i» 'r lt fc l- e » i- tt r i, ft ft < n ir r« Nro.i;. Larlsruher Mittwochs i 8 Zeitvng. den 25 Januar 05 Mit Rurfürstltch Badischem gnädigstem privtlegts. Innhalt. Semlin; Wiederausbruch des Kriegs in Scrvien. Wien; Abreise des Schwedischen Gesandten. GeiieralCommando in Lyrol. Prag ; eine komisü-e Geschichte. Hamburg; der Graf von Lille geht nach Kiew. Husum. Ncgensburg. München. Regnitz - User. Paris; Aufstellung der Büste des Kaisers im gesetzgebenden Corps. Abfindung von 7 Aerztcn nach Spanien. Amsterdam; Bemerkungen über den Geldmangel in Deutschland. Rom; über die Abstammung des heil. Vaters. Leffentliche Gebete für ihn. Stralsund. Lissabon. den Wiedereusbriich des Krieges. Alles muß wieder zu den Waffen greisen/ und wer sich nicht gutwillig dazu stellt/ wird mit Gewalt gezwungen. Um aber die servr- ^ sche Macht in vollem Kriegsstande zu erhalten / hat der ^ * Überbefehlshaber / Georg Czerny / einen Befehl bekannt « machen lassen , dein zufolge, kein Individuum / ohne Ausnahme der Person/ sich von seinem Corps entfernen darf. Dieser Befehl wird mit aller Strenge beobacht tct/denn einige Mißvergnügte, welche zu entkommen ' versucht hatten, wurden zum warnenden Beyspiel an- derer gehangen. Die Zahl der neu Angeworbenen ver- ! Mehrt sich mit jedem Tage, sie werden eiligst in den Waffen geübt, und dann zu dem Hauptcorps des Oberbefehlshabers ^welches sich langst dem Drina Fluß po- stirt hat, abgesendct. Die ganze Macht ist übrigcnsmit Waffen liild Munirivn reichlich versehen, nur an grobem Geschütz herrscht noch. Mangel, welchem aberwi« man sagt, bald durch Hülse eines Dritten abgeholfen werden wird.. Deutschla n d. Wien, vom 8 Jan. Der bisherige Königs. Schwedische Gesandte, Baron von Armseld, hat seine AbschiedsAudienz bei dem Kaiser gehabt, das gewöhnliche GesandschastsPräsent, eine reich besetzte goldene Tabatiere mit dem Portrait des Kaisers erhalten, und ist bereits von Wien nach Stralsund abgereist. Wien , vom y Jan. Auf eine gemachte Vorstellung des Kriegst»inisters Erherzog Carls k. H , daß bey der grossen Entfernung der Provinz Tyrol, zum geschwinder» Betrieb der Geschäfte, ei» eignes Generalkommando daselbst nothwendig wäre, haben Se. kaiscrl. Mas. ein neues Generalkommando in Jnspruck. errichtet , und de» F.. M. 8 . Hiller, zum kommandirenden General daselbst bestimmt. Der F. M. L. Baron v. Mack, ist von seiner kurzen Reise zmückgekommc». Der Trupprnmarsch nach den italienischen Grenzen dauert noch sork. !N Oestret ch. Seinli i , vom 1 Ja». Me aus Servicn eingehende Nachrichten bestätigen ( Ä4 ) Prag, vom i2 Jan. .Hfer ereignete .sich vor einigen Tagen eine komische (Geschichte. Ein junger wohlgestalteter Käckergcftll kam rvordrcp Monaten .aus Pohlen, und erhielt hier Arbeit. «.Sein sittliches Betragen und sein Fleiß waren untadel- lhast. Bcy.einer Zusammenkunft an einem öffentlichen Velustigungsort kommt plötzlich ein anderer Bäckergesell, der gleichfalls hier arbeitet, auf ihn zu, staunt ihn an und bricht endlich in die Worte aus: Um des Himmels rrvillen, liebe Muhme Mariane, wie kommst tu hierher, und in solcher Verkleidung? Hierauf will,er sein schönes Mühmchen umarmen, allein diese stößt ihn befremdet zurück, und laugnet hartnäckig Geschlecht und Ver. wandtschaft. Indessen besteht der Vetter dem ungeachtet auf der Aussage, daß der verstellte Bäckergesell gleich ihm aus K. in Böhmen gebürtig, und vor einigen Jahren den Eltern entkommen sey, die bisher nichts von ihrer Tochter gehört hätten. Die Sache machte nun Aussehen, wurde von dem Handwerk untersucht, und der verstellte Bäckergesell als wirkliches Mädchen und Muhme Mariane erkannt. Auch eine Liebschaft hatte Mariane unter nämlicher Firma mit einem Mädchen unterhalten, welches ihrem platonischen Liebhaber die Wäsche umsonst besorgte, und seine Garderobe in Ordnung hielt. Hamburg, vom 14 Jan. Eine hiesige Zeitung enthält heute folgendes von der Weichsel , vom 2. dieses: Se. russ. kaiscrl. Mas. haben dem Grasen von Lille die Stadt Kiew zu seiner künftigen Residenz .anzuweisen geruhet , mit.vödiger Anheimstellung bis zum Eintritt einer gelinden Witterung im Schlosse zu Miclau zu bleiben, -woselbst alle Vorkehrungen zur.Aufnahme dieses Prinzen getroffen werden. Hamburg, vom 15 Jan. Ihre königlich schwedische Majestäten träfen amn. d. über Lübeck und Eutin zu Hadersleben ein, von da die Reise durch Jütland nach Seeland und Hclsing- borg sortgesezt wurde. 'Aus einem Schreiben aus Husum, vom iz Jan. Vorgestern sind die hier liegenden, nach England bestimmten 7 Posten, welche wegen des anhaltenden Frostes von hier nicht abgehcn können, nach Westerhever trqnfportirt worden, in der Hoffnung, sie von dort nach .Helgoland zu schaffen. Es wurde zudem Ende eine Cha- luppe zu Wagen von hier zu Lande dahin gebracht. Allein nach den heute hier eir.gcgangenen Berichten ist es auch sowohl dortals zu St. Peter und zu Nordhoest ganz unmöglich, abzukommen. Auch har eine Helgolan- der Schnigge in dortiger Gegend z Tage herumgekrcuzt, aber auf keine Art landen können Regensburg, vom 14 Jan. Bei heutiger RathsSitzung ist nichts vorgckommen. Die noch fehlenden Abstimmungen in dem KurKollegio über die RheinschiffahrtsOktroiAngelegenheiten sind noch nicht eingegangen, daher die Fortsetzung der über diesen Gegenstand.angefangenenDerathung noch ausgesezt blei ben muß. Die gemeinschaftlichen Berathungen der drei .NeichsKollegien über den OranicnFuldaischen Rekurs in der Bibra'schen Er'oschastsSache werden am 21 d. M. ihren Anfang nehmen. Die neuesten Nachrichten/welche mran vom dem Herrn ^Kurerzkanzler aus Paris hat, lassen uns eine Werlän- .gerung seines dortigen Aufenthalts vermuthen. München ,, vom Jan. Der neulich aus Frankreich nach Rußland hier durch- passirte Ritter von Vcrneguez ist der nemliche der Höriges Jahr in Nom arretirt , -und nach Frankreich abgeführt worden war. Nach Wiener Briefen ist seine Freilassung eine Folge der Verwendung des Pabsts-bei der franz. .Negierung. Die Nachricht davon ist dem pästl. Nuntius zu Wien mit der Weisung mitgetheilt worden, sie dem russ. Botschafter offiziell bekannt M machen. (A. d. St. Z.) Vom Regnitz . Ufer, vom 16 Jan. Der östrcichische Kordon, welcher wegen der Seuche an der italienischen Granze gezogen wird, ist so starf, daß man ihn auch ein Observationscvrps wohl nennen könnte , welches die Bestimmung habe, die Bewegungen der Servier und Türken iu Scrvien, und jene der Russen in der Siebenmselnrepublih so wie jeneder Franzosen in Italien zu beobachten. Man versichert noch immer, der General Mack werde das d>uw'"do über diesen Cordvn übernehmen. Nach einer Amsterdamer Zeitung, soll der k. k. östrcichische Botschafter, Graf Kobenzl, dem franz. Minister eine Note übergeben haben, welche sich ans gemrldten Truppcncordon, so wie auch auf andere Angelegenheiten in Italien bezieht. (A. d. A. Z.) ( 53 ) Frankreich. -Parts, vom 15 Jall. Gestern hat in dem gesetzgebenden Körper die feierliche Inauguration der Büste des Kaisers statt gehabt. Die Kaiserin,!, die kaiserl. Prinzen und Prinzessinnen/ dann die höhern Staatsbeamten wohnten dieser.Feierlichkeit be». Sie -begann um 7 /Uhr des Abends- Die Büste des Kaisers.wurde, bekränzt mit Lorbeer», Eichen - und Oelzweigen, .auf einem Fußgestell, mitten in dem Parquet des Saals, vor dem /Bureau der S-kretarien, ausgestellt. Der Präsident Fontanes.hielt .eine den Umständen angemeßne .Rede,, °die lebhaften Beifall fand. Er sagte miter .andern: Der Krieger, dessen Bild sie hier sehen, erscheint bloß mit dem Buch des Gesetzes , das der Macht und -Stärke selbst gebieten muß; sein schönster .Triumph ist, alle falschen Lehren besiegt zu haben, die uns quälten , uns gegen uns selbst in Schutz genommen zu haben .Die erste Stelle im Staat war erledigt; als Napoleon Ke be' -stieg, verdrängte er Niemande die Anarchie allein äst durch lhn entthront worden. " Der ganze Saal.war mit Pracht und Geschmack beleuchtet. Nach geendigter Leremonie begaben sich sämtlichen Anwesende in die anstoßenden Zimmer , wo an mehreren Tafeln gespeißt- -und dann der Ball eröffnet wurde. Die Wände dieser Zimmer waren mit Blumen aller Art ausge- ,schmückt. Paris, vom 17 Jan. Durch ein kaiserl. Dekret vom 20 Dec. sind die Amte Chauffier, .Lcclcrc, Bailly, Hussvn, Nystcn, Hu- mel und Etchevery beauftragt worden, sich nach Spanien zu begeben, mm Beobachtungen .über das gelbe Fieber anzustellen: H 0 ! 1 an d. Amsterdam, vom 13 Jan. Die Staatsbcdürfniffe häufen sich, das Staatsbe- wind hat also dem gesetzgebenden Körper vorgeschlagen, eine Auflage — die aber Don gratuit (frepwilliges Geschenk ) heißen soll, von ein Procent auf den Kapital- wcrty jedes.Vermögens zu machen. Dir Interessenten der -ösireichischen Anleihen haben sich am lo. d. v.r,a n/iiUt, und eine .Vorstellung an Se. Maj. den ostr. Kai.er abgefaßt. Die hiesige Zeitung meldet auch folgendes: Am 2. Jan. scycn die Fonds zu Paris gefaW^ weil das Gerücht gieng, der Kaiser habe eine sehr ernsthafte Unterredung mit .dem Hrn. v. Cobenzel ge° habt. — Man spricht von einem .in Fontainebleau jn haltenden Concilmm. ((A. d F. Z.) Der Prinz von NaffauMilburg lwird jn Leyden stu- .dieren; man folgert daraus, -daß -sein Herr Vater, der Fürst, zum /Oberhaupt derbsitavischen Republik /bestimmt sey Eine unsrer Zeitungen liefert folgende Bemerkungen: — Die allgemeine Klage in Deutschland, und in einenil .grossen Theil von Europa ist — Geldmangel. Daß die Engländer voriges Lahr eine unermeßliche Menge ihrer Fabrickwaaren mm ein.Spottgeld verschleuderten r -und auf .diese Manier über 102 Millionen GuldeL .blos aus Deutschland zogen, ist bekannt. Die deute ffchcn Fabrikanten.leiden dadurch doppelt. Unter der Nubrick, -der geheimen Ausgaben des Hrn. Pitts , wird -sich wohl finden, -wie viel die Kaufleute Zuschuß erhalt tten haben,, um ihre Maaren zu so niedrigen Preise«! verkaufen zu können. Die Engländer arbeiten -freilich schön, doch -haben -es die Deutschen auch sehr Mit gebracht, ahmen rühmlich mach , und verbessern Sch -täglich. Wenn man nun alle /die Summen bedenkt, die jährlich aus Deutschland für entbehrliche Maaren ins Ausland, und besonders nach England wandern/ so muß inan staunen, wo all das Geld herkommk," -indem die Deutschen doch so wenig dagegen geben. So sind voriges Jahr in Hamburg allein 26,000,000 Pfund Kaffee Angeführt worden. Man berechnet, daß- -jeder deutsche Kopf täglich an England s Stüber befähle So hat auch Frankreich in einem halben Jahr für 165,278,020 Liv. Maaren nach Deutschland geliefert, worunter für mehr, .als zz Will. Seidenwaa- ren gewesen sind, die blos in die deutschen Kreislaabb giengen. Dafür exportirte Deutschland nach Frankreich wieder -für 34,400,022 -Liv. deutsche Produkte, .daß also Deutschland blos in einem Haiden Jahr einen Ueberschuß -von 132,878/000 Liv. nach Frankreich zu senden hatte. Nach ein,in Schreiben aus Demerara an ein Handlungshaus in London., äst man dort sehr -unzufrieden, daß die -Einfuhr der amerikanischen Baumwolle in England erlaubt ist, -weil der Pflanzer.nicht testehcn könne, wen» kr keine 20 Pence erhielte. Dir Baumwollen - Erndte wird daselbst überhaupt schlecht aussallcnweil Insekten den Blüthew Schaden- zethan haben.. Ikalke n. Rom, vom 2 Jan- Auf Anordnung des pabstl. GeneralvikariuSKardinal Samaglia, werden hier de» ganzen Monat Jan- hindurch öffentliche Gebete in den vornehmsten Kirchen «»gestellt, um für den Pabst, während seiner Abwesenheit von Rom,, den besonder» göttlichen Schutz und Bewahrung desselben vor allen Gefahren zu crstehcn. Ueber die Abstammung, des regierenden Pabst» ist hier eine Schrift erschienen-, aus-der sich folgendes ergibt Im 10- Jahrhundert nahm ein christlicher Krieger, Namens Dalinazi», den Mahomedancrn im spanischen Königreich Katalonien das Schloß Claranvnte ab, von dem er sich den Beinamen zulegte, und also der Stammvater des Geschlechts Elaramonte wurde. Zu Ende des 11. Jahrhunderts setzten sich seine Nachkommen im südlichen Frankreich, und wurden Herren der Stadt Alvergna , deren Namen sie in Llermont verwandelten. Im 14. Jahrhundert war diese Familie in ihrer größten Blütheund kam durch Heurath- in die Verwandtschaft des Königs Ladislaus von Ungarn; auf eben diese Art wurde sie im 15. Jahrhundert mit »er königlichen- Familie von Arragonien in Neapel verschwägert.. Ein Sprößling aus dieser Familie sührte damals das Kommando in Romagna; er machte sich zu Eesena ansässig, wo seine Nachkommenschaft sortblühte,- aus welcher der jetzige Pabst entsprossen ist. In Nachrichten aus Ankona vom zi. v. M. heißt es: „ Alles ist ruhig in Sicilien. Es befinden sich daselbst viele engl. Agenten,. welche eine Menge Lebensmittel für die Magazine.von Malta auskaumi, von woher die ganze Nelson'sche Flotte- ihren- Mund- vorrath zieht. Vor einiger Zeit hatte sich dasGcrücht verbreitet,, das gelbe Fieber herrsche auf genannter Insel- es scheint aber grundlos gewesen zu seyn.- Nelson- Hat seit kurzem einige- Verstärkung an Linienschiffen und Fregatten aus England erhalten. Man glaubt zum Thcil, daß der König von Neapel Antheil an dem Krieg Spaniens gegen England nehmen werde re. S ch m e v e tt. Schreiben aus Stralsund, vom 10 Jam Der General - Adjutant des Königs, Oberst, Baron / von Tawast, welcher nach der Abreise Ihrer Majrsiä- 2 ten noch hier geblieben war, ist heute mit dem übrigen Gefolge von hier über Dauncmark nach Schweden ab- gereiset. In der Suite Sr. Majestät befindet sich unter andern der General Intendant, Hr. von Platem Portugal! Lissabon, vom i8 Dec. "" Schon langst erwarteten wir, daß- der König von Spa eien England den Krieg erklären würde. Allein die Verlegenheit, in welcher wir uns dadurch befinden, ist nichts weniger als gleichgültig. Es ist unmöglich, daß wir neutral bleiben können. Aus der andern Seite » haben wir zu befürchten, daß sich die Engländer Brasiliens bemächtigen , aus welches sie schon lange ein An- 2 gcnmcrk haben. I» jedem Fall hat der kön. Prinz schon- ü feit drei) Wochen die weise Vorsicht gebraucht, den Statthaltern dieser Colonic den Befehl zu ertheilcn, aus ihrer Huth zu seyn Brasilien, welches in dem schönsten Thril des mittäglichen Americas liegt, saßt cine weite Gegend in sich, von 8ZZ Meilen in der Länge und O 2z; in der Breite. Man findet daselbst einen lieber«- n- stuß an Zucker, Taback, Farchholz, köstlichem Obst , vc an Gold und Diamanten. Die Hauptstadt, NioJa- ^ neiro, ist groß, schön gebaut und hat ohngefahr 40200- Einwohner. Ohne Brasilien lvare- Poreugall ausser Stand', sich unter den Mächten Europas zu behaupten, z- Carlsruhe. (Lva r ) Pey d-iit Handelsmann Vogel- ^ ist der obere Stock bestehend in 7 Zimmern einer Kammer aus dem Speicher, Küche, Keller und Holzremiß aus den 2z April m verlehnen- ho Carlsruhe. (Logi)) In Hrn. Hofagcnt Heckers Be- gr Hausung in der langen Straße ist im un ern Stock ein un Logis von g Ziiumeru für ledige Herren m t oder ohne ist Meubles täglich- ;n verlchncm yn Th ater-ekach ickrr Cavlsruhel Mittwoch den 2z. Jan. Ehrst« nd s- w i tz i g u n g oder d a s- B l att h q t sich gewendet,, ^ ein Lustspiel in 5 Akten.