Pag. 262 Nro. ; 4 - Karlsruher Montags Zeitung. den 6. May. 9. Mit Hochfürstltch . Markgräflich . Badischem gnädigsten prtvtlegtoz Hamburg, vom 20 April. Die Angelegenheit der hier arretirteo Irrläover scheint eine ernsthaftere Wendung zu nehmen, als man anfänglich geglaubt hat. Auf der einen Seile hat bi« verweigerte Loslaf» sung derselben baS franr. Direktorium so sehr aufg«. dracht, baß es beohiisigeu Gesandten, Br. Marra. gon, zmückdrrusen hat, der auch bereits, ohne Ab. schied zu nehmen, abgereißi ist. Auf der andern Seite scheint die abgelehnte Auslieferung der gedachten Gefangenen au England auch auf den russischen Kaiser «inen für uns ungünstigen Eindruck gemacht zu haben, wie der auf alle Hamburger Schiffe gelrgle Beschlag iu den ruffschen Hafen zeigt. Memmingen, vom 27 April. Den 24. b. sind 6 eiserne Backöfen mit 40 Feldbeckero von hier nach Bregenz zur Armee abgegangrn, b andre stehen noch vor der Stabt, die hiesige Beckermeister liefern täg. lich Brod für die kaiftri. Truppen. — Für den G os. Fürsten Constautin von Rußland und für den Erzher. zog Joseph, dir hier durch passiren, sind auf beute 40 Postpfrrde bestem worben. — Gestern find 90 Ver. wanket«, die son Frliknch kamen, hier durch weitrr travsporlirt worden. Schreiben aus Stockach, vom 27 April. Seil bcm 20. d. befindet sich brr allzemen verehr, te Erzherzog Carl wieder besser. Er fährt täglich Vor. und Nochmittags ans und wenn er vor dem Thor einig« Zttt laug gefahren ist, so steigt er aus, und macht in Begle-tung einiger Offiziers Promenaden von einer auch 2 Gründen. Auf Befehl seines Leibarztes har sich der Prinz auf kurze Zeit der Kriegsan- gelegenheitrn ratschlagen. Jnzwichen vertretten Z sehr würdige Männer seine Stelle, diese find der Ge' vcralatjttank von Schmidt, Genera! Stippschütz und Odrist Duka, — Wegen der sehr unfreundlichen rau. Heu Iahrszeit ist die ganze Armee in Cautouieruugsquar« tterr verlegt worden. Seit z Wochen haben wir tu unsrer Gegend sehr häufig Regen und Schnee. Belm Campiren würben vorzüglich die Cavalleriepferde sehr Noch leiden. — Die Oestreicher stehen ruhig bey PrterShausen, (wo die Franzosen in der dortigen Prälatur kein« Scheibe ganz gelassen haben ) bey Stein, bey Schafhauseu und Eglisau.Der Rhein hin. dert sie nicht, in vir Schweitz einzudringrn, der Erzherzog Karl i'chttvk aber militairisch, politische Gründe zu haben, die Unternehmung auf die Schweiz uoch auf eine unbestimmte Zeit zu verschieben. Selbst die französische Nachrichten können es nicht läugnr«, daß in diesem Laube fast io allen Cautons mehr oder weniger be. deutende Gäbrungeo herrschen. Auch muß erst für hinlängliche Magazine gesorgt werden, bcvor die öilrrichische Armee weiter verrücken kann, weil dir Schweitz an Lebensmitteln und Fourage ganz erschöpft ist. Lreudenstadk, vom 28 April. Seit Z Wochen habe» sich die Stellungen der kaiserl. und franz. Trap, peo in unsrer Gegend nicht geändert. Tägl S fallen zwischen beiderseitigen Vorposten kleine Angriffe vor, sie waren aber bis itzt ohne Bedeutung, doch werden hie und da Verwundete und Grfavane hiehcr geh -atzt. Der K. K. General. Feldwachlmeist-r von Görsir be- findet sich immer noch in Freudenstadt und fülm das Kommando über die Vorprste». Mannheim vom zo April. Gestern ist derD^^ ris. general Düfour cbgrreißt, om fein ne ^s Komr-^nko in den vier Departements zu übernehmen. General Sorbier b. findet sich noch hier. — Unter dem Vorsitz des Ten. Darnaudat st einemilitärischr KoNm ss-r h er uirderaesezt worden,, um dir Gültigkeit der bish- geschehenen Rrqnistlionen zu untersuchen, — Zwisch.n Leimen c »6z ) vkd Nußioch habiv sich wie e- heißt, heute wieder französ. und kstrrich. Kavokerikpalrouilleo geschlagen. Jeurcits des Nickers, bey Wrtuheim sowohl, als dey Heidelberg, habe« sich die östreich. Vorposten etwas zu. rükgezogen. Das fraurös. Lager bey Heidelberg steht uictzt, wir wir neul-ch gesagt habe», an der Straße «ach Ncckergemünd» sonder« hteher za. Karlsruhe vom Z May. Dir t« uvser« Blätter« No. 50. unter dem Arrickrl Rastatt de« azlen April unter andern enthalt»« Nachricht : als hätten die Franzosen das Oderkapplcr Thal angrzüvdel, hat sich gar N'cht bestältigt. Im Grgenthetl versichert man: die Fcaowseo hätten seit ihrem letzten Rückzug bis au den Rhein bis dahin gar nicht mehr Vordringen könne». Frankreich. Paris vom 29 April. Buonaparte hat sich von Acre, io Syrien oemelstert. Ein Aviso, der io 2z. Tagen von Alexandrien io Toulon aogekommev ist, bat diese erfreuliche Nachricht mitgebracht.-Zu Ferrol har Spanten 5000 Mann zu einer gehe.mcn Unternehmung einschiffen lassen. Mao sieht noch an« der« kriegerische Bewegungen in diesem Reich.—Nicht bey der iialievlschen Armee, sondern bey der Armee von England ist Jourdav zum General« Inspektor der Kavallerie ernannt worden. — DaS Dlrlktvrium hat dem G.-ne'.l Moreau sehr ausgedehnte Vollmachten Skgedrn, welche ihn in den Stand seien, den Armeen «otrr seinem Komwaobo eine neue Thärigkrit zu geben« Mao vernimmt, baß dir spanisch: Gssandschafl inWien Befehl erhalten hat, diese Stabt zu verlass», «nv daß sie ehestens in Paris eirrtresso wird. Der Herzog von Ossuna, der nach Wien bestimmt war, wird nicht dahin adreise». — Der Verlust, den wir in Italien erlitten haben, wo sich unsere Armee »achdro Schlach. len vem 20. Merz und zteo April hinter Mantua dis an dir Adra zurückzirhea wußte, wird nun im Ami des Lois und andern Journalen witgelheillund gesagt, baß er sehr groß war, weil uns» Verlust auf ,Z,ooo Mann angegkben wird. Die yerfigru Blätter enthalten einen Auszug aus dem Lues eines Genieoffiziers an sein«» Vater, von Ale. xandria den ze Jan. Folgendes!Ü der Janhalt dessl. den: Unsere Lage in diesem Lande ist immer dieselbe, fortdauernd sehr beruhigend, und sie wird dieses täg. lich noch mehr. Die Araber wagen es nicht mehr, mtl uns, wir ehemals, den kleinen Krieg zu führen. Unsere Karavanro passreo überall ohne alle Schwer» rigkeit.Das ganze Land unterwirft sich vollkommen. Alle wichtige Posten sind brüzt, dt» übrigen, unfähig, irgend «iuru Widerstand entgehn zu seren, brauchen nur be« sucht zu werden, u r.r "s .»worftr. z-, seyn. Die Auflagen werden überall erhoben. Die Pferderequisilivven wer» den ohne aste Schwierigkeit gemacht. Auf aste« Punk. tev erheben sich Festungswerke, und bieten eine« im. pvuirevdrn Avdtik dar. Die« ist das einzige und wahre Mittel, unsere Macht zu verdoppeln und zu ver« dreifachen. Der Obrrgeurral ist auf dem Punkt«, eine Expedition nach Syrien zu unternehmen, aste Vorbrrei. tuvgeo sind rulwecer bereits getroffen, oder man br« schästtgl sich mit Thöligkett damit. Man hat eine Legion aus Dromedaren oder Trampelthiere» gebildet, welch« mtt außrrvrdeur. Cchnrvtg.im Smnd si ch, in einem T.15 Myriamek. zu machen, mit dergleichen Thiereo verschwiv, den die größten Entfernungen, oder sich doch wenigstens leicht zu überwinden. Werden nur auch kikjentgen, welch« uns von Indien trennen, zurücklcgev? Ließ ist bas einzige Mutet, einen thätigm Anthejl am euro. päischeu Krieg zu nehmen. In jedem andern Fall flnv wir bloße Zuschauer und hieß ist wohl die l-yi« Rolle, die Buonaparte je spiele» will. Es scheint, unsre Angelegenheiten in Indien stehen sehr gut. Der Admiral Sercry, versichert man, hat groß, Vorth,ile erfochten, 6 von Brest ausgelaufne Linienschiffe haben setve Macht noch wrmchrr und versichern ihm die Ueberlegroheit in j:»en Gewässern. Vielleicht isis auf diese wichtige Nachrichten hin , daß der Obergrneral Suez besucht und sich daselbst eine geraume Zeit auf- gehalten har. Er wollte alle Posten am rochen Meer in einer ziemlich weiteu Entfernung hin kennen lernen. Beynahr wäre seine Neugierde Frankreich theurr zu stehe» gckcmmeo, die Fluth, die im rochen Meer statt hat und deren Aotriigeo vikllricht nicht im voraus berechnet war, hat ihn sowohl, als den G v. C^farelli und seinen Geveralftaad mitten in die Moräste ge. bracht, aas denen er sich nur mit Mühe ssrausziehen konnte. Vor dem Sommer haben wir keinen Angriff zu befürchte» , jede andre Jshrszeil ist z» einer Lau. dong ungünstig. Dann werden aber auch alle unsre Befestigungen vollendet seyn. Der Feind, vor A e. xanbrten avfgehalttn, wird an W^ssr und Lebens» Mitteln Mangtt leiden und mitten in einer dürren Wüste und unter einem H mmel von Feuer, muß er io seinen Urternchmuu^e» scheitern. Auf der Seite von Syrien wird dt« befestigte Stadt GelbeyS den Marsch der Türken aufha'.ien, aber diese langsamen und untaktichen Feinde werden ohne Zweifel nicht ein. mal den Vsrttzül haken, ur-S aazugretstv, der Ober, general scheint entschlossen, ihnen zuvor zu kommen. Er kann ihnen gewiß SLaden genug verursachen, daß ihre Armee, unter einer Regierung, die eben so lang, sam in der Vollziehung der Befehle, als vhumächllg iu ihren Mitteln ist, sich in r'.nrm ganzen Feldzug nicht wieder erholen kann. Grosbriltanie n. Lenden vom 17 April. Aus Okindiev hat mau dir wichtt-tt Nachricht erhalten, daß Lord Marvingto« tm vttsicssven Monat November Truppen tobt» ( r6a ) Gegend von Hyderabad, wo fich viele fravzös. Abentheurer gesammlel hotreo, habe marschieren lasse«, baß hierauf M-zam alle Franzosen ankgeiteferl und einen Vertrag mit genanntem Lord geschussen habe, wodurch cr sich verbindlich macht, keinen Franzosen mehr weder iu sei. «eo Staaten nech unter seine« A meeo zu dulden. Eia ährl cher Vertrag iß dem Tippe Said angetragen worden und es ist wahrscheinlich, daß, wenn er denselben nicht avnimmt, unsere T uppeo Mangalore, dev einzigen Haft« to seinen Staaten, besetz » werben. Kommodore Blankel ist dry der J-.se! Socvtara io der Nachbar, schafk des rochen Meers avgekommrn vnd hak den Admiral Rainer mit z Schiffen in der Rhede von Mangalore zurückgrlsssen. — In Inland vermindern fich die Unort vrnzen, seitdem bas Martialgefttz einge- führt ist. Oeonnv- und mehrere ander« Staatsgrfan. geor fi°d dev 5. eingeschist worden, um nach Schottland gebrach! zu werden. Italien. Mailand vom !Z April. Gen. Scherer hat sein Hanpquarl«r zu Lobt. Der Rückzug dcr sranch. fischen Armee hat hier einige Dewezungen mrur. ftcht. Der Pelizstminister ist von hier übgereiß, so wie auch tie Familie des Dirck ors Marescalchi. Zu Ferrara ist einBataillon ans dem F.vrcntinijchen ange. kommen, vr.d man will wissen baß selbst tie Armeen von Rom und Neapel, ans aus Paris erhaltene Besetz, ke, auf dem Marsch noch Obenlalien sryev. — Im Floren livischen ist tie Aullüferung aller Waffen, welche Li« vorige Regierung hatte austheilen lassen, besohlen worden. Die Gesandten von Rußland, England vnd Neapel, wr che zu Floren; sich befanden, sind UN er ftanzös. Bedeckung zu Livorno avgekommrn, wo sie fich auf einem dänischen Schiff nach Stellten cimchisscn werden. — Von Civitavccchta aus hak Gen. Merlin eine Ernedinon gegen einen Rebellenhauseo za la Tclfa gemacht, diesen Ort verbrannt und alles, wcs mit den Waffen in der Hand ergriffen wurde, erschießen loffm. Brescia rem 2I April. Wir haben nun wieder die Kaiserlichen in on cro Mauern. Die Cis. alpinische Republick lößk sich nach und nach auf. Dir hiesig« Stadt war 6 bt« 7 Tage lang in einer Art von Belagerungszustand, ohne daß von bcyden Seiten etwas feindseliges vorgefallrn wäre. Den ,y. forderten tie O'sterreichrr dir Stadt und das Kostest auf, der französische Kommandant wollt« aber vor mit Kanonen antworten. Diesen Morgen um 6 Uhr fiing hierauf dir Kanonade an, auch einig« Bomben kamen durch die Luft geflogen. Nach anterthalb Stunden ergab fich die Stabt, allein der Kanonen« dooner ars dem Kastell dauerte noch fort. Di« iu der Stadl gelegenen Truppen zogen sich zurück und ali die Besatzung in her Festung sich »erlassen sah, kapituliere sie ebenfalls und wurde gefangen.^ Dtt Siabt litt wenig, nur einige Personen wurden verwundet und einige an der Stadtmauer gelegene Häuser beschädigt. Sehr viele deutsche und rußtsche Trup, pru zogen hierauf in die Stadt und wurden von de» Einwohnern wir einem allgemeinen Freudevgeschrey briviükomwt. Die drey Freiheittbäume wurden niedcrgcstürtzk, die öffentlichen Kasse» versiegelt und unsece seitherigen Regenten von dem Volk arre- ktrt. General Kray bewohnt den Paüast Marti- riengo und si hl nun mit Vergnügen daS Ende drr Bedrückungen des itzt wirdergrdohrnen Volks. ' (Aas b. Kemp. Zeitung.) Ankona, vom 24 April. Hier ist auf einem rußffchen Schiff mir der Waffenstillstands. Flagge der Gene alstaab der franz. Truppen aus Corfu augrkom. men. Dies« Truppen werben der Kapitulation gemäß nach Frankreich gebracht. Auch riutgr Eicwohner der Insel Corfu, welche ihr Vaterland für immer verlassen vollen, sind mit geSachtcn Franzosen hieran, gekommen.. Verona', vom 24 April. Nun find olle Orte rings um den Garblasee, auch Lonato und Desruzauo von den Kaiser!, besetzt. D-e Franzosen ln Pe« , schtera, so wir die sranz. Schiffe im Häven von Pe. schiera, haben ganz keine Verblödung mehr mit ihrer Armer. DaS Rußischr erste Hilfskorps, 20020 Maun stark, ist nun gänzlich in Italien avgekommrn. Das. selbe übernimmt bereits die Belagerung von Peschtera. — Die Math der Pcbrwohner gegen die Franzose» und gegen ihre seitherigen Obrigkeiten geht über alle Beschreiduni. Um dieser Wulh Einhalt z« thun, sah sich Gen. Klena« gezwungen, folgende Proklamation an sie zu erlassen: Aus -cm Hauptquartier vom iy April. Wir Graf von Klenau, Kaiser!. Brigadier und Kom« Mandant der Pomünbungeo. Da wir io Erfahrung gebracht haben, daß die Podewohner die Waffen er« griffen haben, so können wir ein solches Benehme» nicht ganz billigen, ausser wenn es zur Verthcidigung des Eizrnthums ober gegen den gemeinschaftlichen Feind geschieht. Wir laden euch also ein und befehlen euch im Namen Sr. Moj. des Kaisers uvsirs allergnädigste» Herrn, euch der Waffen nie, als io den oben genannte» Fällen zu bedienen, und nicht auszuziehev, um Unordnung in eurem Vaterland anzurichteo. Ein gutes, seinem Monarchen treues Volk muß ruhig in seinen Wohnuo. gen verbleiben und der siegreichen Arme« Sr. Majestät die Sorge überlassm, diejenigen einzufanger: und zu bestrafen, welche Vrrräther ihres Vaterlandes und ihres Monarchen werden. Nur dann, wenn eS bis militairi- sche Gewalt für zuträglich hält, das Volk zum Aufstand aofjurufe», uur dann sollen gut« Einwohner die Waffen ergreifen, Hilfe leisten und Proben ihrer An. c 26, hängkiLkit an dir gute Sacht ablegt», im entge- gevgcstzien FM haben meine Offiziere den Befehl, nicht nur jeden Exceß zu verhindern, sondern auch jeden zn bestrafen, brr plündert und Personen mißhandelt, welch« rurr Mitbürger siad «nd über welche zu «rtheiien und zu richten es sich, Se. Majestät allein Vorbehalten haben. Täglich marschiren rußifchr Truppen mit Sang und Klang hier dvrch, viele haben 4 bis 5 Ehrenmedatllen avtzävges. Vorgestern wurden gegen 620 gefangene Franzosen hier durch geführt, di« io dem Gefechte bey Cremona, wo dir rußische Avantgarde zum erstenmal mitkämpfre, in unsere Gefangenschaft fielen. Die Festung Pizzighetttn« fest ebenfalls schon divcktrt seyv. Venedig vom 24 April. Den 2itcn dieß machte «in Korps Franzosen, 1000 Mann stark, von Mantua aus der Pona Moitna einen Ausfall und griffmit 8 Kanonen die österreichischen Posten nachdrücklich an. Unsere Infanterie stand fest wie eine Mauer, wodurch die Kavallerie Z n bekam, anzurückm und eiszuhaueo, 400 Franzosen wurden gefangen, viele blieben tobt auf dem Schlachtfeld, noch mehrere wurden verwundet und nur wenige retteten sih durch die Flucht. Die 8 Kanone» blieben ebenfalls in der Gewalt der Kaiserlichen. ^ Die Einnahme von Miravdoia bestätigt stch vollkommen, 6co österreichische Infanteristen und 460 Reiter eroberten diese Stadt an der Spitze von 14,020 Man. tuanifchen Bauern mit Sturm. Man will wissen, daß das franz. Hauptquartier bereit« nach Vrrcclli, auf dem halben Weg von Maylavd aus nach Turin verlegt worden stv. Andere hingegen behaupten, dasselbe sry noch in Mayiand. Soviel ist gewiß, daß sich brr Feind fortdauernd zurück zieht und dadurch die hitzig, stcn Patrioten in groß« Verlegenheit versttzk, indem dieselben nun der Wuth des Volks Preis gegeben sind, welches sich mit Freuden an seinen seitherigen Unter, drückrrn rächt. Das Hauptquartier der Kaiserlichen Avantgarde soll sich bereits zu Lobt befinden. Briefe aus Maylavd melden, baß Vas dortige Direktorium «ine Proklamation erlassen habe, wminn eS nach sehr oft wiederholten in Betracht baß rc. auch endlich ju Betracht zog, daß es am sichersten fty, sich nach Pie. mont zu flüchten. In Piemont selbst wird die Volks, gährung immer stärker. Die Insurgenten haben sich der Stadl Alessandria bemächtigt/ auch svüea sie de. reitS Vizrvano, Torkona und Novara erob-rt und die eben nicht zahlreichen stanz. Garnisonen niedcrgemacht haben. Diese VorschriNe der Pirmonlekscheu Jrsur. grvlen würden entscheidend für die Operationen der Kayserlichea ftyn, wenn sie sich bestätigen. Die Nach, richt erhält sich, daß dir Kaiserlichen im Besitz von Parma und Plaeeoza ftyen, man weiß aber noch nicht, ob der Pabst in Parma geblieben, oder nach Turin gebracht worden iss. In drm letzten Gefecht, welches ) -------- bey Sans am Po unweit von Cremona vorfiel, eroberten tir Kaiserlichen 4 Bombenkessel, iz Schiffe mir Munition und 15 Kanonen. In allen C-sa-pm,scheu Orten wird bcym Anrähero der Kaisnlchen die Sturmglocke geläutet, welches den Franzosen rin Sig. nal ist, sich eilig davon zu machen, um nicht von den Landlculro selbst niedergemacht zu werben. Die Fron, zosen haben gle ch bey ihrem rrstru Rückzug von brr Esch vor ihrem Abzug alle Orte ausgepiündett, die Folge davon ist nun, daß stch bas Volt überall gegen sie bewaffnet, um Plünderung von seinen Heerden ab« zuwenbea. (Aus d. Kemp. Zeis) Venedig, vom 25 April. Zu Livorno müssen vicht nur alle Maaren und Gelber, weiche den Fein, den der franz. Repudiick gehören, an die franz. Ge« schäfttmävvrr ausgeltefert werden, sondern auch alle Schiffe gedachter Mächte, welch« sich dort befind«» und welche noch von Zeit zu Zeit dort ankommen, werben für die franz. Nrpnbl-ck in Beschlag grnom. men. Ja dir Kaufieutr sollen sogar ,hr« Hanbelsdü. chrr vorlegen, damit man ersehe, an wen im feindlichen Ausland sie Gelder zu bezahlen haben. Das franz. Korps im Neapolitanischen kommt sichtbar mit jedem Tag in größre Verlegenheit. Zwar gelingt es demselben , jeden Aufstand, wohin eins Truppenablheilrng abgeschickt wirb, sogleich zu unterdrücken. Aber diß kostet täglich viele Tobte und Ver. wunder«, die Armee wirb keiner, kein Zuwachs kommt herbey. Aus der Hauptstadt Neapel har stch das Korps herauSgezogeo , weil es sich darin» vicht mehr sicher glaubt, es enthält bcoo Franzosen und 7000 Clsalpiner, - Pehlen und republikanische Neapolitaner. Die Verdndung mit Rom ist durch Empörungen u, trr Weg größrevtheils gehemmt. Im untern Nea, pel wachßt die T uppe eines Aufstands brrrets zu et. ver bedeutenden Armee heran , Königlich« Offiziere «nd Beamten stehen an ihrer Svizr. Italien vom 26 April. E« bestätigt sich, dsff, dar cisaipivische Direktorium sich nach Piemont geflüchtet hat. Da« franz. Hauptquartier befindet sich nach einigen noch in Maylavd, nach andern am Tefinofloß ober gar zu Vercelli. Da« kaiftrl. HauptqrarUrr rst zu Asola. Hier ivll sich die kaiftrl. Armee in 2 Kolon, neu theileo, wovon die eine gerade nach Mayiand, die andere aber nach Piemont verrücken soll. In Brescia Hst da« Volk dir Häuser der Muni; palbeam- ten Gambara, Lecch', Fevaroli, Lorenz-» Oste und an- derer auLgeplündert. — Peschiera wird nächstens de« stürmt werben. Dev 21 und 22 Avril giergen ein« M-nge Slurmlkirerv, jede 24 Fuß hoch, nekst mehre- rera Schaucköeben von Vrrora noch Peschiera ab. Diese Festung ist von 8020 Russen, «ivgescklcssen, blealS SUte StulMiänfer stch bey Oczakow und Ismail schon berühmt gemacht haben.Dir Besatzung, 1502 M. stark, ( r66 ) wollte gegen fte'en Abzug mit Kanonen und Bagage kapiliilircn, allein Suwrrow soll geantwortet haben, die Besatzung müsse er für eine Eßr« und Gnade aase« hrn, wenn er fir blos gefangen nehme. Man glaubt, daß die Armee dieser Tagen ihren Zug nach Mayland beginnen werde, denn Gen. Suwarow hat bereits alle ruß. Frauenzimmer rach Verona zuwck geschickt. Die kaiserl. Kavallerie hat zu Cajai, Maggiore 2500 Frau, zosco überfallen und aufgehoben, bry welcher Gelegen, heit eine Menge Pontons und 70reich beladene Schiffe erbeutet wurden. Aus den Gebirgen au derLandstrasse von Brescia nach Bergamo wurden 4000 Fraojvsen «ingeschlossen und ohne Flintenschuß gefangen grnom« me». (Aus der Kemp. Z.) Schweiz. Schreiben aus Basel, vom Zo April. Gesiern hat der Chef des Ecocralstabs ver Donauarmee, Gen. Cheriu, hier eine Genrralordre des 28. auf de» 29. April drucke» lassen, worioo er von dem Sieg, den der rechte Flügel dieser Armee an den Tyroler Gren. zen erfechte, folgenden officielle» Bericht «rtheilt: » Mit überlegner Macht griffen die Oesterreicher dt« von der Division auf dem rechten Flügel der helveti. schm Armee besetzten wichtigsten Stellungen an und vorzüglich die Punkte zu Mavosse, Remüs, Schelm und MartinSbrück; das Gefecht war hitzig, aber der Feind wurde zurückgrschlageo und bis in die Gebürgt verfolgt. Er hivterließ 802 Gefangne, worunter i Major und iy Oderosficiere. An Tobten und Ver. wundrteu har der Feind einen Verlust von mchr als 402 Maun. Gm. Lccvurbe hat dem Obergencral besonders die 44t« Halbbrigade, als diejenige angr. zeigt, welche i» diesem Gefecht am meisten Stanbhaf. tigkeit und Much bewiesen hat. Unterzeichnet: Chrrin. Dem Original gleichlautend: Der BataillousLef und helvetischer Platzkomwanbant, R. Frey.-General Lecourde hakte damals, wir Bündtner Berichte vom 14. «rril*sagm, sein Hauptquartier zu Zernetz, im Engadin. Am 4 war er schon, zugleich mir Gen. DcssolleS, von einer überlegnen Macht angegriffen worden, hatte den Feind zurückgetrieben, ihn aber, aus Menzel an Kavallirie, nicht verfolgen können, weil er durch seine Rrtrrrey gedeckt war. — General Massiv« hat sein H.uplquartier von hier nach Zürch verlegt. Morgen reißt er dahin ab. Dir mehrsteu Offictere sind schon fort. Es ist Quartier für neue Truppen aogesazt, die auf dem Weg hierher begrif. fen find.-Unsre junge Leute vom Eliten-Korps Haben gestern auf der Straße von Riechen ein Lager bezogen. Sie werben durch französische Truppen ver, stä-kt, die zu ihnen stesseo sollen. — In diesem Au. genblick gilbt der O-ergeueral Massen« eine Prokla» matio« an dir Helvetier unter dir Presse. Ankündigung. Larlsruhe. Die von ihrem Eyrmaao, dem Bur. ger und Mechanicus Friedrich Drechsler von hier bereits seit mrhrern Jahren abwesende Susann« Ross, na geb. Spachin von Nürnberg soll auf angebrachte Ehescheiduugsklage ihres Ehemann« binnen 6 Wochen, von heule an, vor httsizrm Ehrgericht in Person erscheinen , und auf die angedrrchte Klage sich gehörig verautworteu, sofort des Rechts abwarten, widrigen, falls ihr Ehrmauu seines Edebands Mbunden erklärt, gegen sie aber auf Betr/len bas Weitere Vorbehalte» werden wird. Verordnet Carlsruhe im Fürst!. Ehrge» richl d. 17. April 1799. Larlsruhe. Georg Friedrich Lscheulin, Kur» schmtdt bey des Prinzen Souls von Baden Hochfürstl. Durchlaucht, macht auburL einem geehrten Publikum bekannt, daß er vom Hochfürstl. Stall int dahier dir gnädigste Eciaubniß rcha tm hade, nach vochergegan» grncr stallamtlicher Musterung die Hengste im Land, gestütt, Wallachen -zu dörfeu. All« dissrntge, welche mir ihr Zutrauen schenke» wollen, können sich nicht nur einer billigen Bedienung versichern, sondern auch allen Schadenersatz, welcher dev einer solchen Oprraücn, durch meine Schuld veranlaßt werden könnte. Carlkruhe den ilen May 1799. Larlsruhe. Da auf das dahier erfolgte Absterdrn, des bey dem Hochfürstl. Lcibregimcot gestandene» Herrn Obrjstlieutrvant Baron von Rabenau zu wißen uö» thig, ob hte ober da J-mand eine rcchrsgegründete Forderung an dessen Veriasseafchafts. Masse habe oder nicht, so werben ave bicj-ri-e, die an fvthanes Ver. mögen etwas zu fordern haben, andurch also edtctali. trr vorgeladev, daß sie sich mit ihren Ansprüchen adatv binnen Z Wochen, unter Mildringung ihrer rechiliche» Beweisen, entweder in Person, oder dvrch hinlänglich Bevollnmch'izke/ bey U terzogevem ohnfehlbar melde», oder oder gewärtigcn sollen, daß st - nachher nicht mehr damit gehört, and von der Maße ausgeschlossen wer» den sollen. Den 29. April 1799. Auf Regiments Befehl. Hennlg, Auditor. Pforzheim. Einem geehrten Pubiiko mache ich au» durch crgrdevst begannt, daß die unter meiner sorg, fälligen Aufsicht und unermüdeten Mttwmkvng lange Jahre her mit bestem Erfolg bestandenen Weisblaiche auch bi s Jahr wie gewöhnlich wieder rohe Tücher zum weis Biaichen armehmen wird, wer also dieser schon laug berühmten Blaiche rohe Tücher, Faden «ud Garn übergeben will, der darf im Voraus sich des bekannten guten Erfolgs versprechen, in der Ge« genv um und dev Pforzheim nehme ich die rohe Tü. cher selbst in Empfang, in Carlttuhr aber beliebe e 267 > man flch an Herrn Rühm« Sattlermetster und in Durlach an Herrn Rathsverwanbten und Handelsmann Daler,u wenden. Die Ehle kostet 2 kr. Den hin und her Transport übernehme ich auf meine Kosten. Pforzheim den laten April 1799. Johann Salom Zaber, Innhaber -er Hschfürftl. Markgräfl. Badischen privilegirten Hauptblaiche zu Pforzheim. Merg. Donnerstag den ibtcn May dieses Jahrs Nachmittags um 2 Uhr wird die zu dem Bühlerkhaler Eisenwerk gehörige sogenannte Rrnnschmidte auf Herrschaftliche Ratification hin versteigert, welches mit dem Anhang öffentlich bekannt gemacht wird, daß die vor. läufige Erlaubniß zu Errichtung einer schicklichen Fa. blicke in diesem Gebäude gegeben werde. Die Liebha» habere können dies Gebäude vorher io Augenschein «chmen, und fich an obigem Staigerungstag auf dem Plaz eivfinden. Verordnet bey Obcramt zu Bühl den 9ttn April 1799. Vberg. Alte diejenige welche an den hi stgen Burger und Webermeister Anton Braun, gegründete Forderung zu machen haben, sollen solche Montags den 2vten künftigen Monats May, um so gewisser in Fürstl. Amtschreiberey dahier cingcbe», und liquidiren, alS sie nachhero nicht mehr damit angenommen werden können. Verordnet bey Oberamt Werg zu Steiobach drn 29 Aoril i?yy. . Höchberg. Zur Schuldevliquidation nachbenannter Bürger von Theningen, als i)Lhristian Heß, gewr. scner Waidgeftll. 2) Christian Heß, Krämer. Z) Michael Zrosß. 4) Michael Jenne, Caspars Sohn. 5) Martin Netterer. 6) Jung Jakob Reineker. 7) Michael Baumann sollen alle diejenige, welche eine Schuld oder Eigenthum aus der Masse zu fordern ha. den, bry dem itco Montags den iz'en, bey dem 2. Dienstags den igten, dry dem z. Mittwochs den 15. bey dem 4. Donnerstags den ib. bey dem z. 6. uns 7. aber Freitags den 17. May d. I. Vormittags zu rechter Zeit bey dem Theiluvgs . Commissair in dem Gasthaus zum Löwen in Theningen bey Strafe des Ausschlusses unter Mikbringuvg ihrer Beweisurkunden sich eir-finden Md d?m Recht abwarten. Verordnet b:v Obera mt Höchberg zu Emme n?, d. 4. Ap. 1799. Äli tlNl b kg li llg einer Lotterie von i 00 Zettel, der Zettel zu 1 Gul. den. Diese Lotterie wird zu Stuttgart im Schnellt, schrv We-uhaus in Gegenwart mehrerer Zeugen gleich nach dein Verkauf der Zetteln gezogen, und die Zir. hung durch die Zeitung bekannt gemacht werden. Es find 8 Prrisse. Das istr ein englischer Flügel, wo der Kasten samt dem Gestell mosto von Machoniholz ist. Das 2tr eine saconirte goldene Tabattiere. Das zte eine faconirte goldene Repetir, Uhr. Das 4?e eine faconirte goldene cmalirte Uhr. Das zte ein foconirtes goldenes Medaillon. Das bte eine faconirte goldene Uhrkette, samt goldenem PetlOaft. Das 7te eine Stand . Büchse. DaS eine Schrot . Flinke. In Macklots Hofbuchhandlung in Carlsruhe stad ebenfalls Loose für i fl. nebst 4 kr. Einschreibgebühr zu haben. Briefe vnd Geld erwartet man ftey. Stuttgardt. Ein in Stuttgart auf dem langen Graben, gut eingerichtetes z Sröckigtes Wohnhauß, mi' einem brsovdern gut gewölbten Keller, worioveu gegen loo Eimer in eisen «ebuvdeve Laagrr Faß de« fiodlich und das in z Wohnetagen besteht, wovon je. der Stock 4 Pi:cen nebst Küchen, Speiß und Magd, kammer enthält, auch 2 Bühnen, wovon die ein« mit 4 beschlossenen Kammern eingerichtet ist, auch parterre einen Laven und 2 Hvlzställe am Werth 10020 g. Dieses Har tz, das in einer angenehmen Gegend der Stadl stehet, wird mit Herzog!, gdgstr. Erlaubniß tu der i4trn Ziehung der Hessen > Darmstädter Elasten« Lotterte, welche aus 10,020 Nummern besteht und drn i7ten Juny d. I. gezogen wird, heraus gespielt werden und zwar daß der Besitzer des Looses, so die erste herauskommendr Nummer jener Lotterie betrift, dieses Hauß erhält, das Loos kostet 1 fl. 12 kr. D e Lorße sind in dem Lottaischen Zeitungs - Comptoir und bey Herrn Buchdrucker Macklol allhicr, dann in Cudwigsburg bey Herr Hofbuchdrucker Cotta,in Tübingen bey Herrn Buchhändler Cotta, und ln Mackloks Hosbuchhandlung in Carlsruhe zu haben. Briefe und Geld werden Franko erwartet. NB Soitte wieder Vermachen dt» zur vbrnerweho. ten Ziehung- die hinlängliche Loose nicht* verschlossen, ssyn, so wird alsdann, durch vorherige Bekar„tma.> chung der hiesigen, Carltruher und Frankfurter Zcitun. gen der verlängerte Termin babey bestimmt werben. In Macklots Hofbuchhandlung ln Carlsruhe ist wieder neu zu haben. I>e Lours äu Min äepm's Lasls snsrzua Lonn, et! les sclsacents. par Oeraucbe. '1'rojs keuilies. 5 kl. Zo Irr. Kriegslheater der deutschen und sravzösischen Sranz., länder zwischen dem Rhein und der Mosel. 4. Bh . 11 fl. Neuste Poficharte von ganz Deutschland, von Dttj. Ans Lrtnwand in Futteral 4 fl. 32 kr.