Nro. 156. Karlsruher Mittwochs » 8 Pag. 745. Zeit u NF. den 29 . September. 0 2 . Mit HoLfürstllch Markgräflich Basischen gnädigsten prkvilegio.' Wien, vom 18 Sept. Dai Geruch:, welches sich hier von einer Trippe!, allianz zwijchcn Frankreich, Rußland und Preußin verbreitet hat, ist r ahm zu berichtigen, daß diese Mach« te nur eine Konvention geschlossen habey, den in Re« genöbura bekannten En!schLkignngspla«?mit vereinig« ter Diplomatie durchzusitzen. (A. d. N. Z.) Regcnsburg, vom 20 Sept. In der blcn Reechsdeputationssitzung am ist. d. stimmte Kurbrandenburg also. Auf die in der letzter» Deputationssitzung vom ik>. d. verlesenen drei verschiedenen Erlasse der hoch« aniehnl. kaiscrl. Gesandschasl vom iZ. und :b. v. habe die diesseitige Subdelegalion die fich vorbcbaltenr Abstimmung dahin zu Protokoll zu geben: Es sey mit Befrcmeen auch aus diesen z Erlasse» die selbst- beliebige gegen die Wahlkapitulalivn und das Her. kommen gcbrauchteBcnennung «irres kaif. Kommiss,rjj zu eriehrn gewesen. Man müsse sich daher hi rgegen wiederholt mit der ErklArung verwahren, daß man d!os einen zu dieser außerord. Retchsdeputaiion adge« ordneten kaiserl. Hrn. Gesandten, keineswegs aber wahlkipttulationSw.drig einen kaisirl. Kommissarimn in dem Sin» anerkenne, welcher damit verbunden werden wolle. In der Hauptsache beharre die sürtreff. kaiserl. Ge» sandtschafk auf ihrer Erklärung, sich mit dem Deputa» tionskonkluso vom 8. d. nicht vereinigen zu wollen , und glaube sich wiederholt auf die Gründe beziehen zu können, womit sie in dem Erlaß vom iz. d. ih- ren Antrag zur Abänderung des Dcputarionskvnklust motissren zu müssen, nvthwenbig ccachket habe. Man halte daher vor allen Dingen erforderlich , fich über diese Gründe selbst hier kürzlich zu äußern, sie konzentrirten sich dabin. Nach dem Lüneviller Frieden möchte der vvrlie« gende Entschädigung,! . Plan noch viele Erweiterungen und Einschränkungen erhalten müs« ftn. Mir dieser Ansicht sey die vorläufige An» nähme des Plans >m Allgemeinen nicht verein« barlich, weil hierdurch jeder nach demselbigrn jtt entschädigende Theil, ein Recht erworben zu haben glauben dürfte, auf Erhaltung des ihm zuge- dachten Loofts zu bestehen, und die norhwendi« gen Aendernngkl» und Modifikationen des Planes zu erschweren. Ueberhauxr erfordere es die Natur der Sache, zuerst sich milden Erinnerungen gegen die einzelnen Therle des Ganzen zu be« schäfttgen, und sodann erst zu beschlicsscn, was wegen des Ganzen sestzusetzeu sey. Daß die >n dem Lüneviller Frieden Art. 5. u. 7. festgesetzten Entschädigungen der Hauptgegenstand der Beschäftigungen diesir außerordentlichen Reichsde« purakion sey, werde weder von diesseits, noch von ei» nem andern Deputanonsmitzlied in Abrede gestellt. Daß man sich aber dabei strenge an die ln diesem Fnedcnsschiuß festgesetzten Direkkivnormen undGrund- satze binden könne, sey schon in den vorliegende« Abstimmungen bezweifelt worden, und müsse gegenwärtig billig um so mehr bezweifelt werden, nachbem auS der in der 2icn Depmationssttzung vom gi. v. M. vorgekommencn Erklärung der fürtrefi. kurböhm. Sub« delegation hervorgehe, daß der k k. Hof selbst auf ein Entschädigungssupplement für Toskana im schwäb. Kreise angrtragen, und laut des nunmehr sogar selbst ( 74 « ) Wttubek i« Deuck gerrSeurn Verzeichnisses hierzu 19 verschiedene Reichsstädte gefordert, hierdurch aber die Normen des Lüncoiller Friedens zuerst in den wesentlichsten Grundzügen verändert habe. Der von den beiden hohen vermittlenden Mächten vorgelegte Entfchädigungsplan beschäftige diese lieber- Zeugung noch mehr, und sey selbst nach der Propostti- en des sürtrefl kaisrrl.Hrn. Abgesandten und nach den «instimmigen vorliegenden VotiS der Hauptmaaöstab für die nunmehrigen Deputations - Berakhschlagua- «r«. Wenn dieser Plan nach dem Konkluso vom 8. d. In seiner Allgemeinheit angenommen werde; so könne darin» kein anderer Sinn liegen, als daß solcher tn soweit bestehe« soll, alS dagegen von den Beschädigten Theilen keine Reklamationen gemacht, oder von der Deputation selbst Erinnerungen nolhwendig befun« -m würde«. Daß die hiedurch möglichen Abänderungen nicht Helmstatt mit ausgenommen. Noch vorher fiy ihm ein Erlaß der kais. Pienipotenz eingehändigt worden, mir der Note, welche derselbe de» ruß. und franz. Ministern zuge- ferttgt, und womit er die bisherigen Depurattous. schlüffe und das Hauvlkonklusum vom 8. übershickt habe. — I.e§k!brtur diese Nole des Frhrn v. Hügel. Direktorium zeigte an, es habe sich, da B. von Hügel dem Haupttoukiuso noch nicht bcygetrcten scy, feines Auftrags noch einmal entledigt, allein von dem kais. PlcniporenrimuS dic Antwort erhalten: er hoffe, daß eie ruß. und ftanz. Minister durch die er» halrne Antwort zufrieden gestellt ftycn ; weiter alS geschehen, könnte er nicht beytreken, und wolle sich das wcirre Vorbehalten. Noch zeigte Direktorium den Accessionserlaß der kais. Plenivokeuz auf die H. Aremberg. und F. Wiedrunkel, und Frhr. Helmskattische Reklamation an. — In der Um frage erklärte Kur» bvhmen diese Entschließung als einen Beweist von -.— ( 748 t«l» Verlangen der kais. Pienipotenz jeder Trennung -vrzubcugen. Kursachsen protestiere wider den Ausdruck: Kom. rnissonsdekrtt und kais. Kommission. Kurbrandenburg ist durch diese Uebttsendung deS Hauprkonkiusums beruhigt, und verwahrt sich gegen den Ausdruck: kais. Kommission und genehmigen. Maiern wie Kurbrandenburg. Hoch und Deutschmeister votirte eine Danksagung . des Gesamthauscs um Vermehrung der in den Deklarationen ihm bestimmten Entschädigung; » ebendasselbe wegen des bekannten Prozesses gegen Würzburg, 4 Aemter betreffend; 3 Ansprüche des Fürsten von Lvwenstein auf Besitzungen der linken Rhrinseite des Herzogs von Aremberg. Konkiusiim: Daß sämtliche in Proposirion stehende Vorschläge noch zur Zeit lediglich de» HH. Ministern der vermittelnden Mächte milzutheisin und sich hierüber ibre Gesinnungen zu erbitten , auch hierüber der herkömmliche Erlaß an die kais. höchstansihnliche Pienipotenz auszuseniaen sey. Direktorium: Die Bevollmächtigen der fürstl. und gräfi. Salmischen Häuser hätten d d. n. diß eine Vermehrung der ihnen rn den Dekorationen zuge« -achten Entschädigungen nachaesuchk. Konklusum: Da in der Vorstellung nicht Large» than sey , daß die zur Entschädigung angewißnen Länder kein hinlänglicher Ersatz für die verlohrnen retchSständischen Lande seyen; wegen der übrigen verlohrnen Lande hingegen sich lediglich um die Aufhe» -urig des Sequesters verwendet werden könne, so sey diese Vorstellung vorerst bloS zur gefälligen Aufklärung den HH. Ministern der vermittelnden Mächte wttzutheilen. Zu den Gerüchten -es Tags -eh»rt / -aß wegen ) -------- -er täglich sich vermehrenden Gesuche um Entfchädf, gung wahrsch.inllch auch noch die 4 Reichsstädte Augsburg, RcgenSbmg (diese für den Kurfürsten Eczkanzl-r), Wrzlar und Nürnberg und die Reichs- ritter-chafl, diese wenigstens zum Theil, zur Entichä- digung verwendet werden dürften. Aus letzrrer Klasse würden besonders die Entschädigungen des Hoch-und Deuischmcistcrö genommen werden. München, 22. Gept. Se. kurfürstl. Durchlaucht haben für gut befunden, Ihre Truppen ansehnlich zu vermehren und die bairische Armee auf einen ansehnlichen Fuß zu sitzen. Es werden deßwegen viele Rekruten ausgehoben. Rcgenspurg, vom 24 Gept. Gestern war b:e achte Sitzung der Reichsdcputa- tion, darin» machte Directvrium die Anzeige, dag es die Beschlüsse der jüngsten Sitzung Tags vorher an die kaiserliche Pienipotenz befördert habe, sodann trug es vor, daß am iz. von dem fürstl. Nassauischen Bevokmächrigten ein Ansuchen übergeben worden, die Deputation möchir dir Einlci« tung treffen, um zu erfahren, ob Se. grosbrittanifche Majestät, als Kurfürst von Hannover, die Abtretung der Grafschaft Attenkirchen ins Werk zu richten ge» dächten. Hierauf Konklusum: daß Direktorium den kurbraunschwcigischen Herr» Gesandten am Reichstag um baldige Erklärung über tcn m den Deklarationen vorkommenden, Kurbraunschwcig b.treffenden, Artikel ersuchen möchte. — Die übrigen Verhandlungen dieser Sizung betrafen Partikulargegenstände, in Verfolg von Reklamationen. Was den Punkt bctrifk, auf welchen sich LaS gedachte Konklusum bezieht, so liest man in öffentlichen Blättern: wie man vernehme, habe der König eine beifällige Antwort wegen der, Kurbraunschwetg betreffen, len, Artikel gegeben, nur das Arrangement mit den Städten Hamburg und B'emcn soll noch einige Schwierigkeiten finden.) — Nach Briefen aus Re- geiisburg vom 24. Sept. hofte man nun auch ällec, nächstens den Beitritt der kaisirl. Pienipotenz zum > Konklusum vom 8. wenn er nicht gar schon erfolgt wäre. . Holland. Brüssel, vom 24 Gept. Bus Luxemburg wird gemeldet, daß ein zahlreicher Aniiicriezug, Zelten und andre militairische Bedürfnisse daselbst bereit seyen, auf den ersten Befehl von La nach Trier abzugchen, wo sie auf der Mosel unv auf dem Rhein nach Maynz gebracht werden jollen. Br-cfe aus Paris von guter Hand versichern, baß der elfte Konsul die Reise nach Belgien und an den Rbein im Lauf des Oc:. antreten und daß zu Düsseldorf eine Zusammenkunft zwischen wehrcrn Hoheit Personen Statt haben werde.