» ** Nro. 2s. Pag. 9; Larls ruher Zeitung. Montags den 17. Februar 1794- Mit HochsürstUch . Markgräflich' Badischem gnädigstem privilegis. RLI. ^ ^ ^ - ^ , - - ^ Römisch - Deutsches Reich. Wien, vom 2. 8ebr. Herr Feid - Marschall Graf von Wurmstr halte gleich nach seiner Ankunft bei dem Kaiser Gehör und warte von Sr. Majestät mit ausgezeichneter, seinen Verdiensten angcmcssner Güte empfangen. Es heißt allgemein , er werde neuerdings bei dem dißiährigcn Fudzug auftrettn und nochmal als Held Oesterreichs Proben von sei. uen kriegerischen Fähigkeiten oblegen. Bermvg des neuen KnegSsteuer - Patents , testen Bekanntmachung man täglich entgegen steht, sollen die Häustr- Besitzcr zo Prvcenk, von ihrer gewöhnlichen zu entrichtenden Steuer als Kriegs-Steuer bezahlen ; die Kapitalisten aber 12 Procenk von ihrem reine» Einkommen , als rin während dem Krieg unverzinsliches, nachher aber mit zs Proceni zu »erinreressirentcs und in 4 Jahre» zmükmzahlcndes Darlehn, an die SkaakS- Kassen abftchren. Das Groshandlungs - Gremium ist jedoch hicrunkcr nicht begriffen, sondern wird sich mit dem Hof insbesondre cinverstehcri. Daß Rußlands Mvnarchmn sich bald zur Ttzestnohrne an dem Krieg oder zur Beibehaltung der dis izl beobachteten Neutralität entschließen würde, war gew ß; doch blieb es bei allen roch so rvahrschcinlicheri Mnihmassungen Rachstl, ob das erste den Vorzug haben würde, was der allgemeinen Sache, die man verfechtet , Ucberge-- wichk und vielleicht entscheidenden Aussch'ag geben wird. Um so begieriger sah man diesem Entschluß entgegen. Endlich ist aber ans Petersburg die offimile Nachricht hier eingetroffen, daß die Kaiserinn sichern! den übrigen verbündeten Machten gegen Frankreich vereinigt habe, eme Flotte von 20 Linienschiffen ave» zurüstcn, aus solchen so wohl, als auf hinlänglichen Transport . Schiffen eine Armee von ^0,000 Mann tinschiffcn und zu Ostende ans Land setzen laffn wolle, vm, gemeinschaftlich mu der Armeen der übngen Bunds, seooffen, gegen hgs ftavzößsche Flandern zu kriegen. k L k L k 0 — xst- suv^n? . Was auswärtige Blätter von dem Aufsitzen des unga^ rischen Adels unter des Erz-Herzogs Palatinos Kommando und den Kroaten nnter ihrem Bannus mel< den, ist noch ganz ungegründet. Alle ALe iche in Ungarn sind zwar dazu verbunden und aus dieser Ver, pflichiung schreiben sich ihre Rechte, die sie noch biS izt besitzen , her, von allen Abgaben gänzlich frei zu ! styn. Allein ein solches allgemeines Aufgebot, wcl. chcs gegen die benachbarten Türken feinen Nutzen ha« den mag und mchrmal hatte, ist gegen die Franzosen i am Rhein und in den Niederlanden so wohl der großer» Entfernung halber, als wegen des vielen Troßes, der mikzuziehcn pflegt, kaum anwendbar. Auch müßte dieses Aufsitzen auf einem förmlichen Land - Tag erst bewilligt werden. Sicher ist hingegen, daß die Iazi- ger unö Kumanicr, welche Abkömmlinge der alten ! Tartarn, dieser streitbaren Ration sind, erst in den ! neuern Zeiten die Freiheit erhielten, sich in Ober-Ungarn nieberzulassen und wegen ihrer Geschiklichkeit in- Schießen von den Ungarn Jaszi, d. i. Bogenschützen genannt wurden, sich freiwillig erboten haben, c,ne werten Zooo Mann ganz beritten ins Feld zu stellen > und Liese Mannschaft auch wirklich dazu emgerichnksi wird. Daß der Kaiser als Reichs-Oberhaupt auch auf rhätigere Beihilfe aller Reichs - Stände «ntra-' ! gen werde, ist zuvcrläßig. Wenigstens sind schon deswegen Dekrete an die Reichs-Versammlung ergangen ^ wo die Sache in Ucberlegung ist und bald förmlich ! abgeschlossen scyn wird. Vrclleicht kommt cs zum all- j gemeinen Aufgebot im deutsche» Reich; die bis rch! geschehenen freiwilligen Bewaffnungen am Ober-Rhci.". haben allen verdienten Beifall erhallen. — Der lmrqch ! angekommne Londner Eilbote har dem Hof b:e stärkste > Versicherung von Seiten des Londner MimstcrmmL kingedracht, daß Großbrittanien in diesem Feldzug atr äufferste Kräfte für die gemeinschaftliche Esche LK- »rudcv werde. § k Y4 r Trier, vom 6 §ebr. Ss anscheinend auch bis dahin unsre Ruhe war, wovon man sich längere Dauer versprach/ so erneuern sich dennoch wieder Furche und Schrecken. Die Nachricht traf nemlich vorgestern hier ein, die Franzosen versammelten sich wieder an unfern nahe« Grenzen so unvermuthet alü schleunig in großer Anzahl. Gleich machten sich also alle hier einquartir- te Kaiserl. Truppen zum Abmsr'ch fertig und zogen gestern in der Früh nach Merzkirchen aus, um dem Feind Gegenwehr zu leisten. Alle bemittelte Einwohner beeiferlrn sich daher eilig , ihre beste Hab. ftligkeiren einzupacken und zu Schiffe zu bringen. Heute kamen jedoch die Kaiserlichen wie. der hierher zurück und verbreiteten die Freude, d»iß alles dis dahin an den Gränzen ruhig wäre. Doch lassen die Einwohner aus Vorsorge von ihrer ängstlichen Bcschäffligung noch nicht ab, da sich wirklich bei Diedcnhofcn ein 14002 Mann starkes Korps Franzosen befindet und auch die übrigen Festungen vsü Truppen scyn sollen. Wozu indessen alle diese Truppen bestimmt sind; wohin sie aufdrcchen sollen, erwartet man mit Besorgntß. Man glaubt wsgrmein, sie würden nach den Niederlanden gegen dir Armer unter Feld. Marschakl, Prinz von Sachsen, Koömg marschiren. — Nach Aussage eines von Luxemburg hier avgekommnen Fremden, soll da der Befehl erneuert worden, daß alle Einwohner sich auf z Monate mit dem nöthjgen Vorralh an Lebensmitteln versehen und alle sich daselbst befindliche Franzosen und sonstige Fremde binnen 24 Stunden die Stadt per, lassen sollen. 8reiburg, vom 8 8ebr. Ich ist es fest be, Massen, daß aus der Masse unsrer bewaffaeten Land, leute iZ Bataillons, jedes Bataillon zu b Kompagnien und jede Kompagnie zu 120 Köpfen, aufgebvten wer. den sollen, um unter dem Kommando geschickter Offiziers und mit regiilirten Truppen vermischt, zur Deckung der Rheinufcr gebraucht zu werden. Unser Landleute unterwerfen sich gern und willig dieser wei- sen Anordnurg; überhaupt ist ihnen keine Aufopferung zu groß, sobald es darauf ankommt, das Land gegen ejuen grausamen und verwüstenden Feind zu schützen. Wien , vom 8 8ebr. Den 6. dieses Monats um 1 Uhr iz Minuten Nachmittags, nahm man hier ein Erdbeben wahr, welches beinahe in allen Gebäuden, am stärksten in den höher» Stockwerken verspührl will, de. Dasselbe bestund, in schnell aufeinander folgendem Erdschwankungen, welche ihre Richtung »on Nord, west gegen Südost, oder umgekehrt von Südost gegen Rordost genommen zu haben scheinen. Dieser Erber« schütterung ganze Dauer, mag ungefähr 8 Zeit-Sekunden betragen haben. Das Barometer stund auf 28 Zoll - Lin. 2 P. und war von z Uhr früh Morgens nickt mehr, als un^ l viertel Laue g.su k.n. Das Thermo. Meter iluich auf 7 Grad über dem E-spunkt. Uebri. gens war die Luch rein und heiter; nur daß man an den b.nachl'artcn Hügeln, besonders welche gegen Westen und Nortwcstcn liege. , „cdlichle Dünste bemerkt haben w ü. Die ganze Morgemeit hindurch, herrschte bemühe eu.c gänzliche WmdMe; jedoch gegen Mit. tag erhob sich ein mitlclmasigcr Südostwind, welcher bis in die Nacht hinein f- twchte. Der aittovomi- schm Pendciichreii Gang ans der Kaiserlichen Sternwarte wurde dadurch nicht im geringsten gestört, un. geachtet ihre Stellung gegen k,e Richtunoslmie der Erdschwankungen so verschieden war, daß die^Schwi''r. uogcn der Pendelsrangen bei einigen mit o^ftlden gleichlaufend waren, bei andern dieselbe unter rechten Winkeln durchkreu te». ürankeuthal, vom 10. 8ebr. Der deutsche Aor. von an dem linken Rheinufcr crstrekt sich von Mainz dis Mundelsheim, wo 400 Oesicrreichcr gestern Posto gefaßt haben. Die Franzosen verschanzen sich langst der Sveier- dach von Speier bis Neustadt und sind noch Willens die Landschaft Germersheim dazu zu nehmen. Mannheim, von, iz 8ebr. Verfioßne Nacht, haben die Kaiser!. Husaren einen feindlichen Kavallerie, Posten bei der Rephüttc, halb wegs Speier über, fallen, 20 Mann nebst i Ossicier gefangen und ge« ge» Zo Pferde erbeutet. Die übrigen wurden thcitS zusammengehauen, the^'s zcrsprcuet. Die Iran» zosen kamen dagegen heute Morgen in großer An, zahl und mit 4 Kanonen »ach Oggersheim uns griffen den dort befindlichen deukschen, größtenthe,/- aus Kaiserlichen Freikorpssten bestandnm Posten an. Der starken Ueberleger.heil dcS Feinds und seines heftigen Artillerie - Feuers vhnerachlel, leistete lczterer eine Zeit lang den tapfersten Widerstand, mußten aber Loch zulezi theils sich ergeben, lheils m der Flucht ihre Rettung suchen. Der Feind zog sich gleich darauf wieder zurük. Herr Feld . Zeugmeister Baron von Brouwne trafen vorgestern im Hauptquartier ein. Rhrinstrohm, vom iz. 8ebr. Da die Königlich- Preußische Generäle von Köhler mit ro Eskadrons, dann General Crsusaz mit 4 Bataillons gegen de» Hunvsrükken vorrükten, um den Feind, wofern r» sich daselbst biitken lassen sollte, angreifen. auch uothlgenfalls den bei Trier stehenden Kaiserl. General »on Blankenstein zu unterstüzcn, so fanden di« Franzosen für gut, nicht allein das Trierische, sondern auch das Herzvgthum Zwcibrücken und die Gegend von Kaisrrslauter» vollends zu verlassen. Aus Vorsicht halte man schon angefangen, ungeachte Trier schwer «nju-rciffen ist, die Kaiserl. Magazine nach Luzrembur- ( 93 ) §, soffen. - Die Zweibrücker Nc^mmg hält ihre Sinunq zu Castell.nin. - Heute iwrd eer Königlich. Prenß'sche Herr imcStaatS - Kriegs - und KabivetS, Miiusler> Freiherr von H-rrdendcrg, von A^haffendurg in Frankfurt einluffe», wo nächstens ein Kongreß von den 6 vordern Reichskreisen gehalten werden wird, lp,'st erreiche Niederlande. Vrüsscl, vom 5. Jan. Es heißk noch immer, General Iourdan'se, aesänaüch wegqemhrt worden, weil er seine gehabte Macht nich! benuzl habe, die Niederlande zu erobern und deswegen i-, dem Verdacht em.'s E>nverj?ä chn-M mit dem Fewo stehe. Alle Lruvvcn/ d/e hier sind, sowohl Bambcracr als Wirz- kii^rr, müssen gleich zur Armee, soba'd sie wie die Oesterreicher gekleidet und ausgcrüsirt sind. Die Bür, ger.Kompagnien werden die hiesigen Doste» bewachen. Brüssel, Vom 7 Hebr. Der Plan zum künftigen Feldzug, den der General Mcyor von Mack hierher gebracht, hat aller Generale und Minister Beifall erhallen , welche dem darüber qehaltnen Kricgsrath beiwohnten und wobei auch die Minister der verbün- delen Mächte gegenwärtig waren. Freilich weiß man von dem Entwurf wchrs; man vermuthtt nur, der Hauv'.cndzweck sc>, von dieser Seite gegen die Pikardie vorzudringen und rem Frwd Gränzfestungen wegzu. nehmen, die den Niederlanden zur Schutzmauee gegen künftige ftmdiiche Einfälle dienen können. General Major von Mack ist mck dem Herzog von Jork nach Ostende adgeganqen, wo er sich nach Engevanb ein» schisst, um den entworffnen Plan dem König vorzule, gen. Einer imfter geschckicsten Arrzie ist unter seinem Gefolg, um über dieses >0 geschikten Kriegs-Manns sehr geschwächte Gesundheit zu wachen. Oesterreichs Generäle sind auch mit den Ständen von Brabant zu« stürmen gewesen , da man über der Armee Bedürfnisse grhankell hak. Aus der Zufriedenheit, womit sie voneinander schieden, null man viel gutes schließen. Der Kaiser hat dem Feld - Marschall Prinzen von Sachsen « Koburg ein Danksagungs, und Beiobikriqs«Schreiben für seine Armee zugefcriigt mit dem Zuiatz: Sc. Majestät hofften vielleicht im künftigen Frühling cs mündlich ihun zu können. Das königliche Schloß Mariemont, welches in der Nähe von Mvns und beinahe im Mittelpunkt der Armeen liegt, wird wirklich, wie cs heißt, für den Kaiser, zubcreikct. Brüss.l, vom 8 8ebr. Zum bevorstehenden Feld» zug, welcher vermuihlich in des Merzes ersten Tagen eröffnet werden wird, betreibt man an unfern Grän» im alles mit lebhaftester Thätigkeit. Der verbündeten Generäle, haben sich über den Angriffsplan wirklich verabredet. Es heißt: der bevorstehende Feld» jug werde dem versioßnen in keinem Theil ähnlich seyn. Dre verbim-cten Armeen, sollen mit Kavallerie und Artillerie dergestalt verstärkt werdest, daj sie dettiFeind in diesen Glücken um ein großes überlegen seyn sollen. Auch w rb man die Angriffe der Franzosen nicht mehr abwarten, sondern ihnen allenlhalben zu Leid gehen, damit es ihnen unmöglich wird, sich zu versammeln, um den belagerten Gränzen zu Hilfe zu kommen. Ruffel ist und bleibt izc einmal der Alliirten Hauptau« gcnmerk, so daß vermuthlich die Belagerung dieser Festung den kommenden Feldzug eröffnen wird. Unsre Bauern leisten uns immer gu.'c Dienste. Die San« culokten führten am 6tcn wieder einen neuen Streich gegen Poperingen und die Gegenden von Ipern i« Schild; allein, die braven Lanbleute, vereinigt mit einem Theii von der Besazzung aus Ipern, käme» dem Feind zuvor und griffen ihn selbst auf halbem Weg an, wodurch die Franzosen so bestürzt wurden, daß sie, mit Hinterlassung mehrerer Todtcn und Ge« fangnen, in aller Eil die Flucht ergriffen. Der Erbprinz von.Nassan Oranien ist wieder bei der holländischen Ar« mce im Lütticher Land eingctroffen und sezk sich wirk« lich gegen die französische Gränze in Bewegung. Täglich kommen Verstärkungen an frischen Truppen und Geschüz durch hiesige Stadt, so daß die Kaiser!. Ar« mee sowohl als jene der Alliirten bereits in einem furchtbaren Stand ist. Gestern und heute, sahen wir eine Menge schwerer Artillerie nebst einer ungeheuer» Anzahl Bomben und Kanonenkugeln von hier nach der Gränze ziehen. Von -er Niederländischen Gränze, vom io Febr. In den Niederlanden regt sich izt alles zu neuen krte« gerischen Unternehmungen und großen Auftritten, womit es ehestens von beiden Seiten angehe» wird. Nach dem mäßigsten Anschlag, belaufen sich die Kaiserlichen, Britten, Hannoveraner, Hessen rc. an de« Gränzen dermalen auf mehr als 100,000 Mann wozu gegen Ende Merz für den diesjährigen Feldzug zu. sammrn bis 24,000 Holländer kommen werden. Die große Anzahl der in den Spitälern befindlichen Kranken, welche mit der bessern Zahrszeit sich hoffentlich mindern wird, ist nicht dazu gerechnet und noch anhaltend, treffen zahlreiche Kaiserliche Komplctirungt- Divisionen an Infanterie und Kavallerie bei der Armee ein. Die zu Brüssel grhaltne militairische Junta oder großer Kriegsralh,tst auch wirklich auseinander gegangen und sämtliche Generäle find sogleich nach ihren verschiednen Bestimmungen zurükgekrhrt. De» yten zogen ansehnliche Transporte mit Bomben und Kugeln durch Brüssel weiter zur Armee, klebrigen- dauerte der kleine Krieg beinahe an allen Seiten noch täglich fort. Bei Roesbeque gegen Iper» haben die bewaffneten Bauern wieder einen feindlichen Trupp derb mitgenommen und desselben Kommandanten eine» grbohrnru Niederländer, gefangen. ( 96 ) Lrankreich. Paris, vom 6. 8?br. Einer der Z Kommissarien von Sk. Domingo, legte derNattonai-Konvennrn einen kurzen Bericht von den in Vieser Kolonie vorgekallnen Unruhen vor. Um noch größer» vvrzubcugcn, beschlossen dasige Civil. Kommissorien allicnen Schwarzen, Halbwissen und Weiße» Sklaven, welche sew,Hl gegen der Kolonie innere Feinde, als gegen die Spanier kam. xsen würben, die Freiheit zu bewilligen. Izt riefen alle : ,, Zu Pen Waffen l Freiheit für uns, sür unsre Weiber und Kinder!« Selbst die weißen Nicht-Sklaven, sprachen zu ihrer neuen Vertheidiger Gunstrn; die National Deputirke waren die ersten, welche den bisherigen Sklaven die Kelle abnabmen. —Eine öffentliche De- karw'lnachung sezte denn alle in Freiheit, ikdoÄ uvttr der Bedingung: die genauste Ordnung zu beobachscn; dagegen wurde denselben für ihre Arbeit billiger Lohn zugesichert. Die Gcgenparihie also unterdlükt. Der daselbst Ausgewanderten hinieriaßne Güter ( vcrsich- rrte der Redner) beliefen sich über ,000 Millionen; 420,000 Schwarze stünden der National Konvention zu Gebot und diese hätten sich, auf die Nachr cht vom Einfall der Britten auf Toulon, sämtlich nach der Kolonie nördlichem Thcil gezogen und geschworen, lieber bis auf den lezten Mann zu Grund zu gehen, als neue Herrscher zu dulden. Die National-Konvention rerordvete dieser Rede Druk. Ein Mitglied, Levafseur, begann izt zu re. den:«Sollten wir die Menschenrechte vergebens ancr. kamst haben? Icv verlange, in der ganzen Menschheit, rn der ewigen Gerechtigkeit, in eurer eignen Glorie Na- »-.cn« ans der Republik ganzem Gebiet, also auch m deren sämtlichen Kolonien, die Sklaverei absulien zu taffen.« Lacroix unterstüjte diesen Vortrag mir dem Zusaz: auf die in Brittaniens und Spaniens Bcsizzun. gen befindlichen Schwarzen oder Sklaven würde dieses ausserordentlich winken. — Die ganze National - Kon. vcmion erklärte hierauf, unter allgemeinem Beifall: Laß der Schwarzen Sklaverei, von izt an, völlig aufi- Hchobcn sei. — Sr. Domingo's DepMirte, erhielten hierauf vom Präsidenten und sämtlichen Gliedern der Mational - Konvention Bruder - Kvß und Umarn nag und es wurde dieses sogleich einmüthig dckrctirr. Man schlug vor: unvcrweilt ein Postschiff mit biesim Dekret nach Amerika abznsenden, allein Dämon, ob er gl-ich das Dekret welches die Frechen in die neue West hinüber schleudern soll, mit ausserordentlicher Beredsamkeit erhob, hielt dafür, baß dessen Aus- führungs-Mittel erst reiflich zu überdenken und dieser- wegen das Dekret dem Comite des allgemeinen Wohls erst zuzuscnden sei, welches denn auch dckretirt wurde.—Gone» ral Pichegrü, bisheriger Befehlshaber der Rhein-Armee» wurde auch heute zum Anführer der Nord-Armee er, «armt und deren bisheriger Befehlshaber Ivuttav, »doch nicht als etwaiger Verbrecher zurvkbernfen, säubern um einen ebr.-.colirn Ruhe zn aenus.n da der, selbe, als braver Bürger, sowohl bei Dünkt,chm als Maubeuge um das Vaterland sich verdient gemacht habe. N- ü' des tzcmitk des allgemeinen Wohls Sstmmlirig, scheint diesem zur Ruhe gefezten General, jener ftvriae U nernchmunw. Geist, jene nicht m er» m-istende Lhärigkeit. welche zu Amsührung großer Plane sou- umgänglich uvlhwenkigflnd ,vfehlen, da er sie nicht gezeigt.Eaeiars WorteNichts ist gekhan, so lange ncch etwas zu tt'lin ist « nicht vor Augen gehabt zu haben. Nach einiger Ruhe wirb man ihn jedoch, da er ohne Vermögen ist, anderwärts wieder ehrenhaft anstelle». Grssbrrtvaur eu. Schluß des in No. 22 abgrbrochnen Artikels, Lonöcn, vom 22 Januar. Am 2Z. mach'c Lord Stanhsve im Oberhaus seine Motion zur Anerkennung der iranzöfischen Republik, welche ihm bereits uncrschüttcrl ch konstituii t zu styn schien.» Wan hak behaupten wollen, (sprach er) daß die Franzosen, könnten sie von Grosbri ttmeki keine Waffen erhalten» unmöglich im Stand fern würden, den Krieg ftrkzu. fezzen. Allem diese Behauptung war irrrg. Tue Fran. zofcn haben d e brßte Artillerie von der Weil und noch izt 700 200 Ml-sketen für die Dcpavicmenle in Bereitschaft. Unsre Minister vei sicherten im vorigen Jahr daS Parlament, Fran kreich könne jährlich nur 40000 Fcnergcwehrc fab'.izren und Paris allein liefert 1022 dergleichen alle Tage. Weiter haben die Minister uns die franröfiiche Regierung als Einfaltspinseln vorgemalt; allein ich nehme tm Gegenlhci! wahr, dsßderFail, wo die WiNister andrer Länder bas Volk ungestraft hintergchen, 1» Frankreich nicht Statt findet. Hier ist ihnen die Guillotine auf der Ferse und das ist w schlimm nicht. Man will uns bereden, die französischen Armee» seien übe! cguipirl; und wäre das auch zum Lhci! wahr, was kümmert sich ein Men ich, welcher sür seme Freiest ficht und vom EnchuLasmus begeistert ist, um dir Lumperei semtv Kleidung? Ue» drigens ist cs bekannt, wie gern jeder Burger von Frankreich lieber alles hergedcn würbe, was er be» sizt, als feine streitende Brüder darben zu lasten. Man stellte sich auch in diesem Hans einst vor, dce Franzosen könnten, wegen Mangel an Geld, den Krieg vlchd anshaiten; allein ich versichere, daß sic mehr Gold und Silber in Barren, als Europens säwtl che Natwncn ln ihren Schazkammcrn baden. Herr P>tt nannte, mit vielen Phraftn, die Assignaten eine MMchche Be. krügeret und doch ist es erwiesen, daß !>c eine ioiwe Hypothek haben. Em Bank-Brück M dermal«» «t»t mehr, als vor io Jai,ecu; aber ble^Aisignatk Md uw. aa Lrorevr im Werth ecstiLgen, Zu Gü.ru: vir c 97 ) Franzosen wären ohne Hilfsmittel, ist misch; renn der ko> fischten Güter und Haadschafken Verkauf und der Kikch.n Plünderung , werfen einen Ungeheuern Ertrag eine. Der Meinung: die französische Armee sei ein Hanfe zuchlloler Menschen, ist der Herzog von Byaun. fchw ig nicht bcigelrcken. Die Franzosen sind derma« len so gut disc pliiürt, wir alle andre Truppen der Welt. Schlagt sie Montags, Dienstags und Mittwochs; so werden sie am Donnerstag doch wieder an, deißcn und ihre Feinde auf diese Art ermüden. Das nemliche ließ sich von allen andern Truppen nicht sagen. « Lord Stanhope schritt mm zu einer Darstellung, wie es bei Toulons Räumung hergegsngcn sei; wie die Britten, Spanier, Neapolitaner, Irländer, Schotten, Piimontcscr re. fleh gegen einander verhal. /en; wieder verschiednen Sprachen Verwirrung, der Scene vom Babylonischen Thurm gleich gekommen und jedem der verschiednen Kommandanten Dollmct- schcr a» die Seite hätten gegeben werden müssen, bevor das mindeste habe unternommen werden können; welche schlimme Holgen aus jener Unordnung entstanden und wie in dem lcztern Treffen besonders eine Hälfte der Truvven geblieben sei und die andre zerstreut worden. Lord Stanhope bemerkte nun, Britta, meus Minister hatten vor, die Franzosen auszuhun, gern. >, Also will man, (sprach er) 24 Miüiviicn Menschen und unter diesen die unschnldigen Weiber und Kinder Hungers sterben lassen? Man lärmt dar. über, daß die Franzosen die goltnen und silbernen HcMgen und die unnüzzen Glokken zum Dienst des Lands verwenden und die Geistlichkeit aufs Trokne sez- zcn; aber man bedenkt nicht, baß .... (Hier ward der Lord zur Ordnung verwiesen.)— Nach mehrcrn andern Deklamationen, machte Lord Stanhope -eine vden erwähnte Motion, welche aber einhellig verwor. fcn ward. Lord Abingdon hielt dafür, die beßle AM. wort, welche Lord Slanhope's Rede verdiente, habe fie schon erhalten, ncmlich ein hvchlaules Güächtcr.— Des Brittischen Parlaments Sizzungen haben seitdem Liren Januar, wo sich der Mimsterial-Parthci Ueder- grwicht gleich Anfangs so entscheiden- gezeigt hatte, dis zum 29ttu kein besondersJntcressessür das Publikum. . Pensen, vom 28. Jan. Beides Parlaments Er- »ffnuag ^eignete sich rin, jedoch vielen nicht ganz unerwartetes, Phänomen; der Widerspruchsparlhie sonsti« ge Häupter vereinigten sich mit den Ministern. Die Hauser Portland, Drvonshire, Marldorough (Spcmer) untcrstuzzcu ^ der Regierung Maasrcgeln. Diese Verewigung ist eine der merkwürdigsten Erscheinungen in Grosbrittaniens Geschichte und ein Giük für ganz Europa, weiches Mt Origen auf des Parlaments erste .Sitzung richtete. Londen, vom 4 8ebr. Es ist bereits ein Anlehrr kvn li Millionen Pf. Sterling durch die Herren An- gcrftein, Godjcha!, Johnson und Morgan in Vorschlag gebracht worden. In der Sizzung vom zrstcn Jan. hat dos Unterhaus dem König 220.02s Pf. bewilligt, um Ihn in Stand zu ftzen, die Beding»»» gen des mit Sardinien gcschlossnen Traktats in Erfüllung bringen zu können. Londen, vom z 8ebr. Gestern stürzte das Volk bei Eröffnung eines kleinen Schauspielhauses so ungestümm hinein, daß iz Personen zertreten oder crsiikt wurden und so erbärmlich umkamen. Dcm Kö, mg von Sardinien sind die 220,022 Pfund Sterling Cubsidiengelder wieder zugestanden worden, wiewohl Herr Fox heftig dagegen sprach, da diese Summe nur hingeworfen würde, weil der König nicht durch dieses Geld, sondern durch seinen eignen Vvrtheil, um seine noch vor dem Vertrag verlohrne Provinzen wieder zu erobern, den verbündeten Mächten beihalten müßte. Unserm König wurde, auf Herrn Pitts Vorschlag 558,000 Pfund Sterling für die ordentlichen und 557/222 Pfund Sterling für die ausserordentlichen Ausgaben beim Seewesen, wobei man die Erbauung und Ausbesserung der Schiffe rechnet, bewilligt. Auf die Frage: Ob man die 8Z,voo Matrosen auch zu brauchen Willens sei, antwortete Admiral Gardner, das würde gewiß geschehen; bei der letzter» Musterung hätte man ihrer wirklich 75 bis 76200 gehabt. Auf Herrn Grcy's Antrag wurde verordnet , ein genaues Dcrzcichniß aller Gebliebenen, Verwundeten, Gefangenen, oder Vermißten, bei unfern Armem seit dem iten Februar 179z einzulieftrn. Rußland. Petersburg, vom 22. Jan. Noch lebt man m Ungewißheit, obRnßlsnds Monarchin» znm Krieg oder Frieden gestimmt sei. Das Verhältniß zwischen Rußland und der Pforte, wovon der vielleicht mögliche Entschluß zum Beitritt zu dem großen Bund gegen Frankreich wahrscheinlich abhängt, läßt sich eben so wenig mit Gewißheit bestimmen. Der Mmarchin» Absichten bleiben tiefes Geheimniß und nur aus zufälligen Umständen, sucht man sich ein Ganzes zusammen zu ftzzcn, welches wohl einst eintreffen, aber eben so leicht fehl schlage» kann. So viel scheint gewiß zu scyn, daß der Kaiscrinn Entschluß, für oder wider den Krieg mit Frankreich, baid erfolgen werde und das allgemeine Unheil spricht für das erste. Rußlands Macht steht auf einer furchtbaren Höhe. Nach einer darüber gemachten Berechnung bestund die Landmacht am Ende des vorigen Jahrs aus 386,141 Mann re- gulirm und 46/401 Mann unresulirker Truppen, ( 98 > sammcn also aus 432,542 Mann. Die jährlichen Unterhaltungskosten tiefer Truppe» beliefen sich aes o Millionen 286,Zu Rudel. Rußlands Einkünfte aus den Bergwerken betrugen, alle Unkosten abgerech- «er, 730,122 Rubel. Italien. Livorno, vom zo. Jan. Admiral Hocd verließ den 19. dieses seine Station auf den Hierifchen Inseln. Von 4 seinen hier angekommnen Schiffen, vernehmen nur ganz sicher, daß sich dieser Admiral am 2z. zwischen der Jossa und Kalvi vor Korsika bciand, um eine Landung zu versuchen; da aber ein heftiger Sturm entstund, war er sich zu entfernen genötigt und man glaubt, er habe sich unter dem Wind nach Prunelte gezogen, wo die Landung bequemer und vorthciihaficr ausfalle» kann. Vermisch re Nachrichten. Der Spanische Hof hat eine Erklärung seiner Gesin. nvngen und Grundsätze in Betreff der Franzosen bekannt machen lasse«/ welche mit derjenige!! üdereinstimmt, welche im vorigen Jahr von Grosdrütaiuen pudlicirl wurde. Allen unfern werthcsten Gönnern und Freunden, wollen wir hiemik den uns imvcrbeugcndm und schmerzlichen Verlust, unsrer geliebte» Tochter und treuen Mut. ter, der Oeconomieralh Eppetinschen Wiltwe, anzct. gen. Sie starb zu Rüppur nach eurem siebentägigen Krankenlager, am Ausschlagfieber und Slöckstuß, den iZ. dieses Vormittag nach 9 Uhr, in ihrem zzsten Lebensjahr. Wir verbitten die Mühe der Beiieldsbezci. gung.und empfehlen uns sämmtlich fortdauernder Gewo. genheik und Liebe. Carlsruhe und Rüppur den ihren Febr. 1794. Lixensteimsche Wiltwe und Pfarrer Gzuhanische Eheteure. XVL»DI88LULt7'r. Larlsruhe» Maklots Hcfbuchdrukcrei hat auch, auf vmchicdne Anfragen und Bestellungen, die bekannte beide kleine, bei ihr zuerst im Original abgedrukte Pieren; Aufruf uud WLuke wieder neu Auffcgen und Abdruken lassen, kann also davon, auf Bestellen, wieder Epemplarien, in beliebt, ger Anzahl, oder auch einzeln im schon herunter gcsez- ltN Preis ä 8 kr. beide mit einander, abgebcu. Fermr ist in Maklots Hofbuchhandlung so eben ganz neu gcbrukt erschier.en und daselbst sowohl, als auch auf Verlangen dct allen Löblichen Postämter, PosthaGr-ycu und den Herren Kuchdinbcni un Land« L er Kreuzer zu haben : Uebcr die neue frauzosifch e Constitution vud Ermahnungen an ble Bewohner der dcul- ^fchenLNHcinuLxr, m. einem zwekmäsigen Verhalten bei Wgcss RrteM-ten.ß LoisHobann Göttlich rtemeiius Langsdorf,. Fürstlich dtt-ffau - lisiagifchcn Rath und , AmtulLnS zu Lahd iklr Brci'sgau. Lü'Lspühe. Bet Frau Major Bourdet ist ein noch guter französischer vicrsiziger Wagen mit z Glä. scr und eisernen Achsen versehen, in der Stadt und auf der Reise zu gebrauchen, um billigen Preis zu haben. Gernsbach. Der Bestand des Saizhandcls für die hiesige Gemeinschaft endigt sich mit dem 2z. April dieses Jahrs. Da man nun gesonnen ist, dielen Bestand neuerlich auf z folgende Jahr mittelst öffentlicher Steigerung an den Meistbietenden zu überlassen; so w'.rd kieftü animt des Endes bekannt gemacht, daß die hi-tzu Lnsttragende sich Mittwochs den rö. dicsts Monats Nachmittags um 2 Uhr auf allhlesigem Rathhaus einfinden, die nähere Vedingnisse vernehmen, sofort ihre Gcbsthc zu Protokoll geben mögen. Verordner bei Hochfürstftch Speyerisch. und Hochfürst, lich Markgräflich Badischem gemeinschaftlichem Amt zu Gernsbach den 8. Fcbr. 1794. Höchberg. Zur Schuldenliquidation des ganth. mäßig verstorbenen hiesigen Burgers und RothgerbcrS Christoph Martin sowohl als zu allenfallsiger'Erste, lung eines Nachlaßvergleich sollen sich alle diejenige, weiche ein Eigcnthum oder Schuld ans der Masse zu fordern haben, unter Mi.'bringung ihrer Beweis. Ur, künden auf Monrag den 24. Fedr. b. ». bcy Verlust ihrer Rechte und Forderungen, in hiesig Fürstlicher Stadrschreibcrey einfinden und dem Recht abwarten. Verordnet bei Obcramt zu Emmendiügen den 27. Jan. 1-94. . Höchberg. Zn dem Gantversahren, des Burgers Andreas Gassers zu Thenningen, sollen sich alle die, jmige, welche ein Eigenthum oder eine Schuld aus der Masse zu fordern haben, unter Mitdringung ihrer Beweis. Urkunden, auf Mittwoch den it/c» Februar auf der Gememdsstube zu Themunqe» rei der Kommißion, bei Verlust ihrer Rechte und Fordeiimgen ein« sie,den und -dem Recht abwarten. Llleordnel bei Obcramt zu Emmendingen, den 28^'" 3 "^> i? 94 ' Rötrein. Irhannes Ricdmaier, der Ättzger und Krouenwirlh in Tegernau ist wegen le'.ncm vetichweu- derilchen Lebenswandel von höchster Landerncrrjttaft für muiidtodt erklärt »rd solch'm der^ Burger und Weber Alz Leuz alda zum Pfleger bestellt worden^, ohne dessen Einwilligung sich nun Niemand- imkerste- hin soll, mir ermcldtem Riedmairr eisen Handet ab, zuschcheßlN, oder Gwe enuas aus Borgs zu geben, lnasen em solcher Handel als ungültig verworren und keinem Gläubiger zur Zeitz.«'.,q verhelfen w rden wird. Verordnet bei Oderamt zu Lörrach, den iM> ^anu« r?94.