Nl-o. 6 z. Pag. - 95 - rls ruher Zeitung. Montags den 26. May 1794. Mit Sochfürstlick . Markgräfli» « Badischem gnädigstem prtvttegis. K L l. ^ ^ ^ .^^rci8 — Römisch « Deutsches Reich. Wien, vom 7Z. May. Der Bassa von Scutarr iirß ave Lücken ln Bosnien durch ein ordentliches Auf, gebot, welches überall verbreitet wurde, auffordern, sich mit ihm zu verewigen und gemeinschaftliche Sache gegen die hohe Pforte zu machen. Dieser Aufruhr erweckte besonders bei den Großen bedenkliche Aufmerksamkeit, nachdem man zugleich in Erfahrung gebracht, es wäre diesem unruhigen Mann gelungen, der Pforte zwey feste Plätze an der Grenze Albaniens, wo er den Kön-a spielt, wcgzunehme». Es scheint daselbst, zu ernster» Äusw'ittn kommen zu wollen. Von der Seite Bos» n-ens haben die zwcy in Banjaluka stazionjrtcn Bassen, ^Hassan Bassa Bhatik und Bassa Scharandlia, bereits Ordre erhalten, nach-dem Ramszan (Fasten) mit mehrerer Mannschaft sich in Marsch zu setzen. Der Marsch geht vernuthiich gegen den Rebellen von Scutari, indem man gegen Oesterreich ganz friedlich gesinnt ist und es lim so mehr seyn muß, weil man sich keine Hoffnung mehr macht, die von den Deulschrn bcsttzttn Festungen Dubiza, Novi und Berdir je wieder zurück zu »hatten. Zu dieser Ve'.muthung giebt der Umstand die Veranlassung, weil viele Berbirer Türken, welche bisher in Ban,ak,ka sich aufdiclren, unter dem Vor. wand, sic hätten allda nichts mehr zu leben, sichln der Ebene außer Berdir anqesiedclt haben. v lshofen , vom 14 Mai. Vorgestern um 2 Uhr Nachmittags entstand hier bei einem heftigen Wind eine so sürchterliche Feucrsbrunst, daß bereits in der ersten Stunde wenigstens 8 Häuser in Brand stunden und in 12 Stunden waren beinahe alle Häuser in der Stadt ein Ruld der wüthendrn Flammen. Den guten Osterlwfern und Aldersvachern allein haben wir nach GO/t die Rettung unsrer Vorstatt zu danken. Wer Vilshofens Lage kennt , der mag sich von dem traurigen Schauspiel einige Vorstellung machen. Sogar jeni-uls der Donau wa, o ein Bauernhof argezün- drt und auf dem Grund abgebrannt. Gestern Nachts von ,o Ns er Uhr vrohie auch der Vorstadt die größte Gefahr und so eben (um z Uhr Morgens) fangt das Feuer von neuem zu wüthen an. k L ? L k 0 " > - — —— - Trier, vom rz May. Für die Niederlage, wek, che Bcaulieu dem Feind bey Arlon beibrachte, walke dieser sich in einer andern Gegend rächen. Die feind« lichcn Truppen zogen zum Theil nach der Ardennen Armee, um die Provinz Namur auf gleiche Art heim» zufuchcn. General Beaulieu brach auch mit io vov Mann dahin auf und General Blankenstein muß mit etwa Zvoo Mann die Saar Gegend schützen. Der Femd sammelt sich itzt wieder bey Saarlouis und Saarbrücken, bey Longwi und Diedenhofcn. Diese Truppen kommen fast alle vom Hundsrücken und mö» gen wohl wieder än unfern Gränzen längst der Saar ihr Glück versuchen wollen. Inzwischen nähern sich die Preussen immer mehr; eines ihrer Korps unter General Kalkreuth scheint dem Feind gar auf Saar- louis folgen zu wolle». Genera! Bcaulieu, welcher den Feind nicht aus dem Aug läßt, wird auch bald mit seinem Korps etnlreffen. Oesterreich, vom IZ May. Aus Ungarn ist ein frisches Korps Truppen von 28,02V Mann auf dem Marsch, welches nach der französischen Grenze bestimmt ist und in allen Provinzen wird stark geworben und ausgehoden. Es ist noch an keinen Frieden zu denken, so lang das gegenwärtige System in Frankreich herrscht, welches ganz Europa Ausplünderung und Mord, der christlichen Religion ihre Vernichtung und der bürgerlichen Gesellschaft und Ordnung in allen cwllisirten Staaten den Untergang droht. Auch bey der größten und bemülhigendsten Nachgiebigkeit gegen die wüthcn« de französische Nation würde Europa doch nicht von der Rothwendigkeit befreit worden seyn, gegen sie die Waffen zu ergreife!,. Es fand also keine Wahl zwischen Krieg und Frieden statt und folglich ist auch kein anhrrs M ttei übrig, als den Krieg mit allem Nachdruck und im Vertrauen auf den Beystand des Höchsten fortiuseyen, um endlich wieder einmal Ruhe und Sicherheit feines EiaenthumS zu genießen. privalschreibe» vom Rheinstrohm, von, Li. Mai. Zu Germecsheim haben die Franzosen den Rhein um die Stadt herum in de» Queichflüß geleitet, "so daß dich Stadt nun eine völlige Insel bildet. Auch ha. c 296 > ben sie daselbst eine starke Bakterie, beinahe gegenüber vxn Philippsburg errichtet, wodurch die in dieser Fe- siimg liegenden Oesterreicher gehindert werden, ihre Pferde, wie sonst gewöhnlich, an dem Nheinufer zu nanten und adzuwaschen. Gestern ist ein Kaiserlicher Staabsofficier von dem noch in Mannheim befindlichen General epuf mit Briefen an den feindlichen Kommandanten abgeschickt worden, welche aber, mit dem Aus. druck, man wolle von sonst nichts wissen, außer was einen Bezug auf die Auswechslung der Gefangnen habe, gar nicht angenommen wurden. Den Emwoh. nern von Lambsheim, Eppstein, Flammereheim, Herx. hi im i'nd in der ganzen dortigen Gegend wurde von den Preußen angedculek, sie möchten sich «ämtüch auf etwa fünf oder sechs Tage eiligst aus diesen Ortschaften entfernen. Man vermuthet daher, es werbe in dieser Gegend bald zu einem ernsthaften Austritt kom. men und zwar um so mehr, da nach der Aussage mehrerer geflüchteten giaudwürdigen Personen, Neustadt und die ganze Gegend von Konventstruppcn wimmelt, die meistens erst frisch ankamen und mit vielem Geschütz versehen sind. Auf der Anhöhe bei Neustadt verschanzen fir sich und errichten daselbst stacke Batterien. Mannheim, vom 22 Mag?. Gestern sind hier 7 französische Deserteurs angekommen. Man sagt, die Feinde hätten ansehnliche Verstärkungen erhalten; 50,000 Mann sollen Saarlollis decken und 10,ovo die Höhe an der Blies besetzen. Rheinstrom, vom 22 Mai. Ob unsre Vorwelt auch schon eine so frühe Sommcrwilterung gehabt habe, als die diesjährige, ist wohl nicht zu zweifeln. Sie hat solche sogar weil früher gehabt.Im Jahr 1136. war ein so warmer Winter, daß die Bäume im Januar blühten und weil kein Frost hinzu kam, so war im Mai die völlige Äerndte und im August die Weinlese. Der Anfang des darauf folgenden nZMk Jahrs war dem vorigen ganz gleich, allein im Mer; und April fiel eine so heftige Käste ein, daß gar kein Futter gewonnen wurde und das Rindvieh häufig dahin starb. Auch im Jahr izoi war ein so warmer Winker, daß bke Bäume im Januar zu blühen an. ficngen, allein im Frühjahr erfolgten schädliche Gewäf. str und sodann grose Dürre. So erzählt es das Chroniksn Bellizcuse. Im neuern Andenken ist es noch, daß 178z. der April größtenthcils recht warm und angenehm ausfiel und bas Thermometer, so wie 1778. und 1779. dis zu 70. — 72. Graden kam, worauf im Anfang des Maimonats sehr verderblicher Nachtfrost nachkam. Aber kein Jahr scheint, auS den vorhandncn Anzeigen dem heurigen gleich zu kom. men, als das Jahr 1766. Der April hatte eine so anhaltende, trockne und angenehme Witterung, daß sich auch die ältesten Lenke dergleichen nicht erinnern konnten; es trafen mich Gewitter ei». Im Mai war es heiß, mit vielen Gewittern und nur z kühle Tage. Der Juniiis meist heiß und -rocken, chdechaupk war der Sommer desselben Jahrs schr tcrcken, so wie auch der Herbst. Diejenige, welche den bnndtrtiahcrgen Kak.icec zum Gewährsmann armehmcn, werben das Jahr mehr feucht als Nocken findeu, indem diele beide Jahre 176b. und 1794. der Planer Venus regiert. Aber dann sollte auch o-.eß Jahr der Frühling spät und tempertet ausfallcn und gleichwohl haben wir einen frühzeitigen und heißen Anfang des Frühlings ge. habt, Der noch übrige Mai „ich Anfang Juny mi ß uns den Anschlag von des Jahrs Fr uGtbarkeit aeb-a. Mannheim, vom 24 Mai. Der Augenblick der Befreiung der üderrheinischen Gegenden von euum grausamen und raubsüch igen Feind ist nicht mehr fern. Vorgestern Abend kam eine große Anzahl Kmftrl. Pon. lons in hiesiger Nachsarschaft an ; um halb io Uhr wurde aut Echlagung einer Drücke etwas oberhalb der Rheinschanze angefangcn und gegen r Uhr nach Mitternacht war dieselbe ferrig. Dielen Morgen um 7 Uhr gierige» bereits die Wurmler Fceihusacen und Graf Giulays Freikorps udrr re» Rh. in, welchen Nachmittags die Husaren von Ertöky und Necsay, mehrere Bataillons Sklavouicr, 2 Bataillons Grena, diers, vir Jnsaneerie. Regimenter Laecy und Erzher. zog Ferdinand, n-.dst vielem Geschüz und Bagage folgten. Düsen Abend und die Nacht hindurch wird der Truvpeiimarlch forldauern, so, daß zwischen yeut und morgen das ganze Lager bei Schwezingen und die übrigen in unsrer Gegend liegenden Truppen jen- scit des Rheins stehen werden. Auch die ieic einiger Zeit hier gelegnen 2 Kasseii. GnnadiekbataillonS und Artillerie haben Ordre, sich marschfertig zu halten. Bei Oggersheim zeigte sich heule Morgens ncch eine starke Äblheilung feindlich»r Kr .sfteie, welche sich aber gegen Mittag zurück,og. Vom Gebürg her hat man von Zeit zu Zeit stark kanoucken gehört. Zivi, scheu den Kaiserlichen Truppen und den Frmzcstn fiel bereits jenseits ein hitziges Treffen vor, mehrere Wägen mit Verwundeten kamen heute in hiesiger Stadt an, die Feinde wurden aber endlich doch, nachdem die Kaiserlichen Anfangs der großen Uebermachl weichen und sich bis Mutkcrstgdt unt^ Oggersheim zurüknehen mußten, wieder mit beträchtlichem Verlast zurükge. schlagen. R-Heinstrom, vom 2Z Mai. Nicht iZ tausend Mann kack «st dermalen das ftanzösifthe Lager zu PlobSheim (wir in unfern letzter» Blättern Nro. 59. Pag. 277?angezeigt wurde) sondern dckftS Lager ve, : c 297 ) steht nach den neuesten eingezognen Nachrichten nur aus wenigen regulirten Truppen und ctlich tausend übel gekleideten und erst kürzlich zusammengeraff. Mi Nalionalgarden. Bei Hüningen steht nur ein Lager von 42 Zelten, in weichem, so lang cs sich da befindet, noch kein Feuer ge'chen wurde und nur rag, t,co wcrden die Lager-Wächter von den nächsten Ort. schäften abgelößt. Oberrhcin, vom -May. Manvermulhet, berFeldzug werde dieses Zah: n.che gegen Landau, ioiideru gegen die untere Saar eröffnet werden, wohin sich ^ic ssanzösische Truppen cilkemg zusamnienzitt-ep. Sob --d alte Re- grmcitter ergänzt sind , best h! die Prenß^che Macht am Rhein aus 2l R giirienl- .n Infai.leri;, 7 Bata« illons Füßclicr , l Regiment Jäger zu Fuß- 4 Regimenter Husaren, z Regimenter Dragoner und 4 Re, gimenrer Küraßier und Karabinier; zusammen ai-s 70 Bataillons Infanterie und yz E,cadrcns Kavallerie, welche >in komplcten Stand 5 y «02 Mann ohne Train und Artillerie ruragen. Pr-.nz Conde's Korps ist de. reuk aus der Gegend von Vrurngen und Rothenburg durch den Sä-irarzwalv abmarschirl und in der Ge. gern, von -Kanal! und Baben eingetroffen, dessen Hauptquariier ist m Rastatt. Oesterreichs Niederlande. testende, vom IZ. May. Drei brittlsche Regl- wenm, welche sich vorgestern dis hiehcr zurukgezogen hatte a, sind in vrrwichner Nacht wieder mtt ihrem Gepäck und Kanonen gegen Tourhouk aufgebrvche», wo auch das hannoverische Korps und jenes von Royal, Emigrant, die sich gegen Brüggen gewendet Hallen, hadeu «wttcffen sollen» Nun stehen gesagte Truppen, welche gegen 7000 Mann ausmachcn, so, daß sie mit dem General Klairfail korrespondirc» können und den Femd verhindern, naher vorzmücken. Brüssel, vom l7. Mai. Aus Flandern erhalten wir in Ansehung der Stellung und der Bewegun, gen der Mitten Armeen die vergnüglichsten Nachrichten. General Klairfait hat gestern den Pollen zu Har, lcdeck angegriffen und erobert. Der Wind zog.sich nach Kortrick zurück und General Klmrsait rückte näher gegen diese Stadt vor. Verschied»« Vcr- stärkungskolouncn sind auf ihren Posten angelangt und sollen ungesäumt vorwärts marschiren, um Flandern vpll-g zu befreien. Der Kaiser har sich in Begleitung des Feldmarschalls Prinzen von Sachsen-Kodurg persönlich dahin erhoben und sein Haupiquartier zu Roulrrs aufgeschlagcn. Die jüngsten Nachrichten von den Ufern der Sambre melden, die österreichische Armee mache sich gefaßt, über diesen Fluß zu gehen und den izlen, als an welchem Tag die Franzosen gezwungen wurden, mit grossem Verlust über die Sambre z« flüchten, geriethen vom Feind zoo Mann in unsre Gefangenschaft. Die Zahl seiner Todrcn und V-r. mundeten ist groß. Auch eroberten wir 4 Kanonen und mehrere Pulverkarren. Andres Brüssel, vom 17 May. General Plchrgrü läßt täglich mehrere Truppen nach Flandern kommen; er ist wirklich bcreiks 62 bis ^tausend Mann stark. Seine Absicht geht dahin, Flandern, es koste was cs wolle, zu behaupten und durch einen neckenden Krieg die kom, binirle Armee von allen wettern Operakiokicn abzuha!« ten. Ec läßt sowohl zur See als auch zu Laave Nieupovrl bedrohen und wirklich hörte man gestern in dieser Gegend stark kanomren. * Unterdessen erhalten wir täglich gute Nachrichten und heule sagten üiis Briefe von der Armee: daß'unser Kaiser in Dornick eingetroffen. 2) Die grosse Armee ln Westflan, Lern vorrücke, um die Franzosen mtt Macht und sichern» Erfolg anzugreifcn. z)General O«-» mit izoooMann gegen Harlevcck vorgerückt Hy und sich alloa gestellt habe und 4) eine Kolonne g?gcn Maudeuge anrückc, welches lzt viele Truppen nach Flandern zu General P.chrgrü's Armee geschickt hat. Brüssel, vom ly Mai. Da man Willens war, die unter Generals Pichegrü's Befehlen m Flandern stehende Armee völlig zu umzingeln, so griffen die Mitten Truppen den 17. dieses die Posten Lannoi, RouLay, Mouvraup und Türkoing auf allen Seiten zugleich an. Nach einer laugen und blutigen Schlacht siegten endlich die unftigen. Die Britten und Hessen, welche sich odgcdachrer Posten bemeistetten, haben aber viel gelitten. Während diese Unternehmung auf der einen Seite so glücklich von statten zieng, eroberten ver. schicdne Kolonnen österreichischer Truppen Comines und Wettvick nnd giengen sodann über die LlS, so baß die Republikaner allenthalben umrungen waren und sich in einer wahrhaft kritischen Lage befanden. Gestern den 18. in der Früh sollte die Mitte Armee den Feind auf allen Seilen zugleich angreifcn; allein dieser so gur verabredete Plan scheiterte völlig. Nein, lichen Tages mit grauendem Morgen griff ein be. trächtliches Korps Könventötruppen die unter den Befehlen des Herzogs von York stehende brittische Ar. mec, in den Tags vorher genvmmnen neuen Stellungen, mit allem Nachdruck an. Nun begann eine der mörderrischsten Schlachten. Die Britten thatrn alles, was man von braven Truppen erwarten kann; dem ungeachtet war ihnen diesmal daö Kriegsglück nicht günstig. Der Feind war in zu groscr Anzahl und focht mit einer Wulh, die ihres gleichen nicht hat, so, baß endiich ihre Linien durchbrochen wurden.' Dieses zog c 298 ) eint Retiradt nach sich, fo, daß den Franzosen eine , Menge Kanonen , Pulvcrkarren und anders Gepäck . der Britten in die Hände fiel. Noch weis man nicht alle Umstände dieses mislichen Treffens; so viel ist jedoch sicher, daß die Britten und Hessen sich wieder in ihre alte Posten bei Dornick zurückgezogen haben. Indessen s war zu Dornick die Besorgniß allgemein, so daß die > Gemüther blos durch des Kaisers Gegenwart, welcher > mit einem starke» Truppenkorps daselbst eingczogen war, wieder beruhigt werden konnten. Vorgestern haben die Oesterreich» unter Obersten Walschs Kommando bei Charleroi ein Korps Konventskruppen ge, schlagen und bis unter die Kanonen von Philippeville verfolgt. Heute erschienen in hiesiger HofZeitung 2 ausserordentliche Beilagen, folgenden Innhalts: „Vom :Z- Mai um 6 Uhr Abends: Ein so eben mrs Charleroi eingetroffer Eilbote bringt uns die Nachricht, die Franzoien, welche sich gestern Abend in ! den Gegenden die-er Stadt gezeigt halten, wären von j dem unter dem Ob^n Wa ich vomReg'u.>m Gcm. Mingen stehenden Kv.p- völlig geschlafen worden. ' Dieser geschickt O'ficier ließ «eine Truppen bis rach Gervinne zurück liehen und den Feind dmeldstP-sto lassen, des Vorhabens, «hu in die Ebene zu locken. D'>sS gelang riaw Wunsch und als der Feind in völliger Slck»rherl voriükte, griff Oberst Mal ck denselben nui loichem Nachdruck an , rafi rer Zu, b nicht nur gezwungen ' wurde, diesen Pos -- wieder zu verlassen, jondern so» ! gar sich bis unter Philippeville zurükzunehen. Die Zahl ! der gctödreten. verwundeten und gefangnen Franzosen ist sehr beträchtlich. Die gelammten Truppen besonders vie Husaren von Berchini legten Beweise der uusgezeichnersten Tapferkeit an Tag. D e Nachrichten aus Flandern sind uoch immer vollkommen gut und man erwartet mit jedem Augenblick die Nachricht von einer ausgeieichnelen Ereigniß in dieser Provinz. — Vom iy. Mai. Wir vernehmen aus Dor- vick, der Plan des allgemeinen Angriffs, weichen die kvmbinirten Truppen gestern in 4 Kolonnen unkerneh. men sollten, habe den gewünschten Ausschlag nicht gehabt. Die Kolonne des Herzogs von Jork wur. de mit anbrcchendem Tag durch eine ansehnliche feindliche Macht dergestalt angegr.ssm, daß sie mir Verlust verschieb»» Kanonen rc. weichen mußte. Daher entstand die Folge, daß die all-irre Armee, anstatt die feindliche zu umringen, ihre vorige Stellung, n wieder einnahm und die Posten von Lannoy, Türkon-z, Roubaix und Mouveavx, deren sie sich Tags ao.hcr be. mächtige hatten , verließ, rm sich neuerdings auf Marquain , Tewplcuvc und Lccrs zu ziehen, wo sie sehr respectsble Stellungen hat. « „ Diese Angele, genheit hatte anfänglich in Dornick einige Besorgniß - 4 verbreitet; allein, die Ankunft Sr. Majestät des Kai. sers, har wieder alles Gewölk verscheucht. « Hauptquartier Dornick, vom iZ Mai. Ausser, ordentliches Tagebuch. Gestern früh begann ein allgemeiner Angriff auf alle Standpunkte des Feinds in Wcstfiandern < w ich» sich bis diesen Abend vrrläng», te. Die tapfern Truppen der kombimrten Armee zeichneten sich beide Tage hindurch mit ihrer grwvhn. IichinTapferkeir aus. Stark befestigte und äusserst verthei« drgt« Posten wurden durch 2 Kolonnen von d- m rechten Flügel mit einer alle Lobeserhebungen übersteigenden Unerschrockenheit erobert. Abends waren wir Meist» von Mouvcau und Tourcoing; allein, diese beide Kolonne», wider welche der Feind heute früh eine ansehnliche Macht und eine ungeheure Menge schweren Geschützes gench.et hatte, wurden , ihres ausge. ze-chneien Muths und der glänzenden Talente ihr» Anführer ungeachtet, gezwungen, dieser aroftn tteber» lcmnhcit an der Z^hl auf einen Augenblick zu weichen und sich in d-c 2 Tage vorher im Lager vvn Ma quoin besttzlcn Posten zurnckmziehcn. Da die ausged'h^cn E-uw-cklungen eit es so grölen Manöuv'rkg «n einem dum-chn-t-nen und beschwerlichen Land vcrhwdenkn, baß die Wilwirkung der teleschirien Korps wetcr so genau» noch so gewiß ge-chehen kannte, so mochten daraus anfänglich Verzögerungen und parzielle Nach- lheilr entspringen; allein, die Hauptmasse der Armee, ist uoch iinangetsstkk und in einer so vonheilhascen alS sürüucrlichen Slellung. Es ist mchis zu sülchten und alles m Haffen. Der Pöbel, der allzur vor einem rückgängigen Marsch h rgcht, kann Besorgnisse per, breitet baden, welche die llebelgesinnten und die Zaghaften nur zu gierig ansnehmen. Man warnt h-er einen leden wider diese Vergrößerungen, mit der Ermahnung, nur an den lebhaften Anlheil, den unser M-rdurchlauchtigster Kaiser Franz an seinen belgischen Pivvmzen nimmt, an die Tavftrkci! unsrer Trup, pcn und an den Erfolg unsrer Waffen zu glauben. privalfchreiban aus Brüssel, vom 20. Mai. Der Feind soll den i8> dieses von neuem über die Sambre gesetzt haben und gegen Fontaine l'Evcgue vorgerückt ftyn, wo derselbe, wie es scheink, sich vestzusctzen Willens ist, indem er sein Lager daselbst mu der größten Thättskeit vcrichanzt; indessen sollen aber die verei, nigten Truppen würklich auf dem Anzug dahin ieyn und werden ihm also nicht Zeit zum Verschanzen lassen. 8 rank reich. Paris, vom 14 Mai. Von Brest wird unterm 6. dieses geschrieben, jeit der Nachricht von Erscheinung einer brittischen Flotte von ik> Segeln bet Ouessant, scyen 24 Schüsse ftgclfcrtig, vmm Verbindung mit den dercils ausgelaufnen Schiffen vea ( 29Y ) j Ocean wieder zu reinigen und zugleich einem aus Ame, j rcka kommenden Convoi von mehr als 2so Segeln i rnigegen zu gehen. Die Brester Flotte wird, wie es einem andern Schreiben heißt, in kurzem auf 45 Linienschiffe anqewachsen styn, ohne noch diejenigen, welche zu Chesapcack liegen und eine große Anzahl Fregatten zu rechnen. Von St. Mal» sind den 6. dieses verschleime Bombardier. und Kanonierschalup, pen ausgelaufen. Man weiß eigentlich nicht, was sie für eine Bestimmung haben; aber den 7ten diefts will man von verschiesncn Seiten kanonircn gehört haben. I In beiden Häven sollen auch wieder mehrere Priesen eingebracht worden ftvn. — Die Einkerkerungen und Hinrichtungen sind noch immer sehr häufig hier. Polen. Warschau, vom 5 May. General Kosziusko keß ' durch ein Universale auzeigen, itzt wären alte diejenigen bekannt, welche Geld von Rußland genommen hät- ^ ten sie möchten cs daher freiwillig herausgeben, widrigenfalls sie gerichtlich zvr Rechenschaft gcfodert und ihre Güter ftqucstrirt werden sollten. Die Kow. munikation zwischen Warschau und General Kosziusko ist nochHMmer ftey. Der Rußische General Nowicki soll eil ast Karczewo verlassen haben und dadurch den 1 Polen ein ansehnliches Magazin und viele Kriegsbe. kürfnisse in die Hände gefallen ftyn. Aus Garwolin bcrichiet Major Husarewsky, erhöbe einen Theil bcy Tarnowiec über die Weichsel sezendcr Russen eingeholt l und niedergemacht. Die neusten Nachrichten aus Lik« ! thauen persschelii, der Aufstand daselbst fty allgemein und w oder ocrschietoe blutige Treffen zwischen den Russen i und Polen zum Vorlheil der lctzkcrn vorgefallcn. Der itzige interinüstische stcllverkreicnde Rath gibt wöchent- lich 2 mal gedruckte Nachrichten von allem, was bcy ihm vorgehl, beraus. Das merkwürdigste rvn dem, was bis den 28ten April beschlossen worden ist, besteht in folgendem: Alle vom Grodnoer Reichstag enge« ordnete Magistraturen und Gerichte sind aufgehoben; dem Preußischen Handlungs . Comptoir ist alle Sicherheit gegeben; düs Rußische G-fandschafcs-Archiv soll durch »cht werden; den Herren von der Rußische» Gesandschast sind Lebensmittel und Bequemlichkeiten »erstattet worden rc. Auf dem großen Siegel des Raths sind die Worte zu lesen: Freiheit, Ungelheiltheit und Unterwürfigkeit. Aus Sü-prcuffcu, vom 6 May. Madalinsky soll tvtfl h n ftyn, ohne seinen Soldaten ihre Löhnung zu bezahlen und mit dem geraubten Geld nach Ungarn geflüchtet ftyn. Bald werden die übrigen Empörer warschciniich ein gleiches thun und die Unglücklichen, die sie bekrogen haben, h/lsios zurücklassen. Bei Auguren ist ein Nußischrs Kavallerie-Regiment auf 1002 bewaffnete Polen gestoßen, wovon es 502 gefangene gemacht, den Nest aber zerstreut hat. Hier fahren wir fort, der vollkommensten Ruhe zu genießen. GaUizien, vom 6 May. Bereits den ^tcn dieses gicng die Nachricht bey uns ein, die Pohlen hätten auch zu Wilna in Litthaucn an eben den Tagen, wie zu Warschau, alle Russen verjagt und jene in Grodno lheiis niedcrgehamn, lhciiö gefangen genommen, wo, bcy den Skegern 56 Kanonen, rZcoo Gewehre, ZOo,vOo Rubel und die ganze Munition der Russen in die Hände gefallen fty. Diese Nachricht wird seit, dem noch immer für zuverläßig angegeben. In den Oestcrrcichischcn Staaten ist alle Ausfuhr von Waffen und Munition nach Polen verboten worden. Der Rcvolurionsgeist breitet sich auch immer mehr unter den in Preußisch und Rußische Dienste gclretnen Po. len aus» die häufig auszureissen suchen. Hs scheint, die Unruhen von Polen werden noch große üble Fol« gen haben. Weit entfernt, sagt ein neueres öffcmli, chcs Blatt, daß die polnische Aufwieglung ein unbe. deutendes Strohftuer ftyn sollte, wie man anfangs dafür hielt, so ist diese vielmehr ein Ercigniß von ei. nrr ernsthaften und weit ausfthcndcn Art. Indessen scheint cs noch in em dichics Dunkel cingehüllt zu ftyn, ob sich tieft Staatsumwälzung auch durch eben solche Maasrcgeln befestigen wird, wie die Beweggründe waren, welche die Beförderer derselben , zum Be. weggnmd angeben: oder ob die Menschheit nicht eine neue Ursache haben wird, darüber eben so, wie über die französische Revolution zu seufzen, die in dem Na. men der Freiheit begann und in eine so blutdürstige und grausame Tyranney ausartete, daß man in der Geschichte kein ähnliches Beispiel dieser Art antreffen wird. Im türkischen Reich sollen sich wirklich 4 Ar. mcen zuftmmcnzichen und die enge Vereinigung zwischen Schweden und Dännemark hat, wie man glaubt, die Vcrlheidigung ihrer beiderseitigen Schiffarlh nicht einzig zum Gegenstand. Italien. Florenz, vom io May. Die Nachricht von der Niederlage der "Franzosen in dem Thal Aosta hat sich nicht bestätigt. Aus Turin erfährt man, die Franzosen bombardirle» wirklich das Fort St. Bard und schienen bey Jorca durchdring.n zu wollen. Von einer an, dern Seite bedrohen sie das Fort Ceva. In Sardi« nien ist das M'svergnügen des Volks mit dem Wce- könig und den Ministern, die sämtlich Ausländer wa. ren, in einen förmlichen Aufstand übergegangev, welcher die Folge hatte, daß das Volk mit Gewalt jener Personen sich bemächtigt, sie eingespcrrl und nach Verlauf einiger Zeit auf ein Sch'ff gesetzt hat, daS sic nach Turin bringen soll. Man hat zugleich den König drin- c zoo ) Send gebet««/ einen feiner Prinzen als Vicekonig dabin zu senden und alle Stellen in Zukunft nur mit Einge« bohrncn zu besezen. In diesem Augenblick ist es wieder ganz ruhig zu Cagliari; Adel, Geistlichkeit und Volk sind vollkommen einig und die Insel wird im Nahmen des Königs rrgirt. Baftia hält sich noch, Lacombe, welcher als Kommissair daselbst war, soll sich nach Toulon ringeschifft haben, um das Auslaufen der dortigen Flotte zu betreiben. Nach Briefen aus Genua vom zten d. ist diese Flotte wirklich segelfertig und 6z Schiffe stark, worunter IZ von der Linie und 20 Fregatten re. sind. Vermischte Nachrichten. Grosbrittanien hat der Republick Genua «verboten, sie möchten einen Ort bestimmen, wo man zusammen, treten und die vorwaitcnden Irrungen beilegen könnte; allein die Repubiick gab keine Antwort darauf, sondern fährt fort, sich in Verlheidigungstand zu fttzcn und ihre Vorliebe gegen die Franzojen an den Tag zu legen. Die bnttische Flotte liegt noch immer im Haven St. Florenzo in Corsika vor Anker und Bastia wird nur durch sechs Kriegsschiffe von der See dlock-rt gehalten. Die Nachricht, daß der Royalisten General Roche. Iaquelm in die Gegend von Oione und Charcrcenach Nantes, vorgerückt sey, bestätigt sich vollkommen. Nach so eben eingelaufnen sichern Nachrichten wur. dt Speyer gestern von den Franzojen verlassen, darauf hin rückte eine Besatzung von Hessen . Darmstädtcr Truppe» in diese Stadt rin, die Vorposten der Preußen stehen bereits, ohnwcit Rhob. Sämtliche in d.estr Gegend herum befindlich gewesne Franzosen zogen sich in ihre Verschanzunqen bey Gcrmersheim -urück. -r V L «"D I 8 8 L N Larlsruhr. In Macklots Hefbuchbandiung dahier ist das berühmte Augenwaffer und Balsam von Herrn von Beulnutz. wieder frisch angekommen zu ha. den. Wegen sehr aufgrfchlagnen Ingredienzen dazu kosten aber dermalen beyde Glaser zusammen w.:t Spesen 2 fl. 45 kr. Larlsruhe. Wilhelm Grober, Burger und Schmibtmctster zu Skafforlb ist mit Tod abgeaangen. Da nun die Acriv.und Passiv - Vcklassenschafft t cf. selben berichtigt werden soll; so werden nach dem Verlangen dessen Erben, ave bieienige, welche an den irdachken Grober eine rechtmäsige Forderung zu machen haben, auf den zur Schulden. Liquidation an- beraumien Termin Freitags den izien Jury d. I. mtt dem Anhang vorgclaSen, daß sie um so gewißcr erscheinen und den Beweis ihrer Forderung mttbnn, gen sollen, als die Ausvieibende fernerhin nicht mehr werden angrhört werden. Verordnet bei Oberamt Earlskuhe den iten Mai 1794. Larlsruhe. In einer Badischen AmtSstadt, ist eine mit Privilegio wohl verschne, sehr schön und got ein» gerichtete, mit. Uen Ecsvrbernißcn erhaltnc und in bester Nahrung stehende Apotheke, mit Haus, Stallung, hinter Gebäude, Laboratorio, Material-Kammer und daran stoßentenGärrqen ftcy gegen boare Zahlung aus der Hand zu verkaufen. Die Liebhabere belieben sich des näheren wegen, in dem Zcikungs .Eomproir zu meiden. Laben. Da wegen anderer Bedürsniß und Dssvo, sikion man diesen Sommer über keine ausländische arme Leute in das hiesige Armenbaad anderst aufnchmen kann, als wenn sie mit zureichendem Geld das Baden in Kästen zu bezalen, sollten versehen seyn: Als wird dieses hiermit öffentlich bekannt gemacht, damit sie nicht vergebens die Reisen anh ro machen , sondern für dieses Jahr sich anderwärts oder in andre Wege Hülfe verschaffen möchten. Banden den iz. Mai« 1794. Hochfürstl. Obcramt Hieselbst. Höchberg. Zur Schulden, Liquidation der kürzlich verstorbenen Welsgerber Johann Daniel Gsellischen Eheleute zu Emmendingen sollen sich alle diejenige , weiche ein Eigenthum oder eine Schuld aus der Masse zu fordern haben, unter Mildringnng ihrer Beweißc, Montags den rätcn künftigen Monats Iuny bei Ver» lust ihrer Rechte und Forderungen in hiesig Fürsil. Sladtfchreibcrey cinsinden und dem Recht abwarten. Verordnet, Emrmndmgrn bei Obrraml den 7t!» Mai 1794. Hochberg. Zum Ganntoerfabren west. Johann Georg Hessen des gcwcßnen Bürgers und Bäckers z» Emmcndingen, sollen sich alle diejenige, weiche ei» Eigenchum oder eine Schuld aus der Masse zu for» Lern haben, unter Mttbringung ihrer Beweis-Urkun, den auf Dienstag den ulen Iuny b. rii. in hefig Fürst!. Stadtschrelberey, der Verlust ihrer Rechte und Ferdc-unge» eivsindcn und d,m Recht adwarkcrr. Vcrcrdner bei Oberamk Emmeudingen, den izte« Mai 1794. wolfach. Da die Befrcundte des etücb, und drei« siq Jahre landabwws»den Hammerschniidcs Martin Seeh-lzers von hier um die Attsfelgiassung tcsse» ur.tck Pflegschaft befind,ichen, circa 550 fl. betragen« den Vermögens gebc.'ten haben; So wird deijilbe, oder dessn aücnfaüsige eheliche Leibeserbcn, vnl r An« deraumung einer z Monatlichen zeeremptocischen Zeit« feist, sich um sothanes Vermögen dahier rechlsgenüg« l-ch zu meiden, dcrgesia't anhero vorgeladcn . daß wi« tiigcnftUs obigem Ansuchen gegen Cautionsleisiung wilhahrt werden würde. Wossach den rtcn May 1794. Sradrschreiberey daselbst.