Nrv. ic>6. Pag. 497- Karlsruher . Zeitung. Sonnabends N den 5 I u I y. r 8 O 2. Mit Hochfürstlich . Markgräflich Badischen gnädigsten privilegio. K L l. ä ä klkLKV. M > . . . »»» N I »MM . » ., — -- . - — —.. . . tziD preßburg, vom i8 Iuny. Am 15. d. ist die iote und am ib. die n. Reichs« tagsfltzung gehalten und in beiden die Berathschlagun- gen über das Deputationalwerk, wegen Ergänzung der ungarischen Armee und derselben künftigen Erhaltung in immerwährendem vollständigen Stand fortgesetzt worden. Der utrn Sitzung haben Ihre Majestät die Königin» von Neapel, mtr Ihren König!. Prinzen und Prtnzeßinven, l-yzuwohnen geruht und sind von den versammelten S'änden bcy Jorer Ankunft mit einem dreymaligen Vivar empfangen worden. Frankfurt vom 22. Iuny. In diesen Tagen gierigen hier mehrere Wagen mit «turn prächtigen Wendeln nach dem Schloß Orani- enstein ab. Auch zu Siegen wird das Schloß meublirt, weil «S noch in diesem Sommer vom Prinzen von Oranien bewohnt werden soll. Die mächtige Armatur, welche der Erbprinz von Oranten m Paris vom erste» Konsul zum Geschenk erhalten, wird auf zo tausend Gulden an Werth geschäzt. Wien vom 2Z Iuny. Vor e'lichen Tagen waren Sr. Majcstat der Kaiser auf eine Nacht hier, begaben stch aber Tags darauf gleich wieder nach Pnßburg, wo bereits die Beratschlagungen wegen Ergänzung der Regimenter geendigt worden sind. Zehen Bataillone Infanterie, die zunächst an der türk.shen Grenze liegen, haben Beftbl erhalten, vor. zurücken, um die Pässe zu besetzen und zu verstärken. Die Truppen des Passawand Oglu haben stch bereits bis vor dem Rochentburm.Paß gezeigt. Der Hofpo. dar mit seinem Gefolg ist in Kronstadt. München, vom 2 ; Iuny. Der Pfalzneudurgtsche Landtags, Abschied vom I. 1802 ist nun durch den Druck bekannt gemacht. Auf den Antrag des zu dem auf d. 31. Mai nach Neu. bürg zusammen berufnen größer» Landtags. Ausschuß Abgeordneten churfürstl. Kvmmissairs, des Ministers v. MontgelaS, sind folgende Punkte festgesetzt und verglichen worden. 1) Sollen von diesem Jahr an bis auf weitre ü Jahre aus den Steuern, dem Umgeld, dem Bräuhaus, und Mühicnrag und dem i78rg Hämer, Fischereien u. tgl. eine fxecifische Selbstfattrung über Größe, Ertrag und relativen Werth ausgenommen werden. Die gänzliche unbeichränkre Auflösung des Hoffuffcs, d. h. der bisher bestandnen Güter-Gebun, Lenheil, soll als Princip aller guten Kultur nuniriehr unwiderruflich festgesetzt bleiben. Zu dem vorzuneh- mcndcn Steuer.Rektifikations-Geschäft soll eine vcr- mischte Kommlffon nttvergcsctzt und dann nach gehöriger Bearbeitung die Ausschußglieder, die dem ge- Mkiwärligezr Landtag beiwohnen, zu vollständiger Gründung, der Belegung cinbcruftn werden. Die Kosten der Messung werden zum Thcil aus den Ka. meral/r«m Thcil aus den Steuergesällcn und aus Liesen ein für allemal mit 30,200 fl. bestritten. .. 5) Soll in Ansehung des UmgeldS es zwar bey der ausgehobnen Umgclds - Freiheit bleiben, die Kom« .positions - Behandlung aber noch zur Zeit beibelMen werden. 6) Sollten zu Fundirung der Neuburgischen Deutschen Schulanstalken die Ständischen Güter des Dominikaner.Ordens, nnd zwar zuförderst der weiblichen Stiftung Maria Mödlingen, unv dann, doch nur in Ermanglung einer zureichenden Ergiebigkeit derselben, das nemliche Kloster Ober. Mödtingca verwendet werden, so wie auch ein ergiebiger Thcil des ansehnlichen und für een bißher-gen Zweck zu großen Seminar. Fonds. 7 ) voll die wegen oer Steuer. Rektifikation nie« dcrgesczre Koinm'sstoa ;n Errichtung einer Land-Tafel einen Plan für das Herzogchum Neuvurg adfaffen. 8) Soll zum Behuf dringender Fälle und be» sonders zu Vorschüssen an die der Boanv-Assekura- ttcu bcizctrctcne und wirklich v.ruiiglückte Glieder aus dem Rest des allen Vvrraths Und den Steuer« und Umgeld-Gifallen erue Vorraths-K^-sse von zc» tausend Gulden gebildet werden, über weiche die landschaftliche Verordnung eie Administration führen, aber jährliche Rechnung adlegen soll. y) Lind, auf einen vom Land.Tags«Ausschuß ans freiem Antrieb gemachten Antrag, zu Errichtung zweckmäßiger Ärbms «Institute und einiger Feier-Tag-Schulen 75,202 Gulden, zu Grüudung einer Bibliothek in RtUburg 5002 und zu Unterhaltung derselben jährlich 5000 Gulden, und zu Beförderung der Ansiedlung aus dem Donau-Moos, zur Unrcrstüzung der Kolonisten tn der Grün-Au , und zu Erbauung neuer Häuser für dieselben 20 tausend Gulden arisgesezt worden. Endlich und io) bestäligt der Ehurfürst dir Freiheiten und Gerech same der Neaburgstchen Stände. Augspupg, vom zo Iuny. Die Entschädigung im nördlichen Deutschland scheint wirklich ohne Reichstag und ohneReichSdepu. tackon vor sich zu gehen. Nach der letzten Marschroute erhält Preussen za seiner Entschädigung die Bislhümer Hildeshcim und Paderborn, einen Theil des BiSlhums Münster, das Eichsfeld, Erfurt, und die Reichsstädte Goslar, Nordhauftn und Mülhausen. Das ganze liegt sehr gut arrondirt beysammen und zieht sich von Nordost bey Erfurt angcfangen gegen Nordwest über Mühlhausen , Eichrsseid, Nordhauftn, Hildesyelni, Paderborn bis nach Munster, lieber die Größe dieser neue« Akquisition geben folgende Notizen einigen Be« griff. Das Bisthum Hildesheim hat 50 Quadratmeile», 70,200 Einwohner uns erträgt 262,000 Thater Einkünfte. Es enthält 8 Städte, 4 Flecken und 234 Dörfer, is Acmter und einen Distrikt, den wandte Domprobstcy nennt. Der Handel mit Brennholz und Garn sind die vornehmsten Nahrungszweige der Ein« wohner. Alle Städte, der größte Thcil des Adels l- 7 499 «nb die meisten Dörfer bekennen sich zuv evangelischen Religion, der chanveSH'err hiMgen nebst dem Domka« pitel sind katholisch. Das' Domkapitel besteht aus 42 Mitgliedern. Der jetzige Fürstbischofs zn Hildeshcim und Paderborn >st Franz Egon, aus dem Geschlecht Fürstenberg zu Herdringen, er ist schon 65 Jahre alt. Das Bisibum liegt im niedersächsischen Kreise. Das BiSlhum Paderoorn, im Wcstvtzälilchen Kreije, hat zz Quadrarmeilen, 100,000 Einwohner und soll 400,000 Lhaler Einkünfte ertragen. ES hat 4 große und ry kleine Städte. Das Domkapirel besteht aus 24 Mitgliedern und der jüngste Domherr bezog seither wenigstens 2000 Thaler Einkünfte. Das Land ist fruchtba und har gute Vftszucht Dieses Birthum ist eines der ersten, die Kaiser Carl der große gestiftet hat. Die Stiftskirche wurde im Jahr 799 von Papst Leo III. selbst ernzeweihct. Der Fürsrbischoff hat unter den westphälischcn Kriegsständen die erste Stelle. Das BMhurn Münster liegt ebenfalls im westphä- lftchm Kreise, hac aov Quadraknicilen nud zzo,ooo Einwohner. Es ist ebenfalls von Carl vem Großen gestiftet worden. Wie viel Preuffen davon erhält, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich wird dieses Bisthum ganz zerrissen. Das Eichsfeld, in Thüringen, gehört an Knrmainj. Es hat 4 vtädre, z Flecken, 150 Dörfer, 75,200 ! Einwohner und erträgt jährlich 90,000 Tyaler. Die 4 Städte sinh Heiiigenstadt, Duderstadt, Worbis und Treffurt. Der Handel mit Leinwand und Wvl- lcnarbeic wird in diesem Lande- stark getrieben. . Erfurt, die Hauvlstadk in Thüringen, Kurmainz gehörig. Diese Statt hat 7 Klöster, eine Universität und 17,000 Einwohner. Ihr Gebieth besteht aus j einem Städtchen, einem Marktflecken und 73 Dör- > fern. ! Goßlar, fteye Reichsstadt/ zwischen HildeSheim und dem Etchrfcld gelegen. Ja dieser Siirdt sind j auch 2 unmittelbare evangelische ReichSstister und 2 evangelische Klöster. Nicht weit von der Stadt ist ! der berühmte Rammelsbcrg, welcher viele Mineralien ^ enthält. Die Nahrung der Stadt besteht in Berg» blau, Vitriol > und Schwefelwerken, Messing « und ! Kupfcrmanufakturew rc. Ihr Matrikularanschlag ist üo ß. und zu einem Kammerziele gicbl sie 18Z Thaler. Nordhausen, fteye Reichsstadt im nievrrsächsischen Kreist, vou 9002 Seelen. Eine sehr nahrhafte und reiche Stadt, aber ohne Gebiet. Ihr Matrikularan- schiag ist 80 fl. und zu einem Kammerzielr giebt sie 95 Thaler. Mühlhausen, fteye Reichstädt in Thüringen, von i 8002 Einwohnern. Sie hat ei» Gebiet von 20 Dor« ftrn und in der Stadt 20 Mühlen. Ihr- Mstr'kula^ anschlag ist 162 ff. und zu einem Kammcrziele giebr fie 1Z5 Thaler. Soviel soll also nach der oben angeführten Marschroute das Haus Preußen zur Entschädigung erhalten. Da, dieselbe viel größer ist, als dieses Haus bis letzt über, dem Rhein verioren hat, so ist zu vermurhen, daß- dcswegen noch besondere Kouv-nrionen von noch imbe- kanntem Innhalt bestehen mögen. Da ferner in ver. vorigen Entschädigangömasse auch Reichsstädte mit vsr-g kommen, so scheint man den tnRastadt aufgestelltenGrund-. fatz, die Entschädigung durch Säkularisation zu leisten s wirklich auch auf Reichsstädte ausgedehnt zu haben. Indessen ist überhaupt zu bemerken, daß obige Marsch- rouce noch keines Wegs offiziell zu styn scheint, indem ihre Urquelle bisher nur noch die Hamburger Zeitung ist, wo sie blos unter ben vmmschien Nachrichten steht. ' Frankfurt, vom zs Iuny. In einem benachbarten Blatt liest mau in Betreff der deutschen Entschädigungssache ein Schreiben mn! Paris folgenden InnhallS: Das Säknlarisationspro- jekt.tst entworfen, bestimmt und genehmigt. Im Monat Iuly wird ein französischer Gesandter nach Regensducg kommen, um dasselbe nach dem Wunsch der dabcy intereßirten vornehmsten Mächte auszufüh- ren. Der Kurfürst von Mainz soll allein mir eil,:» gem Verlust geistlicher Kurfürst und Erzkanzler b!ei-- ben. Bey den bestimmten Entschädigungen soll, wie man spricht, ausbebungen ftyn, daß die Beamten und. Diener der Fürsten auch bey einem neuen Regenten ihre Stellen und Gehalt behalten sollen. Die Stifter sollen bleiben, aber nach und nach auSsterben und die Individuen derselben ihre bisherigen Ein» künfte noch fort beziehen. — Ein Hamburger Blatt vom 25/ d. sagt, es sey in Betreff der deutschen Angelegenheiten und der des Königs von Sardinien eint Konvention zwischen Frankreich und Rußland ge» schlossen worden. Frankreich. Paris, vom 26 Iuny. Es ist der neue EntsihädigungsEntwurf des Russi« scheu «nd Kölln gehen ganz rin. Kurmatnz bleibt urib behält Aschaffenburg zur Rcsidenz. Es echälc e-nige Befizungen von Wirzburg und Bamberg auf dem rechten Mainufer. Diejenige Kurmainzische Besizuu. gen auf dem rechten Main, welche von Höchst bei Frankfurt einschließlich bis nach Oberiahnstei» liegen, erhält Naffauusingen. Die Koadjutorlt aufChurmainz erhält der Erzber. zog Anton von Oestreich, der unlängst zum Koadjutor von Kölln und Münster erwählt worden war. Hessendarmstadt erhält einen Theil des HerzogthumS Westphalen, auch das an der Bergstraffe liegende Mainrische Oberamt Starkcndurg, Mit Heppenheim «nd Bensheim. Die z Reichs, und Hansestädte, Hamburg, Bremen und Lübeck, und die z Reichsstädte Frankfurt, Nürnberg und Augspurg sollen in ihrem Zustand bleib» n, alle andre Reichsstädte aber größero Fürstentümern untergeordnet werden. Toskana erhält Salzburg, Passau, BerchtolSga« den re. Pfa'zbaiern bebält sein Jnnoicrtel, und bekommt die Ttmle von Wirzburg und Bamberg, welche auf dem linken Mainufcr liegen, mir Alchstädt, und einem beträchtlichen Theil von Oderschwaben. — Der Fürst von Leimngen erhält seine Entschädig»-gen am Unken Mamnfrr, Kloster Amorsbach, Miltenberg, Obernburg, Slokstadt, Seligenstadt re. Jedoch sollen verschiedene Punkte erst noch zu Memel den beiden Monarchen vorgelegt worden leyn. — Man tagt, der Kais. Kön. Ministe-' Graf v. Cobenzl ha. be an dieser Unterhandlung ganz keinen Amheil ge« vommen. (A d. St. 3 .) Parts vom 27. Iuny. Der Kriegsminister hat unterm ih. b. dem rrstri» Konsul über den Fortgang der Arbeite» des Gen. Kriegsdepol Bericht abgestattet. Der erste Abschnitt, der die topogrophisHen Arbeiten begreift, handelt von den Karten des linken Rdemufcrs, Savoyens, Pie- monrs, Helvmcns, des Landes zwischen der Etsch und Adda, Balcrns, Schwabens und EgYprrnS, mit deren Ausnahme und Verfertigung man wirklich beschäftigt ist. Der Artikel in Betreff Bai«"A muret, wie folgt: Baiern hak nur urvollstänoige Materialien für seine Topographie. Die zur Rheinarmee gehörigen französischen Ingenieurs fiengen daher, wahrend bet letten F.lkzugs, an, dieses Land aufzvnehmen, «nd -er gegenwärtig regierende Kurfürst, voll Eifer und Geschmak sü>-jkde nüzliche Unternehmung in de« Wissenschaften u»d Künsten, har sich bereitwillig gezeigt, durch eine aus zg batertfchen und 8. franzöf. Inge», nicvrs bestehende Kommission dies« wichtige Arbeit foitsetzen zu lassen; dieselbe wird künftiges Jahr vollendet seyn, und dem Devot «ine nach bekannte» besten Methoden entworfene Originalkarte dieses Landes verschaffen Eine BafiS von 5. Stunden in der Länge ist auf eine sinnreiche Art und nm größter Pünktlich, keit gemessen, und Triangel, deren Schenkel bis auf 20 «stunden betragen, find mit nicht minderer Genau» igkctt angefügt worden; die Breite der Stadt Mün« chcn ist mit der nämlichen Sorgfalt bestimmt worden, und man fährt in den vörhigra Beobachtungen fort, um die Differenz ihrer Lange von der des Pariser Observatoriums zu finden. Die Höhe des baierischen Bodens im Verhältnisse zur Oberfläche VeS Meers wird auch eines der Resultate dieser wichtigen Arbeit seyn. R u ß l a n v. Petersburg, von, 8 I«ny. » Von der Fortsetzung der Reise Sr. Majestät des Kaisers sind folgende Nachrichten ringrlaufrn: In Narwa besuchten Sr. Mai. nach der Wachtparade die Kathevraiktrche und sodann das HauS, in welchem Peter der Große einst gewohnt hatte. Hier besahen Se. Majestät die daselbst aufbewahrten Merkwürdig, ketten, vir größteotheils aus Geschirr bcstehen, dessen sich gedachter unsterbliche Monarch einst bedient halte. Die Erinnerung an den Helden und die Dewuade» rung seiner Thatcn erregten Achtung gegen alles da-, was von ihm berührt worden war. Se. Majestät be» fahlen, daß' dies Haus, weicht- bereits äufferst bau, fällig wird, reparrrt und daß künftig alle mögliche Maasregeln genommen werben sollen, um dieß für alle Russen kostbare Denkmal zu erhalten. Nachdem Se. Majestät noch das RathhauS besucht, auch den Wasserfall bey gedachter Stavt, desgleichen die Säg» wühle in Augenschein genommen batten, setzten sie die Reise über Dorpat fort, und verweilten bey Ihrer Durchreise durch diese Stadt einige Stunden in dem Gebäude der Universität. Im großen Saal desselben hielten der Kurator der Universität, Graf Ma Muffel, und hierauf, in Bcyftyn aller Professoren und Eta« denken, der Professor Pa rot eine Anrede an den Mo, narchen, nach deren Beendigung der Kaiser die Uni» vcrfität seines Wohlwollens verScherte und sodann über Walk die Reise forlützle, wo elbst er übernachtete. — Nach einem im virigirendea Senat abgriefenen Rap, Port ist die Eröffnung gedachter Universität am verwichen«», z. «nd 4. May unter feierlichen Cerrmonten erfolgt.