Nro. i 20 Larlsruher Montags. , 8 MZWMW MW «W »MR Pag. 48r. Zeitung. den 29 I u l y. 0 5. Mit Rurfürstlich Badischem gnädigstem Privileg»-. Innhalt. Linz > Kriegsauffichten. Regensburg; Minister Bacher übergibt an.» Reichstag 2 Noten, Wien j Rekrutirung der Armee. Häufiger KourierWechsel. Ansbach; Aussicht zu einer reichen Erudte. Nürnberg» Theurung in Franken. Stuttgardt; Gute Erndte und WeinleseAussicht. Berlin! Prozeß der Herzogin»» von Kurland gegen den Prinzen Biron. Bcylegung der Zwistigkeiten mit Schweden. Paris; Nachrichten aus Egyp- tcn. Haag. London. Vermischte Nachrichten. D eutschla nd. Linz, vom iz Julv. Unsere Hoffnungen zur Beybehaltung des Friedens werden mit jedem Tage schwacher. Alles nimmt durch, aus ein so kriegerisches Ansehen, daß inan fürchten muß, die Feindseligkeiten sehr bald ansbrechen zu sehen. Die Märsche und Contremarsche dauern uuanshörlich fork- Das hier bisher gestandene Regiment Kinsky marschir- te über Klagensurt in iz Marschen und 4 Rasttagen- In nächster Woche kommen die Regimenter Bemmen und Kayscr Infanterie hierher zum Stationircn. Kegensburg, vom iy Jul. (A.d.F.Z.) Von dein Kaiser!. Französische» Geschäftsträger Bacher sind hier zwei Noten übergeben worden. Die eine von» 2,8 Jun. ist an die Gesandten derjenigen Höfe abgegeben worden, welche ehemals Besizm.gen aus dem linken Rheinuser hatten, und bei denen Französische Agenten accreditirt sind. Sie enthalt ein Verlangen der Französischen Regierung, die. die jenseitigen Besizungen betreffenden, ArchivalAkten ungesäumt auszuhändigcn, ober, wo solche noch gemcinjchafMche Gegenstände betreffen, die Trennung mit vereinter Zusammensicht zu bewerkstelligen. — Die andere vom 1. Jul. ist an diejenigen Stände gerichtet, welche nach Maasgabe des 37. §. des DeputakionSschluffes solche Güter besitzen, die ehemals jenseitigen geistlichen Cor- poratiouen zugehörten, deren Corporativnen auf dem jenseitigen Ufer Besitzungen hatten. Die betreffenden Stände werden zu einer gemeinsamen Vereinigung über gewisse Grundsätze uu'ter der Voraussetzung eingeladen, daß die Anwendung dieser gesetzlichen Stelle nur vom 1. Dcc. 18^2. an Statt haben könnc- wicn, vom 18. Jul. Man spricht von einer Rekrutirung, welche nach, ftens in den kaiserl. Erbstaaten vorgcnommen werden soll, um die Kapitulanten die seit einem Jahr abgcgangm sind, zu ersetzen, und dir Regimenter wieder zu ergänzen. — Die Getraideselder und der Weinstvek stehen in ganz Oestreich ungemein schön/ und nun haben wir auch nach langer unangenehmer Witterung schöne warme Tage. Man hvft also auf eine gesegnete Äernd- le, und einen ergiebigen Herbst. Dcy den neulich hier ausgebrocheiien Unruhen, kam gleich am folgenden Tage der Kaiser aus Baden hier ( 48r ) an, Er ritt gerade aus das Volk zu. Seine Gegenwart gebot die plötzlichste und größte Stille. Er redete das Volk aussersi gütig an, versprach demselben, seine Klagen augenblicklich zu untersuchen, und wen« sic gerecht waren, solchen abzuhrlftn. Alles wurde durch das väterliche Betragen des Kaisers hingerissen, und von der ganzen Menge umringt, wurde er in die Burg begleitet, unter unaufhörlichem Rusen: Es lebe unser guter Kaiser! Die Ungarn haben erklärt, im Fall eines Kriegs« 200,020 Mann ausser Landes und 52220 Mann im Lande zu stellen, unter der Bedingung, daß der Tkce- kvnig sich an ihre Spitze stelle. Dieser Prinz hat sich bey ihnen sehr beliebt gemacht. Kürzlich ist der Hosrath Eibel, bekannt vorzüglich durch die Schrift; Was ist der Pabst? mit Tod ab» gegangen. Wien, vom iy. Jul. Der häufige Courierwechsel zwischen dem Wiener und andern Höfen wird noch immer unterhalten, von welchem man wissen will, daß er nicht nur der Ruhe auf dem festen Land eine längere Dauer zu geben, sonder auch die baldige Herstellung eines allgemeinen Friedens in Europa zur Absicht haben solle. Man fegt aufs Neue, daß Se. kaiserl. Mas. gesonnen seyn sollen, den Staatsrath nach dem Fuß, wie er unter der Kaiserin Maria Theresia bestand, wieder herzustellen, denn dem Erzherzog Rainer den Vorsitz desselben zu übertragen und ihm den Minister, Gr. von Chotcek, an die Seite zu geben. Vor einigen Tagen ist der rufs. Fürst Dolgoruky mit 4 Wagen hier angekommen, wo derselbe den russ. Grafen von Winzingerode noch getroffen hat, welchem eine zugestoßene Krankheit noch nicht gestattete, von hier abzureisen. Ansbach, vom 22 Jul. In dem ganzen Fürstenthum Ansbach, stehen die Feldsrüchte besonders schön und versprechen eine reichliche Erndte. Auch gibt es in unsrem Land noch einen beträchtlichen Vorrath an Getraide, womit wir den Bedürftigen dienen, denn diß ist der Wille unsers Monarchen; allein kein Wucher darf damit getrieben wer- -vn. Unsre Regierung hat auch schon im Namen des Königs erklärt, daß sie mit den Kornwucherern, im Fall sie auf preuß. Grund und Boden getroffen werden, ohne Nachsicht nach alier Strenge der Gesetze verfahren, und sie mit der empfindlichsten Zuchthausstrafe, oder wohl gar mit dem Strang bestrafen werde. Seit dieser Drohung fliehen die schwäbischen Kornwucherer unser Laud, und wenn sie glauben aus unsre Grenze zu kommen, so erkundigen sie sich genau vorher, wenn sie nicht durch einen preuß. Adler a» einer Grenz- saule erinnert werden, denn sie trauen der Strenge unsrer Gesetze nicht. Es wäre zu wünschen, daß alle Fürsten gegen diese Raubthiere, besonders an der ärmer» Klasse der Menschheit, mit gleicher Strenge verfahren möchten. Nürnberg- vom 22. Jul. Die täglich zunehmende Thcurung in Franken drückt hart, besonders auf die mittlere Volksklasse. Man sieht freilich einer ungewöhnlich gesegneten Erndte cnt- cntgcgen, indessen müßte man bepnahe alle Hoffnung zu einer Erleichterung aufgeben, wenn bcy der schon so starken Ausfuhr cs sich bestättigen sollte, daß die Kornjuden — das Korn auf drm Felde schon aufkaufen, In den franz. Nhei-idepartcmei-ten und in der Schweiz ist weder Mangel noch Thcurung. Eia Schweizer Blatt, stellt eine Paralelle zwischen dem Vrodprtts in der Schweiz und jenem in Deutschland und wundert sich darüber, wie dieses erste und noth- wendigste Lebensbedürfniß in letzterem Lande so theuer seyn könne, wahrend man sich es in Per 'Schweiz , welches bekanntlich nichts weniger als ein Kornland ist, um einen so billigen Preis verschaffen kann. Schreiben aus Stuttgardt, vom 24. July. Die Weinblüthe ist glücklich vorüber gegangen, die Wri-flocke hängen voll Träubchen, und wenn jetzt warme Witterung eintritr, so sehen wir abermals einer ergiebigen Weinlese entgegen. Die Gctraidcfelder könnten nicht schöner stehcn. Obst giebt es auch, doch fällt es häufig ab. Der älteste Mann erinnert sich keines Frühlings, wo cs so vielUngezicfer gegeben hätte, als im jüngstverfioffenen. UnweitStuttgard nahm ein Landman» ein Naupennest von einem hohenBaum herunter, das er anfänglich für ein Elstmmest gehalten hatte. Die auf- < 48Z ) fallende Grösse desselben bewog ihn, die Raupen zu zählen, und er fand deren über vierthalb tausend. pcrussen. Vertu, vom 17 Jul. Die Töchter der venvittwetcn Herzogin von Curland haben in St. Petersburg einen wichtigen Proceß gegen die Prinzen Biron gewonnen. Er betrifft für ungefähr 2 Milt. Allvdialgüter, welche der verstorbene letzte Herzog Peter von Curland an die Kaiserin Katharina verkauft hatte, welchen Verkauf die Prinzen Biron an- fechicn wollten. Wegen dieses Protestes war der berühmte kön. geh. ObcrFmanzrath, Hr. von Göckingk, als Vormund, der cnrlandischen Prinzessinnen, nebst dem Herzog!, curland. geh. Rath, Hrn von Piattoli, seit einigen Monaten in St. Petersburg gewesen. Bepde sind nun von daher zurückgekommcii; aber Hr. von Piattoli geht jetzt mit Sr. Exceü. dem Grasen von Novosützvff, wieder nach Sk. Petersburg zurück, um einige Geschäfte der eurlandischcn Prinzestinnen dort noch zu besorgen. Die zwischen unscrm und dem schweb. Hof bisher bestehende» Mißheliigkeiten sind fast beygelegt; man erwartet .nächstens einen neuen schwed. Gesandte« am hiesigen Hvsiager; wer aber vom hiesigen Hofe nach Schweden gehen werde, ist noch unbekannt. Frankreich. Paris, vom iy July. Man erwartet in der Mitte dieses Monats den Kardinal Kaprara hier zurück, um ferner als Legat L I-tere des päpstliche» Stuhls daselbst zu rcsidiren. Man hatte zu St. Cloud Anstalten getroffen, welche anzuzeizen schienen, daß S. M. der K. u. K. sich an die Küsten begeben würde. Gestern frühe war Hvchstder- seibc noch nicht abgemst; aber man erwartet, daß es bald geschehen weyde. Man wird nicht müde, ei.rc so erstaunliche Thatigkeit zu bewundern. I. M. scheint keine Ruhe genießen zn wollen, bis Frankreich keine Feinde mehr hat, und Sie neuerdings Europa den Frieden wird gegeben haben. Man schreibt aus Bordeaux, daß der Kaper, die Henriette, weicher durch die Herren Nep und Bonnard, Handelsleute dieser Stadt, ausgerüstet worden, ein englisches Schiff mit 6002 Küsten Theeri geladen, genommen, und auf der Reunions-Insel aufgebracht Hat. Man schlägt den Werth dieser Prise auf z Mill. an. Man fährt fort, eine ungeheure Menge Schiffsbau- Holz aus dem Soignrr Forst nach Brüssel zu bringen, von wo man es auf dem Kanal nach Antwerpen tranS» portirt. Die Werften zu Antwerpen sind in der rastlosesten Thatigkeit, und es sollen in diesem Sommer drey Linienschiffe vom Stapel laufen. Nachrichten ans Aegypten zufolge, die man zu Kon- stantiiwpel erhalten hat , möchte wohl die türkische Flotte zu spat ankommen , und Alexandrien bereits in der Gewalt der Mameluken seyn. Eist - Vey, der an der Spitze der Mameluken steht, ist derselbe, der sich lange in England aufgchaltcn hat. Man kann nicht zweifeln , daß er nicht nach englischen Instruktionen handle, und daß nicht die Engländer ei» Truppcnkorvs zu Alexandrien ans Land setzen werden, sobald die Mameluken Meister dieser Stadt sind. Also , in demselben Augenblicke, wo das brittische Kabinet sich stellt , als wolle es einen Traktat mit der Pforte ncgoeiiren, befchützt und unterstützt es öffentlich einen Rebellen I. H. weicher nichts geringeres im Schilde führt, als Aegypten unabhängig , oder vielmehr zu einer englischen Provinz zu machen. Man sagt, Elfi - Bey habe aus England beträchtliche Summen mitgebracht, und man hat Ursache zu glauben, daß er sich mit Hülfe dieses englische» Golds Einverständnisse in Alexandrien verschast hat. Holland. Haag, vom iZ July. Wie man vernimmt, ist unsere Eseadre im Lexel unter dem Admir. de Winter ausgelaufen. Sie hatte 3 Regimenter, nämlich 2 franz. aus dem Lager bey Zeist und ein batav. von Bergenop-Zoom unter Com- mando des Gen. Marmont am Pord. Die Eseadre ist aber an demselben Tage wieder eingclauftn. Die Absicht dieses ersten Auslaufens war bloß, die Truppen an die Manöver zu gewöhnen und das Auslaufen selbst zu versuchen, welches wegen der Sandbänke zwischen dem Helder und der Insel des Tcxels mit vielen Schwierigkeiten verbunden ist, da nur ein Schiff nach dem andern absegeln kann. Ueber das Gerücht, daß der stanz. Kriegsminister Berthier beym Texel gewesen sey und er- < 4«4 ) «e Cönferett; mit deck Gen. Marmont gehabt habe, hat man bis jetzt nichts Näheres vernommen. England. London, vom iz Jul. (Fortsetzung.) Hätte Admiral Nelson zu Barbadoes nicht die fal' sche Nachricht erhalten, daß die vereinigte feindliche Flotte Trinadad eingenommen, so' würde er wahrscheinlich gedachte Flotte noch bcy Martinique.getroffen haben. Aus dem Diamant-Felsen bcy Martinique, welcher von den Franzosen genommen worden, kommandirte engl. Seits der Seckapieän Maurice. Aus gedachtem Felsen waren nur so viele Seesoldaten, als sich am Bord einer KriegsSloop zu befinden pflegen. ContreAdmiral Sticrling ist mit dem Linienschiff Glory von y8 Kanonen von unsrer Kanalfiotte abgesandt worden, um unsre Eskadrc vor Rochcfort zu kommandiren. Gibraltar, vom 6 Juny. Die hiesige Garnison befindet sich vollkommen gesund. Viele Familien haben indcß schon Gibraltar verlassen, aus Besvrguiß, daß das gelbe Fieber hier wieder ausbrechen möchte. Dieser Tagen sind Z amerikanische Kanonen - und i Mörscrboot angckommen, welche aufs herrlichste ausgerüstet sind und gegen Tripolis gebraucht werden sollen, wenn sich der Bey nicht zum Frieden bequemt. Der Ocnlist Phipps besucht itzt täglich den König. Nach der Prorogirung des Parlaments wird, wie man vernimmt, eine neue Crcirung von Pairs statt finden, Sir William Scott, Sir Charles Morgan, Sir H. Miidmay und Herr Lygvn werden, dem Ver- nehmen nach, diese neue Würde erhalten. Vorgestern, am 12., waren 6Pa-theyen von Gcntle- mens bey dem Minister versammelt, um ihre Anerbietungen zu der neuen Lotterie zu machen. Die Herren Richards»»» , Goodluck und Comp, und Swift und Comp erhielten sie, das Loos zu »7 Pf. Sterl. ? Schill y Pence. Die Lotterie wird aus 25,000 Loosen bestehen und ihre Ziehung im Sept. anfangen Zu WH'lstable ward dieser Tagen ein feindlicher Spion arretirt und nach London gebracht. Nachrichten aus Jsle de Franee vom ar. Merz zu» folge, kreuzte die Eskadre des Adm. Linois wieder in den ostindischc» Gewässern, und bey Jsle de France erwartete man eine engl. Eskadre. Aus St. Helena wird unterm n. May gemeldet, daß 8 Schiffe im Gesicht waren, welche man für die aus Bengalen nach England bestimmte Ostindienfahrer hielt. Am y. dieses kam der Kaper Lord Nelson zu Plymouth mit 2 angchaltnen Schiffen an, nämlich mit dem Preuß. Schiff Isis von Bordeaux nach Emden, und dem Dänischen Schiff Venns, von Sevilla nach Emden bestimmt. Vermischte Nachrichten. Da die nunmchro zu Ende gegangene consiitutionelse Sitzung der schwer;. Tagsatzung in Solothurn auf un- bestimte Zeit verlängert worden »st, so glaubt man allgemein , daß cs wegen des wichtigen Antrags geschehen scy, welchen man von Seiten des franz. Ministees täglich erwarten muß. Um das Tuch wasserdicht zu machen, hat inan ausfindig gemacht, daß Seife und Tischlerleim in Wasser aufgelöst, mit einer Auflösung von Alaun, und einem nochmaligen mäßigen Zusatz verdünnter Schwefelsäure zu dem Bodensatz, diese Wirkung hervorbringen., Wechselkurs von Frankfurt a m M a t n. d. 26. July. 1805. Amsterdam in Corrt. . k. Sicht. Briefe. -36 L desgl. . . . . 2 Mt. ' 5 1 Hamburg . . k. Sicht. 146 L desgl. « . . . 2 Alt. 146 Augsburg . . . . k. Licht. -oo -z Wien . . . k. Siche. 75 desgl. . . . 2 Ml. 74 L London . . . 2 Mt. 14z Paris . . . . k. Sicht. — desgl. . . . . 2 I 7 so 74 4 Lyon . . . . . . . 76 t Leipzig . . . - . . — Bremen 107 z Geld. 74 Z