Nw. izr Pag. ;zz. zahlt auf f kr. Mü» ,'seiir dieff l 'wo- gen- sera unz. hsel! kur- Ha- hftk wc^- bar d, ilew l chl- arff tew irge ia-' >uf eil sel rr' i >a- ew sc l> Larlsruher Montags. i 8 chHMMMM - »MM «MW Zeitung. den 19 A u g u st. 0 z. Mit Rmfürstlich Badischem gnädigsteni privilegio. Jnnhalt Wien; Cvnrierwechsel mit Petersburg. Paßawaudoqlu erwacht auch wieder. NeutralitatsDerla- tation. Frankfurt; Garnerins vorzuhabende Zyste Luftreise. Paris, konden; Neue Depeschen des Viceadinirals Calder. Cadix; Admiral Nelson ist wieder aus Wcstindien zurück- Venedig; Kriegsauffichten LivornoSchröck- liches Erdbeben in Neapel und dasiger Gegend. Constantinopel; Ünruhen i» Romelien. Paßawandoglu- handelt wieder feindlich. ist wegen Milchverfalschung mit 8 Ruthensirucheii ge.D eutschland. Wien, vom 7 Aug. Der Kourierwechsel mit Petersburg wird von Lag zu Tag starker. — Der bekannte russ. Admiral, Prinz von Nassau Siegen , ist vor Kurzem von Lcmburg nach Petersburg aufs schleunigste abgegangen. Der berüchtigte Paßawandoglu trifft wieder kriegerische Zubereitungen, vermuthlich, um die in der Türkei) herrschende Anarchie und die Mit starken Schritten heranna- hcnde Auflösung des muselmän. Reiches zu seinem Vor. lhcile zu benutzen. — Dem Vernehmen nach hatten Unzufriedene in Constantinopel einen Anschlag aus das Leben des Großherrn gemacht; der rnff. Botschafter, Gras Italinsky, wurde aber zur rechten Zeit davon unterrichtet. Die hiesige Polizeydirection gehet noch immer gegen die Becker und Müller, welche schlechtes Vrvd und Mehl liefern, und gegen die Metzger wegen satzuttgs^ widriger Zugabe, sehr scharf zu Werke. So wurden wieder mehrere theils um Geld, theil mit einem 8tä- gigen mit Fasten verschärften Polizeyhaus Arrest, und andere mit Stockstreichen bestraft. Auch ein Milchweib züchtigt worden. Man spricht von einer neuen NeutralitätsDeclarati' on, die unter gewissen Umständen erfolgen dürste. Der stanz. Gesandte läßt hier jetzt einen Theil seines Hotels neu meubliren. Frankfurt, vom iS Aug. Hr. Garncrin kündigte hier schon seine auf den S Sept. zu haltende zy Luftfahrt an. Er verlangt eins Subscription von 5000 fl. welche bis zu Ende August geschlossen seyn muß. Die Subscriptionsbillets sind zw einer ganzen für den ersten, u. einer halben Krone für' den zwchten Platz. Frankreich. Paris, vom 12 Aug. Der Moniteur sagt heute in einer Anmerkung zw einem englischen Zeitungsartikel über das Seegefecht vom 22 Jul. „Die Hoffnungen, welche aM Ende dieses Artikels qeauffert werden, (daß nämlich Vizeadm. Calder das Treffen mit Vorthcil werde haben erneuern können) sind vereitelt worden. Sir Calder hat mit seinen iZ Schiffen das Weite gesucht; die komblnirten Es- ( ZZ4 ) kadrensind Meister des Meers, und können ihre Operationen verfolgen. Mit den taktischen Behauptungen dieses Journals hat cs die nämliche Bewandniß, wie mit seinen Vcrmuthungew Es ist nicht wahr, daß die zwei spanischen Schiffe die Segel gestrichen haben; sie hatten in ihrem Takclwerk gelitten, und, da die kombiniere Flotte den Wind hatte, sind sie während der Nacht in die feindliche Linie gerachen; das nämliche hatte den 'drei entmasteten englischen Schiffen begegnen können; wenn diese Eskadre im Winde gewesen wäre, würden sie wahrscheinlich in die Linie der kvmbinirteu Eskadren gerathen seyn.^ pärns. vom 'z. Aug. Am iw d. hak Kaiser Napoleon die Division des Gen. Hilaire im Lager des rechten Flügels '(bcy Voulogne) gemustert. Gestern ist der Divisivnsgeneral Staatsrath Dessol- lcs von hier nach Boulsgne zu dem Kaiser abgerciset. Ein Theil der Schauspieler des Vandevilie-Theaters ist vorgestern eben dahin abgcgangcr. Der ehemalige Herzog von Fitz James ist vi gestern , etliche und üo Jahre alt, hier gestorben. England. London, vom 5 Ang. Der Kutter, der Nil, und dgs Kriegsschiff, Malta, die zu Plymouth angekommen sind, haben neue Depe- scheü vom Viecadmiral Calder üb er bracht. Die Regierung hat zwar von diesen Depeschen nichts bekannt machen lassen; aber man weiß, daß nach denselben Sir Calder die kvmbinirte feindliche Flotte aus dem Gesicht verlohrcn hat, ohne ihr ein neues Treffen haben liefern zu können. Man denkt nicht ohne einige Unruhe daran, daß die kombiuirte Fiotte in Ferrol eingelaufen, und sich mit der dortigen Eskabr. ».reinigt haben könnte; man findet cs jedoch wahrscheinlicher , daß sic ihre Richtung südwärts genommen haben mvgte, und hoff, daß auf diesem Weg Nei,on und Collingwood auf sie stoßen werden. Lord Spencer ist an Bord der Fregatte, die Unsterblichkeit, nach der Küste von Voulogne abgesegelt, um die dortigen feindlichen Anstalten und Bewegungen zu rekognoscircn. Sir Home Popham hat das Kommando des Dia- dem's, Lnienschlffs von 64 Kanonen, übernommen. July. Morgens in den Hafen St Gibraltar ciilgelaufc!!. Am 2z diß segelte er von da bo, nach Tekvan ab: und gestern kam er aus der McerEnge kn: schon wieder heraus. Wohin er nun geht? weiß man wie nicht. Seine Mannschaft hat sehr an Wasser und ter Speisen Mangel gelitten. Er schloß deßhaib in der Er Eile mehrere Kaufe, um sich wieder mit dem Nöthi- D gen z» versehen. sie, Italien. G Venedig, vom 2. Ang. S Es scheinen sich neuerdings trübe Wolken über Jta- zu licn zu sammlen. Die Duppenzahl vermehrt sich, die D Festungswerke sowohl hier, als auf dem festen Lande ich werden ausgebeffcrr, ohne daß inan jedoch die Ursachen be zu allen diese» Vorkehrungen errathen kann. Möge m rin guter Genius abe Wolken zerstreuen, und uns die Lc Früchte des Fliedens noch lange geniesten lasten! g„ Li.orno, vom 2 Ang. Z> In unserm Hasen ist eine neapolitanische se! Pinke eingelaufcn, die Vico aguense (bcy Sor« A rcnt) am 29 Jul. verließ. Der Schifshcrr Joseph ai Staracc erzählt, am Abend des 26 Jul. um 2 Uhr E italien. Zeit habe man dort einen fürchterlichen Wind- schüttcrung verspürt. Dem Vmiehmen nach habe die- T selbe an der ganzen Küste geherrscht, und die Folgen ß scyen sehr bedeutend. Nach der Aussage von Augen- L zeugen lagen zu Neapel die ituppei von S. Anna di n Palazzo und mehrere Hauser auf dem Boden, zu Ca- h pua solle die Militär Kaserne über die darinn wohnen- u den Soldaten zusammengesiürzr seyn, und zu Vico g aqucwse selbst waren , wie der Schiffer mit ei- b genen Augen gesehen hat, 4 Häuser von Grund aus v zerstört, und viele drohten den Einsturz; die erschrek- c ten Einwohner waren aufs Land geflohen. Man § > t 53Z ' erinnert sich zu Dies aquense noch sehr lebhaft an die traurigen Folgen des Erdbebens von 1694. Hier nähere Berichte aus Neapel ,vom 27. Jul. Wir haben heute eine schrekensvvlle Nacht erlebt. Ich war zu einem Abendessen geladen, und hatte meinen Bruder krank zu Hause gelassen. Die Speisen waren schon auf dem Tisch, und es wurde nur noch - rin Freund erwartet. Auf einmal schwankte müu Stuhl, es schwankte der Boden unrer uns; das Haus bog und drehte sich nach allen Seite» , die Balken knarrten, die abgeivüen Steine und der Sand fielen wie ein Ha.ei mit Geräusch auf uns herab. In fürchterlichem Staunen riefen n ie einander zu: Erdbeben! Erdbeben! Es waren mehrere Sekunden vergangen. Die Stoffe wurden heftiger , vielfältiger; die Glocken ficngcn von selbst an zu tönen, das Haus schien seinem ! Einfall nahe. M. nahm feine Frau, ich hinterher. ^ Sie stürzte ohnmächtig auf der schwankenden Treppe zusammen, ich schrie nach Hülfe, und eilte nach dem Bette meines kranken Bruders. Wie em Blij schoß ich durch die Straffen. Die fortdauernden Swsse beflügelten meine Schütte. Aber welcher Anblick unterwegs! welcher Anblick auf unscrm Piazc! (dem Largo del Cast l!o.) Züge von Weibern, mit Kindern an der Hand und Brust, raunte» diesen und andern Zufluchtsorten zu. Welches Geschrei), welches Gewim sel! In der Angst und Verzweiflung zerrissen sich die Armen die Haare, schlugen sich mit geballten Fäusten an die Brust, und forderten mit wildem Ungcstnmn, Schn; und Hülfe von ihren Heiligen. Der erste Stoß mag 10 Sekunden gedauert Halen, noch 5 Sekunden langer, und Hunderte von Häusern lägen in Trümmern- Es folgten mehrere, aber schwache Stoße nach. In unser», .Hause, und überhaupt i» uuftrm Quartier, (um das Largo del Castello herum) ist es nicht so fürchterlich gewesen. Verschiedene Familien hatten sich zu mir geflüchtet. Die Häuser melnercr unserer Freunde haben gelitten. Einige Häuser sind ganz eingefallen; andre fürchterlich beschädigt und unbewohnbar geworden. Nur wenige Menschen sind ummkommen. Der erste heftigste Stoß erfolgte wenige Dünnten nach 10 Uhr. Die Lust und der Himmel waren rein und heil. Das Meer war anfangs ganz ruhig, wie Oel, nachher erhob sich ein frischer Südwind. Der Vesuv verhielt sich ganz stille. Er warf nur daun und w-anrWogcn von F.u.r .'Us , wie er schon seit mehreren Wochen thut Alle Piazc der Stadt waren mit Menschen angefvllt. Man sah ganze Familien ängstlich bcyftn iwn sitzen. Andre befanden sich in den Wagen und alle krachten die Nacht im Freien zu. — In Avlvja, Eapua, Easetta waren die Stoffe heftiger, und haue» folglich mehr Schaden angerichtet. Die königi. Familie brachte die Nacht unter Zelten im Schioßhof zu. Der Erbprinz befand sich in Caserta, und flüchtete sich ebenfalls ins'Freie. — Alles ist in der bangsten Erwartung, ob sich die Srene nicht heute wiederholt. Mau wird in jedem Falt die Nacht wieder im Freien znbringen. Niemand will im Haufe bleiben. — So habe ich nun ein Erdbeben triebt. Es ist eine fürchterliche, unbeschreibliche Naturscene, die auch den Herzhaftesten ziitean machen kann. Aus einen, andern Schreiben vom 27. Jul. Gestern war ein hüffer, aber heitrer Tag. Gegen Abend kam ein frischer Wind. Zwey Stunden und lz Minuten nach Anbruch der Nacht kam der erste und heftigste Stoß, welcher mit 8 schwächer,, ungefähr eine Minute dauerte, und in vielen stärker« aufhörte. Plötzlich >ra en alle Platze mit Menzchr» und Wagen bedeckt; die Glocken läuteten von den Stoffen zusammen. Ich lag etwas unpäßlich aus dem Bett, da hörte ich auf einmal die Fenster sich stark schütteln. Ich sprang auf und stund unter der Thüre still; da die Stoffe aber fvrtdauerken, suchte ich meine Familie aus. Durch 5 Zimmer folgte mir der Schrecku, nach, und ich bemerkte mir Grausen die Riffe in den Mauern, die umgestürzten Stühle und Tische. Wir fanden uns alle in einen, weniger gefährlichen Ort zusammen. Eine Stunde spater verspürten wir einen neuen, aber kurzen, und mehrere Stunden noch später cincn kü rp.ru , aber doch fühlbaren Stoß. Erst diesen Morgen hat man den Schade» erfahren, den es verursacht hat. Viele Hauser sind „iedergeflürzt, noch mehrere stark beschädigt. Jedermann ist in Bewegung, die dem Einsturz nahen Gebäude zu leeren, unter dey znsam- mengcstürzten unter dem Schutt das Eigenthum hervor- zngraben. Auch die stärksten Gebäude litten, so wie ( 5z6 ) sie der Stoß traf. Der königl. Pallast in Cafcrta, der starke Thurirr von Santa Chiara, die Pyramide von Gesu nuovo haben gelitten. Am stärksten haben gelitten die Kirche von Sk. Maria degl'Angeli, die- von St. Paolo Maggiore, von St. Domenico in So ria, die Santia, Pietra Santa, St. Giorgio und andre. Im Pallasi des Herzogs von Corigliano sind mehrere Menschen umgekommen, über welchen die Decke von einigen Zimmern zusammengestürzt ist Ich blieb im Freien bis gegen Morgen. Da erschienen viele Prozessionen von Frommen. Noch weiß man die Zahl der Todten nicht .; was bas schlimmste ist, ist, daß der Vesuv kein Feuer mehr auswirst, wie er diese Tagen her gethan hakte, und eine Wiederholung der Schrcckensscene fürchten läßt re. Nach andern Nachrichten gab es im Theater von St Carlo die größte Verwirrung. Eben war cs zim- lich voll Menschen, als es sich durch die Stoffe bewegte. Jedermann glaubte, die Decke würde einstür- zen. Viele drängten sich nach den Ausgängen; die Meisten im Parterre suchten sich in die Logen hinauszuschwingen. Die in den Logen waren, suchten es zu hindern — so entstund eine Verwirrung, über der die Dekorationen Feuer ergriffen, und mehrere Menschen umkamen. Auch in Rom wurde das Erdbeben, ungefähr eine halbe Stunde später, Mich stark verspürt, that aber keinen Schaden. T ü r k e y. Ronstaniinopel, vom 15 Jnly Ans Nomelien ist die Nachricht cingegangcn, daß die Räuber sich daselbst sehr vermehrt haben, die Städte Adrianopel und Nodosto eingeschloffen halten, und sie mit der Einnahme bedrohen. Es ist daher dem Pascha von Albanien wiederholt befohlen worden, seinen Marsch nach jener Provinz zu beschleunigen. Ans der andern Seite hat der Paßawand-Oglu einen feindlichen Einfall in Ruschtschuck gemacht, und nicht nur den Ort, son- bern auch die umliegende Gegend geplündert und verheert. Ans diese Nachricht soll der Großherr beschlossen haben, eine starke Abtheilung regnlirter Truppen mit hinlänglicher Artillerie gegen diesen Rebellen zu senden. Durch einen Kourier aus Egypten ist die offizielle Nachricht an die Pforte gekommen, daß der Scib-Aly, Chef der Arnauten, es versucht habe, seine Truppen durch Versprechung einer großen Summe Geldes zum Aufstand gegen den Hourschid-Pascha, zur Ermordung desselben und zur Bestürmung der Citadelle, in welcher sich Vieler mit den großherrlichcn Truppen befindet, auf. zumuntern; als er aber nicht vermögend war, dieser» heiscnc Summe aufzutreiben, und also fein Versprechen nicht im voraus erfüllen konnte, so wurde er durch den Unwillen seiner Leute außer Stand gesetzt, sein Vorhaben auszusühren. Ans diesen mißlungenen Anschlag zweifelte er an der längeren Behauptung der Herrschaft von Cairv, auch ob sein eigenes Leben bei den dortigen Einwohnern und bei der mißlichen Stimmung seiner Untergebenen noch ferner gesichert seyn würde; er hat daher de» Elphi-Bey schriftlich nach Cairo eingeladen, und ihm die Regierung über diese Hauptstadt angebotenr dieser machte sich in dieser Absicht sogleich reisefertig , und ist bei Abgang dieser Berichte bereits bis nach Ra- manich schon vorgerückt. Zu gleicher Zeit ist auch der Capudan Pascha mit seiner Eskadrc in den Gewässern; von Egypten angekommen; er hat es aber Wege» der feindlichen Uebermacht noch nicht gewagt, seine Truppe» ans Land zu setzen. Mechsetkours von Frank-furt am M a t n. d. 16. Aug. iZvZ. Amsterdam in Corrt . . k. Sicht. Briefe. 136 A > Geld. desgl. ..... L Mt. tZZ z Hamburg.k. Sicht. 146 2 --- desgl. ..... 2 Mt. 145 ^ -i Augsburg ..... k. Sicht. 102 4 -. Wien ...... k. Sicht. 73 4 -- desgl. ..... 2 Mt. 72 z — London .2 Mt. 142 z Paris ...... k. Sicht. 7 Z i —— desgl. ..... 2 74 L —— Lyon .. 76 s --. Leipzig.. -. -- Bremen .k. Sicht. 107 L -. Berichtig» n g. In dem letzten Abdruck der Erklärung des Frankfnr. ter Cours Zettels Nro. 131 dieser Zeitung ist unter Amsterdam bey 252 zweymal das fl. Gulden Zeichen vergessen.