Nro. 142. Pag. 765. arisruher Zeitung. Montags den s6. November 1792. Mit Hochsürstlich . Markgräflich , Badischem gnädigsten Privileg!-. ^ xi. ^ Römisch »Deutsches Reich. Wien, vom 14. Nov. Vorgestern kamen wieder Depeschen von Gesten des Freyherrn von Spielmann an nnd seitdem verbirgt man ßch nicht, daß statt deS Friedens alle Umstände zeigen, daß sich das Krieqs- seuer vielmehr noch weiter ausbreiten dürfte. Dem ohngeachrek ist hier itzt alles so stille, als ob wir gar keinen Krieg hätten und da uns der Himmel dieses Jahr eine überaus gesegnete Erndte bescheerie, so fallen auch die noihwendigsten Lebensbedürfnisse täglich im Preiß, welches man doch bey so kriegerischen Zeiten nichl vcrmulhen tollte. N'ikn, vom 16 Nov. Die Unterhandlungen werden , wie man behauptet, noch fortgesetzt. Sollten die Bemühungen um Frieden fruchtlos ablaufcn, so wird, nach den ungeheuren Zurüstungen zu schließen, der künftige Feldzug einer der fürchterlichsten scyn. Es ist eine sehr starke Werbung ausgeschrieben und Wien soll allein 4000 Rekruten stellen. Vorgestern ist die Avantgarde vom Kuraßierregiment Nassau."Usingen aufgcbrochen; die übrigen 4 Divisionen werden bald folgen und die andern nach dem Rhein bestimmten Truppen bis dahin ebenfalls ihre Standquartiere verlassen haben. Nach Briefen aus Italien ist an dem nemlichen Tag, d« unsre Truppen m Turin einrücklcn, ein Aufruhr daselbst ansgebrochcn; um 4 Tage später wäre diese prächtige Residenz ohne gedachte Hilfe vielleicht in Feuer und Flammen gestanden. Unser General Straftldo ließ sogleich mir 6020 Mann die Citadelle und Etadlthore besetzen; der Königk.- Familie gab er eine starke Sicherheitswache und mar. schirle mit den noch übrigen 7000 Mann der von den Franken bedrohten Festung Coni zu Hilft. Roblcnz, vom 16 Nov. Nach einer neuern eben bekannt gewordnen Veränderung hat der Herzog von Braunschwcig das Generalkommando wieder überkommen und sich von hier zum königlichen Haupt» K. L k L k 0. LL ININI 61 ssVVRN?. quartier auf Montabaur begeben. Dagegen führt der Generallieutnanl von Kalkstein das Kommando über eine besonvre Division der Armee; zugleich ist der General von der Infanterie von Möllendvrf von Berlin hjeher beordert. Der König sowohl als der Herzog von Braunfchweig werden bey der Armee bleiben. Von ftrnern französischen Streifzügen in unfern Gegenden «st dermalen alles still und sind dagegen die Preußen auf allen Seilen mit starker Macht postirk. Indessen stehen die Franken bereits an der Mosel dis Trarbach und jenseilS des Rheins biS-Na» sterren und vermehren sich täglich. Rreuznach, vom 16 Nov. Unsre fränkische Gaste halten die strengste Mannszucht. In voriger Woche wurde in hiesiger Gegend ein Kapitain und zween Gemeine zur Strafe , weil sie auf einem Dorf dem Schultheiß mit Gewalt 6 Gulden avnahmcn , erschossen. Nicht der geringste Unfug bleibt ungestraft und dieses nicht allein in der Pfalz, sondern auch in den Mainzer Lande». Nur dem Adel > und Geistlichen Stand wird in feindliche» Orlen aller Ueberfluß weggenommen. Wo sie hinkommen und niemand finden, geht es übel her. Zu Bin» gen in des auSgewanderlcn Vicedoms - Bchaussung schalten die Franken über dessen Eigcnthum ganz frey, am letzten Sonntag hat sich der General mit vielen Officiers darinn herrlich bewirlhet. Berlin, vom 17 Nov. Se. Maj. der König ha« den dem Prinzen Ludwig von Würtemberg, Allerhöchst, dero grosen schwarzen Adlerorben; dem ObristenPrin, zcn Ludwig von Baden; dem Generalmaior von Kleist und dem Generalmajor von Köhler den rothen Adlerorden; sämtlichen Kommandeurs der Kavallerie. und Infanterie. Regimentern aber, wie auch den Major- von Thadden und von Gujonneau, den Orden de- Verdienstes ertheift. Den iz. ist durch eine Estafetkr die Ordre «»gekommen, ausser den bereits zur Mobil- c 766 ) «'»liiLimg beorderten Regimentern, noch verschiedne «indre mobil zu machen, um gleichfalls so geschwind als möglich ihren Marsch nach dem Rhein anzu. treten. Lüttich, vom iZ Nov. Heute sind 12 ooo Oe- sierrcicher thcils in' hiesiger Stabt, lhcils in der Nach- darrchast derselben sngekommcn. Lrler, vom 18 Nov. biestern vernahm man hier die znverläß-ge Nachricht, baß die jrawösische Armee welche bisher mit einem Einfall ins Trierilche drohte, sich über vaarbrück zu der Armee unter General Cu- kme ziehe. Sämtliche preußische Truppen sind itzt von hier auf Koblenz abgegangen, außer 420 Kranken-, welche noch in vecschiednen Lazerclen liegen. Wir können allo vor den Franken sicher seyn; allein die unternRhcin undMosclgcgenden werden desto mehr insGe» dräng kommen. N. S. Eben trifft die Nachricht ein, die Franken seyen wirtlich über den Hundsruck im Marsch begriffen und ihr Vvrirab nähere sich dem Städt. chen Trarbach an der Mosel 8 Meilen von Koblenz. Aachen, vom 19 Nov. Uedcr Lüttich vernehmen wir, Namur würde von den Franken bereits seit einigen Tagen dercnnt, der Orsterreichische General Mvi- kcl aber sty entschlossen, dastge Ciladelle zu bchauv- ten. Die Armee selbst soll bereits in Tirlemont an. gekommen seyn, von wo aber ihre ftrncrr Wendung noch ungewiß war. Die fränkische Armee am Rhein macht neue Bewegungen. Bon einer Seite besetzte sie Friedberg wieder und zahlreiche Korps zogen durch Frankfurt. Von 8er andern Seile stunden sie nur noch 2 Stunde von Nastedcn und ihre Patrouillen wurden bis Z Stunde von Embs gesehen. Koblenz, vsm ry. Nov. Noch will man hier von Fricdensunterhandlungen wissen; Leute, die gut unterrichtet seyn kennen, versichern, der Nationalkon, ventivn scy Vorschlägen worben, zur Hauptgrund« läge des Friedens sich zur freywilligcn Räumung des oder- und kurrheinjschen deutschen Bodens zu verstehen; in diesem Fall würde man auch tie Armeen avzieheu lassen; sollte sich die Convention aber weigern und lebe fteundschüfiliche Verhandlung verwerfen, so sind die verbundnen Mächte fest entschlossen , den Krieg mit äußerstem Nachdruck fortzusetzen ; hierüber wird nun der E»lschluß der Nattonalkonventiou bald erwartet. Man glaubt aber mit Grund vorsehcn zu können, daß die Franken Speyer, Worms, Mainz und andre gemachte Eroberungen so gutwillig nicht abtreten werden also Krieg bleiben uud bas Glück der Waffen entscheiden müße. In jedem Fall wird itzt die Noch dringender, man kann also desto sicherer hoffen, daß alle umliegende ReiclMäirre zum Krieg so wohl als auch zur Beschleunigung des Manches der kayserlichen Truppen, welche zur Verstär. kung der vereinigten Armeen im Anzug sind, das jh« rige rhätig beitragen werden; mich erwartet man mit Gewißheit, daß Ee. kaiserliche Majestät sich in aller, höchsteigner Person dem Schauplatz des Kriegs näher» wrrden, um durch ihre Gegenwart die Kriegsoperatio- nen desto geschwinder zu befördern. Mainz, vsm 19 Nov. Hier sind einige Kom* missarien von der Straßburger Municipaliiät eingr- lrsffeis, um hiesige Verfassung nach jener zu Strasburg umzufvrmeu. General Custmc soll entschlossen seyn, mit seiner stärksten Mackt aus Mainz den zur Belagerung vorrückenden Hessen und Preußen selbst entgegen zu ziehen. Koblenz, vom 20 Nov. Gestern kam die Nachricht, die Franken wären nur noch eine Stunde von Trarbach entfernt. Sie marschieren dahin, vermurh- lich um die dort liegenden Magazine aufzuheden. Die aus dem Hundsrücken «estandur Truppen sind nach Trier abmarschiert, wo itzt 20,020'Oestcrreicher und Preussen stehen. Auf der andern Seite, sieht man die Franken bcy Naßstätten m größrer Zahl, wo sie sich täglich vermehren. Oesterreichs Niederlande. Brüssel, vsm 15 Nov. Der gestrige Tag endigte sich mir prächtigen Beleuchtungen,^Freudenftner. Belustigungen aller Art und Freude verlängerte seinen Ausgang dis in die späteNacht, Eine grosse Anzahl Oestcrreicher Soldaten, die man dcynahe auf 1002 Mann angcden kann, haben die Verwirrung des vergangnen Tags benutzt, sind in der Stadl geblieben und habe» sich de» Fran, kcn freiwillig als Gefangne übergeben. Man lies sie gleichwohl in volikommncr Frcyhcir. Die Avantgarde der Fränkischen Armee hat bir Strassen von Löwen und Mecheln eingeschlagcn, um tie Oestcrreicher zu verfolgen. Der Kommandant der Anlwerper C'ttadelle soll nachdrückliche Vertheidigungsaastaltten treffe». Noch ist nicht gewiß, wohin hauptsächlich der Rückzug der Oeüerrcichischen Armee gehen und ob sic sich nicht bcy Luxemburg koncenlriren werbe, um diesen wichti« ggcu Schlüssel der Niederlande zu behaupte». Ja der Thal ist für Oesterreich alle Hoffnung zur Wie« bcreroberung dieser Lande «och nicht anfgcgeben, so lange die Franken von jener Festung nicht Meister seyn werden. Die Desertion der Ocsterreichcr dauert inzwischen noch fort. Wir sehen sie truppweise zu 42 diS 52 Mann auf einmahl hier ankommeu. Brügge, vom iz Nov. Diesen Morgen um n Uhr nahmen der kemmandirenbe Haupkmann voy c 767 ) Ghevdt, der Lieutnant Dclvoye und der Kommissair »,« B'sschop im N-nncn de« Revolutions-Ausschußes der B'l^r und Lütticher Besitz von dieser Stadl, so wie sie cs auch mit Mcuin und Kortnck gemacht haben. Gent, vom rz Nov. Diesen Morgen um isMr zogen i Trompeter und Z Ossicicrs in unsre St-dt em und nahmen davon im Namen der Franken Br. fitz. Brüssel, vom 17. Nov. Hier ist bereits ein Clubd rrrichlkl worden. Die Sitzrmgcn desselben werden in der aufgehobnen Iesuilerürche gehalten. General Du. mourier hat dcmseldea schon bcygyVLhnt.. Gestern ist befohlen worben, daß jedermann die französische Natto- nvlkokarrc tragen soll. Jeder Bürger muH Abends um is Uhr zu Hause und j des Hans wenigstens mit 4 Lichtern erleuchtet feyn, damit die Pa. trouillen genauer auf alles was vorgeht, achten kön. nen. Gestern ist Herr von Seckendorf, Schjutant des Herzogs von Sachfen-Tcfchen, mit einem Trompeter hier angckommcn. Die Absicht feiner Sendung ist unbekannt. Mecheln ist in de» Händen der Franken. Ei» Theil ihrer Arme ist in Namur und macht Anstalten die C^tadelle «umgreifen. Man glaubt, Löwen habe sich schon ergeben. Heute wurde hier, unter grossem Freudengcschrcy , der Freyhcitsbaum dem Stadthaus gegen über aufg psianzt. Herve» vom 18 Nov. Feldmarschall Bender nebst der Kriegskasse trafgesternNachmittags hier ein,ergeht «ach Luxemburg. Die Generäle Murrai, Jorris und Browne fi"b ebenfalls hierdurch gerecht. General Blvinzi bM.det sich noch hier. Zwischen den östci'- rnchifcheiWdd französischen Generälen soll die Brrab« redung gelroffen feyn , die Provinzen Geldern, Limburg und Luxemburg in österreichischen Händen zu lassen, hingegen Brabant, Flandern »Henncgau und Namur durch die Fraukeubesetzt werden. Das Hauptquartier soll einstweilen hier icyn. Dieses wird um so wahrscheinlicher, ta hier Backöfen errichiei werden sollen und die Kaffer/. Bäcker, so wie Magazine und Prvvianlwesen bereits hier angekommen sind. Man ficht hier Gepäck und dlcsstrte Soldaten von der österreichischen Armee häufig durchziehen. Die Armee des Ducke Bourdon, welche nach dem FürstcnthumStab- lo geht, kommt auch hierüber, muß aber alles, was ihr das Limburger Land liefert daar bezahlen. Herve, vom 19 Noo. Seit 4 Tagen gehen un- umerdrochen österreichische Truppen und Wägen mit. Bagage und Verwundeten von der österrcichijchen Armee hier durch. Mrcheln, vom 19N0V. Vorgestern den FZtcn dieses Morgens erschienen die Franken vor unfern Thoren« woraufdic Oesterreicher kieselöe» mit Kanonen keschos. ftn. Dw'Franken crwiedcrten die Kanonade eine kleine Weile, stunde» sodann von dem Angriff ab und schickten nach Brüss! um Verstärkung, weil der hiesige Kommandant erklärt halte, er werde sich bis auf den letzten Mann vcrthcidigen. Gestern erhielten die Franken wirklich ihren Sukkurs und gierigen über den Kanal eine gute Viertelstunde von hier, be» welcher Gelegenheit sie mir den Kayscrlichcn in eia Handgemcng geriethen» worum letzt« zurück geschlagen wurden. Gegen z Uhr fieng bas Feuer von un. fern Wällen von neuem an, weiches die Franken aufS lebhafteste erwiedecten. Nach einer dreyvicrrelstündl» gen Kanonade, wodurch in der Stadt einige Häuser beschädigt wurden, kam ein fränkischer Trompeter hier an, welcher sich zum Kommandamen verfügte. Kurz hernach willigte der Kommandant in die Uebergade unsrer Stadt. Um 6 Uhr zogen denn die Franken hier em. Um halb 7 Uhr zogen auch die Kaysecl. in die Kasernen; Die Franken quanftrte» sich in die Bürgerhäuser, Klöster und Wirthshäufcr. Die Nacht hindurch waren alle Häuser beleuchtet. Heute Morgen zöge» die Kayserl. durch das Löwcncr Thor ab. Mastricht, vom ly. Nov. Viksmte Eduard VS» WalkicrS, welcher in der Niederländer Revolution vom Jahr 1789 eine so große Rolle spielte, ist zum Gouverneur von Brüssel; der bekannte Book zum Justitz- minjster und der Graf von Grez, ehemaliger Rath Sr. Majestät des Kaisers zum Minister der auswärtigen Geschäfte ernannt worden. Man versichert übrigens, die allgemeine Rnhe scy in Brüssel durch nichts gestört worden; man beobachtete beim Einzug der Franken in diese Stadl die beste Ordnung; um jede Ausschweifung zu verhindern, ist der Frciheilsbaum zwischen 2 Galgen aufgcpflanzt und mit der Drohung, bekannt gemacht worden, der erste, welcher Eigenthum und Personen nicht in Ehren hielt, sollte aufgeknüpft werben. Doch hat man in vcrschiednen kleine» Städten gegen die Royalisten und andre in ihrer Art verdächtige Personen Gewaltthätigketten verübt. Die kaiserliche Armee zieht sich auf Lüttich, Hcrve rc. fie soll aber Namur sowohl als Antwerpen zu decken und zu verstärken suchen. Von -er Maar, vom 20 Nov. Der Vortrab der Armee unter General Clairfait soll heute zu. Orcy cintrcffen und die ganze Armee folgen Man ist beschäftigt, zwischen Herstal und Lüttich eine Brücke über die Maas zu schlagen. ES scheint, die Oesterreicher werben die Winterquartiere in hiesigem Land beziehen. General Bcaulicu ist mit einem starken Truppcnkorps zu Hun und in dortige» c 768 > Gegenden ringerückt. An Ausbesserung der Citabclle zu Lüttich soll auch gearbeitet werden. Frankreich. Verrichtungen des Fortrabs der Mosel - Armee unter Anführung des Generals La Laroiiere. Nachdem den pten Abends durch die Herzhaftigkeit gweyer Krieger des yifien Regiments die feindliche fliegende Brücke von Remich in der Franke« Hände gerathcn war; konnte den roten Morgens ein Theil des Vorlrabs über die Mosel gehen , ob es gleich an verschicdnrn zum Uebergang nothwendigem Sachen ge. brach. Hierauf bemächtigten sich die Unsrigen eines grossen Habrrinagazins, mit dessen Hcrüberbringung ans diesseitige Ufer die Soldaten sich den ganze» Tag brschäffligen. Den Tag darauf fanden sie an »«schied- nen Orten Flinten, Pistolen, Patcontaschen, Pferdge« schirr in grosser Zahl; eine Menge Zeiten und anders Lagergcräth; vielen Wem, einen ansehnlichen Gckraid Vvrrath u. s. w. Man könnt' aus dem Schmuck -er kostbar gearbeiteten Pferdedecken, so wie der künstlich eingelegten Waffen schließen, baß der größte Theil dieser Beute den Ausgewanderten müsse zugchöcl ha. den. Unsre Soldaten erwiMcn ferner 4z Fuhren, einer Getraid - Zufuhr und 18 von einer andern. Ue« berdieß beluden sie ein Schiff mir Beute und brachten es den Fluß hinauf. Doch mußte man den größten Theil des Eroberten zerstören, weil unser kleiner von -er Hauptarmce zwey Märsche entfernte Vortrad, we. gen der Nähe von Luxemburg und des verschanzten Lagers der Feinde von Trier es nicht wagen durfte, sich länger mit Fortschaffung der Magazine aufzuhul- ten, ohne sich den Gefahren eines überlegnen Angriffs auszusetzen. Man begnügte sich also die Magazine zu leeren und die Vorräthe lhrils zu verbrennen, lheils in den Fluß zu werfen. Was forkgebracht oder zerstört wurde, mochte sich auf den Werth von wenigstens 100000 Thalcrn belaufen. Zuletzt, als man mit dieser Operation fertig war, ließ der Kommandant (La Baroliere) die dem Kaiser zugehörende schöne si egende Brücke anzüuden und b-std ward sie vom Feuer und Wasser vollkommen zerstört. Diese nemli- chr Brücke halte letzteres Frühjahr allen feindlichen Kolonnen, die nach Luxemburg marschieren, zum lieber« gang über dir Mosel gedient. Auch einige Schiffe wurden noch versenkt. Bry dieser Expedition haben die NationalgenSd'armen von Paris und alle übrigen Truppen den enlichlossenlstcn Mulh und die größte Bereitwilligkeit bewiesen. Vor,»glich hat sich General Frcyiag durch Eifer und Einsichten ausgezeichnet; so wie die Artillerie . Division und die Bürger Müller und Frctztanm. Um den Feind über den eigentlichen Zweck dieses Zugs irre zu machen und unstr wahren Absichten ihm zu verbergen, zeigten alle Trup. pen des Vsrtrabs Kolonnen « Spitzen nach verschied» nen Richtungen; welches Manöuvre die Feinde sehr beunruhigte und sie nölhigre ihre Truppen von Trier nach Manebach zurückkommen zu lassen ; wodurch die Operationen der Unsrigen ungemem erleichtert wurden. Bey dieser Gelegenheit wurden auch einige kaiserliche Dragoner von Toskana zu Gefangnen gemacht. So eben trist die Nachricht ein, auch Antwerpen habe sich ohne Wiederstand an die fränkischen Truppen ergeben. Genr, vom 16. Nov. Der Vortrad von der Ar« mec unter General La Bomdonaye ist gegen Ant, wcrpen marschirt und wird Morgen dort rinlrcffcn. An diesem Tag wird die Zitadelle auch noch an die Truppen der fränkischen Rcpublick übergehn. Die Einwohner von Antwerpen find bewaffnet und in der Zitadelle nicht mehr als z bis 600 Oesterreicher net st einigen Kranken. Die Feinde haben den grösien The l ihres Proviants die Schelde hinunter geschickt. Besagter Vortrab nahm ihnen einige mit Früchten und Mehl deladne Schiffe weg, aber so sehr er auch eilte, so konnte derselbe ihnen doch nicht alle ihre L-densmi:- tcl wegnehme», den sic hakten einen zu. großen Vorsprung. Der General schickte dccher noch einige Batail, lons ab, um Brügge und Ostende zu besetzen, wodurch dir Nordarmee in den Besitz von dem an das Wasser grenzenden Theil des österreichischen Flanderns kommt. Man zwciflclt nun ganz und gar nicht, daß außer Luxemburg, noch etwas in der Feinde Gewalt ist. Der Blschvff von Lüttich ist entflohen. Italien. .. Rim, vom 26 Gcr. Alle aus Piemotw* entfernte Fun kische Geistliche überschwemmen nun den Kirchen- stal und werben in die vielen Klöster «nquartirt. Man erwart« zuAncona mit Angst dieAnkunft der Franken. Vermischte Nachrichten. General Custme fährt noch immerfort, Mainz in Venveidlgungsstand zu setzen. 80-0 Mann arbeiten Ta, unb Nacht sttlcunigst daran und werken im Taglohn bezahl!; gegen booo Schubkarre» ließ General Custme in Maynz bestellen, ein grosser Theil davon ist bereits fertig. Vom Maynstrom aus wird nun noch um das der Rhemdrückc gegen über liegende Cassel herum ein tiefer und 40 Fuß breiter Graben gezogen und 7 viertel Stunden weil erst b.y Büderich wieder in den Rhein geleitet, Maynz so gleichsam mit Cassel zu einer mächtig befestigten Insel gebildet. Von der aus- gcworffncn Erde werden Wälle und Dämme gebaut. Der Dircclor dieser Arbeit ist der geschickte ehemalige Kurmainzische Obristlieutnant Herr E'ckcnmayer, itzt französischer Obrist unter General Custme.