l t j I Nro 58 Larlsruher Freita g.s. i 8 MM WWW WWW MM MMK L8K P»g. 2 ZZ. Zeitung. den 12 . Apri l. o 5. Mit Rurfürstltch Bavifthem gnädigstem prtvtlegto« InnhaU. Semlin; Noch immer Krieg irr Servien. Frankfurt. Paris; Abreise des heilige» Bakers- Der Kayser qiebt kostbare Geschenke. Der König von Prcussen, der Kurerzkanzler re. erkennen Napoleon als König m Italien. Straßburg; VemiiigungsCanak der Rhone mit dem Rhein. Mainz; Dccrct wegen der Kutscher. Brüssel; Baldige Ankunft des Prinzen Josephs. Haag. Neuer CoustitntionsEntwnrf. Neapel; Tod des Printen Pignatelli. Mailand; Schreiben Kayser Napoleons an die Stadt Verona. O e st r e t ch. Semlitt, vom 2r Marz. Die Begebenheiten in Servien werden immer interessanter, und fast jeder Tag erzeugt neue Ereignisse, welche die Aufmerksamkeit nicht nur auf den höchsten Grad spannen, sondern auch dem klügsten Politikerin Berechnung ihrer Folgen, unerklärbar sind. Die vorfetzlichc Übertretung der, unter Vermittlung des Bekier Pascha zwischen den Servier» und Türken im verflossenen Spätjahr abgeschlossenen Friedens-Konvention, hat den Bekier Pascha veranlaßt, nicht als Vermittler der streitenden Partheien, sondern als erklärter Feind der Servier mit 7000 Mann Truppen den geängsteten Türken zn Hülfe zu kommen, und neuen Nachrichten zu Folge soll auch der, den Servier» so verhaßte, Muß-Aga mit einem ansehnlichen Korps gegen dieselben im Anzuge seyn. Hiedurch hat die Erbitterung der Servier gegen die Türken und alle mit ihnen verbundene Nationen in einem so hohen Grade zu- zenommen, daß sie emmnthig beschlossen haben, keines einzigen Türken und deren Bundesgenoßen mehr zn schonen. Um min die Servische Macht in ihrem Ansehen zn erhalten, und den Feinden hinlänglich Widerstand leisten zu können , hat der Servische Obergmeral neuerdings einen Aufruf an alle waffenfähige Servier ergehen lassen, und jetzt strömt alles, beseelt von dem Bestreben, das bedrohte Vaterland zn retten, zn seinem ihm angewiesenen Korps. Das erste dieser Korps steht an den Bosnischen Granzen langst vom Ufer der Dri- na pvstirt, um das Eindringen der daselbst erwarteten Feinde zn hindern. Das zweyte Hauptkorps halt die Granzen Serviens gegen Bulgarien zu besetzt; der größte Theil dieser Truppen steht an der Morava. DasM Hauptkorps, wo sich auchdas Hauptquartier des Obergenerals befindet, ist zn Ostrontza, unweit Belgrad, und hält dieses in Angen. Mehrere kleine Observationskorps halten die Donau und die Save besetzt, deren Aufmerksamkeit bloß das Eindringen einzelner kleiner feindlicher Verstärkungen verhindern soll, alle übrigen Haupt- und Nebenstrassen, ja fast alle Schleichwege sind mit kleinen Detaschements besetzt, welche jeden Zugaez rns Servische unmöglich machen. ( rZ4 ) D e u t sch l a n d. Frankfurt, vom 9 April. Die neuste Petersburger Hofzeiturg vom 19. Merz enthält das Antwortschreiben der engl. Negierung aus die von Seiten Frankreichs gemachten Friedenseröffnungen , ohne die geringste Erwähnung von dem Schreiben des Kaisers Napoleon an den König von England M thun. Nachrichten aus Lemberg zufolge, scheint der Kou- rierwechsel zwischen Wien und Petersburg immer mehr zuzunehmen. Nach einem öffentlichen Blatt soll ein grosser Hos bey einem andern mächtigen Hos Unterhandlungen eröffnet haben, die dahin zielen, Deutschland jedem fremden Einflüsse zu entziehen. Frankreich. Paris, vom Z April. Ueber die Abreise des Pabstes findet sich in der Gazette de France folgender Artikel: „Der Pabstist gestern um 1 Uhr Nachmittags abgerecht. Als er aus seinem Appartement trat, fand er die Säle vor demselben mit Personen angefüllt, die als die höchste Gunst verlangt hatten, eingelassen zu werden. Es waren vorzüglich Mütter, welchen man den Vorzug gegeben hatte. Der heil. Vater gab, wie gewöhnlich, seinen Ring zu küssen; er legte die Hände aus die Häupter der Kinder, und segnete eine zahllose Menge der Religion gewidmete Gegenstände ein. Vergebens würde man versuchen, die Rührung zu schildern, welche sich ans dem Angesicht des Pabstes und der ihn umgebenden Gläubigen aussprach, man fühlte, daß diese Liebe und diese Ehrfurcht keines irrdischen Ursprungs waren, daß sie ein Vaud waren, das vom Himmel ausgieng, und bis in die innerste Tiefe des Herzens drang. Eine zwanzigmal stärkere Zahl von Menschen, als die, so im Innern des Schlosses versammelt war, hatte, ohn- geachtct des Regens, einen Theil des Morgens, wartend in den Tuillerien, zugebracht, um den letzten Segen des Pabstes zu empfangen ; der heil. Vater ertheil- te ihn aus einem der Fenster des Schlosses ; das Volk, nachdem es chm mit allen Zeichen des Giautwus und einer tiefen Verehrung empfangen hatte, drückte seine Empfindungen für den Pabst durch das oft wiederhoSe Jubelgeschrey: Es lebe der heil. Vater, aus. D« Pabst fuhr in einem mit 8 Pferden bespannten Wage« ab; die Prälaten und seine übrige Begleitung folgte« in 5 Wagen, jeder zu 6 Pferden. Die kais. Kammerherren, Brigode und Viry, dann der kais. Kaval- cadour, du Rosnel, welche während des Aufenthalts des Pabstes zu Paris den Dienst bey ihm hatten, begleiten ihn bis Rom. — Die Kardinale sind zum Theil bereits vorgestern, znm Theil gestern abgereißt. Dem Vernehmen nach hat der Kaiser, vor seiner Abreise, dem Pabst eine kostbare Thiare, und jedem der Kardinale von dessen Begleitung , eine init Brillanten besetzte Dose mit dem kais. Bildniß zum Geschenk gemacht. Gestern Morgens ist der Minister der auswärtige« Geschäfte von hier abgereißt. Der Moniteur gibt folgende Nachrichten: Aus Berlin, vom 21. Merz. Ein ausserordentlicher Kourier hat die Nachricht von der Proklamation des Königreichs Italien hieher gebracht. Unser Kabinet schien bereits davon unterrichtet zu sepn. Diese Begebenheit erhielt allgemeinen Beyfall. Indem man das Erhabene und Edle der Gefühle, welche der Kaiser Napoleon ausdrückte, bewunderte, so erstaunte man noch über jene seltne Geschicklichkeit, die sich immer bey wichtigen Gelegenheiten an den Tag legt. Nicht nur wird dieses Geschäft, durch die Art wie es geführt worden ist, den Frieden auf dem Contincnt befestigen , sondern es wird zum allgemeinen Frieden führen , indem, wenn England und Rußland fortfahre» wollen, Maltha zu behalten, und im Mittelmeer z» herrschen, sie zug ben müssen, daß die französische» und italiänizchen Kronen auf demselben H.i»pt ruhen. Aus Regensburg, vom 27. Merz. Man hat eben die Nachricht hier erhalten, daß der Kaiser Napoleon die itaiiäaische Krone angenommen hat- Sie erregte eine grosse Sensation. Unser Souverän, der Kurerz- kanzler oat den neuen König von Italien anerkannt, und die deutschen F irsten sind alle in den gleichen Gesinnungen. Die Große des Schritts des Kaisers der Franzosen, und eie Mäßigung, deren Gepräge er a» sich trägt,.haben auf alle Gemüther Eindruck gemacht. Sie sind eine günstige Vorbedeutung für die Beybehal- ,tung des ContinentalFriedcns. Straß bürg, vom 8 April. Die Arbeiten an dem Vcreinrgungskaual der Rhone mit dem Rheine sind im oberrheinischen Departement, bei der Stadt Mühlhausen, im Vendemiaire dieses Jahrs angcfangcn worden. Die Einwohner des Oberrheins wissen seit langer Zeit die neuermeßlichen Vortheile zu schätzen, die aus der Vereinigung der zwei Meere für ihre Wohlfahrt in Rücksicht des Ackerbaues und des Handels entspringen werden. Da sie ihre Dankbarkeit für eine solche Wohlthat bezeichnen und verewigen wollen, so' begehrten sie durch ihren Präfekten, Hrn. Felis Desportes , von der Negierung, daß dieser Kanal mögte den Namen, Napoleons-Kanal,erhalten, und daß sie ermächtigt würden, unser», Kaiser in der Medern Ebene von Mühlhausen, an dem Punkte, wo der große Kanal mit dem, der von Höpingen gezogen wird, zusammentrift, ein Denkmal zu errichten. Der Kaiser hat dem Wunsche der Einwohner des Oberrhcms willfahret, und der Minister des Innern hat durch ein Schreiben vom verflossenen 6 März angekünbigt, daß von nun an der Vereinigungskanal der Rhone mit dem Rheine Napoleons-Kanal heißen soll. Mainz, vom 28 Merz. Der Staatsrath Generaldirektor der vereinigten Ge' bühren, hat am 9ten Merz, ans die Anfrage, ob ein ausländischer Kutscher, der aus französischem Boden fahrt, auch die Abgabe, welcher die einheimischen Wa- genvermiether unterworfen sind, bezahlen müsse, entschieden: daß ein zu jeder Zeit fahrender fremder Kutscher , welcher blos nach den ersten Grenzstädten Nei. sende bringt, ohne in das Innere zu fahren, die Abgabe nicht zu zahlen Haber daß er hingegen, wenn er in das Innere seine Reiset: macht, die ganze Abgabe von 40 Fr. für das Jahr zu erlege n habe. N tedcrlande. Brüssel, vom 2 April. So eben vernehmen wir, daß Se kaiserl. Hoheit, der Prinz Joseph, den 1, d. hier ankommen werden, und zwar in Gesellschaft des Senators Doulcet Pontecou.- lant. St. kais. Hoheit werden bey den bevorstehenden Wahlen, als Großwahlherr, den Vorsitz beym WM, collegio führen. Holland. Haag, vom 4 April- In der Nacht vom 27 auf dcn28v.M.ist ein Ham« burger Schiff, im Angesichte des Terels, im Feuer aufgezangen. Die Mannschaft ist gerettet worden. Der Advokat - Fiskal bei dem hohen Millitär-Tri« bunal hat darauf angetragen da l der Kontreadmiral Dekker verurthcilt werden mögte, erschossen zu werden, weil er das Kommando der Schiffe in Ostindien ver, lassen hat. Nach Privatbriefen aus Brest ist man dort beschäftigt, ein Armeekorps von 18000 M. einzuschiffen. Am 26 jst die Bekanntmachung des Staatsbewind aa das Volk, über den neuen Congitutions -Entwurf abzustimmen, erschienen. Sie ist an die 8 Departements« Administrationen gerichtet, und enthält zugleich dew ganzen neuen Constitutions-Entwurf. In dieser Nacht sind Kouriere mit den nöthigen Eremplarien abgegangen, um sie in allen Gemeinen jedes Departements anschla« gen zu lassen, so daß übermorgen die ganze Nation von diesem neuen Verfassung-EntwmsKenntniß haben wird. Der zweyte Punkt, der dem Volke in dieser Bekannt« machung zur Abstimmung vorgelegt wird, betrifft seine bejahende oder verneinende Antwort auf die Frage, ob es Herrn Schimmelpennink, im Fall daß die neue Constitution angenommen wird, in demselben Augenblick, wo das Stimmeuresultat bekannt seynwird, zum Nathspensionnaie mit der Macht ernenne, zum erstenmal die lyMitglicder der Versammlung Ihrer Hochmögcnden zu ernennen, die in der Folge von den Departements werde» gewählt werden, so wie auch die anderen Beamten, die nach der neuen Constitution organisirt werden sollen. Der dritte Punkt der obigen Bekanntmachung endlich betrifft die Art zu Stimmen , es soll ncmlich jeder zum Stimmen berechtigte Bürger sein Votum in die Gemeine-Register einschreiben und die Bürger, welche dies zu thun unterlassen haben, sollen für bejahende Stimmen gerechnet werden. Der Termin zur Eröffnung der Register ist aus den y. April, ^gesetzt, sie werden aber nur bis zum 6 k. M. offen bleiben, und von diesem Tag bis zum 25. zur Ausrechnung de« t LA6 7 Skastsbewmd überschickt werden. Die Einführung Ser neuen Verfassung wird daher nicht vor Ende des Monats April geschehen können, weshalb das gesetzgebende Corps, das sich am 15. versammelt, sich auch bis dahin nicht aussösen wird. Es soll jetzt disimtiv beschlossen feyn , die batavische Armee auf 7002 Mann zu reduci- reu, die Lfficiere sollen in Zeit von z Monaten erklären, ob sie in fremde Dienste gehen wollen, und diejenigen, weiche sich dazu nicht entschließen, sollen zwcy Dritthcile ihrer Tractamevte als Pension erhalten. — Man erwartet in kurzem hier den stanz. Brigade General Miollettc aus Italien. Er comman- Sirte ehemals in.Mantua, und zuletzt in Belle Jsle. Italien Neapel, vom 14 Merz. Die hiesige Zeitung macht folgendes bekannt: Da der Prinz von Marsiconovo Pignatelli hier verstorben ist, und de» Prinzen Moliterni, seine» Erstgebohrnen, zum Erben eingesetzt hat, so ist jeder , der von dem dermaligen Aufenthalt dieses Prinzen Kenntniß hat, ausgefordert, die Nachricht davon mitzutheilen, da man iy Neapel nicht weiß, wo sich derselbe dermalen befindet. Mailand, vom -5. Merz. Die Stadt Verona, die bey Gelegenheit der stanz. Kaiserkrönttllg ein Glükwünschnngsschreiben an den Kaiser erlassen hatte, hat von Sr. Maj. unterm Z. d. folgende Antwort erhalten: Mitglieder der Centralad- ministration des Etschdepartement und der Munizipalität von Verona: Ich habe den Brief erhalten, den sie bey Gelegenheit meiner Besteigung des kaistrl- Lhrons mir geschrieben haben, und mit Vergnügen die da- rjnn ausgedrückten Empfindungen uudWüusche vernommen. Das Glük der meiner Sorgfalt anvcrtrauten Völker wird zu jeder Zeit der erste Gegenstand meiner Aufmerksamkeit scyn, allein meine Zuneigung wird stets «Mer ihnen diejenigen unterscheiden, die durch Anhänglichkeit au meine Person und durch eine» der hohen Bestimmung, wozu ich sie zu erheben gesonnen bin, entsprechenden Eifer sich auszeichnen. Ich glaube gern, Laß sie und die Einwohner des Landes, das sie verwalten, nicht aufhören werden, sich dieser Auszeich »ung immer würdiger zu machen. Ucberdies bitte ich Gott, daß er sie in seinen heiligen Schutz nehme. Unt. Napoleon. Die Gemeinde von Comacchio hat auf ihre Kosten eine Kanomerschaluppe vom ersten Rang bauen lassen und der Regierung, ein Geschenk damit gemacht. Dieses Schiff ist am iz. nach Rimini unter Segel gegangen, wo es Truppen und Munition erhalten wird. I« eiuein hiesigen Blatte liefet man heute folgen» des: Der größere Thei! der östreich. Bataillons, die längs der Etsch standen, sind zurückgezogen , und in Kantonirungsquartiere im Innern des Landes verlegt worden; ein großer Therl dieser Truppen liegt gegenwärtig in der Gegend von Padua. Nach einem öffentlichen Blatt von Genua kam am 22. im dortigen Hafen ein Schiff, nach einer Fahrt von 9 Tagen, aus Neapel an. Der Kapitän desselben meldete, daß zn Neapel und in dem ganzen Kö» nigreich alles ruhig sey, daß die Franzosen ruhig in ihren Quartieren am adriatischen Meere liegen, und daß man alle Hoffnung habe, daß die Neutralität des Königs auch künftig fortdauern werde. Rastatt. (Holländer HoliVesstelgerung.) Montag den aaten dieses sollen in hiesiger Oberforstamtskanzley 57z Stämme Eichen» welche zu HolläudcrHvlz in den hiesigen Stadtwaldungen bereits ausgesucht sind, öffentlich an die Mcistbiethende versteigert werden , Liebhabers hiezu, die solches vorher besichtigen wollen,,'können es unter Anleitung der hiesigen Waldmeisterep in Augenschein nehmen. Rastatt den gten April. 2805. LangenStemdach. ( FreySchießen.) Am Oster- Montag wird dahier einFreySchicßen mit den gewöhnlichen Bedingungen abgehaiten werden. Zugleich wird bemerkt, daß wenn Regen cinfallen sollte» die Herren Schützen im Trocknen stehe« könne«. S ch w e i g e r t Oberförster.