Nro. 114 Pag. 457. Larksruher r 1 > t a g s. 1 8 «M WWM Zeitung. den 19 Z rr l y. 0 Z« Mit Rurfürsrlich Badischein gnädigstem PeivLlegio. Innhalt, Wienj Truppcnmarsch nach Italien. Aschaffenburg; Verordnung gegen Becker und Müller. Hrank, surt. Prag. Niederrhein; Franz. TruppenMarsche. Paris z Kayser Napoleon in Fvntaineblau. Depeschest aus Martinique. Friedenstöne aus Berlin. Ucker Persien. London; Mehrere Gerüchte von der Eroberung Jamaikas. Beunruhigende Nachrichten von Bvulogne, Deutschland. Wien, vom 6 July. Me Reisende, welche aus Tiro! und Italien am kommen, können nicht genng von den Truppenmärschcn Und dem starken Fuhrwesen auf den dasigen Landstraff sen sagen. Sie versichern, daß es für die Herausreff senden sehr beschwerlich ist, anszuweicheU, da in man, chen Gegenden die Straffen fast dnrchgehends mit Fuhrwerken und Menschen bedeckt sind. Aschaffenburg, vom iz Jul. Um das Publikum' unter den Folgen der gegenwärtigen künstlichen Frnchttheurung so wenig als nur lim Mer möglich ist, lclwn zu lassen, hat die kursürsik. Landcsdircktisn auf die strengste Polizcy gegen Bäcker Und Müller Bedacht genommen, «nd unterm Gestrigen verordnet , daß jeder Bäcker in de? Stadt Asehaff fcnburg einen auf 14. Tage hinreichenden Dorrath von Schwarz - und Wcißnwh! Key jeder Visitation ariszu- weiscU habe'. Jener Bäcker, dem nur das Mindeste «st diesem , bcv jeder Pelizcyvisitation, ohne irgend ein Murre» , ohne die entfernteste Anzüglichkeit , zu erweisenden Dorn-th von 14 Tagen fehlt, wird das erstemal, mit zügiger Thurmstrase, über den andern Tag bey Waffer und Brod, auf der Stelle mit des pünktlichsten vollstreckenden Gewalt cMgethürmt. Fehlt rin Bäcker das zweykemal gegen diese Anordnung, so verliert er ans der Steile nach der gleich eintretendest polizeilichen Erkenntlich —- das Backrecht auf 2 Monate , und sein Laden wird augrublickiich geschlosseu.- Fehkt er das drittemal, so ist deffen Backrecht ohns weiters auf der Stelle Verlohren. Frankfurt, vom iZ. Zuly. Se. höchfürstl. Durchl. von Hessen-Darmstadt habest der Stadt Köln eine Anzahl sehr interessanter Gegenstände aus dem ererbten von Hübschischen Kabinet «eöst den Donbletten gnädigst überlassen, auch das ererbte Wohnhaus derselben nyter der Bedingung zum Geschenk gemacht, daß dasselbe zu einem besonderst Schulhaus verwandt , und an jedem Neujahrstag, dem Sterbetag des Baron Hübsch 20 Rkhl-. an das Wohlthätigkeitsbürea» abgegeben werden. Die würtembergische Landschaft hat sich zu einer Kaution für den Äffcffor Baff erboten, Um die Freilassung desselben von der Solitude zu bewirken. Der regierende Reichsgraf von Wartemberg-RoH hat die Söhne des Herrn Grafen von Erbach'ErbaO- adoptirt. ( 488 > Prem , vom 24 In! y. Kraft der allerhöchsten Verordnung sind folgende Personen hier gestraft worden: Eine M.ezgersWittwe, die Kalbfleisch über die Taxe verkaufte, mit 48stundi- gem Arrest, die ersten 24 Stunden bey Wasser und Brod; ein Bäckermeister wegen schlecht ausgcbackenem Brod, das um 6 Loth zu leicht war, und sein Knecht, der aus Nachlösigkcit ein ganzes Gebacke Brod ver darb, jeder mit 10. Stockstreichen; und ein Hücker, der einen ErbseuVorrath verheimlichte, mit 12. Stock- Schlagen re. F r a n k re t ch. Niederrhein, vom n July. Diejenigen ftanz. Truppen , welche sich seit einiger Zeit am Unterrhein versammelt hatten, sind min befehligt, sich sammtlich an die Küsten zu begeben, und nicht an den Hbcrrhein zu marsehiren, wie anfänglich im Entwurf war. Dagegen sollen ans dem Innern einige Truppen an den Oberrhein aufbrechen, aber nicht, um, wie cs geheissen hattedaselbst ein Lager zu bilden, sondern um die Garnisonen mehrerer Festungen, die bisher sehr schwach waren, zu verstärken. Paris, vom r Jul. Die Stadt Marseille hat eine Deputation von 4 Gliedern nach Genua geschickt, um den Kaiser in ihre Mauern cinzuladen. - Man versichert, der Kriegsminister habe mehrere berübmte Generale in Paris versammelt, uw einen militärischen Kodex zu entwerfen. Nach Briefen aus Guadeloupe sollen dort viele reiche Prisen angckommen, und die ans St. Domingo erhaltene Nachrichten sehr beruh'gcnd scyn. Montags den 8 July um Z Uhr frühe, ließ der Kayser zu, Turin das 5tc Linien Regiment und das >yte Jäger - Regiment bis nm y Uhr manöuvriren. Er be-, stieg alsdann den Wagen mit der Kaiserin, und frühstückte im Kloster aus dem Cenisbergc. Um z Uhr Nach, mittags reiste Er ab, ' und kam Donnerstags Abends zu Fontainebleau an, nachdem Er 82 Stunden aus dem Wege zugebracht hatte. Er durchreiste alle Städte im strengsten Inkognito urter dem Namen des Ministers des Innern. Die Kaiserin hat vollkommen wohl die Reise ausgehalten. Gestern, den uten frühe begaben sich S. k. H. der Prinz Joseph, S. D. der Hr. Erzkanzler und die Minister, die in Paris waren, nach Fontainebleau. Am Sonntag wird I. kk. M. die Personen Ihres Hofes, und die öffentlichen.Beamten empfangen, welche Ihr die Aufwartung machen wollen. Madame, Mutter des Kaisers, wird in kurzem das Schloß Pont-sur Seine beziehen, welches ehemals der Prinz Lavier bewohnte. Man reparirt es Die Gesund' heit der Madame wird bald vollkommen hergestellt sey». Den 27 Juny hat man zu Toulon das Linienschiff le Volke, von 74 Kanonen, vom Stapel gelassen. Neben ihm liegt der Hannibal, ein im Gefecht von All- gesiras erobertes englisches Linienschiff. Aus diesem Schiffe würde man den Thron aufgeschlagen haben, wenn der Km''er nach Toulon gekommen wäre. Den 6 July. lief zu Bordeaux die Brick, der Linx ein , welche von dem kombinitten Geschwader abgeschickt war, und in 42 Tagen den Weg von Martinique zu- rückgelegt hatte. Der Kapitän und ei» Aidc-de-Camp, welche derNegierang Depeschen überbringen, sagen, daß die kvmbinirte Fwtte im beßtcnZustand auf Martinique angekommen ist, und beym Fort-Royal (24 May) die Anker geworfen hat. Man belegte auf der Stelle alle Schiffe mit einem Embargo. Die Fregatten Hortensia und Hcrmione hatten die englische Korvette Cyanne genommen , die der Sohn des Grafen von Eadogant kommandirte. Den Tag nach der Abfahrt des Linx sähe man den Felsen Diamant bombardircn. Den Tag vorher hat die Brick, le Furet, eine Pirogne unter dem Feuer der Batterien genommen, in welcher sich zwei- Offiziere der Garnison befanden. Da der Linx nahe an den Thurm von Lordonan, unweit Bordeaux, kam, sähe er zwey Schiffe, die vor ihm fuhren, von einer englischen Fregatte arretiert. Nachdem sie dieselbe vi- sitirt hatte, ließ sie sie gehen. Die Brick wurde durch einen Windstoß ihren Augen entzogen. Nach Berichten aus Berlin wird mit Ernst an die Wiederherstellung des Friedens zwischen und Frankreich und England gedacht. Man erstaunt nicht wenig, beider glänzenden Lage, worinn sich Frankreich gegen England befindet, zu sehen, daß der Kaiser der Franzosen, weit entfernt, aus der Muthlosigkeit und Verwirrung , welche in England herrschen, Nutzen ziehen zu wollen, sich mit den Bedingungen des Friedens von Amiens begnügen will. Dies vermehrt ungemein das Interesse, welches man anFrankreichsSache nimmt. . Ein Werk das eben erscheinen ist, gibt sehr interessante Notitzen über Persien, een Land, das in Asien von großer Bedeutung ist, und jetzt von einem -Fürsten, Fath Ali-Schach, regiert wird, der große Rcgenten- Eiaenschasten besitzt. Sein furchtbarster Nachbar sind nun die Nüssen, mit denen er wirklich im Kriege be-' griffen ist. Fach - Ali - Schach mag Z6 bis 57 Jahre alt seyn. Er besitzt eine richtige Urrhcilskraft , undviel Anmuth iizsei- nemAkussern.SeinGroß-Vezir, Nezza-Mirza, wird als ein Minister von dem größten Verdienste angefthen. Die Truppen sind zahlreich, voll Muths und Kraft, kennen aber gar nicht die curapaische Kriegskunst. Der jetzige König wünscht sie cinzusühren. Er scheint geneigt , die Handels-Spekulationen der Franzosen in seinem Lande zu begünstigen. Sie könnten, nicht nur wegen der Lanbes-Prodnkten , sondern auch wegen der Leichtigkeit, mit der man sich die Waa' rcn ans Indien , der großen Tartarey, dem Thicbcr und selbst aus China, mit welchem Persien in genauen Kommunikationen steht, verschaffen könnte , von großer Wichtigkeit werden. England. London , vom Z July. Vor 2 .Tagen hat man hier die Zeitungen von Nenyork, vom 21. bis 26. May erhalten , welche sammtlich die Eroberung der Insel Jamaika melden. Ein Artikel vom 21. May sagt folgendes: „ Der Kapitän der Aurora, FairchiA der aus der Havan- nah kommt, benachrichtigt uns, daß ein Eilbote von St. Jago die wichtige Nachricht dahin gebracht hatte, es sey eine sranz. spanische Flotte von 21. Linienschiffen vor Jamaika erschienen, und habe sie ausgefordert, innerhalb 24. Stunden sich zu ergeben. Der Kapitän Harraden, der in »2. Tagen aus der Havannah gekommen ist, hat dieselbe Nachricht bestätigt, und uns versichert, daß z Tage vor seiner Abreise mehrere Berichte daselbst angekommcn waren, cs habe eine franz. spanische Flotte von 21. Linienschiffen und 8* Fregatten im Norden der Insel Jamaika Truppen ans Land gesetzt, sich von z ziemlich schlecht verrhcidigten Forts bemeistert, und sogleich sich nach Kingstow» in 459 ) Marsch gesetzt. Den 5 . Iuny hatte Ser Kapitän Har« raden eine engl. KriegsSlvop angetroffen , deren Kapitän ihm sagte, daß die Französin von Jamaika Meister seycn. Diese Begebenheit hat, wie die Zeitungen erwähnen, grosse Sensation in den amerikanischen Staaten erregt. Eine einzige Zeitung vom 2 a. May setzte die Nachricht in Zweifel, aus dem Grund, weil sie unwahrscheinlich sey Da. dieß keine hinlängliche Ursache ist, um eine von 2 Orten her gegebne Nachricht für falsch zu erklären, so bewirkten die erst erwähnten Zeitungen hier eine grosse Bestürzung.. Heute lebt aber wieder eine Hoffnung auf, daß dennoch diese Nachricht falsch seyn könnte; denn eien verbreitet sich das Gerücht, ein Schiff, das ans St. Lueje «»gekommen ist, versicherte, jene Flotte habe sich v. Trinidad Meister gemacht, alsdann aber am 14. May, in der Nhcde des Fort - Royal anff Martinique, die Anker geworfen. Der Kapitän dieses Schiffs fügt bey, es sey eines unsrer Schiffe von zv Kanonen, als Flutte ausgerüstet, sammt dem Aviso, le Gyanne, dieser Flotte in die Hände gefallen. Diese Nachricht ist auf Lloyds Kaffeehaus augehestct-wordeu. Zu gleicher Zeit hat das Ministerium eine andre Nachricht bekannt machen lassen , daß neinlich Admiral Nelson mit n Linienschiffen am 2. Iuny auf Barbados angelangt sey. Wenn dem also ist, so könnte es zu blutigen Auftritten kommen, weil alsdann die vereinigten Geschwader der Admiräle Nelson, Lochrane und Daeres 21. Linien« schiffe stark wären. ... Die Nelsonsche Flotte war am 17. May zu Madera eingclaufcn, um Wasser und Lebensmittel einzunehmen, an denen sie einen gänzlichen Mangel litte. Sie hatte viele Mühe, sich dieselbe zu verschaffen,'und man glaubte, daß sie sich wenigstens vierzehn Tage wird haben daselbst aufhalten müssen. (Es ist demnach un, möglich, daß Nelson bereits am 2. Jnuy. kann auf Barbados angekommen seyn, wie es die Minister haben ausbreiten lassen.) Briefe, die man in Liverpool erhalten hat, versichern, die kombinirte Flotte sey am 25. May in der Gegend von St. Lucic geschehen worden, und habe auf die Kolonie loszustcumr geschienen. Fast alle Berichte geben die Stärke der Flotte aus 18 Linienschiffe,? Fregatten, und mehrere kleinere Kriegs- ( 4bo ) Fahrzeuge -n. Zn Barbados war man in dm größten BcsorgnUm. Das Martini-Gesetz war publicicrt worden. Ans Dominik, Grenada, traf man Vertheidigungs Anstalten, so gut man konnte. Admiral Dacres hatte nicht mehr als ein Linienschiff, 2 Fregatten und Z Sloops. Admiral Cvchrane hat sieben Linienschiffe.Diese Macht ist viel zu gering, um der kvmbinirten Flotte zu widerstehen. Dian kann nicht zweifeln, daß nicht Jamaika verloren sey. Zn diesen beunruhigenden Nachrichten gesellen sich noch andere^Ms Bouiogne, welche uns ebenfalls große Besorgnisse einflösm. Es sind daselbst feit vierzehn Tagen 10,002 Mann ans dein tnncrn Frankreich augekommen. Man erwartete ehestens den Kaiser. Zm Havrn von Boulogne liegen 1500 bewaffnete Schiffe, rmd fast eben so viele in den benachbarten Seehäven. wechfelkours von Frankfurt ^ a m M a i n. d. 16. Iuly. iZoZ. Briese. Amsterdam in Corrt . . k. Sicht. 136 ; desgl. . . . . 2 Mt. IZZ L Hamburg . . « . k. Sicht. 147 desgl. . . . . 2 Mt. 146 Augsburg . . . . l. Siebt. ,00 -Z Wien . . . . k.Sichs. 75 L dcSgl. . . . . 2 Mt. 74 z London . . . . 2 Mt. 143 4 Paris . . . . k. Sicht. 75 z desgl. . . . . 2 1780 74 4 Lyon . . . ?6 Leipzig . . . . . '- Bremen . « . . k. Sicht. Log Durlach. rSeide feil,!) Von dißjährig hiesig erzeugter feiner roher Seide, die sehr schön und zu -Strümps und Handschuhen dienlich;>si in Strängen zu ^ bis H Pfund, wie auch Doublons Seide, welche etwas geringer in der Qualität ist, bcy Unterzeichnetem zu haben. Allensallsige Bestellung.n erbittet man 4ch aber in Balde , ehe sämtlicher Vorrath ins Aus- faaö Mrhet. Dnrlach d. 16. Iuly 1805. Handelsmann Fesenbeckh- Strasburg. (Benachrichtigung.) In dem Unterzeichneter seine Carlsnihcr und Mannheimer Freunde be« nachrichkigt, daß er das hiesige neue Theater z» St. Stephan auf 6. Jahre gepachtet hat und sich folglich diese Zeit über beständig hier aufhalten wird, dankt er für alle ihm erwiesene Tyeilnahme , und bittet um fernere Fortsetzung derselben. Strasburg d. 18. Jul. -82Z. W. Vogel, < Schanspieldrrcktor. Bruchsal. (Versteigerung.) Zukünftigen ersten Anguff werden in dem hiesigen Schloßgartm eine Parthie QrangcrieBaumc öffentlich versteigert werden. Liebhabers belieben sich im Schloßgartm einzufindm. Circular. Anzeige. Zum allgemeinen Nutzen des Gewerbes eines jede« ^ Standes hat man sich entschlossen l, durch Ausgabe A dreier verschiedener zweckmasiger Werke dem Publikum ein Geschenk zu machen, dessen allgemeinen Beifall dv man sich schmeichelt. Diese drei Werke bestehen M drei alphabetisch geordneten Addreß-Büchern verfehle- ^ öener Stande, als: Einem Addrcß - Buch der KauslMte, Fabrikanten, Wcinhändlcr. Eines der Gast - und SchildWirthe.' Emes der Künstler und vornehmsten Handwerker'. Ri Um nun z» diesem zn gelangen, bleibt kein andrer, uu als der SubscriptionsWeg übrig. In Mackloks Hof« ltc buchhandlung in Carlsrnhe, welcher man den Anstrag be dissalls ertheilt, bittetchitza» sich namentlich zu unter« u> schreiben. Die Herren Kanfleutc bemerken hiebcy Ihre ge HandlungsArtikek. Die Gasiwirthe Ihre Schilde t nu und die Künstler, Handwerker Ihre Gewerbe. Alle D dreh Stande können auf das Werk, das heißt, auf A jeden Theil besonders mit 48 kr. gleich bey der Unter« s« schnst pränumcnren, wofür srlches bis lüi st. Monat üb Januar «826 verabfolgt. Wer nicht pranuincrirt und es wi zu haben wünscht, erhält es dann für 1 fl. z6 kr. de von uns, oder in der nächsten Buchhandlung m Direktion der Litteratnr- Gesellschaft n zu Ludwigsbnrg. g-> w ei