Nro. 2O6, den L7 Decemoer. Karlsruher r e L t a g s- Mt Rurfürstlich Badischem gnädigstem privilegio Bayern besetzt. München.. Mannyeim eiv. coc. . Preussen machen Halt. Paris; Feyerliches TeDeum. Wegnahme 2r. englischer Transportschiffe mit Truppen. daß ver» ge»,- des weck wer< ren,' 'ä'i-k ich vnig Ihr iiey- rpcn Ih- ru ige, Pö- be», die- uß- ;e», de,,. Deu t s ch l a n d. Sechs und dreystgstes Bulletin der großen Armee.' Schön brunn, vom 14 Dec.- Die großen Thaten der Tapferkeit, welche die große Armee verherrlicht haben, gebe» Stoff zu einer Sammlung, die von großem Interesse seyn wird. Einem Karabinier des ic> leichten Infanterie-Regiments schoß eine Stückkugcl den linken Arm weg. Hilf mir, sagte er zu seinem Kameraden, meinen Tornister hcrunternchmen, und eile so'rt mich zu rachen; ich habe keine andere Hilfe nöthig. Er hangt seinen Tornister an den rechten Arm, und geht allein dem Feld Lazarckh zui General Thiebaut ward gefährlich verwundet; vier gefangene Russen tragen ihn fort. Sechs verwundete Franzosen erblicken ihn, jagen die Russen weg , ergreifen' die Tragbahre und sagen: Uns gebührt die Ehre, einen verwundeten französischen General zu tragen. Dem General Valhubert nimmt eine Stückkugcl das Bein weg. Vier Soldaten kommen herben , um ihn wegzutragen. Denkt au den Tagebefehl, rust er ihnen mit donnernder Stimme z» , und schließt eure Glieder. Kommt ihr als Sieger zurück, so wird man mich nach der Schlacht, forttragen ; werdet ihr aber überwunden, so ist mir das Leben eine Last. Dieser General ist dev einzige, dessen Verlust man zu bedauern hat; allc ande» re werwnndete Generäle sind ans demWege der Besserung. Die Bataillone der Scharfschützen des Po, und die korsischen Scharfschützen haben sich bcy der Verkhcidi- gnug des Dorfes Strolitz sehr brav gehalten. — Der Oberst Frauceschi hat sich mit dem 8 HusarenRegimenk durch seinen Much und gutes Betrage» ausgezeichnet» Mqn hat das Wasser des Sees, ans weichen sich zahlreiche russische Korps am Tuge der Schiacht v. Austerlitz geflüchtet hattcn, ablaufen lassen, und es sind 40 russische Kanonen und eine große Menge Leichen hcr- ausgczogen worden. Vorgestern den 21 dieses, um co Uhr Nachts, ist der Kaiser hier cinyetrvffcu. Gestern hat er die De-, putativ» der Maires von Paris empfangen, die S.M. durch I. k. H. de» Prinz Murak vorgestellt wurde. Prag, vom 16 Dec. Die Troppaucr Zeitung enthalt über die Friedens» Angelegenheiten Folgendes ( yo8 ) Als Vorbothe eines erwünschten und günstigen Friedens wird nach mehreren hier cingegangnen Privatnack/ richten bestätigt, daß mittelst einer persönlichen Zusammenkunft Sr. Maj. des östr. und deutschen Kaiftrs mit dem stanz. Kaiser Napoleon ein Waffenstillstand auf unbestimmte Zeit abgeschlossen worden sey. Ce. Maj. der russ. Kaiser Alexander wurden auf Ihrer Rückreise den 8 d. mit voller Zuversicht zu Tcschen erwartet. So beruhigend diese Nachrichten auch sind, so werden sie im Ecgeutheil durch einen schmerzlicheuBe- richt entkräftet, vermög welchen Ihre Maj. unsre al- lergnädigste Kaiserin und allgeliebte Landcsmutter auf der Reise mit einer ernstlichen Krankheit befallen worden , und gefährlich darnieder liegen sollen. .Der.Bericht bestimmt ausdrücklich die Krankheit und den Ort, wo sich Ihre Maj. befinden, äußert aber dabey, daß in einigen Tagen die Gefahr vorüber, und die erhett bene Monarchin gerettet seyn würde. .Wolle doch das der gütige Himmel geben, und uns noch ferner die über alle Tugenden erhabne Kaiserin Theresia schenken. > Tagsbefehl des Kaisers Napoleon vom iy> Dec. 18 Z. Aua d,m Hauptquartier Schönbrunn. .Große Armee. Gcueralstaao. Se. Maj. der Kaiser und König, befehlen — allen Generalen, welche Dero Armeen kommandiren, oder die. Gouverneurs von Provinzen, und Befehlshaber von Plätzen oder TruppenKolonnen in den durch Ihre ver» schicdnc Armeen besetzten Landen sind, — daß sie den Truppen und Bevollmächtigten Ihrer kurfürstl. Durchlauchten der Kurfürsten von Baicrn, Würtembcrg und Baden, in der Besitzergreifung, welche sie von den Gütern der bisherigen Reichsritterschast machen, hüls, reiche Hand leisten sollen. Se. Maj. der Kaiser haben diesen dreien Kurfürsten die volle und gänzliche Souveränität ihrer Staaten garantirt, so daß diese drei Fürstcir eben solche Souvcrains in ihren Staaten seyn sollen, als es der deutsche Kaiser in den vstr. Erblanden, und der König von Prcussen in Brandenburg ist. — Was besonders die Deutsche Reichsritterschaft betrifft, sv war solche eine Gchülfin Oestreichs: Sie hat geduldet, daß östreich. Werbe» in den Ländereien derselben Rekruten aushoben. Und diß hat dieselbe nokhwendlg in den Kriegs- stand gegen Frankreich gesezt, da ein östreich. Kaiser nur dann, wenn ein Nrichskricg Statt hat, nach den Reichsgesezcn bas Recht hat, in Deutschland zu re- krutiren. Es ist ebenfalls befohlen, daß alle Reichs Lande, .stehen sie unter, der Regierung eines Fürsten oder einer .Reichsstadt, bcy welchen östreich. Rekrurendepots aa- . gelegt sind, oder welche bey sich selbst zu Gunsten Oc- streichs Rekrutirungcn dulden , als im Kriegsstand mit Feankeeich befindlich, betrachtet und behandelt werden -s llen. Der. Kaiser gebietet den Befehlshabern der Provinz ze» in den Staaten des Kaisers , von Deutschland, in so weit st? von Seinen Armeen besezt sind , die aus- ge chnebencn .Cvntri'eutionen so schleunig als möglich . einzutreibm, und solche Maasregeln zu ergreifen, .daß ade Anwüzungui, welche denselben von dem Gencral- zahlmeister zugeschickt Worden sind, um den Sold und die Erfordernisse, welche den Militarkasjen bewilliget .sind,.innerhalb 8 Tagen, von dem Tage an, da diejer Tagsbxsch! bey ihnen ankommen wird, bezahlt seyn werden — Der Gen. .Major der grossen Armee, Berthier. Wien, vom i6 Der. Se. Exc. der königl. preuß. Hr> Maats - und Ka« binetsminister von Haugwitz find heute von hier nach Berlin zurück gereißt. Hr. Resident,Harnier ist ahrr zurück gcbliebr«. Frankfurt, vom 18 . Dec. Schon seit einigen Jahren erschallt In Deutschland die laute patriotische Klage, daß England je mehr und mehr alles baare Geld verschlinge, und wenig oder nichts an die Deutschen zurückgebe. Es zieht, nicht allein ungeheure Summen für Zucker, Kaffee, Indigo und andere rohe Stoffe, sondern es überschwemmt uns auch mit seinen Fabrikaten und Manufakturen aller Art, es vernichtet die deutsche Industrie mit jedem Jahre mehr. Die sächsischen Tuch, Zeugwcber sind ohne Beschäftigung und verarmt, weil die Engländer fast alle rohe Schaaswolle in Sachsen auskausen, durch ihre Spinnmaschienen nehmen sie vielen tausend armen Menschen das Bros weg, durch ihr Steingut ruiniren -st ( Y --9 ) sie aliedrutsche Porzellanfabriken, durch ihre Calicos verdrängen sie unsere schöne» Zitze re Soll dich so forkdauern? soll Deutschland seine letzten Kräfte geduldig an England hingebcn., damit cs durch seine Reichthümer den Krieg aus dem Wen Lande unterhalten, den deutschen Boden nut Blut färben, auf allen Meeren despothch herrschen, aüe Concurrenl beseitigen, und den Alleinhandel an sich reisten könne? — Mochte man doch cimr.al in Deutschland aujangen, ernstlich hierüber nachzudenkcn l Ntvchten alle unsere Fürsten aus Liebe.zu ihren Untcrthancn, und für ihr eigenes Bestes die Kanäle -Welche das baareGeld nach -England steilen, verstopfen! Vielleicht wäre.bey berge ! genwartigen Er,sis gerade der rechte Zcirputt, um ein j solches grosses patriotisches Merk in Vollziehung zu ! bringen. Der Zustand uusers deutschen Vaterlandes ^ im Allgemeinen ist traurig; es we:den. starke und kräftige Mittel erfordert, . um der überall herrschenden Nahrungslosigkeit abzuhelfen. Regmsburg,^om 22 Dcc. -Ein von denl k. franz. Gesandten Hrn. Laforcst zu , Berlin nach München abgesandtcr Kourier, brachte auch , an den hiesigen kais. franz. Gesandten Hrn. Hedouville .die Nachricht, daß der König von Preussen seine vor- gcrükten Armeen zum Rükmarsch beordert habe. — Von den Friedenspräliminarien ist zwar noch nichts Offizielles bekannt, und was man hört, beruhet auf Muthmaßnnge». Indessen stimmen alle Berichte darin» überein, daß der Friede keinem Zweifel unterliege. Der Kaiser Napoleon hat nach Briefen aus Brünn vom 10 d. dem Fürsten Repnin, Obersten der russ. Garde und.den übrigen gefangenen russ. Gardisten, um dem Kaiser Alexander einen Beweis seiner Achtung zu geben, in sehr schmeichelhaften Ausdrükken die Freiheit geschenkt. In den nächsten Tagen wird der Herr Kurfürst - Erz, kanzlcr sich nach München begeben. Augsburg, vom 21 Dcc. Heute Nachmittags rückten zooHMann Kurpfalj- baicrischer Truppen von dem ncuerrichteten Jäger Korps zu Fuß und zu Pferd hier ein, um von der bisherigen Reichsstadt Augsburg militärischen Besiz zu nehmen. Auch kam zu gleicher Zeit der Kurfürst!. Landeedirek- tions Rath zu Ulm, Freiherr v. Widenmann, als Spezialkommisiär. hier an . Die cingerückten Truppen wurden in die Bürgers Hauser einquartlert; ein Theil derselbe» bricht morgen nach Günzburg auf um von der Marggrafschaft Burgau militärischen Besiz zu ergreifen. Auch zu Lindau, Rotheufels ., in den Vor- M'ibergjschcn Herrschaften re . find d- m Vernehmen nach zu gleichem Zweck Kurpsalzbaimsch. Civil Kommissare angckommen. Augsburg, vom 2z Dcc. Morgen.geht eine Deputation unsers Magistrats nach München. Sie besteht aus den g hcimen HH. , v. Besserer und v. Pflummmi, und aus zwey HH. Nathkogsulenten Schmidt und Schelhaß. Sw hat den Auftrag, hiesige Stadt der Gewogenheit des Kurfürsten zu empfehlen, und für dieselbe beySr. Durch!, eine sol» che Kapitulation auszuwürken, durch welche sie ungefähr in die nemlichcn Verhältnisse versezt würde, in welchen die Stadt Leipzig mit dem Kurfürsten Ivvn Sachsen steht. Auch unser Handrlsstand wird, eine Deputation nach München schiken. — Vorgestern ist auch das Fürsienthum Eichstädt, und gestern Günzburg und Burgau von kurbayrische,, Truppen besezt worden. Zu München erwartete man am.24 Dcc. den Kaiser Napoleon aus seiner Rükreise nachLrankreich, und schmeichelte sich, daß er einige Zeit in dieser Residenz verweilen würde- Es wurden grose Anstalten zu seinem Empfang gemacht, unter .andern vor dem Isar« -Höre ein Triumphbogen errichtet. Schreiben aus München, vom »4 Dec. Das kurpfalzbairischr Wappen ist an dem hiesige» Oberpostamts Gebäude ausgkhangt worden. Die Postillions erhalten künftig blaue Uniformen Mre Adler. . Mannheim,. vom 24 Dex. Der Hr. Reichsmariu-all Augereau ist gHsteru-Äbeiids zu Heidelberg angekommen. Die vorgestern durch diese . Stadt gezogenen Truppen seines Armeekorps befanden sich diesen Morgen noch zu Weinheim, Ladenburg, und in der umliegenden Gegend. Larloruhe, vom 27 Dec. Der kaiserlich französische Kammerherr Thiars ist gestern- nach Mainz abzereist, von dort aus wird er wie, der zn S. M. dem franz. Kaiser zurückkehren. p r e u s f e n. Berlin, vom iz. Dec. Unter den vielen Kvnrieren, welche seit 8 Tagen aus Mähren hier eingetroffen sind, kam auch vorgestern rin russ. Kourier an, welcher die Nachricht mitbrachte, Laß nach der Schlacht von Austerlitz ein Waffenstillstand geschlossen worden sey, und daß, am Frieden stark gearbeitet werde. Die Kaiser Alexander und Napoleon haben schon 2 eigenhändige sehr freundschaftliche Briese mit einander gewechselt. Der Kaiser Alexander soll sich bei- dem Treffen so weit gewagt haben, daß ihn seine Leute mit Gewalt zurückziehen mußten. Erwürbe sogar einige Zeit vermißt, und seine Truppen, welche ihn schon für gefangen hielten, stürzten ganz blind auf die Franzosen her, und richteten eine erschreckliches Gemetzel an. Es blieben sehr viele Ko- sacken, weil sie keinen Pardon nahmen. Deym Staatsminister von Hardenberg werden über die jetzigen so wichtigen Staatsangelegenheiten häufige Confrrenzcn gehalten. Die hier befindlichen Engländer hangen seit einigen Tagen stark die Kopfe. Besonder» Eindruck macht der Umstand, daß der oster. Kaiser sich selbst zu den Vorposten des französischen Kaisers begeben hat.. Die russ. Armeecorps, welche durch Pohlen zogen, um zur russ. Armee in Mähren zu stoßen, haben Befehl erhalten, 'eben da wo sie sich befinden, Halt zu machen. Auch sollen die sammtlichen pregß. Armeekorps da blei- Den, wo sie gegenwärtig find. Frankreich. Parts, vom 21 Der. Am Sonntag wird im hiesigen Dom ein ftyerlicheS Tedcum wegen des Sieges von Austerlitz gesungen, welchem die Prinzen und Eroß-Würdeträger beywohnen. Die englische Traiisvorksiotte, die vor etwa acht *Tagen aus Deal abgesegelt ist, um 8020 M. Truppen «ach Bremen zu führen, scheint durch einen starken Nordwind, der vier Tage lang wehte, verunglückt zu scyn. Zwey dieser Schiffe wurden an die französische Küste, -eines bey G'avelincs, das andere bey Calais angctrie- Hen und genommen. Auf jenem befanden sich eils M- Equipage, riZ M. des zo Regiments, 4 Offiziere, yio ) H— 12 Weiber von Unteroffizieren und Soldaten, und , Kinder, wovon eines den Tag vorher aus der See zur ^ Weit gekommen war. Auf dem andern waren zoo M,- des 9 Regiments mit einem Oberst, einem Oberstlieutenant und 11, Offizieren. Auf diesem letzten,, das r6 > achtzehnpsündige Karonaden hatte, befanden sich viele Montierungen und KriegsEffekten. Anzeige. i Künftigen Montag den zeten Dec. 1825 werde ich) § mir meinen Kindern, welche durch ihre ausgezeichnete Talente in der Singknnst, in hiesiger Stadt allqeinn> ! nen Beifall und Bewunderung erregten, aufgefordert von mehreren groffcnKennnern und Liebhabern der Kunst, im CvncertSaale, auf einem eigens dazu erbauten für' Kinder schicklichen Theaterchcn, mit allerhöchster Bewilligung, aiifzujühreil die Ehre haben: Das Singspiel,' eine Operette in einem Aufzuge, ans dem französischen- mit der vortrefflichen Musik des Herrn Deila Maria» Daraus folgt ein Lustspiel in einem Ansznge, genannt Die beiden Diliets, überzeugt, daß ein hohes gnädige-' und verehrungswül'diges Publikum, gewiß ausserst vergnügt den Schauplatz vcriaffen werde, indem sich meine Kinder alle Mühe geben werden, auch mit ihre»' TheatralischenZTalentcn dero Beifall zu erringen, wage ich es Hochdieselben in Untcrihänigkeit dazu einzuladen.- Mit der Versicherung, daß es der Mühe werth ist, das von Kindern z« sehen und zu hören, was man von er-' wachseiien ausgebildcten Schauspielern nnd Sängern,-' nicht besser zu sehen und zu hören rvünzchen kann. XaverKrebs Deutscher Schauspieler nnd Sänger-' Gtetnbach. (SchuideiiLiquibatjon.) Alle diejenige,, welche an die Verlassenschaft der abgelebten Jacob Höfischen Eheleuten vou Stcinbach etwas zu fordern haben, werden cmdurch vorgeladen, biß Dienstag den zi. dieses Monats früh um roUhr auf dahiesigem Rathhanß- zu erscheinen, und ihre Forderung bey deren sonstigem Verlust einzugeben und zu liquidiren. Steinbach den 16 Dec. 1805, Kurfürst!. Amt allda.