Nro. i85. Karlsruher Freytags i 8 Pag. 9 Oi. Zeitung. de n ry. November. 0 2 , Mit Hochfurftlich Markgräflich Badischen gnädigsten Prtvtiegkoj R. L l. ä p ä. kLkLKO. Wien vom 6. Nov. DeS Großfürsten Konstantin karftri. Hoheit ha-en am 4. d. die Rückreise nach Petersburg mir 8 Wa gen angetteten. Der Fürst Esterhazy bewuchere Se kai- scrl. Hoheit noch zu Wölkersdorf mit einem Mittags- male, welchem der Prinz von Würtemderg, der rußft sche Gesandte und verschiedene andere Herrschaften blyivohnten. Der Hr. F. M L. Graf von St. Juli- «ri hat den Auftrag, Se. kaiftrl. Hoheit bis Petersburg zu begleiten. Da der Grossürst bcy Besichtigung des kais. Mar» stallcS an den daselbst stehenden Schimmeln groseg Wohlgefallen bezeigte, so haben Se. Majestät 14. der schönsten davon aussuchen lassen, und diese Sr. kaiserl. Hoheit zum Geschenk gemacht. Se. ka-seri. Hoheit haben auch von allen und jeden Armatur- und Mon» rirungcstücken der k. k. Armee einige Stücke zum Muster mitgenommen. Der Grofturst Konstantin, hat, so lange er in Wien war, keinen andern Orden getragen, als jenen von Maria Theresia. Man will wissen, der regierende Fürst von Ester, ha.» werde mit seiner Durchl. Gemahlin diesen Winter eine Reift nach Petersburg machen, um daselbst Ih- re Majestät die v.rwittwete Ka serin von Raßla' d, mi- Ihrer jüngsten Prinzcff.n Tochter, der Grosfür. fiin Anna Paulowna, hieher adzuholen. Diese im z. Jahr stehende Großfürstin ist für unfern bald rojähri. gen Kronprinzen, Erzherzog Ferdinand, bestimmt, und soll zu dem Ende bey den Saftstaneriknen erzöge» werden. Frankfurt vom iz Noo. Nun hat auch die Königlich GroSbritanische, Kur» hannoverische Regierung von dem, in dem Entschärft gungöplan'derselben zugerheilten, Bisthum Osnabrück Besiz genommen, und dazu den Kurhannövrischrir Staats- und Kabinets Minister v. Arnswaldt,mit ei» nigen Rächen und Kanzletperfonen, dahin abgcschickr, Erlangen vom iz. Nov. Die Königlich. Preuffischen Truppen, welche sichl» den Fürftenthümmrrn Anspach und Baireuth befinden, stunden seit beyvahe 2. Jahren auf dem KricgsfuS. Jezk ist der Befehl gekommen, auch diese Preuffischen Trup» xen auf den Fricdensfuß zu sezcn. Augsburg vom iz. Nov Da Regensburg nunmchro aufhörc, Reichsstadt zu ftyn, und die Residenz des noch übrigen geistlichen Kurfürsten oder Relchserzkanzlers wird, so hat der Fürst von Thurn und Tafts beschlossen, seine Residenz von Regensborg nach Lischingen in Schwaben zu verlegen. Auch sollen hmfnhro die Pensiontsttn des Topischen Hauses ihre Pensionen in den Taftschen Länder» verzehre». Regensburg vom iz Nov. Heute Vormittags um ia Uhr «st dey dem Minister Lasorest ein Kurier aus Paris eingftroffen. Dem Ver, nehmen nach hak derselbe einen dritten und endliche» Entschädigungsplan mitgebkacht, dem man nun mit der gespanntesten Erwartung entgegen steht. Gestern NachiSumio. Uhr ist auch ein kaiftrl. aus Paris kom» wende? Kurier bey dem. Herrn Baron von Hügel ab» gestiegen, und har 2. Stunden baraufstinen Weg nach Wien fortgesetzt. Der Würtembergische Subdelegirte har heute ebenfalls eine» Kurier nach Stmkgard ad» geschikk. Frankreich. Paris, vom 12 Noo. Der erste Konsul ist, nachdem er zu Havre alle, " . ( Merkwürdigkeiten der Stadt und des Hafens besehen, verschiedenen ihm zu Ehren gegebenen Festen beyge« Wohnt, Deputationen empfangen, die Truppen vor Ach hatte manövriren lassen am y. d. von dort «ach F-camp und Dicppe abgereißt. In einigen Ta> gen wird er zu St Cloub zurückcrwarltt. Der Mt« visier des Inner» wird, wie es heißt, schon hem hier wieder cintreffcn. Die Nachricht von Lord WhitworthS Ankunft zu Paris scheint wirklich zu voreilig gewesen zu seyn. Nach Briefen aus Calais wurde derselbe erst am in dieser Stadt erwartet. Der zweyte Konsul wird dem Vernehmen nach in einigen Monaten einen Thcrl des Pallasts des Erhol, rungssenals beziehen, der bercirs zu dieftm Behuf ein- gerichtet wird. Diese Wohnung wird um so schicklicher für den zweyten Konsul seyv, alö derselbe öfters in den Fall kommt, den Senat zu prästdiren. Den 5. ist ein hieher bestimmter Gejandker des Dey von Algier zu Lyon angekommcn, woselbst am folgenden Tag General Brüne paßirttst, um sich über Toulon zu Schiff nach Konstantinopel zu begeben. Am loten d. ist die Korvette , la Deligeme, von St. Domingo kommend, im Hafen von Brest arge, dangt. Sie hat die Reise mit ungewöhnlicher Geschwindigkeit , in einem Zeitraum von 18 Tagen gemacht. An Bord derselbe» befand sich ein Adjutant des Obergeneral Leclerc, der von Brest aus sogleich Litt der Post nach Paris abgereißt ist. Gestern Morgens hak Herr Fox mit mehrern Mitgliedern des englischen Parlaments, die ihn hieher begleitet hatten, dir Rückreise von hier nach Londen an. getreten. Nachrichten aut Gibraltar zufolge ist auf Befehl des Madrider Hofs den Spaniern alle Gemeinschaft mit der englischen Besatzung dieser Festung verboten «nd der Kommandant von St. Roch abbrrusen worden, weil er den Verdacht auf sich geladen hatte, mit mehrern englischen Offizieren in zu genauem Verhält, «iß zu stehen. Italien. Rorfu vom 17. Sept. Da ohngeachlek aller von dem ruff. Bevollmächtigten, Grafen Mocenigo, biö jetzo angewandten Mittel, um Ruhe und Sicherheit auf unserer Insel herzustellcn, noch immer rin Hausen Raubgesindel >ein Unwesen in unserer Nachbarschaf tlneb, und die Stabe gleichsam blockirk hielt, so wurde endlich beschlossen, Gewalt gegen sie zu gebrauchen. Dieses Vorhaben wurde ve» fiossene Nacht durch ruff und dtsseitigc Truppen mit dem glüklichsten Erfolg ausgeführt; eine große Zahl von jener Rotte wurde in dem Dorfe Potamo, das ih. «rn zum Schlupfwinkel diente, ausgehoben. Während 902 ) . -.- dieser Erpeduron waren die Stadttbore geschlossen, lind zu gleicher Zeit machten die ruff Schiffe, so wie zwey noch in unserm Hasen liegende lürki,che Fregatten verschiedene Bewegungen, um den Räubern vo« der Scrseite alle Kommunikation abzuschneiden. Mayland, vom Z Nov. Einem Befehl des Bizeprasi deinen zufolge solle» nun allenthalben, wo Doparttmenttpräfeeten ihre Sitze haben , die Nalionnalgakde» ohne weiter« Verzug ln Thätigkeit treten. Zu Genua «st ein franz Inzenieuroffizier angekommen, wie es hcißk, mik dem Auftrag, eine Hauplstras» se von Nizza längst des genuesischen Useriands anzu« 'legen. Die verwittwett Herzogin« von Parma ist am zo. zu Venedig angckommen, — Bey der Oaffnung de- Leichnams des verstorbenen Herzogs fand man die Leber von ungewöhnlicher Größe und brandig. Während seiner Krankheit drang ihm eine Menge schwarzer Galle nicht Klos aus dem Munde, sondern auch aus den Naslöchcrn, den Augen und Ohren. Holland. Brüssel, vom io Nsv. Briefe von Kalais versichern, der erste Konsul werde, nach Besuchung Cherburg, auch nach Kalais kommen. Auch hier kn Brüssel schmeichelt man sich noch immer mit der Hoffnung, een ersten Konsul bey uns persönlich zu v.rehren, alles ist wenigstens für die Aufnahme und Einquartirung der Konsular- de hier vorbereitet. Schweiz. Bern vom n Nov. Ein unglüklicher Vorfall gab Vorgestern dem immer viel wissenden Publikum Stoff zu mannigfaltigen, za hier und da zu unchrlstlicheil Unterhaltungen Anlaß. Man fand diesen Morgen einen Fourier von der Lien Auxiliart-rigadr lod, einen zweiten so »nt als tod im B.tl, und eenen Hun) ebmfall s lod im Zimmer bey einem Burger einquariiru Irre Gesichter wäre» brauablau ousgelauftn und der Hu-d aufgcschwollen. Alsobald gieng daöGerüchtvvn Vergiftung, man dachte nicht daran, daß am Gift Sterbende nicht ruötg tm Bett, ohne vorher um Hilft zu rufen, dahin schlafen. Der Todte wurde geöffnet, und die Eingeweide zeugte» ke'-nr Spur von Gift, so wenig als der Hund; der Haldwdre wurde besorgt, und man hat Hofounz zu seiner Genesung, obgleich er bis jezt noch nicht bey Sinnen ist. Die Ursache dieses UnglükS wird als» angegeben.: — Der geheizte Kachel- (Fayance) Ose« war frisch mit Letten bestrichen worden; er war dem Miiiiair nicht warm genug, sie eharen noch mehr Torf hinein und schlossen denselben io dun Cam>o ,fo < 903 ) -Ins Zimmer geht, zu und zu früh, so ward im Zimmer «ine Menge fixer Luft erzeugt, an welcher sic erstittea. Zürich, vom n Nov Vorqestc'n wurden von der hiesigen Munizipalität Mi Register eröffnet, worin vie Akriobürgerschafr aufgeforderl war, für oder gegen Abfindung eines Deputirten unserer Stabt nach Paris, und im ersten Fall, jemanden zu dieser Sendung vorzuschlagen; die Mehrzahl der Stimmen, und im Fall eines Ausschlags jede nächstfolgende Mehrheit sollte die Wahl bestimmen. Für die Abftndung votirte» 546, und bz dagegen. Das Mehr bestimmte mir z6z Stimmen den alt Rathsherren Hrn. Rheinhard zu dieser Sen. düng, und wie man hört, soll er düsen Ruf , aus edler Vaterlandsliebe angenommen haben. Die Entwaffnung ist mit möglichster Ruhe und Ordnung vor sich gegangen. Was die Bestimmung dieser Waffen scyn wird, ist uns noch unbekannt. Heute nach Mitternacht um 2 Uhr wurde» die auf «nserm Raihhause befindlichen Redmg , Hirzel und Auf der Mauer in 2 Kutsche« mit einer Bedeckung von 50 Lb^seui-s ä LK°v»l von hier «Sgeführt; die Vermuthungen hierüber kreuzen sich sehr. Basel, vorn rz Nov. Gestern Abend uns Heuer wurde hier der gewesen« Oberzunftmcister von Basel Merian, neuerlich gewesenes Mitglied Sec Tagsatzung, ausgesucht. Da man fhn nicht fand, so wurden zo Mann von der hiefi« 4en französischen Garnison in sin Haus gelegt. Die drey von Zürch adgeführien Häupter der letzten Gegenrevolution, Alvvs Redina, Aus der Maur und Hirzel, sind von 12 Jägern einstweilen auf die Fe- Lung Aarburg gebracht worden. — Statt der Mey -aus der Schweiz wieder nach dem südlichen Frankreich und nach Italien abm vschirten, in franz. Sols «nd Dienst stehenden, helver. Harbbrigaden sollen nun -auch Ne französischen Truppen unter General Lurreau Mus Wallis einrückra. Scherfhausen vom -z. Nov. h Der von der Stadt Z,:rch nach Paris ernannte z Hanns Reinhard, welcher gestern dabin adreiftn woll- «e, ist vorgestern Mittags ebenfalls als Ärrest'nt auf Das Rakhyauß gesezr werde >. — Dü nach Parts er- «annren Deputirttn reisen seit einige-! Tagcn berrrts .oh, um auf den 16. in Daris einzutceffen. Schweizer Grenze, vom ig Nov. Als Belege zu Beurchniung der behaupteten Ein. müthigkeit der schweizer Nation zur Wiederherstellung der alten Verfassungen, verzerren nach einige Thar- fachen nachgeholt zu werden. In Appenzell Ausser- Rhoden , wo von Anfang der Komre . Revolution r>e Meinungen sehr ger heilt, und ein beträchtlicher Theil der Einwohner gegen die LanMewcr'Kvri M- stimmt war, brach, bey der Nachricht vom Einrücko« der Franzosen in Basel, in mehrenr Ortschaften em sörmiicher innerlicher Krieg aus, der jedoch nur mir Prügeln und der Faust geführt ward. Nach 4tägi- gem Kampf halten am zo. Okr. in den meisten Gemeinden , namentlich in Herisau und Troge», dt« Gegner der Landsgemeinden oder die sogenannte» Patrioten die Oberhand gewonnen; das auS Zürch zurückk.hrende Konüngentbakaillon wurde mit Gewalt entwaffnet, und dir Kutsche des von der Schmyzee Tagsatzung zurückkommenden Landammann Zrüwegerk zerschlagen. Er selbst, der Z Wochen früher auf einer öffentlichen Landsgemeinve dem Volk seinen Kopf verpfändet hacke, daß sich Frankreich nicht in die Schweizer Angelegenheiten nuschen dürfe, entgieng Mk auf v-rborgnen Fußwegen der Wuth des Volks, und emigriere am sorgenden Tag mit seiner Familie. Dü öffentliche Ruhe ward nicht eher ganz hergcstcllt, als bis am 2. Nov. franz. Truppen in St. Galle« ankamin. Der Kanton Zürch wurde von dem Augenblick an, wo Buonaparte's Proklamation umer der Hand z» zirkulircn aosieng, der Schauplatz unaufhörlicher Auflehnungen gegen die Regierung, welche gewaltsam unterdrückt werden mußten. Dü Flecken Horgen und Wädenschweil am Zürcher See, welche schon früher eine Association zu eröffnen angcfangen hatten, um die Schwyzcr Tagsatzung auch mit einem von der Zürcher Landschaft gewählte» Deputieren zu beschik- len, wurden in der Nacht vom 10. Okl. mit 60c, Mann städlischer Truppen und Kanonen überfallen, «ntkvaffork, und alle Personen, welchen man besonders Einfluß auss Volk zutraute, gefangen nach Zürch abgefühn. Einige Tage später nahm man eine ähnliche Expedition nach Mettmensteuen, und am sz. eine mit 2020 Mann gegen den Districkt Wald vor, wo die rcpMikanischgesiunttn Ortschaften entwaffnet, und stark mü Einquartierung belegt wurden. A!S man schon den Einmarsch der Franzosen in Basel wußte , wurde das Zürcher Bataillon Holzhalb unweit Baum von einigen rooo Bauren angegriffen, bthiclt aber mit Hilfe seiner Artillerie die Oderhand, und zog sich nach Winterthur zu ück, wo m rtlerivei- ie Sturm geläutet, und sldst von Schafhauftn mit größter Eile Hilfe hergeholt ward, welche jedoch zum Fechten zu spät kam, und nur bis zur würkli- cyen Ankunft der Franzosen zu Exekuftonen und Entwaffnungen gegen die patriotischen Gemeinden der benachbarten Districkre gebraucht ward. W e fruchtlos alle Anstrengungen der provisorische» Regierung zu Luzern und der dahin geschickten Glarner Besatzung waren, um aus den Luzerner Land- r y°4 ) teuren ein Kontingent gegen die belv. Regierung auf die Beine zu bringen, ist ohne diß bekannt. Die in Zürch verdafter geweßncn Mitglieder der Schwyzer Tagsatzuag sind am ro. unter Begleitung von zo Husaren adgeführt worden, wie cs heißt, nach Arburg; ihre '^..Hänger verbreiten, sie würden wohl nach Paris gebracht werben, um dort persvn- lich vor dem ersten Konsul zu erscheinen. Andre Verhaftete sollen nach Chillon auf dem Genfer See bestimmt seyn. Kurz nach Abreise der erster» von Zürch, wurde daselbst auch der Attralhsherr Junker Reinhard, nächst Hirzel die Hauptperson der provisorischen Regierung, durch stanz. Militair arretirt. Er war nur eben durch die Mehrheit der Bürgerschaft zum Abgeordneten der Stadt Zürch nach Paris ge. wählt werben; nunmehr wird er durch den Kantons, richtcr Schweizer in dieser MFion ersetzt. Die Stabt Winterthur schickt H. I Sicher, und ein, zu Fchr - Aitorf im Kanton Zürch versammelter, sich nennender patriotischer Konvent von iz Districkten har der Altstatrhalker Pftnnmger als Subleanren brr drey, von der Karironstggsazunz rcgelwasig gewähl. ten, Deputieren eben dahin abgeordner. Auf Veranstaltung eben dieses Konvents soll es geschehen, daß jeder der erwähnten rz. Distnckce eine besondrc, mit einer grossen Menge Unterschriften versehene, Dank. Messe an Buonaparte nach Paris schicken will. An unsern Grenzen und in der Nachbarschaft bemerkt man auffallende Bewegungen von Seiten schwei. zertscher Emigranten, deren die einen aus dem Innern heraus, die andern aus England Herkommen, öflre Zusammenkünfte und Unterredungen miteinander hat. reu, und dann wieder bald auf diese bald auf iene Sette hinreifen. Die Unzufriednem setzen gegenwär- tig, wie auch d e öffentlichen Blätter ihrer Parrcy durch allerley Winke und Anspielungen deutlich genug zu verstehen geben , alle ihre Hoffnungra auf England und auf einen neuen Krieg , auf dessen baldigen Ausbruch sie rechnen. Folgendes ist derProiokollauszug der provisorischen Regierung in Zürch vom 29. Ott., an welchem Tag sie abdankte: Da der Hr. Gen. Dombrowsky, Chef des Gencralstaabs des Hrn. Gen. Scrras, dcn Hrn. Ioh. Jak. Keller von hier in die Sizung cinfühne, und der provisorischen Regierung in der Eigenschaft eines durch den Be,chmK des hetv. VollstchungsraihS vom 26. Okt. erwählten RegierungsstaUhalke s von Zürch vorstellr, so fand die provisorische Regierung des Kantons Zürch bcy dieser durch militä rische Ge» walk bewürklen Eissezung der vormaligen ersten Kan. tonalb anuun.! sich ftevllch gerölhtgk, ihre Verr ichtungen einuistellen, benutzt aber noch diese» Anlaß, um auch im Namen hiesigen Kantons zu erklären, daß sie der von her vereinigten Tagsatznng aus erfolgten Verwahrung in allen ihren Theilen pünktlich beypflichft, folglich die Wiedereinsetzung der Hel». Regierung als ein Werck des Zwangs ansche, und daß sie ihrem Kanton das Recht, sich selbst zu kon- stituircn, für die Zeilfolge stycrlich Vorbehalte. Die deyben helvetischen Auxiliarhalbbrigaden sind am y früh nach Genf aufgcbrochen, häufige Desertion soll hiezu dir Veranlassung gewesen seyn. EpLirertvr OchS ist von den reformirren Gemeinden des Kantons Solothurn zum Deputirten nach Paris ernannt wordtn. In Schweiz hat man bey der Entwafnung zo Kanone« (nicht Zvo, w«e vermuthlich durch Schreibfehler angegeben worden), 5,000 Flinren,uob Hco,oooPfun» Pulver vorgefunden, die nun iosgesammt nach Lu> zero trsnsporrirt werden. Die Deputirten desKankons Bern, die BB. Kuh» und Koch, sind am io nach Paris abgereist. Da die Verwaicungskammer von Bern sich weigerte, dem Befehl der Regierung, diesen Deputieren die zu Bestreitung ihrer Auslagen «ruhigen Fonds auSzuzah. lcu, zu entsprechen , so schossen die Glieder der Tag. sazu.ig dieselben selbst vor. Einzelne Landleule haben bis 56 Louisd'or beygeschoffen. Pestalozzi, der Vorsteher der Erziehungsanstalt in Burgtors, ist von der Züricher Zagsatzung und von den Distnk- len Lmmenrhal und Burgdorf zum Deputirten ernannt worden. Die Ernennung des Verfassers von Licnhard und G-rtrud zeigt, daß die Züricher und Berner Landlenre dos Eine, was Noch ist, tief füh- len, indem sie die erste Gelegenheit r.greiffen, die sich ihnen darbvt, den Mann zu ehren, der sich um de» LolkSunttrricht so hoch verdient gemacht har. Seit den testen Ereignissen sind die gesellschaftlichen Bande in den Städten so zerrissen, daß für lange Zeit an keine Wtederanknüpsung zu denken ist. Wer nur zu glauben scheint, daß der Krcuzzug gegen die helvetische Regierung nicht hätte unternommen wer. den sollen, bis wenigstens daö Terrain besser geprüft worden wäre oder'wer daran zweifelt, daß dle,jori' veratne Städte ihren Zweck bey diesem Krenzzug doch erreicht hatten, der ladet den höchsten Grab des politischen Hasses auf sich. (A. d.Allg.Z.) vermischte Nachrichten. Nach öffentlichen Berichten aus Wien war z» Anfang Rov. ver ehemalige russische Slaatnunistcr, Graf Par,in, dort angekommen. — Nach denselben Nachrichten har der Kaiser dun Großfürsten Konstantin das Hnsarenregimenl Vrcsai verliehen, und ihn zum k. k. Feidstugmeistrr ernannt — H. v. Dies- dach sollte in den testen Tagen des Oer. ein neues Krrditiv aus der Schweiz empfangen, dasselbe aber noch nicht abgegeben haben.