kolonne» aus der allen Siegburger Strasse im Anmarsch waren. Wetzlar, vom 20. Sepr. An Hiesiger Stadt zieht seit etliche« Tagen «me Wenge Bagage der Kauerst, essen vorbey. Alle Depots haben die Gcgeuv verlassen. D»S Kasserl. Königl. Magazin und was zur Kaiser!. Armee gehört» geht weg. An unsrer Grenze werden kleine Fähnchens mit dem prerrßischen Adler ousgesteckt, um die NLutralirärslmie zu bezeichnen. — Das Kai« serl. Königl. Regiment Murray ist den rg. unter Kom« msndo des lapscrn Generalmajors IorviS in Ehren, breitsten eiugerückt. — W« mau hört, so sind bey den Franzose« alle Exceffe« aufS strengste verboten. Em Huffar, s>er zu Elberfelden Tuch gegen eive Affig« narr kaufen wollte, wurde armirt und mußte daß Tuch zurückgebeu. Mainz, vom 22. Srpt. Gestern Nachmittag ließe» die Frauiosen wieder ihre Luftballon an Manenborn steigen. Die öffretchnchc Armee hat ihre Stellung an der Lob« gavt verlassen und zieht sich zurück. Nassau soll in Brand stehen. Aus her Wetter«», vom a, Sepr. Der feau« zosische General Lcfcvre steht mit 2b 202 Mann de» W.'tz'ar in einem Lager. Einp'lnc Dnaschcmrnis des. seiden pakrvulliren bis Glesen, Butzbach undFetedderg. Den,y. kam es zwischen einem solchen und einem Drtaschemeot kaiserl. Dragoner zu einem ernsthaften Scharmützel b'y Rechrcrdach, zwischen Wetzlar und Butzbach. Die Franzose« betvrgeu sich sehr gut ss. dcp L 595 ) Drmackationslinle, «n ivsscher überall kleine Fähnchen mit dem §reu fischen Adler errichtet werden. Die -strengste MannSzuch« und Ocdnung herrscht unter ih. nen. General Jwopin logirt in Wchlar, aber sonst befinden sich keine Truppen »n der Stack. Nurkom. men viele bky Tag hinem, um allerlei) zu kaufen, das fi« -denn auch baar bezahlen. Die Kavallerie komman. Lirt General La - pauke. General Jourvan komman. tirt en Cbef die ganze Sambre-unv MäaSarznee. Schreiben aus Franksurr, von, 22 Sepr. Dies« Nacht oder Margen früh sollen r; — ss.coo Franzosen thcüs Hier durch, ttzeiis aa unsrer Sraot vobey rnarschic-n. W'.e man ,agi, ss r.ciMen sie ihren Marsch nach Mainz zu, um cie rahm sich zurückge« zognen Ocsterre'cher emziischiie-ßen. Die Franzosen solle» durch Prciß u ecvrorrt werden, Ekstire sollen ver« spräche«» haben, die Demac,'a:lons!inie a-uss firengste -» remee«iren. An den T-.vreu -vor unsrer Statt, in Höchst, welches itzt auch von den Preußen besetzt «st And Lberall) wo Preuß-n «r-zen, auch dir ganze De» markali-wsstnir ist P rer suchen Adic^n bezeichnet. Line ganze Menge sslchrr Adl r wurde hier verfertigt. Die Preußische Wache wende mit 240 Mann ver« fiärkt, au» cihiellcn sic Befehl, sich diese Nacht parat zu halten, um aut den ersten Lrommesschlag auf ihren bestimmten Posten marschiren zu können, jeder bekam Ho Paeroneo. Was dieses all^ zu bedeuten hat, ist «ns noch gar nicht erklärbar. Hanau» vom 22. Sepr. Dir vstreichssche Armee riebt sich immer mehr zurück; ihre Bagage gehl schcn seit drcy Tagen und Nächte« unaufhörlich durch Frank, furt und die Armee selbst retinrr über Könjgstem und Höchst nach Flörsheim, wo /me Brücke zum Uedeo, gang über dm Main gcschlag n ist. B.-y Dietz an der Lahn und in der dortigen Gegend hat diese Armee Vreymal geschlagen, bei teu 2 ersten Anguss.,, wurven die Franzsstv zum Weichen gebracht; allein -cym trit. lenmal ward Las Cer-krum der Oestreichtt soecirk »ipso die Arme« zum Weichen und zum Rückzug grnöihigt. Dietz ist bei dieser Gelegenheit s.hr zusammengeschossen worden, G-ste'M find d«e Franzosen in Fiickberg ei», gerückt und Haber, das östrcichische L-zaezy zu Ilm, fiadl überfall,«, ohngcschr roch 6c> Kranke und eine grosse Anzahl Betreu rc. stab ihnen dort io die Hände gefallen. In Frankfurt ist man indessen ziemlich ruhig, die meisten Mchboutiquen sinv noch offen und man scheint dort die Annäheruog der Franzoien nicht zu furchten. Prinz HvH-ulohe h.u dir Versicherung von fich g-geben, -aß der S'.adc nichts unangenehmes wi» derrayreu würoe; den» er selbst würde gegenwärtig bleiben. Gestern ist o«s Regiment Thadden aus Frank, fl!r^auszezo8e>tus.d dagegen das W'llmgijche eingertikt. N. S. So eben wird uns die Nachricht mitgecheilt, der rechte Flügel der französischen Armee habe sich diS «brr Wirshadev auSssedehnt und die Festun- ««fiel und Mainz scyen -nun kingefchlosse«. Diese Nachricht ist in diesem Augenblick lhcils durch Briefe, IheilS durch Reisende, die aus dortiger Gegend kommen, -irr «in- getroffen. Aönigsktm, vsm 2Z 8ept. Die Kaistkl. Truppen fic.b »n vöütgcm Rückzug begriffen; allein, vb- aleich die Armee über den Main gehen soll, so werde» fie dennoch -re Festung EHrenbreitsteia zu behaupte» wissen. Man har eine hiriiängliche Garnison hi ne in ge- leg«, um fie auf jeden Fall ru vercheidigen; ausserdem ist fie noch auf H Monate mit Lebensmitteln versehen« Ais den ir-ten sich dir Franzosen der Festung etwas zu sehr genähert Hanen, so unternahm ein Theil der Garnison einen Ausfall, drängte den Feind zurück und vei «machte ihm einen Verlust von 20 Tvdtrn. D« dieser Felsen mit Gewalt nicht eingenommen werde» kann, s» müssen dadurch die nähern Fortschritte -er Franzoien am Nh m gehemmt und die Schiffahrt auf diesem Fluß ur.ic' .vchen werden. Frankfurt, vom 2Z. Scpt. Der Rückzug der öst« reich.schcn Armee über den Main gehl vnun'crbrocht« fort. Die Franzosen folgen ihnen auf dem Fuß nach. Noch immer ist man der Meinung, baß die Kaiserlichen, welche in Mainz liegen, diese Festung verlasse» werden , um sich mir der Armer jenseits des Main- zu vereinigen; wenigstens scheint eS wahrscheinlich z» sehn, daß die c-ßreichische Armee sich in diesen Gegenden in kein Gefecht kiniassm, sondern sich vielmehr aus dem Reich herauszichen und die Kaiserlichen Erblan- der decken werde. Das Hauptquartier des Fcldmar« schavs, Grafen von Klairfait war gestern zu Schwan- Helm, 2 Stunden von hier, jmstikS d s Mains. Heule wird rir Ke.lseriickr Armee ganz über diesem Fluß f'y.'i. Aller Wahrscheinlichkeit nach, zieht sie sich nach Afchassenburg und gegen den Spessart. Die Festung KömMm soll von den Kaiserlichen verlassen und de- reits von den Franzosen besetzt worden seyn. Alle Nachrichten find über das gute Betragen der Franzosen üdrrcmstimlnenb; in allen Orten, wohin sie seit dem Ueberxmg über den Rhein gekommen find, ha. den sie den größten Respekt für das Eigenthum und die Ptissiien gezeigt, nicht die geringste Unordnung be- gangcu, noch jemand beleidigt. Ein Detaschcmenk Franzosen wollte die Lhore zu Feiedbcrg besetzen, ab« -als ein Kommando Goeckiazischer Husaren Einwendung dagegen machte, so gaben die Franzosen so-steich mit aller Höflichkeit nach. Einen Kaiserlichen D aqoner, den sie «och in der Stadt ankeafcn, verfolgten sie biS vor die Stadl, Hollen ihn aber nicht ei«. Was sie von Kaiserlichen Vorrathssachrn daselbst fanden, gäbe» fie in Verwahrung und was sie rssen uns «ranken be- zahlten sie baar. Heute Mittag waren die Franzosen »och nicht in Wiesbaden «ingrrückt, wirklich ist auch noch die Post von bah« und von Mainz allh-er aog'- kommeo. Das kaiserUche Hauptgltarrier war io b«r ( 596 ) Wtigen Nacht zu Schtvanheim, 2 Stunden von hier und heute mgrschirten die Kaiser!. König!. Truppen an unsrer Glatt porbcy, jenseits des Mains über Neu- Isenburg gegen Dieburg und Aschaffenburg zu. Schreiben aus Frankfurt, vom 24 Sepr. Bis Heuler gierig in unsrer Stadt noch alles still und ruhig zu. Diesen Mittag spritzten Merlin von Lhionville und mehrere französische Off-ciere dey dem Prinzen von Hohenlohe allhier und besuchten diesen Abend das Theater, iporinn die Zauberfiöte aufgesührt wurde. — Die französische Armee selbst ist aber noch nicht hier «ingerückt. M hrere wollen behaupten, sie würde gar nicht hierdurch paßrren, andre behaupten das Gegen, theil und sagen sogar, sie würde bcy uns einquaruert werden. Die Kaiserlichen Truppen sollen, dir Festung Mainz ganz verlass^, wollen, damit die Franzosen gerade hinein Mrschiren könnten. Ein Theil der Kayserl chen Armee soll schon in Bam» berg und Würzburg scyn. Be? der Sachsen, häufte Warthe stehen aber noch weiche, diese würden, wie cs heißt, Frankfurt beschussm, wofern die Franzosen den Durchmarsch erhielten. An den Thoren unsrer Stadl ist itzt ebenfalls der preusstiche Adler angeschlagen. Dir Kaiser!, wollen es schlechterdings nicht zugeben, daß die Franzosen durch unsre Statt passt, ren, so eben war dieftcweaen ein kaiierl. General dey dem Prinzen von Hohenlohe. Auf hi.siacr Bcicfpest wurde heute das kaiftri. Wappen adgrnominen und so soll cs überall geschehen. All, tieft Umstände zusam- mcngmommcn, machen die Lage unsrer Stadl und Gegend immer bedenklicher. Schreiben aus Heidelberg, vom 25 Sepr. Näherer Bericht des bereits gestern erwähnten über die Franzosen erfochmen Siegs von einem Augenzeugen. Vorgestern Abends nahm der Feind zwischen Dastn. heim, Bechlingen und Waldors seine Possion, sein linker Flügel war eigentlich zum Angriff bosummt, der andre sollte nur, im Fall wir gedrückt wü-den, auch folgen und angreiftn. Dan Seiten dtt Franzosen ge. schah der An-rr ff Lurch 10 Bataillons Iusanurie, n. neu, Regiment Chasseur zu Pftrd und einem Dragoner, Regiment. Unsre Starke bekund i» 2 Bttail» Ions Infanterie, einer Eskadron von Scekler Husaren, einer Division von Kaiser Dragoner, kömmaudirt von Herrn Rükmcister von Bvttmann und der Odnstlieur- nants Division von Hohenzollcrn Kürassier, komman- dirt von Herrn Odristieutnant Graf von Srrbelony und Herrn Odristlieutnant Graf von Kienau. Das Plänkeln und der Kanonendonner sieng Morgens früh um 8 Uhr an und dauerte bis Mittag unaufhörlich so«, ohne daß ein oder der andre Theil zum wci. chen gebracht werden konnte. Des Feinds Insan, rerie aber, welche sich gegen Handschuchheim zog ynv »«s tn Vir recht« Flanke nehmen wollte, wagte sich zu weit ins Frcye und ins Gebürg. Herr Obristlienl. nant Graf Klenau , welcher dieses bemerkte, sandte den Oberlicutnaut Herrn Baren von Trpis zum Kom. manbirenden und evisirte zugleich den lenftns des Nc- kers kommandierenden Herrn General-Brigadier Ba- ron von Frölich, baß er Willens fty, den Feind mit Kavallerie anzugreiftn, er wolle ihm die linke Flanke decken. Alles wurde indessen veranstaltet und so gut, daß man sich davon, wie es auch geschah, den besten Erfolg vtrsprcchcn konnte. Unftrlinker Flügel griff an, lourmrte die feindliche Insan,erie und Kavallerie, ron letzterer wurde eine Eskadron, von crstecer aber mehr in den Nccker geworfen, auf dem rechten Flügel kams mit der Kavallerie und der nachfolgenden Infanterie zu einem mörderischen Gefecht; alle Kanonen und Polverwägcn blieben stehen nnd das Gemetzel dauerte einige Minuten, die geworfne feindliche Kavallerie ritt davon und die Infanterie wurde das Opfer der so lange gedauerten schrecklichen Kanonade. Der Franzo. ftn Verlust bey dieser hitzigen Affaire bestund in 10 Kanonen, 6 Munikions Karren, einer Standarte, einer Fahne und 6c> Stückoserden, über 102 Tobte dlic» den auf dem Platz, 8 Ossiciers und mehr als 500 Gnneine wurden schwer verwundet und gefangen ge. nommen, von erster» hatte keiner weni.i.c ats 4 — 5 Wunden, gesunde Gefangne machten wir z Officicre und 180 Gemeine. U-ucr den G-'saagnen befand sich auch der General - Comma, dank des linken FlügrlS Deform mit 4 Wunden. Der General der Brigade aber und sein Aide de Camp waren unter den Tobten. Unser Verlust bestund in ir Tobten. Bleßin wurden ein Hauptmann von Erzherzog Carl Infanterie, eia Ob-rlieuki aut von Szekler Husaren, OLcrliealnanr Forstncc und Unmileutnatt Hcnrigucs ron Koyftr Dragoner, an Gemeinen vom Feldwebel und Wacht, meister abwärts gegen 220 Mann. Dcr Herr Obrist Baron von Preichcren ist auS dem Gebürg bftßirl zu« rückgekommen. Das R.gtmcnr Royal Allemasd hat noch die im Gebürg zersprengt gewesnen und sich in dir Frcve gctzüchteten Feinde gegen 2 Compagnien bis auf z Mann zusammen gehauen und dem Feind die bcy Ladcnburg ve lohrnrn Pontons wieder adgerwmmen, noch immer weiden Gefangne und zersprengte einge. bracht, General de Four sagte unS gistern: General Iourdan habe mit seiner Armee den Marsch überS Grbürg nach Frankfurt genommen und die Prcufftn wären in seine verlassene Position eingcrvckk. — Herr General Feldmarschall Graf ron Klairfait war gestern Abends hier und besah unsre ganze Position. — Die Franzosen sollen sich itzt unier die Kanonen der Fe» stuug gezogen haben. Frankreich. Paris, vom 18 Sepr. Man schreibt von Amiens, daß die Regierung Befehl gegeben habe, all« Gefangne von Ham nach Paris zu transportier». Wenn, ma» < L97 ) ««verbürgten Gerüchten trauen darf so wird dasLagrr von Marly entweder ganz aufgehoben, oder mehr entfernt. — Man schreibt von Angers vom 12 dieses, daß der Doiksvertretter Bodin bcy AngerS eine Unterredung mit Swfssrt und den vornehmsten Anführern dcrehmailgen Rebellen.Armee von Anjou und Oberpoitou gehabt hat, worinn diese leztere bezeugt haben, daß ihr ernstlicher Wunsch dahin gehe, Friede und Ruhe in diesem Thcil der Venbee zu erhallen. Man verstchert «ogar, daß Chareite selbst nicht, entfernt von vieler Denkungsart seye und versprochen habe, einer zweyten Unterredung, welche unverzüglich gehalten werden soll, beyzuivoh« ven.-Bisher erhielten akl« Officicr ihren Sold ganz i» Aßignaten. Diesen behalten sie auch noch ferner. Aber von itzt an wird jedem der« selben eine Zulage von 8 L vres in wirklichem Geld monatlich gegeben. — Noch immer ist man mit Zäh. kung aller Stimmen über die Konstitution und über das Dekret beschäftigt. Die National »Konvention läßt sie itzt alle, nach Departements und Kantons drucken und bekannt machen, um zu beweisen, daß alle Stimmen richtig gezählt werden, was auch die Der« läumdung dagegen sagen möge. Für die Konstitution und das Dekret, daß 2 Drittheiie aus der itzigen Rational»Konvention für die nächste Gesetzgebung gewählt werden müssen, find wieder sehr viele bejahende Stimmen eingckommen, worunter die Städte Colmar, Neubreisach, Toulouse, Monlauban, Lion re. Von den 48 Adtheilungen der Stadl Paris haben bereits cili« che und Zv sich für die Konstitution und fast einmü. thig gegen das Dekret erklärt: Nur eine dieser Abteilungen ist dis itzt für bas Dekret. — Gestern wurde beschlossen, daß der minderjährige Sohn ibcs Für. Ken von Salm Kirburg, dessen Vater durch das Revolutionsgrrichl unschuldig enthauptet worden war, der nie dem Regrvspurgcr Rcichsschluß zum Krieg ge« gen Frankreich bcigrtrcten war, wieder in die Güter feines Vaiers in Hcnnegau, Belgien und Frankreich kingefttzt werden soll. Paris, vom 19 Sept. Die Anzahl der Chouans M sich, nach Berichten von Charsieille noch immer verstärken. Sie überfallen uns immer in weit überlc, gcnrr Menge, werden indessen meistens zurück gcschla» -en. Wir verlieren nicht viele Leute in diesem Posten. Krieg; von ihrem Verlust aber können wir nicht sicher urteilen, da sic olle mögliche Sorgfalt anwenten, ih. re Tobten mitzunehmeu. Aus Coulans wird berichtet, daß ZV Echüzcn von einer republikanischen Coloune, welche die Rebellen au, der Strasse von Lavalzoobis 400 Mann stark a, «.g iffen, diese in die Flucht schlu. gen und daS Schloß von Coulans eroberten, wo wir das Burean ihres Gencralstads und viele Munition fanden. Sie zwingen dir Leute, die sie antnffrn, zum Dienst, Kinder und Alte müssen die Waffen ergreifen: aber rS deftrtiren auch viele und gehe» zuunS über. Sie verlassen sich sehr auf baldlgeWterstüMg von. GroßbrittanieN und auf Einverständnisse mit den Royalisten in Nantes, welch« ihnen viel Munition zukom, men lassen sollen.-Gestern wnrde beschlossen, daß der bisherige Sitz der National-Convention, beit Pallas: der Thuillerien, hinführo der Versammlung^ ort des Raths der (250) Aeltern; — der ehemalige Pallast Bourbon aber, der Versammlungsort tcS Raths der Fünfhundert« ftyn und — baß in dem Pallast Luxemburg das Direktorium seinen Sitz haben soll. Strasburg, vom 22. Sept. Nach den Pariser Zchon im Jahr 1747. ausser Lands begebene, zweimal bereils in öffevriichen Blät. lern vorgcladne, aber nicht erschienene jzridoljn Döh« irr, Burgcrssohn von Singen, oder dessn allcnfalsige rechtmäßige Lerbeserben werden hiermit ediclalirer vor» geladen, a Dato innerhalb drei Monate» dahier zu erscheinen, widrigenfalls das dem'Göhler angefallne elterliche Vermögen seinen nächsten Anverwandten ei. genthümlich werde üderlassen werken. Signatum bey Amt Stein den 2Z^Aug. 17 z. Stein. Der wegrw begangenem Straienraub per rescr. clsm. ol.ri. 27. May >786 H R.N. 6657 10 jähriger Zuchthaus, Strafe comdemnirte, vor Er. stehung derselben aber entflohene ledige Brugirssohn Philipp Jakob Jung von Nöttingen soll sich inner, ha b Z Monaten a dato dahier stellen und sich bas Wettere gewärtigen, wikrigenfalls er der diesseitig Hoch« fürsil. Landen verwiesen, sein ihm inzwischen ange. fallenes elterliches Vermögen confiscwt und sein Namen an Galgen werde geschlagen werden. Signatum bey Ami zu Stein den 20. Äug. 179z. Rörreln. Der bein.che 40 Jäyr alte und schon vor ly Jahren als Schneider auf die Wanderschaft ge» gangcne ledige Burgers ohn Martin Lörracher von Eimeldingen wirs hiermit unter dem Bedrohen öffent« lich vorgelakeu, sich von heute an binnen 4 Monaten um so gewisser dahier zu stelle», als in N'chtcrschei. nungsfall sem Vermögen seinen nächsten Verwandkcn unzinußlich werde verabfolgt werden. Verordnet bcy Oberamk Lörrach den ^ten Sept. 179z.