Nro. is» Karlsruher Sonnabends I 8 D MM «WLM r^i(Ä Pag. M eitu n g. den zo November, o ;. Mit Kurfürstlich Badischem gnädigstem privilegis. Innhalt. Wien; Auszug aus den Aussätzen des StaatsSecretariats. Regellsburg. Ulm. Hannover; Prcnssi- sches Armeekorps bey Nordhcim. Augsburg München; 28tes Bulletin der grosen sranz. Armee. Einzug Kaiser Napoleons iu Brünn. Frankfurt. Warschau. Berlin; Ankunft der englischen Gcsandschaft. Paris. Haag. May land; Jtalienis. Berichte. Neapel; Ausbruch des Vesuvs. Vermischte Nachrichten. Larlsrühe, den zo November. Abreise Jhro Majestät der Kayserinn Und Königinn von Frankreich. Gestern war bei Hof gross Cour und Galla, wobey Jhro Majestät die Kayserinn und Königinn immer gegenwärtig war und sich allgemein, sehr liebreich unterhielten. Nachmittags fuhren Höchstdiestlben mit unsrer Durchlauchtigsten Kurfürstlichen Familie in der Stadt herum und in. den FasanenGarten- und besichtigten die umliegende schöne Gegend. Abend war Cammermusick und groser Cercle. Diesen Morgen nach y Uhr erfolgte die Abreise Jhro Kaiserlichen Majestät mit Ihrem ganzen Gefolge unter dem Donner der Kanonen ausser und in der Stadt,, und dem Geläute aller Glocken mit dem nemlichen Pomp und militärischer Bedeckung wie bey Höchstdero feyerlichem Einzug. Jhro Hochfürstliche Durchlaucht Herr Markgraf Louis führten den Zug und Jhro Hochfürstliche Durchlaucht der Herr Kurprinz fuhren in einem Wagen voran. Diese allgemein geliebte Kaiserin» nahm bey Hof rührenden Abschied. Die Straßen der Stadt, durch welche der Zug gieng, waren mir Saud bedeckt.- Von hiev geht Höchstdero weitere Reise nach Stuttgardt und München.- T> e u t s ch l ü n S. Wim, vom 2S Nov.- Unsre heutige Zeitung enthält, Folgendes t Wien. Auszug aus de» Aufsajen des StaatsSekre- tariats. — Im Pallast von Schönbrunn, den r z Nov . I 8 len in denselben Kreiskommandanten und Intendanten ausgestellt werden, die an den Generalgouverncur und Generalintendanten in Oestreich Bericht zu erstatten haben. Napoleon. Ans Befehl des Kaisers r B- Maret, Staatssekretär. Der Generalgouverncur von Oestreich, Clarke. Der Generalintendant von Oestreich, Daru. Uegensburg, vom 22 Nvv. Man erhält so eben die officielle Nachricht, daß die russ. Truppen, welche sich nach Mähren gegen Brünn gezogen hatten, am r?. d. eine völlige Niederlage erlitten haben. Zuvor wollten sie mit dem Prinzen Mu- rat kapmrliren. Die von hier und von München abgchenden Kourie- re werden nach Brünn gewiesen. Der Gen. Paraguay d'Hilliers befindet sich noch immer key Straubin' gen. Man hatte eine Jnsurrection der böhmischen Landleute zu Stand gebracht. Der Plan wurde am 17. biß entdeckt, worauf der Gen. sein Korps auf der Stelle zusammeiizog, und den Marsch gegen Prag hi» antratt. Ulm, vom 25 Rov. Gestern brach das zeither hier zur Besatzung gelegne Bataillon des pfalzbaier. Regiments Junker, unter dem Kommando des Hrn. Oberst von Raglovich, über Füßen nach Tyrol auf. Die Wachen in hiesiger Stadt müssen daher vor der Hand von den Bürgern versehen werden. Hannover, vom 23 Nov. Auch im Göttingischen und Grubenhageuschen zieht sich nunmehr nach einer Bekanntmachung des Landes» DeputationsCvllegiums ein preuß. Armeekorps zusammen. Das Hauptquartier ist zu Nvrdhcim. Die Ankunft und die Durchmärsche der preuß. Truppen dauern itzt fast täglich fort. So viel man bis itzt weiß, wird die hannöv. Legion vorläufig nicht hierher kommen, sondern ist, in Verbindung mit den russ. und schwed. Truppen, zu einer Diversion nach Holland bestimmt. Auch ein grosser Theil der im Land befindlichen preuß. Truppen soll die Bestimmung erhalten haben, sich ins Westphälische und nach dem Rhein zu ziehen, und sich an die kurhcffi- sehen Truppen anzuschließen. Auf den 18. d. werden Se. schwed. Majestät in Lüneburg erwartet. Augsburg, vom 25 Nov. Gestern passirten 2520 Mann kurwürtembergcscher Infanterie durch hiesige Stadt nach Baiern. München, vom 26 Nov. Acht und zwanzigstes Bulletin der große» Armee. Brünn, vom 21 Nov. Kaiser Napoleon ist gestern um io Uhr Morgens hier eingetroffen. Eine Deputatien der Mährischen Stände mit dem Bischofs an ihrer Spitze ist Ihm entgegengekommen. Der Kaiser nahm die Befestigungen in Augenschein; er ließ die Citadelle besetzen, in welcher er mehr als 6000 Gewehre, eine große Menge von Munition aller Art, undun» ter andern 420,200 Pf. Pulver fand. Die Russen hatten ihre ganze Kavallerie gesammelt, ( 84r ) welche ein Corps von ungefähr 6ooa Mann formirte, und wollten die Vereinigung der Straßen von Brünn und Olmütz vmheidigcn. Gen. Walther beschädigte sie den ganzen Tag, und zwang sie endlich das Terrain zu verlassen. Prinz Mürat ließ die Kürassiers - Division des Gen. d'Hautpoult und 4 Eskadrons von der kaiserl- Garde vorrücken. Ob gleich unsere Pferde sehr ermüdet waren, so wurde der Feind dennoch geworfen und versagt, er ließ auf dem Schlachtfelde »ichr als 202 seiner besten Kürassiers und Dragoner; ioo Pferde blieben in unser» Händen. Marschall Bcssicrs , Com- mandauk der kaiserl. Garbe, hat an der Spitze der 4 Eskadr. von der Garde eine sehr glänzende Unternehmung ausgeführt, wodurch der Feind ganz zerstreut wvr- > den ist. Diese russische Kavallerie ist trefflich beritten u. ^ equipirt; zeigte Unerschrockenheit und Entschlossenheit; i allein die Leute scheinen sich ihrer Säbel nicht recht bc- ! dienen zu können; wcßhalb unsre Kavallerie über sic eilt cn großen Vorzug hat. Wir hatten einige Tobte, und etwa 60 Verwundete, worunter Oberst Durosnel vom 26 Ncg. Chauffeurs, und Oberst Bourdon vom n Drag. Neg. Der Feind hat sich auf mehrere Stunden i zurückgezogen. Frankfurt, vvm 27 Nov. Vorgestern ist der Hr. Gras v. Kobenzel vstr. Bot« schaster am stanz. Hof, hier angckommen. preussen. Warschau, vom y Nov. Die Negoeiationen wegen des Marsches der ganzen ^ Armee durch die Staaten Sr Mas. des Königs von ^ Preussen, sind hier zur allgemeinen Zufriedenheit been- > higet worden. Berlin, vom ry Nov. Der engl, grosbrittanische Minister, Lord Harros by und Hr. Hammond, engl. Unterstaatssekretär, sind hier angekommcn; erstrer hatte am »6. d. seine erste Audienz bey des Hrn. Kabincksmlnisters, Frhrn. von Hardenberg Epe. , Der königl- preuß. Gesandte, Hr. geheime Lcgations- ! rath v. Cäsar, hat am 16. seine Rückreise nach dem Haag angetreten. Frankreich. Parts, vom 24 Nov. Dem Vernehmen nach ist der berühmte Kosziusko von hier nach Strasburg abgereißt. Der Minister des Innern hat erlaubt, daß nach, wie vor, Getraide aus Frankreich nach Hannover aus" geführt werde. Holland. Haag, vom 20 Nov. Man erwartet in Zeeland noch viele Truppen; auch wird eine Armee, die bald beträchtlich seyn wird , in unsrer Nepublick gebildet. Die Schelde wird in Ver- theidignngsfiand gesetzt, weil man wissen will, daß der Feind dort eine Operation vor hat. Am iz. dieses iss das 65 sie JnfantericNegiment auf seinem Marsch nach Holland durch Brüssel gekommen. Durch die Nachrichten aus Norden sind unsre Fonds beträchtlich gefallen. Die Russen und die Schweden, die itzt über die Elbe gegangen sind, müssen feindliche Absicht gegen unsre Nepublick haben; denn warum wären sie sonst von so entfernten Gegenden hergekom- men? — Auch vernehmen wir, daß die Preußen die HanseeStädte besetzen werden; in Bremen werden sie schon täglich erwartet. Italien. Mailand, vom 16 Nov. Das stanz. Hauptquartier war am 7 Nov. von Ca- stelfranco nach Treviso verlegt worden. Die Oestrei- cher hatten ihren Rükzng aus Italien größtentheils über Feltre und Belluno, längst der Grenze des ital. Tyrols hin, genommen, von wo sie über Gemona den wichtigen Paß Pontieba zu .gewinnen trachteten. Die Avantgarde des Marschalls Massen« passirte den Tag- liamcnto zwi scheu St. Darigo und Turiba, ohne daß sie weder bey diesem Ucbergang noch bey ihrem ferner« Vorrücken grosen Widerstand gesunden hatte. Der rechte Flügel hatte, wie versichert ward, bereits Udine Palmanuova ( wo die Ocstreicher ihre Garnison weg- gezogen hatten), Cividal und mehrere Ortschaften gegen Görz hin besezt, während cher linke Flügel gegen Kärnthen im Anzug war. Auf der rechten Flanke der Armee hatten die Franzosen, aufferPadua, auch dieStädte Rovigo, Adria u. a. besezt, und das drwthin vorgedrnn- gcne Korps stand den bey Chiozza und auf andern klci. nern Inseln angelegten vstrcich. Mstchanzungen gegen über. Man sprach von Zurüsiungen zu einem Angriff auf Venedig, wo sich aber ein starkes russ. Korps befinden soll. Die Oestreicher hasten das südliche Tyrol steywillig verlassen, um nicht ab geschnitten szn werden - r 842 ) öie srair'.- Truppen Ware» in Novcrcdo, Trient )e, eingerückt.—Das Hauptquartier des Marschalls Massen« befand sich zwei) Tage zu Treviso, und war von dort nach Mine angegangen. Man hatte Nachricht, daß ein franz. Korps von der grose» Armee nach Kärnthen anfgcbrochcu war, um der Armee des Erzherzogs Karl ln den Rüken zu manovrircn. Ein Theil der »streich-- Hauptmacht zullte sich gegen das Pnstertha! gezogen haben. Ein Gerücht wellte behaupten, daß die Franzosen bereits zu Eörz und Dozeu stünden. Der Mar- fchall Massen« war Meister des ganzen Erzherzogtums Venedig, mit Ausnahme der Stadt- Man erwartete täglich das Armeekorps des Gen. St. Cyr.< Neapel, vom 22 Oct., -Am 16. dieses versetzte ein abermaliger starker Aus bruch des Vcsuv's die hiesigen Einwohner in das ausscr- ste Schrecken. Beo dem ersten stürzten 2 sehr starke Lavaströme hervor, und verbreiteten sich Pfeilschnell, der eine gegen Portiei, und drr andre gegen Tvrre dcl Grecohin. Bepde Ströme sind zwar wieder erloschen; allein es erfolgen noch täglich heftige Ausbrüche. Vermischte Nachrichten. In Beziehung aus die Gesinnungen Preussens hat man aus Berlin die beruhigendsten Nachrichten. Man hat mehr als je Gründe zu glauben, diese Macht werde itzt die st rengste Neutralität beo bachten. Donauelchtngen, den 25 Nov. i8o> Mit Befremden laß man in einem Blatte der Staats, und GclehrtenZeitung des Hamburgischen unparthepischen Korrespondenten von Mitwoch den 6ten Nov. l. I. Nro. 178 unter der Aufschrift, Schreiben aus Heidelberg vom 29 Del., daß im Fürstenbcrgis. seitdem das Augerauische Corps in Schwabey sey, Contribu- tionen ausgeschrieben werden, weil der Landgraf im Sept. zwcy Compagnien zur östrcichischen Armee gesteh let habe. — Diese seither- in mehren, Zeitungen nach- gedruckte irrige Nachricht verdient eine öffentliche Berichtigung. Die Dormtmdschastl-chc Regentschaft von Fürsten- bcrg hat nicht den mindesten Anthcil au dem gegenwärtigen Kriege genommen; sie hat im Seplcnrber und zu jeder andern Zeit des gegenwärtigen Krieges nicht einen einzigen Mann, viel weniger zwey Compagnien zur östcr, reichischcn Armee gestellt. — Das ArmeeCorps des Herr Reichsmarschall Augerean rückte vom Anfang Novembers bis zum gten durch unsere Gegend vorüber , ohne daß von einer Contribntion die Rede war. Die' Aussicht aus baldigen Frieden und die gute MannszuchF der Truppen erleichterte die Bereitwilligkeit zu den Anstrengungen für ihre Verpflegung. Soweit «iso ist die gedachte Heidelberger Nachricht falsch. Der Jrrthum als hatte Fürstcnberg an dem Kriege gegen Frankreich Antheil genommen, muß inzwischen selbst bcy bedeutenden französischen Behörden auf eine unbegreifliche Art Eingang gefunden haben, indem vom ^ken dieses Monats an wirklich das Land mit Cvntributionen und Ne»" quisitioncn belegt wurde- Aber selbst die französis. Com- miffarien, welche zur Vollziehung der gegen Fürsten- bcrg verfügten unverdienten Behandlungen beauftragt sind, überzeugten sich sehr bald von dem uiitadclhaftcw und neutralen- Betragen Fürstenbergs, und es ist von der Gerechtigkeit Sr. Majestät des französischen Kaisers« und Königs eine baldige Abwendung der verhängtem und gedrohten Nebel zu hoffen. Diese spätem Ereignisse können indessen doch die frühere Heidelberger Nachricht vom 29Oktober keineswegs rechtfertigen. Donaue- schi ngcn den u, «uprv. Fürstenberg. RegiernngsKommission. Carlsruhe. «Mein feil.) BeymKaufmannCH. MeerweiM ist ächt OstindlscherArae, u.Muscat Wein in Bouteillen / und altes Oberländer Kirschenwasser in Krügen zu haben'' Carlsruhe. (Versteigerung.) Künftigen MontaF und Dienstag, als den 2. und z. Dcc. werden ans dciw hiesigen Rathhauß, vcrschiedencsGold und Silberwcrck/ Tischtücher, Leintücher, Servietten, Betteouverten, Bettvorhänge, Porcellaine, Seidene und Mouseliucna Frauenkleidcr , saconirtes Zinn, und noch andere dergleichen Sachen gegen baare Bezahlung öffentlich ver- steigert.- philadewhia. (Vekanntmackung.) Me meine wer- thr Freunde und Bekannte im Vaterland benachrichtigt ich hierdurch , daß ich von Amsterdam aus, nach einer sehe glücklichen Fahrt von 45 Tagen über Newnvrk gesund und wohlbehalten hierangekommen bin; auch in dieser großen Entfernung nuch Ihrer beständig mit wahrem Vcrgnüaen crrinnernd, — biete ich jedem, dem ich hierorts etwas Nützliches aus ein oder die andere Art erweißen kann, hiemit meine Dienste an, und ersuche m diesem Fall sich bei meinen Eltern E. P. Kummer in Piorzheim um meine Addreffe zu erkundigen. Philadelphia den 24 August 1805- Wilh. Fr. K u in m e r von Pforzheim,